Ausgabe 
18.6.1938
 
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L»Kring-tNelchior-Vier /T\ das Gute ... xsz

bis 18. Oktober 1917.

würzig mild - mit dem bekannten Schinkenbild I

in in

1.

Das Regiment mar zu Schlacken ausgebrannt, es : wurde am 21. September 1918 aufgelöst und der i Rest dieser rumreichen Truppe auf die Regimenter i 80, 81 und 87 verteilt.

Landwehr- Infanterieregiment 446.

Am 2. August 1914 wurde das Regiment mobil gemacht. Das II. und III. Bataillon trat in Gießen zusammen, Stab und I. Bataillon in Darmstadt. Schon am 13. August war das Regiment marsch­bereit und übernahm den Bahnschuß von den gkti- ven Korps in Luxemburg, Arlon, Libramont usw. Am 8. September erhielt es die Feuertaufe bei Blacy. Die Marneschlacht mar geschlagen, der Gra­benkrieg begann. Am 4. Oktober marschierte das Regiment nach der Champagne. Die Winterschlacht in der Champagne wird bis 3UM 1A. Marz sieg­reich durchgefochten. Dom 3. April bis 11. Juli 1915 steht das Regiment im Priestermald, dann an der Mosel, um dann vom 14. bis 30. September 1915 an der Herbstschlacht in der Champagne siegreich teilzunehmen. Der nervenaufreibende Schutzen- grabenkrieg in den immer wechselnden Stellungen, mit seinen anstrengenden technischen Arbeiten, seinem Wachdienst, Stoßtruppunternehmungen, Ab- weisen feindlicher Angriffe, den ständigen Feuer­überfällen und Gasangriffen stellte an die Trupps ungeheure Anforderungen. In all den Kampfhand­lungen, die im einzelnen anzuführen hier ganz un­möglich ist, hat das Regiment ganz Hervorragendes geleistet, zumal, wenn man bedenkt, daß die Geg­ner eine erdrückende Uebermacht an Material be­saßen und das Regiment sich aus Leuten höheren Lebensalters zusammensetzte. Das Landwehr-Jn- santerie-Regiment hat mehr geleistet, als man von ihm seiner ganzen Beschaffenheit nach erwarten konnte. Besonders in den schweren Kämpfen 4m Oktober 1918 an der Aisne hat die z. T. durch den Verlust der Offiziere führerlos gewordene und über alles Maß hinaus überanstrengte Truppe bewun­derungswürdige Ausdauer und Pflichterfüllung ge­zeigt.

Am Abend des letzten Tages des Weltkrieges hat das Regiment trotz oller Schwierigkeiten die sich damals'zeigten, noch seinen Angriffsgelst bewiesen

Die Auflösung des Regiments erfolgte m Gießen am 7. Dezember 1918.

Landsturm-Infanterie-Äataillon

Gießen XVIII/9.

Die Kriegsformationen

des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Ur. 116

Die pflege der 116er-Tradi<ion im Znf.Rgt.lS des 100000-Mann-Heeres Von Oberleutnant Schiel, Äerlin, (edem. ßauptmann und Chef der Tradiiionslompanie des 3nf.<Rgte. 116, 2. Komp. I. (ßcff.) Grenadin-Lat!. 3nf.<Rgt. IS.»

Steinhäger D

Urquell M

Auch das Jahr 1918 brachte noch schwere Kämpfe mit sich, die Kämpfe am Kemmel, 25. Apnl, die Kämpfe am Dikkebuschsee vom 10. bis 30. Mcn und die bet Bailleul vom 1. Mai bis 30. Oktober und schließlich die schweren und für die kämpfende Truppe so niederdrückenden Kämpfe im Armentiere- bogen vom 1. bis 31. Oktober 1918.

Ein ruhmreiches Regiment hat am 11. Januar 1919 feine Auflösung erfahren.

Infanterie-Regiment 390.

