Das schwarze Schiff.
Hilfskreuzer „Wolf" und „Wölfchen".
Am 17. Februar jährt sich zum 20. Male der Tag, an dem der Hilfskreuzer „Wolf" nach einer fast ISmonatiger Kreuzerfahrt durch den Atlantischen, den Indischen und den Stillen Ozean wieder in die deutschen Gewässer zurückkehrte. Schon längst hatte das Schiff in der Heimat als verschollen gegolten, und man kann sich daher das Erstaunen, aber auch das anfängliche Mißtrauen der deutschen Sperrfahrzeuge am Kleinen Belt an jenem Februarmorgen gut ovrstellen, als sie plötzlich von einem aufkommenden Dampfer mit dem Signal angerufen wurden: „Hier Hilfskreuzer ,Wolf', Kapitän N e r g e r."
„Wolf" gehörte zu einer Reihe von als Hilfskreuzer armierten Dampfern, die Ende 1916 vom deutschen Admiralstab dazu ausersehen worden waren, in überseeischen Gewässern Handelskrieg zu führen, um so die gegnerische Schiffahrt nach Möglichkeit zu stören und zu schädigen. Die erste Aufgabe, die dem Schiff gestellt war, bestand darin, vor einer Reihe wichtiger Auslandshäfen Minen zu werfen; erst nach Lösung dieser Aufgabe sollte er zum Handelskrieg übergehen. Es kam daher darauf an, die Anwesenheit des Hilfskreuzers so lange als möglich zu verschleiern, um den Gegner über den vermeintlichen Urheber der zu erwartenden Schiffsverluste im Unklaren zu lassen. „Wolf" hat dank der geschickten Führung durch seinen Kommandanten, Fregattenkapitän Nerger, und dank seiner vorzüglichen Tarnung auch diesen ersten Teil seiner Aufgabe glänzend gelöst. Es war ihm gelungen, durch sehr schlechtes Wetter und starke Unsichtigkeit in der Nordsee begünstigt, unbemerkt die gegnerischen Sperrketten zu durchbrechen. Am 10. Dezember stand das Schiff im freien Ozean, setzte dann Kurs nach Süden ab und erreichte um die Januarmitte 1917 die Südspitze Afrikas. Hier wurde vor Kapstadt die erste Minensperre gelegt und wenig später eine zweite auf dem Dampferweg Kapstadt—Colombo. Schon am 26. Januar 1917 lief hier der erste Dampfer auf eins dieser schwarzen „Eier", bald folgten weitere Schiffsverluste. Diese geheimnisvollen Unfälle erregten, da ihre Ursache in keiner Weise vermutet werden konnte, panischen Schrecken und legten für eine gewisse Zeit die gesamte Schiffahrt in den dortigen Gewässern lahm.
Während man noch vor Kapstadt eifrig mit zahlreichen Kriegsschiffen nach einem vermeint- lichen-deutschen Unterseeboot, dem man diese Verluste zu Lasten schreiben zu müssen glaubte, suchte, war „Wolf" inzwischen ruhig und bemerkt auf dem Dampfertrakt Kapstadt—Colombo weitergelaufen. Mitte Februar legte er weitere Minensperren vor Colombo und Bombay, denen wiederum eine Reihe von Handelsschiffen zum Opfer fielen. Wenige Tage später macht der Hilfskreuzer seine e r st e Prise. Es ist der britische Dampfer „Turitella", ehemals unter deutscher Flagge „G u - t e n f e l s" benannt, ein Schwesterschiff des „Wolf", das von den Engländern bei Kriegsbeginn aufgebracht worden war. Nach der Uebernahme der Besatzung läßt Fregattenkapitän Nerger die „Turitella" als Hilfskreuzer ausrüsten und schickt sie unter dem Kommando des I. Offiziers des „Wolf" unter dem neuen Namen „Iltis" westwärts, um vor dem Golf von Aden Kaperkrieg zu führen. Leider ist dem neuen Hilfskreuzer nicht das gleiche Glück wie „Wolf" befchieden. Nach teilweiser Lösung seiner Aufgaben wird er später von überlegenen, feindlichen Streitkräften gestellt, und, da ein längerer Widerstand nur unnötige Opfer gekostet haben würde, von der eigenen Besatzung versenkt. „Wolf" hat inzwischen seinen Kurs weiter verfolgt, wirksam in der Aufklärung von einem Bordflugzeug, dem „W ö l f ch e n", unterstützt, das ihm zu diesem Zweck aus der Heimat mitgegeben worden war. Seine nächsten Opfer sind die Dampfer „Jumna" und „Wordsworth", sowie die Bark „Dee".
