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General Franco besichtigte -ie Flotte.

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Das nationalspanische Staatsoberhaupt besichtigte dieser Tage bei Vinaroz die Einheiten der Flotte, um im Anschluß daran zusammen mit Admiral C e r v e r a die Parade abzunehmen. Unser Bild zeigt General Franco mit seiner Begleitung an Bord eines der national­spanischen Kriegsschiffe. (Associated-Preß-M.)

Ihr Haar echt?

Oie Perücke als Kunstwerk.

Die Statistik, die sich mit allem beschäftigt, hat auch herausgefunden, daß es dreimal so viel M ä nner mit Perücken oder Haarersatz- stücken gibt als Frauen. Schwer vorstellbar in einer Zeit, in der die Glatze längst ihre Lächer­lichkeit verloren hat und eher eine gewisse männ­liche Würde ausdrückt. Aber es gibt eben doch noch Männer, die dem Schwund ihres Haupthaares zu­sehen und jedes Mittel ergreifen, um diesen Ver­lust vor der Welt zu verheimlichen. Die heutige Friseurkunst stellt Perücken in solcher Vollkommen­heit her, daß sie auch für das kundigste Auge von echtem Haar nicht zu unterscheiden ist. Vor einiger Zeit passierte es einem Herrn in Neuyork, daß er in Uebermüdung auf dem Stuhl des Friseurs ein­schlief, und beim Erwachen zu seinem Entsetzen fest­stellen mußte, daß der Friseur auch seinToupet" der Behandlung unterzogen und es dabei vollständig ruiniert hatte. Der unglückliche Kunde war gezwun­gen, wenn er nicht sein bisher sorgfältig gehütetes Geheimnis der Welt preisgeben wollten, drei Wochen strengste Klausur zu bewahren, bis ein neues Er­satzstück für ihn angefertigt war. In seinem ersten Zorn verklagte er den Friseur auf 5000 Dollar Schadenersatz, aber in der Erwägung, daß ja auch der Prozeß das Geheimnis an den Tag bringen mußte, zog er die Klage zurück. Der Perückenmacher jedoch war so stolz auf seine Kunst, die sogar das Auge des Friseurs getäuscht hatte, daß er dem Kunden unentgeltlich ein neues Toupet machte.

So ein kunstvollnach Maß" angefertigtes Er­satzstück kann über tausend Mark kosten. Wenn man den Gang seiner Entstehung kennt, ist das nicht weiter verwunderlich. Bestellt ein Kunde eine Pe­rücke oder ein Toupet, so wird zunächst sein Kopf in drei Dimensionen gemessen. Nach diesen Maßen wird auf einem Holzblock eine genaue Nachbildung seiner Kopfhaut hergestellt, zunächst aus Papier und nach verschiedenenAnproben" aus feinstem Seidennetzwerk. Inzwischen wird die Farbenprobe gemacht. Haar von verschiedenen Schattierungen wird so lange gemischt, bis man den genauen Ton heraus hat, der dem Haar des Kunden oder seinen Wünschen entspricht. Dann beginnt die mühsamste Arbeit, das Haar an dem seidenen Skalp zu be­festigen. Das menschliche Haupt, das männliche wie das weibliche, hat bei Blonden 24 000 Haare, bei Brünetten 16 000 Haare. Es ist um so dicker, je dunkler es ist. Jedes dieser Haare wird einzeln mit einer ganz feinen Häkelnadel in die künstliche Kopf­haut geknüpft. Wenn das ganze Kunstwerk fertig ist, kann es gewaschen, gekämmt und gebürstet wer­den wie natürliches Haar, sogar besser, da es nie­

mals ausgeht. Außerdem fitzt es so fest auf dem Schädel, daß kein Wind es herunterreißen kann und es auch bei keiner sportlichen Betätigung, nicht einmal beim Schwimmen, in Gefahr ist, sich zu ver­schieben.

Aber damit allein ist der anspruchsvolle Kunde noch nicht zufrieden. Wenn er sich entschließt, seine Glatze mit einem Ersatzstück zu bedecken, so bestellt er zunächst eins mit nur wenigen spärlichen Haaren. Nach einigen Wochen ersetzt er dieses durch eins mit mehr Haaren und so fort, bis er zuletzt einen ganz stattlichen Haarwuchs vortäuscht, ohne daß in seiner Umgebung dieser Wechsel anders als ein na­türlicher allmählicher Vorgang erscheint. Auch später noch bleibt der Kunde im Besitz von mehreren Pe­rücken von verschiedener Länge. Jede Woche wird eine etwas längere genommen, bis er eines Tages plötzlich wieder mit der ersten auftaucht. Es sieht so aus, als hätte er sich eben die Haare frisch schneiden lassen.

