Oie Assyrer im Irak. Gioja-inowiisch besucht die deutsche Wehrmacht.
Von unserem A.Gch.-Äenchtechatter. ' ’ ‘ 1 1 ’ 1
Nachdruck verboten!
Bagdad, Dezember 1937.
Genf erklärte sich im Herbst außerstande, die Assyrer-Frage zu lösen, die er vier Jahre lang behandelt hatte, und bewies damit erneut seine Unfähigkeit in der Lösung brennender Minderheits- fragen. Das assyrische Problem ist also wieder au demselben Punkt angelangt, wo es vor gut vier Jahren begonnen hatte. Lord Cranborne, Englands Vertreter beim Völkerbund, erledigte die Assyrer-Frage mit folgenden Worten: „Die Regierung Großbritanniens bedauert, daß der Völkerbund keine Lösung der Assyrer-Frage hat finden können, das liegt daran, daß die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der modernen Welt ein unüberwindliches Hindernis darstellen, die eine Massen - Emigration der Assyrer aus dem Irak und deren Ansiedlung in anderen Ländern unmöglich macht." Die Genfer Liga empfiehlt der irakischen Regierung nunmehr, die Assyrer als einen Teil des irakischen Volkes fest im Irak anzusiedeln und sie so mit zu irakischen Staatsbürgern zu machen. England selbst erklärt sich bereit, aus Staatsmitteln einen großen Teil der benötigten Kosten für die Ansiedlungen beizusteuern."
Die Assyrer sollen sich jetzt also in das irakische Staatswesen einfügen und einleben. Das ist keine neue Idee, sondern genau das, was die irakische Regierung schon vor Jahren wollte. Hätte man von Anbeginn an die assyrische Frage in etwas delikaterer Weise behandelt, so wäre vor allen Dingen das große Unglück, das über die Assyrer im Äahre 1933 hereinbrach, und das mit einem furchtbaren Massaker unter ihnen endete, vermieden worden — und die Genfer Liga hätte sich vier Jahre fruchtloser Arbeit sparen können.
In der Hauptsache war es England, das während des Weltkrieges alle arabischen Gebiete „politisch durchdrang". Sein tüchtigster Helfer war der berühmte Oberst Lawrence. Durch ihn und andere Mittelsmänner ließ England den Völkern der arabischen Halbinsel die „Freiheits-Idee" einimpfen, um sie gegen den damaligen Beherrscher dieser Gebiete, die Türkei, zu verwenden. Das ist zum großen Teil auch gelungen, und die Araber tonnten als Mitkämpfer auf Seiten der Alliierten das Kriegsglück für England günstig gestalten. Das Versprechen aber, den Arabern für die Waffenhilfe die Unabhängigkeit und Freiheit zu geben, hat England seit dem Kriegsende viel Sorge gemacht. Es ist kein Geheimnis, wenn man verrät, daß Lawrence selbst es mit der Befreiung der Araber von fremdem Joch ernst gemeint hatte. England und Frankreich schufen nach dem Kriege wohl arabische Staaten im arabischen Raum, die sie aber als Mandatsgebiete und wahre Beherrscher sich zllzuschlagen verstanden. Sie gaben den arabischen Völkern eine Schein- Selbständigkeit, mit der die Araber jedoch absolut nicht einverstanden waren.
So wurde Jahr um Jahr in all diesen Gebieten weiter gekämpft, Stämme und Völker empörten sich gegen Engländer und Franzosen. Die arabischen Völker setzten sich auch langsam, Schritt für Schritt, durch. England wurde des ewigen Kriegführens im schwierigen arabischen Raume müde — über 50 Millionen Pfund Sterling jährlich, also fast eine Milliarde Mark, kostete England der Nachkrieg in den arabischen Ländern. Tausende englischer Soldaten und Offiziere verbluteten während des Klein- Krieges im Wüstensand. Und dann gab es England auf. Es bildeten sich die Staaten Saudi- Arabien, Pemen, Transjordanien, Syrien-Libanon, Palästina und der Irak, die zum Teil heute selbständig sind und zum Teil noch die Freiheit suchen.
