Ausgabe 
16.7.1938
 
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Weiterhin undurchsichtige Lage in Prag

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des

Schiedsmänner Deutschlands'

Erlasses des Führers vom

gehender Aussprache Friedensrichter und ins Leben gerufen.

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der Gudetendeutschen.

Systematisch betriebene Verarmung der sudetendeutschen Wirtschaft.

Pr-aa, 15. Juli. (Europapreß.) Der Leiter

Salamanca, 16. Juli. (Europapreß.) Der Heeresbericht des nationalen Hauptquartiers vom Freitag meldet u. a.: Im Abschnitt von Sarrion und im Abschnitt von Manzanera dauert der nationale Vormarsch in einer Breite von mehreren Kilometern an. Die nationalen Truppen haben den Albentosa-Fluß im Norden von Mas de Albentosa überschritten und rücken bis zu einem Punkte vor, wo sie die Straße nach Mora de Rubielos beherrschen. Unmittelbar vor dem Dorfe Albentosa nahmen die nationalen Truppen Füh­lung mit dem Gegner. Außerdem wurden von den nationalen Truppen wichtige Stellungen im Süden und im Osten von Manzanera erobert. Die Truppen General Varelas wurden hier in heftige Kämpfe verwickelt, doch gelang es ihnen in dem unwegsamen Gebirgsgelände süd­lich und westlich dieses Ortes feindliche Stellungen zu erobern. Dabei machten sie über tausend Gefan­gene und erbeuteten zahlreiches Kriegsmaterial.

Die Frontberichterstatter Pariser Blätter, die den Operationen aus nationalspanischer Seite folgen, bezeichnen die ^Offensive, die am 13. Juli einsetzte, als die größte seit der Schlacht am Ebro vom März und April dieses Jahres. Die Legio­näre haben an dieser Offensive zum ersten Male seit den Kämpfen bei Tortosa wieder teilgenommen. Der Einnahme von Sarrion am Mittwoch gin­gen schwere Kämpfe voraus. Zweimal waren die nationalspanischen Tanks bereits in den Ort ein­gedrungen, mußten ihn jedoch wieder verlassen, da erst die schweren Sowjettanks, die in großer Zahl südlich von Sarrion aufgetaucht waren, durch

gerbund zu einem alle ausgeschiedenen Soldaten der drei Wehrmachtteile umfassenden Bund ausgebaut werden soll, ist nunmehr auch die Ueberführung des Luftwaffenvundes in den NS.-Reichskriegerbund in die Wege geleitet worden. Durch eine Verfügung des Reichskrieger­führers an die Landesgebietsführer sind die Richt­linien für die Aufnahme aller Wehrpflichtigen des Beurlaubtenstandes der Luftwaffe festgelegt worden.

Der Fr« sportwettkall

schrecken, diese Verantwortung vor der in- und ländischen Oesfentlichkeit s e st z u st e l l e n.

Neue (Srenzverlehung durch tschechische Elieser.

keit des Ministerpräsidenten auf nächste Woche verlegt. Am Montag wird der politische Mini- sterausschuß neuerlich zusammentreten unter Teil­nahme des Staatspräsidenten Dr. B e n e s ch. Die­ser Beratung wird hinsichtlich der Begrenzung des Umfanges der künftigen 'Reformen und der öffent­lichen Verwaltung Bedeutung beigemessen.

Wachsende Wirtschastsnot

Linz, 15. Juli. lDNB.) Ueber der Ortschaft Sonnwald etwa 15 Kilometer von der Bahnstation Aigen-Schlägel im Mühlviertel, ist ein tschechi­sches Flugzeug über die deutsche Grenze geflogen und etwa einen Kilometer auf deutschem Gebiet gekreist, um dann wieder über die deutsche Grenze nach der Tschecho-Slowakei zurückzukehren. Ein Verfliegen scheint ausgeschlossen, da an der Stelle der Grenz­bach auf weite Entfernung das Erkennen der Grenze ermöglicht.

Türkische Kriegsschiffsbestellungen in England.

