Ausgabe 
17.3.1938
 
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entwirrbaren Riesenknäuel als schwarzer wimmeln­der Ameisenhaufen auf und ab wogen, so daß die Sperrketten der SA. säst gesprengt werden. Brau­sende Heil ! - Rufe,' die stärker und starker werden: der Führer kommt. Und nun fliegen die Hände zum deutschen Gruß empor, nun winken wie ein dichter Wald die Hakenkreuzfähnchen, die begeistert aus der Menge heraus geschwenkt werden. Dem Führer schlägt eine einzige Welle der Dank­barkeit, der Liebe und des überströmenden Jubels entgegen. In langsamer Fahrt passiert sein Wagen, in dem auch Generalfeldmarschall Göring und Dr. Goebbels Platz genommen haben, die Straßen. Tat­sächlich gelingt es einem BDM.-Mädchen, die Sperr­kette zu durchbrechen und dem Führer einen Blu­menstrauß zu überreichen. Lachend schüttelt er dem beglückten Mädchen die Hand. Der Jubel der Aber- tausende will nicht abebben und bricht sich immer wieder begeistert Bahn, als nun auch die Wagen mit der Begleitung des Führers erscheinen. Die Hul­digungsfahrt des Schöpfers des Großdeutschen Rei­ches aber gebt weiter die Wilhelmstraße entlang bis zum Wilyelmplatz. Ergriffen steht der Führer in dem langsam fahrenden Wagen und grüßt nach allen Seiten seine Berliner, die ihm einen Empfang bereiten, wie er wundervoller, herzlicher und liebe­voller nicht gedacht werden kann. Nach zuverlässigen Schätzungen hatten sich auf der Feststraße vom Tem­pelhofer Flughafen bis zur Reichskanzlei und in den angrenzenden Straßenzügen rund 2,5 Millio­nen Berliner eingefunden.

Vor der Reichskanzlei.

Von unserer berliner Schristleiiung.

Der F ü h r e r dankt vom Balkon der Reichskanzlei für die ihm entgegenbrausenden Jubelrufe der unabsehbaren Menge auf dem Wilhelmplatz. Neben ihm Generalfeldmarfchall Hermann Göring. (Scherl-M.)

lieber fünf Jahre kennen wir nun schon dieses Berlin in Stunden der Begeisterung, wenn es dem Führer 3Ujubelt, am 30. Januar oder am 20. Avril oder am 1. Mai oder bei anderen großen Anlässen. Wie oft sahen wir schon diese gedrängten Menschen­massen, diese Wälder von hochgestreckten Armen über etwas derartiges wie in den späten Nach- mittagsstunden dieses 16. März 1938 haben wir noch nie erlebt. Der Jubel, der Dank, die Ver­ehrung für den Führer machten sich geradezu in einer Revolution der Begeisterung Lust, nachdem sie seit vier Tagen zurückgehalten waren.

15 Uhr: In den Straßen dröhnen die Märsche, marschieren die Kolonnen. Eine riesige Präzisions- maschine aus Disziplin und Organisation arbeitet. Höchste Zeit, nach der Pressetribüne am Propa- gandaministerium bei der Reichskanzlei zu eilen. Noch zwei Stunden bis zur Ankunft des Führers. Aber später ist jeder Durchbruchsversuch aussichts­los. Selbst mit dem Fernglas ist auf dem weiten Platz vor der Reichskanzlei kein halber Quadrat­meter mehr frei. Und doch drängt es aus den Seitenstraßen immer noch heran, müssen immer neue Abteilungen ff, SA., Polizei usw. herange­zogen werden, um die Absperrmauern zu ver­stärken. Wenigstens der Fahrdamm muß für die Triumphfahrt des Führers frei bleiben. Schließlich müssen auch noch die Ehrenkompanien des Heeres Platz finden.

Solche Gesichter wie heute, in dieser strahlenden Begeisterung, in dieser ganz unverhüllten über­großen Freude, ja Verklärtheit, habe ich nur ein einziges Mal gesehen, damals, am Abend des 30. Januar 1933. Gegenüber der Einfahrt der Reichskanzlei, in den vordersten Reihen der Glück­lichen, die schon am frühen Vormittag hier Posten faßten, schwebt eine Anzahl Blumensträuße über den Köpfen, ängstlich emporgehalten von ihren Trägern. Womöglich hat man später, wenn die Absperrungen aufgehoben werden, doch noch Ge­legenheit, sie drüben für den Führer abzugeben.