Im Irak lebten aber auch die Assyrer, die feit Jahrtausenden in den nördlichen Gebieten des heutigen Iraks, des früheren Mesopotamiens, ansässig sind. Sie waren einstmals die Beherrscher fast des ganzenyarabischen Raumes, sie hatten die Babylonier besiegt und ein großes Kaiserreich errichtet, das einige Jahrhunderte überlebte. Das kulturelle Zentrum war die Hauptstadt Ninive, die später von dem Chaldäer-Fürsten Nebukadnezar zerstört wurde. Und bis zur heutigen Zeit haben sich einige zehntausend Assyrer, die keine Araber und außerdem Christen sind, im arabischen Raum erhalten, besonders in Mesopotamien, dem heutigen Irak. Die Assyrer waren immer ein Volk von hoher Kultur, waren hervorragende Soldaten und Kämpfer. Ihrer bediente sich auch England, als es in Mesopotamien und seinem späteren Mandatsgebiet, dem Irak, die nach ihrer versprochenen Freiheit strebenden Araber zu unterdrücken suchte. Auch im neuen Staat Irak bildeten die Assyrer unter Führung englischer Offiziere die Kerntruppe des Mandat-Staates.
Als im Jahre 1932 der Irak nun endlich erreicht hatH, daß das Mandat aufgehoben wurde, um wirklich ein „selbständiger Staat" zu werden — (als äußeres Zeichen dafür trat der Irak in den Völkerbund ein) — verlangte die irakische Regierung unter ihrem ersten König F e i s a l, daß die vorwiegend assyrischen Truppenverbände in a ra- bische Hände übergehen müßten. Das war vom staatspolitischen Standpunkt aus eine berechtigte Forderung Feisals, der selber Araber war und König eines arabischen Staates. Die assyrische Truppe im irakischen Staat konnte zu einer Bedrohung werden. Die Assyrer wollten sich aber von arabischen Offizieren nicht befehligen lassen, und so sah sich die englische Mandatsbehörde, die allmählich den Staatsapparat in die Hände der irakischen Regierung überleitete, gezwungen, die Assyrer kurzerhand aus dem Dien st zu entlassen und ihre Verbände aufzulösen. Ueberrascbend ist nur, daß man den Assyrern die englischen Waffen beließ, mit denen man sie als Soldaten ausgerüstet hatte. Und jetzt entstand das Assyrer-Problem. Die Assyrer verlangten eigene Siedlungsrechte, konnten jedoch keine Einigung mit der irakischen Regierung erzielen, da sie daneben Rechte verlangten,.hie über die der irakischen Staatsbürger hinausgingen.
Eines Tages jedoch verlautete, die Assyrer hätten die Absicht, nach Syrien auszuwandern. Sie wollten versuchen, sich dort anzusiedeln. Zu vielen Tausenden zogen sie über die Grenze des Irak ab in das französische Mandatsgebiet Syrien, nachdem vorher mit Frankreich eine Einigung erzielt worden war. An der syrischen Grenze wurden den Assyrern entsprechend der bestehenden Grenzabkommen sämtliche Waffen und Munition abgenommen: Männer, Frauen und Kinder, über 10 000 an der Zahl, wanderten auf syrisches Gebiet über. Ueberraschend erschienen jedoch eines Tages die Assyrer wieder an der syrisch-irakischen Grenze und wollten wieder in den Irak zurück- kehren. Und jetzt geschah etwas ganz Sonder.
3« der Lustkriegsschule Gatow.
Jüterbog, 18. Ian. (DNB.) Ministerpräsident Stojadinowitsch stattete einigen Einrichtungen der deutschen Wehrmacht einen Besuch ab. Er besichtigte zunächst die L u s t k r i e g s s ch u l e und die Luftkriegsakademie in Gatow. Hier hießen Staatssekretär General der Flieger Milch, der Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Generalleutnant Stump ff, der Kommandeur der Luftkriegsakademie, General der Flieger von Stülp- nagel, und der Kommandeur der Höheren Luftwaffenschule, Generalleutnant Wilberg, den Gast willkommen. Die Führung durch die Anlagen der Luftkriegsschule übernahm deren Kommandeur, Oberst Schulz.
