Ausgabe 
19.1.1938
 
Einzelbild herunterladen

*e eine Mtes

cht, ent- i» zu dem ge getre- i als ab« echen (ei, t an bet

^wGn ftur die. verdanken, Das Ur= Q!e von

230 RM. der Frei, gshaft als l sofort an.

Unb Rt ^ohn.

Umsicht 1 Dber. r ober gelebt

.kintn seine Strafe 15 seine l- einen N die ° b-an- "einheit 'denver- ^iostan. alle der treue in

M.

Hinsicht y. mit M'St. das Te. irten Au. er dielen

ger ans

tfchande so- Gesamt- eun Mo« der Unten [ mit Rück- trüber hin- enrechte auf

vorbestraft inen zwei ptverhand- - chkeit statt, des Lnge- Öanblungen lindern Te« lit Rücksicht at und sein - siche Strass.

habe nur te in aller

itte M wie iefrn wegen oerantwor- mber 1937 i und wollte labei wußte rnden Rad> Angeklagten sich der A- tischer iform

ückhalten, die ius der Stelle

nicht in Güte )U halten und

tt seine Faust Dame stünde pitän 3anten rte Frauvor chützen, dann

L dadurch, er sich ®a5 maestüw nach n än »* itan», d°b Mn »rei 6® X können, brache wieder

isi

Lor acht er'. " Uauen

« weil fie rr ,W 6»raue

. Stimme

^urfadlte- rn Tt atemlos

lose 'S*

,6 ersaßt' habens guch Ä-5'L K»" in d>e 'lallt und fa9ejn ein* hi^lind oet' * um

einige Belehrungen zuzurusen. Als er sich mit dem Radler auf gleicher Höhe befand, riß er sein Steuer unvermittelt nach rechts, so daß er den Radfahrer streifte. Dieser kam hierdurch zu Fall und zog sich kleinere Verletzungen zu Obwohl der Angeklagte dies genau beobachtet hatte, hielt er es nicht für nötig, sich um den Verletzten zu bemühen, sondern setzte in unvermindertem Tempo seine Fahrt fort, um sich der Bestrafung zu entziehen. In der Haupt­verhandlung machte er geltend, er sei durch andere Verkehrsteilnehmer gezwungen gewesen, sehr dicht an dem Radfahrer vorbeizufahren, so daß er den Unfall nicht habe verhüten können. Durch die Be­weisaufnahme wurde aber eindeutig festgestellt, daß sich außer den beiden keine anderen Verkehrsteilneh. mer auf der Straße befanden. Das Gericht kam da­her zur Bejahung der Schuldfrage und verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von 3 0 Tagen.

Aus der engeren Heimat.

Amtseinführung des Behördenleiters am Amtsgericht Ulrichstein.

Am gestrigen Dienstag wurde der neuernannte dienstaufsichtführende Richter des Amtsgerichts Ul­richstein, Amtsgerichtsrat Harnisch, durch den Landgerichtspräsidenten T h ü r e aus Gießen feier­lich in sein Amt eingeführt. An der Feier, die in dem würdig geschmückten Saale des Amtsge­richts Ulrich st ein stattfand, nahmen 'neben den Beamten und Angestellten des Amtsgerichts eine Reihe von Ehrengästen aus Behörden sowie aus der Partei und ihren Gliederungen teil, an ihrer Spitze Kreisleiter G ö r n e r aus Büdingen) Regierungsrat Schwan als Vertreter des Kreis­amts Schotten, Oberstaatsanwalt K n a u ß aus Gießen, der Führer der SA.-Standarte 254, Ober­sturmbannführer Hellwig aus Lauterbach, die Kreisbauernführer von Alsfeld und Büdingen, der Bürgermeister und der Ortsgruppenleiter von Ul­richstein und andere.

