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Wahrung der staatlichen Autorität auf außenpoliti» schem Gebiet, auf militärischem und finanziellem Gebiet gewähre es allen Volksgruppen eine Selbst­verwaltung, die weitgehend den nationalen Belan­gen entsprechen würde.

Es frage sich aber, ob dieses Statut die Minder­heiten zufriedenstellen würde. Hodscha habe es be­reits drei Minderheitenabordnungen zur Kenntnis gebracht. Die ungarische unter Führung Ester-, hazys habe eine negative Antwort erteilt, die polnische Abordnung unter Führung von Wolf und Jung habe weder Ja noch Nein gesagt, und die deutsche Abordnung unter Führung von Kundt habe die Verhandlungen zuerst in die Länge gezogen, dann aber einen Gegenvorschlag zutage gefördert, der bestrebt sei, eine Angleichung an die acht Karlsbader Punkte zu finden, und der ebenfalls vom gesetzlichen Standpunkt ein juristisches Monstrum darstelle. Dieser Gegenvorschlag habe zum Ziel, aus den Sudedendeutschen einen Staat im Staate zu machen, einen totalitären Staat in einem demokratischen, und der Führer dieses Staates, Henlein, würde nach dem Vorschlag als Präsident dieses Staates im Prager Ministerrat und im Rat der nationalen Verteidigung sitzen. Ja, noch mehr, er würde das Vetorecht gegenüber allen Beschlüs­sen der tschechischen Regierung einlegen, und die Armee würde nach diesem Plan in sudetendeutsche und in tschechische Einheiten eingeteilt werden. Hodscha habe nichts anderes tun können, als diese Vorschläge abzuweisen, woraufhin jedoch die Sudetendeutschen sich entschlossen hätten, kurz und bündig die Verhandlungen abzubrechen. Die deut­sche Mystik habe bei ihnen über die Vernunft und den Realismus gesiegt. Man frage sich, ob dies ihre endgültige Antwort zu den Prager Vorschlä­gen darstelle. Dies hänge ebenfalls »von den In­struktionen ab, die Hitler Henlein in Berchtesgaden erteilen werde und die man zur Zeit noch nicht ganz wisse. In sudetendeutschen Kreisen zeige man

Festungswerke

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Paris, 16.Juli. (DNB.) DerParis Midi" glaubt, nähere Einzelheiten zu dem von der Pra­ger Regierung ausgearbeiteten Minderheitenstatut machen zu können, das am 20. Juli dem tschechischen Parlament vorgelegt werden solle. Das Statut glie­dere sich in drei Gesetze:

1. Ein Gesetz über das Unterrichtswesen. Hier komme man den Wünschen der verschiedenen Minderheiten entgegen, zumal die bereits zahl­reichen deutschen, ungarischen, polnischen und rutheNischen Schulen noch stark vermehrt, der Un­terricht in den Schulen selbst reorganisiert und das Schulprogramm geändert werden soll. Der tsche­chische Staat werde alles in allem die Leitung der Schulen den Minderheiten selbst überlassen.

2. Das zweite Gesetz betreffe die Beamten. Es werde jeder Minderheit und Verwaltungsstelle eine Anzahl von Posten überlassen werden, die der Stärke der Minderheiten proportional entsprechen solle. Die Deutschen beispielsweise, die 22 v. H. der Bevölkerung ausmachten, würden das Recht auf 22 v. H. der Staatsstellen haben. Sie würden sich in Zukunft nicht mehr darüber beklagen können, daß sie nur drei Beamte im Landwirtscyaftsministe- rium hätten. Die Rekrutierung der neuen Minder­heitenbeamten werde sehr liberal gehandhabt wer- den und praktisch durch die Minderheiten selbst be­stimmt werden.

