Ausgabe 
18.3.1938
 
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Wie slehtes in derWirffchaffaus?

Die neue Statistik über die Entwicklung der Tariflöhne des letzten Jahres zeigt, daß auch in diesem Zeitabschnitt keine Aenderungen in den Lohnsätzen unserer Tarifordnungen erfolgt sind. Setzt man den tariflichen Lohnstand von 1928 gleich 100, so betrug der Gesamtdurchschnitt der Tarif­löhne seit 1933 im wesentlichen unverändert 83,5. Es ist bekannt, daß dieses Bild die wirklichen Lohn­verhältnisse nicht widerspiegelt. Da die Sätze der Tarifordnungen nur Mindestsätze sind, hat sich die betriebliche Lohngestaltung in einem verschiedenen Grade von ihnen entfernt. So lag schon nach den Ergebnissen der Jndustrieberichterstattung Ende 1936 der Durchschnitt der Bruttostundenverdienste in der gesamten Industrie um mehr als 8 v. H. über dem Stande von 19 3 3. Wenn man die Erhöhung des Lvhneinkommens durch Ver­längerung der Arbeitszeit berücksichtigt, dann ergibt sich, daß die in der gesamten Industrie beschäftigten Arbeiter im Dezember 1936 ein um 16,5 v.H. höheres Monatseinkommen hatten als in der gleichen Zeit des Jahres 1933. Die Stabili­tät der Tariflöhne zeigt das Bild einer entpolitisier­ten Lohngestaltung. Lohnerhöhungen entstammen heute nicht mehr dem Prestigebedürfnis politisch einflußreicher Gewerkschaften, sondern sind aus­schließlich Ausdruck persönlicher Leistung und be- trieblicher Erfolge. Dabei darf weiter nicht über- sehen werden, daß die von der Jndustrieberichter- stattung erfaßten effektiven Löhne nicht mehr das Gesamteinkommen des Arbeiters barstellen, sondern daß soziale Sonderzuwendungen, wie die Zahlung einer freiwilligen, betrieblichen Krankenhilfe, die Feiertagslöhne, die Reisezuschüsse üsw., das tatsäch­liche Einkommen des Arbeiters beträchtlich erhöhen.

Der Geschäftsgang der Leipziger Messe war außergewöhnlich groß. Schon am ersten Messetage setzten Käufe ein, die weit über den Rahmen des Vorjahres hinausgingen. Im Ge­gensatz zu früher sind noch viele Aussteller auf der Messe geblieben, die sich nicht nur mit Unterrich­tungen begnügen, sondern auch Aufträge erteilen. Es handelt sich vielfach um Großeinkäuser, die hauptsächlich in Geschenkartikeln disponieren. Selbst am vierten Messetage glich das Messebild fast dem Eröffnungssonntag. Besonders auf der Technischen Messe und der Baumesse waren gute Umsätze in Werkstoffen und Werkzeugmaschinen, Elektrotechnik und Textilmaschinen zu verzeichnen. Bei den Leder­waren interessierten stark die neuen Kunstleder und auch Fischleder. Die Reichsmöbelmesse hat durch­schnittlich die Dorjahrsumsätze verbessern können. Auf der Textil- und Bekleidungsmesse sind die Aus­steller mit dem Messeerfolg sehr zufrieden. Starke Beachtung fand auch die Schau des Großhandels, in der 17 Fachgruppen, die in ihren Sortimenten den neuen deutschen Werkstoffen den Vorrang ein­räumen, unter dem MottoFremdstoffe einst Heimstoffe jetzt" auf die Möglichkeiten einer plan­mäßigen Einkaufs- und DerkaufÄenkung durch den Großhandel Hinweisen. *

Der Auslandsabsatz von Kraftfahrzeugen hat im Vergleich mit dem Vorjahr eine Rekordzahl erreicht. Während der Jnlandsabsatz rund 10 v. H. zurückging, wurden vom Ausland 9653 Kraftfahr­zeuge gegen 7 586 im Vormonat ausgenommen. Ins­gesamt ist wertmäßig der Absatz von Kraftfahrzeugen im Januar 90,5 Millionen RM. gegenüber 105,4 Millionen im Dezember oder um 14,2 v. H. zurück­gegangen. Dabei ging der Jnlandsabsatz um 16,2 auf 75,1 Millionen RM. zurück, während sich der Aus­landsabsatz mit 15,4 Millionen RM. nahezu auf der Höhe des Vormonats hielt. Der Anteil des Aus­landsabsatzes am Gesamtabsatzwert erreichte mit 17 v. H. eine Rekordziffer. Allgemein war der Absatz rückgängig vor allem bei Lastkraftwagen, Schleppern, Dreiradkraftfahrzeugen und Krafträdern; beträchtlich höher als im Vormonat war dagegen der Absatz bei Personenkraftwagen und Kraftomnibussen.

