politischer Delikte verhängten Verwaltungsstrafen (Polizeistrasen) sowie auch Maßregeln aus dem Gebiete -er Pensionen, Renten und Unterstützungen sowie üuf dem Gebiete des Schulwesens außer
Außenminister Dr. G. Schmidt.
Kraft zu setzen. Wiedereinstellung in das aktive Dienstverhältnis kommt hierbei nicht in Frage. Die Bundesregierung hat diese vom Geist der Versöhnlichkeit getragenen Maßnahmen getroffen, u m allen bisher abseits gestandenen Staatsbürgern den Weg zur Mitarbeit am Aufbau - es Vaterlandes frei zu machen und somit den inneren und äußeren Frieden -es Landes zu sichern. Der Bundespräsi-
si-ent hat den Staatssekretär Dr. Michael S k u b l zum Generalinspizierenden der österreichischen Exekutive (Polizei und Gendarmerie) ernannt. Staatssekretär Dr. Skubl war schon seit längerer Zeit Generalinspizierender der Bundespolizeibehörden."
Das neue österreichische Fremdengeseh. Schutz vor ostjüdischer Einwanderung. Wien, 15. Febr. (DNB.) Das neue Fremdengesetz, das dem deutschen Volk in Oesterreich Schutz vor dem Strom ostjüdischer Zuwanderung bringen soll, enthält, wie man aus der „Reichspost" erfährt, weitergehende Bestimmungen, als man ursprünglich angenommen hat. Nicht nur alle neueinreisenden Ausländer, sondern auch alle bereits inOesterreichlebendenAuslände r -müssen in Zukunft um eine Aufenthaltsbewilligung nachsuchen: zunächst werden sich jene Fremden, die sich nach dem 1. Januar 1933 hier niederließen, bei den Behörden zu melden haben, dann wird man Schritt um Schritt bis 19 18 zurück- gehen. Besonders unerwünschten Elementen gegenüber, wie den Günstlingen gewisser internationaler Organisationen, Leuten, die ihren wahren Aufenthaltszweck verheimlichen, Ausländern, die auf Kosten anderer hier leben, wird das neue Gesetz erhöhte Aufmerksamkeit widmen. Die Behörden brauchen eine Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung nichb zu begründen, jedoch ist eine Berufung an das Bundeskanzleramt vorgesehen. Staatenlose werden wie Ausländer behandelt werden; die Frage von Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit wird noch beraten.
sige Lüge hingenommen. Jeder, der sich einen gesunden Menschenverstand bewahrt hat, weiß seit langem, daß die Komm uni st en die direkten Agenten Moskaus sind, das ihnen Befehle gibt, und ihnen ihre Agitationsmittel liefert. Stalin hat soeben selber das Eingeständnis gemacht. Der Wortlaut des Briefes ist nur zu klar.
Das Abendblatt „La Cr o i x" schreibt, Stalin bedroht die ganze Welt mit der Revolution. Seine Erklärungen bewiesen zunächst ein* mal, meint das Blatt, daß die inneren Schwierigkeiten in Sowjetrußland nach wie vor sehr schwerwiegend seien. Man könne durchaus auf eine neue undbreitangelegte Aktion der Komintern schließen, und zwar nicht nur gegen die sogenannten „faschistischen Länder , sondern gleichfalls gegen die „Demokratien".
Der Vorsitzende der französischen Volkspartei, Jacques Doriot, schreibt in seiner Zeitung „L i - verte" u. a., Stalin habe soeben gesagt, was man chon immer von seiner Taktik wußte. Dor allem habe er die Stellung des internationalen Kommunismus zu den Sowjets klar dargelegt. Nach diesen Darlegungen erschienen die Rollen Dimitroffs und Litwinow-Finkelsteins in vollem Lichte. Was bleibe jetzt noch von der angeblichen Konkurrenz zwischen der Dritten Internationale und der Sowjetdiplomatie, wovon man bisher so viel geredet labe? Beide hätten eine gleiche Mission, nur auf verschiedenen Gebieten: Finkelstein beschwichtige die Borgeois und Dimitroff mobilisiere Kanonenfutter. Um Stalin zu stützen, seien alle Mittel gut, angefangen vom Streik bis zur Kriegsaufhetzung. Das könne man nicht oft genug den Anhängern des franzöfisch-fow- jetrussischen Bündnisses wiederholen.
Gin unfreundlicher Att Moskaus
„Ein Skandal in Paris."