— Ein Gedenkblatt zum 17. Februar
Das geheimnisvolle Verschwinden dieser Schiffe hat die Handelsstraßen verödet. Für den deutschen Hilfskreuzer gibt es also im Augenblick hier in diesem Seegebiet wenig zu tun. Aber noch ein weiterer Grund zwingt den Kommandanten, sein Wirkungsfeld zu verlegen. Die bisher von ihm genommenen Prisen hatten zwar sehr wertvolle -Ladung, aber wenig Kohlen, die „Wolf" dringend braucht. Er hofft sie in den australischen Gewässern und auf dem Schiffahrtsweg Australien—Südamerika zu finden. Vorher wird noch zu dringlichen Jn- standsetzungsarbeiten vor der Insel Raoul längere Zeit geankert, wo durch einen glücklichen Zufall durch „Wölfchen", das hier seinen Wert zum ersten Male auch praktisch beweisen kann, ein wertvoller Kohlen- und Proviantdampfer gekapert wird. Nachdem so die schwierigsten Fragen mit einem Schlag gelöst sind, kann der Hilfskreuzer seinen weiteren Aufgaben nachgehen. Noch einmal werden, diesmal vor der australischen Küste, eine Reihe von Minen gelegt. Wieder werden eine Reihe von Dampfern und' Seglern aufgebracht und nach Ue'bernahme ihrer Besatzungen versenkt.
Nach längerer Kreuzfahrt tritt „Wolf" dann seinen Rückweg in den Indischen Ozean an. Vor Singapur fallen die letzten Minen und richten Schrecken und Vernichtung an. Auf den alten Jagdgründen der „Emden" im Indischen Ozean besteht der deutsche Hilfskreuzer auch sein e r st e s Gefecht. Der Gegner ist der bewaffnete Postdampfer „Hitachi Maru", der sich vergeblich gegen sein Schicksal zu wehren versucht. Als letzte Prisen fallen „Wolf" auf seinem Rückweg noch der Dampfer „Jgotz Mendi" und die Segelschiffe „John H. Kirby" und „Maröchal Davout" zum Opfer. Nach mehr als Jahresfrist, am 12. Januar 1918, überschreitet der deutsche Hilfskreuzer zum 14. und letzten Male seit seiner Ausreise aus der Heimat den Aequator. Wieder geht es nun in den Nordatlantik, der auch diesmal kein freundlicheres Gesicht zeigt als damals bei der Ausreise im November'1916. Aber das ist den Leuten auf „Wolf" nur recht, denn gerade dieses Wetter schafft ihnen die besten Möglichkeiten zu einem glücklichen Durchbruch durch die gegnerischen Sperrlinien. Noch einmal gilt es für die ganze Mannschaft zu beweisen, was sie als Seeleute können. Noch einmal muß das Schiff feine Seetüchtigkeit zeigen. Seegang und Sturm fügen dem Hilfskreuzer jetzt noch kurz vor Beendigung seiner Fahrten schwerste Schäden zu. Aber die Mannschaft meistert sie alle. Bis an die Brust im eiskalten Wasser siebend, dichten sie alte Lecke, die bei den häufigen Kohlenübernahmen auf hoher See entstanden waren und nun durch das Unwetter neu aufgerissen werden. Aber auch diese Probe wird bestanden. In den frühen Abendstunden des 17. Februar 1918 steht „Wolf" vor der deutschen Sperrkette am Kleinen Belt und heißt sein denkwürdiges Signal, mit dem er zugleich um einen Sperrlotsen bittet. Wenig später läuft er unter der Kriegsflagge, den langen Heimatwimpel im Topp, in den Kieler Hafen ein.
Man kann die Bedeutung dieser Kreuzfahrt erst richtig verstehen, wenn man bedenkt, daß „Wolf" auf seiner 448 Tage langen Reise eine Strecke von 64310 Seemeilen .zurücklegte, rund 300 000 Tonnen gegnerischen Schiffsraums durch Minen- und im Kaperkrieg versenkte und dazu noch für über 40 Millionen Mark wertvolle Ladung mit nach Hause brachte. Das Schiff war selbst nur 5809 Brutto-Register-Tonnen groß, hatte eine Besatzung von rund 350 Mann und war mit sieben 15-cm- Geschützen und vier Torpedorohren bestückt, die sebr geschickt an Deck, hinter Fallklappen maskiert, aufgestellt waren.
