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ren! Es wäre übrigens schlechtester Geschmack, wenn ich mich dieser allzu leicht zu machenden Voraussage rühmen wollte.
Jetzt schwirren in den diplomatischen und journalistischen Kreisen der ganzen Welt Klagen, polemische Ausfälle und Mahnungen durcheinander. Ein Haufen leerer Worte, die die Geschickte nicht aufhalten. Den Kreisen jenseits der Alpen, die fragen, warum wir nicht eingegriffen haben, um die Selbständigkeit Oesterreichs zu „retten", antworten mir, daß wir niemals irgendeine Verpflichtung dieser Art, direkt oder indirekt, schriftlich oder mündlich übernommen haben.
Das Interesse Italiens an einer Unabhängigkeit des österreichischen Bundesstaates ging offenkundig von der Bedingung aus, daß die Oesterreicher mindestens in der Mehrheit diese Unabhängigkeit wollten, was sich aber in den letzten Tagen auf österreichischem Boden zugetragen hat, zeigt, daß die tiefe Sehnsucht des Volkes für den Anschluß war. Den überlebenden Anhängern eines zerfetzenden INacchiavellismus, den wir ablehnen, kann man erklären, daß, wenn ein Ereignis naturnotwendig geworden ist, es besser ist, es geschieht mit e u ch als etwa trotz euer oder noch schlimmer gegen euch. Es ist in der Tat eine nationale Revolution, die sich vollzieht, und wir Italiener können sie in ihren geschichtlichen Forderungen und auch in ihren Methoden, die wie immer bei allen Revolutionen sehr rasch zum Ziele zu kommen schei- nen, am besten verstehen.
Der F ü h r e r mit dem greisen Sieger von Tolmein, dem General Kraus, und dem Reichsstatthalter Deutsch-Oesterreichs, Dr. Seyß-Jnquart, ber der Parade in Wien. — (Scherl-Bilderdrenst-M.)
zum Schlußakt kam, haben die Wellgegener des Faschismus darauf gelauert, ob sie eine passende Gelegenheit finden konnten, um endlich die beiden totalitären Regime gegeneinander auszuspielen und ihre Solidarität zu zerschlagen, was übrigens, daß wollen wir gegenüber den berufsmäßigen Pazifisten noch besonders betonen, dasVorfpiel für einen neuen Weltkrieg gewesen wäre. Diese Rechnung der Demokratien, der Freimaurerei, der Dritten Internationale war falsch. Ihre Hoffnung war einfach kindisch. Sie war aber zugleich auch beleidigend, da sie auf unseren Charakter und unsere politische Einsicht einen Schatten werden wollte." Stolz erklärte der Duce des faschistischen Italiens: „Die Stunde der Bewährung der Achse war gekommen! Jetzt wissen die Deutschen, daß die Achse keine jener diplomatischen Konstruktionen ist, die sich nur bei normalen Anlässen wirksam er-
Mussolini« große Rede vor der ilanenWen Kammer
Ein Rückblick auf 10 Jahre.
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Warschau
Wort '„Frieden" gestammelt. Das sei aber eine falsche und niederträchtige Geste gewesen. Der
Schuschnigg war gewami worden ,©ie Bombe wird Euch in den Länden explodierend
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Warschau, 16. März. (DRV.) Die polnischen Blätter berichten, der litauische Staatspräsident Smetana soll die Gesandten von Frankrerck und 8L« sj»=f. w- j-g j».
dem Grenzzwischenfall beschäftigt. Der sowjet- russische Gesandte in Litauen soll im litau-
regierung rechnen Ansicht verbreitet, oaß die Me, , Minister zu weitgehenden Zugeständnissen Polen gegenüber bereit sei, um den Zwischenfall auf gütlichem Wege zu regeln.
Der regierungsfreundliche „Expreß Poranny" verweist darauf, daß die Normalisierung der Beziehungen zwischen Polen und Litauen dem verstorbenen Marschall Pilsudski stets am Herzen gelegen hat. 1927 habe der Marschall in Genf dem litau- ischen Diktator Woldemaras in soldatischer Kürze die Frage gestellt, ob er Frieden oder > . • - - ffClnfhnrtirtrrtG hnfn» hnmnfc; hnc;
Wie schon berichtet, marschierten auf dem Wiener Rina vor dem Heldendenkmal die in der VIII Armee zusammengeschlossenen bisherigen österreichischen und reichsdeutschen Truppen vor dem Rührer auf. Unser Bild zeigt den Vorbeimarsch von Infanterie des ehemaligen österreichischen Bundesheeres. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ________________
polnische Truppen in überraschendem Handstreich 1848 zurückreichten. Die Dinge hatten nach dem unter General Zeligowski das damals zu Weltkriege immer schneller zu der letzt vollzogenen Litauen gehörende Wilna-Gebiet mit der historischen Lösung getrieben. Was in den letzten Tagen ge= Hauptstadt Wilna. Seitdem datiert die tödliche schehen sei, hätte sich n at urn o tw e nd l g auch Feindschaft zwischen den beiden Ländern, die von trotz der Verträge schließlich ereignen müssen.