Durch ein I n v e st i t i o n s v e r b o t ist für die deutsche Zigarettenindustrie die Errichtung neuer sowie die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Fabriken untersagt worden. Nachdem 1913 schon 12,99 Milliarden Stück Zigaretten in Deutschland hergestellt wurden, hat sich in der Nachkriegszeit der Verbrauch gewaltig gesteigert. Im Jahre '1925 betrug er 30,53, im Jahre 1931 27,99, aber 1933 bereits wieder 33,63 und im Jahre 1936 sogar 38,40 Milliarden Stück. Für diese Zigaretten wur- den 1936 43 Millionen Kilogramm Tabak orienta­lischer Herkunft und 0,4 Millionen Kilogramm deutsche Tabake verbraucht. Die 2'/2-Pfennig-Ziga- rette hat stark an Boden verloren, die 3V,-Pfennig- Zigarette ist im Gesamtkonsum auf 54 v. H. zurück- gegangen, während die 4-Pfennig-Zigarette an Boden gewinnt. Wir geben jährlich für Zigaretten rund 1,3 Milliarden Mark aus, davon sind 397 Millionen Mark T a b a k st e u e r, 181 Millionen Material st euer und 77 Millionen Zoll. Die steuerliche Belastung beträgt also insgesamt rund 50 v. H. des Verkaufserlöses der Zigaretten. Der Reemtsmakonzern beherrscht zu 75 v. H. mit seinen Zweigniederlassungen die Produktion. Alte Firmen, wie Konstantin Massary, Manoli und Zuban, wurden aufgekauft. An der Zigarettenfabrik Greiling ist der Reerntsma-Neuerburg-Konzern mit 40 v. H. be­teiligt.

Mit der Anleihe der Deutschen Erdöl- A G. in Berlin ist eine wichtige Jndustrieanleihe im Gesamtbeträge von 25 Millionen RM. auf den Markt gekommen, die ebenso wie seinerzeit die Bra- bag-Anleihe der Durchführung der im Rahmen des Vierjahresplanes zu erfüllenden Aufgaben dienen soll. Der Zeichnungskurs ist wie bei der Brabag- Anleihe auf 98,33 v. H. festgelegt. Im Gegensatz zu dieser ist die Laufzeit der Deag-Anleihe nicht auf 12, sondern auf 25 Jahre festgesetzt. Die Tilgung erfolgt bei Deag auch nicht ausschließlich durch Auslosung, vielmehr ist auch freihändiger Rückkauf gestattet. Der Zinssatz ist bei beiden Anleihen mit 4,5 v. H. der gleiche. Die Deag-Anleihe ist hypothekarisch gesichert durch Eintragung auf den gesamten Grund-, Berg­werks- und Anlagenbesitz der Gesellschaft mit einem Buchwert von etwa 77 Millionen RM. Das Er­gebnis des Geschäftsjahres 1937 ist als zufrieden­stellend anzusehen.

Der deutsche S ch a f b e st a n d ist von 3,39 Mil­lionen Stück im Dezember 1933 auf 4,68 Millionen im Dezember 1937 gesteigert worden. Der Sommerbe­stand, der natürlich höher liegt, da man im Herbst die älteren Tiere abstößt, während die Lammung erst im Frühjahr erfolgt, erreichte sogar schon 5,4 Mil­lionen Tiere. Noch 3 Millionen Tiere mehr ist das nächste Ziel. Während der Anteil der deut­schen Wolle an der Gesamttextiloersorgung von un­gefähr 1,1 v. H. im Jahre 1933 auf 1,7 v. H. im Jahre 1937 stieg, erreichte sie 10,6 v. H. der deutschen Woll- verjorgung statt nur 6.1 y. H. im Jahre 193L

50 Divisionen stürmten bei Arras...

Oie große Frühjahrsoffensive des deutschen Heeres vor 20 Jahren.

Von Major a. O. von Reifer.

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Unsere Karte veranschaulicht die verschiedenen Etappen des Angriffs vom 23. März ab. (Scherl-Bilderdienft-M.)

