Nr.ZY Zweite? glatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch. 16 Zebruar!Q58
Aus dem Reiche der Frau.
milden Gesichtswasser gründlich zu reinigen, damit die offenen Poren richtig arbeiten. Sehr billig und gut sind Packungen aus Heilerde, die auch sonst für medizinische Zwecke verwandt wird und in jeder Apotheke erhältlich ist. Ein gehäufter Eßlöffel wird mit sehr warmem Wasser zu einem dicklichen Brei verrührt, der dann mit einem Pinsel gleichmäßig auf Gesicht. Hals und Nacken aufgetragen wird. Damit die leicht körnige Masse nicht versehentlich in die Augen kommt, verbinde man diese möglichst mit einem Wattestreifen. Die Masse trocknet 15 bis 20 Minuten auf dem Gesicht und spannt unterdessen $ne Haut wundervoll. Nach dem Austrocknen wird die erstarrte Kruste abgewaschen, man nimmt noch etwas Kampferwasser und reibt überdies das Gesicht möglichst mit einem Stückchen Eis ab. Der Erfolg ist ein verblüffend frisches, gut durchblutetes Antlitz, das nachträglich mit etwas Tagescreme eingefettet wird
Bei Paraffinpackungen ist die Wirkung ähnlich. Das Paraffin, das es in allen einschlägigen Geschäften zu kaufen gibt, wird erhitzt und vorsichtig in ziemlich warmem Zustand aufge'tragen. Erst nach dem Erstarren des Wachses wird die Maske gelöst. Im Gegensatz zu den warmen Packungen stehen die Sauerstoffpackungen, die fast bis zu Gips erstarren, jedoch manche Haut zu stark reizen. Als Ausgleichspackung,' die die Haut besonders weich und geschmeidig macht, werden Mandelkleie-Packun- gen verwandt Man rührt einen Eßlöffel Mandelkleie mit warmem Wasser zu einem Brei, trägt ihn auf das Gesicht auf und läßt das Wasser eintrocknen. Auch Kräuterpackungen sind zu empfehlen, denn die wohltätige Wirkung der neuzeitlichen Heilkräuter ist hinreichend bekannt. Packungen mit Eigelb und Zitronensaft sind selbstverständlich in unserer Zeit zu vermeiden.
as sollen wir tragen?
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
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Die Frau
im Aeichsberufswe ttamps.
Der m fast allen Wirtschaftszweigen eingetretene Mangel an Arbeitskräften hat dazu geführt, daß Frauen und Mädel in verstärktem Maße zur Arbeitsleistung herangezogen werden müssen. Diese Tatsache verlangt von uns, daß wir unser Augenmerk stärker als bisher auf die Einrichtungen und Voraussetzungen richten, unter denen Frauen und Mädel ihren'Anteil für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung- leisten. Wenn die Frau so stark am Gesamtschäffen des Volkes beteiligt ist, dann ist erstes Gebot, für einen richtigen und gesunden Arbeitseinsatz zu sorgen. ,
Dem Berufswettkampf fällt hier eine besondere Bedeutung zu. Es gilt, durch ihn eine neue Wertung der Berufsarbeit der Frau überhaupt zu schaffen und festzustellen, wie weit die vorhandene Ausbildung den Anforderungen, die heute an die schaffende Frau gestellt werden, genügt und wo es notwendig ist, für Arbeitsgebiete, die vorwiegend von Frauen und Mädeln besetzt sind, neue 'Ausbildungsverhältnisse zu schaffen. Wir erwähnen hier nur einen geregelten Ausbildungsgang für die Hausgehilfin, eine systematische Ausbildung der Sprech st undenhelferin, eine geregelte Ausbildung für die K o n t o r i st i n usw. Und das ist eine der großen Aufgaben des Berufswettkampfes, daß er mit seinen Erkenntnissen und Ergebnissen uns zu einer Ausrichtung der Frauenberufe führt und die Ausbildungsverhältnisse klärt. Die Aufgabenstellung ist ganz daraus abgestellt. Sie verlangt von den Mädeln und Frauen berufspraktische und berufstheoretische Kenntnisse, sportliche Leistungsfähigkeit und hauswirtschaftliches Können.
