Einzelbild herunterladen

Auge der Umbenennungen omA einHessisches Mertel" entstehen. Dabei soll m diesem Teile von Groß. Berlin ein Straßenzug die Bezeichnung Gießener Straße" erhalten.

* Polizei gegen Derkehrssüyder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 4. bis 10. März ein: Gegen Krastsahrzeugführer mit 11 Anzeigen und 30 Verwarnungen und Belehrungen; gegen Radfahrer mit 11 Verwarnungen und Belehrungen; gegen Fußgänger mit 2 Anzeigen und 1 Ver­warnung und Belehrung.

NSG.Kraft durch Freude", Kreis Gießen.

2)erfrag von Professor Dr. Schmltthenner.

Am Frvitag, 18. d. M., spricht in Gießen im Cafä Leib der badische Staatsminister Pg. Professor Dr. Schmitthenner über 1665D

Wehrhaftigkeit und Weltanschauung".

Dieser Vortrag will darlegen, wie das geschichtliche Schicksal der Deutschen durch die bisherige deutsche Wehrhaftigkeit, die keineswegs eine nur aufbauende Kraft war, sondern auch zerstörende Elemente in sich trug, gestaltet worden ist. Er führt den Beweis, daß wir Deutschen im Nationalsozialismus die Kraft ge­wonnen haben, die unsere Wehrhaftigkeit vollkommen gestaltet, sie mit der politischen Friedenswilligkeit verbindet und dadurch unser geschichtliches Schicksal glücklicher formt als in der Vergangenheit.

Der Vortrag wird durch instruktive Lichtbilder er­läutert.

Die Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 30 Pf., an der Abendkasse 5OPf.

"Parkstrahe 13.

Als nächste Vorstellung im Stadttheater Gießen bringen wir das Kriminalstück von Axel Jvers P a r k st r a ß e 13".

Eintrittspreise 90 Pf. und 1, Mark.

Amtsgericht Gießen

Am Montag hatte sich der R. aus Trohe vor dem Amtsgericht Gießen wegen Tierquälerei zu verantworten. Die Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt: Als der Angeklagte mit zwei Schäfer­hunden spazierenging, näherte sich ihnen ein frem­der Hund. Ohne daß es zu einer Beißerei zwischen den Hunden gekommen wäre oder der Angeklagte Frage nicht: was andere geben . . .

fmlYwk sondern prüfe, ob Du Deine pflicht

U' im WfiW. schon voll erfüllt hast.

sonst einen berechtigten Grund gehabt hätte, schlug er dem fremden Hund mit einem Stock derart über die.Schnauze, daß er diesem das Nasenbein zer­brach und der Hund außerdem noch zwei blutende Wunden daoontrug. Wegen der Schwere der Ver­letzungen erhöhte das Gericht die in dem Straf­befehl ausgesprochene Strafe von 12 Mark auf 20 Mark.

Folgenschwerer Zusammenstoß zwischen Motorradler und Auto.

* Nidda, 15. März. Am gestrigen Montag- nachmittag ereignete sich auf der Landstraße Nidda Ranstadt in der Nähe des Straßenabzweiges nach Wallernhausen ein folgenschwerer Zusammen­stoß zwischen einem Motorradler und einem Personenauto aus Düren (Rheinland). Bei dem Zusammenstoß wurde der Motorradler, der 17 Jahre alte Autoschlosser-Lehrling Georg Becker aus Obermockstadt, der in einer Autowerkstatt in Nidda beschäftigt ist, sehr schwer verletzt. Der bedauernswerte junge Mann mußte mit einem schweren Schädelbruch, einem Oberschenkelbruch und einem Knöchelbruch nach Gießen in die Klinik ge­bracht werden, wo er in ernstem Zustande dar- nieb erliegt. Die behördliche Untersuchung über die Schuldfrage ist im Gange.

Großzügiger Wohnungsneubau in Gießen.