3. Das dritte Gesetz betreffe die Zuerteilung von Landtagen an die vier Provinzen Böhmen, Mährisch-Schlesien, Slowakei und Kar- patho-Ukraine sowie deren Unterteilung in nationale Kurien. Mit anderen Worten wür­den die vier Provinzen eine weitgehende Autono­mie genießen, und innerhalb jedes Landtages würde jede Nationalität ihr eigenes kleines Parla­ment ihre nationale Kurie haben, die für alle Fragen der Nationalitäten zuständig wäre. Dieses letzte Gesetz stelle ein wahres Kun st werk auf konstitutionellem Gebiet dar. Unter vollständiger

der seht durchgeführlen mililärischen TNahnah- men war. 3n das gleiche Kapitel gehört das Geheimnis um die dreijährige Dienstzeit. Die Regierung in Prag hat bis heute dem Parlament noch keine Aufklärung über ihre Absichten in dieser Frage machen können. Offenbar bestehen völlig verschiedene Absichten. Die militärischen Stellen handeln aber auf eigene Faust. weih man an den verantwortlichen politischen Stellen in Prag, was mit diesen Truppenbewegungen bezweckt wird? Es hat sich hundertfach erwiesen, daß die Verbindung zwischen den unteren Stellen und der Prager Regierung sowohl in der Vermal- tung als auch beim Heer nicht besonders eng ist. Die Staatspolizeiämter handeln nach eige­nem Ermessen und kümmern sich nicht um die Anordnungen von Prag. Die militärischen Machthaber in den Grenzgebieten tun, was s l e w o l l e n. Vei der Spannung, die zwischen Deutschland und der Tschecho-Slowakei durch die einseitige Schuld der Tschechen seit Ende Mai besteht, sind solche militärischen Bewegun­gen immer ernst zu nehmen.

Die tschechische Presse hat in den letzten Tagen wieder Kurs in Richtung Terror und Gewalt ge­nommen. Sie hat sich an der Lügenaktion gegen Deutschland erheblich beteiligt. Don französischer Seite ist ihr, wie der Artikel des einstigen fran­zösischen Luftfahrtministers Pierre Cot beweist, zu­geflüstert worden, daß die Tschechen der wichtigste Faktor bei einem Angriffskrieg der Volksfront auf Deutschland sind. Bei solcher nicht von Deutschland hervorgerufenen Spannung können auchTruppen­ablösungen", um die es sich nach neuesten Informa­tionen aus Prag bei den beobachteten Truppenbe­wegungen gehandelt haben soll, äußer st ernste Wirkungen haben.

MUS groß geworden, sich für dqs Schicksal seiner Volksgenossen jenseits der Grenze zu interessieren begann, habe die tschechische Regierung Alarm geschlagen. Sie habe bereits ein. Bündnis mit Frankreich gehabt, und bann 1935 das Militärbündnis mit S o w j e t r u ß l a n d geschlossen, womit sie selbst ihr Schicksal heraufbeschwor, da die Bolschewisten die ärgsten Feinde des Reiches seien. In ihrer Auf­regung über den Anschluß Oesterreichs hätten die Tschechen dann von Reformen zu reden begonnen, aber das sog. Nationalitätenstatut sei offensichtlich nur dazu bestimmt gewesen, Zeit $u g e ro i n = n en. Die tschechische Regierung hoffe letzt, daß eine unvorhergesehene Wendung in der internationalen Lage eine Möglichkeit bieten werde, der Strafe für ihre Missetaten zu entgehen.

Truppen beladen waren. ...

seit Samstagfrüh an der Grenze sechs vollbeladene Wagen mit Steinen für d i e Weg­sperre. An der Straße nach Braunau kann man mit bloßem Auge Schützenlöcher, die mit leichten Maschinengewehrtrupps besetzt sind, und Artillerieheobachtungspunkte erkennen, an denen ein lebhaftes Kommen und Gehen herrscht.

Em wahres Kunstwerk."

Wie man mit dem Nationalitätenstatut die Volksgruppen hintergehen will.