Die Kunst der Perückenmacherei war vielleicht noch nie so auf der Höhe wie heute, wenn auch die Sitte selbst uralt ist. Schon bei den ägyptischen Mumien hat man Perücken gefunden; die Haarflechten, mit denen Kleopatra einen Marc Anton fesselte, waren wahrscheinlich nicht ihre eigenen, denn im Aegypten ihrer Zeit war es große Mode, eine Perücke zu tragen. Ebenso im Rom der späten Kaiserzeit. Haar­händler tauchten damals in die germanischen Ur­wälder auf der Suche nach den flachsblonden Zöp­fen der germanischen Frauen und Mädchen, ähn­lich wie heute die Pelzhändler nach Alaska ziehen um der kostbaren Tierfelle willen, die die Schultern schöner Frauen schmücken sollen. Die berühmteste Perückenträgerin der römischen Geschichte war die Kaiserin Faustina, die Gattin des Kaisers Marc Aurel. Sie besaß 500 Perücken verschiedener Farbe und Form, die sie nach ihrer Toilette und Laune wechselte. Sie beschäftigte auch einen großen Stab von Frieseuren, die ständig neue Perücken für sie entwerfen und herstellen und die alten in Ordnung halten mußten.

Heutzutage stellen die größten Kunden der Pe­rückenmacher natürlich die Theaterleute. Theater- perücken werden stets aus menschlichem Haar herge­stellt, sehr oft ist es aus China, weil das am gröb­sten und daher am billigsten ist. Die Theaterbärte da­gegen werden meistens aus Tierhaaren gemacht. Der hauptsächlichste Haarspender dafür ist das tibe­tanische Pak. Die Hirten des tibetanischen Hoch­landes sammeln das Haar und schicken es nach Schanghai, von wo es auf dem üblichen Wege nach Europa und Amerika versandt wird. B.

Aus aller Welt.

r Verurteilte Schwarzhörer.

Im Vierteljahr April bis Juni 1938 wurden 238 Schwarzhörer gerichtlich verfolgt. Obwohl das Strafverfahren in den meisten Fällen auf Grund des Straffreiheitsgesetzes vom 30. 4. 38 eingestellt wurde, blieben doch 59 Personen zu verurteilen; zwei davon wurden zu Gefängnisstrafen von 1 und 2 Wochen, die übrigen zu Geldstrafen von 5 bis 60 Mark verurteilt.

Referendare helfen bei der Ernte.

13 Referendare von den Kasseler Gerichten und der Staatsanwaltschaft sowie bei Anwälten beschäftigte Referendare sind im Kreise Hünfeld als freiwillige Erntehelfer eingesetzt worden. Oberlandes­gerichtspräsident Dr. Delitzsch, der sich mit der Landesbauernschaft in Verbindung gesetzt hatte, gab die Anregung zu dieser Erntehilfe der' jungen Ju­risten, die in schönster Weise den Geist der deutschen Volksgemeinschaft zum Ausdruck bringt.

Verkehrsunfall in der Rhön.

Auf der Heimfahrt von Wien nach Hamburg stieß ein mit etwa 30 Personen besetzter Omnibus auf der Reichsstraße zwischen Oberstreu unö Mellrich­stadt (Rhön) mit dem Personenwagen des Elektri­zitätswerkbesitzers Gustav Morgenroth zusam­men. Die Karosserien beider Fahrzeuge wurden vernichtet Morgenroth und seine Frau erlitten schwere Brandwunden.

Vier Todesopfer

beim Ehrenfriedersdorfer Bergwerksunglück.

