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Standesamtliche

Fortbildungslehrgänge.

Lpd. Don Ende Oktober bis Mitte Dezember fin­den in Hessen durch die Gauverwaltuna Hessen im Neichsverband der Standesbeamten die diesjährigen Herbstfortbildungskurse für Standesbeamten und Standesbeamtenstellvertreter statt. Die Kurse sind über das ganze Land verteilt und finden u. a. für Oberhessen in Friedberg, Gießen, Lauterbach, Nidda und Alsfeld statt. Auf der Tagesordnung stehen die erste Verordnung zur Ausführung des neuen Personenstandsgesetzes vom Mai dieses Jah­res, das Gesetz zur Vereinheitlichung des Rechts zur Eheschließung und der Ehescheidung im Lande Oesterreich und im übrigen Reichsgebiet und di« Ende Juli dazu . ergangene Durchführungsver­ordnung.

Gießener wochenmarktpreije.

* Gießen, 18. Ott Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, XA kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf.. Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Kühlhauseier, 12Ä, Wirsing, % kg 8 bis 9, 50 kg 5 bis 7 Mark, Weißkraut, % kg 3 bis 6 Pf., 50 kg 3 bis 5 Mark, Rotkraut, % kg 7 bis 8 Pf., 50 kg 5 bis 7 Mark, gelbe Rüben und Karotten, kg 7 bis 10 Pf., rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 25 bis 30, Unter­kohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, 1ko 8 bis 10, Tomaten, kg 15 bis 25, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 35 bis 40, Kürbis 8 bis 9, Pilze 50, Kartoffeln, kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,15 bis 3,45 Mark, Aepfel, % kg 30 bis 45 Pf., Birnen 20 bis 40, Brombeeren 35 Pf., junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf, bis 1,05 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60 Pf., Salat 5 bis 12, Endivien 5 bis 12, Salataurken 10 bis 20, Einmachgurken 3 bis 5, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pf.

** 86 Jahre alt. Am morgigen Mittwoch, 19. Oktober, kann der Schneidermeister Konrad Oehler, Neustadt 8, in bester geistiger und kör­perlicher Frische sein 86. Lebensjahr vollenden. An allen wirtschaftlichen und politischen Ereignissen un­serer Zeit nimmt der Jubilar noch regsten Anteil. Seit April 1880, also seit mehr als 58 Jahren, be­zieht er den Gießener Anzeiger. Wir beglückwün­schen den alten Herrn herzlich zum Geburtstag.

** E i n Sechsundsiebzigjähriger. Der Rentner Wilhelm Rühl, Dammstraße 46, kann am heutigen Dienstag seinen 76. Geburtstag feiern. Der alte Herr ist körperlich und geistig noch sehr rüstig. Seit über 50 Jahren gehört er zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. Unseren herz­lichen Glückwunsch zum Geburtstag.

** Der Gießener Konzertverein, der auch in diesem Winter wieder mit vier Orchester­konzerten unseres Städtischen Orchesters und mit sechs Gastspielabenden berühmter Künsllerinnen und Künstler an die Öffentlichkeit treten wird, lädt heute in einer Bekanntmackung zur Platzmiete ^in.

** Die Anleitmngsoefugriis zur Lehr­lingshaltung betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters, die für die Handwerker unserer Stadt von größter Wichtigkeit ist Mögen alle Hand­werksmeister diese Bekanntmachung beachten.

** Sterbefälle in Gießen. Es verstärken in Gießen: 4.10.: Anna Elisabeth Dirlam, geb. Hartmann, ohne Beruf, 67 Jahre alt, Walltor­straße 8; Katharina Elisabeths Koch, geb. Linden­struth, ohne Beruf, 73 Jahre alt, Friedrichstr. 13. 5.10.: Friedrich Leipold, SA.-Führer der Reiter­standarte 147, 67 Jahre alt, Hindenburgwall 17. 7.10.: Katharine Becker, geb. Kretzer, ohne Beruf, 68 Jahre alt, Leimenkauterweg 11; Karl Wolf, Invalide, 67 Jahre alt, Schottstraße 40. 10.10.: Auguste Geller, geb. Bangel, ohne Beruf, 66 Jahre alt, Moltkestraße 2. 12.10.: Margarethe Dienst, geb. Wolf, ohne Beruf, 71 Jahre alt, Liebigstr. 47. 13.10.: Georg Pfaff, Postassistent i. R., 72 Jahre alt, Dommstraße 30.