Große Artillerieübung in Jüterbog.
In den Mittagsstunden nahm Ministerpräsident Stojadinowitsch im Beisein der Oberbefehlshaber des Heeres und der Luftwaffe, der Generalobersten Freiherr von Fritsch und Göring, bei der Artillerieschule in Jüterbog an einem von den drei Abteilungen des Artillerie- Lchrregiments und der Beodachtungs- und Lehrabteilung kriegsmäßig durchgeführten Scharfschießen teil. In der Reihe der ihn begleitenden Generalität sah man den Chef des Generalstabes des Heeres, General der Artillerie Beck, den Inspekteur der Artillerie, Generalleutnant Haase, den Chef des Waffenamtes, Professor Dr. h. c. General der Infanterie Liese, und den Chef der Allgemeinen Heeresabteilung im Reichskriegsministerium, Generalleutnant Fromm. Mit größtem Interesse verfolgte der Ministerpräsident bei der Fahrt durch das Gelände an den schnell feuernden leichten und schweren Feldhaubitzen und am Scherenfernrohr die ausgedehnten, in Zusammenarbeit mit Infanterie, Panzerwagen und Fliegern durchgeführten Kampfhandlungen, die ein eindrucksvolles Bild von der außerordentlichen Wendigkeit und der Einsatz- und Feuerkraft der deutsche,! Artillerie vermittelte. Mit allen verfügbaren Kräften, vom leichten Kaliber bis zum schwersten Mörser, wurden die Stellungen des „Feindes" unter dem zusammengefaßten Feuer der angreifenden blauen Partei vernichtet. Die Leitung hatte Generalmajor Brand, während das Schießen selbst vom Artillerie-Lehrregiment unter Leitung von Oberst Tittel durchgeführt wurde.
Bei der Luftwaffe im Fliegerhorst Damm.
Nach einem Frühstück im Offizierskasino der Artillerieschule Jüterbog, bei dem herzlich gehaltene i Tischreden zwischen Generaloberst Freiherrn von Fritsch und dem Ministerpräsidenten Stojadinowitsch gewechselt wurden, stattete der Gast dem Fliegerhorst Damm einen Besuch ab. Auf dem Flugplatz schritt nach Meldung durch den Gruppenkommandeur und Kommandanten des Fliegerhorstes, Major Huth, der Oberbefehlshaber der Luftwaffe mit feinem Gast und in Begleitung des Kommandierenden Generals und Befehlshabers im Wehrkreis 2, General der Flieger Kau- p i s ch, zunächst die Front der Ehrenkompanie ab. In Paradeaufstellung standen auf dem Flugfelde 27 Maschinen der zweiten Gruppe des Jagdgeschwaders „Richthofen". Auch der „Große Dessauer" und der Fieseler-„Storch" hatten sich eingefunden. Man sah auch den Chef des Technischen Amtes im Reichsluftfahrtministerium, Generalmajor Übet, und den Höheren Fliegerkommandeur 2, Generalmajor Grauert. Bald war der ganze Luftraum erfüllt von dem donnernden Gedröhn der einzeln und im Verband einherbrausenden schnittigen Maschinen der Luftwaffe, die in wundervollen Staffelflügen und in Turns und Loopings ein Bild ihrer Leistungsfähigkeit gaben. Auch der „Große Dessauer" zog mit eingezogenem Fahrgestell mehrere Ehrenschleifen, während der Fieseler „Storch", wie ein Drachen dahinschwebend, seine erstaunlichen Flugeigenschaften vorführte. Den Beschluß der eindrucksvollen Besichtigungsfahrt bildeten Besuche bei der Fliegertechnischen Schule Jüterbog, in der der fliegerische Nachwuchs handwerklich vielseitig ausgebildet wird, und in einem großen Zeugamt, wo ganze Hallen mit Motoren, Propellern, Tragflächen und Ersatzteilen aller Arten und Typen gefüllt sind.