Der ins Waldenburger Grenzgebiet entsandte Sonderberichterstatter desZwölfuhr- bluttes" meldet: Im Grenzgebiet von Ober-Wüste- giersdorf wimmelt es feit Freitag von tschechischen Gendarmeriebeamten und Grenzjägern. In den Grenzbefestigungen sind neue Truppenteile eingetroffen, die zum Teil die bisher dort diensttuenden Truppen abgelöst haben, zahlenmäßig aber stärker sind als die bisher dort diensttuenden Truppen, so daß an verschiedenen Stellen im Walde Zeltlager aufgeschlagen wurden. Auch in Politz und in Trautenau sind in der Nacht zum Samstag größere Truppenverbände angekommen und auf den Bahnhöfen ausgeladen worden. Wie sich herausstellt, sind bei einer Reihe Straßen auch am Sonntag die Grenzsperren noch vor- Händen, und zwar stets über die eine Straßenhälfte, während die andere frei ist. Von Grenzbeamten ist beobachtet worden, daß in der Nacht zum Sonntag

Augenzeugen herichten.

Fortdauer der militärischen Vorbereitungen im Grenzgebiet.

Deutschland will Frieden mit dem französischen Volk.

Gauleiter Bürckel gegen hie Kriegshetzer. - Das Grenzland erhebt seine Stimme für den Frieden.

durch Weckersdorf eine große Zahl von geschlossenen Militärlastkraftwagen fuhr, die mit ' ' Bei Merkelsdorf stehen

tiefe Erdstellen auszuheben, Betonklötze zu ver­setzen und umfangreiche Befestigungsarbeiten durch­zuführen. Es ist offensichtlich, daß an dieser Stelle angelegt wer-

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London und Pc die Prager Rec Nationalitäten r- Nationalitätensti werden, auch w Prager Väter Wechselbalg zu stand, daß ube tuts nur hopfe] Gutes erwartei sollte, MS u Statuts zu be lich in der Do sailles in Sac sie selbst dafü wesen. Es gib in denen die für jede zahl Minderheit h forderten, in Lausitz und An all das mehr erinne Midi" melde Volksgruppen geben, ober h eigene ütoltäu ist kennzeichne Heer mit tschk

großer Bedeutung. In Deutschland wurden die Tat­sachen bekanntgegeben. Sofortdementiert" man in Prag. Der Gesandte der t s ch e ch o - s l o w a - kischen Regierung gab in Berlin die Erklä­rung ab, daß eineM obilisierung der tschecho - slowakischen Armee" nickt stattgefunden habe. Dementiert wird also, was gar nicht behauptet wurde. Das ist ein Beweis, daß die beobachteten Tatsachen gar nid)t geleugnet werden können. Das Dementi offenbart aber wieder einmal, daß man bei jeder Aeußerung, die von Prag kommt, zwischen dem Willen ober ber Absicht,bes einen ober anderen Ministers und den Handlungen derer zu unterschei­den hat, die aus eigenen Stücken Politik gegen die Sudetendeutschen und gegen Deutschland machen. Der tschecho-slowakische Ministerpräsident verhandelte mit den Volksgruppen über einen Plan, der nicht einmal von den Parteien gebilligt ist. auf deren Stimmen bei einer parlamentarischen Ent­scheidung Hodza angewiesen ist. Er kann wegen eines an sich völlig unzureichenden Planes schon gestürzt werden. Auf welcher Seite stehen nun bie Männer des tschecho-slowakischen Ge­neralstabes? Sicher nicht bei Hodza, denn sie haben sich in der Krisis von Ende Mai und An­fang Juli alsdieradikal st en Verfechter der Hetze und des Terrors gegen die Su- defendeutschen erwiesen. Sie haben damals mit den tschechischen Terrororganisationen gemein­same Sache gemacht.

