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Ernst vom Raths letzte Fahrt.

Das ganze Rheinland huldigt dem Märtyrer für Deutschlands Ehre.

3n Paris.

Mitternächtliche Abschiedsstunde am Nordbahnhof.

Paris, 16. Nov. (DNB.) Am Dienstag um 23.15 Uhr MEZ. wurde der Sarg des von jüdischer Mörderhand mitten aus seinem Schaffen für Füh- rer und Reich herausgerissenen Gesandtschaftsrats vom Rath von der deutschen evangelisch-lutheri- schen Kirche, wo die Mitglieder der Landesgruppe die Ehrenwache hielten, im Kraftwagen zum Nordbahnhof geleitet. Im Trauergefolge be­fanden sich der Staatssekretär Fhr. von Weizsäcker, der deutsche Botschafter Graf Welczeck, der Landes­gruppenleiter Gesandtschaftsrat Dr. Ehrich und die deutsche Abordnung, die die sterbliche Hülle des Gesandtschaftsrates vom Rath in dem Sonderzug nach Deutschland begleitete.

Am Nordbahnhof hatte eine Kompanie Republi­kanische Garde in Galauniform vom Bahnhofsein-' gang bis vor den Sonderzug Spalier gebildet. Die Republikanische Garde präsentierte das Gewehr, während der Sarg durch die mit Lorbeer und fri­schem Grün geschmückte Halle zum Sonderzug ge­tragen wurde, wo die deutschen Volksgenossen ihrem dahingeschiedenen Kameraden mit dem deutschen Gruß die letzte Ehre erwiesen. Als Vertreter des französischen Außenministers war der Chef des Protokolls, Saint Martin, erschienen. Um 23.50 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. Schwei­gend grüßte nochmals die deutsche Kolonie ihren jungen Kameraden, während die Republikanische Garde das Gewehr präsentierte.

Der erste Gruß der Heimat.

Ergreifende Trauerfeier in Aachen.

. Köln, 16. Nov. (DNB.) Nach langer nächtlicher Fahrt durch fremdes Land, in dem sich unter den Kugeln eines jüdischen Verbrechers sein hoffnungs­volles Leben allzu früh vollendete, ist Ernst Eduard vom Rath heimgekehrt in sein deutsches Vaterland. Noch graute kaum der Morgen als der Sonderzug die Grenze erreichte. Kurz hinter dem Ausgang des Gymnischer Tunnels auf deutschem Boden entbot ein Ehrensturm des NSKK. dem toten Kameraden den ersten Gruß der Heimat. Dumpfer Trommel­wirbel und das Lied vom guten Kameraden erklang, und während der Trauerzug in langsamer > Fahrt vorbeiglitt, erwiesen die Ehreneinheiten und die zahlreich herbeigeströmten Volksgenossen mit erho­bener Hand dem Manne die Ehrenbezeigung, der in pflichtgetreuer Ausübung seines Dienstes sein Leben für Deutschland gab.

Wenig später, kurz nach 7 Uhr, traf der Zug i m Aachener Stadtbahnhof ein. Auf dem Bahnsteig war inmitten von vier tannenverkleideten Pylonen, von denen umflorte Lampen gedämpftes Licht spendeten, ein Katafalk, umgeben von weißen Herbstastern und frischem Grün, aufgebaut. Zu bei­den Seiten des Katafalks hatten Ehrenkompanien der Wehrmacht mit Spielmannszug und Musik und die Ehreneinheiten der Parteigllederungen Auf­stellung genommen. Mit Gauleiter Grohs und dem Chef des Protokolls Freiherrn von Dörnberg hatten sich die führenden Männer der Partei, des Staates und der Wehrmacht ein­gefunden. Auch der Vater war mit den beiden Brü­dern Ernst vom Raths gekommen, um seinen toten Sohn heimzuführen in die Vaterstadt.