Bei der Auswertung der berufspraktischen und berufstheoretischen Leistungen in den vergangenen Wettkämpfen der Jugend hat sich die Notwendigkeit ergeben, eine gute und geordnete Berufsausbildung der weiblichen Jugend zu fordern. Es ist Tatsache, daß an vielen Frauen und Mädel die gleichen beruflichen Leistungsanforderungen gestellt werden wie an den Mann, während die Ausbildungsformen diesen Ansprüchen noch in keiner Form gerecht werden.
Die Disziplinen — Sport, Hauswirtschaft und Weltanschauung — kennzeichnen sehr wesentlich den Sinn unserer Aufgabenstellung überhaupt. Wir wollen Frauen und Mädel, die leistungsfähig im Berufsleben stehen, die sich durch Sport gesund erhalten, die weltanschaulich ausgerichtet sind und im gegebenen Augenblick ihren natürlichen Aufgaben nachkommen können. M. K.
Das zweite Frühstück.
Wenn ein Kind in die Schule geht, dann ist seiner guten Ernährung eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Denn die Schule verlangt mehr Kraft als das bisherige Kindesleben aufzubringen hatte. Mit dem ersten Frühstück fängt es an, das soll kräftig sein und auch den Zähnen Arbeit geben. Deshalb gebt eine gute Suppe, einen nahrhaften Brei und tut etwas grobes Brot dazu.
In der Schule ist ja zumeist Die Möglichkeit, Milch oder Kakao zu bekommen, vorhanden. Vielfach hat es sich so eingebürgert, daß die Kinder, um Milch oder Kakao zu kaufen, nicht Geld mitbekommen, sondern einen Gutschein. Die Eltern haben dann laufend die entsprechenden Frühstückskosten an die Schule zu zahlen. Es ist so die Gefahr ausgeschaltet, daß die kleinen „Sünder" ihre Frühstücksgroschen vernaschen. Bekommt das Kind seinen Kakao oder seine Milch in der Schule, dann genügt dazu ein trockenes Brötchen oder eine Scheibe Brot. Das ist einfach uttd gesund. Milch und Kakao sind im Verhältnis zum Preis nährstoffreicher und für die Ernährung des jungen Menschen vorteilhafter als die üblichen belegten Stullen.
Nun gibt es Kinder, die gar keine Luft haben zu einem zweiten Frühstück in der Schule. Es besteht kein vernünftiger Grund, sie dazu zu zwingen. Um so mehr Grund aber besteht, daraus zu achten, daß zu Hause tapfer gegessen wird. Aus jeden Fall ist es besser, einem Kind zu wenig mit in die Schule zu geben als zu viel. Denn es soll verhindert werden, daß durch ein allzu reichliches zweites Frühstück kein rechter Appetit zum Mittagessen da ist. Benutzt man die Gelegenheit, des Schulfrühstücks, die'Kinder an frisches Obst, rohe Mohrrüben, Gurken und Tomaten und dazu einfach ein trockenes Stück Brot zu gewöhnen, so tut man eine gute Erziehungsarbeit für die Zukunft.
Und noch auf eine Erziehungsregel soll hingewiesen werden Den Kleinen soll das Schulfrühstück schmecken, sie sollen es mit Freude und mit Appetit essen. So ist es gut, damit alles frisch bleibt, eine der üblichen Butterbrottrommeln zu benutzen. Dann trocknet das Frühstück nicht aus, wird nicht unappetitlich unj) nicht heimlich weggeworfen. Im Sinne solcher Erziehung liegt auch die Gewöhnung, sich vor jedem Essen, auch beim Frühstück in der Schule, die Hände zu reinigen. Das muß zur Selbstverständlichkeit werden und zur Grundregel für den kleinen Menschen für die spätere alltägliche Hygiene.
Gesichtspflege leicht gemacht.
Don Eharote Köhn-Behrens
Unter den vielen Mitteln und Wegen zur Schönheit, die einer Frau offenstehen, um gut auszusehen, ist die Gesichtspackung nicht bekannt genug, so daß es sich lohnt, ein paar Minuten darüber zu plaudern. Die Packung hat den Zweck, die Gesichtshaut zu spannen und die Muskeln zu straffen, Dpr allem die Durchblutung anzuregen. Sie ist also besonders empfehlenswert, wenn man abends etwas Besonderes vorhat. Wir wissen alle, daß es Gelegenheiten gibt, bei denen mir Wert darauf legen, strahlend und schön auszusehen. Dieser Wunsch ist nur zu loben und braucht niemals eine Rechtfertigung. Man kann diese Gesichtspackungen auch ruhig ein- bis zweimal in der Woche vornehmen. Allerdings sollte man eine „)u große Häufigkeit vermeiden, weil sonst die Gefahr einer Gewöhnung ober besser gesagt Verwöhnung — besteht.
