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Linie genießt und starke Feldbefestigungen angelegt hat, von Norden zu überflügeln, zumal hier die Möglichkeit bestand, der Stadt die für die Zufuhr aus Sowjetruhland sehr wichtige Verbindung so­wohl auf der Eisenbahnstrecke Tschengtfchou Singan wie auf der großen Karawanenstraße, die über Sinjang-Singan durch Sinkiang nach West- sibirien führt, abzuschneiden. Durch die vor einigen Tagen gemeldete Eroberung der Stadt Sinjang an der nach Norden führenden Bahnlinie Hankau Peking ist der Zweck erreicht, der Stadt Lankau und ihrer Verteidigungsarmee ist die Zufuhr von Kriegsmaterial aus der Sowjetunion von Norden und Nordwesten her äußerst erschwert worden.

Das, was wir unter dem Namen Hankau als das große Lebenszentrum im Herzen Chinas zu begrei­fen pflegen, ist eine Ansammlung von drei Städten, deren einstmals kleinste und unbedeutendste, Hankau, um die Mitte des vorigen Jahrhunderts alsVer- Iragshafen" dem fremden Handel geöffnet wurde und seitdem die Nachbarstädte Wutschang und Hanjang weit überflügelt hat. Seit zehn Jahren unter dem Namen Wuhan zusammengefaßt, dürfte diese bedeutendste Siedlung Mittelchinas rund zwei Millionen Einwohner zählen. Sie ist das letzte große Industriezentrum, über das Tschiangkaischek verfügt. Wenn er auch schon alle Anstalten^ getrof­fen hat, weiter im Innern Chinas neue Rüstungs­industrien aufzubauen und die Uebersiedlung der Zentralbehörden nach Tschungking angeordnet hat, um hier in Szetschuan, der äußersten Westprovinz deseigentlichen China", ein neues Widerstands­zentrum zu errichten, so deutet doch schon die Hart­näckigkeit, mit der die Chinesen Hankau verteidigen, hinreichend darauf hin, daß ihnen die Bedeutung eines Verlustes dieses wichtigsten Verkehrs- und Wirtschaftsmittelpunkts im mittleren China und die Schwierigkeit bewußt ist, rund 1400 Kilometer wei­ter flußaufwärts, eine Strecke, zu der die landes­üblichen Dschunken fünf bis sechs Wochen brauchen, die nur in ihrem ersten Teil dem regelmäßigen Dampferverkehr erschlossen ist, zwischen Jtschang und Tschungking aber auf 700 bis 800 Kilometer durch gewalttge Stromschnellen in tiefen Felsschluchten, die das Flußbett oft auf 150 bis 200 Meter ein­zwängen, jede Schiffahrt äußerst schwierig gestal­ten, alles das zusammenballen, was für eine mo­derne Kriegführung notwendig ist. Gewiß würde der Krieg dann in wahrhaft asiatische Verhältnisse gleiten, an die man europäische Maßstäbe nicht mehr anlegen könnte. Auch würde schon die Natur des Landes den etwa weiter nach Westen vordringenden japanischen Truppen den Zugang zu diesen Kern- provinzen Chinas sehr erschweren. Aber mit dem Fall Hankaus würde Tschiangkaischek Chinas ganze Osthälfte zwischen der Bahn PekingHankauKan­ton und der Küste, Chinas wirtschaftlich reichste Provinzen, .entgleiten und sie der japanischen Durch­dringung preisgeben. Es ist deshalb für die Be­hauptung Hankaus von ausschlaggebender Bedeu­tung, daß die Verbindung von Süden her, vom Meere über Kanton und die Bahn herauf offen bleibt.