Als der Zug in die Bahnhofshalle einfuhr, prä­sentierte die Ehrenkompanie der Wehrmacht das Gewehr.Ich hott' einen Kameraden" klang es weihevoll, und in tiefer Ergriffenheit grüßten alle den Trauerzug. Beamte des Deutschen Bahnschutzes trugen den mit dem Hakenkreuzbanner bedeckten schlichten Eichensarg auf den Katafalk, zu dessen Seiten je vier Angehörige des Auswärtigen Amtes -in Diplomatenuniform Ehrenposten bezogen hatten. Nach Beethovens Trauermarsch aus der Sonate Opus 26 entbot Gauleiter Grohs dem als Held ins Vaterland heimgekehrten Toten den ersten Gruß der Heimat. Deutschland grüßt dich, du Märtyrer deines Volkes. Heimaterde wird bald das decken, was an dir sterblich war. Dein Geist aber wird ewig weiterleben." Gauleiter Grohs machte sich zum Dolmetsch der Gefühle des ganzen deutschen Volkes, indem er mit Worten des tiefsten Abscheues und der Empörung die schändliche Tat des jüdischen Mör­ders brandmarkte.Weil du ein Deutscher warst, wurdest du ermordet. Mit dem Schuß auf Ernst vom Rath wurde dos deutsche Volk getroffen. Aber es irrte sich jenes Verbrechertum. Es kann zwar einen einzelnen Deutschen ermorden, aber das deut­sche Volk wird es nie überwinden. In diesem Augenblick dankt Deutschland den Franzosen, die gleich uns von Abscheu erfüllt sind über die gemeine Tat. Du sielst für den Führer und das Reich! Wir grüßen den Führer!" Ernst und verhalten klang das Sieg^Heil aus den Führer, erklangen die Lieder der Nation in den erwachten Morgen, nachdem (Bau­leiter Grohs den Kranz weißer Lilien des Führers am Sarge niederlegte. Dann trugen die Männer des Bahnschutzes den Sarg an den auf der anderen Seite bereitstehenden deutschen Sonderzug. Während die Zurückbleibenden ihre Ehrenbezeugung erwiesen, verließ der Zug langsam unter dem Glockengeläut der Kirchen die Halle.

3n Düffeldms.

Dfe Fahrt des Trauersonderzuges durch das rhei­nische Land gestaltete sich zu einer ergreifenden Totenehrung. Das ganze rheinische Volk von Aachen bis Köln und Düsseldorf war in spontaner Ein­mütigkeit rnsammengeströmt, um den toten Sohn der rheinischen Erde noch einmal zu grüßen. An den Wegen entlang der Eisenbahnstrecke sah man in langer Kette dichte Menschenmassen, die dem Toten huldigten. An den Bahnhöfen der an der Strecke gelegenen Städte und Ortschaften hatten sich Tausende mit den führenden Männern der Par­tei, des Staates und der Wehrmacht versammelt. Mit Fahnen und Fackeln bildeten auf unüberseh­bar weiten Strecken die Formationen der Be­wegung Spalier.

9.50 Uhr trifft der Zug in Düsseldorf ein. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kame­raden wird der Sarg aus dem Zug auf den Kata­falk getragen. Gauleiter Florian legt den großen Kranz des Führers nieder und führt dabei u. a. folgendes aus:

Wir grüßen dich in der Heimat, wir grüßen dich als Kameraden. Du trugst trotz deiner Jugend schon das Braunhemd, als es noch schwer war, National­