Am 31. Dezember 1915 wurde das Regiment nach Gumbinen abtransportiert. Schon in der Winter­schlacht in den Masuren, die durch Marschleistungen und bittere Kälte und Schnee ungeheure Anfor­derungen an die Truppe stellte, hat das junge Regiment seine Kampfkraft bewiesen. Bis zum 12. September 1916 hat das Regiment 254 an einer Unzahl von Gefechten und Schlachten teilweise aus­schlaggebend teilgenommen und viele Gefangene und Beute eingebracht. Als Rumänien uns den Krieg erklärte, wurde das Regiment im September 1916 nach Siebenbürgen abtransportiert. Schon am 26./27. September kamen die 254er bei Her­mannstadt mit den Rumänen zusammen. Es waren schwere Gefechstage, aber auch Ruhmestage für das Regiment. Mit geradezu beispiellosem Angriffs­geist wurden die Rumänen überall, wo sie sich zum Kampfe stellten, geworfen, die Pässe gestürmt und bis zum Dezember 1917 die rumänische Armee ver- nichtet und die ihnen zu Hilfe eilenden Russen ge­worfen. Zahllos sind die Orte, an denen das Regi­ment in Rumänien gekämpft und geblutet hat. Am 12. Dezember erfolgte der Waffenstillstand mit Rumänien und Rußland.

Im März 1918 wurde auch das Infanterie-Regi­ment 254 nach dem Westen gerufen. Auch hier treffen wir auch wieder auf die uns so vertraut gewordenen Namen Verdun, Soisson, Argonnen, wo das kampferprobte Regiment sich neue Lor­beeren erwarb. Die Kämpfe auf dem Rückzug aus Frankreich zogen sich bis zum 5. November 1918 hin.

Dom 23. Dezember 1918 bis 19. März 1919 er- folgte die Demobilmachung der 254er.

Infanterie-Regiment 186.

trotz allem feiner Pflicht sich beugendendeutschen namenlosen Einzelkämpfer, der doch der größte Held des Krieges war. Am 7. November setzte die Los­lösung vom Feinde ein, der Rückzug auf die Maas- Antwerpen - Stellung begann. Da kam am 11. No­vember die Nachricht vom Waffenstillstand. Was folgte, fei übergangen.

Die Auflage der Feinde, daß das linke Rhein­ufer innerhalb kurzer Frist geräumt fein mußte, konnte nur bei vollkommener und äußerster Man­neszucht, die unsere Gegner offenbar für unmöglich hielten, erfüllt werden. Und so wie die Division, und damit das Regiment, im Kampf bis zum letzten Tage ihre Pflicht tat, behielten auch auf dem Marsch in die Heimat beide ihre Ehre! Am 13. Dezember 1918 kehrte das Regiment in seine alte, traute Garnison zurück. Offenen Blickes konnte es die Heimat schauen, denn es hatte feinen Schwur gehalten.

Eine günstige Vorbedingung zur engen Verbun­denheit war schon dadurch geschaffen, daß die Tra­ditionskompanie ihren Standort in der alten 116er- Garnisonstadt und auch in der alten Kaserne hatte. Die Stadt Gießen hatte sich im Frieden und Kriege zuihrem" Regiment zugehörig gefühlt, Stadt und Garnison hatten jahrzehntelang Freud und Leib getreulich miteinander geteilt. Und glücklicherweise hatte sich dieser enge Zusammenhalt zwischen Bürger­schaft und Truppe, trotz aller Zeitläufe der Nach­kriegsjahre, auch auf das Hessische Grenadierbatail­lon, den Traditionsträger hessischer Regimenter, übertragen.

Wichtigster Grundsatz zur Pflege der Tradition war, dem jungen Soldaten immer wieder die Ge­schichte und den unvergänglichen Kriegsruhm seines Stammregiments vor Augen zu führen. Neben dem besonderen Hinweis an den Ehrentagen bot der Unterricht dazu reichlich Gelegenheit. An unzähligen Beispielen konnte der junge Grenadier ersehen, wie harte Friedensschulung ihre Früchte im größten aller Kriege getragen hat. Aus den heldenhaften Beispielen der Geschichte des Stammregiments mußte schon der Rekrut erfenrien, was wahr» Pflichttreue heißt. Diesen Vorbildern war von ihm auch in der kleinsten Pflichterfüllung des täglichen Dienstes nachzueifern. Für die soldatische Erziehung

Vom ersten Mobilmachungstage an war der Landsturm tätig. In keinem der früheren Kriege war er aufgerufen worden. Er war vor aüem 00311 bestimmt, die Bahnlinien mit ihren wichtigen Kunst- bauten zu schützen. In der Heimat übernahm er den gesamten ©amifonbtenft. Den Armeen folgten hi» QnMhftiirmtriiDDen. um den Schutz der Etappe

Die Gründung des Regiments erfolgte am 18. Mai 1915. Die Mannschaften der 7. und 8. Kompanie stellte das Regiment 116. Es handelte sich bei diesem Regiment nicht um eine Kriegs­formation, es sollte später in den aktiven Friedens- stand übernommen werden, weshalb man ihm im Anschluß an die alten Regimentsnummern die Nummer '186 gab.