** Derkehrsunfall. Gestern gegen Abend ereignete sich an der Ecke Gabelsberger Straße und Hammstraße ein Verkehrsunfall. Zwei Kraftwagen

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Roman von Kurt Riemann

Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.

9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!,

Karajan oder so ähnlich hieß der Kerl ja wohl, den Meßdorff damals ganz klein gekriegt hat, dem er die Erfindung sozusagen abgejagt hat wie der große Hund dem kleinen die Wurst hat ja bei uns die Sache zusammengebastelt; ein Glück, daß Meßdorfs damals ging und nicht bei derVereinig­ten" die Sache ausprobierte, wir wären zugrunde gegangen an dem Fehlschlag.

Nein, wenn die Herren keine besseren Vorschläge haben"

Die Herren zucken die Achseln. Hägebarth kann auch nichts weiter tun, als sie ratlos entlassen.

Außerdem ist das Gespräch mit Niederau da.

Meine Herren. Irgend etwas muß geschehen. Darüber sind wir uns alle klar. Noch zwei, drei solche Schlappen, wie wir sie jetzt bekommen haben, und wir sehen uns in einem Jahr auf irgendeiner Gartenbonk beim Skatspielen wieder. Besseres haben wir dann vermutlich nicht mehr zu tun.

Denken Sie sich die Geschickte noch mal durch am Montag oder Dienstag ist der Chef da. Dann muß eine Entscheidung fallen."

Und dann geht Hägebarth mit dem Chef tele­phonieren.

Der Sonntag ist ihr letzter gemeinsamer Tag. Um zehn Uhr kommt das Postauto mit den beiden Freunden. Man kann also noch ein wenig spazieren­gehen.

Es ist noch ein wenig kühl, aber man ahnt hinter der Kühle bereits die Wärme der Sonne. Ganz in Gold getaucht warten die Berge, sie locken, sie rufen mit Wald und Feld und taufrischen Wiesen.

Onkel Thomas sitzt mit der Tante hinter seinen Büchern. Da sind so schwierige und endlos lange Aufftellungen zu machen, der Roggen muß abge­liefert werden, dafür gibt's bestimmte Marken, und die Bücher müssen in Ordnung gebracht werden. Dazu kommt die Molkerei, die natürlich auch ge­rade jetzt mit ihrer Halbjahresabrechnung fällig ist ach, er hat schon Grund zum Seufzen, der gute Onkel, denn solche Federfuchserarbeit mag er gor nicht oern. Aber weil sie gemacht werden muß, hat ihn die Tante kurz entschlossen hinter den

stießen dort so heftig zusammen, daß sich der leich­tere Wagen überschlug und auf der Seite liegen blieb. Glücklicherweise kamen Personen nicht ernst- haft zu Schaden; lediglich ein Mann erlitt am Kopf leichte Hautabschürfungen. Die Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt.

** DHC. Gießen. Mindestens einmal im Jahre unternimmt der DHC. Gießen eine Wande­rung nach dem Beherrscher unserer Gegend, dem Dünsberg, die sich dann stets einer regen Beteili­gung erfreut So hatten sich denn auch am Sonn­tag wie man uns berichtet trotz des dichten Nebels über 70 Teilnehmer am Treffpunkt einge- funden. Der Weg führte zunächst die Rodheimer Sttaße, später von der Heuchelheimer Mühle ab, die Bieber entlang über die Kmzenbacher Mühle und dann auf Kreuz- und Duermegen hinaus zum Kin- zenbacher Wald, von dessen Rand man bei klarer Luft eine prächtige Fernsicht genießt. Auf feuchten Waldpfaden ging es weiter bis zum Wasserbehälter oberhalb Rodheim, wo endlich die Sonne das Ne­