Ankara, 15. Juli. (Europapreß.) Die Türkei steht im Begriff, mit englischen Krediten ihre Kriegsmarine zu verstärken. Der Staatssekretär im türkischen Kriegsmarineministe­rium hat in Begleitung von Marinesachverstandigen die Reise nach London angetreten, um m England Bestellungen auf Kriegsschiffe aufzugeben. Die Tür­kei beabsichtigt, einen leichten Kreuzer, verschiedene Zerstörer und Kanonenboote zu bestellen. Als Grund­lage soll der Kredit von sechs Millionen.englischen Pfund (75 Millionen Mark) dienen, den England der Türkei auf Grund des Londoner Vertrages vom 27. Mai gewährt hat.

Eine englische Fünf-Mittionen-Pfund- Anleihe für Polen.

Warschau, 15. Juli. (Europapreß.) Die pol­nische Presse berichtet, daß Polen eine englische Anleihe von fünf Millionen Pfund (rund 60 Mil­lionen Reichsmark) erhalten werde. Die Anleihe soll Verwendung finden, um die Eisenbahnlinie Krakau Zagopane auf elektrischen Betrieb umzustellen. Ferner ist der Bau von Stark st ronilinien von den Karpathen nach Mittel- und Ostpolen in Aussicht genommen. Die Begebung der Anleihe wird erst im Herbst erfolgen, da die technischen Unterlagen, die von einer Gruppe englischer Ingenieure in Polen gesammelt wurden, erst in London einer Prüfung unterzogen werden.

Oie nationalspanische Offensive

Schwere Kampfe um Albentosa.

ruhe und Mißtrauen zu verbreiten, werde nicht bestritten werden können. .

Als geradezu verbrecherisch bezeichnet der Bericht daher jene Versuche, die durch verleumderische Zei­tungsmeldungen weitere Unruhe im In- und Ausland Hervorrufen wollten. Während das ver­armte Sudetendeutschtum einen Kampf um Arbeit und Brot führe, wollten tschechische und marxistische Kreise der Oesfentlichkeit einreden, daß die Sudeten­deutsche Partei einen Generalstreik vorbereite. In die Reihe dieser Versuche trete weiter die tschechische Boykottaktion gegen sudetendeutsche Waren, die sich von Tag zu Tag verschärfe. Jeder Tag bringe neue Flugzettel gegen sudetendeutsche Markt­artikel. Während sich in Prag ein marxistischer Aus­schuß gegen den angeblichen Henlein-Terror konsti­tuiere, verlören im sudetendeutjchen Gebiet in im­mer größerem Umfang völkische Arbeiter ihre Ar­beitsplätze bei nichtdeutschen Arbeitgebern. Die Regierung lasse die Betriebsverlegung zahlreicher Fabriken aus dem sudetendeutschen in das tschechische Gebiet zu. Kapitalent­zug und Kreditsperre, sowie die Erhebung freiwilliger" Spenden für den Landesverteidigungs­fonds und für die nationale Flugsammlung unter Androhung von Gegenmaßnahmen vervollständigten das Bild einer bewußt betriebenen Verarmung des sudetendeutschen Gebietes.

Die Sudetendeutsche Partei sehe es in ihrem Kampf um die Sicherung der Eristenz der sudeten­deutschen Volksgruppe als ihre Pflicht an, die zu­ständigen Stellen für diese Entwicklung verant­wortlich zu machen, sie werde nicht davor zurück-

Auf Grund des _ ,

8'. April 1938, nach dem der N S. - R e i ch s k r i e -

fchlofsenen Reichsverband statt. Nach ein­wurde derReichsverband der

stungsindustrie zu einem Ausgleich beige­tragen. Im großen und ganzen bestehe kein Anlaß zu düsteren Prophezeiungen. Englands materiellen ' geistigen Reserven seien noch immer sehr groß, die Geschichte habe gezeigt, daß England sich

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Neue jüdische Gewalttat in Jerusalem.

