General Franco besichtigte -ie Flotte.
W
Das nationalspanische Staatsoberhaupt besichtigte dieser Tage bei Vinaroz die Einheiten der Flotte, um im Anschluß daran zusammen mit Admiral C e r v e r a die Parade abzunehmen. Unser Bild zeigt General Franco mit seiner Begleitung an Bord eines der nationalspanischen Kriegsschiffe. — (Associated-Preß-M.)
Ihr Haar echt?
Oie Perücke als Kunstwerk.
Die Statistik, die sich mit allem beschäftigt, hat auch herausgefunden, daß es dreimal so viel M ä nner mit Perücken oder Haarersatz- stücken gibt als Frauen. Schwer vorstellbar in einer Zeit, in der die Glatze längst ihre Lächerlichkeit verloren hat und eher eine gewisse männliche Würde ausdrückt. Aber es gibt eben doch noch Männer, die dem Schwund ihres Haupthaares zusehen und jedes Mittel ergreifen, um diesen Verlust vor der Welt zu verheimlichen. Die heutige Friseurkunst stellt Perücken in solcher Vollkommenheit her, daß sie auch für das kundigste Auge von echtem Haar nicht zu unterscheiden ist. Vor einiger Zeit passierte es einem Herrn in Neuyork, daß er in Uebermüdung auf dem Stuhl des Friseurs einschlief, und beim Erwachen zu seinem Entsetzen feststellen mußte, daß der Friseur auch sein „Toupet" der Behandlung unterzogen und es dabei vollständig ruiniert hatte. Der unglückliche Kunde war gezwungen, wenn er nicht sein bisher sorgfältig gehütetes Geheimnis der Welt preisgeben wollten, drei Wochen strengste Klausur zu bewahren, bis ein neues Ersatzstück für ihn angefertigt war. In seinem ersten Zorn verklagte er den Friseur auf 5000 Dollar Schadenersatz, aber in der Erwägung, daß ja auch der Prozeß das Geheimnis an den Tag bringen mußte, zog er die Klage zurück. Der Perückenmacher jedoch war so stolz auf seine Kunst, die sogar das Auge des Friseurs getäuscht hatte, daß er dem Kunden unentgeltlich ein neues Toupet machte.
So ein kunstvoll „nach Maß" angefertigtes Ersatzstück kann über tausend Mark kosten. Wenn man den Gang seiner Entstehung kennt, ist das nicht weiter verwunderlich. Bestellt ein Kunde eine Perücke oder ein Toupet, so wird zunächst sein Kopf in drei Dimensionen gemessen. Nach diesen Maßen wird auf einem Holzblock eine genaue Nachbildung seiner Kopfhaut hergestellt, zunächst aus Papier und nach verschiedenen „Anproben" aus feinstem Seidennetzwerk. Inzwischen wird die Farbenprobe gemacht. Haar von verschiedenen Schattierungen wird so lange gemischt, bis man den genauen Ton heraus hat, der dem Haar des Kunden oder seinen Wünschen entspricht. Dann beginnt die mühsamste Arbeit, das Haar an dem seidenen Skalp zu befestigen. Das menschliche Haupt, das männliche wie das weibliche, hat bei Blonden 24 000 Haare, bei Brünetten 16 000 Haare. Es ist um so dicker, je dunkler es ist. Jedes dieser Haare wird einzeln mit einer ganz feinen Häkelnadel in die künstliche Kopfhaut geknüpft. Wenn das ganze Kunstwerk fertig ist, kann es gewaschen, gekämmt und gebürstet werden wie natürliches Haar, sogar besser, da es nie
mals ausgeht. Außerdem fitzt es so fest auf dem Schädel, daß kein Wind es herunterreißen kann und es auch bei keiner sportlichen Betätigung, nicht einmal beim Schwimmen, in Gefahr ist, sich zu verschieben.
Aber damit allein ist der anspruchsvolle Kunde noch nicht zufrieden. Wenn er sich entschließt, seine Glatze mit einem Ersatzstück zu bedecken, so bestellt er zunächst eins mit nur wenigen spärlichen Haaren. Nach einigen Wochen ersetzt er dieses durch eins mit mehr Haaren und so fort, bis er zuletzt einen ganz stattlichen Haarwuchs vortäuscht, ohne daß in seiner Umgebung dieser Wechsel anders als ein natürlicher allmählicher Vorgang erscheint. Auch später noch bleibt der Kunde im Besitz von mehreren Perücken von verschiedener Länge. Jede Woche wird eine etwas längere genommen, bis er eines Tages plötzlich wieder mit der ersten auftaucht. Es sieht so aus, als hätte er sich eben die Haare frisch schneiden lassen.