Dom 26. September bis 15. Oktober 1915 nahm es an der Herbstschlacht in der Champagne ruhm­vollen Anteil. In der Schlacht bei Somme-Py (30. Februar 1916) und in den beiden großen Sommeschlachten vom 1. bis 24. Juli 1916 und 26. September bis 10. Oktober 1916 hat sich das Regiment ganz besonders ausgezeichnet. Der Be­rich der Obersten Heeresleitung vom 7. Oktober hat ausdrücklich die hervorragende Tapferkeit der 186er hervorgehoben.

Das JR. 186 ist, ebenso wie das Kaiser-Wilhelm- Regiment 116, immer im Westen verblieben und überall an den Hauptbrennpunkten der Westfront treffen wir auf die Nummer 186, so in der Früh­jahrsschlacht an der Aisne vom 9. bis 21. April, ' der Schlacht bei Lens vom 19. bis 23. Juni und der blutigen Abwehrschlacht bei Verdun vom

getreten.

Etwa 60 v.H. dieser Truppe bestand aus un­ausgebildeten Kriegsfreiwilligen, die aus der Schule, den Hörsälen der hiesigen Universität, den Büros und Werkstätten und den Dörfern der engeren Heimat zusammengeströmt waren, nur wenige aktive Offiziere und Unteroffiziere standen Aur Verfüaung, der überwiegende Teil gehörte der Reserve, der Land­wehr, ja dem Landsturm, an. Das Regiment gehörte zu den Korps, die auf Anordnung des damaligen Kriegsministers von Falkenhayn beschleunigt aus den Rechen der Kriegsfreiwilligen zusammengestellt

Bei der Aufstellung dieses Regiments, die am 24 August 1916 erfolgte, hat das-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 ebenfalls mftgewirkt, indem es feine 9. Kompanie abgab. Mitten in der Kriegszeit im Feikünsland geboren, hat es auch nach zwei­jährigem Bestehen vor dem Ende des Weltkrieges am 10. August 1918 im Feindesland fein Ende ge­funden. Was hat aber dieses Regiment in der kurzen Zeit seines Lebens geleistet! Seine Reihen bestanden aus alten, kampferprobten Frontsoldaten, und so läßt es sich erklären, daß das Regiment schnell zu einem festen Block zusammengeschmiedet wurde, daß es rücksichtslos und todesmutig angriff und mit verbissener Wut seine Stellungen, die ihm zuge- wiesen waren, hielt, so bei Moulin sous Touvent im August-Oktober 1916, in der mörderischen Sommeschlacht vom 20. Oktober bis 25. November 1916, in den schweren Kämpfen an der Aisne des Jahres 1917. Als die Engländer und Franzosen im März 1917 zu einem großen Schlage ausholten, um die verlorene Bewegungsfreiheit wieder'zu ge­winnen, da wurde die deutsche Front mit einem Schlag in meisterhafter Weise und vom Feinde unbemerkt zurückverlegt. An den.sich hieran an­schließenden Kämpfen, in der Doppelschlacht Aisne- Champagne, den Stellungskämpfen am Chemin des Dames, den Nachhutkämpfen an der Ailette und besonders in der großen Schlacht in Frankreich im

werden mußten.