Seit zu Zeit immer wieder Europa alarmiert und „Erst mit dem Regierungsantritt Scho- beunruhigt hat. Nach litauischer Ansicht gibt es bers 1929", so rekapitulierte der Duce, „beginnt ami eben Litauen und Polen keine Grenze, sondern eine italienische Politik gegenüber Oesterreich. Noch nur eine „Demarkationslinie" zwischen einmal lebt die — 1919 schon einmal konzeptlerte Litauen und dem durch Polen besetzten Wilna- Idee des Anschlusses in einer Art deutsch-osterrelchl- Gebiet. Alle litauischen Landkarten zeigen Wilna scher Zollunion auf. Der Vorschlag kommt nicht als litauische Hauptstadt und beziehen das Wilna- durch. Der Zustand Oesterreichs bessert sich nicht. Gebiet in die litauischen Grenzen ein. Jede Ver- Italien interveniert nun direkt, um Oesterreichs bindunq über diese wahrhaft „tote Grenze" ist unter- Wirtschaft durch die Abkommen von (Semmering brachen. Es gibt zwischen Litauen und Polen wieder aufzurichten. Im Januar 1933 kommt oer weder diplomatische noch Wirtschaft-Nationalsozialismus m Deutschland zur liche Beziehungen. Es gibt keinen Reise-Macht. Im März des gleichen Jahres erneut D o l l- verkehr und keinen Güterverkehr. Kein Brief wird über diese Grenze befördert. Der gerade Weg zwischen Kowno und Wilna ist etwa 100 Kilometer lang. Wer aber im Kraftwagen von Kowno nach Wilna gelangen will, muh einen Umweg von Hunderten von Kilometern über Ostpreußen
Ein neues Gleichgewicht sichert die Zusammenarbeit der Völker
Nie Achse Berlin-Rom hat sich in entscheidender Stunde bewährt.
Deutschland und Oesterreich, um diesen Schwur zu bekräftigen. Italien glaubt an dieFreundschaften, es schenkt dem Wort Deutschlands volles Vertrauen und mag sicher sein, daß vvm 11. März 1938 ab diese Solidarität sich in jedem deutschen Herzen vertieft hat."
Italien sei so wenig von den Ereianissen an seiner Grenze gestört, rief der Duce aus, daß es auch bei der Annahme ganz ruhig bleibe, daß schon in roe- nigen Jahren, während die Italiener ein 50-Mil- lionen-Volk geworden seien, die Deutschen 80 Millionen zählen würden. Der Duce hob dann hervor, daß es sich bei der deutsch-italienischen Grenze um die Grenze von zwei befreundeten Völkern und um unantastbare Grenzen handele, wie das der Führer immer in kategorischer Weise erklärt habe. „Im übrigen sind für die Faschisten alle Grenzen heilig. Man spricht nicht über sie, man verteidigt sie."
„Als das österreichische Drama", so erklärte der Duce abschließend, „in den letzten Tagen
fuß seine Regierung im obrigkeitlichen Sinn. Es beginnt der Kampf zwischen der Regierung und der nationalsozialistischen Bewegung. Dollfuß ist gezwungen, im Februar 1934 energisch einen sozialdemokratischen Aufstand niederzuschlagen. Wenige Monate nachher tritt die nationalsozialistische Erhebung in Wien auf." — Nun rollt der Duce seine Haltung in dem kritischen Augenblick auf, da man in Wien den nationalsozialistischen Dolkszorn zu unterdrücken suchte und damit dem bolschewistischen Chaos, Italiens Todfeind, Vorschub leistete. „Ich befehle, daß d i e v i e r Divisionen von Südtirol am Brenner Aufstellung nehmen. Es war ein Akt elementarer Vorsicht angesichts plötzlich möglich werdender blutiger Ereignisse, von denen man nicht die Tragweite ermessen konnte. Kein Oesterreicher verlangte dies von uns, fein Oesterreicher hat uns je dafür gedankt.