12 Araber durch Bombenwurf getötet.

Jerusalem, 15. Juli. (DNB.) In der Jerusa­lemer Altstadt ereignete sich ein neuer schwerer Zwischenfall. Als die Mohammedaner nach Beendi­gung der Freitagsgebete die Omar-Moschee ver­ließen, warfen jüdische Verbrecher auf dem Gemuse- markt eine Bombe in di e Menge. Die Wir­kung war furchtbar. Z w ö l f A r a b e r würben g e - t ö t e t unb und 15 verwundet, davon sieben schwer. Zwei Jüdinnen sind unter dringendem Tat­verdacht verhaftet worden. Für Jerusalem ist ab 18 Uhr ein Ausgehverbot erlassen worden. Auch aus Safed werden neue Zwischenfälle ge­meldet wobei es Tote und Verwundete gab. Ferner werden neue Fälle von B randst i f tu n g e n ge­meldet.

und die Geschichte habe gezeigt, baß irngianu jiu; immer wieber durch alle Schwierigkeiten hinDurch- inde. Werin es aber England und der Welt nicht gelinge, Mittel und Wege zu finden, um Dem un- innigen We11rüsten und der sich daraus er­gebenden Belastung ein Ende zu machen dann ginge die jüngste Generation Englands einer Zu kunst entgegen, die ihn schaudern mache.

Amtes für Industrie- und Wirtschaftsorganisation der Sudetendeutschen Partei, Abgeordneter Inge­nieur Richter, erstattete dem Politischen Aus­schuß der Partei Bericht über die wirtschaftspoli­tische Entwicklung der letzten Zeit. Aus seinen Dar- leaungen geht hervor, baß bie Probuktionsverhält- nisse in der sudetendelltschen Industrie sich immer weiter verschlechtern. Eine genaue Analyse der Arbeitslosenziffern ergebe, daß in den Gebieten mit mehr als 80 v. H. sudetendeutscher Bevölkerung die Verhältniszahl der Arbeitslosigkeit etwa 5,4 = mal höher sei als im tschechischen Gebiet. Diese Ziffer findet ihre Bestätigung in der bedeutenden Schrumpfung des Außenhandels und vor allem in dem Rückgang der Fertig­warenausfuhr. Der wirtschaftliche Aufbau des Staates bringe es mit sich, daß gerade dieser Rück­gang das su beten deutsche Gebiet treffe. Die Notlage wäre noch katastrophaler, wenn nicht Tausende sudetendeutscher Arbeiter im Reich als Grenzgänger und Auswanderer Arbeit und Brot gefunden hätten. Die Konjunktur des Vorjahres sei als Scheinkonjunktur zusammengebrochen. Das Fehlen wirksamer Exportförderung und die bewußte Vernachlässigung des Deutschland-Geschäftes seien für den Rück­schlag verantwortlich zu machen. Daß auch die außerordentlichen militärischen Maßnah­men von Ende Mai dazu beigetragen hätten, Un-

SMe Sühne.

Prag, 16. Juki. (Europapreß.) Vor dem Prager Kreis-Strafgericht fand die Verhandlung gegen die Personen- statt, die am 19. April gegen die Wohnung des Gesandtschaftsrats der deut­schen Gesandtschaft in Prag, Hencke, Steine ge­worfen hatten, weil sie im Innern der Wohnung eine Hakenkreuzflaggs erblickt hatten. Der Arbeiter S k r a n c, der von dem Kraftwagenführer des Gesandtschaftsrates darauf aufmerksam gemacht worden war, daß es sich um die Woh­nung eines Diplomaten handele, und der dennoch mit Gewalt in den Garten des Hauses ein-

fratien mit dem Bolschewismus zugedacht hat. Wenn der französische Ministerpräsident D a l a - ' hier eben erst den deutschen Friedenswillen an­erkannt und sein festes Vertrauen in das Zusam­menwirken aller für Erhaltung des Friedens gesetzt hat, so ist Pflicht der für die Politik ihres Landes verantwortlichen Staatsmänner, die Fronde der Kriegstreiber zur Ordnung zu rufen, deren dem­agogisches Geschrei die Beziehungen der Völker nicht zur Ruhe kommen läßt. Der Prager Regie­rung aber kann man nur raten, nicht zu versuchen, mit halben Maßnahmen der Welt Sand in die Augen zu ftreuen und eine ernsthafte und aufrich­tige Lösung des sudetendeutschen Problems zu ver­schleppen, ohne die der tschecho-slowakische Krisen­herd nicht beseitigt werden kann. Dr. Fr. W. Lange.

