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Der Freitag, als zweiter Uebungstag unseres Re- aiments 116, bringt schon früh wieder rege Bewegung in die Truppe. Zunächst geben sich alle Manner Mühe, sich nach der überstandenen kalten Nacht mit 1 Grad unter Null auf den Biwaksplätzen wieder warm zu machen. Dann gehts im Morgengrauen in die neuen Gefechtsstellungen.
Der zweite Uebungstag bringt eine völlig neue Aufgabe. Während am ersten Tage die Aufgabe der Truppe „Durchbruch durch die /feindliche Front heißt steht die Uebung Les zweiten Tages unter der Parole „Hinhaltender Widerstand gegen anruckenden starken Feind". Nach der Uebungsannahme steht die 9. Deoision (Blau) im Rahmen des IX. Armeekorps zur Verteidigung in der Linie Grünberg Beuern—Staufenberg mit offener linker Flanke, die sich an die Lahn anlehnt. Der Gegner (Rot) ist im Angriff von Nordosten am Tage vorher vor der Hauptkampflinie liegengeblieben. Neue Kräfte von Rot (angenommen) sind im Raume Cölbe—Wetter— Sterzhausen ausgeladen worden. Nach der Uebungs- Annahme wird dem Feind (Rot) die Absicht eines Durchbruches über das Westufer der Lahn in Richtung Gießen zugeschrieben, um dadurch in den Rücken des (angenommenen) IX. Armeekorps zu stoßen. Um dieses Vorhaben zu vereiteln, ist das Infanterie-Regiment 116 zum hinhaltenden Widerstand westlich der Lahn eingesetzt. Es hat als erste Widerstandslinie die Waldhöhen südlich der Linie Damm—Lohra—Mornshausen besetzt.
Bei dieser Ausgangslage der Uebung beginnt die Gefechtshandlung des Tages. Blau wird vom Regimentskommandeur, Oberst H e r rl e i n .«selbst geführt, Rot steht unter der Führung von Hauptmann Osann, die Uebung leitet Oberstleutnant Wiese.
Der Vormittag hat unfern 116ern schönes Spätsommerwetter gebracht, das den ganzen Tag über anhält und eine gewisse Entschädigung für die kalte Nacht vorher bietet. Auf unserer Fahrt in das Uebungsgelänbe machen wir zunächst Besuch bei Blau, das als Verteidiger die Aufgabe des hinhaltenden Widerstandes zu erfüllen hat. Die ersten Postierungen treffen wir am östlichen Ortsausgang von Altenvers an. Dann gehts, an der langen Kolonne der Bagage vorbei, über Rollshausen hinauf zum südlichen Waldrand des Höhenzuges vor Damm und Lohra. Nach kurzem Derweilen auf dem Regimentsgefechtsstand setzen wir die Fahrt durch den Wald in Richtung Lohra fort. Beiderseits der Straße im Schutze des Waldes, soweit man von der Landstraße zu blicken vermag, Truppen in ziemlicher Anzahl bcreitgefteöt. Plötzlich braust, von Lohra herauf, ein Panzerspähwagen von Rot heran. Er kann ziemlich tief in die blaue
Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ausländische 11 bis 12%, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 8, Rotkraut 10, gelbe Rüben und Karotten 10, rote Rüden 10 bis 12, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 30, gelb 30, Tomaten 20 bis 35, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 45 bis 60, Rhabarber 12, Kürbis 6 bis 8, Pilze 30 bis 50, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,30 Vis 4 Mark, Aepfel, % kg 25 bis 45 Pf., Falläpfel 14 bis 15, Brombeeren 40 bis 55, Preiselbeeren 40, Birnen 25 bis 40, Hauszwetschen 17 bis 21, Edelzwetschen 35 bis 40 Pf.,
junge Hähne 1,10 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 80 Pf. bis 1,05 Mark, Tauben, das Stück 50 bis. 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 15, Endivien 5 bis 15, Salatgurken 10 bis 30, Einmach- gurken 2 bis 6, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.