Die Kunst der Perückenmacherei war vielleicht noch nie so auf der Höhe wie heute, wenn auch die Sitte selbst uralt ist. Schon bei den ägyptischen Mumien hat man Perücken gefunden; die Haarflechten, mit denen Kleopatra einen Marc Anton fesselte, waren wahrscheinlich nicht ihre eigenen, denn im Aegypten ihrer Zeit war es große Mode, eine Perücke zu tragen. Ebenso im Rom der späten Kaiserzeit. Haarhändler tauchten damals in die germanischen Urwälder auf der Suche nach den flachsblonden Zöpfen der germanischen Frauen und Mädchen, ähnlich wie heute die Pelzhändler nach Alaska ziehen um der kostbaren Tierfelle willen, die die Schultern schöner Frauen schmücken sollen. Die berühmteste Perückenträgerin der römischen Geschichte war die Kaiserin Faustina, die Gattin des Kaisers Marc Aurel. Sie besaß 500 Perücken verschiedener Farbe und Form, die sie nach ihrer Toilette und Laune wechselte. Sie beschäftigte auch einen großen Stab von Frieseuren, die ständig neue Perücken für sie entwerfen und herstellen und die alten in Ordnung halten mußten.
Heutzutage stellen die größten Kunden der Perückenmacher natürlich die Theaterleute. Theater- perücken werden stets aus menschlichem Haar hergestellt, sehr oft ist es aus China, weil das am gröbsten und daher am billigsten ist. Die Theaterbärte dagegen werden meistens aus Tierhaaren gemacht. Der hauptsächlichste Haarspender dafür ist das tibetanische Pak. Die Hirten des tibetanischen Hochlandes sammeln das Haar und schicken es nach Schanghai, von wo es auf dem üblichen Wege nach Europa und Amerika versandt wird. B.
Aus aller Welt.
r Verurteilte Schwarzhörer.
Im Vierteljahr April bis Juni 1938 wurden 238 Schwarzhörer gerichtlich verfolgt. Obwohl das Strafverfahren in den meisten Fällen auf Grund des Straffreiheitsgesetzes vom 30. 4. 38 eingestellt wurde, blieben doch 59 Personen zu verurteilen; zwei davon wurden zu Gefängnisstrafen von 1 und 2 Wochen, die übrigen zu Geldstrafen von 5 bis 60 Mark verurteilt.
Referendare helfen bei der Ernte.
13 Referendare von den Kasseler Gerichten und der Staatsanwaltschaft sowie bei Anwälten beschäftigte Referendare sind im Kreise Hünfeld als freiwillige Erntehelfer eingesetzt worden. Oberlandesgerichtspräsident Dr. Delitzsch, der sich mit der Landesbauernschaft in Verbindung gesetzt hatte, gab die Anregung zu dieser Erntehilfe der' jungen Juristen, die in schönster Weise den Geist der deutschen Volksgemeinschaft zum Ausdruck bringt.
Verkehrsunfall in der Rhön.
Auf der Heimfahrt von Wien nach Hamburg stieß ein mit etwa 30 Personen besetzter Omnibus auf der Reichsstraße zwischen Oberstreu unö Mellrichstadt (Rhön) mit dem Personenwagen des Elektrizitätswerkbesitzers Gustav Morgenroth zusammen. Die Karosserien beider Fahrzeuge wurden vernichtet Morgenroth und seine Frau erlitten schwere Brandwunden.
Vier Todesopfer
beim Ehrenfriedersdorfer Bergwerksunglück.
