erkstait des Anatomen."
Vortrags- und Dorführungsabend im Gießener DolksbildungSwerk.
aus-
Recht kommt. Der Ertrag des Weihnachtsmarkts gen und auch größeren h steht zur Hälfte dem WHW. und dem Deutschen ben, wie in Kliniken usw.
(Nachdruck verboten!-
33. Fortsetzung.
Der Weihnachtsmarkt am 3 und 4. Dezember in den Räumen des Klubs zu Gießen, Sonnenstraße, verläuft so, daß die Frauen und Mädchen in hessischer Tracht in den Buden die hübschen Gegenstände verkaufen, während ein anderer Teil der Sachen durch Verlosung erworben werden kann. Musik, Kasperletheater, Kaffee und Kuchen werden für Unterhaltung und Erfrischung der Jahrmarktsbesu- cher sorgen, so daß auch der Frohsinn zu seinem
„Aus der
und die Lehrarbeit.
Im Anschluß an den Vortrag und die Vorfuh- rungen war außerdem Gelegenheit gegeben, in einer Ausstellung von Präparaten die einzelnen und wichtigsten Organe des menschlichen Körpers kennen- zulernen. Erläuterungen hierzu vervollständigten den Eindruck, der von dem zweistündigen, allgemein verständlichen Vortrags- und Dorführungsabend aus der Arbeit des Anatomen zu gewinnen war.
Dr. Heidt schloß den Abend mit herzlichen War- ' fnrt ^nnPp9 an den Dortraaenden.
fahrzeugführer mit 9 Anzeigen und 4 gebuhrenpfiuh« tigen Verwarnungen; gegen sonstige Fahrzeugfuhre« mit 6 Anzeigen und einer gebührenpflichtigen Verwarnung; gegen Radfahrer mit 3 Anzeigen und 5 gebührenpflichtigen Verwarnungen.
** Ein Bubenstreich. In der Nacht zum! 11. November wurden, wie jetzt erst bekannt wird, an einem neuen Mercedes-Cabriolet, das auf freut Parkplatz am Selterstor stand, in der Zeit zwischen 20 und 24 Uhr das Verdeck und die rechte Seite durch eine Anzahl Schnitte erheblich beschädigt. Hoffentlich gelingt es, den üblen Täter zu ermitteln und der verdienten Strafe zuzuführen.
Aus -er engeren Heimat.
Oie Schußwaffe in Kindeshand.
Schweres Unglück in Burkhardsfelden.
* Burkhardsfelden, 16.Nvo. Am gestrigen Dienstagnachmittag ereignete sich hier ein salgen- schweres Unglück, dem leider das Leben eines Kindes zum Opfer fiel. Der 13 Jahre alte K. Sy hatte sich unbemerkt den 6 - m m • $ I o b ß r t seines Vaters und eine dazugehörige Patrone verschafft. Damit zog der B-ub in die Scheune, um dort einmal zu schießen. Als Ziel nahm er eine Latte
Der festliche Tag ist da.
Heute werden die Sirenen ertönen, heute werden die Maschinen zum ersten Male laufen. Heute muß cs sich entscheiden, ob das, was Karajan in der Stille im Laboratorium ausprobiert hat, auch in der Fabrikation allen Erwartungen entspricht. Heute entscheidet sich das Schicksal des „Korolit" und der „Konkordia".
Wernicke ist nicht zu genießen. Eigenlich seit Tagen schon. War er bisher der Ruhigste, Gelassenste, so hat ihn jetzt das Fieber der Erwartung gepackt. Er saust durch die Maschinensäle, bringt Unruhe in die Derwaltungsräume, erscheint zu den unmöglichsten Zeiten in allen vorhandenen Abteilungen, in denen die Angestellten noch nichts Richtiges zu tun haben, weil die Produktion noch nicht begonnen hat und die Vorbereitungen natürlich längst fertig sind.
Meist fällt er bei Hausmann ein, um seinem Herzen Luft zu machen.