*
Während der jugoslawische Ministerpräsident in der Nacht zum Mittwoch die Reichshauptstadt verläßt, um bei Salchau, in der Nähe von Letzlingen (Kreis Gardelegen), an einer Jagd teilzuneh- men^ wird Frau Stojadinowitsch am Mittwochvormittag eine Besichtigung der Einrichtungen des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes vornehmen.
Die deutsche Ho'zeinsuhr.
Ein deutsch-jugoslawischer Forst- und Holzwirtschaftsausschutz.
Vom Reichsforstamt wird mitgeteilt, daß ein deutsch-jugoslawischer forst- und holzwirtschaftlicher Ausschuß eingesetzt worden ist, dem Sachverständige aus Kreisen der Erzeuger, Bearbeiter und Verteiler (Handel) der Forst- und Holzwirtschasten beider Länder angehören. Der Ausschuß soll hauptsächlich den beiden Regierungsausschüfsen aus der Praxis heraus Maßnahmen Vorschlägen, die geeignet sind, die forst- und holzwirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder ständig zu verbessern und zu vertiefen. Der Erkenntnis, daß die Wirtschaftsbeziehungen zwischen zwei Völkern nur auf Gegenseitigkeit beruhen können, soll Durchbruch verschafft und dadurch beiden Teilen schädliche Krisen ausgeschaltet werden. Mit 157,6 Millionen Dinar steht Deutschland in der jugoslawischen Holzausfuhr an dritter Stelle. Es sind zweifellos Voraussetzungen sowohl für eine Produktionssteigerung der jugoslawischen Holzwirtschaft, als auch für einen Ausbau der bisherigen deutschen Holzeinfuhr aus Jugoslawien in weitem Maße gegeben. Die erste Tagung des Ausschusses wird vom 26. bis 29. Januar in Eisenach stattfinden.
Oeutich-jugoslawische preffevereinbarunq.
Berlin, 18. Jan. (DNB.) Der Pressechef der jugoslawischen Regierung, Dr. Lu k o v i t sch, wurde vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. G o e b b e l s , im Beisein von Reichspressechef Dr. Dietrich empfangen. Es bestand volle Einmütigkeit darüber, in noch verstärktem Maße den guten freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Jugoslawien auch in der Presse beider Länder Rechnung zu tragen. Es wurde festgestellt, daß es von großem Nutzen ist, wenn der Nachrichtenaustausch noch mehr intensiviert wird. Insbesondere war man sich darüber einig, daß die Presse es vermeiden solle, Nachrichten ober Artikel zu veröffentlichen, bie die guten Beziehungen zu stören geeignet sinb. Die Presse wirb loyal an einer weiteren Annäherung ber beiben Völker mitwirken, indem sie Verstänbnis für die Lebensnotwendigkeiten des anberen Landes zeigt und ihren Willen zu einer vertrauensvollen Mitarbeit beweist zum Wohle ihrer Länder und zum Besten des allgemeinen Friedens.
ßrniwurf für ein neues Llrlaubsrecht.
bares: die französischen Grenzbehörden gaben den Assyrern ihre volle Ausrüstung: Waffen und Munition beim Grenzübertritt zurück, eine Handlung, die gegen alle Grenzabkommen verstieß. Die Assyrer, denen man in diesem bewaffneten Zustande den Eintritt in den Irak verwehren wollte, überlegten nicht lange, fie griffen bie irakischen Grenzposten an, eroberten einige Polizeistationen, setzten sich selbst darin fest und drangen mit Waffengewalt weiter in den Irak ein. Sie wollten mit Gewalt das erobern, was man ihnen freiwillig nicht gab.
