' Führerbesprechung
über den Reichsparteitag.
Berlin, 16. Aug. (DNB.) Der Führer empfing — wie die NSK. meldet — am Dienstag in Anwesenheit des Stellvertreters des Führers eine Reihe von führenden Persönlichkeiten der Partei zu Besprechungen über die Durchführung des diesjährigen Reichsparteitages.
Weitere 80 Millionen Mark für Kleinsiedlung.
Berlin, 16. Aug. (DNB.) Die Reicksregie- r u n g hat von jeher ihr besonderes Augenmerk der Kleinsiedlung zugewandt und sie auf jede nur mögliche Art gefördert. Da über die bisher zur Verfügung gestellten. Reichsmittel bis zum Ende des Rechnungsjahres verfügt sein wird, hat sie schon jetzt für den im nächsten Jahr einzuleitenden VII. Siedlungsabschnitt weitere 80 Millionen Mark zur Gewährung von Reichsdarlehen für Zwecke der Kleinsiedlung bereitgestellt, um so der Praxis eine Planung auf längere Sicht zu ermöglichen.
Von besonderer Wichtigkeit ist, daß nunmehr auch den im öffentlichen Dienst oer Hoheitsverwaltungen des Reiches stehenden Volksgenossen, welche siedeln wollen, zur Erleichterung der Aufbringung der erforderlichen Eiaenleistung B e - triebsführer-Darlehen bis zum Höchst- betrage von 1000 Mark zu günstigen Bedingungen bewilligt werden können. Anträge sind von den Bediensteten der Hoheitsverwabtunaen des Reiches an die zuständigen Oberfinanzpräsidenten zu richten. Dies gilt jedoch nicht für Angehörige des Ge- fchäftsbereiches des Reichsoerkehrsministeriums, besonders der Reichsbahn, des Reichspostministeriums, des Reichsluftfahrtministeriums, des Oberkommandos der Wehrmacht und der Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile, für welche aber eine entsprechende Regelung angestrebt wird.
Weiter ist für die Kleinsiedlung von Bedeutung, daß nach einer neuen Regelung nunmehr auch Eigensiedler unter gewissen Voraussetzungen für den Erwerb des Siedlungsgrundstückes eine Befreiung von der Grunderwerbsfteuer erhalten können. Eine weitere Vergünstigung für die Kleinsiedlung ist dadurch erreicht worden, daß der Reichs- Kraftwagen-Betriebsverband sich bereiterklärt hat, im Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen bei der Beförderung von Baustoffen für die Kleinsiedlung und von Siedler-Umzugsgut die gleichen Frachtermäßigungen zu gewähren wie die Reichsbahn.
Ungarns Iubeltvoche.
B u d a pe st, 16. Aug. (Europapreß.) Aus Anlaß der S t. - S t e p h a n s - Jubelwoche wurde am Dienstagvormittag die heilige Krone d es St. Stephan im Weißen Marmorsaal der Königlichen Burg in der Ofener Festung zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt. Die erste Huldigung für dieses Symbol des groß-ungarischen Reiches brachten die Mitglieder der ungarischen Regierung, des Diplomatischen Korps und die höchsten staatlichen, militärischen und kirchlichen Würdenträger dar. Danach begann der Vorbeimarsch des Publikums, der bis zum Abend andauern wird.
Am Dienstagvormittag begann nach Gottesdien- sten in allen Kirchen der Hauptstadt der Weltkongreß der Auslandungarn im Garten des ungarischen Nationalmuseums mit einer feierlichen Ansprache des Kultus- und Unterrichtsministers Graf T e l e k y. Am Nachmittag wurden die Teilnehmer des Kongresses von Ministerpräsident I mr e d y und Außenminister von Kanya empfangen.