„Du bist ja der einzige, mit dem man überhaupt reden kann! Soll ich zu Karajan was sagen? Der lacht bloß, tut so, als wäre alles schon vorbei und in Ordnung und droht, jeden aus dem Fenster zu werfen, der daran zweifelt. Fabelhafte Ruhe hat der Kerl. Nee, mit dem kann man nicht reden. Mit Grote, dem verrückten Doktor, ist überhaupt kein Sterbenswort zu wechseln, der turnt seit drei Wochen zwischen den Maschinen herum und die übrige Zeit sitzt er in der Kneipe herum bei seinem neuen Freund, dem Gastwirt. Komische Jugend."
Hausmann hat ganz was anderes im Kopf. Interessiert mich im Augenblick nich die Bohne, Herr Teilhaber. Erzähl' mir lieber, was du zu meiner Verbindung nach Südamerika sagst? Ist das nicht eine ganz großartige Sache? Wir kriegen eine Ver- . tretung — So, sage ich dir!" Dabei knallt er den । Arm auf den Tisch und ballt die Faust. „Natürlich i vorausgesetzt, daß unsere Sachen was taugen."
junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Gänse 1,10 bis 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 35, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bündel 10 bis 12 Pf.
*
** Finanzamtspersonalien. Befördert wurden mit Wirkung vom 1.10.1938: Steuerassi. stent Johann Wenzel zum Steuersekretar und Steuerdiätar Wilhelm Weiß zum Steuerassistenten.
*♦ Sterbefälle in Gießen. Es verstärken in Gießen: 1. 11. Ursula Erna Erika Martin, 4 Jahre alt, Schubertstrahe 60; 2.11. Barthel Peter, Schneider, 81 Jahre alt, Marburger Str. 203; 2 11 Julius Wellhöfer, Kaufmann, 68 Jahre alt, Marburger Straße 24; 3.11. Karl Göbel, Schneider, 69 Jahre alt, Landgraf-Philipp-Platz 5; 3.11. Philipp Pfannkoch, o. B., 71 Jahre alt, Licher Str. 74;
Frauenwerk zur Bereitung von Weihnachtsfreude und zur Linderung von Not zur Verfügung.
Die Karten zu Ö,30 RM. sind im Vorverkauf erhältlich bei Zell- und Blockfrauen der NS.-Frauen- schäft, sowie an der Tageskasse.
Prüfung
für weibliche Soushaltslehrlinge.
Die Volksbildungsstiitte Siegen und her NSD - Dozentenbund eröffneten am Dienstagabend die Vortragsreihe dieses Winters. Es hatten sich dazu viele Zuhörer im Hörsaal des Anatomischen Instituts eingefunden. _
Der Kreisreferent für das DolksbildungSwerk, Dr. Heidt, eröffnete den Abend und sagte dem NSD.-Dozentenbund herzlichen Dank für die zu-
transporte des heutigen Tages treffen in der Zeit von 11 bis 12 Uhr auf dem hiesigen Bahnhof em, von wo sie in geschlossenen Kolonnen zu den Kasernen abrücken werden. Weitere Transporte treffen bis gegen 14.30 Uhr auf dem Gießener Bahn- Hof ein.
Don der Universität Gießen.
Don der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gie-
begehen. — ..
Sohn, der beim — --------------- - -
Reichskriegsopferführer, SA.-Gruppenfuhrer Ober« linbober, sandte dem Jubilar ein Glückwunsch^ schreiben und eine Ehrengabe.
s. Lang-Göns, 16. Nov. Don den hiesigen Schulkindern wurden in den letzten Domen rund zwei Zentner Bucheckern für das WHW. gelesen.
Mit dem Landschaftsbund { über den Alten Friedhof.