Die Fahrten des Hilfskreuzers „Wolf", dessen Namen heute in unserer Kriegsmarine wieder ein Torpedoboot trägt, werden für alle Zeiten in der deutschen Marinegeschichte ein denkwürdiges Kapitel bilden.
Aus den Gießener Gerichtssä'len.
Große Strafkammer Gießen.
Der G. K. aus Wölfersheim hatte sich vor der Großen Strafkammer wegen Urkundenfälschung, Betrugs und Unterschlagung au verantworten. Der Angeklagte war als Lohnbuchhalter in Wölfersheim tätig und hatte als solcher in den Jahren 1931 bis 1937 seine Firma um rund 20 000 Mark geschädigt. An dem Tage, an dem die Sache herauskam, gab ihm sein Vorgesetzter den Rat, dem Betriebsführer die Sache rückhaltlos zu gestehen. Stattdessen flüchtete der Angeklagte nach Frankfurt und ließ dabei noch 38 Mark mitgehen, die ihm ein Kollege' mit dem Auftrag, ein Hochzeitsgeschenk zu kaufen, vorher gegeben hatte. Der Angeklagte war restlos ge- ständig. Mit Rücksicht hierauf und auf seine bisherige Unbescholtenheit billigte ihm das Gericht trotz schwerster Bedenken mildernde Umstände zu, so daß der Angeklagte noch einmal am Zuchthaus vorbei- kam. In Anbetracht der großen Summe fiel die Freiheitsstrafe empfindlich aus; sie lautete auf 1 Jahr 10 Monate unjd 3 Tage Gefäng- n i s.
Schöffengericht Gießen.
Unter der Anklage der Hehlerei im Rückfall hatte sich der H. Sch. aus Gießen vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte, der schon erheblich einschlägig vorbestraft ist, betreibt in Gießen einen Althandel. Wie dies teilweise in seinem Gewerbe üblich ist, fragte er beim Ankauf der ihm angebotenen Altmaterialien nicht lange nach der Herkunft, sondern nahm sie bedenkenlos an. So kaufte er u. a. von einem übelbeleumdeten Subjekt einen Posten Lumpen, die dieser bei einem anderen Altwarenhändler gestohlen hatte. Obwohl der Angeklagte an Hand der Packart und der Verschnürung genau erkannte, daß die Ballen aus dem Lager eines anderen Altwarenhändlers stammen mußten, nahm er sie dennoch an sich. Sein Komplice, der im übrigen wegen seiner Diebereien rechtskräftig verurteilt ist, brachte dem Angeklagten kurze Zeit später auch noch einen größeren Posten teils neuer, teils gebrauchter Säcke, die er auf dem Laaerplatz einer Kohlenhandlung, bei der er als Hilfsarbeiter beschäftigt war, entwendet hatte. Don einem anderen, der mittlerweile ebenfalls feine Strafe erhalten hat, kaufte er 15 Kilo Aluminiumdraht, obwohl auch hier aus den Umständen klar hervorging, daß dieser nur aus einem Diebstahl herrühren konnte. In der gestrigen Hauptoerhand- lung bestritt der Angeklagte, in jedem der ihm zur Last gelegten Fälle gewußt zu haben, daß die Gegenstände durch eine strafbare Handlung in den Besitz der Verkäufer gekommen waren. Die Beweis
aufnahme ergab jedoch eindeutig, daß dem Angeklagten diese Tatsachen bekanntgewesen sein mußten, wenn es auch selbstverständlich von den einzelnen Zeugen bei den Kaufverhandlungen nicht ausdrücklich gesagt worden war. Daß der Angeklagte sich schuldig fühlte, ging auch daraus hervor, daß er die 15 Kilo Aluminiumdraht nicht, wie es vorgeschrieben ist, in das Metallbuch eintrug. Nur der Tatsache, daß seine Vorstrafen kleinere Beträge zum Gegenstand hatten, sowie mit Rücksicht auf sein hohes Alter und seine schlechten Ver- mögensoerhältnisse hatte es der Angeklagte zu verdanken, daß ihm noch einmal mildernde Umstände zugebilligt wurden. Das Urteil lautete wegen Rückfallshehlerei in drei Fällen auf ein Jahr Gefängnis. Weiterhin erhielt er wegen der Nichteintragung ins Metallbuch 50 Mark Geldstrafe. Die Untersuchungshaft wurde ihm wegen seines Leugnens nicht angerechnet.