belmeer bezwungen hatte und ihre wärmenden Strahlen herniedersandte. Reizvoll lag tief unten im Tale das stattliche Dorf, das nun auch bald er­reicht war und zur Rast einlud. Bei Hellem Son­nenschein ging es dann weiter zum Hauptziel des Tages, dem Dünsberg, dessen Gipfel unter reich­lichem Schweißverlust erklommen wurde. Hier sorgte die Familie des Turmwächters mit Unter­stützung einiger hilfsbereiter DHC.-Schwestern für die notigen Getränke, vor allem für den so sehr be­gehrten Mokka. Wenn auch die Aussicht vom Turm ziemlich beschränkt war, so bot doch der Blick auf die nähere Umgebung des Berges, namentlich auf den im schönsten Herbstschmuck prangenden Krof- dorfer Forst, genug des Reizvollen. Nach genügen­der Erholung erfolgte der Abstieg über den Kreuz­buchenplatz, hierauf durch das liebliche Dünsbach- tal und an den Mühlen vorbei nach Bieber, von wo nach einer gemütlichen Schlußrast die Heimfahrt angetreten wurde.

Abschiedsabend für Gudeiendenische.

Im Reichsautobahnlager bei Winnerod, wo zahl­reiche Flüchtlinge aus dem Sudetengebiet feit einiger Zeit untergebracht waren, die nunmehr in ihre Heimat zurückgekehrt find, veranstaltete der SA.-Sturm 4/116 am Samstag einen Kamerad- chafts- und Abschiedsabend für diese sudetendeut- chen Flüchllinge. Der große Tagesraum war von )en Sudetendeutscken und zahlreichen Gasten aus der Bevölkerung vis auf den letzten Platz besetzt. Der Musikzug Der SA.-Standarte 116 bereicherte durch feine vortreffliche Musik den Abend in bester Weise.

Nach der Ankunft des Standartenführers Lut­ter als Vertreters der SA. und nach dem Ein­marsch des Sturms 4/116 leitete ein Kamerad des Sturms 4/116 den Abend mit einem Geleitspruch Deutsches Bekenntnis" ein. Hierauf sprach Kreis- aeschäftsführer Wagner als Vertreter der Kreis­leitung zu den Kameraden aus dem Sudetenland, denen er in packenden und überzeugenden Worten die unverbrüchliche Kameradschaft des ganzen deut­schen Volkes und die starken Äräfte des durch den Nationalsozialismus im ganzen Volke geweckten Gemeinschastsgedankens barlegte. In dem begeifter» ten Gruß an den Führer vereinigten sich am Schlüsse der Ansprache die sudetendeutschen und die oberhessischen Volksgenossen. Sodann sprach als Vertreter der Obersten Bauleitung der Reichsauto­bahn Dipl.-Jng. Adelsgruber, der den nun«1

mehr scheidenden Arbeitskameraden aus dem Sude­tenland Dank und Anerkennung für ihre einsatz- freudige Mitarbeit aussprach, verbunden mit herz­lichen Wünschen für die Zukunft. Den aufrichtigen Dank der sudetendeutschen Flüchtlinge brachte ein Angehöriger der sudetendeutschen Lager­belegschaft zum Ausdruck, wobei er für alle Hilfe und alle Förderung, die den sudetendeutschen Flüchtlingen in überaus reichem Maße zuteil wurde, herzliche Worte der dankbaren Verbundenheit fand. Besonderen Dank widmete er der NSV., dem WHW., der Frauenschaft, ferner der Belegschaft der Brauerei Jhring-Melchior (Lich), welche die für einen Betriebsausflug gesammelten Gelder unter Verzicht auf den Ausflug zur Beschaffung von Kleidungsstücken für die sudetendeutschen Brüder hergaben. All diesen Dank würden die sudeten­deutschen Flüchtlinge durch vollen und opferbereiten Einsatz für den Führer und sein Werk zum Aus­druck bringen.

Der gesellige Teil des frohgestimmten Kamerad- schastsabends wurde durch den Gesang sudeten­deutscher Heimatlieder, durch Musikvorträge des Musikzuges, gemeinsam gesungene Lieder und an­geregten Gedankenaustausch der Kameraden in schönster Weise ausgefüllt.

Im Laufe des Sonntags haben die sudetendeut­schen Gäste vom Gießener Bahnhof aus die Heim­fahrt angetreten.

Nanga-Parbat und Himalaja

Ziele deutscher Forschung.

