Ausgabe 
18.5.1938
 
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Angeklagten konnte nachgewiesen werden, daß sie kommunistische Flugblätter in den Krei- sen der polnischen Wehrmacht verteilt hatten.

Meine politische Nachrichten.

Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring ist in Begleitung von Staatssekretär Körner von seiner Oesterreichreise nach Berlin zurückge- kehrt.

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NSG. Die Feierstunde aus Anlaß der 450. Wieder- kehr des Geburtsjahres Ulrichs von Hutten, die im April verschoben werden mußte, findet nun­mehr am Sonntag, dem 29. Mai, statt. .Reichsleiter Alfred Rosenberg wird an diesem Tage um 11 Uhr auf oer Steckelburg bei Schlüchtern die Gedenkrede halten.

Der Führer und Reichskanzler übermittelte dem Admiral a. D. S ch m i d t (München) anläßlich seines 75. Geburtstages telegraphisch seine besten Glück­wünsche. *

Vom 9. bis 16. Mai unternahm Reichsverkehrs­minister Dr.-Ing. h. c. Dorvmüller eine Infor­mationsreise durch das Netz der ehemaligen öster­reichischen Bundesbahnen. Es wurden alle Fragen besprochen, die sich aus der Eingliederung der Bundesbahnen in die Deutsche Reichsbahn er­

geben. Es sind große Angleichungsmaßnahmen, so- wohl organisatorischer wie technischer, betrieblicher und verkehrltcher Art notwendig, die allmählich von der in Wien errichteten Abwicklungsstelle des Reichs- Verkehrsministeriums durchgeführt werden. Der Reichsoerkehrsminister besichtigte ganz besonders die­jenigen Stellen des Netzes, denen aus Gründen des Vierjahresplanes wichtige Aufgaben zufallen, und deren Leistungsfähigkeit deshalb erhöht werden muh.

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In Anwesenheit des stellvertretenden Reichsstuden­tenführers Horn und des Rektors der Innsbrucker Universität, Professor Steinacker, wurden die frei­heitlichen Hochschulverbindungen in In n s b r u ck feierlich in den Nationalsozialistischen Studenten- b-u n d übergeführt.

Zwischen der deutschen und der polnischen Regie­rung ist eine Vereinbarung getroffen worden, nach der der Eisenbahndurchgangsverkehr zwischen Ostpreußen und dem übrigen Deutschland durch das polnische Durchgangs­gebiet auch für die Fahre 1939 und 1940 sich in der bisherigen Weise abwickeln wird.

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Der portugiesische Botschafter in Rio de Janeiro teilte dem brasilianischen Außenamt mit, daß der führende Integralist Barbo Salima in der portu­giesischen Botschaft Zuflucht genommen hat.

390 Flugzeuge startbereit.

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Am 22. Mai, morgens 8 Uhr, starten von diesen Plätzen die zahlenmäßig darunter angegebenen Flugzeuge zum Deutschlandflug 1938, dem größten luftsportlichen Ereignis dieses Jahres. Das Ziel ist W i e n. (Scherl-Bilderdienst-M.)

NSG. Besuchte man in den letzten Wochen die als Startplätze für den Deutschlandflug 1938 be­stimmten Flugplätze im Bereich der verschiedenen NSFK.-Gruppen, so konnte man überall einen regen Flugbe trieb feststellen.Training für den Deutschlandflug", das war die Parole, die alle beherrschte, die an diesem einzigartigen luftsport­lichen Ereignis des Jahres teilnehmen und sich nun nach Maßgabe der vom Korpsführer des NS.-Flie- gerkorps, Generalleutnant Christiansen, her­ausgegebenen Ausführungsbestimmungen auf diesen großen Wettstreit vorbereiten.