Als Deutschland gezwungen roar, entschiedene Proteste in Prag wegen der dauernden Grenz- vertehungen durch tschecho-slowakische Flieger zu erheben, gaben hodza und krofta die Erklä­rung ab, daß die militärischen Flugzeuge zehn Kilometer hinter der gemeinsamen Grenze ge­halten werden würden. Kein 5 o t b at h a t sich an diese Anweisung gehalten. Erst in den letzten Tagen hat sich eine neue Grenzverletzung ereignet, die nur das Vorspiel

mit ber SBieberoereinigung bes Saarlcmbes mit bem Deutschen Reich alle territorialen Fragen zwi­schen uns unb Frankreich e n b g ü 11 i g gelöst sinb. Es kann sich also für Herrn Pierre Eot nur darum handeln, den schürenden Sowjetrussen Hilsdienste zu leisten. Er hat ia auch in der Spa- nienfrage alles getan, was ein Beauftragter Sowjet­rußlands tun kann.

Wir können aber nicht annehmen, daß das französische Volk Bundesgenosse ber Welt- revolution sein will. Ich glaube, eine Volksbefra­gung in Frankreich unb Deutschland ob die beiden Völker ein ewiges Bündnis für den Frieden fchlie- ßen wollen und bereit find, alle Garantien für die- Jen Frieden zu bieten, würde mit einem einzigen Ja beantwortet werden. So soll auch diese Kund­gebung ein großes Bekenntnis zum Frieden mit unseren Nachbarn jein, aber auch ein Bekenntnis zu der Entschlossenheit, jedem Versuch, diesen Frieden zu brechen, so gegen- überzutreten, wie man das gegenüber einem Ver­brecher tun muß.

Berlin, 18.Juli. (DNB.) lieber die Vorgänge im tschecho-slowakischen Grenzgebiet meldet der in das Riesengebirgsgebiet entsandte Sonderbericht­erstatter desZwölfuhMattes" folgendes aus Hirsch­berg: Seit Donnerstag voriger Woche beobachtet man an der 1050 Meter hoch gelegenen schlesi­schen Grenzbaude bei Schmiedeberg, daß jeden Tag vier tschechische Offiziere, Soldaten unb Zivilisten mit Vermessungsgeräten wichtige Vermessungen am Walbrand von Ober- Kleinaupa, im Sichtfeld ber schlesischen Grenzbaube gelegen, vornehmen. An den vermessenen Stellen rammen dann die Soldaten weiße Pfähle mit rot angestrichenem Kopf ein. Wie schon an vielen an­deren Stellen, so werden auch hier nach diesen Vorbereitungen in den nächsten Tagen Tank- fallen gebaut werden. Am Waldrand von Kolbendorf in Richtung auf die schlesischen Grenz- bauben sind Maschinengewehrnester her- 'gerichtet worden, bie jedoch nur nachts besetzt sind, während sich am Tage die Schützen in den Wald zurückziehen. Seit Freitag beobachtet man täglich, daß in Höhenelbe in Sokolver­bänden organisierte Frauen mit Ge­wehren ausgebildet werden. In der Nacht zum Sonntag durchrasten zahllose Lastkraftwagen mit tschechischen Truppen bie Ortschaft Hohenelbe.

Zuverlässige Meldungen aus Rochlitz unb harrachsdors besagen, baß ber Bevölkerung burch bie Behörden für bie nächsten Tage Einquartierung bevorslehe. Entlang bem Riesengebirgskamm werben neue riesige Befestigungen, Geschütz st änbe unb Maschinengewehrnester in überhitzter Eile angelegt, bereu Bau man nach ber beut- schen Seite hin burch hohe Bretterzäune gegen Einsicht schützt.

Aus ber 1600 Meter hohen Schneekoppe, die zur Hälfte deutsch und zur Hälfte tschecho-slowakisch ist, treffen seit Februar tschechische Offi­ziere ein, die wichtige photographische Aufnahmen nach ber deutschen Seite machen. Auch auf dem Kamm des Riesengebirges unterhalb Der Schnee­koppe sind seit Freitag zahlreiche tschechische Offiziere beobachtet worden, bie, sobalb es bie Sicht zuläßt, photographische Aufnahmen von den deutschen Tälern machen.

