Ausgabe 
15.11.1938
 
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Eine Milliarde

gro-

Füh.

Panik «us, bei der zahlreiche Personen zu Fall kamen und Verletzungen erlitten. Zwölf Verletzte sollen in die Krankenhäuser gebracht worden sein.

Als einziger Redner sprach der Vertreter der fran­zösischen Regierung, Innenminister S a r r a u t. Dann verließ der mehrere Kilometer lange Trauer­zug den Platz vor der Bibliothek. Seine Spitze traf erst gegen Mittag auf dem Friedhof von St. Pierre ein. Dort schritten der Innenminister und die zahl­reichen Abordnungen noch einmal die Reihen der aufgestellten Särge ab. Dann erfolgte die Bei­setzung in dem von der Stadt Marseille errichteten Gemeinschaftsgrabe.

Wie das Deutsche Nachrichtenbüro mitteilt, soll es bei der Begräbnisfeier zu zwei Z w i s ch e n f ä-l - l e n gekommen sein. Bei dem ersten soll es sich um eine Explosion gehandelt haben, bei der drei Personen verletzt wurden. Wie verlautet, sind die Gerätschaften eines Pressephotographen in Brand geraten, und explodiert. Den zweiten Zwischenfall verursachte ein für den Absperrdienst eingesetzter Senegal-Schütze, der plötzlich irrsinnig

Frankreich unter dem Regime der Notverordnungen.

den Forsten. Im Bekleidungsgewerbe tritt jetzt in der Hauptarbeitszeit der Mangel an ge­lernten Arbeitern und Arbeiterinnen deutlich her­vor. Die Reichsbahn hat Nachwuchskräfte in

ßerer Zahl eingestellt.

Postsparkaffendienst im ganzen Estrich.

Aufnahme am 2. Januar.

Berlin, 14. Nov. (DNB.) Nachdem vom

OieBeisetzung der Todesopfer von Marseille.

Paris, 14.Nov. (Europapreß.) Unter der Teil­nahme von Hunderttausenden fand am Montag­mittag in Marseille die Beisetzung der 73 Todes­opfer des Riesenbrandes in der Canebiere von Mar- eille statt. Aus ganz Südfrankreich waren die Menschenmassen herbeigeströmt. Zur Aufrechterhal­tung der Ordnung waren nicht weniger als 10 000 Mann Polizei und Militär aufgeboten worden. 48 Särge und sechs kleine Särge die letzteren mit den sterblichen Ueberresten der nicht identifizier­ten Leichen, waren in dem Hofe der Bibliothek aufgebahrt worden. 2000 Kränze schmückten die Särge als letzten Gruß der Hinterbliebenen und der Bevölkerung. Der Trauergottesdienst wurde von dem Marseiller Bischof, Msgr. Delay, abgehalten.

raschend gute Fahreigenschasten, die ihn zu einem Wunderwerk deutscher Technik werden lassen, da er nicht nur billig in Anschaffung und Unterhaltung, sondern auch äußerst zuverlässig ist.

polens neues Parlament

Von unserem TV ^.-Korrespondenten.

Warschau, November.

Die Wahlen zum polnischen Sejm vom 6. Novem­ber haben demLager der Nationalen Einigung" und damit der Regierung den erwarteten Erfolg gebracht. Von 17,6 Millionen Wählern haben 11,8 Millionen von ihrem Stimmzettel Gebrauch ge­macht, so haß die Regierung in der Lage ist, ouf eine Wahlbeteiligung von 67 v. H. gegenüber 46 v. H. bei den letzten Wahlen' im September 1935 hinzuweisen. In den Sejm ziehen 208 Abgeordnete ein, von denen 161 von insgesamt 183 Polen demLager" angehören. Die Ukrainer haben ihre Zahl von 19 Mandaten behauptet, die Juden eines zu ihren bisherigen vier Mandaten hinzu­gewonnen. Hingegen sind die Deutschen auch im neuen Sejm nicht vertreten, weil die Bestim­mungen der Wahlordnung ihren geschlossenen Ein­satz bei der Aufstellung der Kandidaten nicht er­möglichen.