Landgerichtspräsident Thüre begrüßte zunächst die Gäste und führte dabei aus: Wenn die Reichs- juftizoerwaltung dazu übergegangen fei, die leiten- den Beamten ihrer Gerichte feierlich in ihr Ami einzuweisen und dazu die Vertreter der Bewegung, des Staates und der Gemeinden einzuladen, so soll damit zum Ausdruck gebracht werden, daß die Rechtspflege im Dritten Reich ihr Wirken nicht in Abgeschlossenheit und Überheblichkeit entfalte, sondern in steter und unmittelbarer Fühlung mit dem Volke und den richtungweisenden Kräften des öffentlichen Lebens. Er dankte dem scheidenden Oberamtsrichter Groß für sein zwölfjähriges er­sprießliches Wirken in Ulrichstein und verbreitete sich dann in längeren Ausführungen über die gro­ßen und schönen, abpr auch schwierigen Aufgaben, Die des Richters im nationalsozialistischen Staate harrten, und die er in die Forderungen zusammen- saßte, daß der neue Richter ein Kämpfer Adolf Hitlers und ein Vorbild seiner Gefolgschaft sein möge.

Kreisleiter Görner als nächster Redner stellte heraus, daß es eine der Hauptaufgaben der Justiz sein müßte, Verbindung mit dem Volke zu finden mnd dessen Vertrauen zu gewinnen und wünschte, daß dieses dem neuen Amtsvorstand ebenso ge­lingen möge wie seinem Vorgänger, dem er bei die­ser Gelegenheit auch noch für sein erfolgreiches Wir­ken als Ortsgruppenamtsleiter der NSV. besonders Dankte.

Kreisbauernführer Geiß aus Alsfeld sprach den Wunsch nach einer auch fürderhin gedeihlichen Zu­sammenarbeit zwischen dem Gericht und der Bauern­schaft, insbesondere auf dem Gebiete des Anerben- lechts, zum Segen des Bauerntums aus.

Nach Worten des Dankes an den scheidenden Oberamtsrichter Groß versicherte Justizinspektor Armbrüster im Namen der Beamten und An­gestellten des Amtsgerichts Ulrichstein den neuen Dienstaufsichtsrichter der treuen Mitarbeit und des

Müitecheim Falkenstein.

ßtz NU M

r

'/Mfe

..X.'

NSG. Das Müttererholungsheim Falken st ein im Taunus gewährt seit 1934 j e 60 Müttern einen vierwöchigen Erholungsaufenthalt. In solchen Heimen will die NS.-Volkswohlfahrt die abgewirtschafteten Kräfte kinderreicher und arbeitsamer Mütter erneuern. Wer teilhaben will an den sozialen Taten unserer Zeit, werde Mitglied der NS.-Völkswohlsahrt!

steten Vertrauens aller Berufskameraden und sprach die Bitte aus, daß der neue Amtsoorstand gleich seinem Vorgänger in Kameradschaft, Treue und Vertrauen zu seiner Gefolgschaft stehen möge.

Amtsgerichtsrat H a r n i f ck dankte allen Red­nern für die ihm zu seinem Amtsantritt ausgespro­chenen guten Wünsche und versprach, seine ganze Kraft einzusetzen, um die Aufgaben, die ihm in sei­nem neuen und verantwortungsvollen Amt er­warten, in der rechten Weise lösen zu können.

Mit einem gemeinsamen Gelöbnis der Treue zum Führer schloß Landgerichtspräsident Thüre die schlichte aber eindrucksvolle Feier.

Landkreis Gießen.

O Wieseck, 18. Jan. Die Sängerverei­nigung hielt am Sonntagnachmittag im Vereins­lokalZum kühlen Grund" ihre ordentliche Haupt­versammlung ab. Nach Begrüßung der Mitglieder gedachte der Vereinsführer Otto Langenhagen zunächst der im letzten Jahre verstorbenen Mitglie­der, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Dann gab er einen kurzen Rückblick über das ab- gelaufene Vereinsjahr. Der Verein beteiligte sich am 6. Juni 1937 in Großen-Buseck am Wertüngssingen und konnte dort einen guten Erfolg buchen. Am 11. Juli erfolgte ein Ausflug nach Bad Ems und Stolzenfels, an dem sich 224 Personen beteiligten. Hier dankte der Vereinsführer für die Organisie. rung dieses Ausfluges. Ferner gedachte die Sänger­schar dreier erkrankter Sangesbrüder durch Singen in der Klinik zu Gießen bzw. in der Wohnung. Der Verein war durch ein Mitglied -beim Bundesfeft. in Breslau vertreten. Der Singstundenbesuch war im Durchschnitt des Jahres regelmäßig. Die Sänger­zahl stieg von 26 auf 43 Sänger, ein Zeichen da­für, daß im Verein gute Arbeit geleistet wurde. Die Weihnachts- und Siloesterfeier brachten dem Ver­ein einen sehr guten Erfolg. Somit bedeutet das Jahr 1937 für den Verein ein Erfolgsjahr. Dann folgte der Kassenbericht, der einen kleinen lieber«

