schränkt wuröe. Dazu kam eine Jnseratensteuer, die die sozialdemokratische Mehrheit des Wiener Gemeinderats einführte und die gerade die Wiener Zeitungen schwer traf. Große Papierkonzerne kauften schließlich Zeitungen auf, nicht nur aus politischem Interesse, sondern um einen festen Absatz für Papier zu haben. Außerdem waren die Zeitungen der „Telegraf", die „Stunde", „Der Wiener Tag" und „Der Morgen" direkt oder indirekt im tschechischen Besitz. Sehr lustig ist, daß ausgerechnet der bolschewistisch-jüdische „Telegraf" sich in den letzten Tagen schleunigst in einen „NS.-Telegraf" verwandelt hat. Das „Neue Wiener Tageblatt" teilte seinen Lesern mit, daß es um die
Entsendung eines Regierungskommissars gebeten hat. In der „Wiener R e i ch s p o ft", dem christlich-sozialen Hauptorgan, ist der Chefredakteur Dr. Funder ausgeschieden, an dessen Stelle der jüngere Schriftleiter Howorka getreten ist. Eine Eigentümlichkeit der Wiener Presse ist, daß neben den genannten auch im Auslande bekannten Zeitungen billige, reißerisch aufgemachte Blätter, wie z. B. die „Illustrierte Kronenzeitung", an die primitivsten Instinkte des typischen Spießers appellieren und sich dadurch von den eigentlichen Boulevard-Blättern noch zu ihren Ungunsten unterscheiden. In ganz Oesterreich erschienen bisher 38 Tageszeitungen, davon 17 in Wien.
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(Zeichnung H. Betkowski. — Scherl-M.)
Einst war Oesterreich die wirtschaflliche Vormacht für die weiten Gebiete die Donau abwärts bis Belgrad, an deren wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung es hervorragend beteiligt war. Durch den Frieden von St. Germain gingen ihm diese Gebiete zum größten Teil verloren und damit sind auch der österreichischen Wirtschaft schwere Wunden geschlagen worden. Ein großer staatlicher und wirtschaftlicher Apparat blieb übrig, für den das restliche Staatsgebiet zu klein war. Im Grunde genommen war das der Grund für die ungünstige wirtschaftliche Lage der Nachkriegsjahre, die noch verschlimmert wurde durch die Mißwirtschaft eines unfähigen Systems. Die Aufgabe, Arbeit und Brot durch die Mobilisierung der Kräfte des Volkes und feiner Wirtschaft zu schaffen, fand keine Lösung. Wirtschaft und Wohlstand der alten deutschen Ostmark blieben weit hinter der allgemeinen Besserung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in der Welt zurück. Mit dem 13. März mag nun in dem vereinigten Reiche der allumfassende völkische Frühling wieder angebrochen fein. Das Reich stand in vorderster Linie, auch noch in dem Abschnitt jener letzten ungünstigen Jahre, innerhalb der Wechselbeziehungen der früheren österreichischen Wirtschaft. Die Ziffern des Außenhandels, des Verkehrs und der Kapitalanlagen beweisen es auf breiter Linie. Im Durchschnitt betrug der deutsche Anteil an der österreichischen Einfuhr etwa 15 bis 20 v. H. und an der österreichi
schen Ausfuhr ebenfalls etwa 15 bis 18 v. H. Im Jahre 1937 betrug der Anteil der deutschen Ausfuhr nach Oesterreich 233,7 Millionen Schilling, was einen Gesamtanteil an der ganzen österreichischen Einfuhr von 16,1 v. H. bedeutete. Umgekehrt hatte Oesterreich nach Deutschland für 179,5 Mill. Schilling Waren ausgeführt, d. h. Deutschland war an der gesamtösterreichischen Ausfuhr mit 14,7 v. H. beteiligt. In weitem Abstand kommen in der Höhe ihres Anteils der Aus- und Einfuhr andere Staaten, wobei die Tschechoslowakei in der Einfuhr und Italien in der Ausfuhr Oesterreichs an zweiter Stelle stehen.
