Union der „lateinischen Schwestern" wird auch hier wieder zu einem AushängeschiQ gemacht, das man gegen Deutschland auf« richten möchte. Und so belasten die Politiker, die die „Nationale Front" schaffen wollen, sie von vornherein mit der Hypothek des herkömmlichen und gedankenlos übernommenen Gegensatzes zu Deutschland, ein Zeichen, daß man vorläufig nichts gelernt und die Zeichen der Zeit nicht verstanden hat.
Am gleichen Abend, an dem die „Nationale Front" im „Velodrome d'Hiver" ihre Versammlung abhielt, verpnftaltete die Sozialpartei des Obersten de la Rocque, auch ein Anwärter auf die nationale Führung, zehn Versammlungen in verschiedenen Sälen, de la Roccsue sprach in allen diesen Versammlungen. Der Konflikt mit de la Rocque, von der „Action Fran^aise" wegen der Bestechungsgelder, die de la Rocque angeblich empfangen haben soll, aufs äußerste geschürt, wird vielleicht die (Einigung des nationalen Flügels in Frankreich unmöglich machen...
Neuer national,panischer Erfolg südlich von Castellon.
Paris, 15. Juni.-(DNB. Funkspruch.) Nach einer Haoasmeldung aus Castellon haben die nationalen Truppen die 10 Kilometer südlich von dem eben erst eroberten Castellon gelegene Stadt Dillareal eingenommen und damit einen neuen bedeutenden Erfolg erzielt. Der Ueberqang über den Mijares-Fluß sei ohne große Schwierigkeiten erfolgt. Die sowjetspanischen Truppen schienen durch die nationalspanischen Erfolge völlig entmutigt ZU sein.
Kleine politische Nachrichten.
Am Montag fand in größerem Rahmen eine Besichtigung der Lehrtruppen der Luftwaffe durch den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht statt. An der vorpom- merschen Küst^ wurden im Beisein des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall G ö - ring, sowie der Oberbefehlshaber der beiden anderen Wehrmachtstelle, Generaloberst von B r auch i t s ch und Generaladmiral Dr. h. c. R a e d e r Gefechtsübungen sowie eine Angriffsübung auf einen durch das Lehrgeschwader und Flakartillerie verteidigten Fliegerort durchgeführt.
Am Dienstagabend hatte der Gauleiter von Berlin, Reichsminister Dr. Goebbels, in den Fest- räumeh seines Ministeriums die Vertrauensmänner der Alten Garde der Bewe- aung des Gaues Berlin bei sich versammelt. Jeden einzelnen der alten Mitkämpfer begrüßte Dr. Goebbels durch Handschlag und Worte ganz persönlicher ,Art, so daß in Kürze in dem Kreis der Geladenen die herzliche Verbundenheit hergestellt war.
Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat den Charakter als Generalmajor verliehen: Dem charakterisierten Oberst im Generalstab im Ruhestand Glaise-Horstenau unter gleichzeitiger Verleihung des Rechtes zum Tragen der Uniform des jetzigen Heeres. Mit dem 30. Juni 1938 scheidet aus dem aktiven Wehrdienst aus unter gleichzeitiger Verleihung des Charakters als Oberstleutnant.und des Rechtes zum Tragen der Uniform des Infanterie-Regimentes Nr. 7: Der Major Klausner im ehemaligen österreichischen Infanterie-Regiment Nr. 7. Dem Hauptmann i. R. Leopold im ehemaligen österreichischen Jnfanterie-Rgt. Nr. 6 wurde der Titel eines Majors sowie das Recht zum Tragen der Uniform des Infanterie-Regiments 67 verliehen.
Aus aller Wett.
FurchibaresEisenbahriunalückin Japan
Tokio, 15. 3unl (Offafienbienff des DVD.) 3n der Provinz Okayama ereignete sich ein furcht- bares Eisenbahnunglück, bei dem nach ersten Meldungen mehr als 2 0 0 Tote und Verwundete zu beklagen sind. Das Unglück ereignete sich am Mittwoch gegen 4 Uhr bei fiuma- yama zwischen Okayama und Kioto. Der Bahndamm war an der Unsallstelle anscheinend durch Regen u n t e r w a s ch en. Unter den Toten, von denen bisher 18 geborgen wurden, befinden sich 16 Schulkinder.
Oer Lütticher Giftmordprozeß.