Die Gießener Vortragsvereinigung (Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein) eröffnete gestern, und diesmal in Gemeinschaft mit der Ge­sellschaft für Erd- und Völkerkunde, ihr Winterarbeitsprogramm. Die Neue Aula der Universität war bis auf Öen letzten Platz besetzt. Professor Dr. Carl Troll sprach über das Thema Nanga-Parbat und Himalaja Ziele deutscher Forschung". Dem Vortrag begegnete besonderes Interesse deshalb, weil Professor Dr. Troll einer der beiden überlebenden Wissenschaftler der Nanga- Parbat-Expeditton 1937 ist und aus ureigenster Anschauung von der gefahr- und opfervollen For­schungsarbeit, wie auch von den gewaltigen berg­steigerischen Leistungen berichten konnte.

Der Redner riß zunächst in wenigen Sätzen die Geschichte der Himalaja- und Nanga-Parbat-Expe- ditionen auf und kennzeichnete sie als Taten eines heroischen Geistes und eines gigantischen Kampfes, an dem sich insbesondere Deutsche und Engländer beteiligten. Er erinnerte aber auch an die großen Opfer, die dieser Kampf gefordert hat. Nachdem der Redner das bergsteigerische Zielstreben gewürdigt hatte, wandte er sich der Deutung der vielseitigen wissenschaftlichen Aufgaben zu, die gerade mit Ex­peditionen in die transasiatischen Hochgebirgsmassioe verbunden find.

Mit vielen Lichtbildern führte er seinen Zuhörern das Kampfgebiet der Bergsteiger und die For- schungsgebiere der Wissenschaftler vor Augen. Er schilderte die schwimmenden Gärten von Srinagar, die ihn als Botaniker besonders interessieren muß­ten, und dann die Landschaft, die die Expeditions­teilnehmer auf vierzehntägigem Anmarsch von Srinagar bis an den Fuß des Nanga-Parbat zu überwinden hatten. Eingehende Darlegungen wid­mete Der Redner dann den wissenschaftlichen Arbei­ten um die geographische Ausnahme der Landschaft, insbesondere mit Hilfe der Photogrammetrie und würdige dabei die Mithilfe des Deutschen Alpenoer­eins. Dabei hörte man von der Natur und Den Eigenschaften Der riesigen Gletscher im Himalaja und am Nanga-Parbat, Denen ebenfalls eingehende For­schungsarbeit gewidmet war. Interessant zu hören, daß sich Dort in jenen Gebieten die Gletscher im Jahre maximal 800 Meter weit bewegen, während Die Bewegung Der Gletscher in Den Alpen nicht über 50 bis 60 Meter hinausgeht. Bei Der Betrachtung Der geologischen Formationen gab Der Redner zu wissen, daß es sich beim Nanga-Parbat-Massiv nicht um ein altes Urmassiv handelt, sondern um ein ver­hältnismäßig junges Spaltungsmassiv, das sich in einer ungeheuren Mächtigkeit aus leichtem Gneis aufbaut. Die Forschungsarbeit in jenen Gebieten ge-

Schreibtisch gesteckt und fein Angelzeug in sichern Gewahrsam gebracht.

Du bist mit mir verheiratet", meint sie ganz kühl,wir sollen Freud und Leid gemeinsam tragen, also hilf jetzt auch gefälligst bet Der Schreiberei!"

Basta, Dagegen kann man nichts machen. So sieht er Denn mit heimlichem NeiD, wie Karola unD der Doktor schon am zeitigen Morgen in die Frische Der Berge steigen. Er hätte viel Darum gegeben, mit seiner Angelrute ihnen folgen zu können.

Aber die zwei sind ganz froh, Daß sie allein find.

Er weiß nun, Daß er zu Diesem Mädchen gehört. Alles an ihr liebt er: ihre Haare, ihre schlanken kräftigen Hände, Das <3arte unD doch so bestimmte Gesicht, Die schmalen Schläfen und Die seltsam strenge Falte zwischen Den großen Augenbrauen, Die sie manchmal zeigt, wenn sie nachdenkt. Ihr Gang, ihre Gestalt, alles ist ihm wie ein frischer Trunk aus einer reinen Quelle, die vor ihm noch niemand ent­deckte. Er fühlt die Herbheit dieses Mädchens und ahnt doch unbewußt, wie hinter aller Kühle und Beherrschung ein starkes, liebe bereites Herz schlägt.