Die französische Regierung duldet übelste Emigrantenhehe gegen das nationalsozialistische Deutschland.
Berlin. 15. Febr. <DNB.) Unter der lieber- schrift „Ein Skandal m Paris" nimmt der „Völkische Beobachter" gegen die vor einiger Zeit in Paris eröffnete Ausstellung marxi- stischer und kulturbolschewistischer Hetzprodukte gegen das Dritte Reich Stellung. Der „23. B." schreibt: Diese Ausstellung ist eine brüske und brutale Kampfansage. Sie zielt ausschließlich darauf hin, das sich in letzter Zeit in so erfreulicher Weise anbahnende Verhältnis der Freundschaft oder doch wenigstens der Verständigungsbereitschaft zwischen zwei Großmächten Europas zu sabotieren und systematisch zu stören. Das erhellt schon ohne weiteres aus der Tatsache, daß die Hintermänner dieser Ausstellung, die dann auch bei ihrer Eröffnung prompt und sichtbar in die Erscheinung traten, in den Kreisen zu suchen sind, die bei Ausbruch der Nationalsozialistischen Revolution zusamt ihrem bösen Gewissen bei Nacht und Dunkel angstschlotternd über die Grenzen passierten, um sich noch rechtzeitig dem nationalsozialistischen Strafgericht zu entziehen. Auf die Proteste der deutschen Botschaft in Paris ist juerft ein Teil der anrüchigsten und gemeinsten Karikaturen und Verunglimpfungen des Führers und seiner nächsten Mitarbeiter aus der Ausstellung beseitigt worden. Obschon die deutsche Regierung sich keineswegs mit dieser vollkommen unzulänglichen Lösung des in Frage stehenden" bedauerlichen Falles zufrieden geben konnte und der deutsche Botschafter erneut beim Quai d'Orsay vorstellig wurde, ist die Ausstellung nunmehr bis zum 18. März verlängert worden, d. h. mit anderen Worten, es wird in Paris weiterhin eine Ausstellung geduldet und sogar verlängert, deren einzigerZweck zugegebenermaßen der ist, das nationalsozialistische Deutschland zu beleidigen, zu verleumden und zu verunglimpfen und damit die an sich schon überreichlich in der europäischen Politik vorhandenen Spannungselemente gewissen- und verantwortungslos zu verschärfen und zu vermehren.
Wir müssen gestehen, daß wir für das Verhalten der französischen Regierung — und um die allein handelt es sich für uns — keinerlei Verständnis aufbringen können. Es muß von der deutschen Oeffentlichkeit auf das schärfste dagegen Protest erhoben werden, daß demo
kratische Staaten auf Grund ihrer Demokratie Meinungs-, d. h. Schimpf- und Verleumdungsfrei h.eit für s i ch beanspruchen, autoritäre Staaten dagegen zu Anstand und Wohloerhalten, natürlich durchaus einseitig, verpflichtet seien, weil sie die Mittel und Möglichkeiten besitzen, ihre Bürger zu Anstand und Wohloerhalten zu erziehen bzw. zu zwingen. Eine solche Beweisführung ist unfair und kann von der deutschen Oeffentlichkeit in Zukunft in keiner Weise mehr hingenommen werden. Wir werden von nun ab jeden anständig behandeln, der uns anständig entgegentritt, jedem Friedensstörer aber die Hiebe versetzen, die er uns zu versetzen sucht. Der autoritäre Staatsgedanke darf für unsere öffentliche Meinung nicht eine Klammer werden, die jedes Gefühl und jede Aeußerung berechtigter Wut und Empörung von vornherein einengt und hemmt. Darüber müssen sich auch die verantwortlichen französischen Stellen von nun ab im klaren fein.
In Paris lebende jüdische Emigranten mischen sich unter wohlwollender Duldung maßgebender Faktoren der französischen Politik auf das gemeinste und verleumderischste in die inneren Verhältnisse Deutschlands ein. Das lassen mir uns nicht gefallen, weil wir uns das nicht gefallen lassen können. Auch auf diesem Gebiet sind wir unmehr entschlossen, die absolute Gleichberechtigung des deutschen Volkes mit allen uns zu Geböte stehenden publizistischen Mitteln herzustellen. Wad man in Paris keiner anderen Großmacht zumuten würde, das darf man von nun ab auch uns nicht mehr zumuten. Wir haben lange genug zu dem gemeinen und verantwortungslosen Treiben jüdischer Emigranten in Paris geschwiegen. Jetzt ist unsere Geduld erschöpft. Wir begegnen von nun ab jedem so, wie er uns begegnet. Nun mögen französische Presseorgane von Störung des Weltfriedens reden. Die Storer des Weltfriedens sitzen an der Seine, und die französische Regierung kann oder will ihnen offenbar nicht das Handwerk legen. Sie wird also vor der Weltöffentlichkeit verantwortlich gemacht werden müssen für einen Zustand publizistischer Fehde, der eintreten wird, wenn man sich in Paris nicht bequemt, das nationalsozialistische Deutschland in der öffentlichen Meinung mit der Achtung zu behandeln, die es verdient.
