Ausgabe 
19.2.1938
 
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einen schönen Uebergang zu den vorhandenen pur­purnen Farbtönen des Sitzungsraumes.

Auch die Umgänge und der Vorraum der Kroll­oper werden festlich mit Blumen ausgeschmückt und verkleidet werden. Die Außenfassade der Krolloper

Blaß, schwächlich, müde!

Kinder werden durch die Wintermonate immer etwas mitgenommen. Sie sehen müde und abge­spannt aus, essen wenig und gedeihen nicht recht. Geben Sie Ihrem Kinde jetzt das blutbildende B i o f e r r i n , welches in allen Apotheken erhältlich ist. Bioferrin ist ein gutes Kräftigungsmittel, wohl­schmeckend und appetitanregend, dabei unschädlich für Magen und Darm.

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lich und bevölkerungspolitisch notwendige Ä u 2 - gleichsmaßnahme bar. Auf diese habe der Kinderreiche unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch, als teilweisen Ausgleich der Fa­milienlasten. Im April 1938 werde allen Sozial-

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Alles für-ieReichstagstagungvorbereitet

Festliche Ausgestaltung derKrolloper.-TieuerTribüneneinbau in den Sitzungssaal

Die Förderung der Familie in der Steuerpolitik des Dritten Reiches

der Hauptmann des Bundesheeres S e e l i g e r werden heute f r e i g e l a s s e n. Dr. Rintelen wird nicht nach Deutschland übersiedeln, sondern sich in seine Heimatstadt Graz begeben, wo er seinen Lebensabend verbringen wird. Dr. Rintelen hatte kurz vor seiner Verhaftung einen Selbstmordver­such verübt, seitdem ist sein rechter Arm gelähmt. Er hofft doch noch Heilung zu finden. Unter den Amnestierten befinden sich zehn zu lebenslänglichem Kerker Verurteilte.

Oie Jtcbe des Führers wird von allen österreichischen Sendern übernommen

W i e n, 18. Febr. (DNB.) Die R e d e d e s F ü h- re r 5 und Reichskanzlers wird kommenden Sonntag von allen österreichischen Sen­dern übernommen werden.

Berlin, 19. Febr. (DNB.) Der Staatssekretär des Reichsfinanzministeriums Reinhardt sprach über die Durchsetzung der bevölkerungspolitischen Grundsätze des Nationalsozialismus auf dem Ge­biete der Steuerpolitik. 1 Er teilte mit, daß von August 1933 bis heute insgesamt 900 000 Ehe- st a n d s d a r l e h e n im Betrage von 560 Millio­nen Reichsmark ausgegeben worden sind. Die Ein­lagen der öffentlichen Sparkassen sind von 10 Mil­liarden im Jahre 1932 auf 18 Milliarden Reichs­mark im Jahre 1937 gestiegen. Das Volkseinkom­men ist in der gleichen Zeit von 45 Milliarden auf über 38 Milliarden jährlich angewachsen. Die Lohn­summe in der Industrie hat sich innerhalb dieses Zeitraumes sogar verdoppelt. Das Steueraufkom­men des Reiches, das von 1929 bis 1932 trotz neuer Steuerbelastungen um 2V2 Milliarden zurückge­gangen war, hat sich von 6,8 auf 11,5 Milliarden im Jahre 1936 erhöht und wird sich im noch nicht abgeschlossenen Rechnungsjahr 1937 auf rund 14 Milliarden Reichsmark stellen, obwohl zahlreiche Steuersenkungen erfolgt sind. Der Haushalt des Reiches, so betonte der Redner, befindet sich i m Gleichgewicht und wird unter allen Umstän­den im Gleichgewicht gehalten. In den nächsten Tagen würden die neuen Veranlagungs­richtlinien für die Einkommen- und Körper­schaftssteuer erscheinen. Danach könne die Bewer­tungsfreiheit ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt der Bestellung- oder Herstellung nach wie vor für die folgenden Wirtschaftsgüter in Anspruch genommen werden: für Lastkraftwagen mit einer Nutzlast von 1,1 Tonnen ober mehr, für Zugmaschinen und Schlepper, für Anhänger mit einer Nutzlast von 1,1 Tonnen ober mehr, für Kraftomnibusse mit mehr als 16 Sitzplätzen unb Kraftomnibusanhänger mit mehr als 16 Sitzplätzen, für Beregnungsanlagen in land- unb forstwirtschaftlichen Betrieben, für alle Wirtschaftsgüter, beren Anschaffungs- ober Herstel­lungskosten 200 Reichsmark nicht überschreiten.