Die energische und mit Anspannung aller Kräfte betriebene Ausbildung war am 21. Oktober 1914 beendet. In den Stellungskämpfen südwestlich Lille bekam das Regiment seine Feuertaufe, die es aus­gezeichnet bestand. Am 24. November rückte die 48. Reserve-Division, zu der das Reserve-Jnfanterie- Regiment 222 gehörte, in die Kampffront südwestlich von Lodz ein und hat ihr gut Teil zum Gelingen des Ganzen beigetragen, was auch in dem Heeres­bericht erwähnt wurde. Auch das Regiment 222 ist, wie seine Kameraden von Langemarck, mit dem Deutschlandlied zum Angriff geschritten. Die Ver­folgung der Russen ging unter fortwährenden Kämpfen bis an den Rawka-Abschnitt (14. Januar 1914). Vom 25. Januar bis 17. Mai 1915 kämpfte das Regiment im Rahmen der Südarmee den schweren Kampf in den vereisten und verschneiten Karpathen bei 25 Grad Kälte, so daß Ende Mai die im August zusammengetretene Stammtruppe nahezu restlos durch Tod, Verwundung, Erkran­kung und Erfrieren aus der Front ausgeschieden mar. Unter schweren Kämpfen ging die Verfolgung der Russen hinunter in die galizische Ebene bis an die Slota Lipa, Strypa und den Serech (vom 18. Mai 1915 bis 18. Mai 1917). In einer Unzahl von Gefechten hat sich das Regiment neuen Ruhm erworben. Die magnetische Kraft Verduns zog auch das Infanterie-Regiment 222 an. Dort hat es vom 23. Mai bis 28. September 1917 schwerste Kampfe ,u bestehen, die nur der beurteilen kann, der selbst dabei war. Es folgten dann noch Kämpfe in Lothringen, im Oberelsaß, in Flandern, bei Arras, Cambrai und St. Quentin.

Am 12. November 1918 wurde der Rückmarsch angetreten und am 9. Dezember 1918 erfolgte die Auflösung des Regiments.

Aeserve-Infanterieregiment 254.

in die Front des Regiments gelingen ließ. Ver­zweifelt suchten die Reste des zerschlagenen Regi­ments, die gerade in diesen Tagen noch mit Schmerz und ohnmächtiger Wut viele ihrer besten Kameraden sterben sahen oder verwundet in Feindeshand wuß­ten, überall sich anzuklammern und Widerstand zu leisten. Es war ein Heldenkampf einzelner Männer, entschlossener Gruppen in der Hand bewährter Führer, den man in der Geschichte des Regiments nur mit tiefem Mitgefühl verfolgen kann. Am 25. Oktober fand die Division dort noch einen Tag Ruhe, wo sie sich im Frühjahr 1918 zurGroßen Schlacht" vorbereitet hatte, und dann löste sie, ihre gesamte Infanterie in einem Transportzug ver­laden, nördlich Valenciennes wieder in der Front ab. Der letzte Kampfabschnitt begann. St. Saulve, Quiövrechain, Quieorain sind Namen, die reden von Not und Tod, aber auch von dem auf sich gestellten,

Am 13. November 1914 wurde die Aufstellung von sechs Feld-Jnfanterie-Bataillonen im Bereiche des XVIII. Armeekorps im Anschluß an bestehende Ersatzbataillone befohlen. Notdürftig ausgebildete Rekruten des Jahrganges 1914, Kriegsfreiwillige und eine Anzahl aktiver Mannschaften des Beur- laubtenftanbes, die von ihren Wunden geheilt waren traten zu diesem Bataillon über, und nur kurze Zeit stand für ihre Ausbildung zur Ver- füauna Am 20. Dezember 1914 wurden diese Feld­bataillon mobil. An Stelle der 300 Ersatz je Bataillon wurden je 300 Mann aktive Truppen aus der Front übernommen, von denen aber ein Drittel im Besitz des Eisernen Kreuzes fein mußte. So entstanden bei der 76. Reserve-Division die Re­gimenter 252, 253 und 254. In dem letzteren stand eine große Anzahl Hessen.

court und dem Leiber-Wald. Der Feind erlitt schwere blutige Verluste ..."