Englands Wirtschaftslage.

Der Schatzkanzler zur Annahme des Staatshaushalts für 1937/38.

London, 15. Juli. (Europapreß.) Nach nahezu achtryöchiger Aussprache wurde der Staatshaushalt für 1937/38 vom Unterhaus angenommen. Schatz­kanzler Sir John Simon erklärte, seit Vorlage des Haushalts im April habe sich die in ter- nationale Wirtschaftslage verschlecht tert. Man dürfe jedoch diese Verschlechterung nicht übertreiben. Sir John Simon glaubte feskstetten zu müssen, die autarkischen Besttebungen gewisser Großmächte sowie die internationale politische Lage seien nicht geeignet, eine Besserung der internatio­nalen Handelsbeziehungen herbeizuführen. Ander­seits könne er phne Schönfärberei feststellen, daß die Entwicklung in den großen Rohstoff erzeugenden Ländern heute sehr viel günstiger sei als vor 1931, und wenn auch zugegeben sei, daß in den ber­einigten Staaten ein Rückschlag eingetreten sei, so sei auch dort die Lage sehr viel günstiger als vor sieben Jahren. Das gleiche gelte für England, das heute nicht mehr im gleichen Maße mit den Zu- fälligkeiten des Außenhandels rechnen müsse wie vor der großen Krise. Abgesehen von der Schutz­zollgesetzgebung habe auchbie heimische-

Prag, 16. Juli. (Europapreß.) Die Prager Regierung und die von ihr bestellten Ausschüsse haben den ganzen Freitag hindurch Beratungen abgehalten. Wie am Donnerstag, so sind auch die für Freitag vorgesehenen Besprechungen mit den Volksgruppen abgesagt worden. Die innerpoli- ttsche Lage bleibt also weiterhin völlig un- d u r/ch s i ch t i g. Der Bericht über die Sitzung des Ministerrates enchält zwar eine lange Liste von Beschlüssen, die die Regierung gefaßt hat, doch be­treffen diese durchweg nur Derwaltungsangelegen- heiten. Don Belang ist nur der Beschluß, wonach die Regierung der Nationalversammlung einen Ge­setzentwurf vorlegen will, der ihr die Ermächtigung geben soll, das staatliche Eisen- und Stahlwerk in Podrezooa und einige Gruben zu verkaufen.

Wie am Tage zuvor die Aussprache mit den magyarischen Vertretern so wurde am Frei­tag auch die Vorsprache der polnischen Vertre­ter beim Ministerpräsidenten wegen Unabkömmlich-

Am Donnerstag ist ein Geschwader der schwe­dischen Kriegsmarine zu mehrtägigem Be­such in verschiedenen finnischen Häfen cinge- laufen. Im Hafen von Helsinki sind acht Flotten­einheiten, darunter die PanzerkreuzerGustav V.N undDrottning Viktoria", vor Anker gegangen. Gleichzeitig gingen zwölf schwedische Marineflug­zeuge im Militär-Wasserflughafen von Helsinki nie­der. Hangö roirb, von sieben, Ekenäs von acht Torpedo- und U-Booten besucht.

die Artillerie vernichtet werden mußten. Die sowjet- spanischen Gegenangriffe hielten während der ganzen folgenden Nacht und am Donnerstagvormit­tag an.