schuß aufwies. Die Kasse wurde in Ordnung be­funden, dem Rechner Ernst Scho mb er wurde Entlastung erteilt. Der Vorstand blieb in seiner bis­herigen Zusammensetzung bestehen. In diesem Jahre hält der Verein am 5. Februar einen Maskenball ab. Ferner ist ein Ausflug ngch Braunfels vorge­sehen. Die Beteiligung am Gaufest in Gießen, so­wie die Feier des 25jährigen Dirigenten-Jubiläums von Chormeister PH. Groß, Wieseck, sind die näch­sten größeren Aufgaben des Vereins. Wie alftähr- lick, so wurde auch in diesem Jahre ein ansehn- licyer Betrag für das WHW. gestiftet. Der zweite Vorsitzende würdigte noch die Verdienste des Ver­einsführers Otto Langenhagen, der trotz sei­ner beruflichen Tätigkeit immer auf seinem Posten gestanden habe. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. Dann hielt die Sänger­schar durch Vorträge von Gesangschören ihre in­aktiven Mitglieder noch einige Zeit in froher Stim­mung beisammen.

* Großen-Buseck, 18. Jan. Am Samstag fanden sich die Mitglieder des FC. 19 2 6 Gro­ßen-Buseck zum ersten Dietabend im neuen Jahre ein. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied sprach Dietwart Schwalb über die Wichtigkeit der Dietarbeit. Im Anschluß daran wurden einige neue Lieder gelernt. Dann verstand es der Dietwart an Hand des BuchesVom Kaiserhof zur Reichs­kanzlei" Erinnerungen an die große Zeit der Ent­scheidungen wachzurufen. Man folgte ihm mit ge­spannter Aufmerksamkeit. Gedichtworte großer deut­scher Dichter beschlossen den Abend.

wg. Großen-Buseck, 17. Jan. Der G e - sangverein5) eitertet t-S ängerkra nz" hielt im VereinslokalGermania" seine General­versammlung ab. Vereinsführer L. Wagner ge­dachte einleitend der verstorbenen Sangesbrüder W. Häuser und H. H e n ß. Rechner L. S ch e l d erstattete den Kassenbericht, der einen befriedigenden Stand der Kasse auswies. Die Kasse wurde in Ord­nung befunden. Vereinsoorfitzender Wagner er­

stattete sodann den Jahresbericht. Das vergangene Jahr war für den Verein sehr arbeite» und erfolg­reich. Der Verein wirkte bei elf Veranstaltungen mit. Ein Ereignis war das Wertungssingen des Sängerkreises Gießen (Gruppe III) in Großen- Buseck, an dem sich 20 Vereine beteiligten. Dem Gesamtvorstand wurde Entlastung erteilt. Der Ge- fangsstundenbefuch im vergangenen Jahre war als gut anzusprechen. Die Sangesbrüder Wilhelm Weiß, Wilhelm Pfeiffer, Wilhelm Ste­phan, Ernst Jung, Ludwig Wagner fehl­ten bei keiner Gesangsstunde. Sangesbruder Wil­helm Weiß fehlte in den vergangenen vier Jah­ren nie. Von einem größeren Ausflug wird in die­sem Jahre abgesehen. Der Verein beteiligt sich an der Feier des 75jährigen Bestehens des Gesang­vereinsGermania" Großen-Buseck, außerdem am Gausängerfest in Gießen. Nach Schluß des offiziel­len Teiles der Versammlung blieb man noch einige Stunden bei froher Unterhaltung beisammen.

gfs. Bersrod, 18. Jan. Ueber unsere Kolonien sprach an einem Vortragsabend in der Frauen­schaft Frau Hummel aus Gießen. Sechzig Frauen waren anwesend und bekundeten ihre An­teilnahme an diesem Thema durch lebhaften Beifall. Gemeinsamer Gesang beschloß den interessanten Abend.