16.45 Uhr: Meldung aus den großen Pilzlaut­sprechern, daß der Führer in Begleitung von sechs großen Junkersmaschinen auf Berlin zufliegt. Die Ehrenkompanien marschieren auf, herzliche Zurufe der Menge für die Truppen und ehrfurchtsvoller Gruß für die Fahnen. Jetzt dröhnen die Kirchen- glocken durch das vieltausendfache Stimmengewirr. Im gleichen Augenblick die Meldung:Der Führer ist em getroffen!" Sturmavtig schwillt das erregte Gespräch der Massen an. Droben, rings an den hohen Häuserfronten des Platzes glühen die Fahnen in der tiefstehenden Sonne, funkeln die breiten Goldbänder. Die schmetternde Kommandostimme Görings entbietet dem Führer jetzt in Tempelhof den ersten Gruß der Reichshauptstadt. Als dann Reichspropagandaminister Dr. Goebbels davon spricht, daß der Führer Geschichte gemacht habe, brausen Rufe der Zustimmung über den Platz. Das donnernde Sieg-Hell kommt vom Tempelhofer Feld durch die Lautsprecher zu uns, wird hier von den Massen vor der Reichskanzlei ausgenommen. Dann ist der Platz wie zugedeckt von den ausgestreckten Armen, als die Nationalhymnen erklingen.

17.45 Uhr: Der bekannte Motorradfahrer mit der gelben Flagge kommt. Der Führer ist unter­wegs. Die freudige Erregung steigt. Bersten die Lautsprecher, die die Jubelstürme aufzunehmen haben? Mit einem Schlag ist der weite Platz e i n wirbelndes Meer von Hakenkreuz­fähnchen. Der Präsentiermarsch klingt auf. Ein einziger zehntausendfacher Aufschrei dort hinten am Luftfahrtministerium sieht man jetzt d i e G e - st alt des Führers im Wagen stehend herankommen. Dann schreitet er die Front der Ehrenkompanien ab, während auf dem Platz ein Orkan von Heilrufen und Jubelschreien tobt. Der ebbt für eine halbe Minute ab, die Menge weiß: jetzt geht er drinnen durch das Haus des Reichs- Präsidenten in den Neubau, in jedem Augenblick muß er jetzt auf dem Balkon da oben im ersten Stock sein.

Was jetzt geschieht, ist nur noch anzudeuten. Aus der Balkontür tritt der Führer, neben ihm der Generalfeldmarschall. Heilrufe? Nichts mehr zu unterscheiden. Ein elementares Ungewitter rasender Freude. Das wiederholt sich ein zweites, ein drittes Mal. Sie lassen dem Führer, der strapaziöse Tage hinter sich hat, keine Ruhe. Zum viertenmal tritt er heraus da erfolgt unten auf dem Platz un­widerstehlich der große Durchbruch. Die drei bis vier Mann tiefen Absperrungen der ff, der Polizei werden in einem einzigen Augenblick weg- gedrückt. Es sieht aus, als wolle die begeisterte Menge die Reichskanzlei stürmen. Es hilft nichts, sogar die Ehrenkompanien müssen eingesetzt wer­den, irgendwie muß die Umgebung des Führers die Möglichkeit bekommen, ihm in die Reichskanzlei 3ir folgen.

18.45 Uhr: An dem Bild hat sich nichts geändert. Die Masse steht und steht ober drängt nach vorn. Es ist, als habe jeder zehn Kehlen. Wer das hier mit angesehen hat, kann sich eine leise Vorstellung von der Begeisterung der Menschen in Oesterreich machen, als sie den Führer sahen. Die Pflicht mahnt gebieterisch. Irgendwie gelingt es tatsächlich, von der Tribüne herunter und schließlich sogar vom Platz zu kommen. Man weiß, er wird um Mitter­nacht noch nicht anders aussehen, wenn die Laut- jprecher dem Führer nicht endlich Ruhe verschaffen.

Der Führer spricht.

Es ist schlechterdings nicht zu beschreiben, welche Stürme des Jubels den Führer umbraufen, als er nach geraumer Zeit erneut den Balkon be­tritt. An der Seite des Führers wird auch Mini- terpräfibent Generalfeldmarfchall Göring auf dem Balkon sichtbar. Der Jubel kennt keine Gren­zen, denn jetzt fühlt sich jeder für fein Ausharren belohnt.