An der Spitze der Wirtschaftskräfte steht naturgemäß der Wald, der 37,5 o. H. der gesamten Fläche in Anspruch nimmt (in Deutschland sind es 27,2 v. H.). In Oesterreich überwiegt dem Charakter der Gebirgslandschaft entsprechend innerhalb der Agrarwirtschaft die Fläche der Wiesen und Weiden mit 26 v. H. (im Reiche 17 v. H.). Während im Deutschen Reich 43 v. H. der Fläche Ackerland waren, sind es in Oesterreich knapp 24 v. H., im allgemeinen aber guter Boden. Allerdings vermochte die Landwirtschaft bei weitem nicht die Selbstversorgung sicherzustellen. Vielmehr standen mengenmäßig Lebensmittel und Getreide der Größenordnung nach an erster Stelle der österreichischen Einfuhr. Zu diesem Zuschußbedarf an Nahrungsstoffen kamen Kohle und Koks, Gewebe, Rinder und Schweine und
schließlich Wolle und Maschinen. Umgekehrt rangierten Veredelungserzeugnisse, wie Papier und Papierwaren, Bauholz, Eisenwaren, Wollgarne, Baumwollwaren, Wäsche, Leder und Lederwaren, wie genannt, in der Ausfuhr Naturgemäß spielte von jeher der Fremdenverkehr eine bedeutende Rolle, er war ein wichtiges Aktivum in der österreichischen Zahlungsbilanz.
Die recht vielseitige Wirtschaft verfügte über an sich sehr wertvolle, wenn auch nicht gerade in ihrer Ergiebigkeit unbegrenzte Rohstoffgrundlagen. Steinkohle, die sich gut verkoken läßt, wird nur in geringen Mengen gefördert, die Vorräte schätzt man auf 12,5 Millionen Tonnen. An Braunkohle ist mehr vorhanden, doch ist deren Güte nicht bedeutend. 1937 wurden 0,23 Millionen Tonnen Steinkohle in Niederösterreich, 3,13 Millionen Tonnen Braunkohle, davon die Hälfte in der Steiermark, gefördert. Eingeführt wurden im letzten Jahr 2,65 Millionen Tonnen Steinkohle, dabei in steigendem Mgße aus Deutschland, das etwa 21 v. H. gegenüber 11 o. H. im Jahre 1930 bei- steuerte.
Wesentlich günstiger liegt die Eisenerzversorgung der dortigen Industrie. Die Eisenerzvorräte werden auf 219 Millionen Tonnen mit 77,4 Millionen Tonnen Eisengehalt geschätzt, wozu noch wahrscheinliche Vorräte mit 23,1 Millionen Tonnen und 8,3 Millionen Tonnen Eisengehalt treten. Sehr bekannt ist der S t e i e r i s ch e E r z - berg, der leicht im Tagebau zu gewinnen ist. Die Erzmengen werden auf 200 Millionen Tonnen mit einer größten Mächtigkeit von 150 Meter geschätzt. Die Eisenerzvorkommen sind teilweise von hoher Güte, die Eisenverhüttung bedeutsam. Die bisherigen Beziehungen können naturgemäß auf eine Erweiterung schließen lassen, da der Stahloerein die Aktienmehrheit an der Alpinen Montangesellschaft besitzt.
Schließlich fehlen auch Blei, Zink und Kupfer und Graphit nicht in der Reihe der Bodenschätze. Eine wichtige Stellung liegt auf dem Magnesitmarkt, wo Deutsch-Oesterreich mit einem hohen Prozentsatz an der Welterzeugung beteiligt ist. Es gilt als der zweitgrößte Magnesithersteller der Welt und steigerte in den letzten zehn Jahren seine Förderung auf mehr als die Hälfte der gesamten Weltförderung. Die Stärke der Industrie liegt in der Verarbeitung, in der Herstellung von Fertigwaren für die Ausfuhr. Wiener Strickwaren, Wiener Modeartikel, Wiener Lederwaren und Galanteriewaren sowie die Erzeugnisse der Steiermärkischen Holz- und Papierindustrie haben sich den Weltmarkt erobert
Drei Millionen Hektar österreichischer Wald- bestand bilden nicht weniger als 37 v. H. des gesamten Flächenraumes, der deutsche Waldbestand ist also um etwa ein Drittel seines bisherigen Umfanges vergrößert. Er lieferte zuletzt etwa 9 bis 10 Millionen Festmeter jährlich, wovon nicht ganz 30 v. H. ausgeführt wurden. Auch die Z e l l st o f f - erzeugung nahm einen beachtlichen Raum mit ihrer Herstellung von 300 000 Tonnen im Jahre 1937 ein. Schließlich ist noch auf eine Sonderheit zu verweisen, die in der unbegrenzten Möglichkeit der vorhandenen Wasserkräfte mit ihren 1,6 Millionen PS. liegt. Auch ein weiterer Naturstoff, das Erdöl, stellt eine Quelle des natürlichen Reichtums dar. Etwa 10 v. H. des eigenen Mineralölbedarfes wurden durch eigene Rohölförderung gedeckt. In der Zeit, in der Deutschland bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit und seiner Arbeitskräfte beschäftigt ist, in der Deutschland seine wirtschaftlichen Beziehungen mit der Welt immer mehr verstärkt, kehrt die alte deutsche Ostmark ins Reich zurück. Sie kann an dem gewaltigen Auf-
schwung unter dem Dierjahresplan teilnehmen und so wieder zur Blüte emporgeführt werden.
