M-244 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhejfen)
Dienstag.l8. Gttober M8
Schoenhals, der Film werde sich weiter entwickeln, wesentlich und wirklich werden und jene menschliche Substanz in sich tragen, die der Beschauer in ihm sucht und von ihm erwartet. In einigen Jahren, so meinte der Gast, werden wir schon wieder etwas weiter sein, wird manches gute Gesellenstück, vielleicht sogar ein Meisterstück geschaffen sein. In diesem Sinne sagte er den Gießener Filmfreunden Lebewohl und auf Wiedersehen.
♦
Im Dorraum herrschte ein gefährlicher Andrang. Aber soweit wir sehen konnten, hat jedermann und jedes Mädchen sein Autogramm bekommen.
Hans Thyriot.
„Fleischerbeil" und „harrende Braut".
Mit dem eben besetzten Brcrunauer Ländchen kommen auch die Adersbacher und Wekelsdorfer Felsen zu Deutschland, die schon bisher von den schlesischen Bädern Kudowa, Altheide und Reinerz gern besucht wurden. Jetzt, da die Grenze mit allen ihren lästigen Formalitäten bis an den Rand des sudetendeutschen Siedlungsgebietes vorgeschoben wird, ergeben sich hier und im nahen Adlergebirge bequeme und lohnende Abstecher zur unterhaltsamen Unterbrechung des Kuraufenthaltes. Aehnlich wie im Elbsandsteingebirge bilden auch in dem Gebiet von Adersbach und Wekelsdorf mächtige Sandsteinfelsen groteske Figuren, die der Volksmund in drastisch-bizarrer Weise getauft hat. Da findet sich ein „Schornstein", ein „Bürgermeister mit Lockenperücke", ein „Johannes in der Wüste", ein „Fleischerbeil", daneben eine „harrende Braut" mit einem „Rebhuhn", eine „betende Nonne", ein „balzender Auerhahn" und schließlich als gutgemeinte Huldigung für den Herrn des Riesengebirges ein „Zahnstocher Rübezahls".
Hochschulnachrichten.
Professor Dr. Max de C r i n i s , Ordinarius Der Psychiatrie an der Universität Köln, wird am 1. November als Nachfolger von Geheimrat Professor Dr. Karl Bonhoeffer die Leitung der Klinik für psychiatrische und Nervenkrankheiten an der Charite in Berlin übernehmen.
Ernannt würden: der 'ao. Professor Dr. Leo T s ch e r m a k in W i e n zum Ordinarius (Waldbau) in Freiburg ; der Dozent Dr. D i r l m e i e r in München zum Ordinarius (Klassische Philologie) in München; der ao. Professor Dr. Paul Strack in Kiel zum Ordinarius (Alte Geschichte) in Kiel; der ao. Professor Dr. Alfred Willer in Berlin zum Ordinarius (Hydrobiologie) in Berlin.
mb, Berlin.
erfe bekannte ibigt für Den ^rofeffor A fter: SRoon, (igen Qanb, nb W‘
rkt.
W) Um Mtrieb: 341 Schweine. el 35 bis 52, •9 Mark. — 'teilt; Cchch
ausgehenden 1 Gebiet zum und strich, • ®ine burch- -1er Entwick- wirb immer r Zum Durch.
b: Morgens änderlich mit iederschlägen. Lest.
a 8Leicht m freundlich, mittags 15,2 t 18. Oktober: ab, MinimW uren in 10 cm ib; am 18. Dl- hläge 0,3 mm.
m Lange. Lwst Murn.
it bie Mer: zans Thyriot; lnzeigenleiter: ahalt der An« V. 9143, Druck ferei R.Lange, u^spreis Ä , mit her Sllu- eis lOPs.unb n 5 Pf. mehr, epfember 1937
w 5 ito » hÄ Ä hhoS 8-i* .«»“'S Ähittet.
Sog. 10,25, m
(bis '«. mit im. 0 bis 6,00, 5J- Weizen-
Rog, ^erstestroh, ^zeuger-Ver-
O
Berufe f . Hande ?n Hän* 3mW
bst den vo sehen/ tndse'f® nimm1, ■r.Obsf R im Nü.
nde.u,nhd n fnsch'
adoR’
Aus der Stadt Gießen.