Vormittags traf unter Führung des Generals Marinetti die italienische Abordnung zur Jubel-Woche -n Budapest ein. Die Abordnung besteht aus zwei Abgeordneten der faschistischen Kammer, drei hohen Militärs und zwei Offizieren der faschistischen Miliz. Am Nachmittag traf auch die aus sieben Militärs bestehende deutsche Abordnung mit dem Kommandierenden General des VI. Armeekorps, von Kluge, an der Spitze iy der ungarischen Hauptstadt ein.
„Ein aufrichtiger Freund Polens.-
Warschau, 17. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Tod des Slowakenführers H l i n k a hat in Polen tiefe Anteilnahme ausgelöst. Die Blätter widmen dem Verstorbenen ausführliche Nachrufe, in denen die politische Tätigkeit Pater Hlinkas und sein Kampf um die nationalen Rechte des slowakischen Volkes gewürdigt werden. Hlinka sei ein aufrichtiger Freund Polens gewesen. Man erinnert u. a. an seinen vorjährigen Aufenchalt in Polen, bei dem er mit dem Großen Band des Ordens „Polonia restituta“ ausgezeichnet wurde.
Ann Vlücher und Litwinow-Finkelstein?
In Paris laufen Gerüchte um, daß der Oberbefehlshaber der Sowjets im Fernen Osten, Marschall Blücher, ebenso wie der vielgenannte Außenkommissar Litwinow-Finkelstein bei Stalin in Ungnade gefallen seien. Wir wollen beide sowjetrussischen „Prominente" nicht beerdigen, bevor sie tot sind, — das Erekutions- kommando arbeitet in Sowjetrußland so prompt und schnell, daß sich Nachhilfe absolut erübrigt. Bezeichnend ist nur, daß sowohl Blücher, wie Litwinow-Finkelstein in diesem Zusammenhänge genannt werden. Denn nach früheren Pariser und Londoner Meldungen haben beide Männer an dem entgegengesetzten Ende des Taues gezogen: Litwinow- Finkelstein wollte um seiner europäischen Ziele willen den Frieden im Fernen Osten, dem Sowjet-Marschall Blücher wird dagegen nachge- saat, daß er einen kriegerischen Konflikt gesucht habe, um auf diese Weise die gehaßte und gefürchtete GPU. auszuschalten, die zur Durchführung neuer Reinigungsaktionen nicht weniger als 2500 Kommissare nach dem Fernen Osten entsandt hat. Die berühmte Ironie der Geschichte will es, daß Blücher im Vorjahr zu den „Richtern" gehörte, die den Sowjet-Marschall Tuchatschewski der Revolverkugel in das Genick auslieserten.
Manöver der Roten Ostseeflotte.
M o s k a u , 16. Aug. (DNB.) In den letzten Tagen fanden umfangreiche Manöver der Roten O st seeflotte im Finnischen Meerbusen statt. An den Manövern nahmen Einheiten aller Klassen, darunter Linienschiffe, Torpedoboote, Unterseeboote und Marinefliegerei, teil. Die Manöver wurden von dem Befehlshaber der Roten Ostseeflotte, L e w t s ch e n k o, kommandiert.
Ein plan Runcimans ausgearbeitet?
„Schiedsrichterspruch'', wenn direkte Verhandlungen aussichtslos sind.
London, 17. Aua. (Europapreß.) Die Arbeiten der Runciman-Miffion in Prag sind nach einer Meldung des „Daily Expreß" nunmehr so weit fortgeschritten, daß Lord R u n c i m a n einen Plan für die Lösung der Volksgruppenfrage ausarbeiten konnte. Nach dem genannten Blatt wird Lord Runciman seinen Plan, den es als „S ch i e d s r i ch te r s p r u ch" bezeichnet, in dem Augenblick vorlegen, in dem die direkten Verhandlungen zwischen der Sudetendeutschen Partei und der tschecho-slowakischen Regierung sich als aussichtslos erweisen sollten.