Obwohl die Bergungsarbeiten auf der Vereinig­ten Feldfund-Grube in Ehrenfriedersdorf noch an- dauern, konnte von den vier noch vermißten Berg­leuten bis zur Stunde keiner geborgen werden, so daß sie als verloren angesehen werden müssen. Sie sind nach dem Urteil der Sachverständigen wahrscheinlich sofort nach der Katastrophe innerhalb weniger Minuten tot gewesen. Es handelt sich um die Bergleute Fritz Seidel, geboren 1910 (zwei Kinder), Erich Schneider, geboren 1904 (ein Kind), Fritz Landmann, geboren 1909 (ein

Kind) und Paul Hennig, geboren 1902 (kinder­los). Von zahlreichen Reichs- und Landesstellen sind Beileidskundgebungen eingegangen. Die vom Füh­rer ins Leben gerufene Stiftung für Arbeitsopfer stellte den Angehörigen der Verunglückten größere Mittel zur Verfügung. Sämtliche aus dem Unglücks­schacht geborgenen Bergleute, die in die Kranken­häuser der Umgebung übergeführt worden waren, sind entlassen worden. Sie haben bei dem Unglück keine Verletzungen davongetragen.

Tödlicher Grubenunfall.

Im Uebertagebetrieb des Steinkohlenbergwerks Heinitz in Neunkirchen verunglückte der Bergmann Nikolaus Dumont aus Bildstock. Er kam beim Ueberschreiten des Bergbahngleises zu Fall; ein herannahender Bergewagen erfaßte ihn und drückte ihn gegen einen anderen Bergewagen. Die erlittenen Verletzungen waren so schwer, daß der T o d auf der Stelle eintrat.

Schwere Bluttat in Bamberg.

In Bamberg ereignete sich eine schwere Blut- t a t. Als ein Betrunkener auf der Straße blind­lings vier Revolverschüsfe in die Luft abgab, wurde er von einem Passanten zur Rede gestellt. Dieser versuchte, dem Betrunkenen den Revolver zu ent­reißen, wurde aber von ihm mit einem Herzschuß niedergestreckt. Der Getroffene war sofort tot. Durch weitere Schüsse wurde ein Braumeister schwer verletzt. Der Mörder wurde verhaftet.

Unwetter in Polen fordern 17 Todesopfer.

Die Wojewodschaft Nowogrodek wurde von schwe­ren Unwettern heimgesucht. Hierbei wurde stellenweise durch Hagelschlag die Ernte vernichtet. Durch Blitzschläge wurden 17 Personen getötet und 75 Brände entfacht.

Unsinnige Wette mit dem Leben bezahlt.

In Zgierz, einer Dorstadt von Lodz, waren Ar­beiter mit Erneuerungsarbeiten an einem drei­stöckigen Haus beschäftigt. Einer von ihnen schloß mit seinen Arbeitskameraden eine Wette ab, daß er auf dem neuen Schornstein des Hauses einen

Handstand vollführen werde. Dabei löste sich plötzlich ein Ziegel unter den Händen des Arbeiters. Er verlor das Gleichgewicht, stürzte kopfüber in die Tiefe und erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz darauf st a r b.

Der letzte Straßenbahnwagen von Paris.

Die letzte Straßenbahnlinie, die in Paris noch in Betrieb war, die112", die eine Vorort-^ Verbindung versah, ist nun auch eingestellt worden. Mit Blumen geschmückt und mit Girlan­den bekränzt wurde der letzte Wagen ins Depot ge­bracht.

Auch in der Westostrichtung: dasBlaue Band" fürQueen Wary".

Auch auf der Heimfahrt von Neuyork hat der britische DampferQueen Mary" die Best­leistung derNormandie" um 1 Stunde 25 Minuten unterboten und damit das Blaue Band auch für die West-Ost-Atlantik-Ueberquerung zurückerobert. Die Fahrzeit derQueen Mary" beträgt 3 Tage, 20 Stunden und 24 Minuten, die Durchschnitts­geschwindigkeit 31,69 Knoten.

Die Baggerarbeiten amLutine"-Wrack unterbrochen.

Der GroßbaggerKarimata" mußte wegen eines Kettenschadens seine Arbeiten unterbrechen und wurde in den Hafen von Terschelling eingeschleppt, weil es sich erwies, daß die Havarie auf See nicht behoben werden konnte. Hierdurch erleidet die Bergungsaktion am Wrack derLutin e" eine Verzögerung, die den endgültigen Erfolg der Ar­beiten in Frage zu stellen droht.

Das Schiffsunglück an der chinesischen Küste.