Als Hauptaufgabe des neuen Sejm wurde in dem Dekret des Staatspräsidenten vom 13. Sep­tember über die Auslösung der beiden Kammern die Aenderung der Wahlordnung be­zeichnet, die von der Opposition stark bekämpft wird. Die Regierung ging hierbei von dem Gedan­ken aus, durch dieses Zugeständnis der Opposition aus den Reihen der Nationaldemokraten und der 1 bäuerlichen Dolkspartei den Wind aus den Segeln zu nehmen und eine versöhnliche Atmosphäre zu schaffen. Als sich der Sejmmarschall Oberst S l a - wek weigerte, die von ihm geschaffene Wahlord- ' nung fallen zu lassen und den bestimmenden Ein- 1 siuß auf die im Jahre 1940 fällige Neuwahl des 1 Staatspräsidenten preiszugeben, entschloß sich die ' Regierung zu einem entscheidenden Gegenzug: Sie - löste beide Kammern kurzerhand auf und schrieb > Wahlen aus. Das vorliegende Wahlergebnis hat - bewiesen, daß die Rechnung des Regierungslagers richtig gewesen ist. Die großen europäischen 93er» änderungen, der durch die Eingliederung des Tesche- . ner Ländchens und die Grenzverbesserüngen in den

Deutschen, die vielfach in geschlossenem Zuge mit ihren Fahnen zur Wahl marschierten, wird auch in der polnischen Presse anerkennend hervorgehoben. Eine hohe Wahlbeteiligung weisen auch die- von Uk'rainerw bewohnten Provinzen im Südosten des Staates auf.

Ueberraschung hat die Niederlage des bisherigen Sejmmarschalls Oberst S l a w e k ausgelöst, der in Warschau glatt durchfiel. Er ist seinem eigenen Wahlgesetz erlegen. Ein anderes bemerkenswertes Zwischenspiel ereignete sich in Wilna, wo dem Obersten Chef desLagers" General Skwar« czynski, der Eroberer von Wilna, General Z e l i g o w s k i entgegentrat, der als Gegner des Lagers" bekannt ist. Hier wurden beide Gene"- rale gewählt, Zeligowski konnte aber um einige Tausend Stimmen mehr erreichen als sein Gegner. Von der Regierung gehören nunmehr vier Mitglie­der, nämlich der Premier, der Vizepremier, der Fürsorge- und der Verkehrsminister dem Sejm an. Die eine Woche später stattfindenden Wahlen zum Senat haben an diesem Ergebnis, das einer Stärkung der Regierung gleichkommt, nichts mehr geändert und auch die bevorstehenden G e - m e i n d e w a h l e n, die den einzelnen Parteien die Einbringung selbständiger Kandidatenlisten er­möglichen, können zwar der Opposition einigen Spielraum, doch keinen unmittelbaren Einfluß auf die Staatsführung gewähren.

Mit diesem Sejm ist eine Aenderung der Wahlordnung im Sinne der Regierung ohne Schwierigkeiten zu erreichen. Außerdem muß er sich mit den fälligen Budgetarbeiten befassen. Damit dürfte seine Arbeit im wesentlichen erledigt sein. Wahrscheinlich werden im kommenden Frühjahr wiederum Sejmwahlen, aber bereits auf Grund der neuen Wahlordnung vorgenommen, worauf die Kammern den Staatspräsidenten neu zu wählen haben, da Moscickis Amtszeit im Jahre 1940 abläuft. Wie verlautet, soll aber der Wechsel in diesem höchsten Amt der Republik schon vor dem Ablauf der verfassungsmäßigen Frist erfolgen.

Rur noch eine Partei in der Slowakei.

Einige Tausend Juden abgeschoben.