Seikbem ab 1. Oktober 1937 ber Kreis ber Bei­hilfeberechtigten für bie laufende Kinder­beihilfe vergrößert worden ist, hat sich die Zahl der Kinder, für die monatlich 10 RM. gewährt wer­ben, auf runb 500 000 erhöht. Die Kinderbeihilfen stellen nicht Wohlfahrt, sondern eine volkswirtschaft-

33 erlitt, 18. Febr. (DNB.) Die ganze Welt steht in Erwartung der Tammg des Deutschen Reichstages am Sonntag. Alle organisatorischen und technischen Vorbereitungen sind getroffen, um jedem Volksgenossen das Hören der großen Rede des Führers zu ermöglichen. Die frühere Krolloper, in ber roieber die bedeutende Reichstagstagung ab­gehalten wird, ist zu dem großen Ereignis gerüstet. Reichsbühnenbilbner Benno von Arent hat dem Sitzungssaal durch Einbau einer neuen Tribüne die repräsentative Form gegeben, bie der Bedeutung der Reichstagssitzungen des Dritten Reiches entspricht. Während bei den früheren Reichstagssitzungen Hintergrund und Seiten der Tribüne nur mit rotem Tuch abgedeckt wurden, hat man jetzt eine Lösung gefunden, die dem Sitzungs­raum eine würdiges Aussehen verleiht. Den Hinter­grund ber neuen Tribüne, von ber der Führer seine große Rede halten wirb und auf der sich wie bisher die Plätze des Führers und ber Reichsregie­rung befinben, bildet eine riesige golb = gerahmte Sonne, auf der ber Adler des Hoheitszeichens seine Schwingen brei­tet. Die Wirkung dieser aus seidenartigem, leicht- gefaltetem Stoff geschaffenen Sonne wird noch da­durch erhöht, daß sie von einem unsicht­baren Scheinwerfer noch starker auf- -geleuchtet wird. Die Breite des Adlers ist allein zehn Meter. Er gleicht in feiner eindrucks­vollen Ausführung dem von der Feftausschmückung Unter den Linden bekannten Hoheitszeichen. Zu beiden Seiten dieser mächtigen Dekoration zeigt die Wandbekleidung große Hakenkreuze auf terrakott- farbenem Samt. Diese Farbenstimmung schafft

Gehaltsempfängern, deren jährliches Ar­beitseinkommen 8000 RM. nicht übeureigt, eine Beihilfe von monatlich je 10 Reichs­mark für das dritte unb vierte K: nb unb je 20 RM. für bas fünfte unb jebes weitere Kinb gewährt werben. Die Mittel hierfür werben aus bem Auskommen an Arbeitslosenversicherungs­beiträgen genommen, bie nur zugunsten ber So- zialoersicherten verwenbet werben dürfen. Die Summe der Rückflüsse aus den gewähr­ten Ehestandsdarlehen ermögliche auch einen Ausbau der Kinderbeihilfe für die nicht sozial Versicherten, wenn auch nicht in dem Umfange wie bei den Sozkalversicherten. Gegenwärtig erhalten Nicht-Sozial-Versicherungs- pflichtige 10 RM. monatlich für das fünfte unb jebes weitere Kinb unter 16 Jahren, wenn ihr ein­kommensteuerliches Einkommen im letzten Jahr 2100 RM. nicht überschritten hat.

Diese Einkommensgrenze wirb mit Wirkung vom 1. April 1938 auf 8000 Mark erhöht. Die Kinberbeihilsen werben bei ben Nichtversicherungs pflichtigen 20 Mark monatlich für bas 5. unb jebes weitere Kinb betragen. Es können auch Kinber be­rücksichtigt werben, die Zwar das 16. Lebensjahr, aber noch nicht bas 21. Lebensjahr vollenbet haben, wenn sie sich in ber Schulausbilbung ober in ber Ausbilbung für einen Lebensberuf befinben ober bauernb erwerbsunfähig finb, unb wenn sie nicht eigenes Einkommen von mindestens 30 Mark monatlich haben. Es werden für Kinder, deren befonbere Förberung geboten erscheint, auch g a n,z e ober Teilfreistellen ober Aus­bildungshilfen zum Besuch von mittleren ober höheren Schulen, von nationalpolitischen Er­ziehungsanstalten unb von Fach- ober Hochschulen gewährt werben. Dabei wirb es einerlei fein, ob ber Antragsteller sozialoersicherungspflichtig ist ober nicht, wie groß bas Einkommen bes Antragstellers ist, wie alt bas Kinb ist, für bas bie befonbere Förberung beantragt wirb, ob unter ober 21 Jahren ober barüber. Es wirb jedoch Voraussetzung sein, daß der Antragsteller kinderreich ist und daß die besondere Förderung des Kindes nach nationalsozialistischer Weltanschauung geboten er­scheint.