gfs. Reiskirchen, 18. Jan. Zur Einweihung des Saales, der im neuen Hitlerheim für un­sere Frauenschaft bestimmt ist, konnten unsere Frauen die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e in ihrer Mitte begrüßen. Frau W r e d e sprachüber die Arbeit im Frauenwerk. Ihre anfeuernden Worte fanden lebhaftes Echo bei allen Hörerinnen, die ge­wiß aufs neue die tiefe Verpflichtung fühlten und sich bewußt wurden, daß jede einzelne an sich ar­beiten muß, um mithelfen zu können in'der Volks- gememschaft.

gfs. Linden st ruth, 18. Januar. In der Frauenschaft fand zum ersten Male nach den Weihnachtsferien ein Vortragsabend statt, an dem Frau Schliephake aus Gießen über gute und schlechte Stofftnuster sprach. Die Vortragende ver­stand es vortrefflich, dieses für die Frauen so in­teressante Thema abwechslungsreich zu gestalten, in­dem sie an praktischen Beispielen die Art der ein­zelnen Muster erklärte, die verschiedenen Farben zeigte und die Verwendungsmöglichkeiten der Stoffe darlegte. Alle Frnuen folgten mit lebhafter Auf­merksamkeit.

gfs. Saasen, 18. Jan. Erziehungsfragen bilden ein Vortragsthema, das unsere Frauen besonders interessiert. Frau Dr. Neumann aus Gießen sprach darüber in der hiesigen Frauenschaft und verstand es, die Aufmerksamkeit der Hörerin­nen zu wecken. Sie schilderte die Pflichten der Mut­ter, in ihrem eigenen täglichen Leben Beispiel und Vorbild zu sein, und sprach von den Eigenschaften, die besonders gefördert werden sollen, um im neuen Staat mitarbeiten zu können in enger Volksverbun­denheit.

T Saasen, 18.Jan. Bei den Holzhauer­arbeiten in den staatlichen Waldungen, wo in diesem Jahre 3000 Festmeter Holz geschlagen wer­den sollen, konnten bis jetzt nur drei Rotten ein­gesetzt werden, während in den letzten Jahren mit­unter fünf, ja sogar sechs Rotten diese Arbeit ver­richteten. Saasen brachte in diesem Jahre nur zwei Rotten, und das zur Försterei Saasen gehörende Lindenstruth nur eine Rotte auf. Die Arbeiten wer­den meist von Kleinbauern ausgeführt. Diese dürf­ten bis zum Beginn ihrer Feldarbeit lohnende Beschäftigung haben.

! Großen-Linden, 17. Januar. Die erste Wanderung des Zweigvereins vom VHC. Hüttenberg" im neuen Jahre führte die Mit­glieder fast alle waren erschienen am Sonn­tag von Großen-Linden über Hörnsheim und Hochelheim in das schöne Kleebachtal. Durch das Tauwetter der letzten Tage war der Kleebach sehr stark angeschwollen und bildete an der Wellers­mühle einen ganz stattlichen Wasserfall. Die Wan­derung war vom schönsten Wetter. begünstigt. In Dornholzhausen wurde eine Kaffeepause eingelegt.

ließ, ist ein wertvoller Diamantentransport der Minerva-Mine von einem unbekannten Täter ge­raubt worden und seitdem spurlos verschwunden!"

Zantens oftmals ausgesprochene Befürchtung, der Teufel werde los fein, wenn die Reifenden etwas von dem Diamantendiebstahl erführen, bewahr­heitete sich nicht; jedenfalls nicht in dem Sinne, in dem er es gemeint hatte. Seine Erklärungen und Antworten auf die bestürzten Fragen der Fahr­gäste, denen er sich schließlich, schweißgebadet und völlig ausgepumpt, unter Vorgabe dienstlicher Ver­pflichtungen kurzerhand entzog, hatten nicht anders gewirkt, als wenn er seinen lieben Schiffsgenossen eröffnet hätte, an Bord fei ein Fall von Beulenpest entdeckt worden. Die Fahrgäste derCatharina" rückten plötzlich ooneinänber ab, als befürchteten sie, angesteckt zu werden.