Obwohl die Bergungsarbeiten auf der Vereinigten Feldfund-Grube in Ehrenfriedersdorf noch an- dauern, konnte von den vier noch vermißten Bergleuten bis zur Stunde keiner geborgen werden, so daß sie als verloren angesehen werden müssen. Sie sind nach dem Urteil der Sachverständigen wahrscheinlich sofort nach der Katastrophe innerhalb weniger Minuten tot gewesen. Es handelt sich um die Bergleute Fritz Seidel, geboren 1910 (zwei Kinder), Erich Schneider, geboren 1904 (ein Kind), Fritz Landmann, geboren 1909 (ein
Kind) und Paul Hennig, geboren 1902 (kinderlos). Von zahlreichen Reichs- und Landesstellen sind Beileidskundgebungen eingegangen. Die vom Führer ins Leben gerufene Stiftung für Arbeitsopfer stellte den Angehörigen der Verunglückten größere Mittel zur Verfügung. Sämtliche aus dem Unglücksschacht geborgenen Bergleute, die in die Krankenhäuser der Umgebung übergeführt worden waren, sind entlassen worden. Sie haben bei dem Unglück keine Verletzungen davongetragen.
Tödlicher Grubenunfall.
Im Uebertagebetrieb des Steinkohlenbergwerks Heinitz in Neunkirchen verunglückte der Bergmann Nikolaus Dumont aus Bildstock. Er kam beim Ueberschreiten des Bergbahngleises zu Fall; ein herannahender Bergewagen erfaßte ihn und drückte ihn gegen einen anderen Bergewagen. Die erlittenen Verletzungen waren so schwer, daß der T o d auf der Stelle eintrat.
Schwere Bluttat in Bamberg.
In Bamberg ereignete sich eine schwere Blut- t a t. Als ein Betrunkener auf der Straße blindlings vier Revolverschüsfe in die Luft abgab, wurde er von einem Passanten zur Rede gestellt. Dieser versuchte, dem Betrunkenen den Revolver zu entreißen, wurde aber von ihm mit einem Herzschuß niedergestreckt. Der Getroffene war sofort tot. Durch weitere Schüsse wurde ein Braumeister schwer verletzt. Der Mörder wurde verhaftet.
Unwetter in Polen fordern 17 Todesopfer.
Die Wojewodschaft Nowogrodek wurde von schweren Unwettern heimgesucht. Hierbei wurde stellenweise durch Hagelschlag die Ernte vernichtet. Durch Blitzschläge wurden 17 Personen getötet und 75 Brände entfacht.
Unsinnige Wette mit dem Leben bezahlt.
In Zgierz, einer Dorstadt von Lodz, waren Arbeiter mit Erneuerungsarbeiten an einem dreistöckigen Haus beschäftigt. Einer von ihnen schloß mit seinen Arbeitskameraden eine Wette ab, daß er auf dem neuen Schornstein des Hauses einen
Handstand vollführen werde. Dabei löste sich plötzlich ein Ziegel unter den Händen des Arbeiters. Er verlor das Gleichgewicht, stürzte kopfüber in die Tiefe und erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz darauf st a r b.
Der letzte Straßenbahnwagen von Paris.
Die letzte Straßenbahnlinie, die in Paris noch in Betrieb war, die „112", die eine Vorort-^ Verbindung versah, ist nun auch eingestellt worden. Mit Blumen geschmückt und mit Girlanden bekränzt wurde der letzte Wagen ins Depot gebracht.
Auch in der Westostrichtung: das „Blaue Band" für „Queen Wary".
Auch auf der Heimfahrt von Neuyork hat der britische Dampfer „Queen Mary" die Bestleistung der „Normandie" um 1 Stunde 25 Minuten unterboten und damit das Blaue Band auch für die West-Ost-Atlantik-Ueberquerung zurückerobert. Die Fahrzeit der „Queen Mary" beträgt 3 Tage, 20 Stunden und 24 Minuten, die Durchschnittsgeschwindigkeit 31,69 Knoten.
Die Baggerarbeiten am „Lutine"-Wrack unterbrochen.
Der Großbagger „Karimata" mußte wegen eines Kettenschadens seine Arbeiten unterbrechen und wurde in den Hafen von Terschelling eingeschleppt, weil es sich erwies, daß die Havarie auf See nicht behoben werden konnte. Hierdurch erleidet die Bergungsaktion am Wrack der „Lutin e" eine Verzögerung, die den endgültigen Erfolg der Arbeiten in Frage zu stellen droht.
Das Schiffsunglück an der chinesischen Küste.