König Feisal war zu dieser Zeit in Europa, fein Sohn Ghazi, der heutige König des Irak, war Regent. Er stand einer unangenehmen Situation gegenüber. Ein Assyrer-Ausstand konnte den Bestand des jungen Staates in ernstliche Gefahr bringen, zumal gleichzeitig bie Surben im Nord- often bes Lanbes revolutionäre Absichten zeigten, ba fie sich ebenfalls nicht ohne weiteres in das neue arabische Staatswesen einfügen wollten. Die Armee bes jungen Staates aber war noch im Aufbau begriffen unb wäre schwerlich in ber Lage gewesen, mit Assyrern unb Kurden fertig zu werden. Die irakische Regierung hätte die Engländer um Waffenhilfe bitten müssen, was ein Beweis dafür gewesen wäre, daß die Iraker noch nicht in der Lage seien, ihr Land zu regieren und zu beherrschen. Ungeahnte Folgen hätten aus einer solchen Situation entstehen können — Verlängerung der Mandatszeit, Wiederaufhebung ber Selbstän- bigteit unb ähnliches.
Nur schnellstes Handeln konnte den irakischen Staat retten. Die einzige Möglichkeit bestand darin, mit größter Schnelligkeit und Härte den Assyrern entgegenzutreten unb sie vernichtend z u schlagen, um somit alle Weiterungen zu verhindern unb auch ben Kurden ein abschreckendes Beispiel zu geben. Gegen den Willen ber beratenden Engländer beauftragte Ghazi im Juli 1933 ben kürzlich ermordeten Generalstabschef B e k r Sibki, ber berzeit Kommandant von Mossul war, gegen bie Assyrer vorzugehen. Bekr Sibki tat das auch gründlich und hat durch die Ausführung des Befehls den Grundstein zu feiner folgenden großen Karriere gelegt. An dem Schulbeispiel der Ässyrer zeigte es sich, wie hart und rücksichtslos er als Soldat fein konnte, und andererseits, was für ein guter Organisator und Soldat er war.
Innerhalb 24 Stunden umzingelte er die über die Grenze eingedrungenen Assyrer, requirierte ämtliche vorhandenen Motorfahrzeuge und warf die sämtlichen verfügbaren Truppenteile den Assyrern entgegen, die völlig eingeschlossen wurden. Don Bagdad aus hätte eine solche militärische Aktion wenigstens drei Tage in Anspruch genommen, dann wäre es vielleicht schon zu spät gewesen. Ohne weitere Befehle von Bagdad abzuwarten, gab Bekr Sibki bereits beim Morgengrauen bes nächsten Tages ben Befehl zum Angriff. Der Be- ehl war unmißverständlich, er lautete, die Assyrer mit jedem Mittel niederzukämpfen. Dann begann das Assyrer-Massaker, bei dem einige tausend Männer, Frauen und Kinder im Laufe eines Tages niedergemetzelt würben.
Der Bestaub des irakischen Staates war durch diese Tat sichergestellt, bie kurdische Revolution unterblieb, abgeschreckt burch bieses Beispiel. Bekr Sibki, ber selbst Kurde war, wurde von ben Arabern als Nationalhelb verehrt. Die assyrische Frage eboch blieb ungelöst. Ueber 40000 Assyrer leben noch heute im arabischen Raum. Die Genfer Liga hat zugegeben, daß sie für sie nichts tun kann. Aber die Zeit heilt manche Wunden — unb es hat ben Anschein, als wenn bie heutige irakische Regierung ernstlich daranaehen wird, die assyrijche Frage innerhalb des Landes selbst zu lösen. Man will ben Assyrern Staatsbürgerrechte ein» räumen und ihnen behilflich fein, ihre neuen Siedlungen ayfzubauen, nachdem die Assyrer ihre For- berungen nach Sonberrechten Haden fallen lassen müssen.