Das Wohnungsbauprojekt in der. Schwarzlach, das ursprünglich für einen Umfang von 208 Woh­nungen ausgeschrieben war, hat eine erhebliche Er­weiterung erfahren. Nach einem neueren Entschluß der entscheidenden Stellen der Gemeinnützigen Wohnungsbau-G. m. b. H., Gießen, werden nicht 208, sondern 308 Wohnungen gebaut werden. Die Fertigstellung der Wohnbauten soll so erfolgen, daß sie sämtlich noch in diesem Jahre bezogen wer­den können. Das bedeutet also, daß sich in abseh­barer Zeit auch im Schwarzlachgebiet wieder eine Bautätigkeit von außerordentlichem Ausmaß ent­wickeln wird. Die neuen Häuser werden an der verlängerten , Schottstraße, an der verlängerten Werrastraße und an einer Straße erstehen, die von der Marburger Straße her trassiert und in das Schwarzlachgebiet vorstoßen wird. Diese Straße wird voraussichtlich den NamenSandfeld" führen. Mit der Planung der umfangreichen Wohnungs-

Die Volksbank Gießen hielt im Cafe Leib ihre Generalversammlung ab. 294 Mitglieder waren erschienen. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Zimmer (Gießen), begrüßte insbesondere Landwirtschafts- lehrer Frech (Frankfurt) vom ländlichen Genossen­schaftsverband Rhein-Main-Neckar. Ehrend gedachte er dann der Toten des vergangenen Jahres und widmete dem am 6. März dieses Jahres verstorbe­nen Mitgründer und langjährigen Aufsichtsrats­mitglied der Bank Landwirt Wilhelm Fenchel (Ober-Hörgern) herzliche Worte des Gedenkens. Ferner gedachte er der großen Ereignisse in Oester­reich.

In dem bann von Direktor Hartmann er­statteten Geschäftsbericht wurde u. a. gesagt:

Die Volksbank Gießen hat im Jahre 1937 ihre günstige Aufwärtsentwicklung fortgesetzt. Es sind 57 Mitglieder beigetreten und 25 ausgeschieden. Ende .1937 zählte die Bank 644 Mitglieder mit 674 Geschäftsanteilen und einer Gesamthaftsumme von 404 400 Mark. Der Umsatz auf beiden Seiten des Hauptbuches betrug 64,9 Millionen Mark. Seit 1934 ist eine Umsatz st eigerung von 100 o. H. z u verzeichnen. Die Bank hat im Berichtsjahr 78 neue Kredite im Betrage von 176 000 Mark bewilligt. 109 000 Mark wurden auf alte Kredite abgetragen, so daß eine Erhöhung der Außenstände um 67 000 Mark eintrat. Ins­gesamt besitzt die Bank 863 325 Mark Außenstände. Der Zinsfuß beträgt 5 bis 5,5 v. H. Die Bank sieht ihre Aufgabe nicht nur im Kreditgeben, sondern will die Schuldner auch zur Schuldentilgung bzw. zum Sparen erziehen. Es werden deshalb jetzt mit den Kreditnehmern Tilgungsraten vereinbart. Die Einlagen haben sich um 137 000 Mark auf 1179 181 Mark erhöht. Die Steigerung der Einlagen betrug seit 1933 100 v, H. Die Barreserve betrug 32 847 Mark, der Bestand an Schecks und Zinsscheinen 6993 Mark. Der Wechselbestand belief sich auf 101 231 Mark. An eigenen Effekten besitzt die Bank Reichsanleihen und Pfandbriefe im Buchwerte von 241025 Mark. Bei der Landesbauernkasse bestand am Jahresschluß ein Guthaben von 104 782 Mark. Ferner sind noch 1335 Mark Beteiligungen vor­handen. Das Bankgebäude steht mit dem Steuer- wert von 400 000 Mark zu Buch, während das Inventar auf 500 Mark abgeschrieben ist. Die Ge- schäftsgbthaben der Genossen haben sich auf 121 759 Mark erhöht. Die gesetzlichen Reserven betragen 30 600 Mark. Für etwaige Ausfälle besteht ein Wertberichtigungskonto von 12 516 Mark. Der Reingewinn beträgt 8547 Mark. Davon werden 2400 Mark den Reserven überwiesen und 5927 Mark zur Ausschüttung einer fünfprogen­ügen Dividende verwendet. Die Zins- und Unkostenspanne werden äußerst niedrig gehalten. Die Zinsspanne beträgt 1,8 v. H., der Unkostensatz 1,6 v. H. der Bilanzsumme.

