Ausgabe 
19.1.1938
 
Einzelbild herunterladen

ZfelEINLAtoto.

\X^LZ£R

IHittrood) io.3anuar1958

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für OberWen)

Ilr.b5 Zweites Blatt

Aus dem Reiche der Krau

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MO DE ZB1C HNERS

=

Gr5mm^billige^Wttsch7ftsäpfe %n"^ältjÄcs besondere Freude. Man kann z. B. Püpp-

p

schwe- Onkel

nadim.

ifs statt

328 D_

benen:

T.

^Kleine Mädel sind ja meist Puppenmütter Da macht sicher etwas Selbsta^edachtes und -ange-

!lm Lange lrnst Blum, r die Bilder: ans Thyriot; n. Anzeigen» n Inhalt der 37: 11000. itätsdruckerei ^natsbezugs» lUstellgebühr, nzelverkaufs» )\; mit der

ptember 1937

Angebrannt e .S uppen können wir manch­mal retten durch Mitkochen von Lorbeerblättern. Sie nehmen den alle gute Laune schon von weitem verscheuchenden Geruch ganz gut fort. Natürlich geht das nur bei Suppen, wo der Lorbeer-Geschmack hinein paßt.

Rührei zu vermehren. Wer ißt nicht gern Rührei? Mutter würde es öfter auf den Tisth brin­gen, wenn man dazu nur nicht so viele Eier neh­men müßte! Darum will ich einGeheimnis" ver­raten, das mir früher eine liebe Freundin vom Land mitteilte, die alle Bekannten wegen ihrer gut legenden Hühner" bewunderten, weil sie jedem der kam, Rührei mit Salat, Speck oder Schinken auftischte. Sie nahm für jede Person zwei Löffel Wasser, ein Löffel ganz gute Haferflocken und weichte sie um die Kaffeezeit ein, wenn es zum Nachtessen Rührei geben sollte. Es dürfen j a keine harten, stachligen Flocken sein. Eine halbe Stunde vor dem Essen kommt Salz und für jeden Esser ein Ei dazu und nach der halben Stunde wird das Rührei fertig gemacht. Wer dies ohne Mißtrauen ißt, merkt nichts.

W

Sempera. Zentimeter,

Nt Tempe- Zeniimeter,

^neetreiben he 21 Zentn

chen aus Stoff oder buntem Seidenpapier falten. Der Kopf ist eine kleine, festgedrehte Kugel, die man mit einem Faden abbindet. Arme und Beme bestehen aus umwickeltem feinem Draht, das Röck­chen muß natürlich eine Krinoline fein. Dann ^er­den Paketknebel eingekerbt und ein wenig bemalt, so daß ein Kopf entsteht. In Schulterhöhe durch­bohrt man sie vorsichtig, zieht durch das Loch einen feinen Draht, an dem man rechts und links ein Stück Streichholz als Arme befestigt. Das Püpp­chen klebt man auf eine kleine runde Pappe'oder einen Holzknopf. Bei einiger Geschicklichkeit kann man versuchen, die täglichen Freunde, die Gemüse­frau mit dem Umschlagetuch, den Eismann oder den Schutzmann an der Ecke nachzubllden.

Jungen sind für jede Art von Kriegsspiel dank­bar. Aber auch das wird manchmal in der Kranke heit langweilig^ und außerdem verstehen die Mütter ja doch nichts davon, fassen womöglich plötzlich mit der Hand in die vorderste Linie. Machen wir also einmal unseren kleinen Patienten zum Gutsherrn. Die Tiere muß er natürlich selbst herstellen, etwa aus kleinen Holzstöcken oder Korken mit weißer Watte umklebt und vier Streichholzbeinen entstehen wollige Schafe. Zusammengeklebte Weinkorken mit großen Ohren aus Abfall von Handsch.uhleder, auf Streichholzbeinen stehend, werden in Schweine ver­wandelt. Bäume kann man bekanntlich in den ver­schiedensten Arten aus Stäbchen, aus einen Holz­knopf geleimt und oben mit grünen Papierschnitzeln beklebt, herstellen. Giraffen sind besonders lustig aus Zeitungspapier und Bast zu drehen. So kann der ganze Zoologische Garten entstehen.