Der Landschaftsbund „Volkstum und Heimat" hat , den Gang über den Alten Friedhof am Buß- und j Bettag jedes Jahres bereits zu einer schönen Tra- < dition werden lassen. Daß der besinnliche Gang einem Bedürfnis entspricht, war auch gestern wie- - der zu erkennen. Nahezu 200 Teilnehmer fanden , sich dazu ein. . , , ,. _ .. i
Kreis- und Ortsringleiter Dr. Michel hieß sie vor der alten Kapelle willkommen. Er sprach davon, daß der Alte Friedhof leider vielen Volksgenossen noch viel zu wenig bekannt sei. Der Gang der Mi^ ; alieder und Freunde des Landschaftsbundes durch den Alten Friedhof solle in beschaulicher Stunde an unsere Altvorderen erinnern, die hier zur letzten Ruhe bestattet sind, und solle dazu beitragen, eine innere und geistige Verbindung zu schaffen zwischen uns und allen den Männern und Frauen, die Jahrhunderte vor uns lebten und wirkten. Dr. Michel dankte abschließend Oberkriegsgerichtsrat a. D. Koch für seine Bereitwilligkeit zur Führung auch m die- em Jahre. A .
Sodann führte Oberkriegsgerichtsrat a.D. K o ch die ■ Teilnehmer des Rundgangs vom Portal aus zu den Grabsteinen, die an der Friedhofsmauer im Zuge der Licher Straße und des Nahrungsberges aufge- stellt sind und in Schrift und bildlicher Darstellung von manchem alten Geschlecht unserer Stadt Kunde geben. In Verbindung mit fast jedem Stein wußte Oberkriegsgerichtsrat Koch irgendeine Besonderheit mitzuteilen, und er gab manche interessante Einzel- heit aus dem Leben und Wirken derer zur Kenntnis, denen diese Steine als Erinnerungsmale gefetzt sind. Der Weg führt dann noch um die Kapelle herum. Die zahlreichen schönen Grabsteine wurden in Verbindung mit den anschaulichen Schilderungen zu lebendigen Zeugen einer vergangenen Zeit.
In der Kapelle, die fast bis auf den letzten Platz besucht war, setzte Oberkriegsgerichtsrat Koch seinen Vortrag fort und schilderte insbesondere die Entstehung des Alten Friedhofs, wie auch die Wandlungen und Erweiterungen, die er im Laufe der Jahrhunderte erfuhr. Abschießend gab der Redner aus feinem in reicher genealogischer Forschung erworbenen Wissen Aufschluß über eine Fülle bemerkenswerter Tatsachen aus dem Leben mancher Gießener Geschlechter (Frech, Kempf, Una Lony, Sack, Thurm, Vogt, Ebel, Berg usw.). Die Zuhörer folgten mit großer Aufmerksamkeit und wußten dem Redner herzlichen Dank.
Einen schönen Ausklang fand der Rundgang durch einige kirchenmusikalische Darbietungen. Der Kirchenchor, unter Leitung von Organist N e b el i n g , sang zwei Choräle, während Lehrer Nebeling an der Orgel in glücklich nachschaffender Interpretation Variationen über das Lied „Jesus meine Zuversicht spielte und damit seinen Zuhörern eine besondere Freude bereitete. ' !
Gießener wochenmorktpreife.
* Gießen, 17. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Wirsing, kg 6 bis 9 Pf., 50 kg 5 bis 6 Mark, Weißkraut, kg 4 bis 6 Pf., 50 kg 4 Mark, Rotkraut, kg 7 bis 8 Pf., 50 kg 5 bis 7 Mark, gelbe Rüben, kg 7 bis 10 Pf., rote Ruben 10, Spinat 15 bis 18, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 35, Feldsalat, */i° 8 bis 10, Tomaten, % kg 28 bis 30, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 38, Kürbis 8 bis 9, Kartoffeln, kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,45 Mark, Aepfel, Yt kg 30 bis 45 Pf.,
Gfs. Ueberall in deutschen Landen rüsten sich die Städte zum Weihnachtsmarkt. Wieviel Innigkeit und Traulichkeit verbindet sich mit dem Gedanken Weihnachtsmarkt. Anknüpfend an diese Gemütswerte und getragen von dem tiefen ethischen Willen, zu helfen, Hot das Deutsche Frauenwerk diese Sitte übernommen. Das Helfenwollen hat die NS.-Frauenschaft mit dem Frauenwerk und der Jugendgruppe zum restlosen Einsatz ihres Könnens und ihrer Kraft veranlaßt, so daß die zahlreichen und schönen, ja geradezu oft künstlerischen Gegenstände, die am Weihnachtsmarkt zum Verkauf korn- nien, von den Frauen und Mädchen selbst in freiwilliger Arbeit hergestellt wurden.
