Ausgabe 
16.9.1938
 
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Der Nationalitätenstaat.

Eine Karte, die das Völkergemisch in der Tschecho-Slowakei veranschaulicht. (Scherl-M.)

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POLEN KARPATHO- RUMÄNEN _______ UKRAINER

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Schlagen Sie Venesch

Offener Brief

Mussolinis an Lord

Mailand, 15 Sept. (DNB.) Mussolini ver­öffentlicht imPopolo d'Italia" unter der Über­schriftBrief an Runciman" folgenden Ar­tikel:

Als Sie vor einigen Wochen London verließen, um sich nach Prag zu begeben, hatte die Welt keine klare Vorstellung davon, weshalb, in welcher Eigenschaft und mit welchen Verantwortlichkeiten Sie dorthin gingen. War Ihre Mission offiziell? War sie nicht offiziell? Alles dies blieb wie in einer Art Londoner Nebel verhüllt. Bestand Ihre Auf­gabe nur in der Vermittlung, oder sollten Sie in einem gewissen Augenblick als Schiedsrichter auf­treten? Jedenfalls stiegen Sie in Prag mit einem Stabe von Mitarbeitern ab, und auf Sie konzen­trierte sich die Aufmerksamkeit der ganzen Welt.

Alle mußten den Eifer bewundern, mit dem Sie sich der beschwerlichen Mühe unterzogen. Sie wer­den in diesen Wochen Dutzende von Denkschriften und Hunderte von Briefen gelesen, Dutzende von Personen empfangen und mit den Führern aller Nationalitäten verhandelt haben, denn es besteht nicht nur ein Problem der Sudetendeutschen, son­dern auch eines der Ungarn, eines der Polen, eines der Slowaken: So viele Probleme als es Nationali­täten gibt, mit denen in Versailles die Republik Beneschsinflationiert" wurde.

Ich glaube, daß Sie in Ihrem Innern bereits zu folgendem Schluß gekommen sind:

So wie es keine tschechoslowakische Kation gibt, so besieht auch kein tschecho-slowa- kischer Staat. Sie, Herr Runciman, sind nicht in eine Familie geraten, in der ein Min­destmaß von Herzlichkeit und Verständnis wie unter Individuen des gleichen Blutes herrscht. Ttein. DieKomponenten" der tschecho-flowaki- schen Familie bestehen aus verschiedenen R a s f e st ä m rwe n, die sich nicht aus- si e h e n können. Sie sind nicht von einer zum Mittelpunkt zustrebenden, sondern von ihm w e g f l i e h e n d e n Kraft beseelt. Hur der Zwang hält sie zusammen. Menn dieser Zwang aufhören würde, wäre das Phänomen des Auseinanderfallens der Tschecho­slowakei unvermeidlich und unauf­haltsam.

In Versailles hätte man ein Böhmen historische Bezeichnung mit etiter einheitlichen tschecho-slowakischen Bevölkerung schaffen sollen. Man wollte indessen eine TschechoiLlowa- kei eine Einheit, die Einheit, die niemals existierte, aufblähen und man schuf einen k ü n st l i ch e n Staat, der seit der Entstehung die Elemente'seiner Schwäche und seiner Auflösung in sich trug.

Ich glaube, Herr Runciman, daß Sie diese Lage in dem Zustand vorgefunden haben, den. ich geschil­dert habe. Und vielleicht haben Sie sich gefragt, was da zu tun bleibe. (Man hat in der Tat davon gesprochen, daß Sie nach London zurück­kehren würden.) Nein. Nach der Rede Hitlers kommt für Sie, Herr Runciman, das Schöne. Sie können etwas tun und etwas vollbringen, was in die Ge­schichte eingehen wird. Die Zeit der ^Kom­promisse ist vorbei. Karlsbad ist überlebt. Bene sch als alter Parlamentarier hat das Rennen verloren. Sie, Herr Runciman, müssen Herrn Benesch einfach die Volksab­stimmung Vorschlägen, nicht nur für die Sudeten­deutschen, sondern für alle Nationalitäten, die eine solche fordern werden.

Volksabstimmung vor!"

Runciman.