Die Volksbank verdankt ein gut Teil ihres Ge­schäftes der nationalsozialistischen Marktordnung, indem die Erlöse für landwirtschaftliche Erzeugnisse

bauten sind in gemeinschaftlicher Arbeit die Archi­tekten Schuhmacher und Fischer betraut.

Die Baugenossenschaft 1894 Gießen beginnt Mitte April mit der Verwirklichung eines neuen Wohn­hausbau-Projekts. Es handelt sich uift sechs Zwei­familienhäuser, in denen durchweg geräumige Dreizimmerwohnungen mit allem Zubehör er­richtet werden sollen und zu denen auch für jeden Mieter ein Stück Gartenanteil gehören wird. Der Mietpreis dieser neuen Wohnungen soll unter dem Durchschnitts-Normalsatz für neue Dreizimmerwoh­nungen liegen. Die neuen Häuser werden in der Verlängerung der Linie Tannenweg zur Jahn- straße erbaut werden. Der Wohnhaustyp wird sich den jetzigen Wohnhäusern in der Jahnstraße an- passen. Die neuen Wohnungen sollen bereits zum Oktober bezugsfertig sein. Der Entwurf der Bauten stammt von dem Architekten Philipp Nicolaus, Dem auch die Bauleitung übertragen wurde.

(Milch, Vieh, Eier, Getreide, Kartoffel, Obst) über die Bank zur Verrechnung bzw. zur Auszahlung gelangen. Die Volksbank ist auch Zahlstelle der La nd e s b a u e r n k a s se Rhein-Main- Neckar, der alle Dorskassen angeschlossen sind. Die Bank besteht erst seit 1924 und fyat sich in den vergangenen 14 Jahren außerordentlich günstig entwickelt. Die 644 Mitglieder setzen sich aus An­gehörigen aller Berufe zusammen, die im Umkreis von 30 Kilometer wohnen. Das bäuerliche Clement nahm von jeher die erste Stelle ein.

Direktor Hartmann dankte bann der Gefolg­schaft für ihre treue Mitarbeit. Er begrüßte es besonders, daß die Bank infolge ihrer günstigen Entwicklung die Hypothekzinsen ab 1. Januar 1938 senken könne. Zum Schlüsse bat er die anwesenden Mitglieder, auch in Zukunft eifrig mitzuarbeiten, damit die Bank ihre Leistungsfähigkeit im Interesse der einzelnen Genossen und der Gesamtheit steigern und damit das Aufbauwerk unseres Führers nach Kräften fördern könne.

Die Generalversammlung genehmigte einmütig den Vorschlag des Vorstandes und Aufsichtsrates über die Verteilung des Reingewinnes. Dem Vor­stand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung er­teilt. Das ausscheidende Vorstandsmitglied Bauer Uhl (Gießen) sowie die ausscheidenden Aufsichts­ratsmitglieder Bürgermeister Engel (Lützellinden) und Bauer H a n a ck (Watzenborn-Steinberg) wur­den wiedergewählt. An Stelle^ des wegen vor­geschrittenen Alters eine Wiederwahl ablehnenden seitherigen Aufsichtsratsmitglieds Oberst a. D. Kock (Gießen) wurde der Landwirt Wilhelm Lud­wig Luh (Lang-Göns) gewählt. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Zimmer, dankte dem ausscheiden­den Auffichtsratsmitglied Oberst a. D. Kock Mr lang­jährige fleißige Mitarbeit. Mt Dankesworten des Vorsitzenden an die Mitglieder für die bewiesene ge­nossenschaftliche Treue und der Gefolgschaft der Volksbank für die stete einsatzbereite Mitarbeit wurde die Versammlung geschlossen.

*

Die Bezirks-Viehverwertung Gie­ßen hielt im Lokale Faulstich ihre vierte General­versammlung ab. Der Vorsitzende, Landwirt M e n- g e l (Hattenrod), begrüßte insbesondere Lgndwirt- schaftsrat Frech (Frankfurt) vom ländlichen Ge- nossenschaftsoerband Rhein-Main-Neckar, Oberreoi- sor Hartmann (Gießen) von der Kreisstelle Oberhessen-West des ländlichen Genossenschaftsver- bandes und Geschäftsführer Fritz (Heuchelheim) von der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft und Di­rektor D.a n B e n t h e»i m (Gießen)' von der Ober­hessischen Viehversicherung. Er gedachte mit herz­lichen Dankesworten des dahingeschiedenen seitheri­gen Vorsitzenden Landwirts Johann Heinrich Kehr VIII. (Treis a. d. Lda.).