Auch das Schattentheater eignet sich immer zur Unterhaltung im Krankenzimmer. Die Bühne mit Vorhang ist' herrlich selbst zu kleben. Mit Ankleide­puppen'und Schattenbildern kann man dann die schönen Märchen oder gar selbsterdachte Stücke auf- führen. Bei solchen lustigen Dingen muß man lachen und gesund werden, und das ist die Hauptsache. p*

Unter dem MottoTanz im Fasching! zeigen wir Faschingskostüme für 1938.

Das KostümC s a r d a s" besteht aus plissierter, weißer Gaze, über das eine Jacke aus blanker, weißer Seide getragen wird, dessen Appli­kationen in r o t - w e i ß - s i l b e r gehalten sind^ Diesen Farben entsprechen auch der Kopfputz aus Blumen und silbernen Aehren, sowie die langen Seidenbänder. Die Schürze ist silbergrauer Taft mit Applikationen m den entsprechenden Tonen. Stie­fel: silber.

DasT ang o" - Kostüm ist aus s ch w e f e l g e l- bem Seid en samt und schwarzem, grobmaschi­

gem Tüll. Aus Tüll sind auch M a n t i l l a , cher und Handschuhe. Die Blumenranken sind aus schwarzer Seide.

Aus Taft in blau (Rock), rot (Taille), gelb (Schürze) und weiß (Weste) ist das Kostüm R h e i n l ä n d e r". Die Seidenbander an Schürze und Hut sind schwarz, die Streifen auf Mieder und Schürze bunt. ,

Aus weißem Tüll ist das "Falzer - Kleid über einem Unterkleid aus rosa Taft. Aus rosa Pailletten sind die Kränze mit den rosa Seidenschleifen Der Hut ist ebenfalls aus Tüll. H.

Unsere Ernährung im Zanuar

Von Dr. Wolfgang Clauß

Die deutsche Ernährüngslage hat sich in den letz-^ ten Wochen nicht wesentlich geändert. Der Küchen­zettel der deutschen Hausfrau wird also im großen und ganzen im Januar nicht viel anders aussehen als im Dezember. Das entbindet die deutsche Haus­frau jedoch nicht von der Verpflichtung, sich auch im Januar bei der Führung ihres Haushaltes im­mer wieder Rechenschaft darüber zu geben, ob ihr Verhalten den Erfordernissen der deutschen Volks­wirtschaft entspricht oder nicht. Grundlage un- serer Ernährung muß auch weiterhin in erster Linie die Kartoffel sein. Sie muß es sogar in noch stärkerem Maße werden als bisher. Dies ist ins­besondere deshalb möglich, weil es sich inzwischen herausgestellt hat, daß die deutsche Kartosfelernte nicht nur, wie bisher erwartet, 52 Millionen Ton­nen, sondern sogar mehr als 55 Mill. Tonnen in diesem Jahr ergeben hat. Volkswirtschaftlich erfor­derlich ist der verstärkte 'Einsatz der Kartoffel bei der Ernährung vor allem aber, um den Verbrauch an Brotgetreide sparsamer zu gestalten. In den ersten neun Monaten des Jahres 1937 ist nämlich, wie sich jetzt herausgestellt hat, der Ver­brauch bei Roggenmehl um 1,7 v. H., bei Weizen­mehl sogar um 7,7 v. H. gestiegen. Eine weitere Steigerung des Verbrauchs an Roggen- und Wei­zenmehl ist im Hinblick auf die geringe Brot­getreideernte des Jahres 1937, die bekanntlich in­folge der Auswinterungsschäden im Winter 1936'37 uni 650 000 Tonnen hinter der Ernte des Jahres 1936 zurückblieb, volkswirtschaftlich nicht erwünscht. Kein landwirtschaftliches Erzeugnis ist aber so be­rufen wie gerade die Kartoffel, an die Stelle von

Das hilfreiche Glyzerin.