Preßburg, 14. Nov. (Europavreß.) Abgeord- neter S i d o r hat als Führer des slowakischen Na­tionalausschusses einen Aufruf herausgegeben, in dem er erklärt, die slowakische Volksgemeinschaft sei errichtet. Seit dem 8. November gebe es in der Slowakei keinerlei Fraktionen der zentralistischen Parteien mehr, sondern lediglich eine einzige, einige, starke und geschlossene Slowaki'che Volks­partei Hlinkas. Deshalb hätten die örtlichen Organisationen aller politischen Parteien und ©nip­pen in der Slowakei zu bestehen aufgehört, also auch die Slowakische Nationalpartei und die in Bildung begriffene Nationalpartei des arbeitenden Volkes, der Nachfolge» Organisation der slowakischen Sozialdemokrat t e n. Auch die aus den slowakischen nationalen Par« teien gebildeten lokalen Nationalausschüsse würden aufgelöst. Ihr gesamtes Vermögen würde in das Eigentum der Hlinka- Gar de übergehen. Be­stehen blieben lediglich die Bezirksausschüsse und alle übergeordneten Stellen des Nationalausschusses, insbesondere die unter Sidors Vorsitz stehende Zen­trale.

Wie das Deutsche Nachrichtenbüro ferner meldet, teilte der Abg. Sidor bei einem Aufmarsch der Hlinkagarde in Malacky mit, daß die slowakische Re- gierung von der Preßburger Universität 4 6 5 jüdische Hochschüler ausgeschlos­sen habe. Einige Tausend Juden seien nach dem Auslande abgeschoben worden. Minister Durcansky betonte gleichfalls, daß die Slowakei den Slowaken gehöre, ein Regieren fremder Elemente werde nicht geduldet werden.

Umbildung der bulgarischen Regierung

Sofia, 14. Nov. (Europapreß.) Die bereits vor einigen Tagen angekündigte Umbildung der Regierung Kjosseiwanoff ist mm in arö- ßerem Ausmaß, als man erwartet hatte, durchge­führt worden. Don den bisherigen Mitarbeitern Kjosseiwanoffs sind nur drei auf ihrem Pojtsn ver-

kämpfers Franz Stoehr, betroffen hat, meine aufrichtig st eAnteilnahme entgegen. Adolf Hitler.

Die Nachricht vom Tode des Oberbürgermeisters Franz Stoehr in Schneidemühl bringt einen Namen in Erinnerung, der einst viel genannt wurde. Franz Stöhr gehörte zu der älteren Generation des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes. Er hat als Gauleiter seines Verbandes in Brandenburg und Pommern eine bedeutsame Rolle gespielt und war 1924 einer der Abgeordneten, die aus Thü­ringen in den Reichstag entsandt wurden. Als die Nationalsozialisten die Stärke von 107 Abgeordne­ten erreichten, wurde Stoehr zum ersten Vizepräsi­denten des Reichstages gewählt. Nach der Machter­greifung berief chn das Vertrauen der Partei und des Staates an die Spitze der grenzmärkischen Hauptstadt Schneidemühl. Dort ist Hans Stoehr, der seit längerer Zeit leidend war, im Alter von 59 Jah­ren gestorben.

Anhaltend starke Nachfrage nach Arbeitskräften.

Berlin, 14. Nov. (DNB.) Wie die Reichsan­stalt für Arbeitsvermittlung mitteilt, ist die Be­schäftigung im ganzen auf einen Stand von 20,8 Millionen angespannt geblieben, wenn sie auch aus jahreszeitlichen Gründen in einzelnen Berufen und in einzelnen Bezirken leicht nachge­lassen hat. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten wurde im Monat Oktober durch die aus dem Wehrdienst und Arbeitsdienst Entlaße­nen beeinflußt. Ferner, sind zahlreiche Sudeten­deutsche, die Arbeit im Reich angenommen hatten, in ihre Heimat zurückgekehrt. Die anhaltend starke Nachfrage nach Arbeitskräften hat wieder zu einer Zunahme der Frauenarbeit um 48000 auf 6,6 Millionen geführt. Die Zahl der arbeits­losen Frauen hat noch um 1400 abgenommen, wäh­rend die Zahl der arbeitslosen Männer um 9400 auf 103 000 gestiegen ist, von denen jedoch nur 14 000 voll einsatzfähig sind. Da die Ver­mehrung der Facharbeiter auf Schwierigkeiten stößt, mußte die Arbeitszeit verlängert wer­den, um die gestellten Aufgaben erledigen zu kön­nen. Bei der großen Nachfrage war es nicht schwie- . rig, die entlassenen Soldaten und Arbeitsdienst­männer in Arbeit zu bringen. Dabei zeigte es sich, daß ein Teil der Soldaten nicht an die Arbeit zu­rückkehrte, die sie vor dem Wehrdienst ausgeubt hatten. Die Eisen- und Metallindustrie, die Maschin eninoustri e und das Bau­gewerbe haben eine große Anziehungskraft aus- geübt. Es war schwierig, Arbeiter für die Kartoffel- und Rübenernte und für die Arbeit in den Zucker­fabriken zu stellen. Ein weiterer Arbeiterbedarf ent­stand mit dem einsetzenden Holzeinschlag in