Was sagen die „großen Demokratien" zur Drohung Stalins?
• Der Brief Stalins im Echo der italienischen presse.
Rom, 15. Febr. (DNB.) Der Brandruf Stalins und die darin unumwunden ausgesprochene Forde- rung der bolschewistischen Weltrevolution geben der römischen Presse Anlaß, die ganze Kulturwelt auf die sowjetrusstsche Gefahr hinzuweisen. So schreibt die „Tribuna", Stalin gebe noch einmal zu wissen, daß der Kommunismus, der seinem Wesen nach genau mit der jüdischen Lebensauffassung zu- sammenfalle, den Grundsatz der Vermischung der Rassen und der Vernichtung der Formen über den Begriff der Nation stellt. „Praktisch gesehen, bedroht Stalin die gesamt e W e 11 mit der kommunistischen Revolution. Unumwunden gibt er zu, daß die ungeheuren R ü ft u n g e n Sowjetrußlands, die jene der „großen Demokratien" vervollständigen sollen, den einzigen Zweck haben, die revolutionäre Aktion zu provozieren und durchzuführen." Mit dieser Drohung Stalins werde das kindische Geschwätz, wonach zwischen der Komintern und der Moskauer Regierung zu unterscheiden sei, ins wahre Licht gerückt. Damit werde aber auch in unwiderruflicher Weise die Position der „großen Demokratien" klargestellt, die um den Preis, im Osten von Deutschland die Massen der bolsche- wistischen Heerhaufen zur Verfügung zu haben, niemals gezögert haben, gefährliche Kompromisse mit jenen zweideutigen Kräften abzuschließen. Im besonderen müsse in diesem Zusammenhang auf Frankreich gesehen werden, das seinen berüchtigten Pakt mit Sowjetruh- kmb in einem Zeitpunkt abgeschlossen hatte, als kurz zuvor zahlreiche Juden aus Deutschland in Paris aufgetaucht waren. Es war nur allzu klar, daß in diesem Zusammenhang die j ä - discheJnter nationale ihren Einfluß aus die freimaurerische internationale und oieje wieder auf die kommunistische Inter- n a tio n ale ausgeübt hat. Man müsse sich fragen.
ob nach den neuesten Erklärungen Stalins die ./großen Demokratien" weiterhin die Komplizen Sowjetrußlands bei feiner traurigen Wühlarbeit sein wollen oder ob sie noch einmal ihre Zuflucht zu der Behauptung nehmen wollen, daß ihre politische Zusammenarbeit mit Sowjetrußland nichts mit der Aktion -er Komintern zu tun habe.
Aus jeden Fall ist jetzt volle Klarheit geschaffen. Stalin, der Verbündete der „großen Demokratien" droht mit der Weltrevolution. Die großen Demokratien haben also das Wort. Auch ist es klar, daß nach -er Stellungnahme Stalins der a n t i k o m m u n i st i s ch e D r'e i e r p a k t geschichtlich wie politisch noch größere und entscheidendere Bedeutung erhält und -aß die Welt mehr als je von ihm ihre Rettung und ihreü Frieden erwartet.
Stalin bedroht die ganze Welt.
Pariser Pressestimmen.
Paris, 16. Febr. (DNB.) Der Brief Stalins wird auch von zahlreichen französischen Tageszeitungen kommentiert. Die Rechtsblätter stellen mit Recht den zynischen Freimut Stalins heraus, durch den dem französischen Leser am deutlichsten die vor allem den Volksfrontländern drohende Gefahr erwiesen werde. Das Journal des D6bats schreibt: Stalin gesteht ein, daß die Kommunisten überall seine Agenten sind. Die Anhänger der Volksfront haben zur Rechtfertigung der Rolle, die die Kommunisten in der französischen Politik spielen, immer behauptet, daß die Kommunisten ausgezeichnete „Patrioten" seien und daß sie in keiner Weise unter dem Einfluß der Sowjetregierung und der Komintern ständen (was ja das gleiche ist). Nur diejenigen, die für vollkommene Tröpfe gehalten werden wollen, haben diese rie»
London zur Schließung seiner Konsulate in der Sowjetunion.