Der Führer gibt in bewegten Dorten den Ge­fühlen Ausdruck, die ihn an diesen Tagen des endgültigen Zusammenschlusses des ganzen deutschen Volkes erfüllten. Er spricht von der großen Freude, die alle deutschen Lande er­griffen habe und vor allem das Land, das noch vor wenigen Tagen das unglücklichste war, und das heute das glücklichste geworden ist. Ünge-

Wien, 16.März. (DNB.) Gauleiter Bürckel, der Beauftragte des Führers für die Durchführung der Volksabstimmung in Oesterreich, hat folgenden Aufruf erlassen:

An alle Oesterreicher! Deutsche Männer und Frauen!

Der Führer hat mir den ehrenvollen Auftrag gegeben, euch Oesterreichern ein Helfer zu fein bet der Vorbereitung auf euren großen geschichtlichen Tag. Meine Aufgabe bei euch ist nicht schwer, denn ihr seid aus ganzem Herzen Deutsche. Die Frage, die der Führer am 10. April 1938 euch stellt, ist ja keine andere als die:Bist du ein Deutscher?" Ein überwältigendesJa" wird einen geschichtlichen Abschnitt beenden, der gar zu oft der tiefsten Sehnsucht aller Deutschen zur Schicksals­gemeinschaft die Erfüllung verweigerte. Ich bin tolz darauf und dankbar, euch Oesterreichern a l s Saarpfälzer bei diesem historischen Geschehen zur Seite stehen zu dürfen. Ich tue es um so lieber, als ich Zeuge fein darf, daß ihr Oesterreicher im äußersten Osten in die Hand des treuen Saar­länders im äußersten Westen einschlagen werdet zum tärEften Bündnis für unseren herrlichen Führer und unser großes gemeinsames Vaterland."

*

In einem Aufruf an d i e Partei stellt Gauleiter Bürckel fest, daß es jetzt nicht darum geht, irgendwelche Parteiangelegenheiten oder sonstigen Belange zu diskutteren. Es geht uns, so heißt es in dem Aufruf, ausschließlich um die Frage: B i st du ein Deutscher, gehörst du zu deinem Deutschland und seinem Adolf Hitler oder hast du mit uns nichts zu tun?" Diese Frage allein ist es, mit der wir uns zu befassen haben. Es muß uns höchste nationalsozialistische Pflicht und Freude zugleich sein, über alle Gegensätze hin­weg jedem Kamerad und Bruder zu werden, der

Es ist der 10. März, 20 Uhr. Abendlicher Friede ist bei der F l u g z e u g f ü h r e r s ch u l e C einge­zogen. Nur von Zeit zu Zeit unterbricht der Start einer Ju 52 zum 300-Kilometer-Nachtflug die Stille und mahnt daran, daß auch bei Nacht bas Schwert ber Luftwaffe scharf geschliffen wirb.

Plötzlich schrillt das Telephon, anbers als sonst, lang anhaltend, fordernd und zur Eile zwin­gend, irgendwie ist der Ton Besonderes verspre­chend. Der Adjutant des Kommandos:Verlege­übung nach Bayern, mehrere Tage! Dazu Vorbefehl: ..." Man spürt es am Ton: das ist kein blinder Alarm! Schlag auf Scksiag fol­gen die Veranlassungen, ohne Hast, wie so oft ohne die krönende, praktische Erprobung einexerziert und gedrillt. Unaufhörlich geht das Telephon. Weitere Befehle gehen ein, werben umgesetzt und weiterge- geben. Rücksprachen mit anberen Dienststellen finb notwendig. Leute werden ausgerüstet und in Marsch gesetzt. Mit großer innerer Anteilnahme, schwung­voll und mit besonderer Sorgfalt wird alles ab= gewickelt.

