MLUNG
!5./!6. Moder 1938
Uhr, Ende 12.30 Uhr. Am Abend findet eine Wie- derbolung des großen Lustspielerfolges „Der Frontgockel" von Hans Fitz statt. Spielleitung Hans Geißler. Die Vorstellung findet außer Miete zu kleinen Preisen statt. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß die Aufführung 19.30 Uhr beginnt. Ende 21.45 Uhr.
Montag, 17. Oktober, Agnes-Straub-Gastspiel fällt aus!
Dienstag, 18. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr: „Eine Frau wie Jutta", Lustspiel in drei Akten von Möller und Lorenz. Spielleitung: Karl Dolck. Dienstag-Miete, 3. Vorstellung.
Mittwoch, 19. Oktober, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr: „Der süßeste Schwindel der Welt", Lustspieloperette von Robert Stolz. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim. Mittwoch-Miete, 4. Vorstellung.
Freitag, 21. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr: „Ein Sommernachtstraum" von Shakespeare.
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Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Musikalische Leitung: Paul Walter. Freitag-Miete, 4. Vorstellung.
Sonntag. 23. Oktober, Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr: Erstaufführung „Wiener Blut", Operette von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim. Außer Miete.
Oberhessischer Kunstverein.
Im Turmhaus am Brand findet vom 16. Oktober bis 6. November eine Ausstellung von Oelgemälden und Aquarellen von Professor Otto Geigenber- ger, München, statt.
Lichtbildervortrag über „Nanga-parbal".
Wie bereits mitgeteilt, wird am kommenden Montag Prof. Dr. Troll, einer der beiden überlebenden Wissenschaftler der Nanga-Parbat-Expedi- tion 1937, auf Einladung des Goethe-Bundes, Kaufmännischen Vereins und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde einen Lichtbildervortrag über „Nanga-Parbat" halten. Es sei auf diesen Vortrag nochmals hingewiesen.
Hitler-Zugend Bann 116.
Ueberweisung in die Gliederungen der Partei.
Die symbolische Ueberweisung in die Partei und Gliederungen derjenigen Hitterjungen, die in diesem Kalenderjahre 18 Fahre all werden, fand auf dem Reichsparleikag 1938 stakt, Die formalionsmaßige Ueberführung wird am kommenden Sonntag, dem 16. Oktober, gemeinsam mit der Aufnahme der 18jährigen hitterjungen in die Partei in Form einer gemeinsamen Feier aller Gliederungen unter der Leitung des Kreisleiters durchgeführt.
Die Ueberweisungsfeier für den Kreis Friedberg findet am kommenden Sonntag, 16.10., um 15 Uhr auf dem Burghof in Friedberg, für den Kreis Gießen am Sonntag, 16.10., um 20 Uhr auf dem Universitäts-Sportplatz in Gießen statt.
Die Bevölkerung ist zu dieser Ueberweisungsfeier herzlich eingeladen.
BOM.-Uniergau 116 Gießen.
Der BDM.-Untergau 116 Gießen teilt mit, daß die Ueberweisung von Mädels des BDM. in die NS.-Frauenfchaft am morgigen Sonntag nicht stattfindet, und zwar weder im Kreise Gießen, noch im Kreise Friedberg.
Die Grundsteuer
für den älteren Neuhausbesitz.
LPD. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — veröffentlicht eine Bekanntmachung der Zusammenstellung und in ihrer ©emeinfamfeit betrachtet, so wird man den sie verbindenden lie- benswürdigey musikalisch-harmonischen Charakter nicht verkennen können, der sie von den Anekdoten mancher anderen Berufsgruppe deutlich abhebt.
Zeitschriften.
