Ur. 293 Erstes Blatt
188. Jahrgang
Donnerstag, 15. Dezember 1938
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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damit
östlichen
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MAGDEBURG
Das Straßennetz der Reichsautobahn nach dem Stand vom 15. Dezember. — (Scherl-M.)
chträglich noch auf
den Vertragsabschluß von 1936, dargebracht werden.
Land- Sfim-
heute deutsche
Memel, 15. Dez. (DRV.) Am Mittwochabend war die Zählung der bei der Memeler Landtags-
Übergaben der Generalinspektor für das
Straßenwesen Dr.-Ing. Todt und der
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Dazu erahlten wir von unserer Berliner Schriftleitung folgenden ergänzenden Bericht:
Bevor das Jahr 1938 zu Ende geht, werden 3000 Kilometer deutscher Reichsautobahnen im Betrieb sein. Diese gewaltige Leistung des nationalsoziali-
wahl abgegebenen Stimmen fehlten nur noch 14 von den bezirken. Insgesamt wurden memeldeutsche Li sie
nahezu beendet. Es insgesamt 228 Wahl- abgegeben für d i e Dr. Neumanns
Duisburg erreicht, wo die Autobahn nach Süden obbiegt. Die Strecke Köln—Frankfurt a. M. ist ebenfalls bis Ittenbach östlich des Siebengebirges frei. Das stnd von Herford aus weitere 269 Kilometer. Ferner sind im Laufe dieses Iahres freige- worden: Göttingen — Kassel — Hersfeld — Frankfurt a. M. — Mannheim — Heidelberg — Karlsruhe — Pforzheim mit 389 Kilometern und — abbiegend nach Südost — Pforzheim — Stuttgart — Ulm — München mit 239 Kilometern.
1 613 737 Stimmzettel und für d i e litauischen Listen 256 209 Stimmzettel, wobei jeder Wähler bis zu 29 Stimmzettel abgeben konnte. Die memeldeutsche Liste erhielt somit 86,3 v. H. der abgegebenen Stimmen. Dieses für die memeldeutsche Liste glänzende Ergebnis kann sich durch die noch fehlenden Bezirke nur unwesentlich verschieben.
Gauleiter der Kurmark, S t ü r h, das Restsiück der Südtangente des Berliner Ringes und eine Anschlußstrecke der Autobahn Berlin—Breslau dem Verkehr. Zur gleichen Zeit werden weitere vier Teilstrecken frei, insgesamt 184 Kilometer Autobahn. Damit ist das Bauziel des Iahres 1938 erreicht, 3062 Kilometer Autobahn stehen dem deutschen Kraftverkehr zur Verfügung. Sie entspre-
Der deutsche Charakter des Memellandes ist endgültig vor aller Welt erwiesen.
Eine vorläufige Gesamtzählung der bei der tagswahl in Memel-Stadt abgegebenen
Mettelmeer, das zugleich auch ein
Ttufrrz
BRESLAU
chen einer Entfernung vom Nordkap bis Genua: 1300 Kilometer find zur Zeit noch im Bau und 2315 Kilometer sind zum Bau freigegeben. Schon in diesem Jahre wurde ein Stundenverkehr von 2650 Fahrzeugen auf der Autobahn beobachtet. Ieht, nach Inbetriebnahme von über 3000 Kilometern ist eine weitere Steigerung vorauszusehen. Eine geschlossene Verbindung von der Ostsee bis zu den Alpen ist geschaffen und die durchgehende Strecke von der Ostgrenze zum Rhein steht nahe vor der Vollendung. Durch die Errichtung der S ü d lange n t e des Berliner Ringes wird nämlich die 141 Kilometer lange Strecke Stettin—Berlin mit der Strecke Berlin — Leipzig — Nürnberg — München (523 Kilometer) verbunden, und von München aus steht wieder die Strecke nach Salzburg mit 122 Kilometern offen. In der Ost-West-Richtung kann der Kraftfahrer sein Vaterland durcheilen von Frankfurt a. d. O. bis Berlin (53 Kilometer) und in gerader Fahrt 253 Kilometer weiter über Magdeburg und Hannover bis Bad Nenndorf an der Pforte des Ruhrgebietes. Hier ist nur noch das kleine Stück bis Herford bei Bielefeld im Bau. Nach seiner Fertigstellung wird in geradem Zuge Essen—
Es fragt sich nun, ob die Regierung den Mut haben wird, die abgeänderten Syrien- Verträge jetzt dem Parlament zur Ratifizierung vorzulegen. Sie könnte sich l>abei unter Umständen einer empfindlichen Niederlage aussetzen. Die Rechte scheint keinesfalls gewillt, den Vertrag gutzuheißen. Die marxistische Linke würde sich vielleicht unter Umständen dazu hergeben, aber die Regierung kann bei der heutigen Konstellation, in der sie auf dem Gebiet ihrer allgemeinen Politik mit der Rechten zusammenarbeitet, wohl kaum daran denken, sich auf die Linke zu verlassen. Es wird der Regierung wohl eher angenehm sein, mit einem entschuldigenden Hinweis auf die parlamentarischen Widerstände die ganze Vertragsangelegenheit wieder zu vertagen und damit gleichzeitig ihre Herrschaft in Syrien weiterhin zeitlich auszüdehnen.