An ber Grenze bei Rachod werben in fieber­hafter Tätigkeit von tschechischem Militär um­fangreiche Befestigungen angelegt. So sinb an ben ber Grenze gegenüberliegenben Vergabhängen zahlreiche Maschinen- gewehrnester, bie bauernb beseht gehalten werben, unb betonierte Geschütz- stänbe gebaut worben. Die Waldränder sinb burch Stachelbrahtverhaue abgesperrt. Desgleichen sinb alle Wege bes Gelänbes, mit Ausnahme ber großen Landstraße, bie burch bie Geschützstellungen beherrscht wirb, burch schräg in ben Voben gerammte Eisenpfähle (Tankfallen) unpassierbar gemacht.

Auf dem das Tal an der Grenze bei Nachod be­herrschenden Berg ist wie man ohne Glas von der deutschen Seite aus beobachten kann ein zahlreiches Armierunyspersonal bis in die späten Abendstunden emsig damit beschäftigt,

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Der in das sächsisch-schlesische Grenz­gebiet entsandte Sonderberichterstatter des Zwölfuhrblattes" meldet: Im Reichensteiner Ge­birge, im Grenzgebiet von der Gücke nach Reichen­stein, sind in den letzten Tagen auf allen kleinen Feldwegen B e t o n k l ö tz e angebracht und andere Wege durch senkrecht in den Boden gerammte Eisenpfäh le gesperrt worden. In der Rum­burger Gegend bei Ebersbach in Sachsen sind die Maschinengewehrnester und Unter = ft ä n b e in den letzten Tagen in aller Eile aus- gebaut worden. Auch in der Gegend von Neu­gersdorf in Sachsen bestehen alle Militärposten noch weiter. Die Posten der Gendarmerie und der Fi­nanzwache sind seit einigen Tagen etwa a u f die dreifache Stärke gebracht worden. Die Verstärkung der Finanzwache wurde in erster Linie aus militärischen Beständen vorgenommen. Hinter Rumburg ist die nach der Schöberburg benannte Schöberlinie s ehr st a r k b e f e st i g t worden, sie wird weiterhin stark mit Militär besetzt.

News Chronicle" schwindelt weiter.

Dreiste Erfindungen über angebliche deutsche Truppenzusanunenziehunoen.

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Das neueste Lügenmärchen.

London, 16. Juli. (DNB.) Unter der Ueber- chriftTschechische Spannungen und Nazi-Truppen­bewegungen" berichtet ein Sonderkorrespondent des News Chronicle" über die zunehmende Ner­vosität in Nordböhmen und eine angeblich steigende Propaganda der Henlein-Partei. Ebenso wie vor dem 21. Mai dem kritischsten Wochenende seit dem Kriege habe Henlein die Tschecho- Slowakei verlassen. Er sei mit seiner Familie nach Deutschland gegangen und wie immer nach seiner Abreise habe in den Grenzgebieten eine lebhafte Propaganda von Mund zu Mund eingesetzt. Immer und immer wieder bedrohten die Anhänger Henleins den demokratischen Teil der Bevölkerung, und es werde der Tag der Abrechnung bald da sein.

Der Berichterstatter behauptet dann weiter, daß Mitglieder der Sudetendeutschen Partei nur ihre Parteiblätter lesen dürften und daher nicht wüßten, was im Auslande vorgehe. Die deutsche Bevölke­rung verweise auf eine Zusammenziehung deutscher Truppen auf Truppen­übungsplätzen und auf den Befehl der Henlein-Partei, daß alle Parteimitglieder für eine neue deutsche Aktion bereit fein sollten. Henlein habe an alle Parteiorganisationen im udetendeutschen Gebiet einen Befehl erteilt, daß alle Arbeiter der Partei sich für einen Gene­ra l st r e i k bereithalten sollten, der mit der Verkündung des Nationalitätenstatuts beginnen solle. Man verspreche außerdem, daß die darauf folgende Unordnung durch Deutschland sehr bald ausgenutzt werden würde. Offen be­reiteten sich die Nationalsozialisten in den deutschen Gebieten für eine militärische Aktion vor. Deutsche Soldaten, die nach der Tschecho-