Kunst und Wissenschaft.
Graf Bernhard Bruno zu Solms-Laubach, f
Nach kurzer Krankheit verschied am 13. d. M. in Berlin Pg. Graf Bernhard Bruno zu Solms-Laubach im Alter von 38 Jahren. Er war während der Kampfzeit ein beliebter Redner der NSDAP, und als Standartenführer und nationalsozialistischer Abgeordneter des Hessischen Landtags weit über die Grenzen Ob erhellens hinaus bekannt. Graf Bernhard zu Solms-Laubach, der eine Witwe und vier Kinder hinterläßt, übernahm im Jahre 1933, seiner starken künstlerischen Neigung und Begabung entsprechend, als Intendant des Friedrich-Theaters in Dessau, um dessen Ausgestaltung im Gerste des neuen Reiches er sich bedeutende Verdienste erworben hat. Eine hohe Anerkennung seiner Dessauer Jntendantentätigkeit bedeutete die bereits im Jahr darauf erfolgte ehrenvolle Berufung auf den Jntendantenposten an der Volksbühne am Horst-Weffel-Platz in Berlin: als Leiter dieses Theaters, das zu den größten und einflußreichsten der Reichshauptstadt gehört, hat Graf Bernhard eine künstlerisch ebenso verantwortungsvolle wie segensreiche Tätigkeit ausgeübt. Graf Solms war Mitglied des Reichskultursenats und des Präsi- dialrates der Reichstheaterkammer.
Weitere politische Nachrichten im Zweiten Blatt!
Wetterbericht
Mit dem Zurückweichen des europäischen Hochdruckgebietes nach Südosten und Süden unter Belebung der atlantischen Wirbeltätigkeit hat sich auch für Deutschland mit südwestlichen und westlichen Winden eine Zufuhr feuchter Meeresluft eingestellt. Dabei wird es vor allem auch im Norden des Reiches zu leichten Niederschlägen kommen, während der Süden noch überwiegend unter Hochdruckeinfluß bleibt. Unser Bezirk bildet den Uebergang zwischen beiden Einflüssen.
Aussichten für Donnerstag: Morgens vielfach dunstig, sonst wolkig bis aufheiternd, südlich ugQHi — pvjjsäD — snunvT smiMMvU asq noch trocken, nördlich davon geringe Niederschlagsneigung, ausgeglichene milde Temperaturen, südwestliche Winde.
Aussichten für Freitag: Leicht unbeständiges, aber mildes und nicht ausgesprochen freundliches Wetter.
Lufttemperaturen am 15. März: mittags 15,1 Grad Celsius, abends 4,3 Grad; am 16. März: morgens — 0,2 Grad. Maximum 15,9 Grad, Minimum heule nacht —1,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. März: abends 5,2 Grad; am 16. März: morgens 2,6 Grad Celsius» — Sonnenscheindauer 8,5 Stunden. $'
Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder:' Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- [eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der
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Das erste, was uns schert, ist jetzt schon zur Abwechselung, sta unsere Fleischsuppe, suppe mit diesem wird freudig begrüß wenig Salj unb .fyi \\ippe, gib eitoas ÜHild, Mer in jeden Telle Nel und eine Spur
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