Das haben natürlich auch die Japaner erkannt und deshalb jetzt den Augenblick für gekommen er­achtet, den schon oft erörterten Plan in die Tat umzusetzen, durch eine Truppenlandung an der Küste Kwantungs die Besetzung Kantons zu forcieren und durch Unterbrechung der Bahnstrecke auch die Zufuhr Hankaus von Süden her lahm­zulegen. Wenn Japan sich hier bisher in der Haupt­sache auf Luftangriffe beschränkt hat, so hatte das seine guten Gründe, die im wesentlichen in den Be­ziehungen zu den anderen Großmächten des pazi­fischen Raums lagen. Wir sagten schon, daß man in Tokio Anlaß hatte, vor der Sowjetunion besonders auf der Hut zu sein. Der Zwischenfall von Schanfeng an der mandschurisch-sowjetrussischen Grenze nicht weit von Wladiwostok im Juli hatte die Gefahr einer^Jntervention dritter Mächte bedenk­lich nahegerückt. Doch der Zwischenfall konnte über­raschend schnell auf diplomatischem Wege beigelegt werden, und seitdem hat es sich erwiesen, daß die Krisis in der Führung der Roten Armee auch auf das ostsibirische Reich des Generals Blücher über­gegriffen hat und ferner die westlichen Bündnis­beziehungen Moskaus durch die letzten Vorgänge in Europa einen schweren Stoß erhalten haben. Man glaubt also wohl mit Recht in Tokio, von dieser Seite vorerst kein offenes Dazwischentreten zu Gun­sten Tschiangkaischeks befürchten zu brauchen. Pre­kärer freilich wird sich notwendigerweise durch die japanische Operation an der Südküste Chinas das Verhältnis zu Frankreich und England gestalten. Als vor einigen Monaten sich japanische Kriegs­schiffe in der Hainan-Straße, dem Zugang zum Golf von Tongking, zeigten, antwortete Frank­reich bereits mit der Drohung, daß es die chine­sische Insel Hainan besetzen werde, wenn Japan an der Küste des Golfs von Tongking Truppen landen werde. Durch den nun mit der Landung von 60 000 Mann japanischer Truppen in der Bias-Bucht ein­geleiteten Angriff auf Kanton wird ein Gebiet in den Krieg einbezoqen, das England als seine eigenste Interessensphäre betrachtet. In den letzten Wochen hat Japan versucht, mit England über die Auswirkungen des China-Konflikts in ein gütliches Einvernehmen zu kommen. Zwischen dem britischen Botschafter in Tokio, Sir Robert C r a i g i e, und dem japanischen Außenminister, General U g a k i, haben lange Verhandlungen stattgefunden mit dem Ziel, die sehr beträchtlichen englischen Wirtschatts- interessen namentlich am Jangtsekiang und in Süd­china mit dem japanischen Führungsanspruch in Einklang zu bringen. Die Verhandlungen scheinen erfolglos geblieben zu sein, denn am 29. September nahm Außenminister Ugaki seine Demission, und wenige Tage darauf wurde der Entschluß zum An­griff auf Kanton den Mächten bekanntgegeben, gleichzeitig mit der Warnung, ihre Bahnen und sonstiges 'Eigentum im dortigen Kriegsgebiet von chinesischen Truppen benutzen zu lassen oder eigene Truppen- und Schiffsbewegungen dort vorzuneh­men, wohingegen Japan versicherte, auf ihre wirt­schaftlichen Interessen jede nur mögliche Rücksicht nehmen zu wollen. ..

Trotz dieses Vorsatzes ist sich Japan natürlich klar darüber, daß die Gefahr Zeines Konfliktes mit England während des ganzen China-Krieges noch niemals so nahe rückt wie jetzt. Kanton, das Ziel der japanischen Operationen, liegt rund 100 Kilometer landeinwärts am breiten Mündungs­delta des Perlflusses, durch eine Bahn mit der Küstenstadt K a u l u n verbunden, die bereits briti­scher Besitz ist, ein Teil der brittschen Kronkolonie Hongkong, die auf einer Insel der Mündung des Perlflusses vorgelagert ist. Die Japaner werden also versuchen, an Kaulun vorbei auf die Bahm strecke KaulunKanton vorzustoßen, wonach ihnen dann noch die schwierigere Aufgabe bliebe, den Zugang von der See her durch Abriegelung des Perlflusses zu sperren. Kanton ist die weitaus wich­tigste Industrie- und Handelsstadt Südchinas, und wenn sie auch mit etwas mehr als einer Million Einwohnern nur ein Drittel der Einwohnerzahl Schanghais erreicht, steht sie Schanghai doch an