Ludwigshafen, 17.Juli, (DNB.) Auf einer Kundgebung des faarpfälüfchen Führerkorps erklärte Gauleiter Bürckel:Wir G r e n z l ä n d e r wol­len uns ehrlich versprechen, das Gewissen u n - e r e r Nationen zu sein, damit nie wieder ein Streit zwischen unseren Völkern entsteht. Wir wol­len am lautesten unsere Stimme für den Frieden erheben. Was aber berechtigt eine gewisse Hetzxresse zu ihrem aufdringlichen Kriegsgeschrei? Würden jene Staaten, in denen so gehetzt wixd, ein Gesetz chaffen, wonach bei Ausbruch eines Krieges alle diese Leute zu einer Sturmformation zusammen­gezogen würden und als erste zum Einsatz kämen, dann könnte man sehr schnell feststellen, daß diese Kriegshetzer die übelsten Feig­linge sind. Denn sie hetzen nur so lange, als sie den eigenen Kopf nicht zu riskieren brauchen und verdienen können. Was beabsichtigt der ehemalige ranzöfifche Luftfahrtminister Pierre Cot, der imNews Chronicle" ganz offen für den Prä­ventivkrieg eintritt? Wir wollen Frankreich weder ein Stück Land nehmen, noch ihm sonst irgendein zufügen. Der Führer hat feierlich erklärt, daß

Wie diese letzten Meldungen deutlich machen, geht das Dementi der tschecho-slowakischen Regierung an den Tatsachen vorbei. Eine Mobilisierung der CSR. ist nicht gemeldet worden, dagegen wurden militärische Bewegungen be­obachtet, denen man jetzt offenbar eine harmlose Deutung geben will. Demgegenüber muß darauf hingewiesen werden, daß in tschechischen und in der Tschecho-Slowakei befreundeten Blättern behaup­tet wurde, Deutschland ziehe Truppen gegen die CSR. zusammen, weil sich auch Truppenteile, wie immer im'Sommer, auf Uebungsplcitzen befinden, die 50 bis 100 Kilometer nach'der Grenze zu liegen.

Der tschechische Gernegroß hat durch seine letzten militärischen Abenteuer eines Krieges ohne Gegner, dessen Ausgang die tschecho-slowakische Presse als großen Sieg feierte, offenbar Mut bekommen, weiter mit Waffen zu spielen. Deutschland ist so groß und so stark, daß es sich diese kindliche Spiele­rei eine Weile in Ruhe mit ansehen kann. Einmal aber muß der Zeitpunkt kommen, wo auch mit Waffen spielende Kinder damit Unfug anrichten können. Deshalb sei an die Eltern des Kindes die Mahnung gerichtet, ihrem ungeratenen Früchtchen derartige gefährliche Spielzeuge rechtzeitig aus der Hand zu nehmen.

Prag will nur Zeit gewinnen.

Die Tschechen prellen die öffentliche Meinung Englands.