Wird Venefch die Abstimmung zurückweisen? Dann könnten Sie ihn wissen lassen, daß es sich England siebenmal siebenfach überlegen wird, ehe es ohne weiteres in einen Krieg hinein­geht, um einen auch in seiner geographischen Form fiktiven und monströsen Staat aufrechtzuerhalten, der so oft als Krokodilstaat oder als Staat in Form eines Darmes bezeich­net wurde. Wenn London sagt, daß es fest bleibe, dann wird sich keiner rühren, auch wenn die freimaurerischen Größen des Großen Orients alles eingefädelt haben. Das Spiel ist wirklich den Einsatz nicht wert.

Wenn Hitler verlangen würde, 3Ve Millionen Tschechen zu annektieren, dann hätte Europa recht, sich zu erregen und sich in Bewegung zu setzen. Aber Hitler denkt nicht daran. Der diesen Brie schreibt, ist in der Lage, Ihnen vertraulich zu sagen, daß es Hitler höflich, aber entschieden ablehnen würde, wenn ihm 3*/2 Millionen Tschechen als Geschenk angeboten würden. Der Führer be­schäftigt und sorgt sich nur um 3V2 Millionen Deutsche' und nur um s i e. Niemand kann ihm ein.solches Recht streitig machen; niemand kann sich der Erfüllung einer solchen Pflicht widersetzen, am wenigsten wir Italiener, die wir Präzedenzfälle in der Materie besitzen.

Mut, Mister Runciman, schlagen Sie die Volks- a b st i m m u n g , besser Volksabstimmungen vor. Es ist eine prächtige und delikate Aufgabe. Es gibt kompakte Gebiete, wo die Abstimmung die reine und einfache Angliederung an die Brudervölker bedeu­ten wird. Es gibt dagegen Gebiete, wo die Stämme untereinander schrecklich vermischt sind und so eine scharfe Trennungslinie unmög­lich ist. Hier könnte ein Regime der sogenannten paritätischen Kantonisierung oder etwas ähnliches in Kraft treten, was unter anderem der demokratischen Tradition entsprechen würde. Nach­dem die Abstimmungszonen festgelegt sind, würden nur noch der Zeitpunkt, die Modalitäten und die Kontrolle zu bestimmen sein, die einen internationalen Charakter tragen könn­ten, wie es bereits mit zufriede,nstellenden Ergeb­nissen bei der Saarabstimmung der Fall war.

Ich habe den Eindruck, Mr. Runciman, daß Sie dieser Brief interessieren wird. Wenn die Angelegen­heit erledigt ist, gäbe es eine weitere vereinfachende Veränderung in der Landkarte Europas und die Beseitigung eines Herdes der Unord- nung und der Unruhe. Ein auf friedliche Weisedeflationiertes" Prag wäre stärker und siche­rer und könnte ungehinderter seinen Weg gehen, weil es nicht mehr mit dem Bleigewicht der feindlich gesinnten Nationalitäten belastet wäre.

Während es für Italien praktisch unmöglich ist, heute eine Freundschaftspolitik mit der gegenwär­tigen Tschecho-Slowakei zu betreiben, wäre dies mit dem Böhmen von morgen der Fall.

So würde die neue politisch-territoriale Lage einen neuen Ausgleich und neue Möglichkeiten schaffen, und vor allem bliebe Europa ein Krieg erspart. Millionen von Menschen sind der Ansicht, daß diese Ersparnis unumgänglich notwen­dig ist. Mit Tinte gezogene Grenzen können mit anderer Tinte abgeändert wer­den. Etwas anderes ist es, wenn die Grenzen von der Hand Gottes oder durch das Blut der Menschen gezogen würden.

Jagd aus su-eiendeutsche Wehrpflichtige

Erschütternde ^lüchtlingsberichte über die Freveltaten des tschechischen Mobs.