Die Nacht verrinnt, der Tag beginnt und bringt die Auslösung der Spannung.Die Staffel startet 8.30 Uhr nach Staaken!" 38 Ju 52: eine Kompanie an Bord. Pünktlich 8.30 Uhr hebt das letzte Flugzeug vom Boden ab. Die Kurve ist not­wendig, um auf Gegenkurs zu kommen. Kettenweise, in der Präzision des Exerzierens einer alten Kampfstaffel gleich, für den Steigflugalles drin", so nehmen wir vom Städtchen Abschied. Wenn es sich herumspricht, um was es geht, sollen unsere

heueren Jubel findet feine Feststellung, daß unsere nun geschaffene große deut­sche Volkseinheit niemals wieder zerstört werden könne. Den letzten Worten des Führers:Deutschland ist nun Grohdeutschland geworden", folgte ein tosender Jubelsturm, der wie ein Orkan über den Wilhelmplatz braust.

Immer wieder aufs neue branden die Heill-Rufe zum Balkon des Führers empor, der nach allen Seiten die begeisterten Massen mit erhobener Rechten grüßt und seinen Blick über dieses brodelnde Meer von ausgestreckten Armen und geschwenkten Fähnchen gleiten läßt. Ein letztes Anschwellen noch der fieitt-Rufe dann verläßt der Führer den Balkon und die Türen schließen sich hinter ihm. Der Platz wird geräumt, nachdem bekanntgegeben worden ist, daß der Führer nunmehr die begeister­ten Grüße der Massen nicht mehr erwidern kann.

Mr eine Frage:Bist -nein Deutscher?"

Wichtige Anordnungen Bürekets zur Vorbereitung des w. April.

Unser Flug zum deutschen

reu

Von Oberleutnant der Luftwaffe Hermann Kühl.

sich an diesem großen Tage zu uns bekennt. Auf­nahmen in die Partei nach diesem Termin sowie die Besetzungen der Führerämter tn der Partei werden nach diesem Termin entschieden und nicht nur nach der Große der bisher gebrachten Opfer, sondern darüber hinaus aus der Leistung, die der einzelne für das Zusammenschweißen der großen Gemeinschaft geleistet hat.

Personelle Veränderungen sind zur Zeit unerwünscht. Sie werden deshalb nur dort vorgenommen, wo ein zwingendes politisches oder fachliches Bedürfnis dazu besteht. Für perso­nelle Aenderungen in der staatlichen, kommunalen und berufsstärwischen Verwaltung sind allein der Reichs st atthalter und die nach den Gesetzen berufenen staatlichen Organe zuständig. So­weit es sich um leitende und politische Beamte in Staat und Gemeinden sowie um leitende Männer der gewerblichen Organisationen der Wirtschaft han­delt, mache ich Ernennungen und Abberufungen von meiner jeweiligen Zustimmung abhängig. Bis zur Durchführung der Volksabstimmung ruht die Tätigkeit der Vereine und be­rufständischen Verbände, soweit es sich nicht um die Erfüllung von lebensnotwendigen Auf­gaben für den Staat und soziale Pflichten gegen­über den Mitgliedern handelt.

So sehr die große Anteilnahme des übrigen Reiches und insbesondere der poli­tischen Stellen im Reiche an der Heimkehr Deutsch- Oesterreichs zu begrüßen ist, so zwingt doch die Durchführung der Wahl zu einer ft r e n g e n Scheidung der Tätigkeit der aus dem Reiche kommenden Politischen Leiter und Führer der Glie­derungen und angeschlossenen Verbände der Partei. Ich verbiete diesen deshalb jede politische Tätig­keit in Oesterreich, soweit sie sich nicht im Besitz eines von mir ausgestellten Ausweises befinden. Alle sonstigen Ausweise sind ungültig.

Bürger und Kameraden der anderen Waffe wissen, daßihre" Flieger mit dabei finb.

Wir landen in Staaten. Hier sollen wei­tere Befehle folgen. Die Besatzungen sind voller Er­wartung, einsatzfreudig und tatendurstig. Wird es wahr werden, was kühne Jungem sagen? Wird diesem heißen Wunsch Erfüllung? Nach zwei lan­gen Stunden Befehl: Start nach Fürsten­feldbruck! 38 Ju 52 aus dem Bereich des Kom­mandos rollen nacheinander an den Start, rollen an, heben ab, steigen, schließen zu Ketten auf und gehen auf Kurs. Ein herrliches Bild! An Bord ist eine Kompanie der Wachtruppe

In Fürstenfeldbruck wird gelandet. Die Flug­zeuge werden betankt und abgestellt. Dies kann nicht das Ziel fein! Was nun? Der Gruppenkom­mandeur ist zur Besprechung. Nach Rückkehr wer­den wir in die Lage eingewiesen. Erneut flammen Hoffnung und Begeisterung auf: Startbereitschaft morgen 5 Uhr. Wir fliegen auf jeden Fall über die Grenze! Mit welchem Auftrag? Das allein ist nur noch die Frage. Aber das ist uns gleich. Wir wollen nach Oesterreich hinein fliegen!