Direktor Otto Heß (Leihgestern) erstattete den Geschäftsbericht. Das abgelaufene Geschäftsjahr stand im Zeichen des Ausbaues. Die Mitgliederzahl

ist im Laufe des Jahres um 375 auf 946 geftiegeit und beträgt heute 1047. Als tausendstes Mitglied wurde der Bauer Albert Brückel (Lang-Gons) ausgenommen. Das Verttauensmännernetz ist gut ausgebaut. Alle Vertrauensmänner arbeiten zur Zufriedenheit. Im ganzen werden zur Zeit 57 Orts betreut. Der Umsatz an Schlachttieren steigerte sich gegenüber dem Vorjahre u.n mehr als 500 Stück Großvieh. Nur bei Schweinen war ein Rückgang zu verzeichnen. Durch Abschluß von 350 Mastverträgen wird diese Lücke im laufenden Jahre wieder ge­schlossen. Durch die Erweiterung der Absatzmög- lichtesten, wie Einrichtung des wöchentlichen Gieße­ner Schlachtviehmarktes ufw. sind die Aussichten im laufenden Geschäftsjahr bedeutend größer gewor- den. Dem Zuchtviehgeschäft wurde durch Einsetzung von zwei Bezirksvertretern die nötige Beachtung gewidmet. Der W e r t u m s a tz betrug im Berichts- jahr mehr als eine halbeMillion Mark. Die Viehoerwertung kann mit ihrer Entwicklung im letzten Jahre zufrieden fein. Sie hat als bäuerliches Selbsthilfe-Unternehmen unter schwierigen Verhält­nissen bewiesen, daß ein Bedürfnis für eine solche Einrichtung vorhanden ist.

Nicht verdienen, sondern dem Bauer dienen, sei ihr Ziel. Ein richtiger Bauerndienst solle die Vieh« Verwertung sein. {

Oberreoisor Hartmann berichtete über die vorgenommene Revision und über die Finanzierung der Genossenschaft. Dem Vorstand und dem Auf­sichtsrat wurde Entlastung erteilt. Das ausscheidende Vorstandsmitglied M e n g e l (Reiskirchen) wurde wieder gewählt. Gutäpächter Reinheimer (Odenhausen-Rabenau), Landwirt Weil (Lang- Göns) und Direktor Dr. van Bentheim (Gie­ßen) wurden in den Aufsichtsrat neu gewählt. Der Ausbau des Nutz- und Schlachtviehgeschäftes war Gegenstand einer fruchtbringenden Aussprache.

Nach allseitigem Dank der Versammlung an Otto Heß für seine unermüdliche Tätigkeit für die heimische Bauernschaft wurde die. Tagung ge­schlossen.

*

Im LokalWürttemberger Hof" hielt die Eier­verwertung Gießen unter dem Vorsitz von Landwirt Görlach (Eberstadt) ihre Generalver­sammlung ab. Geschäftsführer Dittmar (Gießen) erstattete den Geschäftsbericht. Zum Erfassungs­bezirk gehören die Kreise Gießen mit kleinen Nach­barbezirken sowie die Kreise Wetzlar und Bieden­kopf, insgesamt 255 Orte. Mele Orte haben jedoch keine Eier abzuliefern. Zur Belieferung der Städte müssen noch größere Mengen von der Reichseier­stelle zugeteilt werden. Es wurden insgesamt 1 448 958 Eier erfaßt. Zugeteilt wurden 4 836 295 Eier. Gegenüber dem Jahre 1936 bedeutet dies eine durchschnittliche Steigerung von 50 v. H. Die finan­zielle Lage ist gesund. Die Bilanz schließt mit einem Reingewinn von 3069 Mark ab. Die Genossenschaft hat zur Hebung der Geflügelzucht 3000 Mark zur Verfügung gestellt. Der Betrag soll zur Anschaffung von Junghennen verwandt werden. Oberrevisor Hartmann (Gießen) erstattete den Revisions­bericht. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt.