sozialist zu sein. Im Schicksalsjahr 1932, als um die letzten Entscheidungen schwer gerungen wurde, als die Zahl der Opfer groß war und der letzte Einsatz gefordert wurde, tratest du in die Reihen der Kämpfer Adolf Hitlers ein. Seit der Führer die Macht übernahm, hast du auf dem Posten, auf den du gestellt wurdest, still und treu dem Reiche ge­dient und deine Pflicht getan. Im Dienste für Deutschland haben dich die Schüsse des jüdischen Mörders getroffen. Aber du bist nicht tot, Käme- rab. Gleich den vielen, die in der Standarte Horst Wessels marschieren, lebt dein Geist in uns weiter. Du bleibst bei uns, Ernst vom Rath, als Kamerad und als Mitstreiter im Kampfe um die deutsche Zu­kunft. Wenn wir Opfer, Mühe und Arbeit auf uns zu nehmen haben im Dienste dep Führers, so wirst du uns zur Seite stehen. Wenn wir im Kampfe gegen die Feinde des Reiches, gegen den jüdischen Ungeist, Härte und Entschlossenheit zu beweisen haben, so werden wir an dich denken und nicht zu­rückweichen, sondern mutig und einsatzbereit den Weg der Pflicht und des Dienstes für Deutschland gehen. Mit diesem Gelöbnis grüßen wir dich, Ernst vom Rath, in der rheinischen Heimat, der Stadt Albert Leo Schlageters.

Die Sargträger heben den Sarg vom Katafalk, indessen aus der Bahnhofsvorhalle die Klänge des Horst-Wessel-Liedes herausdringen, knappe Kom­mandos hallen über den Bahnhofsvorplatz, worauf unter dumpfem Trommelwirbel der Sarg zur La­fette getragen wird.

Der Trauerzug.

Dann setzt sich der Trauerzug, eröffnet von einem Spielmannszug und Musikzug der SA., in Bewe­gung, ein Ehrensturm der SA. schließt sich an, nun kommt der Spielmannszug und das Musikkorps der Wehrmacht und der ^-Verfügungstruppe, der Ehrenhundertschaft der Polizei sämtlich unter Ge­wehr sowie eine Ehrenabordnung des Reichs­arbeitsdienstes mit geschultertem Spaten. Der La­fette mit dem mit dem Fahnentuch und dem Degen bedeckten Sarg wird der Kranz des Führers und das Ordenskissen mit Mütze, Armbinde, Ehrendolch und Parteiabzeichen vorangetragen. Die sechsspännige Lafette begleiten beiderseits Angehörige der Aus­landsorganisation, des Auswärtigen Amtes und des NSKK. Hinter dem Sarg schreiten Gauleiter Florian und Gauleiter Oberpräsident Terbooen, der Vater Ernst vom Raths, Gauleiter Bohle, Staatssekretär von Weizsäcker, Botschafter Graf Welczeck, der Chef des Protokolls Gesandter von Dörnberg, die Brüder des Ermordeten sowie Landesgruppenleiter Dr. Ehrich. Nun folgten in geschloffenem Block eine Ab­ordnung des Auswärtigen Amtes und der Auslands- orgachf'ation und die übrigen Ehrengäste, unter barten- man auch einen Vertreter des spanischen Fa- lange sieht. Den Schluß bilden Ehrenstürme der Parteigliederungen und die Ortsgruppe Düsseldorf des Faszio. Unübersehbar stehen Hunderttausende

unbewegt an den Straßen und grüßen ehrfurchtsvoll den toten Kameraden.