Und wir sind geflogen! Strahlend blau ist der Himmel, als ihm am nächsten Morgen der erste Augenaufschlag gilt. Das verspricht glückhaften Tag. Sieghaft und voller Verheißung geht die Sonne auf. Wann steigt die Gruppe Kohlbach auf und fliegt ihr entgegen, sieghaft, zum deutschen Sieg in Oester­reich?! Da kommt der Befehl:Die Gruppe Kohl­bach fliegt direkten Kurs nach Wien und landet dort. Start 9.30 Uhr. Einzelflug. Flughöhe 300

Meter." Mit uns allen jauchzen fast gleichzeitig 114 Motore auf. Eine gewaltige Melodie, würdig der Größe unseres Erlebnisses. Wie in Staaken rollen wieder mit der Wachtruppe an Bord Flug­zeug auf Flugzeug an den Start und steigen gen Himmel. Eine unübersehbare Kette, etn stolzes Bild schlichter Schönheit und unbezwing­barer Kraft.

Kaum nehmen wir uns Zeit, dieses Bild in uns aufzunehmen. Vorwärts steht uns der Sinn. Die Zahlenden Augen suchen den Horizont ab, suchen ne Grenze. Die brave Ju52 kann nicht mithalten mit unserer vorwärtsdrängenden Sehnsucht. Der Inn taucht auf und dann Braunau, fiter, wo die Wiege des Mannes stand, dessen Befehl wir jetzt mit so heißem fierzen und begeisterter fiingabe ausführen, überfliegen mir bie Grenze. Es ist ein erhebendes Gefühl, gerade über diese Stadt einzufliegen. Es ist, als ob dort unten der Führer stünde und jeden prüfe, wie er feinen Befehl ausführt. Jeden von uns ergreift es in der tiefsten Tiefe der Seele. Man lieft es den Kameraden an den Augen ab: Er ist über diesen Ort und in dieser großen Stunde beim Führer. Er sagt ihm, daß er ihm bient mit seiner Ganzheit und daß es ihm höchstes Glück ist. Der Schwur den wir ihm geschworen, er ringt sich uns heiß und treu empfunden erneut wortlos von den Lippen!

Dann erst sucht unser Blick unter uns Oester­reich. Aus den Dörfern grüßen uns die Fahnen. Auf den Straßen sehen wir unsere Kame­raden der anderen Waffen in der uns vertrauten Gliederung im Vormarsch. In größeren Orten sind Menschengruppen, die zu uns hinaufwinken. Rechts vom Kurs ragen in kalter, weißer Pracht die Berge auf, und es ist, als ob auch sie uns grüßen, lieber den vielbe­sungenen Wiener Wald erreichen mir Wien. Von Süden her überfliegen mir in geringer fiöha die Stadt in ganzer Ausdehnung. Dann drehen mir zum Flughafen ab. Welch ein Bild! Fast der ganze große Platz ist mit Flugzeugen bedeckt. Nur eine schmale lange Bahn ist übrig und darauf landet gerade vor uns eine weitere Gruppe Ju52 und dann landen auch mir in Wien.

Auf dem Platz überall glückstrahlende Gesichter, denen die Begeisterung aus den Augen' leuchtet. Wir erleben das Aufziehen der Reichs­kriegsflagge vor dem Flughafengebäude und die Ankunft des Staatssekretärs General der Flieger Milch.

