Ausgabe 
15.6.1938
 
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Nr. !37 Erstes Matt

188. Jahrgang

Mittwoch, 15. Zum |938

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DerZührer legt den Grundstein zum Aeubau der Reichshauptstadt

Deutschland wird das große Reiseland

Der

Diese großen Strahenzüge werden

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würdiger Verfammlungsplah für Million Volksgenossen entstehen, hier wer- einmal die neuen Ministerienge-

zu beitragen, diesen Straßen ein großzügiges Aus­sehen zu geben." Der Führer wies darauf hin, daß beispielsweise Berlin wohl als die einzige Haupt­stadt der ganzen Welt bis heute n o d) feinen Iustizpalast besitze. In etwa 30 Privathäusern, zerstreut in der ganzen Stadt, friste zur Zeit die

auch sonst errichtet würden, werden nunmehr planmäßiger geordnet und richt i g e r gelegt und ebenso werden viele andere Gebäude,

Fortsetzung bis

zu dem großen

Reichsautobahnring finden und damit in der Zukunft den von außen kommenden Autoverkehr bis in das Herz Berlins hereinleiten können. Beide Straßen find, wie schon betont, nicht für das Jahr 1940 gedacht, sondern für kommende Jahrhunderte. Denn ich glaube an ein ewiges Deutschland und damit auch an seine Hauptstadt! So wie wir heute denen dankbar sind, die vor fast 300 Jahren die Straße Unter den Linden" planten und ins Leben riefen, so wird auch einmal in 300 Jahren eiste Nachwelt uns dankbar sein!

Mit der Anlage dieser Straßen wollen wir zu­gleich auch die großzügige Regelung des S ch n e l l - bahnverkehrs verbinden, der nach wie vor der Träger der großen Massenbewegungen sein wird. Mit diesen Bahnen werden in der Zukunft mehr noch als heute Millionen Menschen zu ihren Arbeitsstätten fahren. Auch dieses Problem wird damit großzügiger gelöst und für eine weite Zu­kunft entschieden!

Und noch ein dritter Grund ist es, der uns bei diesem Werke leitet: Wir wollen in das willkür­liche Bauen eine planvolle Ordnung hinein­bringen! Alle diese Gebäude hier, meine Volks­genossen, die im Laufe der nächsten 10, 15 oder 20 Jahre errichtet werden, würden auch so entstehen, hier würde dann nach alter Erfahrung jeder so bauen, wie und wo er will. Alle diese Bauten, die

Ein Schnappschuß von der Ankunft des Führers zur Grundsteinlegung auf dem Runden Platz. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Der Mrer spricht.

Führer dankt dem Berliner Gauleiter und

Oberste Justizbehörde des Deutschen Reiches als Untermieter ihr Dasein. Das sei unerträglich für eine solche Stadt und eine Schande für das Reich, die nicht länger geduldet werden könne. Es wl'rde also auch ein Justizpalast in Berlin errichtet wer­den. Und das Gleiche gelte auch für die meisten unserer Reichso-erwaltungen.Stellen Sie sich vor", so rief der Führer aus,wohin wir kommen wür­den, wenn in einer solchen Stadt das Reich, das Land, die Bewegung, die Gemeinde, die Wirtschaft, der handel, die Industrie usw. alle auf eigene F a u st bauen, sich irgendwo einen Platz heraus­suchen und dort ihr Haus hinstellen würden. Das kann nur zu einem vollkommenen Chaos führen. Und hier allein habe ich eingegriffen und das Bauen in dieser Stadt in ganz bestimmte planmäßige« Bahnen gelenkt. Und daraus wird nun das neue Berlin ent­stehen! Dazu kommt noch die Notwendigkeit, große neue Wohngebiete zu-schaffen und sie mit in eine richtige Verbindung zu den Schnell­bahnen zu bringen, die in die Stadt hereinführen. Zum ersten Male seit 150 Jahren ist damit wieder das Bild der Stadt Berlin in eine planmäßige Ord» nung gebracht worden!