— „D a s Innere Rei ch." (Herausgeber Paul Alverdes. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München.) — Reich an dichterischem Gebalt und vielfältig in den Themen ist das Oktober-Heft. Am Anfang finden sich Gedanken und Sprüche aus nachgelassenen Tagebüchern Rudolf G. Dindings, Zeugnisse seiner ritterlichen Haltung und seiner Teilnahme am großen Geschehen der Zeit. Am Schluß steht die gründliche Würdigung, die Erich Trunz dem neuen Roman „Das gottgelobte Herz" von Kolbenheyer widmet. Dazwischen findet man Gedichte von Josef Weinheber, Joachim von der Goltz, Martin Raschke, Heinrich Zillich u. a. m.; eine packende Erzählung von Moritz Jahn, einen Brief von Hermann Claudius an sich selbst zu seinem 60. Geburtstag, ein weiteres Kapitel aus Wilhelm Schäfers großangelegtem Versuch, die Gestalt des Theoderich unserer Zeit neu zu gewinnen. Eindrucksvolle Aquarelle und Zeichnungen von E. A. v. Mandelsloh bereichern das Heft, das in seiner Umschau auch einen Bericht über die Schiller- Festspiele in Eger, dem jetzt befreiten Hauptort des Egerlandes, bringt.
— Scarlett O'Hara, die Heldin des amerikanischen Erfolgsromans „Vom Winde verweht" und ihr Gegenspieler Rhett Butler sind Gestalten, von denen jeder Leser eine lebendige Vorstellung hat. Run machte „die neue l i n i e" (Verlag Otto Beyer, Leipzig), das interessante Experiment, sechs Zeichner aufzufordern, einmal zu zeigen, wie in ihrer Phantasie diese beiden Gestalten aussehen — das überraschende Ergebnis steht im Oktoberhest. Mädchengestalten von Fleisch und Blut zeigen die Bilder des Beitrages „Erziehung zur Harmonie", der sich mit den Aufgaben des BDM.-Werks „Glaube und Schönheit" befaßt. „Blut und Boden", ein anderes Leitwort unserer Zeit, erhält eine eindrucksvolle Beftättgung in den Gesichtern einer Hofgemeinschaft, die auf einem norddeutschen Erbhof die Tradition der Sippe und die Gesetze des Hofes treulich bewahrt. „Drei preisgekrönte Eigen- Häuser" und „Gärten der verschiedensten Stile", von den Aegyptern bis heute, sind zwei weitere markante Veröffentlichungen dieses Heftes, aus bestem reichen Inhalt noch die Themen Reise, Kunst, Unterhaltung und Mode erwähnt werden sollen.
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Ur.242 Drittes Blatt
Umfangreicher Wohnungsbau in Gießen
Stadtkreis Gießen im Entstehen
Spielplan des Stadttheaters vom 16. bis 23. Oktober.
Die zweite Morgenveranstaltung des Stadttheaters am Sonntag, 16. Oktober, bringt zum 5Ö. Todestag von Theodor Storm Lieder und Rezitationen. Es wirken mit: Gustav Bley, Heinz Markwardt, Intendant Hermann Schultze-Griesheim. Die Morgenfeier sieht Lieder von Trunk, Reger, Haym und ein Lieder-Zyklus von Joachim Popelka vor. Der Intendant liest „Der kleine Häwelmann" und Gedichte. — Die Veranstaltung beginnt um 11.30
Stadttheater Gießen.
Heute abend findet eine Wiederholung des großen Erfolges „Der süßeste Schwindel der Welt", Lustspieloperette in drei Akten von Rudolf Weys, Musik von Robert Stolz, statt. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim, Tänze: Thea Maaß. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 1. Vorstellung für den KdF.-Feierabendring statt. Beginn 20 Uhr, Ende 23 Uhr.
Musiker in der Anekdote.
Don Wilhelm von Scholz.
Die echtesten Musiker-Anekdoten sind natürlich die, welche sich mit einem der Musik zugehörigen Thema befassen. Also: Hans von Bülow, der einem Posaunisten zuruft „Forte!" und, nachdem der den Ton verstärkt hat, wieder mahnend „Forte! Forte!" und mit „Forte!" so fort, bis der Posaunist, dessen geblähte Backen fast geplatzt sind, erschöpft sagt: Lauter könne er nicht blasen, worauf Bülow freundlich den Kopf schüttelt: „Das sollen Sie ja auch gar nicht! Sie waren von Anfang an auf Fortissimo, Sie sollen Forte blasen!"