Don 1934 bis 1936 folgte sodann die Politik der Römischen Protokolle. Die diplomatische Solidarität Italiens mit den Westmächten wird durch die Sanktionen und den eingestandenen Versuch, das italienische Volk „zu erdrosseln", zerschlagen. Im Oktober 1936 wird die Achse Rom- Berlin geschaffen. In Oesterreich breitet sich die Bewegung mit überwältigender Schnelligkeit aus. In diesem Augenblick gibt Italien Oesterreich den Rat, sich Deutschland wieder anzunähern, weil ein Staat, der sich als deutsch bezeichnet, nicht in antideutscher Funktion b e ft e b e n kann. Mit der Zustimmung Italiens werden die deutsch - österreichischen Abkommen vom Juli 1936 ins Leben gerufen, die ebenfalls von der Voraussetzung ausgehen, daß Oesterreich sich als deutscher Staat bekennt.
R o m, 16. März. (DNB.) In einer Rede vor der italienischen Kammer befaßte sich der Duce aus- führlich mit den Ereignissen der letzten Tage. Oesterreich habe als Staat aufgehört zu leben und habe sich mit Deutschland vereinigt. Die Volksbefragung am 10. April werde die vollzogene Tat- fache besiegeln. Der Duce zog dann eine interessante geschichtliche Parallele zwischen der ElNigungsbe- wequnq in Italien in den Jahren 1859 bis 1871 und der jetzt zwischen Deutschland und Oesterreich vollzogenen Einigung, wobei er betonte, daß das Drama Oesterreichs nicht erst in unserer Zett be- | gönnen habe, sondern daß seine Wurzeln bis ins Jahr
Öai't zwei Jahrzehnte hindurch ist um die Lösung Trotz der Vereinbarungen beginnt eine n e u c dieser Streitfrage erbittert gerungen worden. Un- Periode der Spannung: im April 3äbüge Vermittlungsversuche wurden unternommen, gab ich dem Bundeskanzler klar zu verstehen datz darunter auch wiederholt von dem verstorbenen die Unabhängigkeit Oesterreichs eine Frage ist, die Marschall Pilsudski. Die verschiedensten Lösungs- in erster Linie die Oesterreicher angeht uno Möglichkeiten wurden ins Auge gefaßt. Aber a l l e s daß die Achse Rom—Berlin die Grundlage der ita- war vergeblich. Litauen ließ sich nicht be- lienischen Außenpolitik ist. Am 7. Marz, 12 Uhr kehren. In dem etwa 220 000 Einwohner zählenden mittags, fragt mich ein e r tr a.u en s m a n n
Wilna wohnen etwa 50 v.H. Polen und 40 v.H. von Schuschnigg nach meiner Ansicht über die Juden. Das übrige ist ein Gemisch aus Weißrussen, Volksbefragung und ihr Verfahren. Es war Deutschen Russen und Litauern. Mehr als 500 Jahre das erste Mal nach vielen Monaten. Ich antwortete müßte man die Geschichte zurückdrehen, um das ihm in der allerbestimmtesten Form, daß es sich um „litauische Wilna" zu entdecken. Damals, Ende des einen Fehler handell. Diese Bombe, sagte ich, 14. Jahrhunderts, als der litauische Fürst Ja- wird euch in den Händen explodie- giello die junge polnische Königin Jadwiga i ' n*- --- (Hedwig) heiratete und die litauisch-poimsche Union i schuf, mag es ein litauisches Wilna gegeben haben. , Heute sind davon aber höchstens noch die lieber» refte der alten Burg des litauischen Fürsten ©ebi» ; minas übriggeblieben. Schon vor Hunderten von < Jahren war in Litauen das Dolentum vorherrschend. Daneben hat die russische Herrschaft der Stadt der Türme und goldenen Kirchenkuppeln ihren Stempel aufgedrückt. Die litauischen Fürsten und der litauische Adel sind im Polenturn aufgegangen Die Sprache der oberen Schichten ist polnisch.
Uebriggebüeben ist der litauische Bauer. Demgegenüber kann Polen daraus Hinweisen, daß einer seiner größten Söhne, Marschall P i l su d s ft, der Schöpfer des heutigen Polens, em Sohn der Wü- naer Landschaft ist, und daß polnische Kunst und Literatur mit Wilna auf das tiefste verwurzelt sind.