Zu dem bereits gemeldeten Zusammenstoß des DampfersHansa" mit dem englischen Dampfer Tungwell" auf dem Wangpoo-Fluß werden nun­mehr Einzelheiten bekannt. Der deutsche Kapitän Gottfried Ganter des gesunkenen Dampfers wurde von dem englischen KanonenbootScarap" auf einer Dschunke ausgenommen. Es besteht die Möglichkeit, daß sich die Zahl der Ertrunke­

nen noch verringert, da sich weitere Ueberlebende an Bord eines in Richtung Schanghai fahrenden Schleppers befinden können, der die Unglücksstelle passierte.

Schweres Jernbeben in Florenz ausgezeichnet.

Die Florentiner Erdbebenwarte zeichnete am Dienstagvormittag ab 5.39 Uhr ein längeres, sehr heftiges Fernbeben auf, dessen Herd sich in 7600 Kilometer Entfernung, wahrscheinlich in In« nerasien, befinden dürfte. Die Apparate blieben nahezu zwei Stunden in Tätigkeit.

Schwere Explosion auf einem amerikanischen ll-Voot.

Beim Ausprobieren eines treuen Motors ereig­nete sich an Bord des amerikanischen Unterseebootes Nautilus" eine Explosion, durch die ein Offi­zier und sechs Matrosen zum Teil schwere Ver­letzungen erlitten.

Vierte Südpol-Expedition Ellsworths.

Vom Pier in der Nähe des Flugplatzes Brooklyn lief das PolarschiffWyatt Earp" zur vierten Südpol-Expedition des bekannten Polarforschers Lincoln Ell s w or th aus. Ells- worth, der sich zur Zeit in Südafrika aufhält, wird mit dem Schiff am 1. Oktober Kapstadt verlassen und nach Klein-Amerika auslaufen. Der Forscher hofft, einen großen Teil der noch unerforschten 750 000 Quadratmeilen der antarktischen Südpolzone topographisch aufnehmen zu können. An Bord be­finden sich zwei Flugzeuge. Die Besatzung besteht aus 18 Köpfen, darunter sind ein Arzt, ein Fun­ker und zwei Piloten.

Mexikanisches Passagierslugzeug verschollen.

Seit Freitag nachmittag ist ein Passagierflugzeug der Compania Mexicana de Aviacion, der Tochter­gesellschaft der Panamerican Airways auf der Strecke Villa Hermosa-Vera Cruz in schwerem Sturm ver­schollen. An Bord des Flugzeuges befanden sich acht Passagiere und drei Besatzungsmitglieder. Man befürchtet, daß die Maschine einer Katastrophe zum Opfer gefallen ist.

Neues für den Büchertisch.

Das gefesselte Heer. Meine Kriegs­gefangenschaft. Von P. C. E t t i g h o s f e r. (C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. Geb. RM. 3,25.) (183) Diese Kriegserinnerungen Ettighoffers, des einstigen P. G. 43 282, der schwerverwundet an der Marne in französische Kriegsgefangen­schaft geriet, bringen eine Tatsackftnschilderung, die soldatisch-schlicht von diesem schweren Lebens­abschnitt des Autors erzählt. Aber gerade durch die Schlichtheit wirkt dieses Buch von einem deut­schen Heldenleben auch in der Unfreiheit wie eine flammende Anklage gegen diegrande Nation", die sich immer auf ihreHumanität" so viel zugute tut. Man weiß ja schon seit langem, wie unmenschlich Frankreich die deutschen Kriegsgefangenen behandelt hat; aber es ist doch gut, daß man durch einen Tat­sachenbericht, wie den von Ettighoffer, Gelegenheit erhält, wieder einmal jene französische Geistesver­fassung des unmenschlichen Hasses gegen wehrlose deutsche Krieger, des wüsten Sadismus, den sich auch sogenannteSozialdemokraten", die selbst Ar­beiter waren, gegenüber unseren Kameraden in der Gefangenschaft zuschulden kommen ließen, klar er­kennen zu können. Das ist derselbe Geist des Hasses, der ja auch heute wieder in einem großen Teile des französischen Volkes gegen Deutschland lebendig ist. Die Auswirkungen dieses Hahgeistes legt Etttg- hoffer in seinem Buche packend und erschütternd zu­gleich klar und schonungslos zutage. Und er schildert dabei nur das, was all die Zehntausende von deutschen Leidensgefährten hinter dem Stacheldraht­zaun der französischen Kriegsgefangenenlager jahre­lang erdulden mußten, bis auch für sie endlich, allerdings erst lange nach Friedensschluß, die Stunde der Rückkehr in die Freiheit schlug. Dieses Erinne­rungsbuch wünschen wir in die Hände aller deut­schen Menschen, vor allem unserer Jugend, damit sie auch darin deutsches Heldentum erkennen und ihre Schlußfolgerungen daraus ziehen.