Oder der liebe Kollege, der bei seinem Freunde Philipp Scharwenka Partituren aus dem Flügel liegen sieht, sie anblättert und, als er Wagner findet, mit enttäuschter Stimme sagt: „Ach, ich habe immer gedacht, du komponierst auswendig!"
Oder der Dirigent von böhmischen Straßenmusi- kaMen, die in London spielen, zu dem eine Engländerin spottet: „Sie wollen sein deutsche Musikanten und spielen so falsch?" Er erwidert: „Und Sie wollen eine Engländerin sein und hören es?
Oder schließlich diese: Die Spieler eines Quartetts waren im Zusammenspiel ziemlich beträchtlich auseinander geraten. Einer der Konzertzuhörer fragt freundlich lächelnd seinen Nachbarn: „Auf wen setzen Sie?" (In welchem Falle der musikalische Kaiser Franz zu seinen Mitspielern zu sagen pflegte: „Unter dem Schwippbogen treffen wir uns wieder!")
Die Musiker sind aber auch sonst, wie die Leute vom Theater allgemein witzig. Ihr Witz ist zwar scharf und satirisch, doch spürt man fast immer, daß er aus Köpfen voller Musik kommt, daß er gemildert unÜ nicht ohne Harmonie ist.
x Auch der einfache Wortwitz wird nicht verschmäht, aber so überraschend angewendet, daß selbst bei Leuten mit kurzer Leitung, bei denen der Groschen gleich fällt, manchmal eine tausendstel Sekunde zwischen Hören und Lachen vergeht. Den Kollegen Scharwenkas mit dem boshaften »A propos“ frpgt jemand mit Verwunderung: Wie es komme, daß sich Scharwenke ein Reitpferd gekauft habe, das sei doch seltsam! „Ja, wissen Sie", antwortet der Gefragte, „Komponieren wirst nicht genug ab!"
Ein Klaviermeister aus diesem Kreise gab während eines Pariser Aufenthaltes, einzelnen fortgeschrittenen Schülern und Schülerinnen Klavier
unterricht; so auch einer Damy, der Besitzerin eines entzückenden bräunlichen Schoßhündchens das ,Ch'ocolati hieß und von dem Meister, vielleicht als Huldigung für die Herrin, sehr verwöhnt wurde. Eines schönen Tages sandte die dankbare Schülerin ihrem verehrten Lehrer den kleinen ,Chocolati als Geschenk. — Es waren noch nicht vierzehn Tage vergangen, da wurde .Chocolati in einem Körbchen wieder bei der Spenderin abgegeben. Er trug einen Brief am Halsband, wie man Briefe an Blumengaben zu befestigen pflegt. Der Brief lautete: „Meine verehrte Gönnerin! Sie haben sicher noch den Ton meiner überschwenglichen Freude im Ohr, mit der ich Ihnen für daß großmütige Geschenk des kleinen,Chocolati, meines Lieblings, dankte. Sie wissen, was mir das Hündchen war und ist — nicht zuletzt etwas, das Ihre gütige Hand gestreichelt, geliebkost hat, und das in jedem Augenblick mich an Sie, Gnädigste, erinnert. Wenn ich trotzdem das Hündchen heute in die Obhut seiner einstigen, von ihm zärtlich geliebten Herrin zurücksende, so ist es nicht nur die Sehnsucht, die ich in seinen großen schönen Augen zu sehen glaube, die mich bestimmt. Es ist auch das Bewußtsein, daß er in Ihrer weiblichen mütterlichen Pflege besser gedeihen kann als m meiner, der ich Junggeselle bin. Nicht allein Junggeselle bin, sondern, gnädige Frau, auch im vierten Stock wohne! ,Chocolati ist völlig straßenrein und schweigt über seine Bedürfnisse stets bescheiden, bis ganz zuletzt. Aber selbst wenn er nicht schwiege und sich einmal meldete — es wäre bei meinen vier Treppen doch zu spät, ihn noch rechtzeitig zur Straße zu führen, die geduldig und ohne Störung aufnimmt, was man ihr gibt So begreifen Sie — doch lassen Sie mich in meinem Trennungsschmerz, den ich trotz ober gerade wegen der bitteren Notwendigkeit dieser Trennung empfinde, schweigen. Nur eines noch, meine Verehrte: Tau;en Sie ihn um! Nennen Sie ihn statt Chocolat lieber ,Cacao-!"