Im Lütticher Giftmordprozeß kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen der Verteidigung und dem Untersuchungsrichter. Die Verteidigung warf dem Richter u. a. vor, daß er nicht alle elf Personen, die die Becker vergiftet haben solle, ausgraben und untersuchen ließ. Der Untersuchungsrichter erwiderte, daß das bei der Eigenart des benutzten Giftes zwecklos gewesen wäre. Dann wurde mit den Aussagen der ärztlichen Sachverständigen begonnen. Prof. Firket wies darauf hin, daß alle Opfer unter ähnlichen Erscheinungen gestorben sind. Die Krankheit habe unvermittelt nach der Einnahme von Nahrung begonnen. Allen Erkrankten sei der bittere Geschmack der eingenommenen Nahrungsmittel ausgefallen, und in 15 Fällen hätten sich Erbrechungserscheinungen eingestellt. Jeder Mediziner müsse aus diesen Erscheinungen schließen, daß wahrscheinlich Vergiftung vorliege. Einwandfrei sei nur bei der Witwe Lange Vergiftung als Todesursache festgestellt. Bei den anderen habe man nur vermuten können, daß sie auf dieselbe Weise- umgekommen seien. Die übrigen Sachverständigen schlossen sich diesen Ausführungen an. Es sollen noch 313 Zeugen vernommen werden.
Drei Todesopfer bei einem Einsturzunglück im Schwarzwald.
Bei den Arbeiten zur Verbreiterung der Reichsstraße Zell im Wiesental—Schönau im Schwarzwald, die den Bau einer größeren Stützmauer erforderlich macht, ereignete sich ein Einsturzunglück. Infolge der Regenfälle der letzten Tage und durch die Erschütterung der stark befahrenen Straße, deren Rand steil in die Baugrube abfällt, lockerten sich die Erdmassen mitsamt einem großen Baumstumpf und stürzten in die Tiefe. Drei Arbeiter wurden erdrückt und konnten nur noch t o t geborgen werden. Ein vierter, der schon bis an die Schulter verschüttet war, konnte sich noch befreien.
Tödlicher Absturz im Höllenlal.
Beim Abstieg von der Zugspitze ins Höllental ereignete sich ein tödlicher Unfall. Der 22 Jahre alte Tourist Fritz Stadler aus Augsburg war mit einem Freund im Abstieg begriffen und bereits bis unter das Brett gekommen. Hier strauchelte er und stürzte ins Tal hinunter, wo er -euf einem Schneefeld t o t liegen blieb. Sein Begleiter hatte den Absturz nicht gesehen und war zur Höllental- Anger-Hütte gegangen, um den Freund zu erwarten. Als dieser am Abend noch nicht eingetroffen war, machte man sich auf die Suche und fand den Abgestürzten als Leiche auf.
Unwetter in Oberitalien fordern drei Todesopfer.
Nach den außerordentlich heißen Tagen der vergangenen Woche wurde die oberitalienische Tiefebene von schweren Gewittern heimgesucht, die große Verheerungen anrichteten und mehrere
Todesopfer forderten. Ein Wolkenbruch verursachte in San Giovanni Jllarione (Venetien) den Einsturz zweier Brücken. In den Bergen gingen -vielfach Steinlawinen nieder. Die Etsch zeigt in Trient einen Wasserstand von zwei Meter über normal. In einer Ortschaft Venetiens stürzte ein Mann in die Wildwasser eines hoch angeschwollenen Flusses und ertrank. Auch in Alperone wurde ein Mann vom Hochwasser fortgeschwemmt. In Mogliano wurde ein Knabe, der unter einem Baum Schutz gesucht hatte, vom Blitz erschlagen. Hagelschläge haben vielfach großen Schaden in der Landwirtschaft angerichtet. Die Temperaturen sind überall um 10 bis 15 Grad zurückgegangen. Im oberen Os- sola-Tal herrschte heftiges Schneetreiben. Am Lago Maggiore wurden Straßen, Felder und Häuser überschwemmt. Der Spiegel des Sees stieg in kurzer Zeit um 80 Zentimeter.
Gigli als Feuerwehrmann.
Benjamino G i g l i.wechselte dieser Tage bei einer Aufführung von „La Boheme" in der Londoner Covent-Garden-Oper plötzlich seine Rolle als Rudolf und betätigte sich als Feuerwehrmann. Als die Künstler, wie in den Rollen vorgesehen, Manuskripte und Papier in den zur besseren Illustrierung erleuchteten Ofen warfen, fing das Papier Feuer. Ohne die Aufführung zu unterbrechen und die Feuerwehr zu bemühen, ging Benjamino Gigli hinter die Kulissen, holte zwei Eimer Wassel und einen Eimer Sand und löschte damit höchst eigenhändig den Brand in der Oper«.
Erstes Reichest ontdichtertreffen in Guben.