London, 18. Juli. (DNB. Funkspruch.) Unter der ÜberschriftWie lange werden die Tschechen den Frieden gefährden?" veröffentlicht Lord R o - t h e r m^e r e in derDaily Mail" einen Artikel, in dem er an die britische Regierung appelliert, sich aus der tschecheschen Frage herauszuhalten. 1919 hätten die Alliierten auf der Pariser Friedens­konferenz das österreichisch-ungarische Kaiserreich, das zum mindestens eine wirtschaftliche Einheit ge­wesen sei, unter dem Vorwand vernichtet, den ver­schiedenen Nationalitäten das Selbstbestim­mungsrecht gewähren zu wollen. Aus den Ruinen hätten sie ein vollkommen künst­liches Gebilde, die sogenannte Tschecho-Slo- wakei geschaffen, das die Fehler und Ungerechtig­keiten des Reiches, das die zerstört hätten, von neuem beginne. Von allen Jrtrümern, die die Friedensmacher begangen hätten, fei dies der schlimmste Fehler gewesen, und die Strafe dafür könne nur zu leicht ein neuer euro­päischer Krieg fein. Wenn man sich noch da­mit begnügt hätte, den Tschechen in der Provinz Böhmen ihre Unabhängikeit zu gewähren, so wäre dagegen nichts zu sagen gewesen. Aber die Tschechen i hätten leider auf der Friedenskonferenzeinen - der schlauesten Intriganten", Dr. B e n e s ch , als , Vertreter gehabt. Dieser habe gewußt, daß die : Tschechen aus s i ch selb st heraus keineNa- I tion von irgendwelcher Bedeutung bilden könnten,

slowakei desertiert seien, erklärten, daß die deut« schen Manöver nur deshalb abgefagt seien, um Truppen so unauffällig wie möglich i n Grenzstädten und auf Truppenübung s- Plätzen zusammen ziehen zu können. Der Boykott tschechischer und jüdischer Läden greife immer weiter um sich, so daß viele Kaufleute und Industrielle ihre Unternehmungen in die slawischen Gebiete verlegten, was wiederum weiteren Zünd­stoff für die Angriffe der Henlein-Anhänger auf tschechische Juden, Demokraten und Katholiken gebe. Durch die Erklärung des offiziellen katholischen Organs, daß die römisch-katholische Kirche Wünschen von Eltern, Henlein zum Paten ihrer Kinder zu machen, nicht stattgebe, sei der Terror gegen Kirche und Geistliche wieder aufgeflackert.

Auf der tschechischen Seite sei die Bevölkerung sich dessen bewußt, wie gefährlich die Sage sei, der sie sich in naher Zukunft gegenüberstünde, besonders im August. Man treffe daher Vorsichtsmaßnahmen, falls sich aus einer erneuten Spannung die Vor­gänge des 21. Mai wiederholen sollten. Verschiedene Besuche deutscher Generäle in Wien und Budapest, Truppenzusammenziehungen an der österreichisch- tschechoslowakischen Grenze und der Anblick be­waffneter Donauschiffe unweit von Preßburg regten zu weiteren Vorsichtsmaßnahmen an. Obwohl die militärischen Maßnahmen in Oester- r e i cf) z. T. auf die dortigen inneren Schwierig­keiten zurückzuführen seien, vertrete man in Prag doch die Ansicht, daß es nicht wahrscheinlich sei, daß Schwierigkeiten in Oesterreich Hitler davon ab­halten würden, seine Pläne in der Tschecho-Slowakei durchzuführen. Die Zunahme innerer Schwierig­keiten möge mehr oder weniger ein Grund dafür sein, die Unzufriedenheit der Bevölkerung abzu­lenken. In Prag wisse man, daß von einem Wochen­ende zum anderen d i e^L ageimmergefpann- t e r werde. 3

und deshalb habe er ihre Zahl vergrößert, indem er zahlreiche Minderheiten anderer Na­tionalität unter das tschechische 3 o cf) brachte. Europa habe für die Klagen nur taube Ohren gehabt. Als geschickte Agitatoren hatten die Tschechen die öffentliche Meinung in England geprellt, indem sie sich in mchts- agenben Redensarten über ihre Ergebenheit für diedemokratischen Grundsätze" ergangen hatten. Man könne diedemokratische" Natur ihrer Metho­den aber zum Beispiel danach beurteilen, daß 1929, als der Slowakenführer Tuka darauf aufmerksam machte, der Slowakei sein keine Autonomie gegeben worden, wie in Pittsburg versprochen, dieser durch ein tschechisches Gericht zu 15 Jahren Zucht­haus verurteilt wurde. Als endlich Deutsch­land, unter der Herrschaft des Nationalsozialis-