Ernst Blumschein.

Das deutsche Kolonialreich.Wie es entstand, wie es war, wie es verloren ging." Von Professor Dr. Georg Wegener. (Akademische Derlagsgesellschaft Athenaion m. b. H., Potsdam. Gebunden RM. 4,50.)(273) Der Untertitel kennzeichnet das Buch als eine Geschichte der deut­schen Kolonien und damit als ein überaus wichtiges Kapitel der neuen deutschen Geschichte Überhaupt. Hervorgegangen aus Vorlesungen an der Berliner Wirtschaftshochschule, hat es alle Vorteile einer gründlichen, auf eingehender Sachkenntnis beruhen­den Darstellung für sich, darüber hinaus hat es der Verfasser, der als namhafter Geograph und Welt- reisender zur Abfassung einer deutschen Kolonial­geschichte besonders berufen war, verstanden, den Stoff sicher einen der großartigsten Stoffe, den uns die jüngste Weltgeschichte zu bieten vermag so lebendig und in aller Sachlichkeit mitreißend zu gestalten, daß drei Jahrzehnte deutscher Kolonial­arbeit sich als ein Ruhmeskapitel deutscher Ge­schichte, als ein Heldenlied von deutschem Wagemut und deutscher Zähigkeit, als Hochgesang auf eine vorbildliche Friedensarbeit dem begeisterten Leser einprägen. Das Buch stellt eine wertvolle Waffe im Kampf für den kolonialen Gedanken dar. Es ist dazu bildend und spannend in einem, ein Dokument des deutschen Gedankens und des Deutschtums in der Welt, das weiteste Verbreitung, vor allem auch bei der Jugend, verdient. Diesem ausgezeichneten Werke geben wir gerne unsre Empfehlung mit auf den Weg.

Im afrikanischen Dschungel als Tierfänger und Urwaldjäger. Von Schulz - Kampfhenkel. (Deutscher Verlag, Berlin. Kart. RM. 2,00, geb. RM. 2,75.)(28) Im Geleitwort zu seinem Buch sagt der Verfasser u. a.:Wieder liegen zwei Wildnisjahre in den Urwäldern des Stromriesen Amazonas hinter mir... Jenes afrikanische Abenteuer, das mich für alle Zeiten dem Zauber der fremden Welt­teile und der Jagd auf die letzten Rätsel tropischer Zwielichtwälder verfallen ließ, steht unauslöschlich in bunten Farben in meiner Erinnerung. Und so soll dieses Buch im neuen Gewände hinausgehen und Bericht erstatten über ein altes afrikanisches Sklavenland, über Trägermärsche und Waldläufer­leben, über schwarze Menschen und seltsame Ur­waldgeschöpfe und darüber, was sich un Busch und >m Lager, beim Tierfang und bei den verzweifelten Jagden auf eine Handvoll zoologischer Raritäten begab." Der Leser folgt diesem Reisebericht mit großem Interesse und in ständiger Spannung. Denn der Verfasser versteht fesselnd zu erzählen und da­durch den Leser gewissermaßen anschaulich dabei sein zu lassen. Das Buch verdient eine gute Emp­fehlung.

Porini. Wie ich Deutsch-Ostafrika wieder- scch. Zwölf Jahre mit Boys und Trägern durch