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** Unfall. Dieser Tage erlitt ein hiesiger Pferdepfleger einen schweren Unfall. Er wurde durch, den Hufschlag eines Pferdes fo unglücklich am Kops' getroffen, daß er einen Schädelbruch erlitt.
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Zehn Gebote für die behelfsmäßige Herrichtung von Lufischutzräumen.
Aus her Siadi Gießen.
Kleine Herbstouvertme.
Feuchte Nebel, die sich abends wie weißer Rauch senken und noch die Gärten und Häuser am Rande der Stadt einhüllen, verflüchtigen sich langsam in der Morgenhelle. Wie von einem starken Alern zu- rückgeblasen ziehen sie sich nach dem Horizont zu, der wie weiße Seide schimmert. Ein dichtes Seiden- । geroebe scheint der ganze Himmel zu sein, aus dem sich die eingesponnene Sonne nur schwer befreit und sieghaft zu neuem Leben, zum irdischen Tag durch- b richt. .
Wenn ihre schrägen Strahlen sich endlich Raum ; geschasst haben, atmet die Erde wie von einem Alpdruck erlöst auf. Noch liegt, wie der Hauch eines ' Mundes auf kaltem Spiegelglas, die Spur der Nebel ' als schwere Nässe auf den halmgebeugten Wiesen, und es bedarf vieler Sonnenkrast, bis sie getrocknet und zu wehender Leichtigkeit und Lichtfreude auf- gerichtet sind. Dann träumen vielleicht noch einmal die letzten Blüten an ihrem Saum und an Den Hängen, kleine, weiße Lichtnelken und die schon nicht mehr ganz unversehrten Goldschirme der Rainfarne, zumal wenn ein leuchtender Weißling, ein funkelndes Pfauenauge sie überfliegt, es sei doch noch nicht zu Ende mit aller Sommerherrlichkeit. Aber den Weißling treibt ein dunkler Drang nach den Kraut- köpsen der Gärten, an deren Blätter er feine Eier- häufchen klebt, ehe er wie ein welkes Blatt an die Erde torkelt und erstarrt, und das Pfauenauge ist auf der Flucht vor den kalten Nächten und frischen Frühen, auf der Suche nach einer bergenden Spalte, einem rettenden Unterschlupf als Asyl für einen langen Winter.
Könnte den .kleinen Blüten der Wind erzählen, so wüßten sie, daß bereits die Herbstzeitlosen prangen, deren Blüten kalt und bläulich sind wie die Lippen Fröstelnder, daß ringsum die braunen Stengel rascheln, und verhutzelte Schoten, gesprengte Kapseln rasseln, bis sie ihre letzten Samen ausgeschuttelt ^An Brombeer- und Holunderhecken sammeln Mädchen und Frauen in Eimer und Körbe saftreiche schwarze Früchte, die, eingekocht, als Brotaufstrich von köstlichem Aroma sind und an die Blütensuße des Honigs erinnern. Knaben bewerfen einander mit Kletten, die sich in Strümpfe und Haare hängen, und mit den knallenden Schneebeeren, die wie aus totem Wachs gedreht seltsam fremd in schon ange- . roftetem Laube sitzen, in dem bereits die ersten Funken aus des Herbstes lodernder Fackel welter- glimmen. ,
Diese Fackel brennt unsichtbar, aber ihre Glut fliegt, wohin sie will, und wo sie einfällt, züngelt und flammt es, von unseren Blicken wie ein Wunder bestaunt, in allen Farbentönen auf. Schon schwelt es im Geblätter der Birken golden und schwefelgelb, in den Aesten des Ahorns ocker- und rostfarben, und blutrot feuert es in den Wipfeln der Buchen. Kein Weg, auf dem unser Fuß nicht an ein verfärbtes Blatt stößt, das mit dem Verlust feines Grüns auch feine Kraft verlor, sich in Sonne und Wind zu wiegen. Unaufhörlich tropft das Laub zur Erde und nur, weil es zunächst noch vereinzelt geschieht, merken wir es kaum und beachten es nicht, obschon dieses Fallen der Beginn des unaufhaltsamen Scheidens und Gehens, des großen Verlierens und Einsamwerdens ist.