Natürlich traute niemand im Ernst Herrn Reve­rend Shmith oder seiner würdigen Gemahlin den Diamantendiebstahl zu. Aber wußten etwa Konsul Barrett oder Herr Scrub genau, was für argwöh­nische Gedanken sich hinter der knochigen Stirn des Reverends verbargen? Und schließlich: Konnte Reve­rend Smith mit voller Sicherheit behaupten, daß Herr Tupper zum Beispiel nicht bei sich dächte: Hol's der Teufel, aber weshalb eigentlich soll es der Reverend nicht gewesen sein? Der Pfad der Gerech­ten ist so schmal, daß man um so eher mal stolpert!

Konsul Barrett stand dick und breit wie in einem Panzerturm von gutem Gewissen da. Er konnte von sich wenigstens beteuern, er habe es nicht nötig, Diamanten zu stehlen; immerhin eine tröstliche Ge­wißheit.

Herr Scrub schien plötzlich um zehn Zentimeter höher gewachsen zu fein, als wolle er sagen: Bitte, ich habe nichts zu verbergen! Wenn hier einer eine reine Seele hat, dann bin ich's!

Ach, die Atmosphäre war vergiftet? Die nieder­trächtige Tatsache, daß einer aus der Schar der Rei­senden ein Dieb fein müßte, verpestete die Luft und verwandelte die Kabinen in Isolierzellen einer mo­ralischen Quarantäne, in die man sich aus Furcht vor den schleichenden Keimen des Argwohns und Mißtrauens aller gegen alle flüchtete und verbarg.

Auf dem verödeten Sonnendeck räumte der alte Snyders die Liegestühle zusammen, im Spielzim­mer legte sich der Pantrysternard eine verzwickte Patience, und in der Bar unterzog der Mixer seine Nase kosmetischen Manipulationen. Zum Dinner war der Speisesaal gähnend leer. Die wenigen Gäste, die erschienen, gehörten zu den unbekümmer­ten Gemütern.

Es waren zunächst einmal die drei Händler, die ihren alten Stammplatz in der mittleren Seiten­nische bezogen, Leute, die einen verdächtigenden Blick gleichviel, von welcher Seite durch einen Wurf mit dem Suppenteller beantwortet hätten; Leute, denen man im übrigen ansah, dah sie eine

ließ mit herausfordernd gackelndem Mittelteil den Schauplatz. Ihre gelassene" Ruhe ließ darauf schlie­ßen, daß ihr dieser mißliche Purzelbaum von flimmernder Leinwandhöhe in die erste Reihe des Parketts nicht zum erfteymal widerfuhr...

Herr Tupper starrte ihr wie einem Gespenst mach.Zehn Pfund habe ich diesem diesem Frauenzimmer für ihr Autogramm gegeben!" röchelte er verstört.

Tupper! Mann!" rief der Konsul mit voll­tönender Stimme und legte dem Reisegefährten die Hand auf die Schulter.Sie haben doch nicht etwa im Ernst an das Märchen vom Film geglaubt on so einen durchsichtigen Schwindel, auf den kein Konfirmand hereinfallen konnte?"

Tupper fuhr hoch. Wie von einer Viper gebissen* schnellte er in die Höhe.Herr!" schrie er mit über­schnappender Stimme.Das wagen Sie mir zu sagen? Sie, der Sie fünfzehn Pfund für das Auto­gramm der berühmten Lenox hingelegt haben? Sie, der Sie das Frauenzimmer angehimmelt haben, daß einem vom Zusehen übel werden konnte? Sie, der Sie diesem Weibsbild wie ein liebestoller Kater nachgeschlichen sind?"

Herr!" begehrte der Konsul auf und blähte die Brust und stürzte mit geballten Fäusten auf Tup­per los.

Aber zwei beherzte Männer sprangen dazwischen und trennten die Kampfhähne noch vor Eröffnung der Feindseligkeiten.

In den Tumult hinein jedoch fiel schrill und überdeutlich die quietschende Stimme der Frau Reverend Smith:Sei dem, wie ihm wolle »vas kümmert es mich? Die Frage aber, beren ®e= entwortung noch immer aussteht, ist die: Was lhatten diese beiden Herren in einer fremden Kabine gu suchen?"