So ist es auch für mich ein stolzerTag. daß ich heule den Grundstein legen kann zu dem ersten Gebäude im Inneren der Stadt, das seine Existenz dieser neuen Planung ver­dankt. Das Haus des Deutschen

So schaffen wir neben einer Anzahl von bedeu­tenden Rundstraßeü vor allem zwei große Durchgangslinien durch Berlin: die große OstWest- und die große NordSüd-Achse. Ein der OstWest-Achse wird vermutlich schon in

tritt dann, von erneutenHeil!"-Rusen empfangen, an das Rednerpult. In seiner kurzen Ansprache betont der Führer, daß mit der Grundsteinlegung zum Bau des Hauses des Deutschen Fremdenver­kehrs zugleich der Grundstein zum ersten Bauwerk an der künftig größten Straße der Reichshaupt­stadt gelegt werde. Der Verkehr der Reichshaupt­stadt werde sich in den kommenden Jahrzehnten fortgesetzt steigern. Es sei daher nicht zweckmäßig, die Regelung dieses Verkehrs auf eine Zeit zu verschieben, in der vermutlich eine praktische Lösung nur mehr unter größten Anstrengungen gelingen könne. Schon heute sehe man, was es bedeute, eine größere Straße auf längere Zeit zu sperren und Umleitungen vorzunehmen. Man könne daraus er­messen, wie schwer dies erst in 30 Jahren, 5Q oder gar in 100 Jahren sein würde. Denn der Verkehr müsse zwangsläufig um ein Vielfaches an­schwellen, wenn erst die Millionen von deutschen Volkswagen unseren Kraftfahr­zeugbestand gewaltig erhöhen würden.

Es ist nicht nationalsozialistische Art", so fuhr der Führer fort,in einem solchen Falle die Lösung wichtiger, schon heute vorauszusehender Aufgaben der Nachwelt zu überlassen, sondern es ist immer unser Grundsatz gewesen, solche Probleme selb st anzufassen und auch selb st zu lösen. Deshalb sind die neuen großen Straßen­züge weniger für das Jahr 1938, 1939 oder 1940 bestimmt, sondern dafür, den mit Sicherheit voraus­zusehenden gigantisch gesteigerten Verkehr künftiger Jahrzehnte, ja Jahrhunderte, aufzunehmen!

Berlin, 14. Juni. (DNB.) Mit der Grund­steinlegung zumHausdesDeutschen Frem­denverkehrs" am Runden Platz, dem Schnitt­punkt der neüersteyenden Nord-Süd-Achse mit der alten Potsdamer Straße gab der Führer in den Mittagsstunden des 14. Juni den Auftakt zu der größten städtebaulichen Neugestaltung Berlins. A n 16großen Baustellen wurde auf fein Geheiß und nach den Plänen seines Beauftragten, Archi­tekt Professor Speer, ein Werk in Angriff genom­men, das die völlige Wandlung der 4^-Millionen- Stadt im Geiste nationalsozialistischer Baugesinnung bedeutet. Der Runde Platz ist mit schlanken hohen Fahnenmasten eingefaßt. Das Mittelstück bildet eine Fahnengruppe mit dem Berliner Stadtwappen. Vor der Tribüne steht das Rednerpult, und wenige Stu­fen tiefer davor der Aufbau auf roten Ziegeln mit dem hellfarbigen G r u n d st e i n. Zu beiden Seiten, den ganzen Jnnenraum zwischen den Tribünen aus­füllend, Feldloren auf den Gleisen, Transportbän­der und Fördergeräte. 200 Bauarbeiter harren des Befehls, um mit den Ausschachtungsarbeiten für dasHaus des Deutschen Fremdenverkehrs" zu be­ginnen.