In zwölf Kilometer Tiefe war von den Sowjet­spaniern jede Anhöhe und jeder Hügel zu einer kleinen Festung ausgebaut worden. Im ganzen wurden mehr als 70 Kasematten und betonierte Blockhäuser in den Gebieten rund um Sarrion ge­zählt. Die Legionäre brauchten drei Tage für ihre Eroberungen. Alle Anstrengungen der Sowjetspa­nier, die Straße nach Mora de Rubielos freizuhalten, scheiterten. Die Eroberung des zu einer mächtigen Festung ausgebauten Klosters von San Cristobal in einem alpinen Gelände stellte enorme Anforderungen an die Legionäre, die in vielen Fällen auf schmalen Gebirgspfaden im Gänse­marsch vorrücken mußten. Da die schwere Artillerie gegen San Cristobal in diesem Gelände nicht ein­gesetzt werden konnte, mußte diese Aufgabe Infan­terie- und Tankabwehrgeschützen überlassen werden, die die Festung mit einem Hagel von Geschossen eindeckten. Das letzte Wort sprach die Infanterie in Handgranatenkämpfen und schließlich wurden die überlebenden sowjetspqnischen Milizen zum Rückzug auf Albentosa gezwungen. In der Frühe des Freitags versuchte die sowjetspanische Führung nördlich von Albentosa Verstärkungen mit zehn Tanks zu konzentrieren. Nationale Artillerie zer- stteute sie. Ilm 9 Uhr wurde der Bahnhof von Al­bentosa besetzt, und kurz darauf wurde der Alben- tosa-Fluß auf zwei Brücken überschritten.

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sind also die Hoffnungen, die man auf den eng­lischen Plan für eine Isolierung der spanischen Frage gesetzt hat, nidjt allzu rosig, und die Gefahr ist noch keineswegs gebannt, daß der Barcelona- Ausschuß und seine Hintermänner in Paris und Moskau, je mehr sie ihre Felle fortschwimmen sehen, vor nichts zurückschrecken werden, um einen allgemeinen Konflikt zu provozieren, von dem sie sich für ihre immer aussichtsloser werdende Sache noch einmal eine Atempause versprechen können. Hierin liegt eine Gefahr, die allen um die Erhal­tung des europäischen Friedens ernsthaft besorgten Staatsmännern die Pflicht auferlegt, alle inner­politischen Rücksichten fallen zu lassen und gegen Demagogen und Kriegshetzer in einer Front des guten Willens zusammenzustehen.

Das ist um so dringender notwendig, als es um den zweiten europäischen Krisenherd, die Tsche- cho-Slorbakei, keineswegs besser bestellt ist. Die Verhandlungen über das Nationalitätenstatut, von dem die tschechische Regierung wenigstens sich eine.innere Befriedung des Landes verspricht, haben bisher keinerlei sachlichen Fortschritte gezeigt. Daß Ministerpräsident Hodza, der mit einem kleinen Gremium von Ministerkollegen bisher die Aus­sprache mit den Vertretern der, Sudetendeutschen Partei geführt hat, nun anscheinend, bevor die Sudetendeutschen irgendwie festumrissene Vor­schläge zu sehen bekommen haben und dazu oiel= lung nehmen konnten, einen Ausschuß der tschechi­schen Regierungsparteien mit der Frage besaßt hat. deutet auf die Absicht hin, die Sudetendeutschen vor vollendete Tatsachen zu stellen. Ohne sich vorher, wie Hodza es feierlich versprochen hatte, mit Den Sudetendeutschen und den anderen kleineren Volks­gruppen über das Nationalitätenstatut ausein- anderzusetzen und ihre Forderungen zu berücksich­tigen, will die Regierung anscheinend die ganze Nationalitätenfrage auf den parlamentarischen Karren laden und das Statut erst zwischen Den Regierungsparteien aushandeln lassen. Was dabei dann herauskommt, dürfte zwar nicht mehr den Namen eines Nationalitätenftatuts verdienen, wird aber um so eher die Zustimmung der tschechischen Chauvinisten finden, die man zusammen mit Den Kommunisten für verfassungsändernde Gesetze zur Komplettierung der dafür erforderlichen Dreisunftel- mehrheit braucht, da die Sudetendeutschen und die andern Volksgruppen ja gewiß nicht für Gesetze stimmen werden, die formuliert worden sind, ohne daß ihre Forderungen berücksichtigt worden wären, ja ohne daß sie überhaupt abschließend gehört sind.