3.11. Fritz Daniel, Handelsvertreter, 48 Jahre alt, Alicenstraße 34; 3.11. Richard Friedrich Görtel, 3 Monate alt, Zu den Mühlen 6; 4.11. Katharina Becker, geb. Rausch, 66 Jahre alt, Rodheimer Straße 40; 7.11. Karl Belz, Tapezier-, Polsterer- und Dekorateurmeister, 66 Jahre alt, Roonstr. 36;
7. 11. Heinrich Schreiner, Fuhrunternehmer, 60 Jahre alt, Kirchenplatz 3; 9.11. Elisabethe Römer, geb Fick, o. B., 63 Jahre alt, Wolkengasse 11; 10.11. Valentin Lotz, Gastwirt, 63 Jahre alt, Ludwigs- platz 15; 11.11. Elisabethe Deibel, geb. Henkel, o. B., 80 Jahre alt, Läufertsröder Weg 24; 12.11. Anna Marie Elisabeth Amend, geb. Metzger, o.B., 71 Jahre alt, Asterweg 44; 12.11. Gertrud Trechsler, geb. Wienold, 32 Jahre alt, Alicenstraße 4; 14.11. Eduard Engeler, Wäschereibesitzer, 73 Jahre alt, Bruchstraße 3; 14.11. Willi Schädlich, Mechaniker, 26 Jahre alt; Asterweg 67.
** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 4. bis 10. November ein: gegen Kraft-
Am 10. und 11. November fand in der Berufsschule für Mädchen die Abschlußprüfung für weid- liche Haushaltslehrlinge statt. Frau M a 11 h y , die Leiterin für Volkswirtschaft = Hauswirtschaft der NS.-Frauenschaft, hatte die Ausbildung zu leiten und nahm mit anderen einschlägigen Lehrkräften die Prüfung und Begutachtung vor. Vier Mädchen hatten ihre Ausbildung hinter sich und mußten nun Zeugnis von dem Gelernten ablegen. Drei bestanden die Prüfung mit „Gut". Ihre Leistungen waren sehr beachtlich in allen Zweigen der Hauswirtschaft, wie Kochen, Waschen, Bügeln, Flicken und auch Buchführung usw. Sie erhielten ihren „Lehrbrief", und nun steht ihnen der Weg offen zu Haushaltungen und auch größeren hauswirtschaftlichen Betrie- ' ' . Gfs.
Prost'."
Der biedere Wirt schmunzelt. Dieser Doktor ist ein Kerl, der in die Welt paßt.
„Na, denn Prost!"
So gut hat den beiden seit langer Zeit fein Bier mehr geschmeckt.
Dann geht Grote, um Bericht au erstatten.
Der Vorfall gibt Karajan sehr zu denken. Er dankt Dr. Grote für fein entschlossenes Verhalten und beschließt, die Augen offen zu halten.
Meßdorfs scheint zum Angriff überzugehen.
werden könne, sei es notwendig, sich des toten Körpers zu bedienen, der für die anatomischen Untersuchungen durch entsprechende Mittel über geraume Zeit widerstandsfähig gegen Zersetzung aemacht werde. Der Redner ließ wissen, daß erst feit der Zeit, da bewußte und systematische Anatomie betrieben werde, eine energische Bekämpfung z. B. seuchenhast auftretender Krankheiten möglich sei. Die Anatomie gestatte ein ungemein tiefes Eindringen in den Bau des menschlichen Körpers.
An Hand eines Modells (in eigener Werkstatt hergestellt), an Hand von Zeichnungen und vor allem durch praktische Vorführungen am toten Körper gab Pros. Dr. Elze zunächst einen Einblick in ben rein handwerklichen Teil der anatomischen Arbeit, um dann in weiteren Vorführungen- eine Anzahl von Hilfsmitteln zu zeigen, die der wissenschaftlichen Forschung dienen, eo hörte man von ber Arbeit am Mikroskop und am Mikrotom, schließlich erfuhr man auch von bem starken Einsatz moderner photographischer Technik für die Forschungs-
Kleine M mit Mm Ml
Roman von Äurt Riemann
Copyright bt) Verlag Oskar Meister, Werdau L Sa.