Moskau, 15. Febr. (DNB.) Die britische Regierung hatte seinerzeit die Forderung der Sowjets, das britische Generalkonsulat in Leningrad zu schließen, zunächst mit der Auflösung der Moskauer Konsularvertretung beantwortet, so -aß Sichtvermerke zur Einreise nach Großbritannien für Sowjetbürger nur noch in Leningrad ausgegeben wurden. Die Sowjetregierung beharrte jedoch auch weiterhin auf der Liquidierung des Leningrader britischen Generalkonsulats. In einer der britischen Botschaft dem Außenkommissariat überreichten Note erklärt sich die Londoner Regierung nunmehr b e« reit, auch das britische Generalkonsulat in Leningrad demnächst zu schließen. Die Note besagt, daß nach englischer Ansicht, die Sowjetregierung nicht berechtigt sei, der bri- tilken Regierung in Anbetracht des Bestehens normaler diplomatischer Beziehungen konsularische Vertretungen in bestimmter Zahl vorzuschreiben. Die britische Regierung müsse ferner selbst entscheiden können, welche Form sie für die Aufrechterhaltung ihrer konsularischen Vertretungen wählen wolle. Die Haltung der Sowjetregierung in der Konsularfrage stelle nach Auffassung der britischen Regierung einen unfreundlichen A k t dar, der nicht geeignet sei, die Beziehungen zwischen beiden ©taten zu verbessern.
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Tschechische ZRänfv.
Prag, 15. Febr. (DNB.) Der Tschechisierur"s- verein Narodni Jednota Posumavska hatte wi.oer auf deutschen Besitz einen Angriff unternommen. Das Lesni Druzstvo (zu deutsch: Waldgenossenschaft), das erst vor 14 Tagen den Waldhofschen Bauernhof — ohne damit aber erfolgreich zu sein — auf das Dreifache seines Wertes hinaufgesteigert hatte, erwarb überraschend das Gut des Josef Oberhofer in Stecken für 1,4 Millionen tschechische Kronen. Der Oberhofer Besitz besteht aus )8 Hektar landwirtschaftlichen Grundstücken und fünf Hektar Waldbesitz, drei Wirtschaftsgebäuden und einem Geschäftshaus.
In Stecken fand eine Ausschußsitzung des genannten Tschechisierungsbereins statt. Wie die dem Prager Außenministerium nahestehende „Lidove No- viny" berichten, wurden zu dieser Sitzung alle sieben tschechischen Stadtvertreter samt ihrer Ersatzmänner hinzugezogen. Dabei wurde deren R ü cf - tritt beschlossen, um damit den Anlaß für den Rücktritt der gesamten Gemeindevertretung zu geben, wodurch auch der deutsche Bürgermeister abgesetzt erscheint, so daß an seine Stelle ein tschechischer R e g i e r u n g <. k o n. m i s s a r kommen wird. Diese Erwartung spricht das tschechische Blatt auch' offen aus und fügt noch hinzu, daß der Wechsel des Oberhofer Besitzes in tschechische Hände eine starke üationaleVer- änberung zur Folge haben werde. Stecken wurde bereits im 14. Jahrhundert als deutsche Siedlung gegründet. Im Jahre 1910 gab es in Stecken 1077 Deutsche und 161 Tschechen. 1921 waren es — in Auswirkung hinlänglich bekannter Maßnahmen — nur noch 618 Deutsche und bereits 586 Tschechen.
Kleine politische Nachrichten.
Beim FührerundReichskanzler fand z u Ehren des Diplomatischen Korps eine 21 b e n b t a f e l statt, an ber mit ihren Damen sämtliche in Berlin beglaubigten Botschafter, Gesanbten unb Geschäftsträger, bie Reichsminister, bie Oberbefehlshaber ber Wehrmachtteile, bie Staatssekretäre, ber Reichsführer fj, ber Stabschef ber SA., ber Korpsführer des NSKK. u.a. teilnahmen.
Der Reichsminister des Auswärtigen unb Frau von Ribbentrop empfingen im Hotel „Kaiserhof" bie Chefs ber hiesigen auswärtigen Missionen mit ihren Damen.