Und andere Tips für die Hausfrau.

Haben Sie eine Flasche Glyzerin in Ihrer Haus­apotheke stehen oder noch besser gleich neben der Seifenablage in der Küche und am Waschbecken im Badezimmer?

Jede Hausfrau, die in ihrer Wirtschaft selbst mit zupacken muß und die nicht darauf achten kann, ihre Hände zu schonen, weil sie vielleicht abends eingeladen ist,' sollte so ein Fläschchen dieses prak­tischen, nicht teuren und wirksamen Handpflege­mittels bereit halten.

Die richtige Behandlung ist natürlich entscheidend. So darf man niemals unverdünntes Glyzerin auf die trockene Haut bringen. Das Glyzerin nimmt zu viel Feuchtigkeit aus der Haut und schädigt da­durch. Deshalb mischt man sich am besten Glyze­rin, indem man auf ungefähr 100 Gramm drei Eßlöffel Wasser oder zwei Löffel Wasser und ein Löffel Kölnisch Wasser nimmt und alles gut durch­schüttelt.

Glyzerin ist aber auch ein ebenso unerläßliches Mittel zur Pflege für Gummisachen, also etwa die Badekappe, die Ueberschuhe, die nach dem Säu­bern, mit Glyzerin eingerieben, besser halten und auch einen schönen Glanz bekommen. Auch die Lack­schuhe werden vorteilhaft mit Glyzerin eingerieben, nachdem man sie sofort nach dem Ausziehen auf die Leisten gespannt hat. Bei ihnen soll man das Glyzerin möglichst erst kurz vor dem Gebrauch wie­der mit einem weichen Lappen abwischen, da es so vor dem gefürchteten Brüchigwerden schützt.

Wer bei Handschuhen und Wollsachen Sorge vor demEingehen" hckt, soll auch dazu Glyzerin be­nutzen. Waschlederne Handschuhe werden ja be­kanntlich nicht in reinem Wasser gespült, sondern in einer sauberen leichten Seifenlauge. Noch wirk­samer ist es, wenn man einige Löffel Glyzerin in das Spülwasser gibt.

Frühjahrsmode - farbenfroh.

Was gibt es Neues ?

Im kommenden Frühjahr, für das die Beklei­dungsindustrie bereits vorgesorgt hat, wie eine große Modeausstellung der Adesa (Arbeitsgemein­schaft deutsch-arischer Fabrikanten) beweist, werden frohe Farben das Auge erfreuen. Es sind eine Reihe neuer Töne und Tönungen geschaf­fen worden, die sehr kleidsam sind. Rost- und Zimt- farben, neue Schattierungen in Blau und in Braun, eigenartige gelbe Töne bereichern die Palette

Mit vielen neuen Mantelmodeilen tritt die Modeindustrie auf den Plan; besonders reichhaltig vertreten sind Sport- und Laufmäntel, und unter ihnen überwiegen bei weitem die tarierten Stoffe. Klein und großkariert, Karos in den verschiedenen Schattierungen eines oder zweier Töne und sehr bunte Schot'tenkaros wird man zu sehen bekommen. Auch neue Formen wie den Gigger, einen losen Mantel mit gerader breiter Schulterpasse, der sich nach unten verengt. Die schützenden Regen­capes aus gummierter Seide und anderen wasser­dichten Stoffen werden immer beliebter. Man schmückt sie mit farblich abstechenden Garnituren wie Revers, Aufschlägen usw. Die Nachmittags­mäntel, vielfach in den erwähnten neuen Farb­tönen neben! dem klassischen schwarzen Georgette, werden aus weichen Unistoffen, vielfach mit Mo- . hair- und Noppeneffekten hergestellt. Sie sind meist mit ganz schmalen Gürteln zusammengefaßt und stoßen an der vorderen Kante gerade nur zu­sammen.