Mit Wirkung ab 1. April 1938 wird die Zahl der Kinder, für bie lausende Kinderbeihilfen oder Ausbildungsbeihilfen gewährt werden, mehr als 2 Millionen betragen. Die Maßnahmen werden im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten fortent­wickelt werden, bis schließlich ber Uebergang in eine

len, der im Kabinett die Angelegenheiten ber 33 a = terländischen Front bearbeitet In ihr haben sich im wesentlichen bie bisher schon hinter dem Bunbeskanzler Dr. Schuschnigg stehenben politischen Kreise vereinigt. Sie soll auch bestehen bleiben, aber künftig wirb man wohl im Interesse einer geb ei h- lichen Entwicklung nicht barauf verzichten können. Vaterländische Front und nationalsozialistische Be­wegung in Oesterreich einander näherzubringen. Das kann so schwer nicht sein, da die Vaterländische Front ja heute schon Gruppen recht verschiedener politischer Färbung in sich begreift Die Ernen­nung des bisherigen Staatssekretärs Rott, eines der führenden Männer ber Sozialen Arbeitsgemein­schaft zum Bunbesminister ohne Geschäftsbereich unb die Berufung bes Staatssekretärs für Arbeiter- unb Angestelltenschutz Watzek, eines früheren So- zialbemokraten, ber sich inbessen in ben letzten Jah­ren nicht mehr parteipolitisch betätigt hat, beutet auf bie Absicht bes Bunbeskanzlers Dr. Schuschnigg hin, seine großzügige Besriebungsaktion nicht auf bie nationalsozialistische Bewegung zu beschränken, fonbern auch ben Versuch zu machen, anbere Kreise der österreichischen Arbeiterschaft zur Mitarbeit her­anzuziehen. Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft haben in bem umgebilbeten Kabinett Schuschnigg auch eine ausgeprägtere Vertretung erhalten, so baß man wohl sagen barf, auch sachlich bietet die neue österreichische Regierung bie Gewähr, daß die neben bem wesentlichsten Punkt der innerpolitischen Befriedung zu lösenden immer noch heiklen wirt­schaftlichen und finanziellen Probleme des durch das Friebensdiktat von St. Germain sinnwidrig gestal­teten österreichischen Staates mit Ernst und Nach­druck angefaßt werden.