Bedeutung kaum nach. Kanton ist vor allem Aus­gangspunkt der chinesischen Erneuerungsbewegung Sunyatsens und Sitz der Kuomintang, der von ihm begründeten chinesischen Einheitspartei. Don hier aus ist auch die japanfeindliche Bewegung, der Boykott japanischer Waren, immer wieder ange- acht worden. Professor Georg Wegener, einer der besten Kenner von Land und Leuten in China, nennt den Kantonesen im Gegensatz zu dem konser­vativen, besonnen und nüchtern denkenden Nord- chinesen beweglich, unruhig, voll Phantasie und neuerungssüchtlg. Es liegt also wohl im Volks­charakter begründet, wenn hier in Kanton die charfe, radikale Tonart der großen chinesischen Er­neuerungsbewegung sich durchgesetzt hat. Japan wird also hier auf einen -äußerst fanatischen Gegnex toßen, der zwar bislang den Marschall Tschiang- 'aischek und die Hankau-Regierung mehr durch an» euernde Worte als durch Hilfstruppen unterstützt hat, aber wenn er nun selbst angegriffen wird, die Stadt gewiß nicht ohne erbitterten Kampf preisgeben wird.

Die Insel Hongkong ist 1842 nach dem chmählichen Opiumkrieg in dem ersten der von den Chinesen so gehaßtenungleichen Verträge" von China an England abgetreten worden. Sie zählt mit der 1860 ebenfalls von China abgetretenen gegenüberliegenden Küstenstadt Kaulun rund 900 000 Einwohner, meist Chinesen. England hat in noch nicht hundert Jahren aus einem wüsten Felsen­eiland eine herrliche Stadt und einen Welthafen ersten Ranges gemacht, den eine in den letzten Monaten bettächtlich verstärkte Festung schützt, der

am weitesten nach Osten vorgeschobene Flottenstütz- punkt Englands im Pazifik Es war schon in Friedenszeiten der Hauptumschlagsplatz für den Warenverkehr mit Südchina, seit der japanischen Besetzung Schanghais hat sein Handel noch erheb­lich zugenommen, nicht zuletzt auch durch die Lieferungen von Kriegsmaterial aller Art, die von hier über Kanton landeinwärts nach Hankau gehen. Und grade um diese zu unterbinden und damit Tschiangkaischek alle von der See her kommenden Zufuhren abzuschneiden, hat Japan das Unter­nehmen gegen Kanton eingeleitet, auch auf die Ge­fahr hin, darüber mit England in Mißhelligkeiten zu geraten. Die weltpolitische Lage gibt den Japa­nern offenbar die Zuversicht, daß es England auf einen ernsten Konflikt auch diesmal so wenig an­kommen lassen werde wie in Schanghai. Wenn den Japanern das Unternehmen gegen Kanton glückt, wäre Tschiangkaischek für seine Zufuhren aus dem Ausland auf die erst im Bau befindlichen Autostraßen angewiesen, die von der Provinz Szetschuan her in Jünnanfu den Anschluß an die durch Französisch-Indochina zum Meere führende Bahnstrecke aufnehmen sollen. Auch zur Grenze des englischen Burma sollen durch die Provinz Iünnan Autobahnen vorgetrieben werden, in dem gebirgigen Gelände ein langwieriges Unternehmen, das wohl nur noch für die Verteidigung des neuen Widerstandszentrums in Tschungking zurecht kommt. So beginnt mit dem japanischen Angriff auf Kan­ton ein neues Kapitel des chinesischen Krieges, wie es enden wird, ist heute noch nicht abzusehen.