Amtsgericht Gießen.
Unter der Anklage der Untreue pp. hatte sich der K. St. aus Gießen vor dem Amtsgericht zu verantworten. Da der Angeklagte schon mehrmals mit dem Strafgesetz in Konflikt geraten war, wurde ihm die Ausübung seines Berufs untersagt. Dies hinderte ihn aber nicht, weiterhin fein Unwesen zu treiben. So trat er für einen Kaufmann aus Gießen auf, der in geschäftliche Schwierigkeiten geraten war. Er veranlaßte diesen, ihm 300 Mark auszuhändigen. Daraufhin trat er mit einem Frankfurter Anwalt, der die Gläubigerfirma vertrat, in Verbindung und bot diesem vergleichsweise 200 Mark an. Der Auftraggeber des Angeklagten hatte ihm versprochen, daß er die restlichen 100 Mark behalten dürfe, wenn er einen Vergleich über 200 Mark zustande bringe. Da sich die Vergleichsverhandlungen sehr lange hinzogen, legte er das Geld auf einer Bank an, hob es aber bald darauf nach und nach ab und verbrauchte es für sich. Trotzdem schrieb er noch mehrere Male an den Frankfurter Anwalt und verstand es meisterhaft, den hiesigen Geschäftsmann, der ihn hin und wieder nach dem Ergebnis feiner Bemühungen fragte, hinzuhalten. In der Hauptverhandlung behauptete der Angeklagte, er habe sich nach dem Scheitern der Vergleichsoerhandlungen für berechtigt gehalten, das Geld für ßch zu verwenden, da diese Summe für seine langjährige Tätigkeit für den Zeugen angemessen sei. Dem stand jedoch die Tatsache gegenüber, daß er bie 200 Mark bereits angegriffen hatte, bevor ihm von der Gläubigerin bedeutet wurde, daß sie auf dem vollen Betrag bestehe. Weiterhin hat der Angeklagte, wie die Beweisaufnahme ergab, dem Zeugen gegenüber niemals erklärt, daß er die
Summe als Entgelt für feine Tätigkeit beanspruche, sondern diesem immer wieder vorgeschwindelt, das Geld befinde sich noch auf der Bank und stehe jederzeit zur Verfügung. Im Gegenteil, er hat noch besondere Beträge für seine Bemühungen und Auslagen erhalten. Weiter übersah der Angeklagte bei seiner Verteidigung vollkommen, daß er die restlichen 100 Mark nur dann behalten durste, wenn der Vergleich zustande kam.
In einem weiteren Fall trat er für eine hiesige Familie auf, deren Sohn von einem Dritten ein Zahn ausgeschlagen worden war. Obwohl er den ausdrücklichen Auftrag hatte, nur die volle Entschädigung für einen neuen Zahn zu verlangen, setzte er sich eigenmächtig darüber hinweg und ließ sich von dem Dritten zur vollkommenen Abfindung des Ersatzanspruchs 3 Mark als Schmerzensgeld sowie weitere 2,50 Mark für seine Bemühungen auszahlen. Als feine Auftraggeber lange Zeit nichts mehr von ihm hörten, fetzten sie sich selbst mit dem Dritten in Verbindung und erfuhren dort znm erstenmal, daß sie mit 3 Mark abgefunden feien. Der Angeklagte hatte es nicht einmal für nötig gehalten, wenigstens die 3 Mark abzuführen, sondern die gesamte Summe in seine Tasche gesteckt.
In einem dritten Fall trat er, ohne überhaupt hierzu beauftragt zu sein, für eine Aerztin auf und
schrieb an einen Schuldner der Aerztin einen groben Brief, in dem er ihn zur Zahlung der Schuld in Höhe von 5,50 Mark aufforderte.