Eins unserer bekanntesten Quartette gastierte einmal in einer kleineren Stadt. Da erhielt es eine außerordentlich lobende Kritik, die von dem Schlußsatz gekrönt wurde: „Möge es der tapferen kleinen Künstlerschar durch ihren Fleiß und ihr Talent bald gelingen, sich zu vergrößern!"
Einem Musiker zeigt ein Bekannter ein neugekauftes Bild, das in kostbarem Rahmen das Musikzimmer ziert, und bittet: „Raten Sie mal, was ich für das Bild bezahlt habe!" — „Unmöglich, unmöglich!" erwidert der Befragte, dessen ruhige forschende Blicke nicht von dem Gegenstände der begehrten Schätzung weichen. „Raten Sie!" —
Aus der Stadl Gießen.
Kraft des Herzens.
Von Neinhold Braun.
Nie wird das Reich verderben, wenn echte Liebe lebt, im Kämpfen und im Sterben zum Opfer sich erhebt!
Hans Maurer.
M opfere meine Ruhe und bürgerliche Bequemlichkeit den großen Zielen der Nation! sprach der Führer am Abend der diesqahrlgen Eröffnung des Winterhilfswerks. Er fuhr fort, daß er dieses Opfer freudig bringe, weil er wisse, daß das deutsche Volk ebenfalls zu jedem Opfer für das Vaterland bereit märe. Nur diejenigen verständen das nicht, die nicht die Kraft des Herzens besitzen.
Da liegt das Geheimnis für das, was er und, von ihm geführt, in treuer Gefolgschaft die Nation mit ihm vollbrachte. Einzig aus der Kraft des Herzens wurde das Leid unserer Geschichte immer wieder in neue Auferstehungen verwandelt. Diese Kraft ist der beste Beweis für die ewige Jugend unseres Volkes. Aus der Kraft des Herzens geschah alles Erhebende unserer Geschichte, wurden die Großtaten im Weltkriege vollbracht. Nur weil jene Kraft von frevelnden Mächten zermürbt und verdrängt wurde, mußten wir die Schande von Versailles erdulden.
Nun geht unser Blick von selbst zu den Sudetendeutschen. Es gibt ein Buch, das den Titel trägt: „Ein Sudetendeutscher ergibt sich nicht!" Nur die Kraft des Herzens konnte zwanzig Jahre hindurch all das Schwere ertragen, konnte die Fundamente zu der Herrlichkeit des Glaubens unserer Sudetendeutschen legen.
„Wir tragen ein Licht im Dunkel der Nacht. Wir tragen ein Licht, von Sehnsucht entfacht. Wir glauben an eine Wiederkehr!"
So singt Franz Höller. Und wenn der Führer in Karlsbad zu den befreiten Brüdern und Schwestern sagte: „Daß ich einmal hier stehen würde, daß habe ich gewußt!", so ist das die Gewißheit aus der Kraft seines Herzens Und war es mit Oesterreich nicht das gleiche Wunderbare?
Nun gilt's, daß jeder an seinem Teile die Kraft des deutschen Herzens befestige, jung und federnd erhalte bis in die letzten Gründe!