Dr. Fr. W. Lange.

Der Londoner Gsenbohnerstreik.

London, 13. Okt. (Europapreß.) Der Londoner Eisenbahnerstreik hat sich am Donnerstag, dem vier­ten Tage des Streiks, bereits auf 5000 Angestellte ausgedehnt. Die Londoner Lebensmittel­versorgung ist durch den Streik e r n st l i ch beeinträchtigt. Bei den für die Versorgung der Hauptstadt wichttgen Bahnhöfen Broad Street und Commercial Road, die nicht zur ursprünglich allem bestreikten London Midland Scottish Railway, son- dem zur London North Castern Railway gehören, sind 400 Arbeiter in den Streik getreten. Die Ent­ladung und Weiterbeförderung sämtlicher Güter, darunter großer Mengen leicht verderblicher Lebens­rnittel für die Stadtmärkte Billingsgate und Smith­field, wurde ausgesetzt. Die Eisenbahnverwal-

Srkaliunaen in der Llebergansszeit sollte mnn nicht vernachlässigen. Der häufig krasse Witterungswechsel macht nicht abgehärtete oder an­fällige Naturen leicht wirklich krank. Deshalb wende man sofort bei den ersten Anzeichen wie f?roNeln, Husten/SchmwfenoderHeiserkeitfolgendesNezevlain

Kurz vor dem Zubettgehen möglichst heiß zwei­mal ie einen Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und Zucker mit der dovnetten Menge kochenden Wassers gut verrührt trinken: Kinder die Hälfte. Zur Nach­kur nehme man noch einige Tage die halbe Menge. Klosterfrau-Melissengeist in der brauen Original­packung mit den drei Nonnen erhalten Sie in Apotheken und Drogerien in Flaschen zu RM 2,80, 1,65 und,90. 6230v

Japanischer Erfolg vor Kanton.

Oie Stadt Weitschau genommen.

Tokio, 15. Off. (DNB. Funkspruch. Offafien- dienst.) Die das japanische Hauptquartier bekannt gibt, Haben die Japaner W e i t s ch a u am Ostfluß eingenommen. Die Stadt ist von großer stra­tegischer Bedeutung für den weiteren An­griff auf d i e kaulun kankon-BaHn. Der linke Flügel der Japaner hat sich bereits w e si- lich von Tarnschui auf knappe 20 Kilometer der Eisenbahnlinie an der Grenze von

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fahren und haben Kurs »ach Westen genommen. 2Han vermutet, daß sie versuchen wollen, in hie Mündung des Perlflusses einzudringen, um dort möglicherweise Truppen zu landen.

Danton vom Zivil geräumt

Flüchtlingsstrom

ergießt sich nach Nordwesten.

Hongkong, 14. Okt. (Europapreß.) Nahezu die Halste der Zivilbevölkerung von Kanton wird auf Grund eines soeben bekannt- gegebenen Befehls Des Kommissars der Kwantung- Provinz, General Pu Han-mou, noch am Freitag aus der Stadt abbefördert werden. Diese Eile erscheint geboten, weil die Japaner sich nach Besetzung der Eisenbahnlinie der Stadt nähern wollen. Von dem Abtransport werden etwa 400 000 Personen betroffen. Die Räumung erfolgt auf Staatskosten. Alle verfügbaren Transportmittel, so­weit sie nicht schon von der Militärverwaltung be­schlagnahmt sind, werden für die Räumung in An­spruch genommen. Auf den nach Westen und Nord­westen führenden Straßen hatte schon in den frühen Morgenstunden des Freitags ein gewaltiger Flüchtlings ström eingesetzt. Dazu sind die Straßen durch Militär-, Waffen- und Munitions- transporte überfüllt.