Busch und Steppe. Von Gerhard S ch e 1d) e (Wilhelm Köhler, Verlag, Minden in Westfalen. Geb. RM. 3,85.)(510) General von Lettow« Vordeck gab diesem Buch ein Geleitwort, und er erläutert darin auch das WortPorini". Es ist dem Kisuaheli, einer Negersprache, entnommen und heißt auf deutschim Busch". Es ist ein Buch, das un­zähligen Deutschen aus dem Herzen geschrieben sein wird, weil es, wie kaum ein zweites, die tiefe Sehnsucht widerspiegelt nach einem größeren Deutschland über den Meeren, nach unserem Kolo­nialreich. Der Verfasser ist alter Ostafrikaner, der im Stabe von General Lettow-Vorbeck den ruhm­reichen ostafrikanischen Feldzug mitgemacht hat. Schelcher ist ein guter Kenner unseres schönen Deutsch-Ostafrika, das er mehr als ein Jahrzehnt lang in Krieg und Frieden durchstreift hat. Zuerst lange Zeit als Angestellter beim Bau der Zentral­bahn, dann jahrelang als Hauptschriftleiter der Deutsch-Ostafrikanischen Zeitung" und während des Weltkrieges, in dessen Verlauf er den Rückzug vom Norden bis zum Rowuma in der Front miterlebte. Die naturnahen Schilderungen der Schönheiten Deutsch-Ostafrikas und seiner Bewohner lehren den Leser dieses seltsame Land nicht nur wirklich kennen, sondern sie lassen es ihn miterleben, lieber allem liegt ein geheimnisvoller Hauch des Rätselhaften, letztes Geheimnis einer anderen, uns fremden Welt, das sich uns niemals ganz erschließt. Der Leser geht bei diesem Buche von der ersten bis zur letzten Zeile mit, immer wieder aufs neue gepackt von dem eigen­artigen Reiz der tiefen Empfindung, die der Autor in jedes Erlebnis zu legen weiß. Alles in allem ein Buch, das man nicht nur gelesen haben möchte, sondern das man besitzen muß, um es immer wieder zu lesen.

Heinrich Zillich: Attilas Ende. Erzähluna. 108 Seiten. Biegsam gebunden 2,40 Mk. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München, 1938. (225) Eine frühe, bisher kaum über Siebenbürgen hinaus bekannt gewordene Erzählung legt Zillich in einer neuen, überarbeiteten Fassung seinen Freunden vor. Auf gedrängtem Raum ent­rollt er in scharf umriffenen Szenen ein drama­tisches Bild von der Macht und Größe des Hunnen­königs, der nach einem Leben voller Kämpfe und Siege schließlich an seiner alles menschliche Maß verlierenden Herrschsucht zugrundegeht. Die gemalt- tätige Werbung Attilas um die Burgunderin Jldiko ist zugleich ein Ringen um die Behauptung einer Macht, die alles oder nichts fein will. Vor den Toren Roms, wie vor den Augen Jldikos zerbricht seine Herrschaft, und ein Blutsturz setzt seinem Leben in der Hochzeitsnacht am letzten Tage des Rück­zuges ein jähes Ende. Die Art, wie Zillich die Vorgänge für unsere Gegenwart lebendig zu machen weiß, verrät den Dichter, der sich den Sinn be­wahrt hat für den Zusammenklang von Historie und Leben.

Wohnen und Wirtschaften. Von Irm­gard Schütz-Glück. 182 Seiten mit 131 Abbil­dungen. Kartonniert RM. 3,25. Leinen RM. 3,85. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. (237.) Das vielseitige Werk bringt Hinweise für die Wahl und die Einrichtung der Wohnung, gibt Anleitung für Pflege und Instandhaltung von Hausgerät, Wäsche und Kleidung. Dabei verrät die Verfasserin viele erprobte Mittel und Tricks, die sie genau und anschaulich beschreibt. Alle wichtigen Geräte des Haushaltes sind abgebildet. Das Buch gibt auch Rat- schlage für eine gute und zweckmäßige Heimgestal­tung. Es behandelt die Frage des Wirtschaftens mit Zeit und Geld, die den Kernpunkt einer guten Haus­wirtschaft bildet. Die Verfasserin hat dieses Buch nach jahrelanger Unterrichtstätigkeit an einem haus- wirtschaftlichen Seminar geschrieben. Vertieft und ergänzt sind ihre Erfahrungen durch die Einrichtung und Führung des eigenen Haushaltes. So ist ein Lehr- und Lernbuch entstanden, das von umfang­reichem Wissen zeugt und aus dem praktischen ßeben heraus geworden ist.

Max Fenger: Vögel schweben über mir. 64 Seiten, 3 Zeichnungen, fest gebunden RM..90. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam. (229.) Nach jahrelangem Forschen gibt Fenger einen lebendigen Bericht von feinen Begegnungen mit Seeadlern, Singschwänen, Kranichen und Sta­ren. Fenger arbeitet nicht mit Auslegung und Aus­deutung, feine Schilderung wirkt durch sich selbst. Beiträge eines vogelkundigen Zeichners fügen sich dem Text belebend ein.

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