Durch Busch und Waldung, wo man leise erschreckt, wenn ein paar reife Eicheln aus braunen Bechern auf den Boden stürzen, als habe ein Kobold nach einem geworfen, streifen in kleinen unruhigen Schwärmen zirpende Meisen, als suchten sie in den leergewordenen Laubhallen nach ihren sangesfrohen Sommerkameraden. Aber die sind längst, einsam und in geordneten Luftgeschwadern, ohne daß wir ihre fluchtartige Abreise bemerkten, nach dem sonnigeren Süden aufgebrochen. Früh fällt die Nacht über den Wald, und bald wird sich in seine ausgeplunberten Wipfel die Schwermut einnisten und das bange Frösteln vor dem langen Dunkel. P. B.
Sornotiien.
Tageskalender für Samstag.
Gloria-Palast (Seltersweg) 14 Uhr: Kinder- und Familienvorstellung: Der lustige Filmteil. Zu den bekannten Zeiten „Diskretion Ehrensache". Bei allen Vorführungen auf der Bühne: Rantini-Truppe. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Verwehte Spuren". — Aquarien- und Terrarienfreunde: 20 Uhr „Zur " Stadt Wetzlar", Versammlung mit Filmvortrag.
Tageskalender für Sonntag.
Gloria-Palast (Seltersweg) 14 Uhr: Kinder- und Familienvorstellung: Der lustige Filmteil. Zu den bekannten Zeiten „Diskretion Ehrensache". Bei allen Vorführungen auf der Bühne: Rantini-Truppe. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Verwehte Spuren . — Kameradschaft ehern. 116er, Gießen: Familien- ausflug nach Wieseck, Ludwigsburg.
Ein Abend mit Johann Strauß.
c; ie Ilde in der Optiker am Bahnhof Lieferant auch Ihrer Krankenkasse!
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Gefechislärm im hessischen Hinterland
Der zweite Tag der Herbstübungen unserer 116 er.
(Eigener Serichi unseres im Gelände weilenden Mitgliedes der Schristleitung.)
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c) xriniwunti, WUCU3IIUU»', Verbandzeug "V sind in ausreichender Menge beim Aufsuchen 0 Luftschutzräume mitzubringen.
d) Für etwa je 20 Insassen ist ein Notabort öjr zusehen. Hierfür können Eimer bereitgestellt weroc Sand ober Erde ist zum Einschütten in den EM zur Vermeidung von Geruchbelästigung bereu, ten. Der Notabort ist gegen den übrigen Raum a zutrennen. Hi-erfür können Vorhänge, Tücher, Papff' tafeln verwendet werden.
e) Abdichtungsmittel, wie Papier, Pappe, ©W streifen, Isolierband, Kitt, Leim, «rettftürf? Werkzeuge (Hammer, Beil, Zange, Brechsta U-
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a) Für jeden Insassen muß eine Sitzgelegenheit vorhanden sein. Nach Möglichkeiet sind auch Liege:' gelegenheiten und ein Tisch vorzusehen.
b) Die Luftschutzräume sind durch Taschenlampe zu beleuchten. Beleuchtung durch Petroleumlampen Kerzen ober sonstiges offenes Licht ist verboten.
c) Trinkwasser, Lebensrnittel, Verbandzeug W“.
Aufbewahren!'
des Gebäudes liegenden Türöffnungen der Lust» schutzräume und Gasschleusen zu sichern. Dies kanni durch Anschütten und Feststarnpsen von (Erbe, Sand sackpackungen, Steinpackungen ober Holzbalken geschehen. Diese Schutzvorrichtungen sinb burch Befestigen mit Draht, Bretterwänden ober anderen. Hilfsmitteln zu sichern.