Seit der Marneschlacht 1914 aab es im Westeu keinen Bewegungskrieg mehr. Alle Versuche, die Fesseln des Stellungskrieges durch eine große Durchbruchsschlacht abzuschütteln, waren mißlungen. Die Angriffe des deutschen Heeres auf Verdun waren ebenso gescheitert wie die Massenangriffe unserer Feinde an der Somme, bei Arras und in Flandern. Für Deutschland aber war ein durch­schlagender Erfolg von entscheidenderer Bedeutung als für seine Gegner, weil seine Abschnürung von der Außenwelt, sein Mangel an den notwendigen Rohstoffen und Ernährungsmitteln bei noch län­gerer Dauer des Krieges mit Sicherheit seine schließ­liche Niederlage herbeiführen mußten. So zeitigte der Ausfall Rußlands im Spätherbst 1917, durch den mehr als 40 Divisionen für d i e W e st front frei wurden und so günstige Stärkeverhältnisse für uns schufen, wie wir sie noch Nie gehabt hatten, in der Obersten Heeresleitung den Entschluß, im Frühjahr 1918 durch eine große Offensive den Durchbruch durch die feindliche Front zu erzwingen und wieder zum freien Operations­krieg zu gelangen.

Da vom Frühjahr ab mit dem Eintreffen der amerikanischen Verstärkungen gerechnet werden mußte, war ein möglich st frühzeitiger A n g r i f f s b e g i n n erwünscht. Anderseits waren sorgfältigste Vorbereitungen nötig, um die erfor­derlichen Massen an Kriegsgerät und Munition bereitzustellen und die nur an den Stellungskampf gewöhnten Truppen im Angriff auszubilden. Unter Berücksichtigung dieser Umstände wurde der 21. März für den Beginn der großen Offensive

eftgesetzt. Drei verschiedene Frontteile kamen hier- ür in Frage: In Flandern von Vpern bis Lens, emer von Arras bis südlich St. Quentin, und chließlich beiderseits Verdun unter Umgehung der Festung. Der Angriff in Flandern, der an sich zwar die günstige Möglichkeit bot, die nicht massierten englischen Armeen gegen das Meer zu werfen und Ccllais und Boulogne zu nehmen, schied aus, weil das Sumpfgelände der Lys-Niederung vor Mitte April außerhalb der Wege voraussichtlich nicht gangbar war. Der südliche Angriff, von den Ar- gonnen westlich und dem Maasknie südlich Verdun ausgehend, hätte zwar bestenfalls die 10 bis 12 in dem Frontbogen um Verdun stehenden französischen Divisionen abschneiden können, es fehlte ihm aber ein großes strategisches Ziel; auch erschwerte das bergige Gelände die taktische Führung des Angriffs. Die Entscheidung der Obersten Heeresleitung fiel daher für die Ausführung des mittleren An­griffs zwischen Arras und Quentin. Er hatte die besten Erfolgsaussichten, da der Feind hier am schwächsten war und das Gelände keine Schwierigkeiten bot. Auch winkte ein großes strate­gisches Ziel: Gelang es, den Angriffsstoß tief genug in den Feind hinein zu führen, so konnten die Hauptteile des englischen Heeres von den franzö­sischen getrennt und gegen das Meer gedrängt, die französischen Armeen aber in der offenen linken Flanke gefaßt werden.

Daß es den deuffchen Verschleierungs- maßnahmen und Täuschungsmanövern sowie der trefflich durchgeführten Luftsperre gelang, die gewaltigen Angriffsvorbereitungen in den Winter-

Monaten so geheimzuhalten, daß der Feind sich bis zum letzten Tage über Ort, Ziel und Beginn unserer Offensive völlig im unklaren blieb, muß fast als ein Wunder deutscher Organi- sationskunst bezeichnet werden. In der Nacht vvm 20. zum 21. März wurden die drei An­griffsarmeen mit rund 50 Divisionen auf der etwa 70 Kilometer breiten Angriffsfront zwischen Croisilles südöstlich Arras und La Före südlich St. Quentin dicht zusammengedrängt in un­serer vordersten Linie zum Sturmangriff bereit­gestellt, im allgemeinen je eine Division in erster und eine in zweiter Linie. Die Batterien und die Minenwerfer mit ihren gewaltigen Mumtions- massen standen unmittelbar hinter, teilweise sogar vor der Infanterie, um ihre Schußweiten ohne Stellungswechsel bis möglichst tief in den Feind hinein ausnutzen zu können; auf jeden Kilometer Frontbreite kamen etwa 100 Geschütze. A m 21. März um 4 Uhr morgens begann schlag- artig unser Artillerie feuer, wohl das stärkste, das wir je an bet Front gehört hatten. Zwei Stunden lang wurden nur die feindlichen Batterien mit Feuer überschüttet, dann in der Hauptsache die feindlichen Gräben. Kurz vor 9 Uhr nach haar­scharf gleichgestellten Uhren aller Angriffstruppen trat die Infanterie hinter der Feuerwalze der Ar­tillerie zum Sturm an. Trotz ungünstigen Windes, der das von der Artillerie verwendete Reizgas unseren Truppen entgegenblies, drangen an diesem ersten Tage die in der Mitte kämpfende zweite und die südliche achtzehnte Armee tief in die feind­liche Stellung ein; bei der nördlichen siebzehnten Armee aber, die den stärksten Feind vor sich hatte, konnte die Infanterie der Feuerwalze der Artillerie nicht schnell genug folgen und blieb ohne Feuer- unterstützuna vor der zweiten feindlichen Linie liegen, wo sie sehr starke Verluste erlitt.