Der Deutschlandstug stellt an die Besatzungen der Flugzeuge die größten Anforderungen und verlangt somit von jedem Einzelnen r e st l o - sen Einsatz und schärfste Konzentra- t i o n. Es gilt ja nicht allein von Platz zu Platz zu fliegen und Gutpunkte zu sammeln, vielmehr haben die Besatzungen innerhalb des Wettbewerbs Ziel­abwürfe, Hindernislandungen auszuführen sowie schwierige Orteraufgaben zu lösen. Auch muß man wissen, daß die Flugzeuge bei diesem Wettbewerb von den Besatzungen selb st zu warten sind. So hat der Orter die Aufgabe, die Maschine

zu tanken und den Motor anzulasien, auf den lieber» nachtungsplätzen die Maschinen zu verankern usw. Dies verlangt in jedem Falle, daß die Besatzungen aufeinander eingespielt sind, da dis mei­sten Aufgaben ja im Verbandsfluge (1 Kette zu 3 Flugzeuge) zu erfüllen sind. Eine besondere Vorbereitung galt dem Karten st udium, um durch die bis ins kleinste ausgeklügelten Flugstrecken zwecks Anfliegen der Wertungsplätze eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen. Es galt also in den letzten Wochen, sich durch ausgedehnte Uebungs- sluge, Anstiegen der Wertungsplätze, Zielwürfe ufw. vorzubereiten.

Dieses Training ist nunmehr abgeschlossen. Eine letzte Überprüfung der Maschinen findet statt und dann ist der Tag nicht mehr fern, an dem der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, Generalleutnant Christiansen, der auch in diesem Jahr wieder aktiv teilnimmt, über alle deutschen Sender den Be­fehl zum Start gibt. In diesem Augenblick werden von den 15 Startplätzen innerhalb des Deutschen Reiches 390 Flugzeuge zum ..Deutsch­landflug 1938" starten.

Eine Mllion Pimpfe bauen Segelflngmodelle.

NSG. Die Begeisterung der Jugend für den Ge­danken der Luftfahrt bringt die Gewähr für das Gelingen der Aufgaben, die im NS.-Fliegerkorps und der Hitler-Jugend in der Auswahl und Aus- bildung des Fliegernachwuchses liegen. Aus der heu­tigen modellbauenden Jugend sollen dereinst Oie einsatzbereiten Soldaten unserer stolzen Luftwaffe heroorgehen. Das sind die Ziele, für die das NS.- Fliegerkorps sich einsetzt und die in der Rund­funk-Flugmodellbaustunde, welche am 15 Juni aus Anlaß der Wiederkehr des Grün­dungstages des NSFK. stattfindet, zum Ausdruck EoJm^Rahmen der Rundfunk-Flugmodellbaustunde soll der Junge beim Bau und Flug des NSFK.- SegelflugmodellsIch will fliegen höchste Sorg­falt beweisen und zeigen, wie hoch chon sein Ver­ständnis für die Aufgaben der Luftfahrt entwickelt l%ie Bauunterlagen zur Herstellung des Segelflug­modells bestehen in einem 29X42 Zentimeter großen Kartonbogen, auf dem die Einzelteile eines Segel- flugmodells in zwei Farben vorgedruckt find. An dem Flugmodellbaubogen sind 2X5 Millimeter starke und je 400 Millimeter lange Kiefernleisten festge- heftet. Werden die vorgedruckten Kartonteile des Segelflugmodells ausgeschnitten und nach der vor- gedruckten Bauanleitung unter Benutzung eines ge­wöhnlichen Tubenleimes mit den Holzleisten ver­bunden, dann entsteht ein Segelflugmodell mit einer Spannweite von 400 Millimeter, das im Hang' und sogar im Hochstart gestartet werden kann. Das Modell legt bei richtiger Handhabung Flugstrecken von mehreren hundert Meter zurück.

Am Jahrestag des NS.-Fliegerkorps, dem i 17. April, wurden die Bauunterlagen dem Deutschen Jungvolk übergeben, am 15. Juni findet der über oan, Deutschland durch Rundfunk übertragene ge­meinsame Bau der Flugmodelle statt Jedem Fähnlein stehen hierbei eine Werkstatt und das Rundfunkgerät zur Verfügung. Die Werkzeuge bestehend aus Taschenmesser. Schere. Bleistrjt und

Talglicht (zum Biegen der Leiste) muß jeder betei­ligte Junge selbst beschaffen. Die Sendung dauert von 16 bis 16.30 Uhr.

Bei der Verteilung der Bauunterlagen durch die Fähnleinführer werden in erster Linie die Jungen minderbemittelter Eltern bevorzugt. Um allen an dem Flugmodellbau begeisterten Jungen die Teil- nähme an der Modellbaustunde zu ermöglichen, ist vorgesehen, daß die fehlenden Bauunterlagen zum Preise von 0,10 Mark je Modell über die Fähnlein­führer nachbestellt werden können.

