Geschichten aus aller Welt.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Der umgekehrte Schwan.
(r) Sidney.
Wenn ein Maler auf einem Bilde einen Schwan so verkehrt abkonterfeit, daß er auf dem Kopf steht, wird er damit rechnen müssen, daß der klin- gende Lohn für dieses Gemälde nicht sehr reichlich ausfallen wird. Bei einer Briefmarke, die zu den größten Seltenheiten gehört, ist es umgekehrt. Hier war dem Drucker ein solches Mißgeschick unterlaufen, das zur Folge hatte, daß die Marke einen ungeheuren Liebhaberwert erreichte. „Fehldrucke" sind ja schon immer ein begehrtes Sammelobjekt gewesen, sofern sie nur in wenigen Exemplaren in den Verkehr gelangt sind. Es werden hier ost Preise gezahlt, die in einem geradezu grotesken Verhältnis zu dem Wert der gleichen Marke in normaler Ausführung steht. So ist jetzt für die westaustralische Briefmarke, bei der ein Schwan im Markenbild auf dem Kopf steht, ein Pxeis von fast 25 000 Mark erzielt worden, während die gleiche Marke ohne diesen „Schönheitsfehler" nur einen Wert von wenig mehr als 10 Mark besitzt. Don dem Fehldruck sind allerdings auch nur 15 Exemplare in den Verkehr gelangt.
Die „große alte Frau" der Swasis.
C. K. Pretoria.
In einem kleinen Dorf in Südafrika fand, wie aus Pretoria berichtet wird, in diesen Tagen eine eindrucksvolle Totenfeier statt. Die Verstorbene, die hier begraben wurde, war Lomawa, die Königin- Mutter der Swasis, die neben dem großen Kraal, in dem sie 17 Jahre lang regiert hatte, zur Ruhe bestattet wurde. Obwohl sie während ihres Lebens eine gute Freundin der Europäer gewesen war, hatten die Eingeborenen doch mit wenigen Ausnahmen die weißen Männer von der Feier ausgeschlossen. Nur fünf Weiße hatten nach längeren Verhandlungen die Erlaubnis erhalten, dem Begräbnis beizuwohnen. Lomawa war die Mutter des Oberhäuptlings aller Swasis, Sobhusa Nkosi Dhlamini. Sobhusa, dessen Residenz Embabaan ist,
hat in England studiert und wurde 1925 bei einer großen Stammesversammlung der Swasis dem damaligen Prinzen von Wales, jetzigen Herzog von Windsor, vorgestellt. Unter den Weibern, die den Häuptling umgaben, stand damals auch an erster Stelle Lomawa, eine eindrucksvolle, aber etwas unheimliche Erscheinung. Während der Häuptling im feierlichen Gehrock war und seine Ergebenheitsadresse in fließendem Englisch vorlas, trug Lomawa ihre Eingeborenentracht, darüber einen grell bunten Mantel, den sie nach europäischer Art angelegt hatte, im Haar aber die rote Feder, die sie als Regenmacherin und Zauberin auswies. Denn das ungeheure Ansehen, das Lomawa unter ihren Stammesangehörigen genoß, verdankte sie vor allem ihrer Autorität als Regenmacherin und „Herrin der Totems". Die Eingeborenen nahten ihr nur mit ehrfürchtigem Schauder, aber auch die Weißen hat sie oft mit ihren Fähigkeiten als Wahrsagerin verblüfft. Die Tote war in sitzender Stellung in Tierfelle eingenäht und wurde so einem eigens dafür hergestellten Sarge übergeben. Ihr persönliches Eigentum, Decken, ein Sonnenschirm, ein Trinkgefäß, wurden zugleich mit dem Sarge in das Grab gesenkt. Von weit her waren die Swasis aus dem ganzen Lande herbeigeströmt, um an der Feier teilzunehmen. Allen wurde Gelegenheit Gegeben, noch einmal die Tote in dem Sarge zu sehen, während der Häuptling Mandanda, der „Dienst" tat, mit feierlicher Stimme den Geistern mitteilte, daß Lomawa fortgegangen sei und daß die Geister jetzt für ihre Kinder sorgen müßten. Als Lomawas Eigentum neben dem Sarge niedergelegt und das Grab geschlossen wurde, wandte Mandanda sich noch einmal an die Geister und machte ihnen davon Mitteilung, daß dies nun geschehen wäre, „so daß Lomawa nicht zurückkehren würde". Der Oberhäuptling Sobhuza war nicht zugegen. Der Brauch verbietet ihm, tote Angehörige zu sehen oder in ihre Nähe zu kommen. Er war sogar unter denen, die sich einer besonderen Behandlung durch die Medizinmänner unterziehen mußten, um die Totengeister abzuwehren. Auch alle, die den Leichnam angerührt hatten, wurden mit denselben Zaubermitteln behandelt.
Hitziger Kampf um den Bollbart.