Karpathen erfolgte Machtzuwachs Polens sowie eine intensive Wahlpropaganda desLagers" unter Ein­satz aller staatlicher Machtmittel wirkten zusammen, um die Opposition im Sejm bis auf einen ver­schwindenden Rest auszumerzen. Während das Lager" sich vor den Wählern mit sichtbaren Er­folgen der Außenpolitik des Obersten Beck auswei­sen konnte, vermochte die Opposition ihr im Jahre 1935 erprobtes Mittel des Wahlboykotts diesmal nicht anzuwenden, weil er jetzt auf Grund eines Gerichtsurteiles als strafbare Handlung angesehen wird, obwohl kein Wahlzwang besteht. Gewiß konnte der Regierung bei geschickter Handhabung des Wahlgesetzes die Mehrheit im Sejm nicht ver­loren gehen, weil sie sich der Wahlmänner sicher ist, die Über die Kandidaturen zu entscheiden haben. Da aber gerade von der Opposition die Wahlent- Haltung der Mehrheit der Wähler im Jahre 1935 als Mißtrauenserklärung gegen­über der Regierung ausgelegt worden war, machte die Regierung diesmal alle Anstrengungen, eine möglichst hohe Wahlbeteiligung zu erreichen, womit die Aufforderung zur Wahlbeteiligung geradezu den Charakter einer Volksabstimmung erhalten hat.

Rund zwei Drittel der Wähler sind denn auch, nach den amtlichen Angaben, diesem Ruf gefolgt. Die Boykottaktion der Opposition hat fast durchweg versagt. Nur in den Hochburgen der bäuerlichen Dolkspartei in der Wojwodschaft Krakau blieb ein großer Teil der Wähler den Abstimmungslokalen fern. In den Westprovinzen dagegen wurde die stärkste Wahlbeteiligung erzjell, vor allem deshalb, weil in einigen Städten dem Kandidaten desLa­gers" ein Oppositioneller gegenüberstand und beide gegnerischen Parteien ihre Anhänger zur Stimmenabgabe aufforderten: ferner hatten d i e Deutschen beschlossen, für die Regierung zu stimmen, obwohl sie keinen einzigen Kandidaten be­saßen. Dadurch wurde die Wchlzifser in den Pro­vinzen Posen, Pomerellen und Schlesien bis auf 8 3 v. H. einporgetrieben> Die ftrenge Disziplin der

weit hinter dieser Summe zurück. Anders ausge­drückt: in den Händen einer kleinen rassefremden Minderheit ballt sich noch heute ein Vermögen zu- ammen, das in keinem Verhältnis zum Anteil des Judentums an der Gesamtbevölkerung besteht. Wenn 700 000 Juden 8 Milliarden RM. besitzen, o ist das ein Beweis dafür, daß es ihnen zweifel­los besser ging, als den 78 Millionen heutiger Volksgenossen. Im übrigen wird die Feststellung des jüdischen Besitzes, die im vergangenen Sommer erfolgte, die genauen Unterlagen für die Aufbrin­gung der Geldbuße liefern. Das schnelle Eingreifen des Generalfeldmarschalls Göring, für das er den Dank des deutschen Volkes verdient hat, hat dafür gesorgt, daß gesetzliche Grundlagen für die restlose Beseitigung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben geschaffen wurden. In wenigen Wochen also wird es keine jüdischen Geschäfte mehr geben. Reichsminister Dr. Goebbels hat bereits mit Recht darauf hingewiesen, daß jede weitere Ak­tion gegen heute noch vorhandene jüdische Geschäfte tatsächlich nicht mehr den augenblicklichen jüdischen Besitzer, sondern das deutsche Volk selbst schädigen würde.