An einen Herbststrauß.
Wie stehst du leuchtend und bunt in meinem Zimmer, lieber Herbststrauß aus Astern und Dahlen. Wie ein vielfarbiges Licht strahlst du und machst den ganzen Raum festlich und schön und die Herzen froh und dankbar.
I Alles will dir dienen: die polierten Möbel, das I Kristall, der alte Porzellanteller, sie alle wollen dich f widerspiegeln und dir schmeicheln, dir sagen, wie ; schön du bist!
Die Vase, wie steht sie da, voll Freude und Stolz, -aß sie dich halten darf, die letzte, bunte Pracht aus jem Garten, ehe der böse Herbstregen alle kleinen, bunten Feuerchen an den Büschen auslöscht oder ein tückischer Frost sie erstarren läßt.
Ein goldener Strahl der milden Herbstsonne kommt durchs Fenster und spielt mit dir, er läßt Did) noch mehr aufleuchten in all deiner bunten Schönheit: wie strahlt jetzt dein helles Gelb, wie funkelt dein sattes Rot und wie leuchtet dein reines Deitz! Und da prunken bischofslila Blütenbüschel und wavmleuchtende, goldbraune Sterne. Wie süß sind die kleinen, dicken Bällchen, dunkelrot oder ganz zart rosa und weiß, die man immer in die Hand nehmen möchte und streicheln!
Diele Sträuße schon sah ich: die dunkelroten Ro- ien, die die Liebe schenkte, die weißen stolzen Nelken n der Hand der Braut, den leuchtenden Strauß Alpenrosen auf dem Holztisch in Tirol, der uns ; zrüßte nach gefährlicher Fahrt: doch keiner war so ■ chön wie du, denn in dir ist alle Wehmut, die der scheidende Sommer uns ins Herz zaubert. Du duftest jo fein und herb nach prickelnder Herbstluft, nach milder Sonne, nach Weite und Frische.
Jetzt ist der Sonnenstrahl fortgegangen, der dich !üßte, mein bunter Herbststrauß. In der Dämme- lung stehst du nun noch feierlicher, wie wartend ...
E. L. St.
Dornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
Stadttheater: 20 bis 22 Uhr „Eine Frau wie Zutta". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Rote Or- Ichideen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Skandal ’■ im den Hahn". — Oberhessischer Kunstoerein: 17 bis «18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand.
Erste Wiederholung „(Eine Frau wie Jutta".
Heute, um 20 Uhr, findet die erste Wiederholung ^5 Lustspielerfolges „Eine Frau wie Jutta" von Möller und Lorenz statt. Spielleitung Karl Dolck. Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet als 3. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Ende 22 Uhr.
Hitler-Jugend Bann 116.
Theaterring der Hitler-Jugend.
Die 1. Vorstellung für den Theaterring der HI. , findet am Montag, 24. Oktober, statt. Es gelangt jur Aufführung „Flachsmann als Erzieher". Die Plätze müssen fünf Minuten vor 19.30 Uhr eingenommen sein, da um 19.30 Uhr die Eröffnungsanftrache des Reichsfugendführers von der Reichs- üeatertagung der HI. in Hamburg übertragen wird.
1 Die Zahl der diesjährigen Anmeldungen ist so iroß, daß die auswärtigen Mädels in der Mittwoch- Niete zusammengefaßt werden. In den nächsten 1 Lagen wird bekanntgegeben, wann und wo die Karten für die erste Vorstellung abzuholen sind.
LS Jahre im Dienste der Wehrmacht.
Sein 25jähriges Arbeitsjubiläum im Dienste der | Wehrmacht beging am Sonntag der Handwerks- | neifter Fritz Cawein beim I. Batl. und den li^gts.-Truppen des Infanterie-Regiments 116.
Bereits am Samstagoormittag hatte der Stell- r icrtreter des Betriebsführers, Stabszahlmeister l^oth, die gesamte Gefolgschaft zur Ehrung des Jubilars bei einem Betriebsappell zusammenge-
Kleine Teestunde mii Albrecht Schoenhals.