DieAusdahrunginderRhemhalle

Kurz nach 11 Uhr hat der Trauerzug die Rhein- Halle erreicht. Unter dumpfem Trommelwirbel wird der Sarg m die Halle getragen und auf dem mit schwarzem Samt verkleideten Katafalk abgefetzt. Der Kranz des Führers und das Ordenskissen werden niedergelegt, am Sarge zieht die Ehrenwache auf und in langen Reihen defilieren nun die Trauer­gäste vor dem inmitten von Blumen und Kränzen aufgestellten Sarge. Den ganzen Mittwoch nach­mittag über bis in den späten Abend hinein zog der Strom des Volkes schweigend und ehrfurchts­voll mit erhobener Hand am Sarg vorbei. Es war nicht nur die Düsseldorfer Bevölkerung, es waren nicht nur die Volksgenossen aus dem Gaugebiet, nein, zahllos waren sie auch aus den benachbarten Gauen gekommen, um dem für Deutschland gefalle­nen Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. Am Sarg halten zwei Angehörige des Auswärtigen Amtes, ein NSKK.-Führer und ein Politischer Lei­ter die Ehrenwache. Von silbernen Pylonen, die den Sarg umgeben, lodern die Flammen empor. Die große Zahl der herrlichen Kränze zusammen mit vielen frischen Blumen haben die Aufbahrungs­stätte in einen Blumenhain verwandelt. Am Fuße des Sarges liegt der riesige Kranz des Führers, daneben das Orbenskissen. Prachtvoll ist auch der Kronz des Reichsministers des Auswärtigen. Der mächtige Kranz des Stellvertreters des Führers wurde am Nachmittag von Gauleiter Bohle in Be­gleitung von Landesgruppenleiter Dr. Ehrich nie­dergelegt. Man bemerkte ferner den Kranz des ita­lienischen Außenministers Graf Ciano und den des französischen Außenministers Bonnet. Unter der Fülle der übriaen Kranzspenden befinden sich Kränze der Minister und Reichsleiter, der Partei­gliederungen, der Wehrmacht und der Reichs- und Staatsbehörden. Sehr zahlreich sind die Kränze des Deutschtums im Ausland, so von der Landesgruppe der Auslandsorganisation in Britisch- Indien und der Ortsgruppe in Kalkutta.

Heute Trauerbeflaggung.

Berlin, 15.Rov. (DKB.) Der Reichsminister des Innern und der Reichsminifler für Volksauf­klärung und Propaganda geben folgendes bekannt:

Am Donnerstag, dem 17. November, 1 938, findet in Düsseldorf die feierliche Bei- fehung des Gefandtschaftsrates Pg. Ernst vom Rath statt. Die staatlichen und kommunalen Der- Wallungen, Anstalten und Betriebe, die sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffent­lichen Rechts sowie die öffentlichen Schulen im ganzen Reich sehen aus diesem Anlaß am Don­nerstag Trauerbeflaggung. Die Bevölkerung wird gebeten, in gleicher Weife zu flaggen.

Das zweite Kabinett Zmredy.

Umbildung der ungarischen Regierung nach Besetzung des Oberlandes.

Budapest, 15. Nov. (Europapreß.) Minister­präsident Jmrsdy erklärte im Klub der Regierungs­partei, er habe den Rücktritt seiner Regie­rung eingereicht, weil er seinerzeit nur mit der Führung der Geschäfte Rumpfungarns betraut wor­den sei. Rumpfungarn habe sich jetzt wesentlich ver­größert. Er habe es daher für notwendig befunden, sein Amt dem Reichsoerweser zur Verfügung zu stellen und auch vor der Regierungspartei die Ver­trauensfrage aufzuwerfen. Er verwahrte sich gegen die Behauptungen, daß er ein verfassungswidriges Regime einzuführen gedenke. Es liege ihm auch die Absicht fern, das Parlament auszuschalten. Es müsse ein neues Regierungssystem aufgebaut wer­den, das auf verfassungsmäßiger und parlamenta­rischer Grundlage sichere Gewähr dafür biete, daß die dringenden Fragen rascher als bisher gelöst werden könnten. Durch die Rückgliederung des Oberlandes habe sich der Prozentsatz des Juden­tums in Ungarn erhöht. Die bisherigen Maßnah­men in der Judenfrage müßten einer Ergänzung unterzogen werben. Die Beziehungen zur Achse Berlin Rom sollten noch weiter ausgebaut werben. Auch das freundschaftliche Verhältnis zu Polen solle erweitert werben. Weiter sei es nötig, die Beziehungen auch zu anderen Staaten, vor allem zu Jugoslawien, in ähnlichem Geiste zu regeln.

Die Regierungspartei hat mit allen gegen vier Stimmen dem Ministerpräsidenten Jm- rsdy und seinem Regierungsprogramm das Vertrauen ^ausgesprochen. Damit hat der Mi­nisterpräsident von der Regierungspartei die Zu­stimmung zu seiner neuen Regierungsliste erhalten, die er sofort dem Reichsverweser von Horthy vor­legte, der die Ernennungsdekrete unterzeichnet hat. Das zweite Kabinett Jmrsdy legte am Mittwoch den Amtseid in die Hand des Reichsoerwesers ab.