Vor jeder Packung ist selbstverständlich das Gesicht mit Wasser und Seife oder besser mit einem
Allerlei Blusen, für morgens, nachmittags und abends schlagen wir heute vor. Und zwar haben alle drei Formen lange Aermel und schließen hoch am Halse.
Die Abendbluse links in kurzer Kasackform ist aus S i l b e r l a m e. Ihr einziger Schmuck sind die' gezogenen Partien am Halse und in der Taille und der'Klips aus B e r g k r i st a l l / der den Halsausschnitt schließt. Der lange, schwarze Rock ist aus Satinkrepp.
Die Bluse für den Nachmittag aus
Die neue Linie des Frühjahrskieides.
Bon Erika Schulemann.
Bei flüchtiger Betrachtung merkt man es zunächst gar nicht, aber cs hat sich doch in der modischen Linie seit dem vorigen Frühjahr so allerhand geändert. Der kurze Rock, dey bereits die Herbstmode brachte, hat sich auch das Frühjahrskleid erobert. Auch die Frühjahrskleider scheiden sich sowohl in Stoss als auch Verarbeitung und Garnierung mehr denn je in Vormittags- und Nachmittagskleider. Das schlicht und sportlich gehaltene Vormittagskleid ist vielfach zweiteilig gearbeitet. Das Nachmittagskleid dagegen verrät eine höhere Eleganz, bei der Plauener Spitzen bevorzugt werden.
Keulen- und Puffärmel find fast gänzlich verschwunden. Im Gegensatz zu den großgeblumten Abendkleidern weisen die Tages- und sport- kleider überwiegend kleine Musterungen auf. Die Jacken sind sehr eng. Die schon vom Vorjahr bekannten „Swagger" — dreiviertel lange Mäntel — werden jetzt hauptsächlich in Flausch und großkarierten Mustern hergestellt Die sozusagen auf den Kops gestellte Silhouette des Swagger ergibt den „Jigger", eine mit verbreiterten Schultern gearbeitete Jacke, die sich zum Saum hin verengt. Diese Verengung an der Knielinie ist überhaupt ein wichtiges Merkmal der neuen Frühjahrsmode, das 'chon bei einigen Abendkleidern der Wintersaison erkennbar wurde Die Jacken der F r ü h j a h r s k o jt ü m e ; bleiben eng anschließend, zeigen aber einen längeren Schoß als früher.
Die Mäntel sind größtenteils kragenlos und tailliert, oft mit Reißverschluß und mit Biesenstepperei verziert am drei Knöpfe abgestellt oder mit dem „Kante-an Kante-Verschluß". Mäntel mit Kragen zeigen jabotartige Revers
i Die hncbqeWoffem’n Kleider behaupten sich, eie Ifinb meist ohne jeglichen Hellen Besatz gearbeitet.
blau grauem Taft wird zu einem Rock aus dunkelblauem Taft getragen. Sie schließt rückwärts, die beiden Taschen vorne ergeben sich aus dem aufgesteppten Sattelteil. Ausputz: kleine Glasknöpfe am Verschluß hinten und an den Aer- meln, sowie ein kleines, dunkelblaues Chiffontuch in der Tasche.
Die einfache Hemdbluse für vormitags ist aus elfenbeinfarbener Waschseide, neu ist an ihr das für sich geschlossene Passenteil. Der Rock ist •aus beige Shetland. H.
Die neuen Modefarben sind „Rosa-Malade", ein zartes pastellfarbiges Rosa, dann Marme, Tinte und die Kombination Marine-Rot (Bordeaux) und zwei Blaukombinationen, auch Marine und Rosa-Malade
Viel wird man im kommenden Frühjahr die schachbrettartig verarbeiteten Blusen aus zweierlei Farben oder Stoffen antreffen und das gezogene Blusenteil. Der neue Stoff „Indio", der ein Material zwischen Wollgeorgette und Panama ist, trägt sich, vor allem klein gerippt, außerordentlich gut.
ngemachtes ifl sroflenivfindlich
V A. Anhaltender Frost dringt allmählich durch Mauern und Wände bis in Keller und Speisekam mer. Den Lebensmittelvorräten, die schnell Der- braucht werden, schadet das weiter nichts.