aufs Korn. Im Augenblick des Schusses war obel unglücklicherweise der Spielkamerad des Jungen, der 11 Jahre alte Herbert Schmidt, nach M Latte zu vorgesprungen, wobei der bedauernswert^ Junge von dem Geschoß am Halse getroffen wurde« Leider wurde dadurch dem Kinde die HalsschlaHB aber aufgeriffen, so daß es in kurzer Zsft durch Verblutung verstarb. Dem veruns glückten Kinde und feinen Eltern wendet sich M allgemeine Anteilnahme der Dorfbevölkerung zu.
Landkreis Gießen.
Pressen stehen in der Halle drei. Sie sind heuts noch nicht alle in Betrieb. Erst drei hält man be« reit. Der erste Produktionsgang ist noch ein Versuchs dem morgen erst die eigentliche Fabrikation folgert oll.
Die Arbeiter umstehen erwartungsvoll die Maschi« neu. Sie empfinden die Bedeutung dieses Augen« blickes, der nicht nur über das „Karolit", sondern auch über den Bestand ihres Arbeitsplatzes ent< scheidet.
Wernicke wartet am Schalter, den Hebel in de« Hand, der den Strom in die Motoren jagt und dert stählernen Riesen ße-ben verleihen soll. Seine Augen! leuchten auf, als Karajan kommt.
.^allo, Karajan! Wir sind soweit! Kann's los« gehen?"
„Los, Günther!" schreit Karajan zurück. „Glücß auf!"
Ein Ruck, die Motoren heulen auf — ächzend setzen sich die riesigen Pressen in Bewegung.
Ein dumpfer Schlag — das erste Werkstück aus „Karolit" ist geboren. Eine halbe Stunde späte« sammeln sich die Freunde in Karajans Arbeitszimmer.
„Tür abschließen!" befiehlt Karajan. Dann weift er lachend auf den großen Mitteltisch. Da steht cirt Aschenbecher aus einem glänzenden, dunkelbraunen! Material. Da liegen drei Reagenzgläser aus einem! leicht bläulich schimmernden (&Ias. Da ringelt sich ein dunkles, glänzendes Band, scheinbar aus Stoff, Dazu Schüsseln, man weiß nicht, was drin ist, elek« irische Zuleitungen, in einem elektrischen Kochtopf kocht Wasser.
Vor dem Tisch aber steht Karajan und lacht, als hätte er das große Los gewonnen. Er packt 9Bew nicke, der ihm am nächsten steht, bei den Schultern, preßt ihm die Knochen zusammen vor Freude.
„Geschafft, Kinder! Geschafft!" ruft er endlich, „... ba ... nimm mal ben Aschenbecher, Schorsch! Guck ihn dir mal an! Was bemerkst du?"
„Daß er noch nicht benutzt ist!"
„Schafsnase! Mach die Augen auf!"
„Er hat die Form eines Lastwagens ... Donner« weiter! Tadellose Nachbildung! Da fehlt ja kein Schräubchen!"
„Versuch mal, ein Rad abzubrechen!"
„Kleinigkeit! Das Zeug ist doch bestimmt spröde!
... Nanu? ... Was ist denn das? Bin ich denn ein kraftloser Mummelgreis?" Er stöhnt vor An« sirengung. Aber das Rad sitzt fest. „Donnerwetter, ich bringe es nicht fertig! Vielleicht probiert Günthct mal oder unser schlagfertiger Doktor Grote!"
(Fortsetzung folgt!)
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
1B. TB. in Gr.-V. Wer, ohne sich der Meisterprü« fung mit Erfolg unterzogen zu haben, vor dem 1. Ja« nuar 1932 in der Handwerkerrolle war, bleibt ein« getragen, ohne daß es der nachträglichen Ablegung der Meisterprüfung bedarf. Da Sie bereits seit dem 1. April 1930 in der Handwerkerrolle eingetragen sind, brauchen Sie sich, um Ihr Handwerk weiter ausüben zu können, heute weder zur Ablegung ber Meisterprüfung zu melben noch sich biefer Prüfung selbst zu unterziehen. Die Ablegung ber Meisterprüfung aber ist — bis auf ganz vereinzelte Ausnahmen — die unbedingte gesetzliche Voraussetzung, um Lehrlinge ausbilden zu dürfen. Aus diesem Grunde frürfU sich die Ablegung der Prüfung auch für diejenigert Handwerker, die vor bem 1.1.1932 in bie Hanb« werkerrolle eingetragen find, auch heute noch in bert meisten Fällen dringenb empfehlen.