Doch umsonst war alle Aufopferung! Keine Ruhe bei Tag und Nacht, keine Verpflegung, keine 21b- (ofung und Hilfe, seelisch niedergedrückt durch das Gefühl der feindlichen Uebermacht, krank und schmutzig, die besten Kamergden tot! Kompanien mußten aufgelöst werden, aus aufgelösten Divisionen fam Ersatz, der mit dem Stamm nicht durch ge- meinfames Erleben verbunden war. Endlich am 11. September winkte eine Ruhe. Zehn Tage lagen die erschöpften Bataillone bei Saarburg, und schon ging es wieder nordwärts als Eingreifdivison hinter das Marinekorps in Flandern. Am 16. Ok­tober aber löste das Regiment wieder in Gegend Solesmes in vorderer Linie ab. In dieser Stellung erlebte es den 20. Oktober, der ttotz allem Helden­tum dem Gegner nach Trommelfeuer den Einbruch

Die 2. Kompanie des I. (hessischen) Grenadier- Bataillons des 15. Infanterie-Regiments hatte die Ehre, Träger der Tradition des ehemaligen Infan­terie-Regiments Nr. 116 zu fein. Eine Verpflichtung von hoher Bedeutung! Galt es doch, die große Ver­gangenheit dieses stolzen Stammregiments lebendig zu erhalten, die im Regiment 116 gepflegten sol­datischen Tugenden, Vaterlandsliebe, Gehorsam, Tapferkeit, Pflichttreue bis zum Aeußersten, Kame­radschaft in die Herzen der jungen Soldaten zu pflanzen. Der Geist des ungebeugten Frontsolda­ten, der das alte Regiment zu so großen Taten be­fähigt hatte, mußte in der Traditionskompanie weiterleben. Jeder Grenadier der Kompanie durfte stolz darauf sein, Träger einer so hohen Tradition zu sein. Er mußte sich aber auch zugleich verpflich­tet fühlen, durch restlosen Einsatz seiner ganzen Per­son für seinen Soldatenberuf, seinen Dienst am Vaterlande sich des alten Regiments würdig zu er­weisen. Durch die Pflege der Tradition konnte in der jungen Truppe ein Korpsgeist geschaffen wer­den, der im 100 000-Mann-Heer nicht weniger wert­voll war, als in der alten Armee.

Unerläßliche Voraussetzung einer erfolgreichen Traditionspflege war, daß sich die Kameraden des alten Regiments und die Angehörigen der Tra­ditionskompanie durch ein Band der Zusammen­gehörigkeit verbunden fühlten. Alte uni) neue Wehrmacht mußten eine Familie fein.

Wie groß die Zahl der Truppenteile war, an deren Aufstellung das RegimentKaiser Wilhelm" Nr. 116 im Weltkrieg mitgewirkt hat, möge aus !der nachfolgenden Zusammenstellung hevorgehen. Es sind nackte Namen, Daten und Zahlen, die wir, soweit sie uns zlir Verfügung standen, wiedergeben, sie gewinnen aber Leben, wenn man sich klarmacht, welche Unsumme von Arbeit, Hingabe und Auf­opferung ihre Aufstellung erforderte und welche ge­waltige Leistungen draußen im Feld vollbracht wurden.

Heserve-Infanterieregiment 446.

Am 2. August erfolgte die Mobilmachung des Regiments. Das II. Bataillon wurde hier in Gie­ßen aufgestellt. 19 aktive Offiziere und Reserve- Offiziere des RegimentsKaiser Wilhelm" standen in den Reihen dieses ^.Regiments. Am 21. August 1914 überschritt das Regiment die französische Grenze, nahm im Rahmen des XVIII. Reierve-Ar- meeforps an den blutigen aber so siegreichen Dor­marschkämpfen bis zur Marne teil, focht dann bet Lille und Ypern und wurde, wie auch das Referve- Jnfanterie-Negiment 222 Ende November 1914 nach Polen geworfen, um dem gewaltigen Ansturm der russischen Dampfwalze" entgegenzutreten. Im Rahmen der 103. Infanterie-Division übernahm es dann im Juni/Juli 1915 den Grenzschutz in Süd- Ungarn, kam dann nach Galizien, halb erfolgreich, aber unter den schwersten Verlusten, die Russen bis zum Bug und die Jasiolda zurückzuwerfen und wechselte dann wieder den Kampfplatz, indem es sich an dem Feldzug in Serbien bis zum Dortan- ee beteiligte (7. Oktober 1915 bis 22. April 1916), ein Feldzug, der an die Kräfte und Widerstands- fähigkeit der Leute ungeheure Anforderungen stellte. Dann ging es wieder hinein nach Frankreich in die Hölle von Verdun", in die Sommeschlacht, in die Kämpfe am Chemin des Dames und in die gewal­tige Schlacht, die am 21. März 1918 einen so hoff­nungsfreudigen Anfang nahm. Es folgten die Ver- folgungs-, Abwehr- und Stellungskämpfe zwischen Aisne und der Marne, zwischen Soisson und Reims.