In englischen Regierungskreisen, so, schreibt der „Daily Expreß" weiter, bleibe man nach wie vor zuversichtlich, wenn man auch zu der Auffassung neige, daß es vor der Lösung der Volks- gruppenfrvge auf Grund der Vorschläge Lord Run- cimans wahrscheinlich noch zu schwierigen Augenblicken kommen werde. Auf jeden Fall, so schließt das Blatt, werde in der Downing Street weiter mit großem Nachdruck betont, daß Lord Runciman kei- neswegsimAuftragderenglischenRe- gierung handle, sondern völlig selbständig oor- gehe.
Auch die „Time s" weist erneut darauf hin, Lord Runciman handle nicht im Auftrag der englischen Regierung. Das Blatt läßt aber die Möglichkeit offen, daß er trotzdem Chamberlain und Lord Halifax Bericht erstatte.
^Runciman bei Benesch.
Verhandlung mit Sudetendeutschen. Oberster Verteidigungsrat tagt.
Prag, 16. Aug. (Europapreß.) Nachdem die innerpolitischen Beratungen infolge des Feiertags am Montag zwei Tage unterbrochen waren, haben sie am Dienstag in verstärktem Maße wieder eingesetzt. Vormittags trat der Ober st e Verteidigungsrat zu einer Sitzung zusammen. Der amtliche Bericht verzeichnet lediglich die Tatsache, ohne daß der Beratungsgegenstand auch nur angedeutet wird. Die Sitzung war von verhältnismäßig kurzer Dauer. Der Zusammentritt des Obersten Verteidigungsrats kann zur Zeit der H a u s h a l t s a r - beiten im Zusammenhang mit Beratungen be
trachtet werden, um den Rüstungsaufwand festzulegen. So dürften auch diesmal Haushaltsfragen einen wesentlichen Bestandteil der Beratungen gebildet haben. Ob damit allerdings die Tagesordnung erschöpft war, ist zunächst nicht zu erkennen.
Eine Ueberraschung bildet es jedoch, daß Lord Runciman in den frühen Nachmittagsstunden von Staatspräsident Dr. Benesch empfangen wurde, um — wie amtlich bekanntgegeben wird — mit ihm die allgemeine Lage zu erörtern.
Zwischen der Verhandlungsdelegation der S u - detendeutfchen Partei und Lord Runciman und seinem Stab fanden am Dienstag B e - sprechungen statt, die um 20.30 Uhr begannen und bis Mitternacht dauerten. Am Mittwoch wird die Delegation das Gespräch mit der R e g i e r u n g fortsetzen.
Aktivität in Paris.
Paris, 16. Aug. (Europapreß.) Ministerpräsident Daladier hat am Dienstagvormittag nach der Rückkehr des französischen Außenministers Bonnet aus Deauville, wo er das Wochenende verbracht hatte, seine in der vergangenen Woche begonnenen Besprechungen mit Bonnet über die außenpolitischen 'Tagesfragen fortgesetzt. Nach einer Verlautbarung aus der Umgebung des Quai d'Orsay soll die Unterhaltung in erster Linie der tschecho-slowakischen Frage und den bisherigen Arbeitsergebnissen Lord Runcimans, sowie den deutschen Herbstmanövern gegolten haben. Nachdem Bonnet das Kriegsministerium verlassen hatte, suchte der Minister für öffentliche Arbeiten, Frossard, den Ministerpräsidenten auf.
Unterredung zwischen Chamberlain und Halifax.
London, 17. Aug. (Europapreß.) Die angekündigte Unterredung zwischen dem Ministerpräsidenten Chamberlain und dem Außenminister Lord Halifax hat am Dienstagabend stattgefunden. Wahrscheinlich werden die beiden Staatsmänner im Laufe des Mittwoch erneut Zusammentreffen. Lord Halifax wird erst am Mittwochnachmittag London wieder verlassey.
Krise im Barcelona-Ausschuß.