Der tschecho-slowakische Außenminister K r o f t a hat in einer französischen Zeitung den Schleier des Geheimnisses, mit Dem die Regierung ihre Plane für das schon fast sagenhaft gewordene Nationali­tätenstatut umhüllt, an einem Zipfel gelüftet. Er hat wie sein Kollege Hodza wieder viel vom demo­kratischen Geist der tschechischen Verfassung ge­schwärmt, von dem die Sudetendeutschen bisher leider nichts gespürt haben als Vergewaltigung uftd Terror, aber er hat auch im gleichen Atemzug die engen Grenzen gezogen, an die man sich in Prag zu halten gedenkt, wenn schon auf Druck von Frankreich und England hin (Krofta nennt es sehr hübschErmutigung") Konzessionen gemacht wer­den müssen. Jede territoriale Autonomie hält Herr Krofta für undurchführbar. Es soll lediglich die lokale, kommunale," distriktmäßige und landschaft­liche Selbstverwaltung verstärkt werden, und vazu will man die alten historischen Landschaften der habsburgischen Monarchie, also Böhmen, Mähren und das ehemals österreichische Schlesien, wieder- erwecken und jede dieser Landschaften mit einem Landtag beglücken, in dem Dann dank dieses über­aus .geschickten Schachzuges, der nach Autonomie aussieht, aber keine ist, jeweils eine tschechische Mehrheit sicher ist, die die Sudetendeutschen nach Herzenslust weiter vergewaltigen kann.

So sieht also der saubere Plan der tschecho-slo- wakischen Regierung bei Licht besehen aus. Mit solcher Schaumschlägerei werden sich die Sudeten­deutschen nicht abspeisen lassen, und auch einer inneren Befriedung der tschecho-slowakischen Repu­blik wäre man um keinen Schritt nähergekommen. Wollte Die Prager Regierung sich mit solchen Aus­flüchten begnügen, Die Herr Krofta sehr euphemistisch wesentliche Zugeständnisse" nennt, so würde sie nur die Geschäfte derer betreiben, Die in dem gegen­wärtigen Zustand der Tschecho-Slowakei den euro­päischen Krisenherd zu erhalten wünschen und einen deutsch-tschechischen Ausgleich geradezu fürchten, weil die Republik ein wesentlicher Stein in ihren kriegerischen Plänen gegen Deutschland' ist. Der Aufsatz des ehemaligen französischen Luftfahrt­ministers Pierre Cot imNews Chronicle", dessen verbrecherische Tendenz wir bereits gestern hier eindeutig charakterisierten, zeigt ganz klar, welche Rolle man der Tschecho-Slowakei in der Ein­kreisung Deutschlands durch oas Bündnis Der Demo-

gedrungen war und die ganze Aktton angeführt Satte, ämrite zu zehn Monaten schweren Kerkers ohne Bewahrungssrist Derurtellt. (Ein weiterer erhielt sechs Monate schweren Kerkers, ebenfalls ohne Bewährungsfrist. Der in der Nach, barschaft des Gesandtschaftsrates wohnende Inge, nieur S. dessen voller Name nicht veröffentlicht wird, und seine Tochter Olga, die die Arbeiter auf die Hakenkreuzflagge a u f m e r k s a m gern a cht und sie auf gefordert hatten, sich dieseHer­ausforderung" nicht gefallen zu lassen, wurden zu e vier Monaten Gefängnis mit Bewah- -ungsfrist verurteilt. Die übrigen Angekllagten mür­ben freigefprochen.

Theorie und Praxis.

Roosevelt und die Abrüstungsfrage.

San Franzisko, 15. Juli. (Europapreß.) Präsident Roosevelt ist bei seinem Eintreffen i n San Franzisko von einer großen Menschen­menge begrüßt worden. Als Der Wagenzug Die neue Brücke über das Goldene Tor passierte, feuerten Die 64 in Der Bucht von San Franzisko vor Anker liegenden Kriegsschiffe Salut. Präsident Roosevelt begab sich Dann an Bord des Kreuzers .^Houston , um eine Parade der Kriegsschiffe abzunehmen. Der Präsident erklärte, bie Vereinigten Staaten seien bereit, bie anderen Großmächte in allen Anstren­gungen zu ermutigen, bie zu einer endgültigen Her­absetzung ber Rüstungen führen könnten. Das Jahr 1939 könne Die Anwendung bestimmter Maßnahmen bringen, bie zu einem dauerhaften Weltfrieden führen würden. Darüber würde sich niemand mehr freuen als Die Amerikaner. Die ame­rikanische Kriegsmarine stelle nicht lediglich ein Symbol dar, sondern eine potentielle Macht, bie zur Verteidigung Der Vereinigten Staaten be­reit sei. Präsident Roosevelt trat von San Franzisko die Weiterreise nach Los Angeles an.