C. K. Kapstadt/
Ein kleiner Aufstand der Frauen, der zu vielen scherzhaften Erörterungen Anlaß gibt, ist in Südafrika ausgebrochen. Im Zusammenhang mit den Jahrhundertfeiern des großen Burentrecks, des Auszuges der holländischen Buren nach dem Norden, haben viele Männer in Südafrika sich entschlossen, sich den Bart wachsen zu lassen, wie jene alten Pioniere es taten. Zuerst fanden die Frauen das Bild, das ihnen ihre eigenen und die anderen Männer darboten, nur komisch und machten sich darüber lustig; sie waren Überzeugt, daß die Männer bald des ungewohnten Gesichtsschmucks müde werden und wieder zum Rasiermesser greifen würden. Dann aber mußten sie sehen, daß ihre Männer, vielleicht aus Bequemlichkeit, den Burenbart beibehielten, und nun begannen sie lebhaft dagegen zu protestieren. Als ihre Einwendungen nichts halfen, beschlossen sie sogar, ein Komitee zur Bekämpfung des Bartes zu bilden, und dieses hat in seiner ersten Sitzung, nach einer gründlichen Prüfung der Lage, einen sonderbaren Beschluß gefaßt: „Unsere Männer", so heißt es darin, „mögen die Pioniere des großen Marsches ehren, indem sie ihr Kiny mit dem Haarkleid schmücken, aber bann sollen sie falsche Bärte verwenden." Die Ehemänner, Väter und Söhne hatten auf diese Forderung nur ein fröhliches Gelächter als Antwort und verwarfen sie ohne weiteres. Jetzt aber wurden die Frauen wütend und drohten, mit Gewalt gegen die Bärte vorzugehen, so daß auch die Männer ein Komitee zur Verteidigung ihrer Bärte bildeten. Was wird aber dieses Komitee tun können, wenn der Vorschlag einer Ehefrau, die besonders erbittert über die neue Zierde ihres Mannes zu sein scheint, von den anderen Frauen angenommen und durchgeführt wird: daß man den Männern die Bärte abschneiden soll, während sie im tiefsten Schlafe liegen?
Die schrecklichen Frauen mit den Hundszähnen.
K. Paris.
Die „schrecklichen Frauen mit den Hundszähnen" — das sind nicht etwa die weiblichen Mitglieder irgendwelcher wilder Dölkerftämme, sondern die Europäerinnen. So wenigstens sieht die Sache der
anamitische Mandarin Hoang Dscha Duc, der setzt nach Paris gekommen ist. Er führt bewegliche Klage über die Töchter seines Landes, die sich nach dem Vorbild der Europäerin nmmodeln. Ganz Jndo- china modernisiert sich, zur Verzweiflung der Män» ner, die den Überlieferungen ihrer Heimat treu geblieben sind. Ihr Frauenideal ist dahin, die eingeborenen Frauen und Mädchen denken nicht mehr daran, die alten feierlichen Tänze aufzuführen, sondern sie sind Stammgäste in den modernen Tanzsälen, die in ihrem Lande wie Pilze aus dem Boden schießen, und sie sind Meisterinnen in den neuesten Tänzen, die man in den europäischen Hauptstädten tanzt. Es ist ein Aergernis, das in erschreckend vielen Fällen zu Familiendramen und Scheidungen führt. Eins aber erregt besonders den Verdruß des Mandarinen, daß die Frauen seiner Heimat die Gewohnheit aufgeben, Betel zu kauen und so ihre Zähne glänzend schwarz zu färben. Ein Europäer kann sich kaum etwas Scheußlicheres denken, als in dem Munde einer Frau eine solche schwarze Zahnreihe zu sehen, die Anamiten aber, bie ihren alten Sitten treu bleiben und daran gewöhnt sind, haben eine wahre Leidenschaft dafür. Dem Mandarinen machte es auch keinen Eindruck, als man ihn darauf hinwies, daß sauber und weiß gehaltene Zähne doch erstes Erfordernis der Gesundheitspflege wären; er hatte darauf nur die Antwort: „Wenn eure Frauen lachen, sind sie schrecklich, denn dann zeigen sie ihre Hundszähne."
Zeitschriften.
— Im Oktoberheft der Zeitschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 15) liefert Staatsminister a. D. Dr. Hartnacke neues Material zu der immer dringlicher werdenden Frage „Selbstausrottung der begabten Stämme"« Die Ergebnisse einer Untersuchung an Schülern aus kinderreichen Familien bringt Dr. Alfred Eydt in seinem Aufsatz „Auslese und Ausmerze in dec Volksschule". Jeder Versuch einer Leistungssteigerung in der Schule scheitert nach den Angaben des Verfassers an den mangelnden erbbiologischen Voraussetzungen größerer Kinderzahlen. Zielweisend sind die Ausführungen Erich Bitterhofs über „Bewegung und Ornament im alten Tanz", in denen er den Gegensatz zwischen dem internationalen Gesellschaftstanz und dem arteigenen Volkstbnz her- vorhebt.
Frau Margarethe Bittendorf, geb. Rau
In tiefer Trauer:
Ludwig Bittendorf und Kinder.
Ruttershausen, 13. Oktober 1938.
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Großen-Linden, Stratford (Kanada), den 14. Oktober 1938.
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Sprechstunde des Schulleiters: Stad.-Ass. Walther, täglich von I ll*/2—13 Uhr. Fernruf 2129. 6iosd
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Friedrich Römer, Lehrer i. R.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. Oktober, nachmittags 2 Uhr.
statt Wir bitten von Beileidsbesuchen und Kranzspenden abzusehen.
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Heute nacht 1 Uhr entschlief sanft nach langer, schwerer Krankheit
meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Groß
mutter, Schwester, Schwägerin und Tante
Frau Elise Römer, geb. Schneider
tm 68. Lebensjahre.
Wieseck, den 14. Oktober 193&
6571 D
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen
Frau Marie Spuck, geb. Schmidt sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank Insbesondere danken wir Herrn Dekan Sattler für die trostreichen Worte am Grabe.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenem Ludwig Spuck.
Verein der Fünfziger von 1866
04672
Unser lieber 1. Vorsitzender
Georg Pfaff
Postassistent i. R.
ist am 13. Oktober unerwartet zur großen Armee abberufen worden.
Beerdigung: Montag, 17. Oktober, 14 Uhr.
Der Vorstand.
Heute entschlief sanft nach kurzem Leiden meine gute Schwester und Schwägerin
Frau Emma Schneller
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Die trauernden Hinterbliebenen 1
Johann Schneller und Frau.
Gießen, den 14. Oktober 1938.
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