Außer den Tribünen ist der ganze 210 Meter große Platz, sind alle zu der Baustelle führenden Straßen, die Fenster der umliegenden Häuser und elbst die Dächer mit den Teilnehmern dieser Feier- tunde besetzt Gegenüber der Tribünenfront haben ne Angestellten der Gaststätten-und Beherbergungs- betriebe Platz erhalten. Die Seitenflügel der Tri­büne sind Trachtengruppen aus allen deutschen Gauen Vorbehalten. Vor der Baustelle auf der Pots­damer Straße sind die Ehrenformationen aufmar- schiert^Auf der Ehrentribüne sieht man mit dem Stellvertreter des Führers zahlreiche Reichs­minister, Reichsleiter, die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile, das Führerkorps aller Gliederun­gen der Partei und die Vertreter aller Verkchrs- organisationen.

Kurz vor 12 Uhr klingt der Prälentiermarsch auf und die Heil-Rufe künden die Ankunft des Führers, der die Front der Ehrenformationen abschreitet. Auf der Ehrentribüne wird der Führer von dem Präsidenten des Reichsfremdenverkehrs­verbandes, Staatsminister a. D. Esser, begrüßt, der dann an dos Mikrophon tritt, um dem Führer zu melden, daß alles zur Grundsteinlegung be­reit ist.

Welcher Tag", so sagte er,wäre geeigneter als der heutige, darauf hinzuweisen, daß Sie, mein Füh­rer, schon einmal vor 19 Jahren aufgerufen haben zum Abbruch und Niederreißen alles Märschen und Faulen, alles Ueberlebten und Ueberholten, um Platz zu schaffen für jenes neue, große Deutschland der Ehre, Macht und Stärke, das nach Ihrem Willen an die Stelle des ohnmächtigen, ehr- Und wehrlosen Weimarer Par­teien- und Systemstaates erstehen sollte. Nun ist dieses Reich Wirklichkeit geworden. Nun be­greifen und verstehen die deutschen Volksgenossen, daß Sie, mein Führer, damals nicht medergerissen haben um des Niederreißens willen, sondern um Schöneres und Größeres aufbauen zu können. In diesem sechsten Jahre Ihrer politi­schen Staatsführung haben Sie nun, mein Führer, Befehl gegeben, in den größten deutschen Städten niederzulegen, was nicht mehr zeitgemäß, einzurei­ßen, was baufällig und verkehrshemmend ist, da­mit nach ihrer Idee neue Städtebilder em­porwachsen. würdig der Zeit, in der wir leben, und würdig dem Rhythmus unserer herrlichen national­sozialistischen Bewegung. Mehr noch wie bisher schon wird dann Deutschland für die Ausländer und die eigenen Volksgenossen bewunderns­wertes Reiseland sein, das seinen monumen­talen Ausdruck herzlichen Willkommens und bester Gastlichkeit in diesem Haus des Deutschen Fremden­verkehrs haben wird. Während fast überall auf dem Erdenrund Unfrieden und Unruhen Schaffenswillen und Arbeitsfreudigkeit lähmen und unterbinden, schafft und -arbeitet das . nationalsozialistische Deutschland in Ruhe und Frieden, freut sich aber auch dieses Deutschland und ruft die Welt zu sich zu Gaste mit der Parole: ,Reist in das glückliche, reist in das fröhliche Deutschlands"

Äeichsmimster Dr. Goebbels

als Berliner Gauleiter ergreift dann das Wort. J)eute setzt", so sagte er,eine neue Phase in der durch Sie, mein Führer, vorgezeichneten architekto­nischen Entwicklung Berlins ein. Sie wollen den Grundstein legen zum ,Haus des Deutschen Frem­denverkehrs" und damit den Beginn des ersten großen Monumentalbaues in der einzig­artigen baulichen Umwandlung der Reichshaupt­stadt proklamieren. Es beginnt für die Reichshaupt­stadt der wichtigste Bauabschnitt in der durch den Nattonalsozialismus bestimmten Bauperiode. In Haltung und Sttl soll das Haus ein steinernes Dokument nationalsozialistischen Gestaltungswillens und politischer Größe werden. Berlin soll, das ist Ihr fester Wille, die wirkliche Haupt st a d t des Reiches werden, ein politisches und wirt- fchaftlickes Kraftzentrum ohnegleichen, das auch in seiner Architektur die Größe unserer Zeit und die Monumentalität unserer geschichttichen Entwicklung plastisch zum Ausdruck bringt.