Der tägliche Terror in Palästina.

Jerusalem, 16. Nov. (DNB.) lieber die Stadt Jaffa wurde am Dienstag schon wieder ein s o - fertiges Ausgehoerbot verhängt. Den Vor­wand zu dieser einschneidenden Maßnahme lieferte den britischen Militärbehörden die Erschießung eines jüdischen Polizisten durch unbekannte Täter. Im übrigen werden die militärischen Aktionen m i t größter Rücksichtslosigkeit fortgeführt. Im Bezirk Galiläa wurden nicht weniger als 714 Araberzu weiteren Ermittlungen" festgenommen. Weitere 43 Arader, denen die Verbindung mit Frei­schärlern zur Last gelegt wird, wurden in Haft genommen. Im Bezirk Samaria wurden zwei Araber erschossen. Im Bezirk Ramallah und bei Jaffa wurden zwei arabische Dörfer von Militär durchsucht. 16 Araber wurden verhaftet. Nach einer Meldung derPalestine Post" wurde die Durchsuchungsaktion in Untergaliläa bei Nazareth und in Obergaliläa in der Nähe der Libanongrenze von vier Bataillonen fortgesetzt. Bei Feuergefechten in den Bezirken Jerusalem und Gaza sollen die arabischen Freischärler wieder erhebliche Verluste gehabt haben. Bei Gaza wurde eine bri- tische Militärabteilung von Freischärlern beschossen, «die vorher die Schienen der Bahnstrecke durch eine I Minensprengung zerstört Ratten. Zwei Soldaten

Die neue Regierung Jmrsdy setzt sich wie folgt zu­sammen: Ministerpräsident: Adalbert v. Jmrsdy (wie bisher); Aeußeres: Koloman v. Kanya (wie bisher); Inneres: Kereszetes-Fischer (wie bisher); Honvedminister: Feldmarschall-Leutnant Bartha (bisheriger Chef der Präsidialabteilung im Honved-Ministerium); Finanzminister: Re- menyi-Schneller (wie bisher); Justizminister: Tasnady-Nagy (Präsident der Regierungs­partei); Kultus- und Unterrichtsminister: Graf Paul Teleki (wie bisher); Landwirtschaft: Graf Michael Teleki (bisher Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium); Handel und Indu­strie: Künder (bisher Handelsminister); Minister ohne Portefeuille für das Oberland: Andor Ja- r o ß (Führer des oberländischen Ungartums).

Die Bilduyg des zweiten Kabinetts Jmrsdy wird in politischen Kreisen als weiterer Ruck nach rechts bezeichnet. Dementsprechend wird das neue Kabinett vor allem von der rechtsnationalen Presse begeistert begrüßt. Die vier Abgeordneten, die dem neuen Kabinett ihr Vertrauen versagt haben, sind aus der Regierungspartei ausgetreten. Man rechnet damit, daß ihnen noch weitere Abgeordnete folgen werden. Diese Gruppe hielt bereits eine Zusammen­kunft ab, an der auch die drei zurückgetretenen Mi­nister Sztranyavszky, Mikesz und Bornemisza teil­nahmen. Diese Gruppe dürfte den Anschluß an die Agrar-Opposition suchen. Dagegen dürste das zweite Kabinett Jmrsdy außer von der rechtsnationalen Mehrheit der Regierungspartei in stärkerem Maße als bisher von dem rechtsnationalen Flügel der Vereinigten christlichen Partei und auch von ande­ren rechtsnationalen Gruppen unterstützt werden. Als wichtigste Punkte des Programms von Jmrsdy wer­den die militärische Organisation des Landes, die Hebung des sozialen Wohlstandes der Massen und die radikale Lösung der JrHenfrage genannt.

wurden bei dem Gefecht verletzt. In dem Dorfe Domra wurde ein Araber, der angeblich die Posten­kette durchbrechen wollte, erschossen. Im Dorfe Iksal sand man bei der Durchsuchung Munition und Freischärleruniformen. In einem Hause des jüdischen Viertels von Jaffa ereignete sich eine schwere Explosion. Zwei Bomben, die offenbar von Ju­den des Viertels zu Attentaten hergestellt worden waren, gingen in die Luft und beschädigten die Wände und das Dach des Hauses.