März 1918 haben sich die 390er hervorragend ge­schlagen und sich durch ihre Tapferkeit ausgezeich­net. Zuletzt konnten sie noch in den schweren Kämpfen bei Soissons-Reims mitwirken, die sich bis Ende Juli 1918 ausdehnten.

Mit der Auflösung der 211. Infanterie-Division, der die 390er angehörten, hat auch das tapfere Regiment 390 am 10. August 1918 sein Ende ge­funden.

Infanterieregiment 448.

Die 418er sind das jüngste Regiment, bei dessen Aufstellung das alte Regiment 116 mitgewirkt hat. Es wurde am 26. September 1916, wie das Regi­ment 390, sozusagen auf dem Schlachtfeld im Feindes­land geboren und das Erf.-Batl. 116 in Gießen als fein Ersatztruppenteil bestimmt.

Kaum zusammengestellt und zusammengeschweißt trat es auch schon zum Kampf an.

Die Schlacht an der Aisne, die Kämpfe in der Woevre-Ebene, am Cüte Lorraine, am Chemin des Dames (1917) in Flandern, wer kann all die Orte und Heldentaten nennen, die auf dem Sieges- und Leidenszug des jungen Regiments zu verzeichnen sind? Im Kleinkrieg, im Ausharren während des Trommelfeuers, im Angriff, bei gefährlichen Stoß- truppunternehmungen, überall hat sich bas aus alten Frontkämpfern bestehende Regiment vorbildlich ge­schlagen. Auch in der großen Schlacht in Frankreich im März 1918 konnte das Regiment mitwirken. Der Kaiser hat den Sturm des Regiments auf das be­festigte Epöchy mit dem Sturm der Garde auf St. Privat im Jahre 1870 verglichen. Ein schöneres Lob konnte dem Regiment nicht zuteil werden.

Und als der Rückzug begann, da ist das Regiment in den nervenzerüttenden Einzelkämpfen nicht ge­wankt und nicht gewichen.Wir halten die Stel­lung", das war die Parole.

Am 15. September 1918 wurde das Regiment auf­gelöst, weil die Heimat nicht mehr genügenden Ersatz stellen konnte.

in Feindesland zu übernehmen. Einige Landsturm­formationen wurden sogar in vorderster Linie ein­gesetzt und haben dort den ihnen in der Friedens­zeit eingeimpften Angriffsgeist bewährt.

Das Landsturm-Bataillon 49 Gießen, später XVIII/9 bezeichnet, wurde am 15. August 1914 zu- sammengeste'llt aus 770 Landwehrleuten (Bahnschutz) und 230 Landsturmleuten, Jahrgang 39. Seine Mobilerklärung erfolgte am 1. Oktober 1914, und vom 4. bis 9. Oktober finden wir es schon in St. Quentin als Ersatz für Landwehr, welche nach Antwerpen abging. Anschließend kam das Bataillon nach Cambrai und dann nach Valenciennes zur Sicherung der Stadt. An den Kämpfen um Lille hat das Bataillon als Teil der Brigade Wahn­schaffe teilgenommen. Es verblieb bis Ende Januar 1916 in Valenciennes. Am 31. Januar 1916 rückte es vor Verdun, um dort ein bayerisches Bataillon abzulösen. Es stand im Priesterwald, in der Woevre-Ebene, bei Marcheville und dann nördlich bei Brie. Dort stand es bis zum 19. September 1918, zu welcher Zeit die Amerikaner zum Angrift vorgingen.

Der Abmarsch, aus Frankreich erfolgte am 13. No­vember 1918. Am 5. Dezember 1918 kam das Ba­taillon wieder in die Heimat, feine Auflösung er­folgte am 1. April 1919.

Reserve-Infant-neregiment 222.

Am 22. August 1914 wurde das Regiment auf- gestellt, am 27. August stand der Regimentsstab, die 1. bis 6. Kompanie und der Maschmengewehr- zug auf dem Hofe der Bergkaserne in Gießen an-