Obwohl der Angeklagte in der Hauptverhandlung für alle seine Handlungen Entschuldigungsgrunde ins Feld führte, wurde er durch die Gegenüberstellung mit den Geschädigten in vollem Umfange überführt. Das Urteil lautete wegen zweifacher Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung, sowie wegen Vergehens gegen das Gesetz zur Verhütung von Mißbräuchen auf dem Gebiet der Rechtsberatung auf insgesamt 10 Monate Gefängnis und 230 Mark Geldstrafe.
Der A. D. aus Leihgestern hatte durch Strafbefehl wegen Feldfrevels eine Geldstrafe von 12 Mark erhalten. Auf seinen Einspruch kam die Sache zur Hauptverhandlung. Der Angeklagte hatte auf einem Gut in der Umgebung bei der Kartoffelernte geholfen. Er war dann später noch einmal über einen abgeernteten Acker gegangen und hatte die 'dort übriggebliebenen Kartoffeln gelesen und für sich verbraucht. Die Beweisaufnahme ergab, daß es sich höchstens um eine Menge von 3 Pfund handeln konnte. Mit Rücksicht auf den geringen Wert fetzte das Gericht die Strafe auf 3 Mark herunter.
Aus der engeren Heimat.
Maul- und Klauenseuche erloschen.
Nachdem in Mainzlar und in Garben- t e i cf) die Maul- und Klauenseuche erloschen ist, hat bas Kreisamt Gießen seine am 10. und 12. Januar angeordneten Maßnahmen wieder aufgehoben. Die Gemarkung Garbenteich bleibt Beobachtungsgebiet.
Generalkameradschastsappell der Kriegerkameradschast Lollar.
* Lollar, 15. Febr. Am Sonntag hielt die Kriegerkameradschaft Lollar ihren Generalkameradschaftsappell im neuen Kameradschaftslokal bei Kamerad Nuhn ab.
Kameradschaftsführer Säubert eröffnete den Appell und gedachte nach der Begrüßung der sehr zahlreich erschienenen Kameraden der im Weltkrieg und der für die Bewegung und ein nationales Deutschland gefallenen Kameraden, sowie des im abgelaufenen Jahre verstorbenen Kameraden Heinrich Schwalm. Dann erstattete er den Jahresbericht, der erkennen ließ, daß die Kameradschaft rege und zahlreich an allen Veranstaltungen und Zusammenkünften, auch derjenigen der NSDAP., teilnahm. Weiter gab er bekannt, daß das Schießwesen eifrig betrieben wurde, sowohl das Schießen mit Wehrmannbüchsen, als auch mit Kleinkaliber. Er teilte ferner mit, daß durch eine Anzahl Kameraden eine Schießhalle errichtet worden fei, und sprach diesen, ganz besonders dem Kameraden Konrad Pfeffer für seinen großen Verdienst, Dank aus.
Hierauf gab der Kassenwart Kamerad Schmitt den Kassenbericht bekannt, der einen günstigen Abschluß erkennen ließ. Ihm wurde für seine gewissenhafte Arbeit durch den.Kameradschastsführer gedankt.
In der Führerschaft ergibt sich durch den Wegzug des Schriftwartes Kameraden Adolf Rau, als auch des Schießleiters Kameraden Konrad Pfeffer eine Aenderung. Als Schriftwart wurde durch den Kameradschaftsführer der Kamerad Dr. L i m b e r - per und als Schießleiter der Kamerad Theodor B e ck e l bestimmt. Weiter wurde als Beirat Kamerad Fr^iedr. Kaiser und Wilh. S ch m u l b a ch bestimmt.
Weiter wurde der Versammlung bekanntgegeben, daß die Kameraden Konrad Pfeffer, Karl Hildesheim, K. A. Müller, Karl Ka letsch I., Gg. Schiefer st ein, Hrch. Viehl und Martin Zaubert die bronzene Kyffhäuserehrennadel geschossen hätten, die ihnen nebst Urkunden überreicht wurden.
Pachdem aus der Versammlung heraus der Wunsch nach öfteren Zusammenkünften laut wurde, legte man jeden zweiten Samstagabend im Monat als Kameradschaftsabend im Kameradschaftslokal (Nuhn) fest.
Bei reger Aussprache und beim Gesang alter Soldatenlieder blieben die Kameraden in bester Kameradschaft noch einige Zeit zusammen.
Mit dem Gruß an den Frontkameraden. Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes wurde die Versammlung geschlossen.