Das NS.-Fliegerkorps verspricht sich von dieser Veranstaltung ein großes Anwachsen der unter der Bauleitung von Modellbaulehrern des NS.-Flieger- korps stehenden Modellflug-Arbeitsgemeinschaften des Deutschen Jungvolks.

Segelflieger erreicht 3000 Meter höhe.

Ein von dem Innsbrucker Segelflieger Wilfried Wiedner gesteuertes und mit einem Segelflug­schüler des NSFK. aus Innsbruck besetztes Segel­flugzeug wurde von einem Motorflugzeug in der Richtung Unterinntal bis in die Gegend von Schwaz auf etwa 1200 Meter hochgeschleppt und dann losgeklingt. Infolge des Aufwindes erhielt das Segelflugzeug einen derartigen Austrieb, daß es eine Höhe von 3000 Meter und mehr er­reichte. Insgesamt wurden drei Flüge durchgeführt, die alle erfolgreich verliefen. Die Flugdauer betrug bei sämtlichen Flügen über 1V2 Stunden.

Anerkannte Weltbestleistungen deutscher Flieger.

Der Internationale Flugverband hat in seiner letzten Sitzung wieder eine Reihe von Weltbest- l e i st u n g e n anerkannt, darunter auch die von den deutschen Fliegern Engel und Gunder­mann aufgestellten Höchstleistungen im Lang­streckenflug für Wasserflugzeuge, die sie vom 27. bis 29. März 1938 von Start-Bay (England) nach Ca- ravellas-Bahia (Brasilien) ausführten. Diese Lei- stung wurde mit 8392 Kilometer anerkannt. Ferner wurde anerkannt als Weltbestleistung der Segelslug von Heye-Straatman.ll, der öte Strecke

Fliegende Elefanten" für die Verteidigung von London.

W.

Auf dem Truppenübungsplatz Cardington wurde zum erstenmal die neue Ballonsperre gezeigt, die London vor einem feindlichen Fliegerangriff schützen soll. Die Ballons, die eine Höhe von 7700 Meter erreichen können, sind alle miteinander verbunden und tragen ein riesiges Netz, das feindlichen Flugzeugen den Weg versperren soll. Die Ballons sind auf Wagen verladbar, so daß die ganze Ballonsperre außerordentlich beweglich ist. (Scherl-M.)

Luftschutz über London.

In der englischen Aufrüstung nimmt neben der enormen Verstärkung der Luftwaffe der Luftschutz, das heißt die Abwehr feindlicher Luft­angriffe, einen besonderen Platz ein. England hat hierbei auf den Erfahrungen des Weltkrieges aufgebaut. Die Luftabwehr wie der Küstenschutz waren bisher ausschließlich Sache der Terri­torialarmee, des neben dem aktiven Heer be­stehenden Milizheeres in Stärke von augenblicklich 120 000 Mann. Bei der Wichtigkeit und Vielseitig­keit der Aufgabe hat man aber den Wunsch, eine Spezialtruppe heranzubilden.

So hat die Regierung kürzlich die Jugend des Landes aufgerufen. Es soll ein I u g e n d l u fi­sch u tz k o r p s von 20 000 Mann gebildet werden. Durch eine großzügige Propaganoa werden die Jungen von 14 bis 18 Jahren zum Eintritt als Freiwillige aufgefordert. Die Ausbildung durch er­fahrene Piloten wird sich auf alle Zweige des Luftschutzes und der Luftfahrt erstrecken, vom Flug­zeugbau bis zur Wetterkunde. Nach zwei Jahren erfolgt die Ausbildung im Fliegen. Es wird so nicht nur ein brauchbarer und gründlich durchgebildeter Luftschutz heranwachsen, sondern auch ein voll­wertiger Nachwuchs für die Luftwaffe erstehen, der jederzeit greifbar ist. Außerdem soll für den un­mittelbaren Ersatz der Luftwaffe ein Luft­kadetten korps gebildet werden.