Die beste Erhaltung aber geschieht immer durch die Tat, das Opfer und das Opfern. So weiß jeder, was er auf seinem Platze zu tun und zu leisten hat nach feinen Gaben und nach seinem Können. Die Herzenskraft aller Opfergänger hat sich bis zu dieser Stunde beglückend bewiesen, und sie wird sich ferner beweisen im letzten, stillsten Winkel des Vaterlandes. Sie wird das Ganze weiter wunderbar durchdringen, so daß wir wie ein einziges „gläubiges Heer", als eine einzige machtvolle Opfergemeinde dastehen. Und das Glück gebender und bindender Liebe, wie auch jetzt wieder beim Opfern und bei jeglicher Mitarbeit für das Winterhilfswerk, wird von innen her das Ganze durchsonnen, und jeder einzelne fühlt sich teilhaftig an dieser Sonnenkraft deutschen, frühlingshaften Lebens.
Alle, die die Kraft des Herzens besitzen, werden sprechen: „Ja, so ist es! So wird und soll es fürderhin sein!"
7. Gesundheitspolizei (Deterinärpolizei).
8. Landwirtschaftliche Angelegenheiten im Stadtgebiet (Grundstücksverkehrs-Bekanntmachung).
9. Begutachtung der Ortsbaupläne innerhalb der Stadt Gießen.
10. Enteignungs-Angelegenheiten innerhalb der Stadt Gießen.
11. Uebernahme von Aufgaben des Kreisaus- fchuffes als Verwaltungsgericht erster Instanz, soweit bei diesen Angelegenheiten die Stadt Gießen in Betracht fommf
Nach dem Gesetz vom 9. August werden die Geschäfte der allgemeinen Landesverwaltung, die nach den Gesetzen und Verordnungen vor dem Kreis- direktor (Kreisamt) und die von dem Kreisausschuß im Beschlußverfahren zu erledigen sind, in dem neuen Stadtkreis von dem Oberbürgermeister oder dem Polizeidirektor wahrgenommen, soweit der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — im Rahmen der reichsrechtlichen Regelungen nichts anderes bestimmt. An Stelle des Kreisausschusies tritt im Verwaltungsstreitverfahren als untere Instanz ein Stadtverwaltung sger i ch t. Beim Kreis Gießen bleibt jedoch neben dem Kreisausschuß als untere Instanz für Angelegenheiten der Landgemeinden das Bezirksverwaltungsgericht als nächsthöhere Instanz im Derwaltungsstreitverfahren für die Kreise der ehemaligen Provinz Oberhessen und nunmehr auch für den Stadtkreis Gießen bestehen. Die Zusammensetzung dieses Stadtoerwaltungsge- richts für den Stadtkreis Gießen hinsichtlich der Auswahl der Persönlichkeiten dürfte die erste Arbeit des Leiters unseres Stadtkreises sein.
plant. Es ist beabsichtigt, in diesem Stadtteil im Verlaufe der nächsten Jahre weitere 5 00 Kleinwohnungen mit allem neuzeitlichen Zubehör zu schaffen, so daß sich den jetzigen neuen Straßen eine Reihe weiterer anschließen werden. Mit diesen 500 weiteren Kleinwohnungen kann man wohl — allerdings nur nach dem heutigen Stand der Dinge — den dringlichsten Bedarf an kleinen Wohnungen als einigermaßen annehmbar erfüllt ansehen.
Die Erfordernisse an ausreichendem Wohnraum, die in einer Stadt von der Größe und der vielseitigen Bedeutung Gießens sich von selbst ergeben, sind aber auch mit diesen weiteren 500 Kleinwohnungen noch nicht erfüllt. Wenn auf diesem Gebiete, auch im Hinblick auf die fortschreitende Entwicklung unseres Gemeinwesens eine allgemein befriedigende Lösung geschaffen werden soll, so muß man mit der Tatsache rechnen, daß bann immer noch rund 1500 Wohnungen in unserer Stadt gebaut werden müssen. Es ist also eine außerordentlich weitreichende Aufgabe, die auf dem Gebiete des Wohnungsbaues in unserer Stadt noch der Lösung harrt. Man kann aber die Gewißheit hegen, daß der Leiter unserer Stadtverwaltung alle Mittel einsetzen und keine Gelegenheit versäumen wird, um auch in diesem Abschnitt unserer städtischen Aufbauarbeit in einem möglichst absehbarem Zeitraum ein zufriedenstellendes Ergebnis herbeizuführen.