Jetzt ist der Salat fertig!" flüsterte Oleffon feinem Nebenmann Humphrey zu.

Zanten schien derselben Meinung zu sein. Er toarf den beiden Unglücksraben Ferguson und Hooten einen vernichtenden Blick zu und fügte sich dann ergebungsooll in sein Schicksal.Ja, meine Damen und Herren", sagte er laut und folgte da- fcei den langsam in den Speisesaal zurück weichenden Fahrgästen,nachdem die Dinge nun einmal so liegen, bleibt mir leider nichts anderes ubng, als Ihnen eine sehr unangenehme Botschaft zu über­mitteln. Um alle weiteren Mißdeutungen zu unter­binden, erkläre ich Ihnen hiermit, daß die Herren Ferguson und Hooten die Kabine des Fraulein Lenox zwar nicht in meinem Auftrag, wohl aber mit meinem Einverständnis durchsucht habem In der gleichen Weise, nur mit etwas mehr Gluck, haben sie das in den letzten Tagen mit allen Kabi­nen getan.. An jenem Tage nämlich", fuhr er mit erhobener Stimme fort, da sich inzwischen der Reisenden eine lebhafte Unruhe bemächtigt hatte und entschiedener Widerspruch laut geworden war, an jenem Tag, als die .Catharina' Kapstadt Der»

kühne Sache zu würdigen wußten und nur einen erfolglosen Dieb mit Verachtung straften.

' Zanten ließ sich durch seinen Ersten Offizier ver­treten. Herr Tweedle trug seit einigen Tagen die mit leichter Schwermut gemischte frohe Erwartung eines Mannes zur Schau, der demnächst die angenehme Pflicht haben wirb, einem reichen Erbonkel bie Augen zuzubrücken. Dr. Wilkens faß mit nachdenk- lichem Gesicht neben ihm.Ach, Tweeble", sagte er umwölkt,wenn ich Sie so ansehe, bann muß ich immer an bie Geschichte von bem berühmten Arzt benfen, ben bie Verwandten eines reichen Jung­gesellen an besten Sterbelager riefen. Der Arzt er­schien, untersuchte den alten Hagestolz lange und gründlich und trat schließlich ernst unter die im Ne­benzimmer versammelten Erben: ,Jch muß Ihnen eine betrübende Mitteilung machen, meine Herr­schaften', sagte er und putzte seine Brille, »machen Sie sich bitte auf das Schlimmste gefaßt: Der Kranke wird wieder gesund!' ..."

Tweedle wurde gelb vor Grimm.Ich verbitte mir Ihre unpassenden Bemerkungen!" zischte er giftig.

Sie haben eigentlich recht", nickte der Doktor.Ich an Ihrer Stelle hätte über diese Geschichte auch nicht gelacht. Obwohl Sie zugeben müssen: Gut ist sie!" Damit rückte er einen Platz weiter herunter und las zur kräftigeren Förderung der Magensäfte die Speisekarte...

Humphrey Timperly, auf einsamem und verlore­nem Posten in der Mitte der schaurig leeren Mittel­tafel, erhielt unerwartete Gesellschaft. Denn dreist und heiter, als sei nichts geschehen, rauschtedie Le­nox" in den Saal und nahm unbekümmert neben ihm Platz. Sie winkte auch den Herren Ferguson und Hooten, die durch die völlige Ergebnislosigkeit ihrer Anstrengungen zu fast gespenstischen Schatten geworden waren, einen unbefangenen Gruß hin­über und bewies damit ein ungewöhnliches Verständ­nis für die so häufig verkannte Tatsache, daß Detek­tive, Polizisten und Gerichtsvollzieher ja schließlich nicht ihrem Privatvergnügen nachjagen, sondern dem harten Zwang der Pflicht dienen.

Ich bedauere die armen Kerle", seufzte sie.Ein scheußliches Pech! Die Diamanten weg die Stel­lung futsch..."

Sie haben ein gutes Herz", bemerkte Humphrey kühl.Wie wäre es, wenn Sie zugunsten dieser armen Teufel wieder einen Wohltätigkeitsabend mit einer Autogrammversteigerung veranstalten wür­den?"