Hochinteressant sind Englands Versuche mit Sperrballonen gegen Flugzeuge, die jetzt zu einem gewissen Abschluß gekommen zu fein scheinen. Man hat derartige Ballone bereits im Weltkrieg gebraucht, aber ihre Wirkung war noch ziemlich unvollkommen. Man hängte an Ballone

Netze aus «ptahldraht und ließ sie gruppenweise in die Höhe. Die Netze wurden am Boden fest- gemacht, hingen also senkrecht herunter. Anfliegende Flugzeuge mußten sich in ihnen verfangen, wenn sie sie nicht einfach überflogen, was leicht geschehen konnte, da die Höhe der Ballone beschränkt war. Dies Verfahren hatte noch mancherlei andere Nach­teile, z. B. die Unmöglichkeit, es in der Stadt selbst anzuwenden. So blieb es auch örtlich auf einen engen Wirkungskreis beschränkt.

Den Gedanken nun hat man nach dem Krieae weiter ausgebaut. Man verwendet heute nicht mehr Stahlnetze, sondern einzelne Drähte. An einem Draht, der an einem wendigen und geländegängigen, nicht allzu großen Gerätewagen befestigt ist, der Überall ausgestellt werden kann, wird der Ballon hochgelassen, man sagt, bis zu einer Höhe von 7500 Meter. In bestimmten Zwischenräumen wird. eine große Anzahl dieser Wagen aufgestellt, so daß die Drähte entweder eine Linie bilden ober unregel­mäßig gestaffelt stehen. Die feindlichen Bomber werden also entweder gezwungen, m der enormen Höhe von 7500 Meter die Sperre zu überfliegen, wodurch natürlich ihre Treffähigkeit beeinträchtigt wird, ober sie fliegen ben Draht an, was, wie es heißt, sofortige Vernichtung bebeutet. Wie ber bri­tische Rüstungsminister vor einiger Zeit im Unter­haus erklärte, sollen zehn Ballonoerbänbe ausgestellt werben. Die Anwerbung der Mann­schaften ist im Gange. Eine Stammannschaft aus- gebildeter Soldaten wirb ben Ker« bilden, sonst wirb die neue Truppe aus Freiwilligen bestehen. Es könne natürlich niemand behaupten, so meinte öer Minister, daß jeder feindliche Bomber abgefangen werden würde, bevor er seine tödliche Last abge­worfen habe, aber auf jeden Fall sei eine wirksame Abwehr geschaffen. v S.

HirschbergHartauLiegnitz und zurück bewältigte. Die in ber letzten Rekordliste Italien zuerkannte Bestleistung für Wasserflugzeuge mit 1000 Kilo­gramm Nutzlast ist jetzt für Deutschland anerkannt worden, und zwar für den Flug von Friedrich- r i tz am 20. März 1938 mit einer Höchstgeschwindig­keit von 328,64 Kilometer.

Paris und Genug.

,,Welches sind also die Gründe, welche den Duce (in Genua am 14. Mai) zu dieser Stellungnahme bewogen haben? Wahrscheinlich kann man sie in folgender Reihenfolge aufzählen: zunächst das sichere Vertrauen in die Macht Deutschlands und in die Festigkeit ber gedank­lichen Verbindungen zwischen Rom und Berlin; die Fortschritte der Arbeiterparteiler bei den letzten englischen Wahlen und der Widerstand der englischen Opposition gegen die Politik des Kabinetts Chamberlain; das vielleicht sehr tiefe Gefühl, auf kein beständiges und dau­erndes Einvernehmen mit den demo­kratischen Mächten rechnen zu können; die Tatsache, daß die englisch-italienische Verständigung noch nicht in Kraft getreten ist und daß allein die Achse BerlinRom für Italien einen festen Halt darstellt; der Unterschied in der Haltung von Frankreich und Italien in den spanischen Angelegenheiten; die Kritiken ber, fran­zösischen Presse an ber italienischen Politik anläßlich bes Anschlusses unb währenb ber Reise Hitlers; bie Schwierigkeiten ber französisch-italie­nischen Gespräche unb vielleicht bie Unterschiebe in ben Gesichtspunkten, in ben Methoden und in bem Verfahren; bas Fehlen eines ftanzösischen Bot­schafters in Rom; die Rede des amerikanischen Kriegsministers usw.... Man kann noch andere Gründe finden, besonders, wenn man bis zu den Sanktionen zurückgeht. Diese Gründe sind übrigens nicht neu. Die meisten waren schon be­kannt. Keiner dieser Gründe stammt von heute. Alles laßt in der Tat vermuten, daß die Rede des Duce in den letzten Tagen gründlich über­legt war und daß kein Wort aus dem Stegreif gesprochen wurde. Sie entspricht also wahrscheinlich einem tieferen politischen Beweggrund. Es könnte selbst' sein, daß aus ihr, wenn man es so aus­drücken will, die Seele spricht. Der Duce ist Herr­scher; das bestimmt ihn; sein Instinkt ist mit seinem Schicksal verbunden; eine Naturveranlagung (Genie") bewegt ihn; er Jft ein Mann des Kamp­fes. Deshalb kann es wohl fein, daß er im Laufe feiner Unterhandlungen mit Hitler gefühlt habe, ein Beschreiten bes Weges ber europäischen Solibarität (im Sinne der westeuropäischen Demokratien) wurde ihm an dem einen ober an bem anberen Tage zur ganzen ober teilweisen Aufgabe seines Aktions- unb Unternehmungsprogramms zwingen, ja, vielleicht sogar dazu, bis zu einem gewissen Grade dem ab­zuschwören, was den Urgrund der seelischen Hal­