Chemnitz, 15. Sept. (DNB.) DieChemnitzer Tageszeitung" berichtet aus Ehrenfriedersdorf, wo Über 1000 Flüchtlinge aus Sudetendeutschland em- getroffen sind: Die Stadthalle in Ehrenfriedersdorf, in der ein Arbeitsdienstlager von 48 Arbeitsmcnden untergebracht war, dient nun als Durchgangs­lager für unsere sudetendeutschen Brüder, die vor der zügellosen tschechischen Willkür über die Grenze geflohen sind Im Laufe des Tages sind rund 1000 Flüchtlinge im Lager Ehrenfrieders­dorf registriert und verpflegt worden In langen Kolonnen kamen sie unter Führung von Amtswal­tern der NSV von Annaberg Buchholz und den umliegenden Ortschaften anmarschiert. Sudeten­deutsche Marschlieder ertönten, denn es ist wie em großes Aufatmen durch die Männer ' gegangen, seit sie sich bei ihren deutschen Volksgenossen in Sicherheit wissen und nicht mehr den Kugeln der tschechischen Mörderbande ausgesetzt, sind

In den meisten Fällen handelt es sich dei den Flüchtlingen um Sudetendeutsche mili­tärpflichtigen Alters Sie zeigten uns tschechische Einberufungsbefehle, in denen es heißt, daß sie sich binnen einer Stunde zu stel- l e n haben.Wir dachten gar nicht daran, für die Tschechen die Knarre in die Hand zu neh­men und etwa auf unsere deutschen Brüder zu schießen. Lieber haben wir zu Hause alles stehen und liegen gelassen und sind über die Grenze. Es war

höchste Zeit, denn wer nicht schnell genug machte, daß er wegkam, den haben die Tschechen geholt."

Roch in der Rächt tauchten in fast allen Dörfern plötzlich Militärkraftwagen und Pan­zerwagen auf, die den Gemeindevorstehern ganze Pakete von Gestellungs­befehlen überbrachten mit der Weisung, diese sofort mitten in der Rächt zuzu­stellen. UeberaU wurden die sudetendeutschen Volksgenossen aus den Betten geholt und ihnen die außerordentlich kurz befristeten Gestellungsbefehle übergeben Bemerkenswert war, daß diese als Gestellungsort Josefs- ftadl angaben, wo das bei allen Subefen- deutschen berüchtigte Infanterieregiment 48 liegt, das mehrere Strafkompanien für Sn- detendeutsche hat.

Rigoros verfuhren die Tschechen mit den sudeten- deutschen Aerzten. Diese wurden in Braunau am Mittwochfrüh von der Gendarmerie mit auf- gepflanztem Bajonett aus den Sprech, zimmern geholt und mit Militärautos unter schärfster Bewachung in ihre Gestellungsorte ge­bracht. Nicht einmaf ihre gerade laufende BeharG- lung durften sie zu Ende führen

Im Flüchtlingslager Alt-Kaemnitz bei Hirschberg trafen zahlreiche Flüchllinge aus Gablonz, Georgen-

15. 7.1938.

KM

Das ist das Geheimnis derAstra": ihre genußschenkende und doch leichte Eigenart ist eben natürlich gewachsen und nicht chemisch erzielt. So aromatisch und natürlich leicht sind meist die feinsten Tabakblätter aber trotzdem ist nicht jedes feine Blatt auch gleich für dieAstra" geeignet. Hier kommt es auf die Meisterschaft der Tabakauswahl und Mischkunst an, die auf der ganzen Welt nur noch im Hause Kyriazi schon in der dritten Generation als Familienüber­lieferung lebt. Sie sorgt dafür, daß dieAstra", unabhängig von verschiedenen Ernten und Jahr­gängen, immer die gleiche bleibt.

Erika Mattison

Sekretärin

8. Zt. Libau, Ulichstr. 46, Lettland

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Immer die gleiche: Reich an Aromabesonders leicht!

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Bis nach Lettland hat mich, diesmal meine Urlaubsreise ge* führt. 18 Stunden war ich unterwegs auf dieser langen Bahnfahrt habe ich immer wieder zu der köstlichenAstra gegriffen. Gerade hier, wo ich mit Ruhe und Genuß rauchen* konnte, habe ich gemerkt, wie anregend das volle, reiche Aroma derAstra ist und welch wunderbare Entspannung diese Cigarette dank ihrer natürlichen Leichtigkeit schenkt.

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Ml T UND OHNE MUNDSTUCK

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