Nach erfolgter Abänderung der Satzungen ge­hören dem Vorstand an: Landwirt Görlach (Eberstadt),- Landwirt Menge! (Hattenrod) und Geschäftsführer Dittmar (Gießen). Der Aus­sichtsrat besteht aus: Landwirt Schäfer (Annerod), Landwirt Weil (Lang-Göns) und Landwirt Marsteller (Grüningen). Nach herz» lichen Dankesworten des Vorsitzenden an Geschäfts­führer Dittmar wurde die Versammlung geschlossen.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

H.C. in A. Wenn Sie und Ihre beiden Nach­barn vor Beginn der Pftasterarbeiten darüber einig waren, daß die Durchfahrt zunächst mit alten Stei­nen und falls diese nicht ausreichten, roeil ver­schiedene unbrauchbar waren was nur der Pftastermeister als Fachmann feststellen konnte, mit neuen Steinen gepflastert werden sollte, so hat jeder dem Vertrag zu erfüllen, d. h. feinen Anteil zu bezahlen, auch der Nachbar, der sich weigert.

TagungderbäuerlichenGenoffenschafieninGießen

Abenteuer in Paris.

Vornan von Hans Hirthammer.

Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau t. Sa.

8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)

Den Umständen nach pasiabel! Allerdings würde ich recht gern erfahren, was Sie mit diesem ganzen Unsinn eigentlich bezwecken?"

Nichts, nichts, mein Lieber! Sie verkennen mich. Sehen Sie, ich liebe die Gastfreundschaft über alles. Es ist eine Leidenschaft von mir, ohne die ich nicht leben kann. Leider wollen mich meine gelegentlichen Gäste meist allzu schnell wieder verlassen. Da bleibt mir gar nichts anderes übrig, als zuweilen Gewalt anzuwenden."

Wunderbar! Da sind Sie ja geradezu das Idealbild eines Menschenfreundes!"

Oh, Sie schmeicheln! Ich bin wirklich gerührt. Uebrigens wünsche ich guten Appetit. Hoffentlich hat meine Tochter Ihren Geschmack erraten?"

Hören Sie mal gut zu, mein Alter! Sie werden Ihr Spiel nicht lange mehr treiben können. Wahr­scheinlich vermißt man mich bereits und wird schon dabei sein, meinen Aufenthalt ausfindig zu machen. Besondere Schwierigkeiten dürften sich dabei kaum ergeben. Ich würde an Ihrer Stelle--"

Sparen Sie sich die Worte, junger Mann! Das weiß ich doch selbst. Seien Sie unbesorgt, allen Möglichkeiten ist oorgebeugt. Es wird nichts ge­schehen, was meine Absichten durchkreuzen könnte."

Was für Absichten? Was haben Sie denn für Absichten mit mir?"

ü »Aber mein Lieber, sehen Sie denn nicht, daß Lissy schon eine ganze Zeit mit dem Löffel wartet? Machen Sie doch endlich den Mund auf!"

Ich möchte wissen, was Sie für Absichten mit mir haben!"

Tja, wenn Sie keinen Appetit haben! Lissy, nimm das Essen wieder mit hinaus!"

Das fehlte mir noch!" rief Willy und sperrte den Mund auf wie ein kleiner Piepmatz, wenn seine Mutti mit fetten Regenwürmern angeflogen kommt.

Es war die verrückteste Mahlzeit, die er jemals eingenommen, wenigstens soweit seine Erinnerung reichte; denn in seinen frühesten Kindertagen mochte man ihn ja auf gleiche Weise gespeist haben.

Lissy verstand ihr Geschäft. Da die Brühe noch heiß war, blies sie erst sorgsam auf jeden Löffel, kostete wohl auch mit spitzen Lippen, bevor sie den Inhalt an den Ort feiner Bestimmung weiterreichte.

Wenn nur der Alte von der Tür gewichen märe!

Aber der stand wie festgenagelt und ließ kein Auge von der rührenden Szene.

