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Ministerpräsident Ieftitsch, kein Mandat erhalten hat. Auch die Führer der serbischen demokratischen Opposition. Dawidowitsch und Iwano­witsch, gingen leer aus.-Die neue Skupschtina wird eine große Anzahl Abgeordneter haben, die bisher kein Mandat innehatten. Von den oppositionellen Parlamentariern, die wieder in das Parlament ge­langen, wird der frühere Minister und ehemals führendes Mitglied der Serbischen Radikalen Partei, Markowitsch, nach langjähriger Pause wieder in die Skupschtina einziehen.

Rumänische Regierung verbietet Weihnachtsbäume.

Bukarest, 14. Dez. (DNB.) Das Ackerbau­ministerium hat das Schneiden uni) den Verkauf von Tannenbäumen mit der Begründung verboten, es handele sich beim Aufstellen des Christbaumes um eine unrumänische Sitte. Das Verbot ist die Folge einer vor kurzer Zeit erfolgten Stel­lungnahme derLandeswach t", der rumäni­schen Staatsjugendorganisation, in der außer der Abschaffung des Weihnachtsbaumes dazu aufge­rufen worden war, die alten rumänischen Bräuche des Weihnachtskranzes, des Umher­gehens mit dem Stern usw. wiedereinzuführen und zu pflegen. Die zweite Begründung lautet, daß die rumänischen Wälder durch das Schneiden der Tannenbäume gefährdet würden.

Die volksdeutsche Presse in Rumänien hatte darauf hingewiefen, daß dieser zweite Grund bei dem Waldreichtum Rumäniens in keiner Weise stichhaltig sei. Gegen die Erhaltung der alten Bräuche sei selbstverständlich nichts einzuwenden. Doch müsse das auch für die deutsche V o l k s- gruppe gelten, der der Weihnachtsbaum ein hei­liges Symbol sei. Der Bitte, den Ankauf von Weih­nachtsbäumen nicht unmöglich zu machen, hat sich die rumänische Regierung versagt. Sie hat ein all­gemeines Verbot erlassen, durch das die Deutschen Rumäniens schwer betroffen werden.

In der rumänischen ZeitungCurentul" schrieb Romulus Dianu, ein bekannter Journalist, er finde die Abschaffung des Weihnachtsbaumes wie ein Attentat gegen die wundervolle Kindheit, wie ein grausamer und egoistischer Akt einer Generation gegen die nachfolgende Generation. Die wenigen tausend Tannen, die von den Bergspitzen herabge­holt würden, schädigten nicht das Eigentum des Landes. Schädigung und Raub kämen von an­deren und nicht von diesen winterlichen Sitten!

Die Deutschen

im Prager Parlament.

Zur Mitarbeit bereit.

Prag, 14. Dez. (Europapreß.) Am Mittwoch wurde im Prager Abgeordnetenhaus die Aussprache über die Regierungserklärung des Ministerpräsiden­ten Beran eröffnet. Der Vertreter der Ungarn in der Tschecho-Slowakei, Graf Esterhazy, er­klärte, daß die in der Tschecho-Slowakei verbliebenen Ungarn auch von den gegenwärtigen Machthabern die volle Respektierung ihrer nationalen Rechte und die Garantie ihrer Lebensmöglichkeiten forder­ten. Das Ungartum mache von den programmati­schen Erklärungen des slowakischen Ministerpräsi­denten seine weitere Haltung abhängig.

Der Führer des Klubs der deutschen national­sozialistischen Abgeordneten und Senatoren, K u n d t, sagte, der Klub enthält sich jedweder Stellungnahme.

Das Parlament muß sich bemühen, in einem neuen Geiste eine neue Zeit mitzugestalten helfen. So wol­len auch wir die Vergangenheit übersehen und an dieser Neugestaltung den uns zukommenden Anteil nehmen. Wir wollen mit nüchternem Realismus urteilen, ob der in der Regierungserklärung dar- gebrachte gute Wille, ein neues Verhältnis zum Deutschen Reich und zum deutschen Volk zu finden, nun auch in d i e Tat umgesetzt wird und ein neues Verhältnis zu dem in der Tschocho-Slowakei verbleibenden Deutschtum in kürzester Frist Wirk­lichkeit werden wird. Wir verkennen nicht die Schwierigkeiten und sind bereit, nach besten Kräften mitzuhelfen. Das setzt jedoch voraus, daß vor allem vom tschechischen Volk die Tatsache anerkannt wird, daß selbstverständlich die hier verbleibenden Deut­schen Glieder und Träger der deutschen national­sozialistischen Volksgemeinschaft unter der Führung Adolf Hitlers sind.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsbankpräsident Dr. Schacht traf zu einem kurzen Besuch in London ein. Während seines Londoner Aufenthalts ist Dr. Schacht Gast des Direk­tors der Bank von England, Montagu Norman.