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Der neue Botschafter ber Vereinigten Staaten Hugh Wilson traf in Berlin ein. Zu feiner Begrüßung waren auf bem Bahnhof Friedrichstraße erschienen der Chef des Protokolls Gesandter von Bülow-Schwante unb ber Referent von Amerika im Auswärtigen Amte, Geheimrat F r e y t a g, sowie sämtliche Herren ber amerikanischen Botschaft.
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Der Führer unb Reichskanzler hat Reichsorganisationsleiter Dr. Ley zum 48. Geburtstage telegraphisch seine herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen. Auf der Orbensburg Crossinsee nal)m er ein von den Junkern seldstge- arbeitetes künstlerisches Album mit Auszügen aus ihren Tagebüchern entgegen.
Sialins neuer AngkiWesehI
Schon im Kommunistischen Manifest des Marx- Mardochai von 1849 heißt es: „Die Kommunisten verschmähen es, ihre Absichten unb Ansichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ryre Zwecke nur erreicht werden können durch d e n gewaltsamen Umsturz alle r b i sä e r i = gen Gesellschaftsordnung. Der Bolschewismus als konsequent angewandter Marxismus ijt diesem Ideal des Trierer Rabbinersohnes treu geblieben. Die Moskauer amtliche „Prawda veröffentlicht jetzt einen Brief Stalin s, ber d i e Weltrevolution als Ziel des Bolschewismus hinstellt, die allen „kapltattstNchen Staaten" ben Garaus machen müßte. Dieses Ziel ergibt sich aus ber ganzen Wesensart des sociahsmus asiaticus. Die Todfeindschaft gegen Kultur unb Orb- nunq ber bürgerlichen Staaten ist aus ber silbischen Theorie in bie Praxis übertragen worben, unb zwar mit unerbittlicher Grausamkeit dort, wo sie bie Macht haben wie im Sowjetparabies, nut scheinbarer Anpassung an die Machtverhältnisse dort, wo sie noch in der Minderheit sind und hoffen, durch diese Anpassung Mitglieder für ihre kaum noch verhüllten Zwecke zu gewinnen.
Im Sowjetjargon heißen die beiden Methoden bezeichnenderweise „knochenbrecherisch" oder „mit ber größten Biegsamkeit". Das Ziel bleibt das gleiche: die Ausrottung jeder Ordnung, und zwar durch Bürgerkriege wie in Spanien und Unterwühlung des bestehenden Gesellschaftssystems durch die kommunistisch gelenkten Volksfrontpar- teien wie in Frankreich. Alle diese einzelnen Verwirrungen und Unruhen sollen münden in einen neuen Weltkrieg, der bie Hemmungen gegen bie Anarchie bes Bolschewismus Hinwegschwemmen wirb. In biesem Sinne erklärte Dimitroff, ber Leiter der Komintern: „Mit Stalin an der Spitze kann und muß unsere politische Millionen-Armee, alle Schwierigkeiten überwindend, kühn über alle Hindernisse Hinwegschreiten, die Festung des Kapitalismus zerstören und den Sieg des Bolschewismus in der ganzen Welt erringen!" Die Rote Armee soll die Weltrevolutionierung mit Waffengewalt entscheiden und die Diktatur der Moskowiter vollenden.
Bereits der Gründer des Bolschewismus, Lenin-Uljanow, hatte geschrieben: „Bis wir nicht die ganze Welt erobert haben, unb solange wir noch in wirtschaftlicher und militärischer Hinsicht schwächer bleiben als die kapitalistische Wett, müssen wir die folgende Regel befolgen: Wir müssen die Widerspräche unb Antagonismen zwischen ben bürgerlichen Ländern für uns ausnutzen. Gegenwärtig leben wir zwischen zwei Feinden. Da wir sie nicht alle beide besiegen können, müssen wir alles daran wenden, daß bie Feinbe s i ch selber bekriegen, benn immer, wenn zwei sich streiten, hat der Dritte den Vorteil. Seit dem 2. Kongreß ber III. Internationale haben wir in ben imperialistischen Länbern festen Fuß gefaßt, nicht nur ideen- mäßig, fonbern auch organisationsmäßig. Wir können gegen die gegenwärtigen Konstellationen keinen Krieg führen. Wir müssen also um jeden Preis immer kleine Teilkonzessionen machen und damit der Aufspeicherung von Machtmitteln bei den anderen für einen zukünftigen Krieg Vorschub leisten. Wenn wir das erreichen, hat unsere Politik den richtigen Sinn gehabt."