Gloria-Palast: „Rote Orchideen."
Gestern nachmittag, nach einem sehr freundlichen Empfang am Bahnhof, saßen wir in kleinern Kreise 's Ml Dr. Albrecht Schoenhals versammelt, der :ach Gießen gekommen war, um der Aufführung . eines neuen Films „Rote Orchideen" persönlich bei- llwohnen. Was wir oorhatten, war ein sogenanntes nteroiero: gräßliches Wort und gräßliche Sache, der Herr Schoenhals setzte sich nach kurzer Be- zrüßung so unfeierlich uno zwanglos mitten unter I uns, daß uns allen gleich leichter wurde und aus bem Interview eine nette, kleine, ganz menschliche ; Mauderstunde. (Unter uns gesagt: wir haben alle ? Kaffee dazu getrunken, aber „Teestunde" macht sich , |o hübsch in der Überschrift. Das lesen die Leute # lieb er. Und man muß etwas für feine Leser tun.)
*
Herr Schoenhals wirkt im persönlichen Ge- i svräch so sympathisch und natürlich wie auf ber I Leinwand — ganz ohne Starmanieren. Das mögen wir sehr, und so locker und unbeschwert ging auch bos Gespräch um den Tisch herum. Jetzt möchten Sie natürlich gern wissen, wovon die Rede war. Hon hundert verschiedenen Dingen. Don Frau Ügnes Straub, die gestern abend auch hier in Gie- |n hätte spielen sollen und auf so schmerzliche Weise daran verhindert wurde ..., von der Mode Hüb der neuen Haartracht und von der Rückkehr des Films ins 19. Jahrhundert. (Es lohnt sich, über diese Rückkehr ein wenig nachzudenken.)
Es ist klar, daß das Gespräch immer wieder zu Wn Gast in unserer Mitte zurückkehrt: Schoen- hls erzählt vom „Spieler", der vor einigen Ta- 19m hier gelaufen ist, von seiner Arbeit daran im Atelier, und daß diese Rolle ihn nicht befriedigt l)tbe, vor allem weil sie bei Dostojewski überhaupt nicht vorkommt. — Und was haben Sie für Pläne, las werden Sie spielen? Ein neuer Film ist im Serben: „Maja zwischen zwei Ehen" wird er lußen ... nach dem Roman von ... Und die Rolle, bie Sie sich wünschen, die Sie gerne spielen mod)= tei? — Den Herzog von Bolingbroke im „Glas Üosser" von Scribe. Ueberhaupt: einen Helden mit ®-ijt und Ironie, nicht mit Muskeln und Radau ... "chelieu, das wäre eine Rolle, ein Mann von flprit und Witz, von Eleganz und politischem Ge- üie, eine Figur, bei der alle Fäden zusammenlaufen.
♦
Die Zeit vergeht im Handumdrehen, das Gespräch Ipringt um, gleitet weiter, Namen von Kollegen und
rufen. Der Arbeitsplatz des Handwerksmeisters war in sinnvoller Weise mit dem Bild des Führers und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, den Fahnen der Bewegung und mit Blumen geschmückt. Das „Largo" von Händel eröffnete die Feier. Der Sachbearbeiter für Bekleidung, Stabszahlmeister Roth, sprach seinem Handwerksmeister herzlichen Dank aus für die treue Pflichterfüllung in den verflossenen 25 Jahren und besonders für die vorbildliche Mitarbeit seit Bestehen des neuen JR. 116.
Der Führer des Restkommandos des I. JR. 116, Hauptmann Sei gang, sagte im Namen des abwesenden Bataillons dem Jubilar Dank und Anerkennung für den steten Einsatz für die Truppe.
Betriebsobmann Otto Dolz überbrachte die Glückwünsche der gesamten Gefolgschaft und hob besonders das gute kameradschaftliche Verhältnis zwischen Handwerksmeister und Handwerkern hervor.
Anschließend überreichte er dem Jubilar die schönen Ehrengaben der Mitarbeiter.