Bedenklich aber ist die Frostgefahr für empfindliche Dauervorröte. Daß man Kartoffeln und Winteräpfel vor Frost schützen muß, ist bekannt. Aber an die Einmachvorräte, zu denen auch saure Gurken und selbsteingelegtes Sauerkraut gehören, wird dabei seltener gedacht
Obgleich gefrorene Konserven nicht allzu große Veränderungen durchmachen, sind sie durch den Frost doch in ihrer Beschaffenheit und Haltbarkeit beeinträchtigt: namentlich wenn das Auftauen nicht sachgemäß erfolgt. Es wäre grundoerkehrt, sie direkt in einen warmen Raum zu bringen. Gefro rene Lebensrnittel dürfen nämlich grundsätzlich nicht rasch aufgetaut ^werden Man stellt die gefrorenen Einmachvorräte lediglich in einen frostfreien Raum, in dem die Temperatur nur wenig über 0 Grad beträgt Wenn sie langsam und vorsorglich auf- getaui werden, ist es nämlich nicht notwendig, diese Vorräte rasch aufzubrauchen — vorausgesetzt natürlich, daß die Gläser ober Flaschen nicht schon gesprungen waren Man kennzeichnet aber vorsichtshalber diese gefährdeten Vorräte, um sie bevorzugt zu verbrauchen und öfter kontrollieren zu können.
Hausjahrmadel urd Hausjahrmutter.
Zu Ostern dieses Jahres ist nach den Ermittlungen des Deutschen Frauenwerks mit der Schulentlassung von etwa 471 000 Mädchen zu rechnen. Wenn auch gewiß ein erheblicher Teil in eine Berufsausbildung eintritt, so muß doch nach den gemachten Erfahrungen auch damit gerechnet werden, daß ein Teil von ihnen wenigstens vorläufig, zu Hause bleibt — in manchen Gegenden waren es im vergangenen Jahre 28 bis 42 v H Um nun diese, zu ihrem eigenen Schaden brachliegenden jungen Kräfte für den Einsatz in die Forderungen der Volksgemeinschaft, im besonderen des Dienstes an der Familie, zu gewinnen wird von den verantwortlichen Stellen — Deutsches Frauenwerk, NS.- Lehrerbund, DAF., Reichsjugendführung und Behörden — eine Belebung des Gedankens eines h a u s w i r t f ch a f t l i ch e n I a h r e s ins Auge gefaßt. Sinn und Ziel dieses Hauswirtschaftsjahres ist, kurz gefaßt, dieser: Die Aufnahme eines jungen, schulentlassenen Mädchens in eine Familie, wo es unter Anleitung der Hausfrau in allen Arbeiten, die der Pflichtenkreis einer Hausfrau und Mutter umfaßt, unterwiesen werden soll, ist kein Arbeits-, sondern ein Treueverhältnis. Das kommt schon in der Bezeichnung .,Hausjahrmutter" zum Ausdruck, mit der die Hausirau gekennzeichnet wird, die ein solch junges „Hausjahrmädel" bei sich aufnimmt. Das hauswirtschaftliche Jahr stellt auch keine Berufsausbildung im eigentlichen Sinne dar, es soll jedoch die Grundlage hauswirtschaftlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, die jedes Mädchen später einmal im eigenen Hause braucht, einerlei, welchen Beruf es vielleicht wählen wird. Pflicht der Hausjahrmutter ist es, das junge Mädchen an allen Arbeiten teilnehmen zu lassen, die zur Haushaltführung gehören, vor allen auch zu kinderpflege- rischen heranzuziehen. Nach Ablauf des Jahres erhält das Mädchen ein Zeugnis. Grundsätzlich soll das Hauswirtschaftsjahr schlicht um schlicht geleistet werden, aber da in vielen Gauen wegen Kräftemangels auch schon für die Vierzehnjährigen bezahlte Stellen offenstehen, sollen auch solche Ar- beitsverhültnisse in Rücksicht auf die Jugend der Mädchen etwas von dem Charakter des hauswirtschaftlichen Jahres tragen. Die Tatsache, daß die Hausfrau solchen Anfängerinnen Lohn bezahlt, entbindet sie nicht von der Pflicht, das junge Mädchen zu guten Leistungen zu erziehen und andererseits zu berücksichtigen, daß es sich um eine Anfängerin handelt, von der sie nicht dasselbe »erlangen kann und darf, wie von einer erwachsenen, ausgebildeten Hausgehilfin. Auch diese Hausfrauen sollen sich nicht als „Arbeitgeberinnen", sondern als Hausjahrmütter erweisen. Nach wie vor aber liegt das Schwergewicht der Werbung für das hauswirtschaftliche Jahr nach seinem eigentlichen Sinn in der Richtung, willige Hausjahrmädel für den Einsatz in kinderreichen Familien und zur Entlastung der überbürdeten Landfrau zu gewinnen.