Das Vormittagskleid hält an der sport­lichen Note fest, mit kurzen, geraden, durch Laufe falten geweiteten Röcken. Vielfach wird die ©trenne durch Boleroeffekte oder kleine Capes aufgelockert. Das mit Recht so beliebte C o m p l e t tritt in zwei Formen auf. Als Rockkomplet mit Rock, farbiger Bluse und kurzer, vorn zusammenstoßender Jacke und als Kleidkomplet, das meist in zwei aufein­ander abgestimmten Farben gehalten ist. Die Vor­derteile des Kleides sind vielfach hochgeführt und zu Kragenwirkungen verarbeitet Sehr beliebt ist Kur- belsti'ckerei oder Soutachegarnierung-, ebenso reiche Biesennäherei. Die meist' dreiviertellangen Jacken dieser Rockkomplets fallen offen und lose.

Das Nachmittagskleid liebt-map mit einem engen, gradlinigen Kasak auszustatten zu einem Plissee- oder Tollfaltenrock. Einfarbige Nachmittags­kleider haben schräggeschnittene Taillen, wodurch ein besonders guter Sitz und interessante Faltenrasiun- gen möglich werden. Eine sehr reizvolle Neuheit für den Sommer bilden die schlanken, engen Män­tel aus Madeirastickerei-Stoffen. Sie lassen ein meist in starken Farben leuchtendes, geblumtes oder aus Blumenstreifen-Stoff gefertigtes Kleid durch­schimmern.

Als Garnierung sieht man viel Reißver­schlüsse, farbige Paspeln, Stickerei aus Wolle und Seide-, Applikationen aus Tuch, Leder oder Samt. Die Hüte mäßigen etwas die bizarren For­men, wie sie der Winter zeigte, streben aber immer noch Originalität an. D. S.

Kartoffelspätzle mit Apfelsch a u m : 500 ©ramm g-koch't- Sartoffetn »erben gerieberu mit einer Prise Salz, einem Eigelb, einer Tasst Milch unb fo viel Mehl vermischt, baß ein ziemlich fester Teig entsteht, ber gut durchgearbeitet wirb Mit einem Lössel sticht man Herne Me ab. ch- in Salzwasser gekocht werden. Apfelschaum. 500

A il!u.

i. auf, m9Qni ,QuNein 'Ö; 'M"; ?le,$Ott. ""reich 5ll

Banners. °«r Lust. ? °us bern

Dech- ? 1« uns unb res ®rtttr

Kolli, [R läge,8,' N'ed-r um

5,8 * yimum J1 T'eje am 1PUqt: mor= > Stunden.

HrWichleit fördert die Genesung

Wie beschäftige ich mein trantesKind?

Wann darf ich endlich aufstehen?" Welche Mut­ter kennt nicht diese Frage, die an jedem Tag wohl unzählige Male gestellt wird, weil die Stunden gar fo quälend langsam dahinschleichen. Da hilft also nur Mutters gute Laune und ihre Geschicklichkeit, Langeweile und Trübsinn zu verscheuchen, denn Frohsinn fördert am besten die Genesung

Aber jedes Spiel ist von vornherein verdorben, wenn man keine feste Unterlage haü Alle Zutaten verkrümeln sich in der Bettdecke, Schere, Klebstoff oder Aehnliches richten Unheil an und verärgern Mutter und Kind Da ist das sogenannte Bett- Tischchen, das mit seinen kurzen Beinen aus der Decke steht und auf dem man vorzüglich essen und Spielen kann, der Helfer in der Not. Jede kin­derreiche Familie sollte es für vorkommende Krank heitsfälle im Haufe haben. Man kann es sogar leicht selbst Herstellen, indem man em altes Brett lustig anstreicht und an den vier Ecken mit großen oder' doppelt aufeinandergeleimten Garnrollen ver- fleBaim kommt bie große Frage, welches Spiel? Spielsachen, bie im Kinderschrank stehen unb b,e man ieif langem kennt, scheiben meist von vornher- ein aus. Etwas Neues sorgt gleich für gute Stim­mung. Außerdem dürfen ja bei ansteckenden Kin­derkrankheiten diese Spiele sowieso nicht benutzt werden. Darum sollte sich jede Mutter eilte kleine Sammelkiste anlegen, in der allerlei unscheinbare und wertlose Dinge wie Paketknebel, buntes Seiden­papier, kleine Holzknöpfe, Stäbchen usw. ausoe- wahrt werden. Aus diesen Sachen lassen sich mit etwas Phantasie die nettesten Ueberraschungen her-