HongkongvomHinterlandabgescknitten

Jung ist bestrebt, diese Güter auf einem anderen Wege zu befördern, was aber großen Schwierig­keiten begegnet.

Der englische Eisenbahneroerband hat sich auf Grund seiner Verhandlungen mit den Parteien und mit Vertretern des Arbeitsministeriums entschlossen, den streikenden Arbeitern die sofortige Wie­deraufnahme der Arbeit zu empfehlen. Der Vollzugsausschuß des Verbandes hat sich erboten, am Freitagabend in .einer Versammlung den Strei­kenden die Gründe für diesen Ratschlag zu erläu­tern. Die weitere Entwicklung hängt nun ganz da­von ab, ob die Arbeiter der Empfehlung des Ver­bandes oder den Einflüsterungen der linksradikalen Streikleitung Folge leisten werden, die noch am Freitagnachmittag mit einer A u sdehnung des Ausstandes auf andere Bahnhöfe drohte. Auch in dem Streik auf dem N eubau des Luftfahrt- M i n ist eriums , in den 2000 Bauarbeiter und Handwerker verwickelt find, ist von den Gewerk­schaftsinstanzen die unverzügliche Wiederauf­nahme der Arbeit angeordnet worden.

Daily Telegraph" schreibt, der Streik sei nicht eine Angelegenheit der Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Gewerkschaften, sondern gehe in erster Linie die Öffentlichkeit an, die darunter zu lei­ben habe. Nicht nur der Streik der Eisenbahner habe bisher großen Schaden angerichtet, sondern auch die Einstellung der Arbeiten beim Neubau des Luftfahrtministeriums könne verheerende Folgen haben. Dieses Ministerium sei eines der wichtigsten für 'die Landesverteidigung. Bei der Be­trachtung dieser Streiks könne man die Hasser der demokratischen Freiheit" verstehen, da die demo­kratischen Prinzipien durch derartige Streikhandlun­gen offensichtlich mißbraucht würden.

Hongkong und dem chinesischen Staatsgebiet ge­nähert. Bisher stießen die Japaner nur auf kleinere chinesische Abteilungen. Ulan nimmt an, daß die Hauptmasse der chinesischen Truppen vorbereitete Stellungen am Ostfluß ent­lang bezogen hal. Daher glaubt man, daß größere Kampfe erst beim Erreichen dieser beiden Verteidi­gungslinien zu erwarten sind. Zehn japanische Transportschiffe sind in Begleitung eines Kreuzers und dreier Zerstörer von Swatau ausge-

Die Dienstpflicht in England.

Aufstellung eines nationalen Registers.

London, 15. Okt. (Europapreß.) Die Frage, in welcher Form der Dien st am Staat für

wird. Als dessen Leiter wird der Abgeordnete und frühere Gouverneur von Bengalen, Sir John A n - derson, genannt, der sich auf dem Gebiet der Landesverteidigung bereits die Sporen mit der Or­ganisation der Pläne für die Räumung Londons im

gelegenen Insel Zypern, deren Bodenfläche unge­fähr zwei Drittel des Gebietsumfanges des früheren Königreichs Sachsen beträgt, haben soeben in einem Telegramm an den englischen Ministerpräsidenten Selbstbestimmung gefordert. Der Name der Insel lebt in der deutschen Sprache in dem Worte Kupfer" fort, weil die alten Phönizier hier einige Kupferminen betrieben haben. Sie ist von

Hongkong, 14. Okt. (Europapreß.) Die bri­tische Kronkolonie Hongkongs ist durch das Fort­schreiten der japanischen Offensive in Südchina jetzt vollständig von allen Verbin­dungen mit seinem Hinterland abge­schnitten worden. Damit ist der Nachschub von Kriegsmaterial für die Streitkräfte des Marschalls Tschiangkaischek über Hongkong u i*n öglich geworden. Das erste Hauptziel der japanischen Truppenlandung in der Bias-Bucht ist damit bereits erreicht.