Amerikanische 45000 Tonnen- Schlachtsch ffe in Vorbereitung.

Washington, 15. Juli. (DNB.) Ds Marine- minifterium forderte einige Prioatwerften auf, bis zum 5. Oktober Bauangebote für drei 35 000 -Tonnen-Sch lacht schiffe einzurei- chen. Ein viertes Schlachtschiff wird von der Re- gierungswerft gebaut werden. Diese vier Schiffe werden Schwesterschiffe der auf Der Regierungswerft bereits im Bau befindlichen SchlachtschiffeWa­shington" undN o r t h Carolin a" sein. Im Marineamt werden die Pläne für 45000-Ton« nen-Schlacht schiffe ausgearbeitet, die unge­fähr in einem Jahr fertiggestellt sein dürften. Präsi­dent Roosevelt war vorn Kongreß ermächtigt wor­ben, die 35 0l)0-Tonnen-Grenze nötigenfalls zu überschreiten.

Deutschland und Mandschukuo.

Berlin, 15. Juli. (DNB.) Anläßlich des In­krafttretens des am 12. Mai b. I. unterzeichne- ten deutsch-mandschurischen Freund­schaftsvertrages hat Seine Majestät der Kaiser von Mandschukuo ein Telegramm an den Führer und Reichskanzler gerich­tet, worin er seiner Freude über den Abschluß des Vertrages und die Aufnahme der diplomatischen Be­ziehungen ausdrückt und die Hoffnung auf eine enge unb dauernde Zusammenarbeit im Kampfe gegen den Kommunismus, zur Erhaltung des Weltfriedens unb zur Förderung der kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwi­schen Den beiden Ländern ausdrückt. Der Führer und Reichska n z l e r hat auf diese Botschaft mit einem herzlich gehaltenen Danktelegramm geantwor­tet, worin er feine volle Zustimmung zu den Gefühlen und Wünschen des Kaisers von Man­dschukuo erklärt. Gleichzeitig hat ein freundschaftlicher Telegrammwechsel zwischen Premierminister Chang Ching Hui und Reichsaußenminister von Ribben­trop 'stattgefunden.

Meine politische Nachrichten.

Der Führer hat Reichsarbeitsführer Hier! zit feinem 45jährigen Militärdienftjubi- läurn telegraphisch seine herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen.

Der Führer und Reichskanzler übermittelte Dem Oberbefehlshaber der Gruppe 5, Wien, General Der Infanterie List, anläßlich des 40jährigen Gedenktages feines Diensteintritts tele­graphisch seine besten Glückwünsche.

Am 16. Juli d. I. begeht der jetzige Chef des Heereswaffenamtes im Oberkommando des Heeres und Präsident des Reichsforschungsrates, General der Artillerie, Professor Dr.-Jng. Dr. phil. h. c. Karl Becker, fein 40jähriges Militärjubiläum.

Auf der Rückreise von Rom wurde dem Jugend­führer des Deutschen Reiches, Baldur von Schi­rach, von dem zur Zeit in Bled wellenden jugo­slawischen Ministerpräsidenten Dr. Stojadino- w'itsch eine Einladung überbracht. Der Reichs­jugendführer wird sich daher von Venedig aus nach dem jugoslawischen Badeort Bled begeben.

Im Haus der Deutschen Rechtsftont in Berlin sand eine Reichstagung der Gaubeauftrag­te n der Friedensrichter und Schieds­männer Deutschlands zum Zwecke der Zusam­menfassung aller Friedensrichter und Schisdsmän- ner in einem dem NS.-Rechtswahrerbund ange-