Die Verabreichung der Makkaroni bereitete zu­nächst Schwierigkeiten. Lissy schnitt sie schließlich in kleine Stückchen und verfütterte auch sie mitsamt dem Gulasch löffelweise.

Haben Sie das alles selbst zubereitet, Fräulein Lissy? Ich darf mich doch mit Ihrer Tochter unterhalten ober ist das verboten?"

Solange sich die Unterhaltung in ehrbaren Grenzen hält--!"

Ach herrje, nun wird's Abend! Der Herr Bar­gent als Sittenwächter! Sie haben wenigstens Sinn für Humor, Väterchen!"

Bargent schwieg gekränkt.

Wirklich, Ihre Kochkunst ist bewundernswert, Fräulein Lissy! Sicher wird mal eine tüchtige Haus­frau aus Ihnen werden!"

Ich heirate nicht!" preßte sie zischend heraus.

Ader warum nicht um alles in der Welt? Sie sind hübsch, jung, besitzen alle Vorzüge, die sich ein Mann nur wünschen kann. Aber halt, ich glaube, ich bin schon dabei, die Grenzen zu überschreiten, die mir von Ihrem Vater vorgeschrieben sind."

Lissy gab keine Antwort.

Schließlich war die Mahlzeit beendet. Lissy stellte die leeren Teller auf dem Tragbrett zusammen.

Dabei geschah es. Willy Ruland fühlte plötzlich, wie ihre eine Hand sich einen Augenblick heimlich hinter seinem Rücken zu schaffen mochte. Dann spürte er etwas Kaltes an seinen Fingern.

Ein Messer! fiel ihm blitzschnell ein. Er warf einen schnellen Blick auf das Tragbrett. In der Tat, das Messer fehlte.

Nun kam es darauf an, ob Bargent etwas merkte. Willys Herz klopfte zum Zerspringen, als Lissy nun aufstand und mit dem Tragbrett der Tür zustrebte.

Ich komme dann gegen Abend wieder!" sagte sie und blickte ihn einen kurzen Augenblick in heimlichem Einverständnis an.

Hoffentlich langweilen Sie sich nicht zu sehr bis dahin!" fügte Bargent mit spöttischem Lächeln hinzu. .

Ich werde mir schon irgendwie die Zeit ver­treiben! Vielleicht mache ich ein schönes Gedicht auf Ihren siebzigsten Geburtstag!"

10.

Kriminalrat Gobin nahm den Fernfprechhörer von der Gabel.Hier Kriminalpolizei! Ja, am Apparat! Ah, Herr Direktor Wörlen! Nun, haben Sie schon Nachrichten aus Paris?"

Es entwickelte sich folgendes Ferngespräch:

Allerdings habe ich Nachrichten, aber denken Sie bloß, welche! Mein Bote, Herr Ruland, ist einfach verschwunden. Haben Sie Worte?"

Wieso verschwunden?"

Nicht angekommen!"

Zum Teufel! Woher wollen Sie das wissen?" Da ist- ein Herr Moment mal, hab mir alles notiert ein Herr Stadler! Kennen Sie den Na­men?"

Hm allerdings!"

Aha, einer von der Polizei also! Nun, dieser Herr rief mich vor wenigen Minuten gus Paris an und berichtete mir, daß Herr Ruland den Zug, den er in Berlin nachweislich bestiegen hatte, in Paris nicht verließ. Nach der Vermutung des Herrn Stadler fei er durch einen wahrscheinlich von der Gegenseite verursachten Zwischenfall an der Grenze zum Verlassen des Zuges gezwungen worden. Herr Stadler bat mich. Ihnen zu bestellen, es möchte un­auffällig eine Fahndungsaktion eingeleitet werden."

Gut, werde ich sofort veranlassen. Sonst noch etwas?"

Ja, .sehr interessant! Der Herr teilte mir noch mit, daß die Braut von Ruland ohne Wissen ihres Verlobten ebenfalls nach Paris gefahren fei, und daß er, Herr Stadler, sich mit ihr angefreunbet habe."

Au verflucht! Warum müssen überall diese elenden Weibsleute ihre Nase dazwischen haben?!"

Sie wollte ihn beschützen! Stellen Sie sich das mal vor!"