Größte Entrüstung ter lyrischen Araber

Beirut, 16. Nov. (DNB.) Die Meldungen über die stetig steigende Brutalität des Vorgehens der englischen Truppen in Palästina haben in arabischen Kreisen Syriens höchste Entrüstung hervorgerufen. Ungeheure Empörung hat vor allem die Straf- expedition gegen das Dorf Jrtah er­regt, wo die englifdjen Truppen aus der wie eine Viehherde zusammengetriebenen Bevölkerung zehn Mann ausgelost und sofort erschossen haben. Später wurden dann noch ein 80jähriger Greis und ein zehnjähriger Knabe in den Straßen niedergeschossen. Zum Schluß wurde das Dorf völ­lig ausgeplünbert und mit Dynamit in dis Luft gLiRkengt- «= Arccherkreijen

wird darauf hingewiesen, daß die täglichen Vorfälle dieser Art die ungeheure Nervosität der englischen Truppen widerspiegelten, die un­fähig seien, der arabischen Freischärler Herr zu wer­den und deshalb ihre ohnmächtige Wut an der wehrlosen Bevölkerung auslie- ß e n. Das gesamte Strebertum Syriens protestiert mit Entrüstung gegen diese unmenschliche Brutalität.

23500 englische Soldaten und Polizisten »befrieden-' Palästina.

London, 16. Nov. (DNB.) Kolonialminister TI a c b o n art) gab im Unterhaus die Stärke des englischen Militärs und der englischen Polizei in Palästina bekannt. Danach unterhält England in Palästina zur Zeit 7300 Mann Polizei, 700 Mann der Luftwaffe und 15 500 Mann der Armee. Die Sonderkosten, die durch die Verstär­kung des Militärs entstanden sind, bezifferte Mac- donald für die Luftwaffe auf 30 000 Pfund und für das sonstige Militär auf 175 000 Pfund monatlich. Er teilt weiter mit, daß die Regierung von Palä» ftina keinen wesentlichen Beitraa zu diesen Kosten aufbringe. Weiter wurde auf Anfrage mitgeteilt, daß in Palästina im Laufe dieses Jahres 43 Offi­ziere und Mannschaften gefallen sind.

Die Venus

aus Leptis Magna.

Ein Freundschaftsgeschenk Marschall Balbos für Hermann Göring.

B e r I i n , 15. Nov. (DNB.) Am Dienstag wurde Generalfeldmavschall Göring im Auftrage des Marschalls Balbo die marmorne Statue der Ve­nus aus Leptis mit folgendem Schreiben überreicht: Hochverehrter Marschall und liebster Kamerad! Mit dem deutschen Flugzeug, das morgen von Tri- volis nach Berlin fliegt, kommt zu Euch, als B o t - schafterin .der Freundschaft und der Sympathie, die marmorne Venus aus Leptis, gefunden in den Ausgrabungen der gro­ßen Käiserstadt in Libyen. Sie sei in Euerem Heim in Karinhall, unvergeßlich für einen, der wie ich mit solcher Gastfreundschaft aufgenommen, nicht nur die erheiternde Bringerin von Grazie, sondern auch die Freundin der idealen Gemeinschaft, die wie in der Vergangenheit so noch fester in der Zukunft die Kultur von Rom, durch den Duce gekräftigt, mit der deutschen Kultur, die der Führer auf die höchsten Ziele geführt, im­mer mehr, verbindet. Die Venus aus Leptis wird von Professor Caputo überbracht, dem Altertums­forscher und Kulturhistoriker in Libyen; er wirb Euch das klassische Kunstwerk erläutern. Zwei tap­fere Atlantikflieger, Oberst Cagna und Major* Vittembesch'i, eskortieren sie auf dem Wege durch die Lüste über das blaue Meer und die be­schneiten Alpen. Nehmt meine kameradschaftlichen Grüße entgegen. Euer treuer Balbo."