In Essen gab Gauleiter und Oberpräsident Ter- b o v e n zu Ehren des italienischen Korporationsmini­sters L a n t i n i einen Empfang, zu dem sich zahl­reiche führende Männer der Partei, des Staates, der Behörden, der Wirtschaft und der Wehrmacht sowie des kulturellen Lebens eingefunden hatten.

Wirtschaft.

Ahein-Mainifche Börse.

ANtlagsbörse freundlich.

Frankfurt a. M., 14. Dez. Auf Grund klein­ster Käufe der Kundschaft erfuhr die Börse am Ak­tienmarkt eine weitere leichte Erholung, zumal Abgaben nur noch in kleinem Umfange vorgenom­men wurden, wobei es sich zumeist um Kassaab­gaben handelte. Das Geschäft blieb indessen weiter­hin sehr ruhig, da sich die Kulisse nur zögernd dar­an beteiligte. Im Durchschnitt lagen die ersten Kurse 0,50 bis 1 v. H. über dem gestrigen Stand. Stärker erhöht nach Pause waren Deutsche Linoleum mit 147,50 (145). Von Montanwerten zogen Rheinstahl auf 130.50 (129,25), Mannesmann auf 106 (105,13) und Verein. Stahl auf 103,50 (103) an. Maschinen­werte besserten sich um 0,50 v. H. Elektropapiere lagen ruhig, AEG. 1 v. H. höher mit 113,50, hin­gegen Siemens 188,50 (189). IG.-Farben bei etwas mehr Umsatz 148 (147,25). Knapp behauptet lagen Westdeutsche Kaufhof mit 101,25 (101,75). An den übrigen Marktgebieten fehlte es an Erstnotierungen.

Der Rentenmarkt lag still. Es überwogen weiterhin kleine Abgaben, doch traten nur auf Teil­gebieten noch weitere Rückgänge ein. Reichsaltbesitz unv. 127,65. Im Freiverkehr stellten sich Kommu- nal-Umschuldung auf unv. 92,05, späte Schuldbuch­forderungen und Wiederaufbauzuschläge je 0,13 o. H. höher mit 97,90 bzw. 81,13, 4 v. H. Rentenbank-Ab­lösung gehalten mit 88,25 bis 88,40. Industrie-Obli­gationen waren zumeist leicht erholt und Stadtan­leihen konnten sich behaupten, ebenso zeigten Liaui- dationspfandbriefe keine Abweichungen. Goldpfand­briefe und Kommunal-Obligationen gaben dagegen in Anpassung an die schon auf 99 bzw. 98,50 er­mäßigten Papiere weiter nach, insbesondere einige über pari stehende Serien. Unverändert blieben aber weiterhin die reichsmündelsicheren Werte der Preuß. Landespfandbrief-Anstalt.

Abendbörse still.

Die Abendbörse war nahezu ohne Aufträge und hatte daher auf fast allen Gebieten sehr begrenztes Geschäft. Da anderseits Angebot auch nicht vorlag, konnten sich die Aktienkurse ziemlich behaupten oder waren um Prozentteile darunter gefragt Etwas niedriger lagen u. a. IG. Farben mit 148 (148,25), Buderus mit 105,50 (106), Mannesmann mit 105,75 (106), Daimler mit 128 (128,50), Bemberq mit 132,75 (133), Geffürel mit 126,50 (127) und Allg. Lokal und Kraft mit 135,25 (135,75), etwas höher nur Rheinstahl mit 130,75 (130,50). Sonst tarnen u. a. zur Notiz: Adlerwerke 102,25, MAN. 134,75, Scheideanstalt 193, Junghans 99,50, Mainkraft 95, Metallgesellschaft 116, Moenus 122,50, Rheinmetall 128,25, VDM. 171, Commerzbank 110.

frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 14. Dez. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 9 204, W 11 206, W 12 207, W 13 208, W 16 211, W 18 213, W 19 215, W 20 217, Roggen R11 189, R12 190, R14 192, R15 193, R 16 195, R 17 196, R 18 197, R 19 199 Groß­handelspreise der Mühlen der genannten Preis­gebiete. Futterqerste, Futterhafer. Weizenmehl Type 812 13 29,45, W 16 29,45, W 18 29,45, W 19 29,45, W 20 (Kreis Alzey) 29,45, W 20 (Kreis Worms) 29,80 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl liegen die Preise 30 Pfennig unter den Notierungen. Roggenmehl R 12 22,45, R15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht - Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W13 10,73, W16 10,90, W18 11,00, W19 11,10, W20 11,20 Mühlenfestpreis ab Müh­lenstation. Roggenfuttermehl R19 12,50, Rogge n- vollkleie R19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlen­festpreis ab Mühlenstation. Treber. Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken 5,00 bis 5,20, Wiesen­heu, gut, gesund, trocken 6,00 bis 6,20, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50, Luzerneheu, gut, gesund, trocken 7,50 bis 7,80, Weizenstroh, bind­fadengepreßt oder gebündelt 2,80, Roggenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 3,00, Hafer- und Gerstestroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig.

frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 15y. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1342 Rinder (269 Ochsen, 129 Bullen, 678 Kühe, 266 Färsen), 324 Kälber, 65 Härnrnel, 76 Schafe, 225 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 Mark, Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 18 bis 44,50, Färsen 36 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hämrnel 30 bis 52, Schafe 20 bis 42, Schweine 50 bis 59 Mark. Marktoerlauf: Rinder, Kälber und Schweine zu- geteilt; Härnrnel und Schafe mittelmäßig.