Die ganze syrische Angelegenheit hat, abgesehen von Italien, dem man ein schwaches, sich selbst überlassenes Syrien unter keinen Umstanden gönnen will, noch andere interessante außenpolitischen Seiten. Die Art, wie die Herrschaft in Damaskus während der Dauer des französischen Mandats ausgeübt wird, hat für den südlichen Nachbarn Syriens, die englische Mandatsmacht in Palästina, sehr viel Aergerliches. Syrien, das sich zur Vormacht des arabischen Nationalismus zu entwickeln droht, hat mehrfach den aus Palästina geflüchteten arabischen, judenfeindlichen Nationalisten Unterschlupf gewährt. England hat sich darüber gerade nicht begeistert gezeigt, und im Falle eines völligen Desinteressements Frankreichs an Syrien hätte man vielleicht mit einem konkreteren Interesse Großbritanniens an diesem ehemaligen Mandatsgebiet rechnen können. Der rechtsstehende Senator Henri-Haye hat vor einigen Wochen in einer Versammlung der Kolonialverbände in Paris davon gesprochen, daß Frankreich keine Lust habe, Syrien weder an einen „ehemaligen Der- bündetennochaneinen gegenwärtigen Verbündeten Frankreichs" zu verlieren. Auf jeden Fall kann man damit rechnen, daß das unterirdische Ringen um die Machtposiitionen im
men zeigt folgendes Ergebnis: Abgegeben gültige Wahlumschläge 24 521, abgegebene Stimmzettel für die Memeldeutsche Liste 576 486, für die litauischen Listen 130 086. Die Memeldeutsche Liste hat demnach sogar in der Stadt Memel trotz der zahlreich zugewanderten Groß-Litauer und Juden 81,5 v. h. der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt. Die gesamte eingesessene Bevölkerung hat sich als zur Front der Memeldeutschen bekannt.
stischen Wirtschaftsaufbaues verdient durch eine Feierstunde allen Volksgenossen zum Bewußtsein gebracht zu werden. Hat doch das deutsche Verkehrswesen durch die Erstellung der Straßen des Führers ein Gepräge erhalten, das von unvergänglicher Rückwirkung auf die Gestaltung des deutschen Lebensraumes und von sicherer Einwirkung auf die künftige Gestaltung des Kraftverkehrs im groß- deutschen Raum sein wird.
Wachstum und Leistung.
Aus der Summe der Teilstücke der Autobahnen hat sich schon ein Netz ergeben, das einem Personenverkehr sowie einem Güteraustausch zwischen den entgegengesetzten Grenzen des Reiches Rechnung trägt. Von d e r Ostsee bis zu den 211 - P c n zieht sich eins der viele hundert Kilometer
KampfumPetroleum ist, in der nächsten Zeit weitergehen wird. Frankreich scheint bis auf weiteres nicht zum Zurückweichen bereit zu fein.
Vorerst keine Ratifizierung des Unabhängigkeit-Vertrages.