Paris, 14.Nov. (DNB.) Die Veröffentlichung der Notverordnungen wird eingeleitet durch einen Bericht des Ministerpräsidenten und des Finanz­ministers. Es wird darin festgestellt, daß für das Jahr 1939 die öffentlichen Ausgaben im ganzen auf 137 Milliarden geschätzt werden müßten. Da nach optimistischen Schätzungen das natio­nale Einkommen im ganzen auf 250 Milliar­den geschätzt wird, würden die Ausgaben über d i e Hälfte des nationalen Einkommens betra­gen. Den Ausgaben von 137 Milliarden wür­den Einnahmen von nur 85,5 Milliarden ge­genüberstehen, so daß der Fehlbetrag, der durch das Schatzamt zu decken wäre, 51,5 Milliar­den betragen würde. Wenn dazu noch die Sius« jaben für das Getreide und Alkoyolmonopol, ür die staatlichen Flugzeugwerke und für Anleihen an die nordafrikanischen Kolonien und an auslän­dische Regierungen dazu gerechnet werden, so würde die Gesamtsumme auf 57 Milliar­den steigen.

Die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen ollen an Einsparungen rund 5 Milliarden und an Neueinnahmen (durch die außer- ordenlliche 2prozentige Einkommensteuer und durch Erhöhung sonstiger direkter und indirekter Steuern omie Gebühren) etwa 10 Milliarden einbringen. Auf weitere fünf bis sechs Milliarden werden die Mehreinnahmen des Staates dank der verschiede­nen wirtschaftlichen, sozialen und finanzpolitischen Maßnahmen geschätzt. Im ganzen wdrden also rund 21 Milliarden aufgebracht werden. Der Rest, der zum größten Teil auf Rüstungsausgaben entfällt, muß durch Anleihen aufgebracht werden. Die Regierung will iedoch während der nächsten sechs Monade den Geldmarkt nicht durch Anleihen in An­spruch nehmen, um der Wirtschaft die Möglichkeit zur Nutzung des Kredites zu geben. Das Schatzamt verfügt über rund 15 Milliarden Franks, die Re­gierung hofft, daß dieser Betrag ausreicht, um bis zum Frühjahr ohne Anleihen auszukommen. Die Hälfte dieser Summe ergibt sich aus der Erhöhung der ständigen Vorschüsse der Bank von Frankreich an den Staat. Die neue Einschätzung des Gold­bestandes der Bank von Frankreich ergibt einen Zuwachs von rund 31 Milliarden Papierfranks. Dieser Betrag soll zur Deckung eines Teiles der provisorischen Vorschüsse der Bank von Frankreich an den Staat, die im ganzen 52 Milliarden betra­gen, verwendet werden.

Die Opposition her Gewerkschaften.

Jahresversammlung

des Allgemeinen Gewerkschaftsverbandes.

Paris, 14. Nov. (Europapreß.) Die 21. Jahres­versammlung des Allgemeinen Französischen Ge­werkschaftsoerbandes wurde in Nantes eröffnet. Man erwartet, daß auf ihr die Vertreter der Ar- detterschaft zu den neuen Verordnungen der Regie­rung Stellung nehmen werden. Die letzte Jahres­versammlung fand im März 1936 in Toulouse statt.

Damals gehörte die Mehrzahl der teilnehmenden Delegierten der Sozialistischen Partei an. Die Zeiten haben sich jedoch geändert. Heute sind drei Viertel der Teilnehmer Mitglieder der K o m - munistischen Partei. Man schreibt der Kom­munistischen Partei die Absicht zu, versuchen zu wollen, den Nationalrat, den Verwaltungsausschuß und das Büro des Verbandes vollkommen mit eigenen Leuten zu besetzen und somit diese größte französische Gewerkschaftsorganisation, die vier Mililonen Mitglieder umfaßt und in der fran/ zösischen Innenpolitik eine wichtige Rolle spielt, fest in ihre Hand zu bekommen.