Die verschiedensten litauischen Regierungen haben die Bevölkerung Litauens stets in dem Glauben gehalten, daß Wilna eines Tages zu Litauen zuruck- kehren werde. Bis in die jüngste Zeit hinein wird alljährlich der 9. Oktober als nationaler Trauertag mit großen Demonstrationen für die Befreiung Wilnas begangen, und in den Reden pflegt immer I wieder die Versicherung zu lehren, daß Litauen nicht eher ruhen werde, bis nicht Wilna und das Wilna-Gebiet wieder mit dem unabhängigen Litauen „vereinigt" sein würden. Auch die Zwanzig- Jahr-Feier der litauischen Unabhängigkeit am 16. Februar d. I. war ganz auf die „Rückeroberung" Wilnas ab gestellt und der litauische Sejm- Präsident gab in der Festsitzung des Parlaments unter dem Beifall der Abgeordneten der Hofftmng j Ausdruck, daß es gelingen möge, das Wilna-Gebiet mit der alten Hauptstadt wiederzugewinnen. Allerdings weiß man, daß das kleine Litauen mit seinen kaum 2,5 Millionen Einwohnern nie m der Lage sein wird, Wilna zurückzuerobern. Der litauische Anspruch auf Wilna hat — abgesehen von toomieb rußland — bisher nirgends Anerkennung gefunden. Selbst nicht in Reval und Riga. Die beiden anderen baltischen Staaten Lettland und Estland haben sich im Gegenteil stets bemüht, Litauen von der Aus- sichtslosigkeit seiner Wilna-Forderung zu überzeugen, und um Litauen klarzumachen, daß es in dieser Frage von den anderen Mitgliedern des baltischen Bundes keine Unterstützung zu erwarten habe. In letzter Zeit hat sich das litauisch-polnische Verhältnis immer mehr zugespitzt. Zu dem Streit um Wilna ist ein mit großer Erbitterung geführter Volkstumskampf hinzugekommen. Polen hat die Unterdrückung und Verfolgung des polnischen Volksteils in Litauen mit den gleichen Maßnahmen gegen die Litauer des Wilna-Gebiets beantwortet.
Warum solle man plötzlich, fragte am Schluß seiner Rede der Duce, eine deutsche Gefahr am Brenner erblicken, wo doch das Deutschtum seit I a h r h u n d e r t en am Brenner ist und Italien dieses Deutschtum vorfand, als es 1918 an seine heilige Grenze gelangte? Italien, daß das Wesen der Probleme und nicht ihre äußeren Formen abwäge, wisse, daß in diesem Zeitalter der Massen nicht etwa die politische Geographie mit ihren vergänglichen Pufferstaaten, sondern die n a t i o na l e Geographie mit ihren unmittelbaren Massenbeziehungen ins Gewicht falle. Die italienische Politik habe sich immer zimunsten der rechtmäßigen Ansprüche der deutschen Nation aus- gewirkt und habe bis heute diese bewußte und unabänderliche Linie eingehalten. Adolf Hitler habe ihm versichert, d«tz er und Deutschland das nicht j vergessen werden. „Alle Stimmen erheben sich in
SKW an der Wilna-Grenze
<'0N unterem (JRfto)Öenchiernattei
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Kowno, März 1938.
Ein Zwischenfall an der litauisch-polnischen Grenze, bei dem ein polnischer Grenzsoldat den Tod fand, hat die Aufmerksamkeit wieder einmal auf diesen gefährlichen Unruheherd in Oft» europa gelenkt. Die scharfe Sprache der polnischen Presse gegen Litauen und mehr noch die Gerüchte, daß zu beiden Seiten der Wilna-Grenze Truppenbewegungen stattfinden, haben in der „derzeitigen litauischen Hauptstadt" Kowno nicht geringe Nervosität ausgelöst, um so mehr, als sich die litauische Presse zum größten Teil über den neu entstandenen Konflikt ausschweigt.
In der Tatsache, daß die Litauer Kowno als „derzeitige litauische Hauptstadt" ansehen und daß sie auch in der erst vor einigen Wochen angenommenen neuen Staatsverfassung Wilna erneut als die Hauptstadt Litauens bezeichnet haben, findet der litauisch-polnische Konflikt bereits seine Kennzeichnung. Am 9. Oktober 1920 besetzten
Und seit einiger Zeit sind auch die bisher einzigen litauisch-polnischen Beziehungen, nämlich die gegenseitige Entsendung von Pressevertretern nach Kowno und Warschau, abgebrochen worden.
polen fordert Normalisierung.
Der „Kriegszustand" an der Grenze unerträglich.
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UTAUEN\—
61/mThrW biTlilauiWn M" für P°l„ urtientb«.
•....... weiterhin einen „ständigen Kriegszusrano zu
dulden. Polen könne nicht zulassen, daß Litauen tn (einer Staatsoerfassung Wilna als seine Hauptstadt bezeichne und die polnische Bevölkerung verfolge und schikaniere, die in seinen Grenzen ebenso al - eingesessen ei wie das litauische Element. Ms Beispiel für litauische Schikanen melden die. polnischen Zeitungen, daß seit Beginn dieses Schuliahres von den litauischen Behörden 3 00 polnische Familien mit Geldstrafen belegt wurden, weil sie ihre Kinder in der polnischen Sprache unterrichten ließen.
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