Der Jubilar, Handwerksmeister (E c/ro e t n, banfte herzlich für die Ehrungen, bemerkte aber besonders, daß er die bei dem Neuaufbau des Heeres zu leistenden Arbeiten nur unter tatkräftiger kameradschaftlicher Unterstützung seiner Handwerker bewerkstelligen konnte, denen er am heutigen Ehrentage seinen besonderen Dank abstatten wolle.
Das vom Führer zu verleihende Silberne Treudienst-Ehrenzeichen, sowie ein Geschenk des Bataillons werden dem Jubilar nach Rückkehr der Truppe überreicht.
Der Führer des Restkommandos, Hauptmann B e i g a n g , schloß den Betriebsappell mit Worten des Dankes an den Führer, dem das Sieg-Heil galt. Mit dem Gesang der Lieder der Deutschen klang die schöne Feier aus. •
308652 Mark Emiopsspende in unserem Gan.
28 Prozent mehr als im Vorjahr.
3l$(5. Der erste (Einfopffonnfag des Winter- hllfswerkes 1938/39 erbrachte im Gau heffen- ilaffau die ansehnliche Summe von 308652,13 2Nark. Dieser Erfolg übersteigt das Ergebnis des gleichen Eintopfsonntags im vorhergegange- nen Winterhilfswerk 1937/38 um 67 7 3 3,04 Mark, so daß also der erste Eintopf dieses Jahres 2 8 v. h. mehr erbrachte, als der des Vorjahres. Einige Gemeinden haben diesen Durchschnitt allerdings nicht erreicht. Erwartet wird aber, daß bei den nächsten Sammlungen auch dort eine Steigerung der Opferwilligkeil festgestetlt werden kann.
Der (Erfolg des jüngsten Eintopfsonntags zeigt, daß die Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau die Bedeutung der geschichtlichen Ereignisse voll und ganz erkannt hat und bereit ist, alles daranzusetzen, mit ganzen Kräften unseren sudetendeutschen Brüdern zu helfen, die schon jetzt Durd) das Winterhilfswerk betreut werden.
Wer etwas besonderes für unsere Volksgenossen im Sudetengau tun will, spende auf die Konten des Gaubeauftragten für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes:
Postscheckkonto Frankfurt a. M. 23000,
Girokonto 6800 Bank der Deutschen Arbeit, Frankfurt a. M.,
Girokonto 7300 Städtische Sparkasse Darmstadt.
Albrechi Schoenhals und Olga Tschechowa.
Eine Szene mit Albrecht Schoenhals und Olga Tschechowa in dem Film „Rote Orchidee n", der gegenwärtig im Gloria-Palast in Gießen lauft.
Kolleginnen tauchen cuf, nahe und ferne, Bruno Kastner, Ida Wüst, Wohlbrück ... (Erinnerungen an den Filmball und die WHW. - Sammlung... Schoenhals erzählt uns eine reizende Geschichte in franffurteritoer Mundart von Ida Wüst und dem davongerollten Aepselchen, schade, daß wir sie, aus mehreren Gründen, nicht nacherzählen können. „Albrechtche", hat die gute Ida mal zum Kollegen Schoenhals gesagt, „hör auf mich: geh in die Provinz, geh in die kleine Nester, es lohnt sich..." Er hat es sich gemerkt, und jcht ist er da. (In der Provinz — die Nester liegen wo anders.)