b) Die Türen ber Gasschleuse, die Notausgange: unb Fenster sinb g a s b i d) t auszubilden. Zu diesem Zweck sind alle Löcher, Ritzen, Schlüssellöcher: usw. ber Türen unb Fenster zu verkitten ober M verstopfen unb mit Papier zu überkleben. Die Glasscheiben von Fenstern unb Türen sind mit Hal? ober Pappe zu benageln unb mit Papier zu überkleben. Die -Fugen zwischen Türen, Fenstern unD ihren Anschlagflächen sinb mit Papierstreifen W überkleben. Die Anschlagflächen ber für bas Betreten ber Luftschutzräume bestimmten Türen sind mili Stoff-, Filz- oder Gummistreifen, oder Streifen aus zusammengefaltetem Zeitungspapier zu benageln ober zu bekleben. Alle sonstigen Deffnungen uB Unbichtigkeiten (Kamin- unb Luftschachtöffnungen- Durchführungsstellen von Rohrleitungen burch dasi Mauerwerk, Unbichtigkeiten im Mauerwerk) W gleichfalls zu verstopfen und mit Papier zu Überkleben.
c) Die Decken ber Luftschutzräume unb ber Ga-- schleusen sinb nach Möglichkeit zum Schutz fleaenn Bautrümmer mit Holz abzusteifen. Dabei sollen vor allem bie in ber Decke vorhanbenen eisernem Träger, Deckenbalken, Unterzüge durch einen oben mehrere Stiele gestützt werden. Die Stiele werdeir auf je zwei breite Holzkeile gesetzt unb mit dm Holzkeilen gegen bie Decke getrieben, bis sie ftp stehen.
9. Innere Einrichtung der Luftschuhräume.
Die Tagung der Gruppen des Kreises Friedberg : und der Stadsrnitglieder des Untergaues Gießen am Sonntag, 18.9., in Bad-Nauheim ist abgesagt l worden. Sie findet am 9. Oktober statt.
Mil Krast durch Freude zum Staatsakt auf dem Bückeberg. NSG. Als im Jahre 1933 bas ganze deutsche Volk nach dem Willen des Führers zum erstenmal in der Geschichte einen gemeinsamen deutschen Erntetag feierte, der seinen Höhepunkt in einem auf dem Bückeberg abgegebenen Bekenntnis Adolf Hitlers zum Blut und Boden und zum deutschen Bauerntum fand, wurde die Arbeit des Bauern als Dienst am Gesamtvolke gewürdigt. In diesem Jahre wird sich am Sonntag, 2. Oktober, die Nation wiederum unter den Erntekronen versammeln, und erstmalig werden sich jetzt 75 Millionen deutscher Männer und Frauen in Stadt und Land im Geiste engster Volksverbundenheit die Hände reichen und den deutschen Erntedanktag begehen. Wie in den Vorjahren, wird auf dem Buckeberg der Führer zu allen deutschen Bauern und darüber hinaus zum gesamten deutschen Volke sprechen. Hunderttausende deutscher Bauern, Landwirte und Landarbeiter aus allen Gauen des Reichs werden der Staatsfeier beiwohnen, um dem Führer zuzujubeln.
Um auch den Volksgenossen aus dem Gau Hessen- Nassau die Möglichkeit zu geben, an dem Staatsakt anläßlich des ersten Erntedanktages Großdeutschlands teilzunehmen, hat die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Gau Hessen-Nassau einen Sonderzug eingesetzt. Der Sonderzug verläßt am 1. Oktober um 21.50 Uhr- Frankfurt und trifft in Hameln am 2. Oktober um 6.23 Uhr ein.
Die Rückfahrt erfolgt von Hameln am 3. Oktober um 1.37 Uhr morgens. Um 9.41 Uhr kommt der Sonderzug wieder in Frankfurt an. Bei Bedarf wird noch ein weiterer Zug eingelegt.
Anmeldungen zur Fahrt mit dem Sonderzug nach dem Bückeberg nehmen sämtliche Orts- und Kreisdienststellen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Gau Hesien-Nassau entgegen. An ber Fahrt kann jeber Volksgenosse teilnehmen.