X Steinbach, 16. Nvv. Heute feierten bie Eheleute Landwirt, Küfer und Viehhändler Jakob Horn IV. und Frau Katharina, geb. Weigel, das Fest der Silbernen Hochzeit.
■y" Watzenborn-Steinberg, 16. Nov. Un* fer Mitbürger Johann Heinrich S ch m a n d t konn-is
‘(trigen Dienstag seinen 8 0. Geburtstag n. Der Hochbetagte verlor im Weltkrieg einen!
' 'm 88. Infanterie-Regiment diente. Des.
„... herrlicher Schlag übrigens!"
Doktor Grote zieht sich den Rock und die Krawatte zurecht.
„Entschuldigen Sie, ich hatte eine etwas lebhafte Unterredung mit diesem Herrn. Er war draus und dran, mich zu einer Gemeinheit zu kapern."
„So einer also war bas —? Na, ich hab boch gleich so'n brolliges Gefühl gehabt. Unsereiner ist doch schließlich Menschenkenner. Scheint aber an den Unrechten bei Ihnen gekommen zu fein!" lacht ber Wirt unb meint bann mit einem Blick auf ben Bewußtlosen: „Aber wollen wir benn ben Herrn hier so liegenlassen?"
„Da kommt er schon selber wieder auf die Beine!"
Der dicke Müller weiß scheinbar noch nicht recht, was geschehen ist. Aber als er langsam hochkommt und den Doktor sieht, da wird sein Blick giftig.
„Das ist — das ist — ich werde Sie zur Anzeige bringen!" knurrt er drohend.
Aber Dr. Grote lacht nur.
„Großartig! Ich gehe mit! Die Herren auf der Polizei werden einen von uns vielleicht dabehalten. Vermute, daß Sie das sind!" Und dann packt den
Jungen bie Wut.
„Wollen Sie schmieriger Geselle etwa noch für Ihre unsauberen Geschäfte die Polizei bemühen? Ich kann Ihnen sagen, wenn Sie in einer Minute hier nicht verduftet sind — dann fliegen Sie in hohem Bogen auf die Straße, daß Ihnen Hören und Sehen vergeht! 'Raus!"
„Herr Wirt! Ich protestiere! Das ist — das ist
„... ganz in meinem Sinn. Ich bin ein anständiger Mensch. Mit so Sachen will ich nichts zu tun hoben!"
„Zahlen!" kreischt Müller und wirst einen Zwanziger auf den Tisch.
Dr. Grote reicht dem Dicken mit einer nachlässigen Gebärde sein Geld zurück. „Wird von mir er« lebigt." Dann klopft er sich die Hände ab. „So, und nun, Herr Müller mit Doppel-Ell, ist die Minute vorbei! Also —"
Mit wenigen Schritten ist der Dicke verschwunden.
„Herr Wirt, zwei Helle; für uns beide. Sie sind ein Prachtkerl. Na, passen Sie nur auf — wenn
Weihnachlsmarkt des Deutschen Kauenwerkes
die Bude da drüben steht und drinnen alles läuft, dann fallen Sie mal sehen, wie ich dafür sorge, daß keiner woanders ißt und trinkt als bei Ihnen.
Damit hatte er Wernickes schwache Stelle getroffen. Um diesen Punkt kreisen seine Gedanken unaufhörlich seit Wochen. Karajans Erfindung ist üchssr gut, aber ob seine Maschinen alles leisten werden, was man erwartet? Noch immer hält er ganz im stillen Karola für eine heimliche Närrin, daß sie ihr Vermögen so mir nichts, dir nichts in eine <5ad)e steckt, von der noch niemand etwas Endgültiges weiß.