*
Drüben läuft schon der Film. Aufbruch, Händedruck, vielen Dank, auf Wiedersehn! Wir denken noch darüber nach, was Schoenhals uns zuletzt über feine stille Liehe zum Theater erzählt hat — da ist das Abenteuer mit den „Roten Orchideen" schon im besten Gange. Und wir bestätigen alsbald, was der Gast dazu bemerkte: richtiger, handfester Film — jawohl, das ist er, und wir fügen aus freien Stücken hinzu, daß es ein überaus spannender, handlungsreicher, überraschender Film ist, manchmal geradezu aufregend, lieber die Fabel mehr zu sagen als ein paar Andeutungen, wäre roh. Das Stichwort steht im Programmheft: „Was geschah in der Nacht zum 17. Mai in den F.N.G.-Werken?" Der Schlüssel zu den Ereignissen, der kleine, unscheinbare Motor der scharfsinnig aufgebauten, in verwirrendem Tempo abrollenden Szenenfolge ist ein chiffrierter Geheimtext, ein unschuldiges Blättchen Papier, das der Oberingenieur Nica in feine Hand gebracht hat, und um desfentwillen er mit allen Mitteln auf Tod und Leben verfolgt wird ... auf einmal steckt das Papierchen in einer roten Orchideenblüte, die Nica aus der Jntendantenloge in der Oper der Sängerin Maria Dorando als ritterliche Huldigung zuwirft...
Genug der Andeutungen. Da muß jeder selbst sehen, wie das weitergeht und endet. Nica mit dem Code und mit der Orchidee ist Albrecht Schoen- hals, und da wir ihn auf der Leinwand sehen, erinnern wir uns seiner Worte von vorhin und begreifen sehr gut, was ihn an dieser Rolle gereizt hat. Wenn sie auch nicht ganz das Format des Bolingbroke oder eines noch zu formenden Richelieu hat: man spürt etwas von diesem Helden ohne roha Gewalt und ordinäre Muskelkraft; hier ist eine Gestaltung aus Intelligenz, aus guter, weltmännischer Haltung, aus gewinnendem Humor und Ritterlichkeit auf eine sehr filmgerechte Weife gemischt.
Der Regisseur Nunzio M a l a s o m m a hat die verwirrenden Fäden des Spiels leicht und überlegen in der Hand, hat die Gewichte, auch darstelle
risch, geschickt und gerecht verteilt. Die Tschechowa, große Dame und gefeierte Sängerin, gelöst und beherrscht zugleich im abenteuerlichen Wirbel der Ereignisse. Camilla Horn als Gsgentyp, immer auf dem Sprung, gehetzt, gefährdet, auf verlorenem Posten. Herbert Hübner als Professor Castro: ein brutaler, kalter Gewaltmensch; „ein Herzchen" sozusagen, und er spielt es großartig un- sentimental. Von den übrigen: Nielsen, W e- stermeier, Steinbeck, Walter Janssen, Ursula H e r f i n g. — (Märkische-Panorama-Schnei- der.)
*
Dann wird es hell, der Vorhang geht auf: Albrecht Schoenhals persönlich, vom großen Publikum begrüßt. Er dankte für den freundlichen Empfang, auch im Namen seiner Mitarbeiter an diesem Film, zumal der beiden schönen Kolleginnen Camilla Horn und Olga Tschechowa, die ihm Grüße an die Gießener aufgetragen hätten, und denen er von unferm feinen Theater erzählen wolle...
Schoenhals sprach aber nicht nur die bei solchen Gelegenheiten üblichen „passenden Worte", sondern nach dieser Einleitung ganz ernsthaft und beherzigenswert über den erfreulichen Gewinn eines solchen Abstechers „in die Provinz", zu sehen, wie sich das Publikum zum Film und zum Filmschauspieler verhalte... über den tiefgreifenden Unterschied auch zwischen diesem und dem Kollegen auf der Bühne: da ist Abend für Abend der unmittelbare, lebendige. Kontakt mit Dem Zuschauer und Hörer — im Atelier formt der Darsteller ohne solchen befeuernden Widerhall in einer harten, aufreibenden Arbeit vier, sechs, acht Wochen lang an einem Mosaik — nicht fühlenden Menschen gegenüber, sondern seelenlosen Maschinen und stechenden Jupiterlampen...
Ach, dieser flüchtige Seitenblick ins Atelier, die Geschichte vom Spiegel, vom „Photographiergesicht" und der ganz gemeinen Angst: wie erfrischend fachlich und iüufionsfern. „Es ist nicht alles Gold, was glänzt", aber goldene Worte wurden gerichtet an die zahlreichen jungen Damen, die dem umschwärmten Darsteller in zarten duftenden Briefen versichern, „daß der Film auf sie warte..."