Das schönste Geschenk — eineplatzmiete
Aus bem Büro des Stadttheaters wird uns geschrieben:
Durch die neue Preisgestaltung wirb es in Der kommenden Spielzeit im Stadttheater Gießen möglich sein, baß jeder Dolksaenosse sein Theater besuchen kann, und so hat unser Stadttheater das Ziel erreicht, Volkstheater zu sein. Jedem wird es möglich sein, als Platzmieter an allen Vorstellungen teilzunehmen, denn die Platzmiete muß das unzertrennliche Band einer wahren und echten Kunstgemeinde sein, der ideale Ausdruck des notwendigen Treuverhältnisses zwischen der Bühne und ihren Freunden.
Der Spielplan der kommenden Spielzeit umfaßt die zugkräftigsten Werke der Musik, der klassischen und der modernen Weltliteratur. Außerdem finden wieder literarisch wertvolle Morgenfeiern und interessante Gastspiele statt.
Wie bie große Zahl der Neuanmeldunaen für bie Spielzeit 1938/39 beweist, werben bie Leistungen unseres Stabttheaters anerkannt, unb man verspricht sich für die Eommenbe Spielzeit so viel genußreiche Theaterabenbe, baß keiner gern abseits stehen möchte.
Gießener Wochen morktprelte
* G i e ß e n , 17. Sept. Auf bem heutigen Wochen- > markt kosteten: Deutsche seine Molkereibutter, % kg • 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 9, Eier, deutsche,
Ausschneiden!
1. Notwendigkeit der Luftschuhräume.
Zum Schutz gegen die Wirkungen von Luftangriffen müssen für alle Volksgenossen in nächster Nahe der Wohnungen unb Arbeitsstätten Luftschutzraume geschaffen werden. Die Luftschutzräume sind so schnell wie möglich herzurichten.
2. Wer muh bei der Herrichtung der Luftschuhräume mithelfen?
Jeder Volksgenosse hat bei der Herrichtung des für ihn bestimmten Lustschutzraumes durch seine eigene Arbeitskraft, Bereitstellung von Baumitteln, Einrichtungsgegenständen, Geldspenden usw. nach seinen Kräften beizutragen.
3. Wie groß müssen die Luftschuhräume sein?
Die Luftschutzräume müssen so groß sein, daß die in dem Gebäude wohnenden oder arbeitenden Menschen vollzählig untergebracht werden können. Für jede Person ist ein Luftraum von 3 cbm vorzusehen.
4. Auswahl geeigneter Räume im Keller- oder Erdgeschoh.
Luftschutzräume werden im Keller angelegt. Falls keine Kellerräume vorhanden sind, müssen die Luftschutzräume im Erdgeschoß, besonders in den Mittelfluren, hergerichtet werden. Erdgeschoßräume, die an den Außenwänden des Gebäudes liegen, sind weniger geeignet.
Luftschutzräume sollen möglichst wenig Fenster und Türen haben. Räume, in denen sich Gas-, Dampf- und Heißwasserleitungen befinden, sind zu vermeiden. Ungeeignet sind Räume, in denen Dampfkessel, Heizkessel usw. aufgestellt sind, oder explosions- ober feuergefährliche Stoffe gelagert werden.
5. Gasschleuse.
Dem Zugang zum Luftschutzraum soll ein Raum als Gasschleuse vorgelagert sein. Diese kann burch einen Vorhang, ber in 1 Meter (Entfernung von ber Eingangstür angebracht wird unb am Boden unb seitlich der Tür gut anliegt, ersetzt werben.
6. Rotausgange.
Die Luftschutzräume müssen außer dem Zugang entweder einen Notausgang burch anschließende Räume in bas Freie, ober Notausstiege burch ein Fenster haben.
7. Leerung der ausgewählten Räume.
Die ausgewählten Räume sind völlig zu entleeren. Nur Gegenstände, bie zur Benutzung ber Luftschutzräume verwendet werben können, z. B. Kisten als Sitzgelegenheiten, können im Raum belassen werben.