tung und des Gewisiens des Faschismus ausmacht: Mut, kriegerischer Geist, Machtwille, soldatischer Ruhm, Größe und Glanz des Vaterlandes. In die­sem Sinne dürfte der Duce schließlich den Weg des faschistischen Dynamismus (Kraft- entfaltung) dem Weg der europäischen Verstän­digung (wieder im Sinne der westeuropäischen Demokratten gemeint) vorgezogen haben."

Wir haben mit einiger Ausführlichkeit eine Ge­wissenserforschung desrömischenKorrespon- deuten desTemp s", Paul Gentizon> zitiert. Paul Gentizon hat, sichtlich auf Weisung seiner Pariser Heimatredaktion, während des Füh­rerbesuches in Rom mit den anderen französischen Berichterstattern in dasselbe Horn albernster lieber» heblichkeit unb plumpester Querschießerei gefloßen; aber er stammt aus guter Schule, er ist sozusagen noch eine Hinterlassenschaft bes früheren franzö­sischen Botschafters in Rom, bes Grafen d e Chambrun, eines sehr klugen Vorfechters ber Interessen seines Laubes, ber nach bem Siege ber Volksfront sofort alsübler Reaktionär" in ben Ruhestaub versetzt worden ist. Nun wagt es Gentizon, feinen Landsleuten mit ärztlicher Ge­wissenhaftigkeit bie wirkli ch e Wahrheit tee* löffelweise einzugeben. Seine eigene Pariser Heimat- rebaftion ist atterbings unbelehrbar. Sie widmet der Genua-Rede des Duce einen Leitartikel, in bem siein aller Aufrichtigkeit" festzustellen glaubt, daß Frankreich mitheiterer Gelassenheit" die ihm etwas unfreundlichen Abschattterungen des Duce in der Rede vom 14. Mai hinnehmen könne, weil Musso­lini nur den Wunsch gehabt habe, sich um die Rechtfertigung" bes Anschlusses in ben Augen bes italienischen Volkes zu bemühen. Erst werfen bie Franzosen Knallschoten unb, als bieses vergnügliche Spiel vergeblich bleibt, setzen sie sich triumphierend auf das hohe Roß. In der Methode liegt weder Verstand nochEsprit". Dr. Ho.

Weiterbericht

Der Durchzug einer Störungsfront brachte Deutsch­land von West nach Ost fortschreitende Bewölkungs­zunahme und vielerorts Niederschläge, die in unferm Bezirk im allgemeinen nur leichter Natur waren, andernorts in Deutschland vielfach aber beträchtliche Ausmaße annahmen. Die Störungstätigkeit und mit ihr das unbeständige Wetter fetzen sich fort. Die Zu­fuhr kühler Meeresluft wird die Temperatur im all­gemeinen etwas unter dem jahreszeitlichen Durch­schnitt haften.

Aussicht für Donnerstag: Veränderlich, doch zeitweilig bewölkt und Regeusälle, bei lebhaften Winden aus westlicher Richtung ziemlich frisch.

Lufttemperaturen am 17. Mai: mittags 25 Grad Celsius, abends 14,4 Grad; am 18. Mai: morgens 12 Grad. Maximum 25,4 Grad, Minimum heute nacht 11,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17 Mai: abends 19,8 Grad; am 18. Mai: morgens 16,3 Grad Celsius.. Sonnenscheindauer 3Z1 Stunden.