Das erste Reichsfrontdichtertreffen der „Mannschaft", zu dem Frontdichter aus allen Gauen des Reiches nach Guben gekommen find, brachte als Höhepunkt eine Feierstunde. Reichskriegsopferführer Oberlindober ging von der Führungsaufgabe des deutschen Frontsoldaten aus. Dieser habe sich immer als Träger einer aktiven Politik gefühlt. Reichsleiter Rosenberg führte u. a. aus, es zeige sich erneut, daß die großen Wenden in der Geschichte der Volker nie aus leichten Siegen kommen, sondern aus schweren Schicksalsschlägen. „Aus dem Erlebnis einer neuen Kameradschaft ist eine neue Kraft der Erinnerung geworden, und die Kraft der Erinnerung hat dann eine schöpferische Antwort verlangt. Kameraden der „Mannschaft", diese Antwort hoben Sie gegeben, jeder seinem Temperament gemäß, nach seiner Kraft. Wir müssen alle einen Protest einlegen gegen jede Konjunktur, die sich mit dem Weltkrieg und mit dem nationalsozialistischen Kanrpf befaßt. Jeder muß sich immer wieder prüfen, ob das, was er geschrieben hat, würdig ist, an die Öffentlichkeit zu kommen. Ich habe die Schirmherrschaft übernommen in dem Bewußtstem, daß hier eine Gemeinschaft von Menschen ist, die die Ereignisse der oergange-nen Jahre in gestaltprächtiqer Form wiedergegeben hat. Dieses Schrifttum wird einst ein wichtiges Erziehungsmittel darstellen." Nach der Feierstunde fuhren die Teilnehmer zum alten Blücherschloß Buderose. Oberbürgermeister S ch m i e d i ck e (Guben) übergab das Schloß der Stiftung „Haus der deutschen Frontdichter" mit dem Wunsch, daß die Künder des deutschen Fronterlebnisses hier eine Stätte der Ruhe und Erholung finden möchten. Reichsleiter Rosenberg verkündete die Uebernahme der Schirmherrschaft über Schloß Buderose.
Die Lhemiker-Tagung in Bayreuth.
Die Tagung der deutschen Chemiker in Bayreuth wurde von dem Vorsitzenden des Ver
eins deutscher Chemiker, Dr. Karl Merk (Darm» stadt) eröffnet; er begrüßte neben den Ehrengästen besonders die in großer Zahl aus Oesterreich ge« fommenen Chemiker. Dr. M e r k gab dann folgende Ehrungen bekannt: Die Ehrenmitgliedschaft des Vereins wird an Prof. Dr. Paul Duden (Frank- furt a. M.) wegen feiner Verdienste um den Verein verliehen. Die Liebig-Denkmünze wird an Prof. Eduard Sinti (Darmstadt) verliehen. Prof. Dr. Alder (Leverkusen) wurde davon verständigt, daß der Verein ihm die Emil-Fischer-Denkmünze per» leiht. Schließlich wurde der Karl-Duisberg-Gedächt- nispreis an Frl. Dr. Elisabeth Dane, Dozentin an dem Chemischen Universitätslaboratorium München, verliehen. Dann berichtete Dr. Merk über die Arbeiten des Vereins und seiner einzelnen Fach« gruppen.
Verleihung des Mozart-Preises 1938.
Jy einer stimmungsvollen Feier wurde im Salzburger Mozarteum in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste und des Vorsitzenden der Johann-Wolf- gang-von-Goethe-Stiftung, Professor Dr. Metz, Freiburg i. Br., der Mozart-Preis für das Jahr 1938 an den steirischen Dichter Franz N a b l und den Tiroler Dolksliedmeister Professor Josef P ö l l verliehen.
Beginn der Weimar-Festspiele mit „Wallenstein".
Nach der Eröffnung der W ei m a r - Festspiele der 'deutschen Jugend durch den Reichsjugendführer nahm im Nationaltheater die Festspielreihe ihren Beginn. Es wurden die drei Teile des „W a l l e n st e i n" gegeben. Die jungen Reichs- und Gausieger des Reichsberufswettkamp- ses, die Mannschaft des Ktll/urlagers der Reichs- lugendführung und die Hitler-Jugend aus den Schul- qnippen des Schülerbundes bildeten eine andächtige Festgemeinde.
Wetterbericht
Die großräumige Luftdruckverteilung über Europa ist unverändert. Während jedoch in den letzten Tagen bei wechselnder und oft regendrohender Bewölkung überwiegend niederschlagsfreier Wetterablauf herrscht, ist am Mittwoch vorübergehend ein stärkeres Eingreifen der Tiefdruckstörung zu erwarten. Im ganzen setzt sich weiterhin das wechselhafte und unzuverlässige Wetter fort. Die Temperaturen gehen erneut zurück.
Vorhersage für Donnerstag: Wechselhaftes Wetter mit Neigung zu einzelnen, leicht schauerartigen Niederschlägen. Bei lebhaften Winden aus nördlichen Richtungen noch etwas kühler.
Vorhersage für Freitag: Bei Luftzufuhr aus West bis Nord wechselhaftes und unzu- verläfiges Wetter, für die Jahreszeit zu kühl.
Lufttemperaturen am 14. Juni: mittags 19,9 Grad Celsius, abends 13,9 Grad; am 15. Juni: morgens - 11,8 Grad. Maximum 20,4 Grad, Minimum 9,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Juni: abends 18,9 Grad; am 15. Juni: morgens 15,5 Grad, t- Sonnenscheindauer 4,2 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 38: 9163. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G, sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkauss- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der
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Gießen (Menzelstraße 4), den 14. Juni 1938,
Die Traueifeier findet am Freitag, dem 17. Juni. 14 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt.