Der Generalsekretär L6on I o u h a u x forderte gleich zu Beginn der Tagung, daß der CGT.-Ver- band gegen d i e Notverordnungen des Kabinetts Daladier Stellung nehmen müsse. Aber man würde nicht mit einigen Worten auf die Re­gierungsdekrete antworten können, sondern diese Opposition müssekonstruktiv" sein. Man dürfe bei den Beratungen nie aus den Augen verlieren, daß die Lage sowohl vom internationalen wie auch vom nationalen Standpunkt ausbesonders gefährlich" sei. Man werde diesen Gefahren nur Widerstand leisten können, wenn die Einheit der Gewerkschafts­bewegung gewahrt werde.

Feste Börse in Paris.

Paris, 14. Nov. (Europapreß.) Die Pariser Börse bestätigte am Montag der französischen Re­gierung das Vertrauen, das nach der Veröffent­lichung der von Finanzminister Paul Reynaud aus­gearbeiteten Verordnungen in den französischen Wirtschaftskreisen herrscht. Vor allem zeichnete sich der Montag dadurch aus, daß das französische Fluchtkapital massenweise in die Staatskassen zurückzu strömen begann. Es wurden Pfund- beträge im Werte von einer Milliarde Franken an den Schaltern der Bank von Frankreich in franzö­sisches Geld umgewechselt.

EinesranzösischeWirtschastsabordnung für Südosteuropa.

Paris, 14. Nov. (Europapreß.) Unter der Füh­rung des Direktors der Handelsverträge im Quai d'Orsay, A l p h a n d, hat eine aus Vertretern des Quai d'Orsay und des Handelsministeriums sowie von Wirtschafts- und Bankkreisen bestehende Abord­nung die Reise nach Südosteuropa angetreten, um dort Verhandlungen über eine Steigerung des Warenaustausches mit Frankreich, vor allem in Rumänien und Jugoslawien, zu füh­ren. In Paris macht man kein Hehl daraus, daß übertriebene Hoffnungen auf einen raschen Erfolg dieser Besprechungen fehl am Platze seien. Frank­reich steht von allen größeren Ländern gegenwär­tig im Wirtschaftsverkehr mit Südosteuropa anletz - t e r Stelle. Man ist sich außerdem klar darüber, daß eine Ausdehnung des Warenaustausches mit diesen Ländern infolge des dort herrschenden Re­gimes der Devisenkontrolle, der Kontingente usw. auf Schwierigkeiten stoßen muß.

Den Juden in Deutschland ist eine Buße von einer Milliarde Reichsmark auferlegt wor­den. Aufzubringen ist diese Buße von der 700 000 Köpfe starken jüdischen Gemeinde. Tatsächlich ist das Judentum stärker, wenn man die Mischlinge berücksichtigt. Wie hoch das Vermögen der Juden in Deutschland tatsächlich ist, läßt sich nicht genau feststellen. Vor 1933 sollen es weit über sechzehn Milliarden gewesen sein, wahrscheinlich achtzehn Milliarden. Dann kam die Periode der Kapital­flucht, die fast ausschließlich durch Verschiebung der jüdischen Vermögen erfolgte. Es hat hier Schatzun­gen gegeben, bie bis zu fünf und sechs Milliarden gingen. Nach 1933 ist die Abwanderung des Ka­pitals nur noch im Rahmen der Auswanderung von Juden erfolgt. In ausländischen Zeitungen - - V-- - -v . ... - - . . ,wird behauptet, daß heute noch ein Vermögen von

wurde, sich auf die Zuschauer stürzte und auf sie eI= b-g ÖIf Milliarden vorhanden wäre. Man mit dem Gewehrkolben einschlug Es brach eine Qebt aber aud) bei ben Schätzungen bis auf acht rcorfnnon -N Milliarden hinunter. Angenommen, die letzte Zahl würde stimmen, dann könnte man in Anwendung des Prinzips der gleichmäßigen Beteiligung fol­gende Rechnung aufmachen: das Judentum bildet etwa 1 Prozent des Gesamtvolkes im Reich und besitzt 8 Milliarden. Das Gesamtvolk müßte ein Vermögen von 800 Milliarden vorweisen können. Tatsächlich bleibt das deutsche Volksvermögen weit.