Daß dabei die durch die Berchtesgadener Be­schlüsse hergestellte freundschaftliche politische Atmo­sphäre zwischen bem Reich unb Oesterreich auch der österreichischen Wirtschaft nur von Vor­teil sein kann, versteht sich von selbst. Oesterreich mit seiner hochentwickelten unb stark spezialisierten In­dustrie, bie für ben zusammengeschrumpsten Wirt­schaftskörper zu groß ist und bei der überwiegend landwirtschaftlichen Bevölkerung der österreichischen Alpenländer keinen ausreichenden Binnenmarkt be­sitzt, ist ganz überroiegenb auf Ausfuhr ange­wiesen, bejr indessen erhebliche Schwierigkeiten da­durch erwachsen finb, daß bie durch das Pariser Friebensdiktat von Wien abgetrennten Länder einst das natürliche Absatzgebiet eigene Indu­strien aufgebaut haben, namentlich die Tschecho­slowakei, und diese durch hohe Einfuhrzölle auf in­dustrielle Fertigwaren zu schützen suchen. Darunter hat Oesterreichs Industrie ebenso zu leiden gehabt, wie der österreichische Handel, der zwischen Mittel- unb Sübosteuropa eine natürliche Vermittlerstellung besitzt, burch bie geringe Kaufkraft der südosteuro­päischen Agrarländer, bie sich erst in ben letzten Jahren durch ben 'schwer intensivierten Warenaus­tausch mit bem Reich gehoben hat, man braucht dabei nur an die sich höchst befriedigend für beide Teile entwickelnden Handelsbeziehungen Deutsch­lands mit Ungarn und Jugoslawien zu denken. Auch im Außenhandel Oesterreichs steht Deutschland an der Spitze, sehr erheblich vor der Tschechoslo­wakei und Italien. Im Jahre 1937 ist Oesterreichs Ausfuhr nach Deutschland um 19,6 v. H., die Ein­fuhr aus Deutschland aber nur um 11,3 v. H. gegenüber bem Vorjahre gestiegen, wesentlich eine Folge ber österreichischen Kontingentierungspolitik gegenüber deutschen Waren wie Maschinen, Kohle, Chemikalien, Kunstdünger und Zellwolle. Dadurch entstand im gegenseitigen Verrechnungsverkehr ein österreichisches Guthaben von rund 35 Millionen Reichsmark, das die Reichsregierung Zwang, die Einfuhr aus Oesterreich für das laufende Jahr 1938 auf 60 v. H. bes Vorjahres zu beschränken. Es schweben Verhanblungen, um auch hier einen Aus­gleich zu finben, ber den Interessen beider Teile gerecht wird. Es ist bestimmt nicht von Nachteil, wenn bie mit ber Besprechung auf bem Obersalz­berg eingeleitete neue Aera vertrauensvoller Bespre­chungen ber beiben beutschen Staaten sich auch auf wirtschaftspolitischem Gebjet auswirken konnte unb durch Beseitigung ber hier aufgetauchten Schwie­rigkeiten auch wirtschaftlich unterbaut mürbe, bei gutem Willen unb vernünftiger Einsicht auf beiden Seiten gewiß keine Unmöglichkeit zwischen zwei Handelspartnern, die auch in ihrer Wirtschaft so enge Verflechtungen aufweisen wie Deutschland und Oesterreich.

Mit Recht ist in ber Verlautbarung über bi? Aus­sprache in Berchtesgaden hervorgehoben worden, daß bie Beschlüsse em wirksamer Beitrag zur fried­lichen Entwicklung ber europäischen Lage seien. Das verdient angesichts bes Wiberhalls, den das Ergeb­nis ber Zusammenkunft von Berchtesgaden und die Maßnahmen der österreichischen Regierung in der Presse des Auslandes, namentlich Frankreichs und Englands gefunden haben, besonders unterstrichen zu werden. Von müder Resignation bis zu heftiger Entrüstung spielt die englische und französische Presse die ganze Skala bes Mißvergnügens wiber, ohne indessen auch nur einen einzigen stichhaltigen Ein­wand gegen den wahrhaft friebensförbernben Cha­rakter ber Berchtesgadener Beschlüsse erheben zu können. Selbstverständlich sieht die ganze Welt mit der größten Spannung ber angetünbigten großen Rede des Führers auf der Sonntagssitzung bes Reichstags entgegen. Nirgends wird eindrück­licher ber Wanbel in ber Stellung Deutschlands zur Welt sichtbar. Deutschlands Kampf um eine neue sinnvollere Friebensordnung wirb mit Methoden geführt, bie ohne irgendwo rechtmäßige Lebens­interessen fremder Völker zu berühren ober gar zu gefährben, überall klare und vorbildliche Ergebkusse gezeitigt haben. Die deutsch-österreichischen Beschlüsse vom 12. Februar liegen auf dieser Linie wie das Abkommen mit Polen, ber Antikominternpakt mit Italien und Japan, die deutsche Politik in Sübost­europa. Die Erkenntnis von dem tiefen Friedens­willen der deutschen Außenpolitik, aber auch von ihrer eisernen Folgerichtigkeit, mit ber sie Deutsch­lands Gleichberechtigung miebergeroonnen hat und sichert, bricht sich in einsichtigen Kreisen des Aus­lands mehr und mehr Bahn. Das wird die alar­mierende Sensationshascherei einer gewissen Presse in Paris und London, die wie jede Tat des Füh­rers so auch bie Berchtesgadener Beschlüsse mit lau­tem Gezeter begleitet hat, auf die Dauer nicht ver­hindern können. Dr. Fr. W. Lange.