Paris, 15. Dez. (Europapreß.) Der Außenpolitische Ausschuß des Senats hat beschlossen, den französisch-syrischen Vertrag vom Jahre 1936 und die daran angeschlossenen Zusatzverträge vorläufig nicht zu ratifizieren, da die Inkraftsetzung des Vertrages „nicht im Interesse Frankreichs" liege. Der Berichterstatter des Ausschusses, Senator Bergeon, sowie der Senator Henri Haye haben der Ansicht Ausdruck gegeben, in der gegenwärtigen ungewissen Lage im M i 11 e l m e e r müsse die Ratifizierung des Vertrages zum mindesten aufgeschoben werden. Die Kommission hat Außenminister Bonnet aufgefordert, die in dem Vertrag festgesetzte zweijährige Frist für die Gewährung der Unabhängigkeit an Syrien vorläufig auszusetzen. Auch die Kammer scheint nicht geneigt zu sein, das Abkommen zu ratifizieren, so daß die Haltung des französischen Parlaments in schroffem Gegensatz zu der erst am Dienstag bei seiner Abreise aus Frankreich von dem syrischen Mi-
Was wird aus Syrien?
Frankreich will seine Machtposition im östlichen Mittelmeer nicht räumen.
Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.
nifterpräfibenten Djemil Mardam Bey ausgesprochenen Erwartung steht, der Vertrag werde nunmehr in aller Kürze in Kraft gesetzt werden.
Eine arabische Tlationalregierung in Palästina.
Kairo, 14. Dez. (Europapreß-Funkspruch.) Die Führung der palästinensischen Freiheitskämpfer, die sich bisher „Generalstab der arabischen Revolution" nannte, hat offiziell den Namen „Arabische Nationalregierung in Palästina" angenommen. Alle Briefbogen und Vordrucke, die von dieser Organisation ausgehen, sollen bereits einen entsprechenden Aufdruck tragen. Die arabische Nationalregierung soll in ganz Palästina Gerichtshöfe eingerichtet haben, die mit arabischen Juristen besetzt seien. Bezeichnend für den überwiegenden Einfluß der Freiheitskämpfer ist der Umstand, daß sich das Volk in Palästina in immer stärkerem Maße bei Rechtsstreitigkeiten an diese Gerichte wendet. Auch hat — wohl auf eine Weisung der Freiheitskämpfer hin — ein großer Teil der palästinensischen Araber mit dem S t e u e r ft r e i f begonnen, der damit begründet wurde, daß die Steuern an die arabische Nationalregierung bezahlt würden.
3000 Kilometer Reichsaulobahnen.
Durchgehende Verbindung Ostsee - Alpen und Göttingen - München
86,3 v. H. für die memeldeutsche Liste
Die Wahlzählung nahezu abgeschlossen.
Kein Zweifel mehr am deutschen Eharakter des Memellandes.
orabischen Nationalbewegung durch den syrischen Schulunterricht. Man darf wohl annehmen, daß alle diese Dinge gern vorgeschoben werden, um den Kern der Dinge, das Sichsträuben des französischen Nationalismus gegen die Aufgabe feiner Machtposition im östlichen Mittelmeer zu verschleiern. Gelegentlich werden die Beweggründe des französischen Imperialismus aber ganz offen ausgesprochen: Frankreich hat 17 Milliarden Franken und 10 000 Mann " 't in Syrien ge-
Währung seiner Unabhängigkeit nach Ablauf einer dreijährigen Probezeit versprochen. Der Vertrag war noch 1936 von der syrischen Regierung ratifiziert worden, aber in Frankreich hatte man den Vertrag gar nicht dem Parlament vorzulegen gewagt, hauptsächlich aus dem Grunde, weil die syrische Regierung in Damaskus allgemein als zu schwach galt, um auf die Dauer angesichts des bunt zufammenge w ürfelten Gemischs nationaler und religiösen Minderheiten die Unabhängigkeit des Staates nach außenhin zu behaupten. Diese Bedenken erwiesen sich sehr rasch durch die Entwicklung i m Sandschak Alexandrette als berechtigt. In diesem im Norden Syriens an die £ü-ki angrenzenden Gebiet mußten die türkischen Rechte anerkannt werden. Obwohl die Franzosen noch im Lande waren, hatte allein der Vertragsabschluß Mit Frankreich genügt, um die Schwäche der Regierung von Damaskus auf- zuzeigen.