„Wenn's nur gut geht!" seufzt er auf. „Ich hänge mich auf, wenn's nicht klappt!"
Aber Hausmann lacht ihn aus.
„Alte Unke! Nimm dir ein Beispiel an Karajan! Der ist die Gelassenheit selber. Der weiß, daß seine Sache was taugt — und ich auch. Oder denkst du, ich habe meine schöne Stellung so leichten Herzens an den Nagel gehängt?"*
Und endlich ist es so weit. In den Kollergängen donnern seit Tagen bie riesigen Walzen. Das Material ist gekocht, mit Bädern behandelt, deren Zusammensetzung streng gehütetes Geheimnis ist, und nun nach der Behandlung in den Trocknungsanlagen. Heute in der Frühe hat man begonnen, das gereifte Produkt durchzupressen.
Karajan steht mit Grote neben den Bädern.
> „Alles in Ordnung bis hierher!" meint Grote und sieht zu Karajan hin. Doch der winkt leicht ab.
„Bis hierher ist's auch kein Kunststück. Das Kunststück beginnt jetzt erst. Kommen Sie!"
Im Nebenraum ist kein Mensch. Sie müssen die Tür auftchließen, denn unter diesem schmalen, langgestreckten Dach sind Karajans Speziallösungen angesetzt, die aus dem gewöhnlichen Preßstoff das universal verwendbare „Karolit" machen! Kein Arbeiter hat zu diesem Raum Zutritt mit Ausnahme derjenigen Leute, die Karajan alle auf Herz und Nieren geprüft hat. Und von denen übersieht auch jeder nur einen bestimmten Teil des Arbeitsprozesses.
„Wer das Geheimnis dieses Raumes durchforscht, weiß, wie man „Karolit" herstellt!" meint Karajan nachdenklich.
Aber Grote lacht nur: „Das bas nicht geschieht, dafür werden wir schon sorgen, Herr Doktor! Ich werde meine Augen offenhalten!"
„Sie sind ein guter Kerl, Grote!" nickt ihm ■ Karajan zu. „Aber — die Gegenpartei wird im • Dunkeln arbeiten. Augen aufhalten nützt da meist t verdammt wenig. Aber nun kommen Sie! Bei den - Pressen sind sie wahrscheinlich soweit."
i Es ist lange Mittagszeit, aber die beiden Männer ) denken nicht daran, mm Essen zu gehen. Sie sind 'gefesselt, gefangen. Ihre Augen glänzen—. Die
gesagte Unterstützung.
Anschließend sprach der Leiter des NSD.-Dozen- tenbundes, Dr. F r e e r k s e n, über den Sinn dieser Vortragsarbeit. Er betonte, daß sie vor allem dazu bienen soll, in breiteren Kreisen bas Verstanb- nis für die Arbeit der Universität zu fördern, insbesondere bei jenen Volksgenossen, die sonst keine Möglichkeit hätten, diese Arbeit kennenzulernen.
Dann hielt ber Direktor des Anatomischen In- ftituts, Pr°f. Dr. Elze, in anschaulicher Weis- einen Vortrag über das Thema „Aus der Werkstatt des Anatomen". In einem drastischen Vergleich sprach er vom Motor eines Autos, der, wenn er streikt, einfach untersucht wird, um nachzuforschen, wo bie Ursache des Versagens liegt und der Schaben behoben werden kann. Beim Menschen, bet dem ja nicht eine Kühlerhaube gehoben werden kann, ist die Sache erheblich anders. Für den Arzt sei es erste Voraussetzung, daß er zum Anatom in bie Schule gehe unb ben Bau des menschlichen Körpers genau kennenlerne. Die Anatomie sei die Grundlage aller ärztlichen Tätigkeit. Da das Wissen um den Bau des menschlichen Körpers nicht - - - - . , „ -
ohne weiteres am lebenden Menschen erworben 1 ten des Dankes an den Vortragenden.
ßen wird uns mitgeteilt:
Der beamtete a.o. Professor an unserer Universität Dr. Rudolf Gerber ist von ber Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt zum wärtigen Mitglied ernannt worden.