Die Möglichkeit legaler Betätigung.

ist wie immer durch eine Grünverkleidung und große Fahnen besonders wirkungsvoll gestaltet. Dom Torbach grüßen golbene Hoheitszeichen. Eine mächtige Goldgirlanbe schwingt sich um bas ganze Portal. Die Wände sind durch frisches Tannengrün verkleibet. Auf dem Tordach erhebt sich ein leuch­tendes Fahnenrund. Auch die Siegessäule wird einen festlichen und weithin sichtbaren Fahnen­schmuck tragen. 20 Meter lange Fahnentücher wer­den von der Höhe ber Siegessäule herabfallen.

bem Boben ber Verfassung, die politische Parteien nach wie vor ausschließt, in Gleich- tellung mit allen anb er en Gruppen erfolgen. Vom Reiche aus werden in Durchführung bes bestehenben Verbots Maßnahmen getroffen, bie eine Einmischung von Partei st ellen in innerosterreichische Verhältnisse aus schließen, um auch hierburch zu der befriedigenden Entwick­lung beizutragen.

Die Entlassung der politischen Häft­linge ist in ganz Oesterreich in vollem Gange. Gestern wurden in Wien bereits die Hälfte aller politischen Gefangenen freigelassen. Heute dürfte die restliche Hälfte folgen. Unter ben Gefangenen, bie noch gestern entlassen würben, befinbet sich auch Dr. Tav s. Das Konzentrationslager Wöllersborf ist bereits leer. Der ehemalige Minister Dr. Rin­telen, der Polizeikommisiar Gotzmann und

Berlin, 18. Febr. (DNB) Auf Grund der am 12. Februar in Berchtesgaden zwischen bem Führer unb Reichskanzler unb dem Bunbeskanzler Dr. Schuschnigg getroffenen Abreben wirb nunmehr der österreichische Nationalsozialist die Möglichkeit legaler Betätigung im Rahmen der Vaterländischen Front unb aller übrigen österreichischen Einrichtungen .......... Ul.

haben. Diese Betätigung Fann jedoch nur a u s l versicherungspflichtigen, also allen Lohn- unb

große Re ich sfamilien Fasse möglich sein wird Die Errichtung ber Reichsfamilienkasse wird voraussichtlich im Jahre 1942 ober 1943 vorgenom- men werben können.

Wenn bie Ehefrau einer kinderreichen Familie entstammt, soll ein Zusatzehe st an bsdar- leben zwischen 300 bis 1000 Mark gewahrt wer­ben. Auch einer Volksgenossin, die im landwirtschaft­lichen Betrieb ihrer Eltern beschäftigt ist, kann ein Ehestandsdarlehen gewährt werben. Außerbem ist ber Ausbau ber Sieblungskinberbeihilsen für Land­wirte geplant. Eine zweijährige freiwillige Tätig­keit der künftigen Ehefrau im Frauenhklss- bienst des Deutschen Frauenwerks soll als aus­reichende Arbeitstätigkeit im Sinne des Gesetzes zur Forderung der Eheschließungen angesehe^l wer­den. Sie soll ein Ehestandsdarlehen von 1000 Mark erhalten, eine Rückzahlung wirb nicht verlangt.

Die Hand der GPU.

Anschlag ansöinen früheren Sowjet- diplomaten in Brüssel. v

Brüssel, 18. Febr. (DNB.) Auf ben früheren sowjetrussischen Diplomaten unb ehemaligen Abmi- ral Soboleff, ber seinen Wohnsitz in Brüssel aufgeschlagen hat, wurde am Donnerstagabend e i n Anschlag verübt. Als er in feine Wohnung in ber Vorstadt Jxelles zurückkehrte, wurde er i m Treppenhaus überfallen. Er erhielt mit einem Hammer einen Schlag auf ben Kopf. Da bie Verletzung nur leicht war, konnte Soboleff selbst der Polizei Meldung erstatten. Man glaubt, daß es* sich um ein politisches Attentat andelt. Der Angreifer soll ein gewisser Herran Vaelave sein, der sich ohne polizeiliche Genehmigung in Brüssel aufhielt. Soboleff ist einer der Sowjet­diplomaten, die es vor einiger Zeit vorgezogen haben, aus Sicherheitsgründen ihren Dienst zu quittieren.

England baut Schlachtschiffe über 42000 Tonnen.