Im Verlaufe des Frühjahrs und Sommers ist in unserer Stadt die Schaffung neuen Wohnraums außerordentlich kräftig vorangekommen. Der Neubau von Wohnhäusern hat zum Tell die Fläche eines neuen Stadtviertels mit einer Reihe von Straßen bedeckt. Es sei hier vor allem an die räumlich und zahlenmäßig umfangreichste Wohnungsbautätigkeit dieses Jahres erinnert, die in der Schwarzlach entfaltet wurde. Dort sind in rund 50 Häusern 306 Kleinwohnungen mit je zwei bzw. drei Zimmern und Zubehör entstanden, die jetzt sämtlich im Rohbau fertig sind. Bei einem Teil dieser Häuser wird gegenwärtig der äußere Verputz hergestellt, gleichzeitig ist in sämtlichen Häusern der Innenausbau im Gange. Von ansehnlicher Bedeutung sind weiterhin die Wvh- Haus-Neubauten im Eichgärtengebiet und jenseits der Lahn in „Sachsenhausen", schließlich auch das Wohnhausprojekt am Kirchenplatz/Lindenplatz im Zuge der Altstadtsanierung I. Soweit die Wohnungen in diesem Jahre nicht mehr bezugsfertig werden, darf man hoffen, daß sie im Verlaufe des Frühjahrs oder Frühsommers nächsten Jahres zum Einzug der Mieter bereitstehen werden.
Die Schaffung des neuen Wohnraums durch die diesjährige Wohnhaus-Neubautätigkeit genügt aber noch lange nicht, um den dringlichsten Wohnungsbedarf in befriedigendem Ausmaß zu decken. Deshalb wird von dem Leiter unserer Stadtverwaltung der weitere Ausbau des neuen Wohnviertels in der Schwarzlach ge-
Nach der Bekanntmachung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — über das Inkrafttreten des Gesetzes über die Bildung der Stadtkreise Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms wird am 1. November 1938 auch der Stadtkreis Gießen ins Leben gerufen.
Der Leiter unserer Stadtverwaltung, Oberbürgermeister Ritter, ist zur Zeit mit der Ausführung dieses Gesetzes, also mit der Organisierung des neuen Stadtkreises Gießen, in vordringlicher Weise beschäftigt. Es ist dabei eine Reihe von Maßnahmen zu treffen, wobei der Aufbauarbeit zustatten kommt, daß manche Aufgaben, die nunmehr von dem bisherigen Kreise Gießen auf den neu- gebildeten Stadtkreis übergehen, auch bisher schon von der Stadt Gießen bearbeitet wurden. Die Aufgaben, die der Stadtkreis Gießen von dem bisherigen Kreis übernimmt, find z. B. auf folgenden Verwaltungsgebieten zu erblicken:
1. Handels- und Gewerbewesen in der Stadt Gießen (insbesondere Einzelhandels-Schutzgesetz, Erteilung von Wandergewerbescheinen und Wander- Legitimationspapieren usw.).
2. Verkehrswesen im Gießener Stadtgebiet (Zulassung von Kraftfahrzeugen, Erteilung von Führerscheinen, Genehmigungen für den Güterfernverkehr, Aussicht nach dem Personenbeförderungsgesetz usw.).
3. Staatsangehörigkeitswesen im Stadtgebiet (Anträge auf Einbürgerung, Erteilung von Staatsangehörigkeitsausweisen und Heimatpapieren usw.).