in ein mit Mehl bestreutes Mundtuch, das man lose zusammenknotet. Das gefüllte Mundtuch hängt man an einen Holzlöffel, den man quer über einen Topf mit kochendem Salzwasser hängt, so daß der Kloß im Wasser schwimmt. Man läßt das Gericht anderthalb Stunden kochen und reicht dazu ent­weder Fruchttunke oder Obstmus, wie Apfel- oder Quittenmus.

Warmer K a r^t o f f e l s a l a t: 500 Gramm geschälte, vom Kerngehäuse befreite, in Würfel ge­schnittene Aepfel (billige Sorte) vermischt man mit zwei gewiegten Zwiebeln, einer würflig ge­schnittenen Salzgurke, Salz, Pfeffer, Zucker nach Geschmack, gießt vier Löffel erwärmten Essig dar­über, sowie zwei Löffel erwärmtes Schweine- oder Gänseschmalz. Zum Schluß mischt man 1 Kilogramm noch heiße, geschälte unb' in Scheiben geschnittene Pellkartoffeln darunter.

entkernt, in Stücke geschnitten, mit wenig Wasser, etwas Vanillezucker und Zucker nach Geschmack ge­kocht, mit einem Löffel Rum gewürzt. Dann ab­kühlen lassen, etwa eine halbe Stunde schlagen und Eischnee (von den Spätzle übrig geblieben) unter­ziehen. Das Obst wird bergartig auf einer Schüssel angerichtet und mit den Kartoffelspätzle umkränzt.

Großer Kartoffelkloß mit Obst. Ein altbackenes Weißbrötchen wird würflig geschnitten und in etwas Fett geröstet. 750 Gramm geschälte Kartoffeln kocht man in Salzwasser weich, gießt das Wasser ab (zu Suppe verwenden), zerquetscht .die Kartoffeln, fügt einig/Löffel heiße Milch und so viel Grieß (auch Maisgrieß läßt sich dazu ver­wenden) hinzu, daß ein nicht zu loser Teig entsteht, den man gut durcharbeitek und eine Stunde ruhen läßt. Dann gibt man ein ganzes Ei, sowie die ge­rösteten Semmelwürfel zu dem Brei und füllt ihn

<a Stütze lür

SeSSs

Qjiners^WJ

20-^liete!

3.0r^rt

i

I S<N'k Berlik

Mus- t^iier- '-fe.

Brot zu treten.

Ebenso wird das Kartoffelmehl in vielen Füllen an die Stelle von Roggen- und vor allem Weizenmehl treten können Insbesondere gilt es, beim Verbrauch an Weizenmehl eine weitere Stei­gerung zu verhindern. Es ist zwar eine weit vor. breitete Erscheinung, daß jede wirtschaftliche Be­lebung über die damit verbundene Erhöhung der Kaufkraft zu- einer Steigerung des Verbrauchs an Weizenqebäck führt. Deutschland kann sich dies _ aber nicht leisten. Nur etwa 30 v. H. des deutschen Bodens können als gut bezeichnet werden. Das be­deutet mit anderen Worten, daß es in/ Deutschland nicht möglich ist, die Weizenerzeugung beliebig zu steigern. Wir können wohl die Erzeugung bei an­deren landwirtschaftlichen Produkten im Rahmen­der Erzeugungsschlacht erhöhen, beim Weizen sind uns jedoch' von der Natur durch die Kargheit des deutschen Bodens und auch durch die klimatischen Verhältnisse enge Grenzen gezogen Steigender Weizenverbrauch in Deutschland ist also gleichbedeu­tend mit einer Erhöhung der Abhängigkeit Deutschlands in seiner Nahrungsmittelversorgung vom Ausland. Der Verbrauch an Welzen- qebäck und Weizenbrot sollte deshalb nach Möglichkeit nicht nur keine weitere Steigerung er­fahren, sondern sogar eingeschränkt werden.