Conbon, 19. Febr. (DNB. Funkspruch.) ..Daily Telegraph" teilt mit, daß die Schlachtschiffe, die England in diesem Jahre bauen werde, d i e 42 000 - Tonnen - Grenze überschrei­ten werde. Dementsprechende Plane seien bereits ausgearbeitet. Es bestehe Grund zur Annahme, daß die künftigen amerikanisch en und franzö­sischen Schlachtschiffe ebenfalls größer als 42 0 0 0 Tonnen sein werden. Das Blatt erklärt, daß demgegenüber die Einschränkungsklauseln des Londoner Flottenvertrages, der sich auf die Kreu­zer und die Flugzeugmutterschiffe be­ziehen, weiterhin als in Kraft betrach- f e t würden, es fei denn, daß Japan hinsichtlich die­ser Schiffskategorien eine Abänderung verursache. Wenn diese Tatsachen auch eine unangenehme Ent­wicklung darstellten, so sei dieser Entschluß Eng­lands doch eine Notwendigkeit. Die Unter­zeichner des Londoner Flottenvertrages konnten es sich nicht erlauben, ins Hintertreffen zu ge­raten.

Kleine politische Nachrichten.

Der österreichische Bunbesminister bes Innern, Dr. Seyß-Jnquart, stattete bem Reichs- unb preußischen Minister bes Innern, Dr. Frick, einen Besuch ab unb folgte einer Einlabung des Reichs­ministers zu einem Frühstück im kleinen Kreis.

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In London wurde eine amtliche Verlautbarung über die Verhandlungen zwischen'C ha m- Iain, Eden und ©ranbi ausgegeben. Sie besagt, daß bie allgemeine internationale Lage unb bie englisch-italienischen Beziehungen erörtert wor­ben seien. Für Samstagnachmittag ist eine S 0 n - bersitzung bes englischen Kabinetts einberufen worben, auf ber außenpolitische Fragen 3ur Debatte stehen. Die Einberufung wirb nicht als Anzeichen einer Krise betrachtet.

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Währenb der Verhandlungen über das deutsch- dänische Handelsabkommen für 1938 wurde auch die Frage des Reiseverkehrs vonDeutsch- land nach Dänemark erörtert. Ab 1. Juni wird der Höchstbetrag, der dem einzelnen Reisen­den bewilligt werden kann, über den Freigrenzebe­trag von 10 Reichsmark Hartgeld hinaus 60 Mark monatlich betragen. Er wird höchstens für drei Mo­nate bewilligt.

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Der Internat. Verband für Wohnungs­wesen unb Otäbtebau hielt seine Gene­ralversammlung in Brüssel ab. Oberbürger­meister Dr. StröIin (Stuttgart) würbe für bie nächsten brei Jahre zum Präsidenten bestellt. Der Geschäftsführenbe Präsident des Deutschen Ge­meindetages, Dr. I e s e r i ch , unb Oberbürgermeister Dr. Str 0 Iin würben vom König ber Bel- g i e r in Aubienz empfangen.

In einer Denkschrift an die Erste Kammer ber Generalstaaten stellt ber holländische Außenminister Patijn fest, daß bie nieberlänbische Regierung nicht beabsichtige, biplomatische Be­ziehungen zur Sowjetunion aufzuneh­men, da zwischen der Regierung der Sowjetunion unb der umstürzlerischen Dritten Internationale enge Bande beständen unb bie Sowjetunion bie alten nieberlänbischen Forderungen an Rußland einseitig für nichtig erklärt habe.

Kunst und Wissenschaft.

Frankfurt ehrt Schopenhauer.

Mehr als ein Drittel seines Lebens hat Scho­penhauer in Frankfurt a. M. gelebt, auf Dem Frankfurter Hauptfriedhof ist er begraben. So hat die Stadt allen Grund, ihn zu feinem 15 0. G e - burtstage am 22. Februar zu ehren. Am 19. Februar werden die Stadt Frankfurt und bie Freunbe bes Philosophen an seinem Grabe Kränze ber Stadt, der Schopenhauer-Gesellschaft und des Tierschutzoereins, der ben großen Tierfreunb in ihm ehrt, nieberlegen. Das Schopenhauer-Archiv hat seine Schätze zu einer Ausstellung hergegeben. Neben ganz persönlichen Dokumenten wie Schreib­zeug, Flöte, Rasiermesser unb Eßbesteck sieht man Schopenhauers Testament, Briefe, Manuskripte. Alle Erstausgaben sind zusammengetragen, sowie alle Ausgaben überhaupt, bie in Deutschland er­schienen sind.