Schoenhals bat, auch den jungen Kollegen vom Nachwuchs eine faire Chance zu geben, ihnen Zeit zu lassen ... „es ift nicht so einfach", es ist manchmal wie damals im Kriege, und Kunst kommt noch immer von Können. Er warb um Anteilnahme, um Mitgeben, um Verständnis. Widerhall muß spürbar, Kritik aus Liebe zur Sache geboren sein. Anknüpfend an ein Wort von Dr. G o e b b e l s, der den Film einen Kulturfaktor nannte, erklärte
Rückkehr in die Garnison.
Als erste Einheit unseres Gießener Regiments wird die 14. (motorisierte) Kompanie am heuti« gen Dienstag zwischen 13 und 14 Uhr, auf dem Uederlandmarsch vermutlich über die Reichsautobahn aus Reichtung Steinbach kommend, wieder im Standort Gießen eintreffen. Die Kompanie wird, wie man vermutet, von der Stadtgrenze aus zunächst durch einige Straßen der Stadt fahren und sich dann zur Kaserne begeben. Die übrigen Kompanien unseres Regiments werden, soweit bis jetzt hier bekannt ist, voraussichtlich am Donnerstag mit der Bahn wieder in Gießen eintreffen; die Stunde der Ankunft der Transportzüge ist bis jetzt noch nicht bekannt. Wahrscheinlich wird auch unsere Artillerie im Laufe des Donnerstag mit der Bahn hierher zurückkehren, jedoch ist auch in dieser Hinsicht bis jetzt noch keine bestimmte Stunde festgesetzt.
Mit dem Treudienstehrenzeichen geehrt
Der Führer und Reichskanzler hat den nachstehend genannten Beamten der Justizbehörden des Oberlandesgerichtsbezirks Darmstadt als Anerkennung für langjährige treue Dienste das Treudienstehrenzeichen verliehen. Das Ehrenzeichen wurde im Auftrag des Oberlandesgerichtspräsidenten und
Morgens und abends Chlorodont verhütet Zahnstein-Ansatz
des Generalstaatsanwalts Den ausgezeichneten Beamten durch die zuständigen Behördenleiter in feierlicher Form überreicht.
Das goldene Treudienstehrenzeichen für 40jährige treue Dienstzeit erhielten: Oberamtsrichter Friedrich Traber, Lauterbach, Justizsekretär Jakob Vogt, Schotten, Hauptwachtmeister Georg Grafen- st a d t, Butzbach.
Das silberne Treudienstehrenzeichen für 25jährige treue Dienstzeit erhielten die Justizinspektoren Karl Kling, Bad-Nauheim, Johannes Kranz, Schotten, Karl Funk, Lauterbach, Andreas Merle, Gießen, Gerichtsvollzieher Karl Wagner, Schotten, Justizassistent, Oberassistent Johannes (Eifert, Ulrichstein, Justizoberwachtmeister Johann Philipp I e n i k e, Lauterbach, Verwalter Karl Buß, Butzbach, die Oberwachtmeister Wilhelm H i l d , Butzbach, Wilhelm Möller, Butzbach, Karl Schäfer, Butzbach.
Wieviel ist das Leben wert?
*7* Die meisten Menschen sagen, es sei unbezahlbar. Damit haben sie Recht. Man lebt nur einmal; und jeder sucht sich am Leben zu erhalten, solange es irgend geht.
Bei einem Luftangriff werden zahlreiche Menschen in Lebensgefahr kommen, auch durch chemische Kampfstoffe (Giftgase).
Gegen jede Waffe gibt es jedoch auch einen Schutz. Der Schutz gegen giftige Gase ist die Volks- gasmaske. Wenn man bedenkt, daß sie nur 5 Mark kostet, daß anderseits das Leben einen unersetzlich hohen Wert hat, so muß mafl erkennen, daß im Falle eines Luftangriffes der Besitz einer Volksgasmaske die billigste Lebensversicherung ist, die es überhaupt gibt. Es ist deshalb nicht nur nationale Pflicht, sondern auch ein Gebot der Klugheit, die Dolksgasmaske zu erwerben.