8. Herrichtung der Luftschuhräume.
a) Zum Schutz gegen Bombensplitter sind bie Fensteröffnungen unb bie an den Außenwänden
Verteidigungslinie vorstoßen. Ein Interessantes Ge- fechtsbild. Wir fahren herunter nach Lohra und betrachten uns von der Landstraße Lohra—Mornshausen aus das Gelände der blauen vordersten Widerstandslinie. Große Waldungen geben der Verteidigung von Blau eine starke Stütze. In den gegenüberliegenden großen Waldungen, nördlich der Straße, sitzt Rot ebenso günstig verdeckt. Im beiderseitigen Vorfeld ist kaum Bewegung zu erkennen. Hier und da taucht einmal ein Melder auf, vorder Stellung von Rot sieht man auch einmal zwei Reiter eines Reiterspähtrupps. Die Gegner halten natürlich scharf Ausschau. ~ .. nx.
Unser Ziel ist zunächst der linke Flügel von Blau in den Waldungen südlich von Mornshausen. Die Bereitstellung der blauen Kräfte ist so vortrefflich erfolgt, daß man die in den Kartoffel- und Rübenäckern vorgeschobenen Postierungen von Schützen und leichten Maschinengewehren kaum bemerkt, ebenso am Waldrand gewissermaßen bis auf einen Schritt vor die Mündung der Maschinengewehre oder der Panzerabwehrkanonen herankommt, ehe man bie im bichten Unterholz gefechtsbereit liegenben Männer sehen kann. Blau hat in dem günstigen Gelände am voraussichtlich entscheidenden Brennpunkt des Gefechts, am linken Flügel, eine starke Verteidigung aufgebaut. Die gleiche Wahrnehmung machen wir später am rechten Flügel von Blau in dem dichten Walde südostwärts von Lohra.
Gegen 15 Uhr wird es plötzlich auf der ganzen Front außerordenllich lebendig. Rot geht zum Angriff vor. In gewaltigen Sprüngen laufen die Männer, die Maschinengewehrtrupps und die Träger der Kennzeichen eines markierten Feindes über die Aecker und die Wiesen. Im Handumdrehen ist ein gewaltiger Feuekkampf im Gange. Blau gibt aus allen Rohren feiner MG. starkes Abwehrfeuer. Rot bleibt die Anwort nicht schuldig. An den beiden Flügeln ist der Feuerkampf besonders heftig. Dann muß aber doch Blau vor den stark überlegenen (zum Teil nur angenommenen und markierten) Kräften von Rot zurückgehen. Die erste Widerstandslinie wird also geräumt.
Gegen Abend geht es durch den dichten Wald, entsprechend dem Uebungsplan, zurück zu der vorbereiteten zweiten Widerstandslinie südwärts von Reimers hau se n—R o11shause n—S eel - bach. Wir begleiten die Truppe auf ihrem be« schwerlichen Marsch bie (teilen Berghöhen hinan unb durch den dichten Wald in Richtung Seelbach. Für bie motorisierten Fahrzeuge ist es oft eine halsbrecherische Fahrt, die da vollbracht werden muß. Es ist ein außerordentlich interessantes militärisches Bilb, bas sich bei diesem Stellungswechsel vor den Augen des Besuchers entrollt. Ein Jnfanterie--Geschützzug ist
gerade bei unserm Erscheinen beim Aufprotzen und Abmarsch. Männer und Pferde leisten dabei ein tüchtiges Stück Arbeit. Nicht minder hervorragend ist die Leistung der motorisierten Waffen und Fahrzeuge ber 14. Kompanie. Aber auch bie Schutzen aller anberen Kompanien vollbringen Leistungen, bie ber alte Solbat nur mit aufrichtiger Anerkennung vermerken kann. In kurzer Zeit ist in den dichten Waldungen ein kolossaler Betrieb. Auf allen Seiten tauchen die Truppen auf, denn überall geht s mit Mann und Fahrzeugen -der zweiten Widerstandslinie zu, selbstverständlich unter entsprechender Abwehr und Sicherung gegen den nachdrängenden „Feind". Zwischen 18 und 19 Uhr wird bie zweite Widerstandslinie erreicht, unb schon lebt ber Feuerkampf allmählich roieber auf.