VezirksschöffengmOt Gießen.

Der W. D. aus Bettenhausen war wegen falscher Anschuldigung angeklagt. Er hatte im Jahre 1937 bei dem Ortsbauernführer in Bettenhausen zu Pro­tokoll erklärt, er habe gesehen, wie ein anderer Einwohner, der eine Saatbaustelle in Bettenhausen betretet, auf getaufte Kartoffeln mit Plomben des Reichsnährstandes versehen und als Saatgut ver­kauft habe. Daraufhin erstattete der Ortsbauern­führer pflichtgemäß Anzeige beim Reichsnährstand in Frankfurt a. M. Der betreffende Ortseinwohner erhielt eine Ordnungsstrafe. Gegen diesen Straf­bescheid legte er Beschwerde ein. Das Schiedsgericht

für landwirtschaftliche Marktregelung in Berlin hob auf die Beschwerde hin den Strafbescheid auf. Es stellte sich dort nämlich heraus, daß der Beschwerde» ührer im Jahre 1936 Plomben vom Reichsnähr» tand bekommen hatte, während der fragliche Vor­gang sich nach den Angaben des D. bereits 1935 abgespielt haben sollte. Der Angeklagte D. wurde verschiedentlich gehört. Er behauptete nach wie vor, die Angelegenheit habe sich 1935 abgespielt. Auf einen Einwand hin erklärte er, daß der Zeuge K. sich wahrscheinlich die Plomben 1935 auf unrecht­mäßige Weise verschafft hätte. Es wurde dann gegen K. Anzeige wegen Betrugs erstattet. In die­sem Verfahren wurde der jetzige Angeklagte D. als Zeuge gehört. Er erklärte vor der Kriminalpolizei, was er bis jetzt gesagt habe, wäre alles gelogen. Er habe niemals gesehen, daß K. Plomben an den Säcken angebracht habe; er habe die Gelegenheit nur wahrgenommen, um K. eins auszuwischen, weil er mit ihm wegen einer Grenzangelegenheit verfeindet sei. Nun wurde das Verfahren wegen falscher Anschuldigung gegen den Angeklagten ein­geleitet. In der Hauptoerhandlung widerrief der Angeklagte seine früheren Aussagen. Er sagte, es wäre wohl so gewesen, wie er es früher erzählt habe; nur habe sich der fragliche Vorfall nicht 1935, sondern 1936 abgespielt. Die unrichtige Aussage vor der Polizei habe er nur um des lieben Friedens willen gemacht. Er sagte in der Hauptoerhandlung, daß an dem gleichen Tage neben der Saatgut­lieferung noch eine Lieferung Saatgerste nach Nau­heim bei Groß-Gerau abgegangen sei. Diese Aus­sage wurde überprüft, und es stellte sich ihre Rich­tigkeit heraus. Man schenkte der Aussage des Zeu­gen K. nicht vollen Glauben, da er Verletzter ist. Der Angeklagte D. wurde freigesprochen, aber nicht wegen erwiesener Unschuld, sondern mangels Beweises. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von drei Monaten beantragt.

Wetterbericht

Heber Nordosteuropa entwickelt sich ein un­gewöhnlich winterliches Hochdruckgebiet. Es ver­stärkt das schon bestchettde ostwestwärts gelagerte Luftdruckgefälle, so daß mit dem Vordringen käl­terer Luftmassen nach Deutschland zu rechnen ist. Es kann daher auch bei uns langsam fortschreitende Abkühlung, aber noch keine durchgreifende Wetter­änderung erwartet werden.

Vorhersage für Freitag: Dunstig und meist bewölkt, Niederschlagsneigung, beginnende Abkühlung und nachts vereinzelt leichter Frost. Meist östliche Winde.

Lufttemperaturen am 14. Dezember: mittags 1,8 Grad Celsius, abends 2 Grad; am 15. Dezember: morgens 1,6 Grad. Maximum 2 Grad, Minimum heute nacht 1,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Dezember: abends 3,3 Grad; am 15. De­zember: morgens 3,2 Grad.

Hauptfchriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.> 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu­strierten 15 Pf. mehr. Emzelverkausspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

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