(Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger)
(4 Tonnen = 80 Zentner)! Es ist aus Eifenfchmelz- Klinkermaterial hergestellt. Grundmaterial ist Ton aus den Gailschen Gruben. Der Ton wurde mit einem eisenhaltigen Farbstoff versetzt.
Die Herstellung des großen Bildwerkes stellte an alle Beteiligten höchste Anforderungen. Der Herstellungsgang war folgender: Der Künstler fertigte rin Gipsmodell, in ein Zehntel der endgültigen Größe an. Dieses Modell mußte aus 3,5X6 Meter gebracht und ebenfalls in Gips ausgeführt werden. Dabei galt es, den Schwund (11 v H.), der^durch den Brennprozeß entsteht, zu berücksichtigen. Die Vergrößerung geschah durch Uebertragung der Formen mit Hilfe komplizierter Abtast- und Vergrößerungsgeräte im Atelier der Württembergischen Metallwarenfabrik in Grißlingen. Dieses große Modell stellte die Grundlage für die Arbeit in den Gailschen Tonwerken dar. Von diesem Großmodell mußten nun Negativ-Formen geschaffen werden. Auch dies geschah in Geißlingen, da das Großmodell nicht unbeschadet zu bewegen gewesen wäre. Dabei wurde das fERIÖ in 10 Streifen aufgeteilt, und dann nach Gießen geschickt. Aber auch diese 10 Streifen mußten, um sie überhaupt bearbeiten zu können, noch weiter aufgeteilt werden, so daß schließlich etwa
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Spitzenleistung der Groß-Keramik.
Kunstwerk für ein Marine-Lazarett
in einem Gießener Betrieb vollendet.
In den Gailschen Tonwerken wurde dieser Tage ein Kunstwerk besonderer Art vollendet! Es handelt sich um eine riesige Reliefdarstellung, die für das neue Marine-Lazarett in Stralsund als Schmuck der Front des Hauptbaues bestimmt ist. Das Bildwerk stellt Herkules im Kampf mit der neunköpfigen Hydra dar. Der Entwurf stammt von dem Berliner Künstler W a m p e r. Das große Relief bedeckt eine Fläche von 3,5 X6 Meter, also 21 Quadratmeter. Es wiegt in gesamter Masse 4000 Kilo
60 Teilstücke entstanden. Diese Negativ?Formteile, die selbstverständlich genau dem plastischen Modell entsprachen (da sie ja von ihm abgenommen worden waren), wurden nun mit vorbereitetem Ton m völlig gleichmäßiger, etwa 7 Zentimeter starker Schicht von Hand und nur unter Faustdruck ausgeformt und mit Befestigungskacheln hintermauert. Die aus den Formen gelösten Teile wurden dann getrocknet und in die Oefen eingebaut
Der Arbeitsvorgang war sehr schwierig, da die ganze Masse noch leicht feucht und weich war und nichts abbrechen durfte. Mancher Teil wog über einen Zentner. Drei Oefen wurden mit dem Material gefüllt In diesen Oefen (voneinander völlig unabhängig) galt es in Anfangs-, Mittel- und Schlußbrand völlig gleiche Temperaturen und Atmosphären zu halten. Jedes einzelne der Stücke mußte dabei so eingebaut werden, daß die.Flamme
Not macht erfinderisch!
Ein Landwirt in Beuern, der das Mutterschwein bei der Geburt von zehn Ferkeln verlor, wollte nicht auch noch die Ferkel verlieren. So wurde dann ein Trog angefertigt, der an seinen Außenseiten- mit Gummisaugern versehen wurde. Wie das Bild zeigt, scheint es den Ferkeln aus diesem Trog gut zu schmecken. Der Bauer hofft, auf diese Weise die Ferkel gufzie- hen zu können, bis sie feste Nahrung aufnehmen können. (Aufnahme: Privat).
unterschiedslos alle Teile des Brandgutes gleich intensiv berührte und dabei doch möglichst wenig ober keinen Ruß auf die einzelnen Stücke brachte. Es mußte ja Über alle Stücke eine einheitliche Farbe erreicht werden! Dieser Brand nahm 12 Tage in Anspruch. Der Schlußbrand — entscheidend für die charakteristisch^ Klinkerfarbe und die Struktur der Oberfläche — geschah bei 1280 Grad Celsius. Systematisch und allmählich wurde dann abgekühlt. Am vergangenen Samstag verließ das Werk die Oefen.