Im Neubau der Reichskanzlei in der Voß- straße, in der Ausgestaltung der Ost-West-Achse, im neuen Flughafen Tempelhof, in der Verlegung der Siegessäule, in der Planung der Universitätsstadt, des Wehrtechnischen Instituts im Rahmen der Hoch­schule und eines großzügigen Wohnungsbaupro- gramms von 30 000 Wohnungen allein im Jahre 1938 künden sich die ersten Anzeichen der baulich»"

bände errichtet werden, und hier soll sich auch dasHaus des Deutschen Fremden­verkehrs" befinden. Ls soll eine große Tagungshalle mit Festräumen und Gaststätten umschließen, einen weiträumigen Parkplatz im Innern des Hauses beherbergen und eine neu­artige Zuführung der Besuchermajsen bewerk­stelligen.

Wenn ich Sie, mein Führer, nun bitte, die Grund­steinlegung dieses Monumentalbaues zu vollziehen, so sind wir alle dabei in tiefster Seele bewegt. Ein wahres Werk des Nationalsozialis­mus soll hier begonnen werden.

Möge das große Werk vom Segen des Allmäch­tigen begleitet sein! Mögen Sie und wir alle noch die Vollendung dieses monumentalen Projektes er­leben und möge es Ihnen, mein Führer, dann noch vom Schicksal gegeben sein, in einem neuen und größeren Berlin das neue und größere Deutsch­land einer glücklichen geschichtlichen Zukunft ent­gegenzuführen! In diesem Sinne bitte ich Sie, mein Führer, die Grundsteinleaung desHauses des Deutschen Fremdenverkehrs^ als ersten Monumental­baues an der neuerstehenden Nord-Süd-Achse der Reichshauptstadt zu vollziehen."

Umgestaltung Berlins an. Ihre Krönung aber er­fährt sie durch die Vollenduna der einzelnen Bau­maßnahmen der Nord-Süd-Achse. Am heutigen Tage setzt an sechzehn verschiedenen Stellen die Arbeit ein. Diese entscheidende Straßenachse soll der Ausgangspunkt und Grundgedanke der Neu­gestaltung Berlins sein.

Wit dieser Achse soll eine wirklich moderne Lösung des Verkehrsproblems der Reichshauplstadt gefunden werden, hier soll die Zusammenfassung der auf das ganze Stadt­gebiet verstreuten Bahnhöfe erfolgen, hier soll die Einführung der Reichsautobah­nen in die Rord-Süd-Achse, der Bau der lieber- und Unterführung am Kreuzungspunkt der beiden Achseti, die Einbeziehung des F l u g- wesens und die neuartige Leitung der Binnenschiffahrt durch die Reichshaupt­stadt erfolgen. Auf ihr soll sich auch das monu­mentale Kongrehgebäude als Wahr­zeichen der Reichshauptstadt erheben, hier soll

Unser BUd gibt einen Ueberblic? über die Feier am Runden Platz. » Scherl-Bilderdienst-W.

wenigen Monaten dem Verkehr übergeben, werden können. Der Durchbruch nach dem Osten 'in der­selben Breite wird die Aufgabe der kommenden Jahre v .

sein. Und heute legen wir an dieser Stelle eigene deren Bau man immer wieder hinausschob, jetzt da» lich auch den Grundstein zum Beginn del 'Arbeit an der NordSüd-Achse.