Karola ist wie verzaubert. Sie weiß, daß das Schicksal gesprochen hat und daß sie zu diesem Mann halten wird in Leben und Tod. Was ver­gangen ist, ist vergangen. Sie will nicht daran denken. Nicht jetzt.

Später einmal wird eine Stunde kommen, in der sie ihm alles, alles sagen wird. Wenn sie erst durch Die Tat bewiesen hat. Daß sie ihn über alles liebt, wirD er an ihrer Aufrichtigkeit nicht mehr zweifeln können.

Jetzt ist sie erst einmal glücklich. Sie spürt es mit Dem wachen Sinn Der liebenden Frau, Daß Der Mann neben ihr empfindet wie sie daß Die letz­ten Schlacken einer bösen Zeit von ihm abgefallen sind. >

Das macht sie heiter, nicht laut und lachend, viel­mehr so ganz von innen heraus froh und beschwingt. Es ist in all ihrem Tun ein wenig Mütterlichkeit. Und gerade das ist es, was Karajan fo warm be­rührt.

Sie suchen ihren Lieblingsplatz auf, über Dem Dorf am Hang Des Berges, Da, wo man hinein­schauen kann ins Tal und weiter in Das grüne Land, bis dahin, wo sich in grauer Ferne das Gebirge ins flache Land verläuft.

Du hast mir eigentlich noch gar keine richtige Liebeserklärung gemacht. Herbert , lächelte Karola. Wenn deine Freunde kommen, wird es zu spät sein."

Carola aber du weißt doch"

Ach, ich möchte es so gerne noch einmal hören!"

Ich kann das so schlecht sagen es will mir nicht heraus" windet er sich lachend.

Ich will's aber hören!"

Sie hält ihn bei den Schultern fest und schüttelt chn aus Leibeskräften.

Ich will's versuchen! Nur geh gnädig mit mir um!" stöhnt er.Weißt du, wie das Märchen vom Schneewittchen endet?"

Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie heute noch. Du bist ein Scheusal, beim Ende anzufangen."

Falsch! Hör zu! Es ist auch die einzige Weise, auf Die ich eine Liebeserklärung zustanDe kriege. Ich schäme mir sonst Die Ohren vom Kopf!"

»Leine Ausflüchte! Wie .geht's im Märchen, ich will es von Dir hören! Bitte ein einziges Mal!"

Da sagt er es ganz leise:Da sprach Der Königs- sohn: Du bist bei mir. Ich habe Dich lieber als alles auf Der Welt. Komm mit mir auf meines Vate/s Schloß, Du sollst meine Gemahlin werden. ----

Weißt Du jetzt, wie es weitergeht?"

Ja", nickt Karola.Da war ihm Schneewittchen gut unD ging mit ihm, und ihre Hochzeit marD mit großer Pracht unD Herrlichkeit gefeiert"

Still nimmt er sie in seine Arme, lieber ihre Augen laufen zwei große Tränen.

Du weinst?"

Vor Glück!" flüstert sie.'Ich hab dich schrecklich lieb."

Der Himmel über ihnen ist blau und hell.

Ich habe nie gedacht, daß das noch einmal zu mir kommt ich habe es nie geglaubt", sagt er. UnD Dabei sieht er sie so zärtlich an, Daß sie Die Augenschließen muß.

,Äch wußte es schon am ersten Tage, Damals, als ich dich hierherbrachte. Aber was haft du an mir schon? Das ist's, was ich nicht verstehe."

Da lächelt er hinterhältig.

Oh, mein Fräulein, viel mehr als Sie selbst ahnen. Das Leben halte ich in meinen Annen, das herrliche blühende Leben. Und vor allem eins: du bist klar und hell. Alles an dir ist durchsichtig. Es gibt da keine Hintergründe, Die man nicht erkennen kann. Du bist ein einfacher Mensch, der ohne Falsch ist. Dir kann ich vertrauen ohne jeden Rückhalt. Und wenn ich eigentlich von Dir auch nichts weiß, als Daß Du Musik studierst und deine Tante gern hast."