Dann wirb bie Dämmerung immer starker, und bie Nacht bricht herein. Aber Ruhe gibts nicht, denn bas Gefecht geht weiter. Wir besuchen eine Reihe Wie steht es mit Ihren Augen? — — Sehschärfe und hiermit Leistungsfä higkeit und Wohlbennden lassen sich durch eine Brille steigern, sprechen Sie doch einmal persönlich mit mir darüber.
Der ehemalige k. u. k. Hofballniusikdirektor Johann Strauß aus Wien kommt am Samstag, 24. September, mit feinem eigenen Walzer-Orchester nach Gießen in bie Volkshalle. Es ist bas letzte Gastspiel bes nunmehr 74jährigen Johann Strauß auf seiner triumphalen Adschiebstournee durch Europa. Johann Strauß spielt und dirigiert selbst. Er kommt soeben aus Amerika zurück, wo er u. a. beim Deutschen Tag in Chikago ein Großkonzert leitete, bas von über 55000 Ausländsdeutschen besucht war unb mit außer- orbentlidjem Beifall aufgenommen würbe. Strauß muhte im Auto zwölfn)al eine Ehrenrunbe um bas riesige Solbiersfielb fahren, in bem bas Konzert statt- fanb. Anläßlich bes Jubiläums bes Walzers „An ber schönen blauen Donau" ist Johann Strauß zu einer letzten Europatournee aufgebrochen, unb letztmals wirb er ber musikbegeisterten Welt ben Hymnus bes %-Taktes in altem Glanze lebenbig machen.
Sparaktion
der Hitler-Jugend 1937/38.
Um eine restlose unb reibungslose Abwicklung der Sparaktion zu gewährleisten, ist es bringend erforderlich, baß jeber Hitlerjunge unb jeber Pimpf bie noch in seinem Besitz befindliche Sparkarte an seinen zuständigen Gefolgschafts- oder Fähnleingeld- verwalter zur Auszahlung einreicht. Ansprüche auf Rückzahlung, bie nach bem 1. Oktober 1938 gestellt werben, können nicht mehr anerkannt werden. Die Geldverwalter ber Gefolgschaften unb Fähnlein sinb verpflichtet, alle Rückzahlungsansprüche unverzüglich an bie Verwaltungsstelle bes Bannes 116 „Wet- terau", Gießen, weiterzumelben.
BOM.-Llntergau 116 Gießen.
Die Überweisung in die NS.-Frauenschaft und in die NSDAP, ist vom 25.9. auf den 16.10. verlegt worden.
weiterer Stellungsabschnitte und Ortschaften, lieber* all herrscht reger militärischer Betrieb. Spat am Abend verweilen die Pressemänner mit ihrem Begleiter inmitten vorgehender Infanterie, die gerade neue Weisungen empfängt. Nur spärliches Taschen- lampenlicht gibt auf knapp einen Meter, d. h. von Mann zu Mann, schwache Sichtmöglichkeit. Im übrigen ist alles in ber Dunkelheit versunken. Aber marschiert wird, und die Maschinengewehre geben auch feihe Ruhe. Die motorisierten Fahrzeuge ber 14. sind natürlich auch stramm dabei. Kurzum, allenthalben Betrieb.
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Dann machen wir uns auf den Heimweg. Die Truppe wird das Gefecht noch weiterführen. Eine kurze Ruhepause, selbstverständlich unter völlig kriegsmäßigen Bedingungen, d. h. jederzeit kampfbereit in der erreichten Linie, wird ihr ja auch im Verlaufe der Nacht beschieden sein. Kalt werden es die Männer auch da wieder haben. Am Samstag- früh wird die Hebung ihren Abschluß finden.
Hierauf werden die Kompanien für bas Wochenende 'und über Sonntag Ortsunterkunft in der Ge- gend von Krumbach, Altenvers, Kirchners usw. beziehen. B.