Auf dem Fleischgebiet haben sich die Forderungen der Volkswirtschaft an den Haushaltsverbraua) m den letzten Wochen nicht verändert. Es muß ledig­lich mit größerem.Nachdruck yuf eme Verminderung des Verbrauchs von Schweinefleisch hm- gewirkt werden, um dadurch die Reservebildung an Schweinefleisch für die im Sommer und Herbst 1938 zu erwartende Schweinefleischverknappung zu fördern. Je mehr wir uns jetzt freiwillig beim Ver- zehr von Schweinefleisch Beschränkungen auserle- gen, um so geringer wird die Lücke sein, die vor allem im Herbst 1938 zwischen Nachfrage und An­gebot zu erwarten ist. Zur Deckung des Eiweiß­bedarfes, der durch Verminderung des Schweme- fleischverbrauchs nicht befriedigt wird, kann wieder, um insbesondere auf einen v e r st a r k t en Ver - zehr von Fischen, Milcheiweiß, insbesondere in Form von Q u a r g verwiesen werden Nachdem der Weihnachts- und Silvesterkarpfen tn den Fest­tagen dem Fischoerbrauch -der Haushaltungen das Gepräge gegeben chat, werden nunmehr die Massen­fische, d h. vor allem die Seefische, wieder m >hr Recht treten. Im Januarxsind auf Grund der Ver- forqunqslage vor allem zu empfehlen. Salz­heringe, Seelachs und K a b e I j oin.

Der Winter bringt naturgemäß eine Verminde­rung des Angebotes an Gemüse vor allem bezüg­lich der Zahl der zur Verfügung stehenden Gemuse- arten mit sich. Die deutsche Scholle ist ,edoch auch ieüt in der Lage, diejenigen Gemusemengen, die im Rahmen der aus gesundheitlichen Gründen zweck­mäßigen gemischten Kost erwünscht sind, zur Ver- füauna zu stellen Die deut che Hausfrau sollte da- bei ihr Augenmerk in den nächsten Wochen vor allem auf den Wirsingkohl, den G r u n k o h l und die K o h l r ü b e n dichten. Aber auch die an deren Wintergemüse, insbesondere. Mischer Kops­kohl und Karotten stehen m ausreichenderM.nge bereit, obwohl hier eine (Steigerung des Vero.au Hs "^ch"Soo7 auch wieder W-N a^ eine Verminderung des Verbrauchs an Butter, Schmalz, Speck, Margarine, Speiseöl, kurz an allen Fetten gelegt werden. Nach der durch dieAiier- taae eingetretenen Schmälerung des Geldbeutels wird gerade dieses volkswirtschaftliche Erfordernis in diesen Wochen bei den Hausfrauen em oesonders mittiges" Ohr finden. Um diese Fettemtparung zu "İrn ist "wiederum wie in ^n "n«ten auf den verstärkten Berzebr M ° r m e t a d c insbesondere verbilligter Marmelade und «unft- au* weiteren bei den Eiern geboten, bei denen die Produktion jahreszeitlich noch immer gering ist oie ^rooumuH rn, o produktionshemmend

S Rindfleisch Hammelfleisch, Kalbfleisch, G llge? Erbsen Änen, Linsen. Aepseln Voll­milch T-igwaren. Honig. Kakao und Zucker ge- stattet die Versorgungslage auch weiterhin einen gleichbleibenden Verbrauch.