Zu dem bereits gemeldeten Zusammenstoß des Dampfers „Hansa" mit dem englischen Dampfer „Tungwell" auf dem Wangpoo-Fluß werden nunmehr Einzelheiten bekannt. Der deutsche Kapitän Gottfried Ganter des gesunkenen Dampfers wurde von dem englischen Kanonenboot „Scarap" auf einer Dschunke ausgenommen. Es besteht die Möglichkeit, daß sich die Zahl der Ertrunke
nen noch verringert, da sich weitere Ueberlebende an Bord eines in Richtung Schanghai fahrenden Schleppers befinden können, der die Unglücksstelle passierte.
Schweres Jernbeben in Florenz ausgezeichnet.
Die Florentiner Erdbebenwarte zeichnete am Dienstagvormittag ab 5.39 Uhr ein längeres, sehr heftiges Fernbeben auf, dessen Herd sich in 7600 Kilometer Entfernung, wahrscheinlich in In« nerasien, befinden dürfte. Die Apparate blieben nahezu zwei Stunden in Tätigkeit.
Schwere Explosion auf einem amerikanischen ll-Voot.
Beim Ausprobieren eines treuen Motors ereignete sich an Bord des amerikanischen Unterseebootes „Nautilus" eine Explosion, durch die ein Offizier und sechs Matrosen zum Teil schwere Verletzungen erlitten.
Vierte Südpol-Expedition Ellsworths.
Vom Pier in der Nähe des Flugplatzes Brooklyn lief das Polarschiff „Wyatt Earp" zur vierten Südpol-Expedition des bekannten Polarforschers Lincoln Ell s w or th aus. Ells- worth, der sich zur Zeit in Südafrika aufhält, wird mit dem Schiff am 1. Oktober Kapstadt verlassen und nach Klein-Amerika auslaufen. Der Forscher hofft, einen großen Teil der noch unerforschten 750 000 Quadratmeilen der antarktischen Südpolzone topographisch aufnehmen zu können. An Bord befinden sich zwei Flugzeuge. Die Besatzung besteht aus 18 Köpfen, darunter sind ein Arzt, ein Funker und zwei Piloten.
Mexikanisches Passagierslugzeug verschollen.
Seit Freitag nachmittag ist ein Passagierflugzeug der Compania Mexicana de Aviacion, der Tochtergesellschaft der Panamerican Airways auf der Strecke Villa Hermosa-Vera Cruz in schwerem Sturm verschollen. An Bord des Flugzeuges befanden sich acht Passagiere und drei Besatzungsmitglieder. Man befürchtet, daß die Maschine einer Katastrophe zum Opfer gefallen ist.
Neues für den Büchertisch.
— Das gefesselte Heer. Meine Kriegsgefangenschaft. Von P. C. E t t i g h o s f e r. (C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. Geb. RM. 3,25.) — (183) — Diese Kriegserinnerungen Ettighoffers, des einstigen P. G. 43 282, der schwerverwundet an der Marne in französische Kriegsgefangenschaft geriet, bringen eine Tatsackftnschilderung, die soldatisch-schlicht von diesem schweren Lebensabschnitt des Autors erzählt. Aber gerade durch die Schlichtheit wirkt dieses Buch von einem deutschen Heldenleben auch in der Unfreiheit wie eine flammende Anklage gegen die „grande Nation", die sich immer auf ihre „Humanität" so viel zugute tut. Man weiß ja schon seit langem, wie unmenschlich Frankreich die deutschen Kriegsgefangenen behandelt hat; aber es ist doch gut, daß man durch einen Tatsachenbericht, wie den von Ettighoffer, Gelegenheit erhält, wieder einmal jene französische Geistesverfassung des unmenschlichen Hasses gegen wehrlose deutsche Krieger, des wüsten Sadismus, den sich auch sogenannte „Sozialdemokraten", die selbst Arbeiter waren, gegenüber unseren Kameraden in der Gefangenschaft zuschulden kommen ließen, klar erkennen zu können. Das ist derselbe Geist des Hasses, der ja auch heute wieder in einem großen Teile des französischen Volkes gegen Deutschland lebendig ist. Die Auswirkungen dieses Hahgeistes legt Etttg- hoffer in seinem Buche packend und erschütternd zugleich klar und schonungslos zutage. Und er schildert dabei nur das, was all die Zehntausende von deutschen Leidensgefährten hinter dem Stacheldrahtzaun der französischen Kriegsgefangenenlager jahrelang erdulden mußten, bis auch für sie endlich, allerdings erst lange nach Friedensschluß, die Stunde der Rückkehr in die Freiheit schlug. Dieses Erinnerungsbuch wünschen wir in die Hände aller deutschen Menschen, vor allem unserer Jugend, damit sie auch darin deutsches Heldentum erkennen und ihre Schlußfolgerungen daraus ziehen.