Im weiteren Verlaufe der Offensive gelang es zwar, bis zum 27. März die allgemeine Linie Albert nordöstlich Amiens bis Montdidier südöstlich Amiens zu errichten. Aber trotz größter Anstren­gungen der tapferen deutschen Truppen blieben alle weiteren Angriffsversuche infolge von Muni­tion s - und Derpflegungsschwierig- leiten, die auf den Mangel von ausreichenden motorisierten Nachschubkolonnen zurückzuführen waren, gegenüber dem sich immer stärker verstei­fenden feindlichen Widerstand vergeblich. Das er­strebte strategische Ziel, Amiens, wo sich die Flüael der französischen und der engkischen Front be­rührten, wurde nicht erreicht. Die Oberste Heeres­leitung mußte am 4. April den außerordentlich schweren Entschluß fassen, den Angriff auf Amiens endgültig ei n z u st e l l e n.

Trotzdem wird diese Frühjahrsschlacht 1918 durch die Jahrhunderte hindurch leuchten als eine der glänzend st en Waffentaten der Ge­schichte. 90 000 unverwundete feindliche (Stefan* aene waren in unsere Hände gefallen, dazu eine sehr reiche Kriegsbeute. Engländer und Franzosen waren in schwerste Panikstimmung versetzt worden und hatten nur vermöge ihres überreichen Kraft* wagenparks in größter Eile notdürftig eine neue Front Herstellen können. Fast wäre der deuffche Durchbruch gelungen, und zwar mit den erschöpften und mangelhaft ernährten Truppen des vierten Kriegsjahres, denen eine gründliche Friedensaus­bildung fehlte! Niemals hatten unsere Feinde in ihren viele Wochen dauernden Angriffen trotz ihrer gewaltigen Ueberlegenheit an Mensch und Material ähnliche Erfolge errungen. Ein schlagender Beweis für die Ueberlegenheit der Führung, Ausbildung und Kampfmoral des deutschen Heeres!

Der nationale Vormarsch aus Katalonien

Die Franco-Truppen haben bei ihrer Offensive zum Mittelmeer weitere Fortschritte erzielt. Jetzt sind sie nur noch 50 Kilometer von der Küste entfernt. Unsere Karte veranschaulicht den Verlauf des nationalspanischen Angriffs. (Scherl-Bilderdienst-M.)

SARAGOSSA

de Ebro

MONTALBi

Quinta tGelsa

m 03 72

Ser 2. Abschnitt der national- spanischen Offensive beginnt.

Der Flutz Guatalopi überschritten.

Salamanca, 18. März. (DNB. Funkspruch.) Wie der nationalspanische Heeresbericht meldet, besetzten die nationalspanischen Truppen nach der Einnahme von Caspe noch am Donnerstag die bolschewistischen Stellungen 5 Kilometer östlich der Stadt. Die von Barcelona hier eingesetzten internationalen Brigaden ergriffen nach verzweifeltem Widerstand und schweren Ver­lusten panikartig die Flucht. Die Natio­nalen eroberten die umliegenden Höhenzüge von Alcorisa, Molinos sowie den südlich von Alcaniz gelegenen Ort C a st e l s e r a s. Auf ihrem Vormarsch überschritten die Nationalen den Guatalopi, nahmen über tausend Rotmilizen gefangen und erbeuteten große Mengen von Kriegsmaterial. Ergänzend wird gemeldet, daß d e r erste Abschnitt der natio­nalen Offensive mit der Einnahme von Caspe und Alcaniz ab geschlossen ist. Die durch dies« beiden Städte gebildete Linie bildet nunmehr die Basis für den letzten Vorstoß zum Mit­te lme er. In Caspe wurde eine große Zahl von Franzosen gefangengenommen, eine Ironie des Schicksals, daß gerade in diesen Tagen wieder französische Sender mit großem Eifer die von Rotspanien ausgehenden Lügenmeldungen über angebliche Ausländerbeteiligung auf nationaler Seite verbreiteten.