Unser heutiges Urlaubsrecht gründet sich nicht auf das Gesetz, sondern im wesentlichen auf bie von ben Reichstreuhändern ber Arbeit erlassenen Tarif- orbnungen aber auf weitergeltende Tarifverträge. Maßgebend für die Entscheidung im Einzelfall ist demnach immer bie für das betreffende Arbeitsverhältnis etwa bestehende tarifliche Regelung, unb gerade beim Erholungsurlaub waren bie Treuhänber von Anfang an darauf bedacht, veraltete Regelungen durch bessere, den heutigen Anschauungen entsprechende zu ersetzen. Zur Zeit befaßt sich nun der Arbeitsausschuß der Akademie für De-utfches Recht mit der Urlaubsfrage unb hat einen Entwurf gefertigt, über den in einem Aufsatz der „Zeitschrift Oer Akademie für Deutsches Recht" (2. Januarheft 1938) Professor Dr. Arthur Niki sch (Dresden) berichtet. Der Entwurf ber Akademie schlägt eine Wartezeit von sechs Monaten für ben Erholungsurlaub vor. Um einen Doppelurlaub im gleichen Jahr auszuschließen, versagt ber Entwurf bem Beschäftigten ben Urlaub, der für dasselbe Kalenderjahr bereits Urlaub erhalten hat, und bestimmt weiter, baß ber Beschäftigte, der vor bem 1. Mai ausscheidet, für das laufende Kalenderjahr keinen Urlaubsanspruch gegen seinen bisherigen Unternehmer mehr haben soll. Des weiteren bestimmt ber Entwurf, baß ein Beschäftigtey, der das Urlaubsgelb ein» steckt und während seiner Urlaubszeit bann ander- meitig gegen Entgelt arbeitet, des Urlaubsgelbes verlustig gehen unb es an den Unternehmer, auf dessen Kosten bem Beschäftigten die Erholung geboten werden sollte, zurück zahlen soll.
Am 19. Januar kann der Gau Bayerische Ostmark, auf sein fünfzehnjähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß empfing der (Bauleiter der Bayerischen Ostmark, Fritz Wächtler, unseren Mitarbeiter zu einer Unterredung über die nationalsozialistische Aufbauarbeit in diesem Grenzland.
Wenige Tage vor der Machtergreifung, am 19. Januar 1933, schloß der Führer die beiden nationalsozialistischen Gaue Oberfranken und Niederbayern- Oberpfalz zum Gau Bayerische O st mark zusammen. Wenn damals in Deutschland überhaupt irgendeine Vorstellung mit dem Begriff „Bayerische Ostmark" verbunden wurde, so war es die eines Notgebietes, das nur von der Hilfe des übrigen Reiches (eben konnte. Fünf Jahre harte, zähe Aufbauarbeit haben das Antlitz dieses (Baues grundlegend verändert. Wir sind auf guten Straßen, zuletzt auf der Reichsautobahn, durch die Bayerische Ostmark nach Bayreuth gefahren. Wir haben in modernen, guten Gasthäusern Unterkunft gefunden. Wir hatten allerorten den Eindruck, in einem aufstrebenden, schaffensfrohen Land zu fein. Wir waren überall einer klaren Vorstellung der großen Grenzaufgaben dieses Landes für das ganze Reich begegnet.