Auch an die Eltern,' vor allem an die Mütter, ergeht die Mahnung, chre schulentlassenen Töchter, wenn sie nicht wirklich dringend im eigenen Haushalt nötig sind, nicht einfach zu Hause zu halten, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre jungen Kräfte nutzbringend für andere, fördernd für ihre eigene Entwicklung sich entfalten zu lassen, „Hausjahrmädel" zu werden bei einer „Hausjahrmutter". D. S.
Die Gartenarbeit
fangt schon im Febrnar an.
Von Käthe Melenz
Der Gartenbesitzer hätte im Februar noch nichts zu tun, meinen Sie? Da sind Sie aber lehr im Irrtum Natürlich mit der Saat hat es noch etwas Zeit. Aber dazu gehören allerhand Vorbereitungen, die man nicht bis zum letzten Augenblick amfchie- ben darf. Bis zum 1. März muß z. B. laut amtlicher Verfügung die „Entrümpelung" beendet fein. Das heißt nichts anderes, als daß alle Bäume und Sträucher bis dahin überholt fein müssen. Abgestorbene oder absterbende Bäume und Aeste sind jetzt zu enfernen, besonders auch dann, wenn sie von Krebs, Blutlaus, Borkenkäfer usw. zu stark mitgenommen sind. Auch sind Misteln und Kirschenhexenbesen zu entfernen und die Obstbäume und -sträucher o-on Moosen, Flechten und alter Borke zu säubern. Raupennester und Fruchtmumien müllen sofort verbrannt werden Wie alle Lebewesen, brauchen auch die Bäume Licht und Lust und — wenn sie noch klein sind — eine feste Stütze, damit sie der Frühlingswind nicht umlegt.
Man vergesse auch nicht, schadhafte Zäune, Lauben und Spaliergerüste jetzt instandzusetzen oder neu anzubringen, damit die Bepflanzung kahler Hauswände mit Nutzpflanzen, wie Schattenmorellen, Wein, Pfirsichpalmen oder mit Zierpflanzen, wie wilden Wein, Clematis, Glycinien usw., nachher leicht möglich ist.
Zu den Vorberestungsarbeiten gehört auch die Ueberprüfung des Gerätebestandes. Schneiden an Hacken und Spaten sind zu schleifen aus- gebrochene Harkenzinken zu ersetzen, wacklige Stiele zu befestigen und möglichst mit heißem Oel einzu- reiben, Eisenteile zwecks Rostschutz einzuschmieren. Pflege und Aufbewahrung der Geräte sind wichtige Maßnahmen der Werkstoffersparnis, die nicht nur dem Besitzer, sondern der ganzen Wirtschaft nutzt.
Jetzt wird man auch den ©artenplan aufstell'en und die verschiedenen Gemüsesamen beschaffen, wobei nicht die Prüfung der Keimfähigkeit vergessen werden darf. Handelt es sich nicht gerade um matschigen Lehmboden, so wird das im Herbst nicht umgegrabene Land jetzt im Februar umgegraben. Dann ist es aber auch Zeit, die Gartenwege zu reinigen, zu walzen, neuen Sand und Kies zu beschaffen und schadhafte Wegeplatten zu ersetzen. Auch die Rasenflächen können schon abgerecht, gewalzt und gedüngt werden Blumenbeete sind mit neuer Erde aufzufüllen und abzustechen.
Ja, und dann werden auch am Zimmerfenster die ersten Aussaaten von Petunien, Calla Begonien, Verbenen und Blattpflanzen in Töpfen vorgenommen und Stecklinge von Fuchsien und Pelargonien in Sand gesteckt. Rosen, die ohne Schutzdecke überwintert haben, sind jetzt zu beschneiden.