Es mar nur ein kleiner Auftakt, als wir ant Abend in die Stabt gehen, kennt der Jubel nir­gends Grenzen. Wie im Taumel feiert uns die Bevölkerung als Befreier. Alte Dtütter und junge Mädchen fallen unseren Soldaten um den fials; und küssen sie ab. Ueberall werden die deutschen Flieger auf den Schultern getragen und herum- gereicht. Wir finden niemand, der nicht begeistert ist. Ja, wir können niemand finden, von dem mir annehmen, daß er gezwungen und aus Berechnung mitmacht. Es ist eine spontane Freuden­kundgebung. Es mirb uns schließlich zu toll auf der Straße. Wir wollen Ruhe haben und be­treten ein Lokal. Noch ist die Tür nicht hinter uns zugeschlagen. Schon hallt uns dasfieil, deutsche Flieger!" entgegen. Die Leute springen von chren Stühlen auf, drängen an die Gänge, stehen auf Stühlen und Tischen, um uns zu sehen. Der Willkommenssturm nimmt kein Ende. Wir heben unseren Arm, zunächst zum Gruß, bann abwehrend. Wir lächeln und öffnen unseren Mund zum Gegengruß. Doch es ist ein vergebliches Be­mühen. So geht es allen und überall in Oesterreich. Ein unvergeßliches Erlebnis, teilzuhaben an der Freude und dem Jubel von Deutschen, die nach langen harten Jahren bie Vereinigung mit dem Reiche feiern.

Die Eingliederung der österreichischen Lustwaffe.

Wien, 16. März. (DNB.) Generalmajor Wolff begab sich mit dem Chef des Stabes, Oberstleutnant des Generalstabes Korten, zum österreichischen Luftkommando in der Elisabethstraße, um die Ein­gliederung der österreichischen Flieger in die deutsche Luftwaffe vorzunehmen. Generalmajor L o e h r ge­leitete sie in den Ehrensaal, wo Generalmajor Wolff als Kommandeur der deutschen Luftstreitkräfte in Oestererich bie österreichischen Flieger im Verbände ber großen deutschen Luftwaffe willkommen hieß.

Er bringe, so führte ber General weiter aus, den neuen Kameraden aus übervollem fierzen fein ganzes Können, feine ungeteilte Liebe entgegen, und ebenso freudig begrüße jeher Angehörige ber deut­schen Luftwaffe und darüber hinaus des ganzen deutschen Volkes die Eingliederung der österreichi­schen Flieger. Ihre Leistungen beim gestrigen Pa- rabeflug vor dem Führer seien mustergültig ge­wesen. Mit dem fiänbebruck, den er jetzt mit General-' major Loehr wechsele, vollziehe er symbolisch die - Aufnahme der bisherigen österreichischen Flieger in den dritten Wehrmachtsteil des Deutschen Reiches.

Freunde undHelfer des Bottes

Die Vereidigung der österreichischenPolizei.

Wien, 16. März. (DNB.) Der fielbenplaü war am Mittwoch Schauplatz der feierlichen Ver­eidigung der österreichischen Polizei- auf den Führer durch den Reichsführer ff und Chef ber deutschen Polizei. 6000 Mann des bisherigen Sicherheitswachkorps, das von jetzt ab bie Ord­nungspolizei barstellen wird, und 1500 Mann, bie ber deutschen Sicherheitspolizei entsprechen werden. An den Längsseiten des Platzes haben Ehrenforma- ' Honen ber reichsdeutschen Ordnungspolizei Auf­stellung genommen. In der Mitte des Platzes sieht man den Reichsstatthalter Dr. Seyß-Jnquart mit Mitgliedern ber Staatsregierung, Generaloberst von Bock, den Oberbefehlshaber der VIII. Armee, ben Reichsjustizminister Dr. Gärtner, Gauleiter Bürckel und den Lanbesleiter der NSDAP. Major Klausner. Der Reichsführer ff und Chef ber deutschen Polizei fiimmler schreitet die Front ab. Dann verliest ein Offizier der Orbnungspolizei die zehn Grundsätze, nach denen sich fialtung, Ge­sinnung und Aufgaben der deutschen Polizei zu richten haben. Das Lied der SchuststaffelWenn alle untreu werden" erklingt. Der Reichsführer ff nimmt das Wort: Ich erwarte von euch, so sagt er, für die Zukunft in erster Linie, daß ihr alles daran setzt, all das, was in ber Vergangenheit durch dienstlichen Befehl und durch den einen ober ande­ren, ber aus eigenem Antrieb so handelte, an Feindschaft zwischen Staat und Volk geschaffen wurde, vergessen zu machen. Wir sind auf eines stolz in Deutschland, daß wir heute Freunde und fielfer des Volkes geworden sind Ich bin überzeugt, daß ihr dieses Ziel in kürzester Zeit als deutsche Polizei des Landes Oesterreich eben­falls erreichen merbet