England organisiert die Lustabwehr lebenswichtiger Industrien

Die griechischen Bewohner haben wiederholt, so im Jahre 1929 und 1931, die Vereinigung mit dem grie­chischen Mutterland gefordert und diesem Wunsch so nachdrücklichen Ausdruck gegeben, daß sie damals den englischen Gouvernements-Palast niederbrann­ten,

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Zu der in der ausländischen Öffentlichkeit auf­getauchten Behauptung, bei den Unabhängigkeits- fämpfen Zyperns handele es sich keinesfalls um a u f der Insel Heimatberechtigte, wird aus Kreisen desBundes in Griechenland anfäfpaer Zyprioten" erklärt: Die Einwohner der Insel Zy­pern können wegen e-ines strengen eng­lischen Gesetzes keinerlei Proteste oder Ge­suche auf Anwendung des Selbstbestimmungsrechtes an die englische Regierung weiterleiten, da ein sol­ches Vorgehen als Landesverrat bestraft werden würde. Deshalb müssen diese Schritte von

Die Pläne finden in der englischen Presse allge­meine Billigung. Selbst der arbeiterparteiliche Daily Herald" fordert eine genaue Prüfung der Regierungsoorschläge, zugleich erklärt das Blatt aber, es würde ein Verbrechen sein, wenn der in den letzten Wochen bei allen Völkern zutage getretene Wunsch nach Frieden ver­plempert" werden würde. Mit Rüstungen allein könne keine Lösung der Probleme gefunden werden, die die Welt mit Verderben bedrohten.

England und die Malteser.

Rom, 14. O.kt. (Europapreß.) Der englische Kolo- nialminister Macdonald hat, wie die Agentur La Correspondenza" meldet, durch den Gouverneur von Malta dem Führer der Malteser National- Partei, Dr. M i z z i, mitteilen lassen, daß die bri­tische Regierung nicht beabsichtige, die Be­stimmungen, die gegen den Gebrauch und den Unterricht der italienischen Sprache gerichtet sind, abzuändern oder aufzu­heben. Dr. Mizzi hat diese Mitteilung mit einem Schreiben beantwortet, in dem er erklärt, die eng­lische Regierung wolle offenbar die maltesische Be- völkerung zwingen, auf ihre italienische Kultur zu verzichten. Aber sie werde das Gegenteil erreichen, denn die Malteser würden der ungerechten Entscheidung der Londoner Regierung zum Trotz nicht aufhören, ihre unvergänglichen n a tionalen Rechte zu fordern, bis ihnen ©erecp- tigfeit widerfahre. Die Erklärung Macdonalds stehe im Widerspruch nicht nur zu den c r 1 P r <L d) u P' gen, die England den Maltesern bei der Inbesitz­nahme der Insel abgegeben habe, sondern auch zu den unzweideutigen Verpflichtungen, welche dieselbe Regierung, der Macdonald angehöre, vor etwa zwei Jahren übernommen habe.

Zypern fordert

Gelbstbesiimm'mosrecht.