Die Lenox gab ihm einen sanften Rippentriller. Ja, das war noch ein Spaß!" kicherte sie.Die alten Kracher haben sich meinetwegen fast die Beine ausgerissen. Es waren ein paar wundervolle Tage! Ich hab' mich noch niemals in meinem Leben so gut amüsiert ... Und dabei bin ich an dem ganzen Schwindel so unschuldig wie ein neugeborenes Kind!"

Was Sie nicht sagen

Also hören Sie mal zu! In der ersten Stunde an Bord fällt mir ein Buch aus der Hand. Ein kleiner Dicker springt hinzu und hebt es auf. .Brechen Sie sich bloß nichts ab?' sage ich. »Meine Gnädige', sagt er, und bann: »Wir müs­sen uns unbedingt schon mal gesehen haben!' .Vielleicht im Kino?' rate ich. Da schlägt er sich vor die Stirn: .Natürlich? Daß ich nicht gleich darauf kam? Gnädigste sind doch sind doch --?' Sage ich ganz schlicht und einfach: ,Lee Lenox!' Kriegt er Augen wie Veilchen auf But­termilch und stammelt: »Die Lenox! Die große, be­rühmte Lenox!' ,Gott', sage ich bescheiden, .Sie übertreiben, mein Herr! So toll ist es ja nun auch nicht mit meinem Ruhm!' ,Was?!' meint er, fast beleidigt. ,Das sagen Sie, ein Stern erster Größe?'."

Der Doktor hob sein Glas.Mundus vult de- cipi! meinte er und verkniff sich das Lachen.

Die Welt will betrogen fein!"

Für ein neugeborenes Kind haben Sie aber die Rolle so verdammt gut durchgehalten, als ob Sie sich schon ein paarmal darin geübt hätten!" grinste Humphrey.

Es war mein erstes Auftreten als Filmdiva" bekannte dasFleißige Lieschen" freimütig.Sonst hab' ich immer auf .Russische Gräfin' gemacht."

Sprechen Sie denn Russisch?"

Nur einige Worte und ich glaube, nicht die feinsten", seufzte Fräulein Lenox. ,/unb dabei wars ein russischer Fürst, der sie mir beigebracht hat. Aber er mar schrecklich eifersüchtig."

Aha!" bemerkte der Doktor verständnisvoll ...

Im Hintergrund hatte Martini an einem von Kübelpalmen halb verdeckten Tisch Platz genom­men. Die düsteren Blicke Humphreys und der De­tektive erreichten dort nur seine Lackschuhe. Es mar der Tisch, den sonst das junge Ehepaar Temple be­vorzugt hatte. Die Hochzeitsreisenden mären mohl die einzigen Gäste an Bord, die das freiwillige Exil nicht allzu bitter empfanden; sie besaßen außerdem ein Koffergrammophon.

Tweedle hatte, in der Hoffnung, der Hunger und die Einsamkeit könnten doch noch einige der Schiffs­gäste herbeilocken, den Oberstemard anqeroiefen, das Servieren ein menig hinauszuzögern. Als er schließ­lich seine Ermartungen enttäuscht sah und das Zeichen zum Aufträgen gab, verließ Martini plötz­lich seinen Tisck) und eilte quer durch den Saal zu der kleinen Seitentür des Bootsganges, hinter deren Glasfüllung er Carola entdeckt hatte, die mahrfcheinlich, als sie die Leere bemelrtte, es vor­zog, auf das Dinner zu verzichten.

Er rief ihren Namen aber sie hörte nicht und entfernte sich so rasch, daß er sie erst auf der Treppe einholte.Sie laufen ja mie auf der Flucht!" sagte er etroas atemlos.Vor mein? Vor was?"

Sie stützte sich rücklings auf das Geländer. Ihr Atem ging kurz und schnell. Sie antwortete ihm nicht.

(Fortsetzung folgt.)

i

5

r t

3 i

rt r e z 3 i.

n

t.

n n. st, n ;e b

n ii

n ie

i)

b rt» n

?r ;e

>9 5

9t >r r» I» :e n ?r ie n, ?r ?r id

)5 ie n p

n r»

r f-