Ernst Blumschein.
— Das deutsche Kolonialreich. „Wie es entstand, wie es war, wie es verloren ging." Von Professor Dr. Georg Wegener. (Akademische Derlagsgesellschaft Athenaion m. b. H., Potsdam. Gebunden RM. 4,50.) —(273)— Der Untertitel kennzeichnet das Buch als eine Geschichte der deutschen Kolonien und damit als ein überaus wichtiges Kapitel der neuen deutschen Geschichte Überhaupt. Hervorgegangen aus Vorlesungen an der Berliner Wirtschaftshochschule, hat es alle Vorteile einer gründlichen, auf eingehender Sachkenntnis beruhenden Darstellung für sich, darüber hinaus hat es der Verfasser, der als namhafter Geograph und Welt- reisender zur Abfassung einer deutschen Kolonialgeschichte besonders berufen war, verstanden, den Stoff — sicher einen der großartigsten Stoffe, den uns die jüngste Weltgeschichte zu bieten vermag — so lebendig und in aller Sachlichkeit mitreißend zu gestalten, daß drei Jahrzehnte deutscher Kolonialarbeit sich als ein Ruhmeskapitel deutscher Geschichte, als ein Heldenlied von deutschem Wagemut und deutscher Zähigkeit, als Hochgesang auf eine vorbildliche Friedensarbeit dem begeisterten Leser einprägen. Das Buch stellt eine wertvolle Waffe im Kampf für den kolonialen Gedanken dar. Es ist dazu bildend und spannend in einem, ein Dokument des deutschen Gedankens und des Deutschtums in der Welt, das weiteste Verbreitung, vor allem auch bei der Jugend, verdient. Diesem ausgezeichneten Werke geben wir gerne unsre Empfehlung mit auf den Weg.
— Im afrikanischen Dschungel als Tierfänger und Urwaldjäger. Von Schulz - Kampfhenkel. (Deutscher Verlag, Berlin. Kart. RM. 2,00, geb. RM. 2,75.) —(28)— Im Geleitwort zu seinem Buch sagt der Verfasser u. a.: „Wieder liegen zwei Wildnisjahre — in den Urwäldern des Stromriesen Amazonas — hinter mir... Jenes afrikanische Abenteuer, das mich für alle Zeiten dem Zauber der fremden Weltteile und der Jagd auf die letzten Rätsel tropischer Zwielichtwälder verfallen ließ, steht unauslöschlich in bunten Farben in meiner Erinnerung. Und so soll dieses Buch im neuen Gewände hinausgehen und Bericht erstatten über ein altes afrikanisches Sklavenland, über Trägermärsche und Waldläuferleben, über schwarze Menschen und seltsame Urwaldgeschöpfe und darüber, was sich un Busch und >m Lager, beim Tierfang und bei den verzweifelten Jagden auf eine Handvoll zoologischer Raritäten begab." Der Leser folgt diesem Reisebericht mit großem Interesse und in ständiger Spannung. Denn der Verfasser versteht fesselnd zu erzählen und dadurch den Leser gewissermaßen anschaulich dabei sein zu lassen. Das Buch verdient eine gute Empfehlung.