Der Vertrag vom September 1936 hat in langen Verhandlungen zwei Ergänzungen erfahren, im Dezember 1937 und im November 1938, die das Abkommen für das französische Parlament schmackhafter machen sollten. Besonders von der letzteren Vertragserweiterung, die nach monatelangem Aufenthalt des syrischen Außenministers Djemel Mardam Bey in Paris zustande gekommen war, hatte der Quai d'Orsay großes Aufheben gemacht. In der militärischen Stellung Frankreichs im Lande, in der Sprachenfrage und auf dem Gebiet der dezentralisierten Behandlung der Minderheiten sollte Syrien große Zugeständnisse gemacht haben. Wie sich aber jetzt aus Äußerungen von rechtsstehender parlamentarischer Seite in Paris ergeben hat, genügen auch diese Dertragsabänderungen nicht, um die Bedenken der französischen Nationalisten zu zerstreuen. Diese Bedenken sind, wie schon erwähnt, durch die Befürchtungen wegen einer möglichen Auseinandersetzung mit Italien im Mittelmeer verstärkt worden. Der Abgeordnete Felix Grat, Sekretär der Außenpolitischen Kammerkommission, hat vor einigen Tagen in einem Zeitungsaufsatz auf die Wichtigkeit der syrischen Position im östlichen Mittelmeer hingewiesen. Denn von hier aus könnte Frankreich seine Flottenstreitkräfte viel leichter als von den unter italienischem Geschütz- unb Fliegerfeuer üegenben Stützpunkten in Tunis und Algier einsetzen, um bie Verbindung Italiens mit dem Suezkanal zu stören. Was im französischen Sinne an Vertragsverbesserungen durch bie jüngsten Ergänzungsabkommen mit Syrien gewonnen worden ist, scheint nach ben Ausführungen Grats nicht, allzuviel zu fein, benn Grat macht darauf aufmerksam, baß Frankreich nach biefen Verträgen in Syrien nur zwei Flughäfen behalten soll, während es seine Truppen zurückziehen müßte. Nur in den zwei unruhigen Gebieten des Dschebel Drus und der Alauiten könnte Frankreich fünf Jahre lang seine Truppen belassen: eine weitere Anwesenheit dieser Truppen wäre jedoch nur mit Zustimmung der syrischen Negierung möglich.
Der Abgeordnete Grat hat weiter auf eine Reihe von Punkten aufmerksam gemacht, die nach seiner Ansicht die Ratifizierung der Verträge von Frankreich unmöglich machten, vor allem die planmäßige Zurückdrängung der französischen Sprache und die Benachteiligung der französischen Parteigänger durch die Regierung von Damaskus sowie die Förderung der Gedanken der
EF. Paris, 14. Dezember
Das französische Außenministerium hat dieser Tage eine unangenehme Ueberraschung erlebt: Die Widerstände gegen die Ratifizierung des zwischen Frankreich und dem syrischen Mandatsgebiet vor mehr als zwei Jahren abgeschlossenen Vertrags dauern in unverminderter Stärke an, und es sieht ganz so aus, als o-b der Vertrag mit Syrien noch für lange Zeit in ben Schub lab en des Quai d'Orsay werbe liegen bleiben. Bei der ganzen Angelegenheit handelt es sich um eine eminent macht- politische Frage, bie anscheinend durch die jüngsten Auseinandersetzungen mit Jtalie n über Tunis usw. noch an Schärfe gewinnen wirb. Frankreich, das nach der Aufgabe feiner osteuropäischen Interessen im Anschluß an bie Sep- temberkrise den Rückzug auf sein überseeisches Imperium erklärt hat, mißt bei ber Inventaraufnahme seiner Mittelmeer-PoMonen seiner Stellung im östlichen Mittelmeer erhöhte Bedeutung bei, unb die Widerstände gegen ein Zurückweichen aus Syrien, so wie der Vertrag von 1936 es vorsah, werden immer stärker.
Der historischen Entwicklung nach handelt es sich um folgendes: Durch den Vertrag vom 9. September 1936 hatte im Zeichen der Volksfront Frankreich dem syrischen Mandatsgebiet die Ge-
für bie Einrichtung seiner Herrschaft opfert, und diese sollen nicht nadjtri v dem Altar der Volksfront, die verantwortlich ist für
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