Kreis Wetzlar.
T Großen-Linden, 14. Febr. Der O b st - und Gartenbauverein hielt eine gut besuchte Versammlung bei Gastwirt Schaum ab. Der Vorsitzende, Altbürgermeister Lang, eröffnete die Versammlung mit Grußworten. Dann gedachte die Versammlung in der üblichen Weise des verstorbenen Mitgliedes Heinrich Faber VII. Hierauf hielt Dr. Go eres (Gießen) einen Vortrag über die Herstellung und Verwendung von Biohum. Anschließend sand eine Verlosung von Bäumen, Sträuchern und Gartengeräten statt. Ferner wurden noch einige Fragen über Düngungsoersuche erörtert.
A Lang-Göns, 13. Febr. Am heutigen Abend fand in der Turnhalle die Vorführung von mehreren Filmen statt, die vom Reichsluftschutzbund herausgebracht wurden. Einleitend begrüßte Bürgermeister Weil die Erschienenen; er sprach dabei die Hoffnung aus, daß sich die noch zurückstehenden Volksgenossen bald als Mitglieder zum RLB. anmelden mochten. Die Erläuterung zu den Filmen, die in der Hauptsache die Schulung'und Ausbildung der Luftschutzwarte, die Gefahren eines feindlichen Angriffs, die Bedeutung der Luftschutz- räume, die Arbeit der sanitären Hilfsmannschaften usw. zeigtenAgab dann der Gruppenführer, Rektor Lotz (Leihgestern). Die Filme fanden das größte Interesse und haben mitgeholfen, daß der Gedanke des freiwilligen Luftschutzes immer mehr in alle Volksschichten eindringt. Der Abend wurde in der üblichen Weise geschlossen.
s. Lang-Gons, 14. Febr. Am Sonntagnachmittag fand im Saalbau Hebbel eine Versammlung des hiesigen K r i e g e r v e r e i n s (Reichskrieger- bund „Kyffhäufer") statt, der auch von zahlreichen auswärtigen Gästen besucht war. Nach herzlichen Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Kameraden K. Kd. Nern, hielt Major a. D. Rietz sch (Hanau) einen Vortrag über „Die wehrpolitilche Lage in Spanien". Lebhafter Beifall wurde ihm für feine Ausführungen zuteil. Kam. P o st (Großen- Linden) sprach dem Redner den Dank der Versammlung aus. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen des Kreispropagandaleiters Kohr es (Gie, ßen) wurde die Tagung in der übftchen Weile geschlossen. — Die Gaustlmstelle zeigte am Samstag
den Film „Ave Maria", nebst einigen Beifilmen. Der Besuch war gut.
= Alb ach, 15. Febr. Am Sonntagabend fand hier im Saale von Lauer ein Dorfgemein« schaftsabend, veranstaltet von dem Jungvolk und den Jungmädeln der HI., statt. Der Besuch war sehr gut. Die Darbietungen der Jungens und Mädels fanden wohlverdienten Beifall. — Unser Dorf erhält ebenfalls ein So mm erb ab. Das ursprüngliche Projekt, mit Steinbach zusammen ein Bad zu errichten, wurde fallengelassen. Albach baut allein jein Bad.
gfs. Lollar, 15. Febr. Ueber die Aufgabe der Jugendgruppen im Frauenwerk sprach am Pflichtabend die Kreisjugendgruppenführerin Pgn. Anni Schwengber. Sie hob hervor, daß der Nachwuchs der Frauenschaft als Stoßtrupp feine junge Kraft zur Verfügung stellt, wo man ihn braucht. Gemeinsamer Gesang und Chorlied der Jugendgruppe belebte den Abend.
gfs. Geilshausen, 15. Febr. Ein lehrreicher Kochabend vereinte die Mitglieder der Frauenschaft und des Frauenwerks. Die Abteilungsleiterin von Volkswirtschaft-Hauswirtschaft zeigte die Zubereitung abwechslungsreicher Gerichte aus rohen und gekochten Kartoffeln, die Verwendung von Quark und Magermilch bei Kuchen und Speisen für die kommende Osterzeit. Schlagsahne aus Magermilch und Zucker hergestellt erregte besonderes Erstaunen bei den Hausfrauen, die Rezepte und Kostproben erhielten und sich lebhaft beteiligten.
ch Lauter, 14. Febr. Am Samstagabend hielt die hiesige Freiwillige Feuerwehr in der Wirtschaft Pitz ihre diesjährige Generalversammlung ab. Dem Rechner wurde, nachdem die Rechnung geprüft und für richtig befunden war, Entlastung erteilt. Brandmeister Scheuermann, der Leiter der Wehr, erstattete den Jahresbericht. Die Wehr hat zur Zeit 34 Mitglieder; fünf traten im letzten Jahre neu ein. Im abgelaufenen Jahr fanden acht Fuß- und fünf Geräteübungen statt.