— Porini. Wie ich Deutsch-Ostafrika wieder- scch. Zwölf Jahre mit Boys und Trägern durch
Busch und Steppe. Von Gerhard S ch e 1d) e (Wilhelm Köhler, Verlag, Minden in Westfalen. Geb. RM. 3,85.) —(510)— General von Lettow« Vordeck gab diesem Buch ein Geleitwort, und er erläutert darin auch das Wort „Porini". Es ist dem Kisuaheli, einer Negersprache, entnommen und heißt auf deutsch „im Busch". Es ist ein Buch, das unzähligen Deutschen aus dem Herzen geschrieben sein wird, weil es, wie kaum ein zweites, die tiefe Sehnsucht widerspiegelt nach einem größeren Deutschland über den Meeren, nach unserem Kolonialreich. Der Verfasser ist alter Ostafrikaner, der im Stabe von General Lettow-Vorbeck den ruhmreichen ostafrikanischen Feldzug mitgemacht hat. Schelcher ist ein guter Kenner unseres schönen Deutsch-Ostafrika, das er mehr als ein Jahrzehnt lang in Krieg und Frieden durchstreift hat. Zuerst lange Zeit als Angestellter beim Bau der Zentralbahn, dann jahrelang als Hauptschriftleiter der „Deutsch-Ostafrikanischen Zeitung" und während des Weltkrieges, in dessen Verlauf er den Rückzug vom Norden bis zum Rowuma in der Front miterlebte. Die naturnahen Schilderungen der Schönheiten Deutsch-Ostafrikas und seiner Bewohner lehren den Leser dieses seltsame Land nicht nur wirklich kennen, sondern sie lassen es ihn miterleben, lieber allem liegt ein geheimnisvoller Hauch des Rätselhaften, letztes Geheimnis einer anderen, uns fremden Welt, das sich uns niemals ganz erschließt. Der Leser geht bei diesem Buche von der ersten bis zur letzten Zeile mit, immer wieder aufs neue gepackt von dem eigenartigen Reiz der tiefen Empfindung, die der Autor in jedes Erlebnis zu legen weiß. Alles in allem ein Buch, das man nicht nur gelesen haben möchte, sondern das man besitzen muß, um es immer wieder zu lesen.
Heinrich Zillich: Attilas Ende. Erzähluna. 108 Seiten. Biegsam gebunden 2,40 Mk. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München, 1938. — (225) — Eine frühe, bisher kaum über Siebenbürgen hinaus bekannt gewordene Erzählung legt Zillich in einer neuen, überarbeiteten Fassung seinen Freunden vor. Auf gedrängtem Raum entrollt er in scharf umriffenen Szenen ein dramatisches Bild von der Macht und Größe des Hunnenkönigs, der nach einem Leben voller Kämpfe und Siege schließlich an seiner alles menschliche Maß verlierenden Herrschsucht zugrundegeht. Die gemalt- tätige Werbung Attilas um die Burgunderin Jldiko ist zugleich ein Ringen um die Behauptung einer Macht, die alles oder nichts fein will. Vor den Toren Roms, wie vor den Augen Jldikos zerbricht seine Herrschaft, und ein Blutsturz setzt seinem Leben in der Hochzeitsnacht am letzten Tage des Rückzuges ein jähes Ende. Die Art, wie Zillich die Vorgänge für unsere Gegenwart lebendig zu machen weiß, verrät den Dichter, der sich den Sinn bewahrt hat für den Zusammenklang von Historie und Leben.
— Wohnen und Wirtschaften. Von Irmgard Schütz-Glück. 182 Seiten mit 131 Abbildungen. Kartonniert RM. 3,25. Leinen RM. 3,85. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (237.) — Das vielseitige Werk bringt Hinweise für die Wahl und die Einrichtung der Wohnung, gibt Anleitung für Pflege und Instandhaltung von Hausgerät, Wäsche und Kleidung. Dabei verrät die Verfasserin viele erprobte Mittel und Tricks, die sie genau und anschaulich beschreibt. Alle wichtigen Geräte des Haushaltes sind abgebildet. Das Buch gibt auch Rat- schlage für eine gute und zweckmäßige Heimgestaltung. Es behandelt die Frage des Wirtschaftens mit Zeit und Geld, die den Kernpunkt einer guten Hauswirtschaft bildet. Die Verfasserin hat dieses Buch nach jahrelanger Unterrichtstätigkeit an einem haus- wirtschaftlichen Seminar geschrieben. Vertieft und ergänzt sind ihre Erfahrungen durch die Einrichtung und Führung des eigenen Haushaltes. So ist ein Lehr- und Lernbuch entstanden, das von umfangreichem Wissen zeugt und aus dem praktischen ßeben heraus geworden ist.
— Max Fenger: Vögel schweben über mir. 64 Seiten, 3 Zeichnungen, fest gebunden RM. —.90. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam. — (229.) — Nach jahrelangem Forschen gibt Fenger einen lebendigen Bericht von feinen Begegnungen mit Seeadlern, Singschwänen, Kranichen und Staren. Fenger arbeitet nicht mit Auslegung und Ausdeutung, feine Schilderung wirkt durch sich selbst. Beiträge eines vogelkundigen Zeichners fügen sich dem Text belebend ein.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittag geschlossen, -