Beschützen? Haha und nun ist er also gar nicht da, um sich beschützen zu lassen! ... Künst­lerpech!"

Na, jedenfalls wissest Sie nun Bescheid, Herr Kriminalrat! Schön finde ich's ja nicht, daß Sie | so ganz still und heimlich auch jemand auf die Resse geschickt haben. Sie hätten mir ja gestern abend ein Wort davon verraten können."

Nun schmollen Sie nicht! Sie sollten eher froh sein, daß nun wenigstens jemand da ist, der die Geschichte weiterverfolgt."

Bin ich ja auch, Herr Kriminalrat! Sehr froh sogar!"

Stadler- ist einer meiner tüchtigsten Beamten. Er wird bas Kind schon schaukeln, verlassen Sie sich barauf!"

Genau so sagte er auch. Unk^ ich habe ihm eine Gratis-Lebensversicherung zugesagt, wenn es ihm gelingt, bas gestohlene Gut wieder herbeizu­schaffen."

Großzügig, großzügig!"

Was denken Sie? Sechshundert Mille sind ja auch kein Pappenstiel!"

Da haben Sie allerdings recht! In diesem Sinne also weiterhin Hals- und B'nbruch!"

Danke, gleichfalls, Herr Kriminalrat! Sie halten mich doch auf dem laufenden?"

Selbstverständlich! Auf Wiedersehen!"

Kaum hatte Gobin den Hörer aufgelegt, als er schon auf eine Pignaltaste drückte. Ein uniformierter Beamter erschien im Türrahmen.

Kommissar Herdegen soll gleich mal zu mir kom­men. Sehr dringende Sache!"

Gewiß, Herr Kriminalrat!"

Der Gerufene war in wenigen Minuten zur Stelle. Herdegen mochte knapp in den Vierzigern stehen und konnte als sehr elegante Erscheinung be­zeichnet werden. Die Hose seines tadellos fitzenden Sakkos.zeigte eine messerscharfe Bügelfalte. Das schmal modellierte Gesicht mit dem kantig angesetzten Kinn und die hohe, fast senkrechte Stirn verrieten einen Mann von starkem Willen.

Morgen, Gobin! Brennt es wieder irgendwo?"

Einem gewissen Teil seiner Vorgesetzten war Herbegen ein Dorn im Auge, da er es grundsätzlich adlehnte, irgend jemand mit dem ihm gebührenden Titel anzusprechen. Gobin war einer der wenigen, die zufrieden waren, bei ihrem ehrlichen Namen genannt zu werden.

Allerdings, Herdegen!" begrüßte er den Ein- getretenen.Es brennt. Sind Sie genügend in Form, um eine dicke Nummer schieben zu können?"

Warum nicht? Immer her mit dem Braten!" Also hören Sie! Da ist irgendwo zwischen Ber­lin und Paris ein junger Mann abhanden ge­kommen. Stadler berichtet aus Paris darüber. Er glaubt, es müsse etwas bei der Paßkontrolle, ge­schehen sein. Am besten, Sie fliegen gleich mal 'rüber und schnuppern dort ein bißchen in der Gegend herum!"

Machen wir!" lächelte Herdegen und nahm ein winzig kleines Notizbuch aus der Westentasche. Ich bitte um Einzelheiten."

Gobin gab ihm einen genauen Einblick in die Zusammenhänge.Ich denke mir", erläuterte er anschließend,daß die Diebesbande von der Ent­sendung des Herrn Ruland Wind bekommen hat und den Mann an der Grenze zurückhielt, um in Paris in der Abwicklung der Geschäfte nicht ge­stört zu werden. Nun, Stadler wird drüben weiter die Augen offen halten, aber inzwischen können mir den Mann von der JSanitas' dock nicht sitzen lassen!"

Vollkommen im Bilde, Gobin!" lächelte Her- degen, steckte sein Notizbüchlein ein und klopfte sich ein Staubkorn vom Aermel.Sie brauchen mir lediglich glückliche Reise zu wünschen, dann Bann ich in einer halben Stunde losflattern. Ich werde den Braven schon herbei schaffen, fei es tot oder lebendig."

Nach Möglichkeit lebendig!"

(Fortsetzung folgt.)