Bolschewistenhäuptling Negrin zurückgetreten, - pariser und Londoner Berichte
Paris, 16. Aug. (Europapreß.) Nach Meldungen aus Perpignan ist -am Dienstagabend in Barcelona eine Krise innerhalb des Barcelona-Ausschusses ausgebrochen und der Vorsitzende dieses Ausschusses, Ne g rin, zurückgetreten. Die Ursachen dieses Rücktritts seien noch schwer zu übersehen. In den Meldungen heißt es, daß der tiefere Grund der Krise in einem Konflikt zwischen den linksextremistischen und den gemäßigten Elementen innerhalb des Ausschusses zu suchen sei. Die Linksextremisten verlangten angesichts des nationalen Vormarsches in Katalonien die Vereinigung der militärischen und zivilen Macht in einer Hand, oder aber zum mindesten eine weitgehende Konzentration aller Machtmittel. Die katalanischen Machthaber indessen, an ihrer Spitze der Präsident der katalanischen Gene- ralidad, Companys, hätten ihre Einwilligung zu diesem Plan verweigert, worauf Negrin am Dienstagabend zurückgetreten sei.
Als weitere Gründe für den Konflikt in den Reihen der sowjetspanischen Gewalthaber werden in den Meldungen Meinungsverschiedenheiten zwischen den gemäßigten und den linksextremistischen Elementen über die Frage der Geiseln, sowie der politi chen Gefangenen und ihrer weiteren Behanolung angegeben.
Ferner be agen die Meldungen aus Perpignan, in den politischen Kreisen von Barcelona erkläre man, daß in den neu zu bildenden Ausschuß weder die Kommunisten, noch die Arbeitersyndikate vertreten sein würden, daß also der neue Ausschuß im Verhältnis zu dem bisherigen als gemäßigt bezeichnet werden könne. Als Vorsitzender des neuen- Ausschusses werde bereits der erste Präsident der Cortes der spanischen Republik, B e st e i r o , genannt, der der linken Mitte angehört. Ferner sollen dem Ausschuß die früheren Minister Marcellino D o - m i n g o , sowie Jndalecio P r i e t o und der frühere sowjetspanische Botschafter in Paris, Albornoz, angehören. Von besonderem Interesse an dkesen Meldungen ist noch, daß dem künftigen Barcelona- Ausschuß auch der Präsident der katalanischen Ge- neralidad, Companys, sowie als Vertreter der Sozialisten Largo Caballero angehören sollen. Es heißt ferner, daß auch der bisherige sowjetspanische Außenkommissar, del Daye, sowie der bisherige Ausschuß-Vorsitzende Negrin dem neu zu bildenden Ausschuß angehören würden.
Bereits Ende der letzten Woche waren in Paris Gerüchte im Umlauf, denen zufolge sich Negrin mit Rücktrittsabsichten trage, um einem neuen Ausschuß
mit gemäßigteren Elementen Platz zu machen. Dieser gemäßigte Ausschuß, so hieß es in den Gerüchten weiter, werde im gegebenen Augenblick versuchen, zu einem Waffen st ill st and mit Bur - gos zu kommen, um die Interessen Kataloniens soweit wie möglich durchzusetzen.
Die englischen Blätter berichten ebenfalls an auffallender Stelle über eine Krise im Barcelona- Ausschuß. Es heißt, zwischen den Mitgliedern des Ausschusses sei es wegen der Hinrichtung feindlicher Gefangener zu Streitigkeiten gekommen. Weiter melden auch die englischen Blätter, in kürzester Zeit solle ein gemäßigter sozialistischer Ausschuß zusammengesetzt werden; dieser Ausschuß werde von Besteiro ^geleitet.
Vor einem Waffenstillstandsangebot?