UnD wenn ich gar nicht wäre, für Die du mich hältst? L)u hast schon einmal eine böse Enttäuschung erlitten"

Karola sieht ein wenig zur Seite, er soll nicht be­merken, wie sie plötzlich blaß wird, er soll das harte

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Expeditionen ermöglichen halfen.

4lalt&adteil und feleqanz!

QUALITÄTS-ERZEUGNIS DER SIPO L» WERKE

auch die mannigfachen wissenschaftlichen Leistungen, irfleri(bl zu bei

die von ihnen auf Dem Gebiete Der Geologie, der -klaate durch i Trigonometrie, Der Photogrammetrie, Der Ethno- rrÄ,fe faß Des $ graphie wie auch Der Höhenphysiologie errungen Meri,ar '

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klagte dann seine Anzeige. Am gleichen Tage noch tyimattreue" mi wurde Die Anzeiae in Gegenwart eines Zeugen auf- Munbertealte genommen. Nach Dem Anzeigenregister wurDe am<RungsciMe des

9. März die Anklage protokolliert. Schon damals

setzte der Beamte Zweifel in die Richtigkeit Der An-

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Heftern stand der kaum *en vor Den Schranke

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Kreisamt Die at: ai Lumdatal, uni R'Är, Treis a. b. L Msrs und Lumba Prc giften, besonders tu unrnen. Dabei ergab Htn m großen und c er, sondern nur hier

worden waren.

Professor Dr. Troll schloß seinen Vortrag mildem Wort, daß dis Streben in der Verbundenheit vom Bergsteiger und Wissenschaftlern, die Serbin» düng von latenDrang und Wissensdran-g, von kör­perlichem und geiftigem Ansturm unserem deutschen Wesen zuttefst entspreche. Mit anhaltendem Beifall dankten die Zuhörer.

Schwurgericht Gießen.

Die neue Schwurgerichtsperiode nahm am gestri­gen Montag mit einem Verfahren wegen Meineids gegen den Hermann Ditzel aus Lehrbach ihren Anfang. Der Angeklagte war auf einem @ufl bei Lehrbach angestellt. Jrn Herbst letzten Jahres trat auf dem Gute der L. ein. Das Verhältnis zwi­schen L. und Dem Angeklagten muß bald Trübungen, erfahren haben. Am 1'4. Februar d. I. kündigte L. auf Den 1. März. Er konnte aber am 1. März seins Arbeitsstelle nicht verlassen, Da Der Angeklagte als sein Vorgesetzter ihm Den Lohn einbehielt. L. wandte

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stattet tiefe Einblicke in Den Bau unserer (ErDobeii fläche. Mit großem Interesse hörte man ferner da­von, wie im Himalaja Forschungen auf Dem Eb biete Der Menschheitsgeschichte möglich rourDen uiti Aufschlüsse über die Urbesiedelung ZentrÄ-Asiem an Hand von altsteinzeitlichen Funden gewonnen werden konnten.

Einen weiteren Teil des Vortrags widmete der Redner feinen botanischen Studien, die deshalb sehr dankbar waren, weil den Expeditionen auf ihren. Weg zwischen tropischen Urwäldern und Den Regio, nen Des ewigen Eises die größten überhaupt mög, lichen klimatischen Unterschiede begegneten. In ber Zusammenfassung ließ D^r Redner wissen, daß ber Nanga-Parbat im asiatischen Raum jener Berg ist über den die genauesten und vielseitigsten wissen, schaftlichen Erhebungen vorliegen. In einer über­sichtlichen Karte zeigte der Forscher bann noch dir

Kind, jetzt geht's Drauf und Dran! Ich bin mit meiner Erfindung fertig! Sie ist hieb- und ftid)fe(L- Wenn Schorsch und Günther kommen, werden wi^ beraten, wie wir die Sache auswerten, und verlas dich drauf, in einem Jahr hole ich dich... zwac nicht in meines Vaters Schloß aber in ein nettes Haus, das uns beiden allein gehört, uni beiden ganz allein."