Auf einem großen Platz wurde es dann zu feiner endgültigen Form zusammengelegt und konnte nun in seiner monumentalen Gesamtwirkung übersehen werden. Sattbraun und gleichmäßig schimmert die Oberfläche, ungemein plastisch bietet sich das Ganze im Lichte der Sonne dar. Unser Bild zeigt einen Ausschnitt des riesigen Reliefs, das nicht nur ein Kunstwerk an sich und vom Künstler her ist, sondern auch eine einzigartige deutsche Werkmannsarbeit darstellt.
Bald tritt das Kunstwerk, gut verpackt, in einem Eisenbahnwaggon, die Reise nach dem deutschen Norden an, um bald darauf die Front des Lazarettbaues zu schmücken.
Kahrplanverbesserungen im Nahverkehr.
Neue Züge im Sommerfahrplan.
LPD. Nicht nur im Fernverkehr der Reichsbahn werden im kommenden Sommerfahrplan, der am 15. Mai beginnt, zahlreiche neue Züge eingelegt, vielmehr hat sich die Reichsbahndirektion auch bemüht, dem Nahverkehr neue Verbindungen einzugliedern, um Verkehrslücken auszugleichen.
Zwischen Gießen und Frankfurt wird der Werktags-Personenzug Gießen ab 5.28 Uhr, Frankfurt an 7.23 Uhr zur Verbesserung der Sonntagsverbindungen auf der Main-Weser-Bahn künftig auch Sonntags gefahren. Der Personenzug Fran k- furt — Gießen, Frankfurt ab 12.25 Uhr, wird nach Marburg weitergeführt, Marburg an 14.54 Uhr. Personenzug 794 Kassel — Frankfurt hatte bisher in Marburg 44 Minuten Aufenthalt; er wird im Somerfahrplan beschleunigt und der Aufenthalt beseitigt, Marburg ab 15.43 Uhr, Gießen ab 16.38 Uhr, Frankfurt an 18.30 Uhr; die Verbesserung der Reisezeit zwischen Marburg und Frankfurt beträgt 57 Minuten. Personenzüg 764 Gießen ab 13.40 Uhr, Frankfurt an 15.05 Uhr, der zwischen Gießen und Bad-Nauheim nur werktags
verkehrt, wird künfUg zwischen Gießen und Frankfurt täglich gefahren. Für den starken Samstagsverkehr wird ein neues beschleunigtes Samstags- Zugpaar Gießens-Frankfurt gefahren: Gießen ab' 14.09 Uhr, Butzbach ab 14.27 Uhr, Bad-Nauheim ab 14.38 Uhr, Friedberg ab 14.46 Uhr, Vilbel ab 15.04 Uhr, Frankfurt an 15.24 Uhr; Frankfurt ab 15.32 Uhr, Vilbel ab 15.51 Uhr, Friedberg ab 16.08 Uhr, Bad-Nauheim ab 16.16 Uhr, Butzbach ab 16.28 Uhr, Gießen an 16.47 Uhr.
Auf der Strecke Gießen — Gelnhausen kommt im Sommer ein neues Sonntags-Zugpaar zur Verbesserung der Verbindungen für den Aus- flugsoerkehr. Gießen ab 7.20 Uhr, Nidda an 8.07 Uhr; Nidda ab 22.17 Uhr, Gießen an 23.07 Uhr.
Auf der Strecke Stockheim — Vilbel wird der Personenzug Stockheim ab 5.52 Uhr für den Berufsverkehr beschleunigt und nicht mehr nur bis Vilbel-Nord, sondern bis Frankfurt-West durchgeführt. Frankfurt-West an 7.20 Uhr.
Der rege Ausflugs- und Militärverkehr hat auf der Strecke Friedberg — Hanau ein neues
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Sonntags-Zugpaar nötig gemacht. Hanau ab 22.45 Uhr, Friedberg an 23.26 Uhr; Friedberg ab 23.53 Uhr, Hanau an 0.32 Uhr. In Friedberg werden Anschlüsse nach und von Frankfurt und Gießen bzw. Bad-Nauheim erreicht und aufgenommen.
Die Nachmittagsverbindungen Friedber g — Frankfurt rperben verbessert durch ein neues täglich verkehrendes Personenzugpaar: Friedberg ab 17.00 Uhr, Frankfurt an 17.55 Uhr; Frankfurt ab 19.38 Uhr, Friedberg an 20.31 Uhr.