Kreis Friedberg.
pb. Butzbach, 13. Febr. Im gutbesetzten Saale des „Hessischen Höfts" beging gestern abend die Ortsgruppe Butzbach des Taunusbundes die Feier ihres 75jährigen Bestehens. Nach Begrüßung durch den Vsreins- führer Kaufmann F ü l l i n g schilderte dieser in kurzen Abrissen die Entstehungsgeschichte und den Werdegang der heutigen Ortsgruppe. Aus der anschließenden Vortragsfolge fei besonders das Festspiel „Deutsche Heimat" hervorgehoben, das als Verfasserin Frau E. Mumz, ein Mitglied der Familie Braubach & Fischer, hat. Diese schildert darin in feinsinniger Weise, wie Vertreter vieler deutscher Gaue in Butzbach zum 75. Grünhungstag erscheinen, um der Ortsgruppe ihre Geschenke darzubringen. Das Festspiel fand allgemein lebhaften Beifall. Nach den üblichen Wanderauszeichnungen brachten Grüße, Glückwünsche und Geschenke der Stellvertreter des Gebietsführers, sowie die Vorsitzenden der Ortsgruppen Bad-Nauheim und Wetzlar. Der Abend wurde umrahmt durch Musikstücke der Kapelle der hiesigen Garnison.
Kreis Wetzlar.
ch Atzb ach, 11. Febr. Daß der Flachsanbau Gewinn bringt, zeigt der letztjährige gemeinschaftliche Anbau in unserer Gemeinde. Es waren 56 Ar angebaut worden. Bei der Ernte betrug die Einnahme für Flachsstroh (2041 Kilogramm) 284,52 Mark (die Menge von 100 Kilogramm war mit 14,50 Mark bezahlt worden). An Leinsamen war geerntet worden 561 Kilogramm, Hier betrug der Erlös 32 Mark je 100 Kilogramm, insgesamt 179,52 Mark. Nach Abzug aller Unkosten blieb ein ansehnlicher Ueberschuß, von dem die NS.-Frauen» schäft und die Schule, die beide bei der Einbringung der Flachsernte mitgeholfen hatten, eine Zuwendung erhielten. In unserer Gemeinde haben sich nun mehrere Landwirte entschlossen, Flachs anzubauen.
HautifiberfoK auf einen Gastwirt.
Der Wirk durch Messerstiche schwer verletzt.
Lpd. Fulda, 15. Febr. Im Dorfe Neuhof bei Fulda wurde in der vergangenen Nacht von zwei Männern ein Raubmordversuch an I einem Gastwirt verübt. Der Gastwirt befand sich ! gegen 23.30 Uhr allein in der Wirtsstube, als zwei ! unbekannte Männer eintraten und etwas zu trinken verlangten. Plötzlich stürzte sich der eine der Beiden mit einem großen Messer auf den Wirt und brachte, ihm zwei Schnittwunden am Halse bei, worauf dieser bewußtlos zusammenbrach. Die beiden Täter haben sich sodann der Kasse bemäch- 'tigt, dem Ueberfallenen die Taschen geleert | und sind verschwunden. Heimkehrende Angehörige fanden den Gastwirt in einer großen Blutlache im verdunkelten Lokal auf. Er wurde sofort in das Fuldaer Krankenhaus gebracht und erlangte Dienstag früh das Bewußtsein wieder. Die Polizei nahm sofort die Verfolgung der Täter auf.
Don den beiden Verbrechern liegt eine Beschreibung des eigentlichen Täters vor, bör folgendes Aussehen hat: Ungefähr 50 Jahre alt, 1,68 Meter groß, bat ein volles rundes Gesicht, einen gestutzten dunklen Schnurrbart und trägt eine Mütze. Der andere jüngere Täter kann nicht beschrieben werden.