4. Naturschutz und Denkmalschutz im Stadtgebiet.
5. Jagd- und Fischereiwesen, Durchführung des Pachtgesetzes (Lahn).
6. Schornsteinfegerwesen.
„Nein) nein! Ich kann es nicht." — „Dann will ich es Ihnen sagen: fünfzig Mark! Nur fünfzig Mark!" Der Besitzer erwartet strahlend eine erstaunte Aeußerung des Prüfenden. Dessen Blicke hängen noch immer gebannt, wie ungläubig, mitten irn Viereck t/es schönen Rahmens, und er sagt im Tone aufrichtigster Bewunderung: „Ja, aber — soviel ist ja das Bild wert!"
Ein großer Hofmann und Theaterintendant, der auch gelegentlich komponierte, hatte ein Streichquartett geschrieben, das vier ausgezeichnete Musiker anläßlich einer Soiree bei Hofe spielen sollten. Bei der Uebernahme der Aufgabe hatten sich die Herren ausbedungen, daß der Schöpfer des Quartett nicht vor der Hauptprobe ihrer Einstudierung beiw.ohnen dürfe. Als der witzige ältere Cellist des Quartetts einmal während einer Probe hinausgeht, stößt er an der Tür mit dem dahinter lauschenden Generalintendanten zusammen und sagt rasch gefaßt: „Exzellenz, der Lauscher an der Wand, der hört sein eigenes Streichquartett!"
„Wann arbeitest du eigentlich?" fragte ein Musiker einen Kollegen, der als sehr faul galt. „Wenn ich dich vormittags treffe, lieft du die Zeitung, wenn ich dich nach dem Mittagessen treffe, liegst du auf dem Diwan —' ich glaube, du tust gar Nichts!" — „Ja, weißt du", erwidert der andere, „zwischen zwei Mahlzeiten arbeite ich nicht gern!"
Der österreichische Kaiser Franz tritt nach Beendigung des Konzerts zu dem Klaviervirtuosen, reicht ihm huldvoll die Hand, klopft ihm auf die Schulter und sagt: „Liszt hat hier gespielt, Rubinstein und viele andere Virtuosen —" — schon leuchtet helles Glück auf dem Gesicht des Angeredetssg — „aber so wie Sie, Herr Bachmaier, hat noch keiner beim Spielen geschwitzt!"
Zu einem sehr eigenwilligen Musiker, mit dem nicht gut Kirschen essen war, sagt ein reicher Mann, nachdem er in irgendeiner Angelegenheit auf der ganzen Linie hat nachgeben müssen: „Mein Lieber, Sie sind ein Despot!" Bei dem Wort ,Despoti passiert es dem erregt Sprechenden, daß ihm sein Gebiß herausfliegt. „Das nächste Mal", meint nun der Musiker mit mildem sanftem Ton, „sagen Sie statt ,Despati lieber Tyrann! Da kann nichts passieren!" (Hierzu gibt es eine nicht an die Musik geknüpfte' Variante: „Wo wollen wir unser Glas Bier trinken? Bei Porrsch —?" — „Es heißt doch Pschorr!" — „Ja, aber mein Gebiß sitzt ein bißchen locker. Wenn ich nicht Porrsch sagen würde, flöge es heraus.")
Wenn man hier die wiedererzählten kleinen Ge- fchichtchen, die zum Teil schon lange zum umlau» senden Anekdotengut gehören, sich in der Wirkung
Vornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Der süßeste Schwindel der Welt". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Ich liebe dich". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Spieler".
Tageskalender für Sonntag.
Feier der HI.: 20 Uhr Universitäts-Sportplatz. Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr Morgenoeranstal- tung Theodor Storm. 19.30 bis 21.45 Uhr: „Der Frontgockel". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Ich liebe dich". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Spieler". — Oberhessischer Kunstverein: 11 bis 13 Uhr: Ausstellung im Turmhaus am Brands________
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