Die im vergangenen Sommer zwischen Wiesbaden und Bad Homburg und Friedberg gefahrenen Zubringerzüge E 385/386 für D 185/186 werden nicht mehr gefahren. Bad Homburg, Oberursel und die übrige Strecke werden an die D 185/186 und D 177/178 durch: Triebwagen her- angebracht. Bad Homburg ab 14.20 Uhr, Friedberg ab 14.55 Uhr, Bad-Nauheim an 15.02 Uhr; Bad- Nauheim ab 15.20 Uhr, Friedberg ab 15.25 Uhr, Bad Homburg an 15.51 Uhr.
Große Strafkammer Gießen.
Unter der Anklage des Vergehens gegen das Zuckersteuergesetz, sowie der Beihilfe zum Vergehen Gegen das Branntweinmonopolgesetz hatten sich der I. H. und der O. B. aus Billertshausen (Kreis Alsfeld) zu verantworten. Der Angeklagten B. ist der Schwiegersohn des Angeklagten H. und wohnt mit ihm in Billertshausen in demselben Hause. Zu ihnen kam im Sommer 1933 der berüchtigte Schwerverbrecher Lauser, der schon in verschiedenen Prozessen gleicher Art eine unrühmliche Rolle gespielt hat. Dieser wußte die beiden Angeklagten zu veranlassen, ihm einen Raum zu vermieten, in dem er eine Schwarzbrennerei eröffnete.
Die Angeklagten und noch mehrere andere Per, fonen bestellten im eigenen Namen, jedoch für Rechnung des Läufer, d. h. also als dessen Strohmänner, bei verschiedenen Firmen größere Mengen Zucker, die angeblich als Viehfutter verwendet werden sollten. Der Kaufpreis wurde von Läufer beglichen. Diese Manipulationen wurden unternommen, um die Bestimmungen des Zuckersteuergesetzes zu umgehen. Nach diesem Gesetz ist nur der zum Füttern! verwandte Zucker steuerfrei, während bei anderweitiger Verwendung eine ganz erhebliche Steuer entsteht. Läufer gelang es auf diese Weise, eine ganze Zeit lang den Staat um die Zuckersteuer zu! betrügen. Als ihm der Boden zu heiß war, verlegte er seinen Betrieb auf die Rahnmühle bei Ober- Ohmen, wo er sein Unwesen weitertrieb. Auch.hier gelang es ihm, zwei Einwohner zu seinen Zwecken zu mißbrauchen, die im vorigen Jahre wegen des gleichen Vergehens abgeurteilt wurden. In diesem Prozeß hatten die beiden Angeklagten, um eins Strafverfolgung gegen ihre Person zu unterbinden, einen Meineid geleistet, wegen dessen sie zur 'Zeit eine längere Gefängnisstrafe verbüßen. Dem Hauptschuldigen Läufer dagegen gelang es, sich der Bestrafung durch die Flucht ins Ausland zu entziAen.
In der jetzigen Hauptverhandlung waren die Angeklagten voll geständig; sie gaben zu, außer dieser Umgehung vber Bestimmungen des Zuckersteuergesetzes dem Läufer auch noch im Betrieb der Schwarzbrennerei mit Rat und Tat zur Seite gestanden zu haben. Das Gericht kam zu der Ueberzeugung, daß die Angeklagten in der Hauptsache ein Opfer des Läufer seien, und es beließ es deshalb bei einer verhältnismäßig geringen Strafe. Das Urteil lautete gegen H. auf 3 M o na t e Gefängnis und insgesamt 815 0 Mark Geld- und Wertersatz- st r a f e, gegen B. auf 2 Monate Gefängnis, die mit der Gefängnisstrafe von 6 Monaten wegen Meineids zu einer Gesamtstrafe von 7 Monaten zu- sammengezogen wurden, sowie 2 4 5 0 Mark Geld- und Wertersatz strafe. 1
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Premiere
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Nachdruck verboten
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30. Ziehungstag
14. Marz 1938
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Nadi dem gewaltigen Erfolg des „Tiger vor! Esdinapur“ bringen wir den II. Teil des groben indischen Filmwerkes nach dem berühmten Roman von Thea von Harbou und Tatsachenberichten aus Indien zur Aufführung. Noch stärker, noch spannender, noch dramatischer als der „Tiger von Eschnapur“ ist dieser zweite, völlig in sich abgeschlossene Teil von
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gestaltet worden. Wieder spielen die Hauptrollen: 1654A
Kitty Jantzen, La Jana, Fritz van Dongen, Diessl, Stüwe, Golling, Lingen / Musik: Harald Böhmelt
Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich
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Abteilungen I und II
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Es lebe Ado unser Reich.
gez. Dr. Go
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