Die Bewohner der im östlichen Mittelmeerbecken

London, 14. Okt. (DNB.) Kriegsminister Höre Belisha sprach im Rundfunk über die vom Kriegs- ministekium verfügten neuen Luftschutzmaß- nah m e n , wichtige industrielle Werke sollen mit ihren eigenen Angestellten Flakgeschütze zum Schutze ihrer Fabrikanlagen bemannen. Der Kriegs­minister erklärte, daß England keine Lücken in der Luftabwehr dulden dürfe. Von einem bis zum an­deren Ende der britischen Insel würden fünf Luftabwehrdivisionen der Territorial­armee den Schutz übernehmen. Im April vor zwei Jahren hätte die Territorialarmee 5000 Mann zur Bemannung der Geschütze und Scheinwerfer gehabt. Im April des vorigen Jahres feien es schon 20 000 Mann gewesen und jetzt stünden bereits 40000 Mann zur Verfügung. In zweieinhalb Jahren habe sich die Zahl der für die Luftabwehr zur Ver­fügung stehenden Territorialmänner also mehr als oerachtfacht, und in weiteren zwölf Monaten hoffe man, diese Zahl wieder zu verdoppeln. Er werde die für den besonderen Luftschutz ausgewählten Werke ersuchen, einen gewissen Teil ihrer Beleg­schaft für die Flakartillerie zur Verfügung zu stel­len. Das Kriegsministerium werde Geschütze und Instrukteure zur Verfügung stellen, während die Firmen die Mannschaften bereithalten sollten, die aber nur jenen Kategorien angehören sollten, die für den gewöhnlichen Dienst in der Territorial­armee nicht in Frage kämen. Denn die Territorial­armee müsse weiter verstärkt werden.

Es wird noch bekannt, daß vor Ausstellung die­ses neuen Planes eine genaue Erkundung des ganzen Landes durchgeführt worden ist, um festzustellen, welche lebenswichtigen Betriebe dieses besonderen Schutzes bedürfen. In Frage kommen außer wichtigen Fabriken besonders Oeltanks. An­lagen der chemischen Industrie und ähnliche Objekte. Die neue Luftabwehr-Reserve wird nicht mit Uni­formen, sondern mit Arbeitsanzügen aus­gerüstet werden, um unnötige Kosten zu ersparen. Da die Mitglieder der neuen Reserve ihre Löhne oder Gehälter weiter beziehen, ist eine besondere Entlohnung für ihre Dienste nicht vorgesehen, mit tsnahme der Zeiten, die sie zu Ausbilduygs- ecken in militärischen Lagern oder in besonderen Kursen zubringen werden. Im Zusammenhang mit der Herstellung der neuen 3,7zölligen Luftabwehr- geschüße ist eine völlige Umgestaltung dieses Zwei­ges der Kriegsindustrie durchgeführt worden. Man hofft durch Massen- und Serienherstellung dieser Geschütze bis zum Frühjahr 1939 einen genügend starken Rüstungsstand zu erreichen.

Kriegsfälle verdient hat, was sich anscheinend wäh­rend derHauptprobe" im September am besten bewährt hat. WieDaily Mail" berichtet, will man im Fall einer Kriegsgefahr einen besseren Schutz der Zivilbevölkerung i n n e r h a l b Lon­dons an die Stelle der Räumung treten lassen. Die Kosten für bombensichere Unterstände gibt ..Daily Mail" mit 4 Millionen Pfund (rund 50 Millionen Mark) an.

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den Kriegsfall sichergestellt werden kann, wird den vordringlichen Punkt der Beratungen des eng­lischen Parlaments, das am 3. November seine Wintertagung eröffnen wivd, bilden. Für die Thron­rede wird eine Notstandsgesetzgebung an­gekündigt, durch die der Regierung die Vollmacht erteilt werden soll, das viel besprochenen a t i o - nale Register" aller Dien st willigen einzuführen. Dieses Register soll aud) grauen einbeziehen. Für die Aufstellung des Registers wer­den voraussichtlich die Arbeitsämter und die Stan- desorganisationen der akademischen Berufe heran­gezogen werden. Man nimmt' an, daß für die Or­ganisierung des Freiwilligendienstes, besonders so-

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an England abgetreten. Ihre große strategische Be­deutung zeigte sich während des abessinischen Krie­ges. Zwischen Alexandria, der ägyptischen Ha'en- stadt, und Zypern liegt die seestrategische Verteidi­gungslinie des Suez-Kanals und Palästinas. Außer­dem wurde Zypern nach 1935 aus dem gleichen Anlaß zu einer gewaltigen Luftbasis ausgebaut, um die italienischen Luftgeschwader im Dodekanesos, be­sonders auf der Insel Rhodos, in Schach zu halten.