Nicht mehr „Bayerisch S birien»
Wir sprechen in Bayreuth (Bauleiter Wächtler gegenüber von triefen Eindrücken. „Die Bayerische Ost- mark", so erklärte er uns, „hat durch die großen Aufgaben, die ihr ber Führer gestellt hat, erst ihre inneren Kräfte entdeckt und entfalten können. Früher hat man dem Land keine Ausgaben gestellt. Durch abträgliche Bezeichnungen wie ,Baye- risch-Sidirien< usrv-, durch konfessionelle Verengung und jahrzehntelange Vernachlässigung seiner großen natürlichen Kräfte hat man es geradezu unfähig gemacht, seine bedeutsamen Pflichten für das Volks-
Diese Vorschläge weichen von der allgemeinen Regelung, die bis 1933 galt, erheblich ab. Nach der früheren Ansicht stellte nämlich der Urlaub einen Teil des Entgelts für die vom Beschäftigten dem Unternehmer geleisteten Dienste dar. Die nicht unwichtigen Folgen »aus dieser Ansicht waren die Bemessung der Wartezeit auf ein ganzes Jahr, ferner der Anspruch auf Auszahlung des Urlaubs gelb es auch bei Treulosigkeit des Beschäftigten, der Ueber- gang des Anspruches auf bie Erden unb die Möglichkeit des Verzichtes des Beschäftigten auf feine Urlaubszeit gegen Abgeltung des Urlaubsanspruches in Form von Geld. Heute haben wir erkannt, daß der Urlaub eines Beschäftigten nicht als Teil des Arbeitsentgeltes aufgefaht werden darf, da wir damit feinem Sinn und feinem Zweck in keiner Weise gerecht werden können. Nicht als Vergütung für ihm in ber Vergangenheit geleistete Dienste, fon- bern im Bewußtsein, baß ihm ein wertvolles persönliches unb nationales Gut anoertraut ist, hat der Unternehmer dem Gefolgsmann einmal im Jahr Gelegenheit zu geben, sich zu erholen und neue seelische und körperliche Kräfte zu gewinnen. Die Dauer des Urlaubs wird deshalb — wie Nikisch aus führt — nicht nach dem Maß ber geleisteten Arbeit, sondern in erster Linie nach ber Erholungs» bebürftigfeit des Beschäftigten bestimmt. Sie geht infolgedessen z. B. bei Schwerbeschädigten, Jugendlichen, Untertagearbeitern wesentlich über das normale Maß hinaus. Aus dieser Anschauung erklären sich die Vorschläge der Akademie für Deutsches Recht, vor allem die verkürzte Wartezeit.
ganze zu erfüllen. FünfJahre Aufbau haben bewiesen, daß das Vertrauen, das der Führer dem Grenzland bei der großen Aufgabenstellung bewies, durchaus gerechtfertigt war. Die Bayerische Ostmark hat in diesen Jahren des Ausbaues wohl die Hilfe des ganzen Volkes benötigt. Aber diese Hilfe wäre ergebnislos gewesen, wenn das Grenzvolk nicht s e l b st mit verbissener Zähigkeit zur Selbsthilfe gegriffen hätte."
Was geschieht in den nächsten Jahren?
Auf die Frage, ob die Bayerische Ostmark heute noch als Notgebiet anzusprechen sei, erwidert uns der (Bauleiter: „Arbeitsbeschaffung und die -gewaltigen Erfolge des Winterhilfswerkes haben den Gau aus dem Zustand des trostlosen Elends herausgeführt, in dem er 1933 übernommen werden mußte. Was aber für die Grenzgebiete des Ostens von der Führung der deutschen Wirtschaftspolitik allgemein festgestellt ist, gilt ganz besonders für die Bayerische Ostmark: Sie ist auftragsbedürftiges Gebiet und wird es wohl noch lange bleiben. Denn wir dürfen nicht vergessen, daß viele Arbeitslose orts- und berufsfremd in Arbeitsstellen vermittelt 'wurden; daß die Lebenshaltung im Grenzland im Durchschnitt noch sehr niedrig ist und daß viele Heimarbeiter — 40 000' zählt die Ostmark insgesamt — Kleinbauern sind. Wir haben die s ch w e r st e Not in der Ostmark überwunden. Die Ausgabe der nächsten Jahre wird es sein, den Wohlstand des Landes zu heben, die V o l k s g e s u n d h e i t zu Derberem und einen möglichst großen Teil der Bevölkerung zu krisenfesten Siedlern zu machen." Der (Bauleiter erzählt uns, wie viel Arbeitslose Sir- beit erhielten, welche großen Erfolge die Erzeugungs- schlacht erzielte, daß rund 30 000 Menschen in fünf Jahren zu bodenständigen Siedlern wurden, daß an die 3000 Kilometer Straßen gebaut ober erneuert wurden und vieles andere.
„Dem Reich wurde ein Schild geschmiedet."
Eine Unterredung mit dem Gauleiter der Bayerischen Ostmark.