Paris, 17. Aug. (Europapreß.) In den frühen Morgenstunden des Mittwoch lagen in Paris noch keine neuen Nachrichten über die Entwicklung der Krise in Barcelona vor. Lediglich wuroe in den späten Nachtstunden bekannt, daß sich die Krise vielleicht auf die Umbesetzung zweier oder dreier leitender Stellen beschranken werde. Es soll sich dabei vor allem um Äbgnado (Baske) und Jrujo (Katalane) handeln, die den äußeren Anlaß zum Ausbruch der Krise gegeben hätten, denn sie seien es gewesen, die sich gegen die Zentralisierungsversuche gewandt hätten.
In Pariser politischen Kreisen wird die Krise mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Man glaubt, daß sie vielleicht von weittragender Bedeutung für die weitere Entwicklung des spanischen Konflikts sein werde. Verschiedene Pariser Morgenblätter sprechen in diesem Zusammenhang erneut von der Möglichkeit eines Waffenstillstandsangebots von feiten des neu zu bildenden Barcelona- Ausschusses. Es scheint auch, daß die militärische Lage in starkem Maße zum Ausbruch der Krise beigetragen yat. Die Nachrichten vom Mißerfolg der großen Ebro-Offensive, den Negrin vor dem Sozialistenkongreß vor einigen Tagen nur schwach verteidigen konnte, ferner der neue siegreiche Vormarsch der nationalen Truppen auf die Quecksilbergruben von Almaden, von denen sie am Dienstag nur noch 15 bis 18 Kilometer entfernt waren, und die ebenfalls in der Nacht zum Mittwoch eingetroffene Nachricht, daß' die nationalen Truppen auf ihrem Vormarsch auf Almaden in die Provinz Ciudad Real eingedrungen sind, haben nach hiesiger Auffassung den Ausbruch der Krise beschleunigt.
Vesehle naher und ferner Generalstabe.
Italienisches Beweismaterial.
Rom, 16. Aug. (DNB.) Der unentwegte Waffenschmuggel, mit dem Barcelona unterstützt wird, wird von der gesamten römischen Spätabendpresse unterstrichen. Die zahlreichen Beweise, die man über die Organisation der Seetransporte und über die Entsendung von Technikern und Frei, willigen besitze, zeigten in unzweideutiger Weise die internationale Bedeutung. die dieser Hilfsaktion zukomme.
Barcelona gehorche, wie der Sonderberichterstatter der „Tribun a" betont, den Befehlen naher und ferner General st äbe, erhalte Flug- zeuge und Kanonen, werde in jeder Weise be. aünstigt, müsse aber den Krieg bis zum letzten Atemzuge durchhalten, lieber Die weitverzweigte Schmuggelorganisation führt das Blatt im einzelnen an, daß in Tanger Anwerbungen für Sowjetspanien im Gange seien und die Mannschaften von dort aus nach Oran gelangten, um dann erst nach Sowjetspanien geschickt zu werden. 200 Offiziere und Unteroffiziere der sowjetrussischen Armee seien in Dünkirchen an Land gegangen, von wo sie in Autos, ohne Aufsehen zu erregen, direkt nach Katalonien.geschafft wurden. Da der Soldatennachschub aber nicht genüge, entsende Barcelona seine Vertrauensmänner nach Frankreich und England, um Verträge für Materiallieferungen abzuschließen. Inzwischen seien denn auch von Moskau wieder ,25 Kanonen zu 10,5 Zentimeter, 80 Kanonen zu 7,5 Zentimeter, 600 Maschinengewehre, 200 Flammenwerfer und 25 000 Gasmasken eingetroffen. Marseille komme in der Schmuggelorganisation der „Ehrenplatz" zu. Don Marseille aus seien fran- zöfische, sowjetrussische und tschechische Material« transporte nach Rotspanien nicht schwer, denn anstatt in großen Häfen anzule^en, gelangten die Schmuggelschiffe nach kleineren Häfen in Katalonien, wo mehr Aussicht bestehe, den Bombardierungen durch nationalspanische Flieger zu entgehen. Selbst die Petroleumtanker führten stets einige Tonnen Munition und Waffen mit sich, Ladungen, über die die Kontrollbeamten mehr oder weniger Bescheid wüßten. Unübersehbar seien die Verzweigungen dieser Schmuggelorganisation, denn während man neue Schiffahrtsgesellschaften, wie Die Midatlantic Shipping Company und Ramon de la Sota, gründe, die nur Schiffe mit enalischer Flagge chartern, um mit Spanien „Handel zu treiben", konzentriere man in anderen Häfen riesige Material- und Waffenmengen, so z. B. 17 Millionen Schuß Munition tschechischer Herkunft!