Stalin-Dugaschwili hat die politische Dialektik Lenins fortgeführt und gleichzeitig immer wieder am Prinzip ber Weltrevolutionierung festgehatten. Wenn bie Rote Armee soweit sei, sagte Stalin, bann sei es Aufgabe bes Bolschewismus, „in allen Ländern bie Revolution zur Entfaltung und zum Siege zu bringen". Unb weiter: „Die Revolution des siegreichen Lanbes darf sich nicht als eine sich selbst genügende Größe betrachten, sondern als Hilfsmittel zur Beschleunigung des proletarischen Sieges in allen anderen Ländern. Denn der Sieg ber Revolution in Rußlanb ist ber Beginn unb bie Voraussetzung ber Weltrevolution!" Diese soll, nachbem das „siegreiche Proletariat" in Rußland die bolschewistische Produktion organisiert habe, sich erheben und bie Rote Armee soll „gegen bie übrige kapitalistische Wett und nötigenfalls sogar mit Militärgewatt gegen bie ausbeutenben Klassen unb ihre Staaten" vorgehen. In seiner Schrift „Strategie unb Taktik ber proletarischen Revolution", ber biese Sätze entnommen finb, gibt also Stalin ein klares Bekenntnis zum Umsturz in aller Welt unb erhärtet damit die folgenden Worte Lenins: „Unvermeidlich finb Bürgerkriege des Proletariats für den Sozialismus^ Möglich sind Kriege des in einem Lande siegreichen Sozialismus gegen andere bourgeoise unb reaktionäre Länber. Der ist kein Sozialist, der die Verwirklichung des Sozialismus ohne Diktaturdes Proletariats erwartet. Die Diktatur ist eine staatliche Macht, bie sich unmittelbar auf bie Gewalt stützt. Die Gewalt im 20. Jahrhundert ist nicht bie Faust und nicht der Knüppel, sondern das Heer." Tuchatschewski, einst Oberhaupt ber Roten Armee, aber sagte über ihren Zweck: „Wir sehen, baß bie sozialistische Revolution von ihrer Armee bie Fähigkeit zu aktiven Angriffsoperationen in den eigenen Grenzgebieten unb, wenn ber Gang ber Ereignisse bazu zwingt, auch außerhalb berselden erfordert."
Unb wieder sagte Stalin auf dem 15. Parteikongreß des Bolschewismus: „Die Sowjetfödera- tioh ist die Avantgarde der Weltrevolution. Allein schon bas Bestehen ber Sowjetunion bilbet einen ber wichtigsten Faktoren der Zersetzung bes Weltimperialismus unb ber Unterwühlung seiner Stabilität sowohl in Europa als auch in ben Kolonien. Die Sowjetunion wird in klarer Form zum Banner ber Arbeiterklasse Europas und ber unterbrächen Kolonialvölker." — Die amtliche Moskauer Prawba aber schrieb bamals: „Unter ber Leitung Stalins werben bie Arbeitermassen ber ganzen Welt in einen siegreichen Kampf zur Vernichtung bes Kapitalismus für bie proletarische Diktatur schreiten". Unb ber 6. Weltkongreß ber Komintern verkündete: „Vierzehn Jahre nach dem ersten großen Wettgemetzel forbert bie Kommunistische Internationale bie Arbeiter unb Bauern aller Länber auf, sich tmrauf vorzubereiten, den n ä ch st e n Weltkrieg in eine soziale Weltrevo- lution umzuwandeln, damit, wie die Komintern im April 1934 verkündete, dieser neue Weltkrieg „eine unvergleichlich größere Erschütterung zur Zerstörung des ganzen wirtschaftlichen und sozialen Lebens Hervorrufen wird als der Krieg 1914/18".
„Die Welt", so wurde auf dem 2. Kongreß ber Komintern betont, „muß in revolutionäres Kochen gebracht werben um jeben Preis, auf beliebige Art unb Weise." Unb im Kommunistenkalen- ber für das Jahr 1929 heißt es: „Die Sowjetunion wird notwenbigerweise zur Basis ber internationalen Bewegung aller unterbrächen Klassen, zum .Hauptherb der internationalen Revolutionen, zum bedeutsamen Faktor ber Weltgeschichte." Die früheren Beschlüsse ber Komintern sind ausdrücklich von