Herr Blum, der neue Ministerpräsident der französischen Volksfront, hat sich, wie während sei­ner ersten Amtstätigkeit, die damit endete, daß er und sein Finanzmimster, der Marxist Auriol, ihren Nachfolgern leere Staatskassen überließen, sofort mit der sehr dringlich gewordenen Währungs- frage beschäftigen müssen, aber die Ungewißheit über die Aussichten der Regierung haben die Flucht aus dem Frank noch verstärkt. Die französische' Börse und der Wechselmarkt waren sehr unruhig, der französische Frank verfiel immer mehr. Am 15. Februar gab es für ein englisches Pfund noch 153, am 10. März 157, am 15. März aber bereits 165,9 Frank, und Reynauds, des Abwertunas- fanatikers, 180-Frank-Grenze dünkt den Franzosen heute nicht mehr unwahrscheinlich. Aber es ist sehr fraglich, ob sich die Kammer zu einem Devisenaus­fuhrverbot entschließen wird, zumal über diese Frage im Kabinett selbst keine Einigkeit herrscht. Auch die anscheinend von der Regierung Blum an­gestrebte Neubewertung des Goldbestandes der Bank von Frankreich dürfte, da dazu ein parla­mentarisches Gesetz notwendig ist, auf Widerspruch stoßen. Im Blumschen Abwertungsgesetz von 1936 wurde eine Neubewertung des Frank auf 43 Milli­gramm vorgesehen, die Bonnet dann bei der zwei­ten Frank-Abwertung durchführte. Den Buch­gewinn überwies er der Amortisationskasse. Eine Beubervertung, etwg auf 30 Milligramm, rorirdr

einen Betrag von rund 30 Milliarden Franks er­bringen, aber diese mögliche Gewaltmaßnahme ver­hindert und das ist entscheidend die Kapital­flucht nicht, die gerade mit der neuen Regierung Blum wieder eingesetzt hat. Die Summe der ge­flüchteten Kapitalien wird sich jetzt etwa auf 150 Milliarden Franks belaufen. Man vergleiche damit, was die Regierung Blum mit der Neubewertung des Goldbestandes zu erzielen hofft, um sich die ganze Unfähigkeit der französischen Finanzkünste klar zu machen.

Die amerikanischen Privatbahn­gesellschaften hatten beantragt, ihre Tarife um 15 v. H. zu erhöhen, aber Washington hat nur 5 v. H. zugebilligt, und zwar mit Rücksicht auf die immer schlechter werdende Wirtschaftslage. Die Bahngesellschaften wollen nun einen etwa zehn- prozentigen Lohnabbau vornehmen, aber die Ge­werkschaften haben ihr Veto eingelegt, und da die Gesellschaften immerhin in einer Notlage sind, haben sie Stimmung für eine Verstaatlichung ihrer Betriebe gemacht, die jedoch Roosevelt a b - lehnte. Wie diese Schwierigkeiten gelöst werden können, weiß kein Mensch, zumal der Rückgang der amerikanischen Erzeugung anhält. Die ameri­kanische Eisen- und Stahlindustrie ver­zeichnet eine kleine Belebung, die aber lediglich E. der Verminderung dex Lagerbestände zu er­

klären und an und für sich nichtssagend fft, denn der Beschäftigungsindex 1929 = 100 hob sich nur rm 2 auf 32 v. H. in der letzten Woche, während in der gleichen Zeit des Vorjahres noch 89 v. H. verzeichnet wurden. Der Rückgang des Auto­mobilabsatzes, die fehlende Auftragserteilung durch die fast bankrotten Eisenbahngesellschaften und die mangelnde Beschäftigung der Bau- industrie sind Verfallserscheinungen, die man gerade bei diesen Schlüsselindustrien noch im Herbst 1937 für unmöglich gehalten hätte.

Werktätige werden vom neuen Deutschland künden.

10000 deutschöstcrreichifche

Arbeitskameraden kommen mitKdF. zuunS.

Berlin, 17. März. (DNB.) Bereits in der nächsten Woche werden 10 0 0 0 deutschöster» reichische Volksgenossen in zehn KdF.- Sonderzügen Berlin, München, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt a. M., Leipzig und Nürnberg besuchen urrb auf Einladung Dr. Leys von den einzelnen Gauen empfangen und aus­genommen merden. Der Aufenthalt der deutsch«