Auch der Vertreter des halbamtlichen „Gior- na le d'Italia" unterstreicht, daß man gerabe in den letzten Wochen einen verstärkten Was, fenschmuggel beobachten könne. Allein im Monat Juli,seien 138 Dampfer, davon 88 englische und 16 französische, in sowjetspanischen Häfen ein- gelaufen, um dort ihre Konterbande auszuladen. Das „Giornale d'Jtalia" veröffentlicht ferner auf feiner ersten Seite eine Pariser Meldung, nach der gemäß Informationen aus guter Quelle in der letzten Iuliwoche das Rekrutierungsbüro der rotspanischen Botschaft in Paris die Abreise von 2580 Freiwilligen vom Pariser Zentralbüro und den Zweigstellen in Lille und Perpignan gemeldet habe.
Erfolgreicher Fortgang der nationalen Operationen.
Das rechte Tajo-Ufer völlig in der Hand Francos.
Bilbao, 17. Aug. (DNB.) Der nationalspanische Heeresbericht meldet den systematischen erfolgreichen Fortgang der militärischen Operationen an allen Fronten.
An der Valencia- Front im Abschnitt Salada wurden bei Aufklärung des Geländes vor den nationalspanischen Stellungen eine große Anzahl von Gewehren sowie Dokumente eines rvtspanischen Bataillons erbeutet.
An der T e r u e l - Front gelang es, im Abschnitt von Albarracin beim erfolgreichen Vorstoß eine Reihe bolschewistischer Stellungen bei Cebadilla zu besetzen, so daß sich nunmehr das rechte Ufer des Tajo völlig im Besitz Der nationalspanischen Truppen befindet.
An der E st r e m a d u r a - Front gedieh im Abschnitt Val de Caballeros der Vormarsch erfolgreich weiter. In den Kämpfen um das Chimenea-Gebirge liefen zahlreiche Rotmilizen zu den nationalen Truppen über. Ein bolschewistischer Angriff im Abschnitt Cabeza del Buey auf Zarca Capilla konnte mit großen Verlusten für den Angreifer abgewiesen werden.
Die nationalspanische Luftwaffe entwickelte eine rege Tätigkeit. Nachdem in der Nacht zum 15. Auguft die militärischen Ziele von Valencia, Barcelona und Alicante mit Bomben beworfen wor- den waren, wurden am 16. August weitere erfolgreiche Angriffe auf den Hafen von Barcelona sowie auf das Benzinlager und andere militärische Ziele -in Badalona durchgeführt.
Hie „Mtemmischlmg"
-hieA
Demokratien und Bolschewisten durch zahlenmäßige Beweise demaskiert.
Burgos, 16. Aug. (DNB.) Von nationalspanischer amtlicher Seite, wurde dem Sonderkorrespondenten des DNB. eine Aufstellung des von den nationalen Truppen erbeuteten Kriegsmate, rials ausländischer Herkunft zur Veröffentlichung übergeben. Nicht eingerechnet ist dabei lediglich das von tschechischer Seite stammende Material, das die nationalen Truppen erbeuten konnten. Die für die Frage der Nichteinmischung außerordentlich aufschlußreiche Zusammenstellung enthält folgende authentische Einzelangaben:
Sowjelrussifches IHaferiaL
84 Tanks, 71 Geschütze, 275 Mörser und Minenwerfer, 577 schwere Mcrschinengewehre, 561 leichte Maschinengewehre, 35 912 Gewehre, 91 Artilleriegeschosse, 60 425 000 Jnfanteriegeschosse.