Generalfeldmarschall Göring hat Marschall Balbo für dieses kostbare Freundschaftsgesch e n k telegraphisch in herzlichen Worten gedankt. Die Statue wurde am 18. September 1924 bei Ausgrabungen in den römi­schen Thermen in Leptis Magna gefunden und stellt Venus im Bade dar. Das Kunstwerk i'st von feltener Schönheit, äußerst sorgfältig und mit genialer Be­gebung ausgeführt, es ist außerordentlich gut er­halten. Die Skulptur wurde nach dem berühmten Vorbild der Werke des Praxiteles im 2. Jahrhun­dert des römischen Kaiserreiches geschaffen und, wie man mit Sicherheit annehmen kann, damals vom Kaiser Hadrian in seinen Thermen auf gestellt. In der Kunstgeschichte ist dieses Werk als die Venus von Leptis Magna berühmt.

Der englisch-italienische Ofterakkord in Kraft getreten. Das ostafrikanische Imperium anerkannt.

Rom, 16. Nov. (DNB.) Im Palazzo Chigi ist am Mittwoch vom italienischen Außenminister Graf Ciano und dem englischen Botschafter Lord Perth eine Erklärung unterzeichnet worden, mit der d i e italienisch-englischen Vereinbarungen vom 16. April d. I. mit dem heutigen Tage in Kraft gesetzt werden. Gleichzeitig haben Graf Ciano und Lord Perth dem ägyptischen Geschäftsträger in Rom zwei getrennte Noten überreicht, um ihn vom In­krafttreten der am 16. April 1938 unterzeichneten Erklärungen über den Tana - See und den Suez-Kanal zu unterrichten. In Rom wurde folgende amtliche Mitteilung darüber ausge­geben:Der italienische Außenminister Graf Ciano hat den englischen Botschafter Lord Perth empfan­gen, der ihm offiziell mitteilte, daß seine Regierung den Beschluß gefaßt habe, die italienische Souveränität über Aethiopien anzu - erkennen. Zu diesem Zweck hat er zur Weiter­leitung an den Kaiser dem italienischen Außen­minister die neuen Beglaubigungs­schreiben überreicht, die ihn als britischen Bot­schafter beim König von Italien und Kaiser von Aethiopien beglaubigen. Graf Ciano hat von der Mitteilung Kenntnis genommen und Lord Perth gebeten, der britischen Regierung mitzuteilen, daß die faschistische Regierung diese Mitteilung zu schätzen wisse."

Rumänischer Königsbesuch in London.

Wirtschaftliche Pläne.

London, 16. Nov. (Europapreß.) Bei nebligem und regnerischem Wetter fand am Mittwoch in den Mittagsstunden der geplante Staatsbesuch des Kö­nigs Carol von Rumänien und des Kronprinzen Michael in der Londoner City statt. Beide be­gaben sich vom Buckingham-Palast, begleitet von einer Eskorte der Leibgarde, über den Trafalgar- Platz durch die Fleet-Street in die Guild-Hall, wo ein Festbankett stattfand. In seinem Trink­spruch auf den Lordmayor beschäftigte sich König Carol mit wirtschaftspolitischen Magen. Er ging aus von der Waffenbrüderschaft während des Welt­kriegs. Es gäbe nichts besseres zur Wahrung des Friedens als eine wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die Geschäftsleute seien die zuverlässigsten Botschaft ter des Friedens. Rumänien brauche eine friedliche Atmosphäre zur Stärkung feiner Macht und zur Förderung seines kulturellen Fortschritts.

Nach Mitteilung unterrichteter Kreise bildet die Gewährung englischer Anleihen in Höhe von acht Millionen Pfund (rund 100 Millionen Mark) einen der wichttgsten Gegenstände bep B«, MLchungen föpöjfi LKÄ.S is SMas- LrW iW Kck