rer und Reichskanzler durch Erlaß vom 26. August 1938 die Ausdehnung des Postsparkas- sendienstes auf das gesamte Groh- deutsche Reich angeordnet worden ist, hat der Reichspoftminister am 11. November 1938 die P o ft« jparfaffenorbnung erlassen, die am 1.Ja­nuar 1939 in Kraft tritt. Sie ist so ausgestaltet, daß die besonderen Vorteile des Postsparkassendienstes unbeschränkte Freizügigkeit der Postsparbücher Ein- und^zahlunA bei allen Postämtern, Post­scheckämtern, Postagenturen, Poststellen, Posthilfs« stellen und Landzustellern, unbedingter Geheimnis­schutz, keine Gebühren dem gesamten deutschen Volk nutzbar gemacht werden. Postsvarbücher wer­den vom 2. Januar 1939 ab bei allen Postämtern ausgegeben. Mit dem Postsparbuch erhält der Spa­rer eine Ausweiskarte, die bei Abhebungen vorzu­legen ist. Abhebungen durch Dritte sind ohne beson­dere Vollmacht zulässig. Für Sparer, die dies ver­meiden wollen, sind Postsparbücher mit Berechti­gungsausweis vorgesehen. Kleine und kleinste Spar­beträge werden durch die Postsparkarten erfaßt, die mit Postwertzeichen von beliebigem Wert im Ge­samtbetrag von drei Reichsmark zu bekleben sind und als unbare Einlagen entgegengenommen wer­den. Einlagen zahtt der Sparer mit Einzahlungs­scheinen ein, sie können auch vom Postscheckkonto überwiesen werden. Rückzahlungen bis zu täg- lief) 100 Mark werden bis zum Betrag von 1000 Mark im Monat ohne Kündigung sofort geleistet. Beträge über 100 Mark sind zu kündigen, werden jedoch bis zu 1000 Mark ohne Kündigungsfrist zu­rückgezahlt. Auch auf diesem Wege können monat» lich bis zu 1000 Mark abgehoben werden. Bei Be­trägen über 1000 Mark beträgt die Kündigungsfrist drei Monate. Die Spareinlagen werden mit 2% v. H. verzinst.

KdF.-Wageu

werden im Gau gezeigt.

N S G. Seit Sonntag befinden sich drei K d F.« Volkswagen der ersten Bauserie auf einer Rundreise durch den Gau Hessen- Nassau, um jedem Volksgenossen den Wagen praktisch vor Augen zu führen. Die Wagen fuhren vor dem Haus der Arbeit in Frankfurt am Main an. Der neue Wagen hat nicht nur eine prachtvolle stromlinienförmig gebaute Stahlkarosserie, sondern ist auch so geräumig, daß auf dem Rücksitz ruhig drei Personen, wenn sie nicht gerade allzu rundlich sind, Platz nehmen können. Der Wagen ist in allen seinen Teilen bequem und zweckmäßig konstruiert und ausgestattet. Vorn ist Platz für das Gepäck und den Benzintank, der somit von dem Motor getrennt ist. Im vorderen Kofferraum befindet sich auch das Ersatzrad. Am Armaturenbrett ist der Einbau eines Lautsprechers berücksichtigt, daneben befindet sich noch ein Kästchen für Landkarten und andere Klei- nigteiten. Auch das Schaltsystem für das Viergang, getriebe ist außerordentlich einfach. Der Motor ein luftgekühlter Heckmotor läuft sehr ruhig und ist im 4. Gang fast nicht mehr zu hören. Der Wa- gen fahrt wundervoll. Durch die Einzelradaufhan- gung liegt er auch bei schlechtem Pflaster gut auf der Straße. Trotz der guten Durchschnittsgeschwin- bigfeit und einer Spitzengeschwindigkeit von 100 Kilometer, die auch auf Der Autobahn gehallen wer. den kann, hat der Wagen nur einen Benzinoer. brauch von 6 bis 7 Liter. Sowohl in der Ebene als auch in den Bergen hat der Volkswagen über-