Französisches Material.
24 Tanks, 85 Geschütze, 89 Mörser, 112 schwere Maschinengewehre, 465 leichte Maschinengewehre, 29 380 Gewehre, 22 400 Artilleriegeschosse, 24 800 000 Jnfanteriegeschosse.
Englische» Material.
4 Geschütze, 47 schwere Maschinengewehre, 410 leichte Maschinengewehre, 3530 Gewehre 1500 Ar- tilleriegeschosse, 9 127 000 Jnfanteriegeschosje,
Material aus USA.
17 Tanks, 33 Geschütze, 639 schwere Maschinengewehre, 3430 Gewehre, 11 700 Jnfanteriegeschosse.
Mexikanisches Material.
21 leichte Maschinengewehre, 3100 Gewehre, 11 250 000 Jnfanteriegeschosse.
An Flugzeugen wurden seit Beginn der Kämpfe bis zum 30. Juni abgeschos sen: 139 französische Flugzeuge, 809 sowjetrussische Flugzeuge.
Die in San Sebastian erscheinende Zeitung „Diorio Vasco" bemerkt, Der Waffenschmuggel über Die französische Grenze nach Sowjetspanien nehme bereits wieDer einen skan - Dalösen Umfang an. In Bordeaux träfen ständig Schiffe mit riesigen Waffentransporten aus Sowjetrußland und aus der Tschecho- Slowakei ein. Von Bordeaux aus gingen diese Transporte auf Dem LanDwege nach Marseille unD würden von Dort a u f klein st en Schiffen nach wenig benutzten Häfen Kataloniens gebracht. Die Behauptung, daß Die französisch-sowjetspanische Grenze geschlossen sei, entspreche nicht Den Tatsachen. Denn ständig passierten auch sogenannte Freiwillige, namentlich Instrukteure, die Grenze. Die marxistischen Kreise Frankreichs täten alles zur Verlängerung des Krieges in Spanien.
Oie Tscheka wütet.
St. Jean de Luz, 16. Aug. (DNB.) Neutrale Reisende, Die aus Rotspanien kommen, beftätiaen Die bolschewistischen Greueltaten in Der Provinz Ciudad Real, in Deren Hauptstadt allein über 2000 Personen ermordet wurden. Die Tscheka habe die Opfer zunächst zur Herausgabe ihres Vermögens veranlaßt mit Dem Versprechen, ihr Leben zu schonen, sie aber dann doch erschossen. Im Minengebiet seien die Häuser höherer Beamter milsamt den Bewohnern in Die Luft gesprengt worden. In Ciudad Real sei ein politischer Kommissar eingetroffen und habe gefordert, Almaden unbedingt zu verteidigen. Rings um die Minen von Almaden sei 'mit der Errichtung eines Befestigungsgürtels begonnen worden. 36 Personen, die zu Den Nationalen flüchten wollten, wurden sofort erschossen.
Verteidiger der abendländischen Kultur
Rom, 16. Aug. (DNB.) Zur 18. amtlichen Verlustliste, die die Namen von 159 bei dem siegreiche» Vormarsch auf der Straße Albentosa—Barracas gefallenen italienischen Legionären enthält, erklärt das halbamtliche „Giornale d'Jta- lia" in einem Kommentar, daß Italien auf seine bei der Verteidigung Der abendländischen Kultur vor der roten Barbarei gefallenen Söhne stolz ist. Ihr Einsatz galt der Verteidigung Der Un« abhängigkeit des Mittelmeeres, er galt Der Verteidigung Der faschistischen