Es fällt ihm nicht auf, daß Karola ganz still ist- Er ist so glücklich, daß er fast ohne Pause spricht, von seinen Plänen, von seiner Arbeit, von ihre* gemeinsamen Zukunft... und Karola hat nicht den Mut, Den Schleier zu zerreißen unD ihm zu fageL- wer sie wirklich ist.

... Ich mürDe es nicht ein zweites Mal er­tragen ..."

Das steht vor ihr wie ein warnendes Zeichn und so sehr sie auch nachdenkt, es fällt ihr fr"! Weg ein, Die FäDen zu entwirren, Die Das SdjWla so sonDerbar um sie zu schlingen beginnt.

Da gibt sie es auf unD Denkt nur: Ich hab W lieb! Das wird alles in Die rechte Bahn bringen! Ehe sie ins Dorf kommen, bleibt sie noch einmal- stehen.Du sollst mich noch einmal küssen", bitte sie.Morgen fährst Du fort... Wann wir uns wiedersehen, weiß ich nicht." Und Dabei nimmt lJ fein Gesicht in ihre Hände, betrachtete es lange uns sorgfältig, als wolle sie sich jeDe kleine Falte em-1 prägen für Die Ewigkeit.

(Fortsetzung foljt!)

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V, für belfli Ären 1* d geklagtes , her 5 > Don LganS r^Mlt ho ®e5-

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Klopfen ihres Herzens nicht spüren. Aber er ist sorg­los wie ein Kind.

Was redest Du für Unsinn? So lächerlich das Schicksal nicht, daß es mir zum zweitenmal anstatt eines Menschen ein berechnendes Weib in Die Arme legt. Du bist keine GelDprinzessin, Du bifi keine Dame Der Gesellschaft... meinst Du, ich hätte keine Augen im Kopf, die gut sehen, wie du hiei in Der Natur lebst? Wie Du mit Tier unD Land­schaft unD Den einfachen Menschen Des Gebirges in enger Gemeinschaft zu leben verstehst? Nein, Dos geDeiht nicht auf Dem Parkett Der vornehmen

verschiedenen Forschungsgebiete deutscher wissen, schaftlicher Expedittonen und würdigte daöei beson- ders Die Deutsche HinDukusch-ExpeDition, Die im Jahre 1935 unter Der Leitung von Dr. Scheib« (Gießen) den Genenzentren unserer Kullurpflanzrv , . r clDHu

ichging. Worte Der Dankbarkeit roiDmete der Red- i ^..kennen, r Der Deutschen Forschungsgemeinschaft unD Dem j .nd wies d

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sich darauf an Den Gutsbesitzer und konnte am £LuDieaenbe Mofa 3- März Den Hof verlassen. Während Der Unter- £ teZ reDung teilte L. Dem Gutsbesitzer verschieDene Un - '

redlichkeiten und Unregelmäßigkeiten Des Angeklag- wfüfflüttl ßlUfllh ten mit. Die beiDen wurden gegenübergeftetii Um\ TV

Diese Zeit sagte Der Angeklagte Dem Zeugen K., Den /L *

auf dem gleichen Hofe beschäftigt ist, er solle Die ;' - brachte bei Mae Gendarmerie benachrichtigen, denn er der Ange» I zsvorstellungen aus klagte habe festaestellt, Daß L. an einem Rinv 'nen Juxplatz. Im E wiDernatürliche Hanolungen vorgenommen habe. De:r w* 21 u g ft e 11 u n Zeuge K. traf aber keinen Gendarmeriebeamtem. Erbuch" aufgebaut, Ungefähr Drei Tage später erinnerte Der Angeklagt« Ns erfreute, ebenfo u Den Zeugen an Den Auftrag. Dieser sagte ihm, daß tz« Marktlottette. er in Der Zwischenzeit keinen Beamten getroffen tintn gut beft habe. In Der Nähe Des Hofes stünde aber ein Gen- 1

Uftfet'' b-5.»r

Aber warum stellst Du überhaupt so töridjte |L:len |)ier Fragen? Du weißt es ganz genau, wie fchwes gj'Oper tfeen I

mir's geworben ist. Ich bitte Dich von ganzem von Johann c» u,n Herzen: laß die Vergangenheit rujen! Ich Habs | w ÖIrau6. einmal überstanden, ein <