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laufen konnte, da der Hafen infolge des Sturmes völlig unzugänglich war.

In ganz Polen richtete ein S ch n e e ft u r m in einzelnen Landesteilen, besonders in Krakau und Lodz, großen Schaden an. Mehrfach wurden Tele­phonleitungen zerstört. In Lodz mußte infolge der Schneeverwehungen der Straßenbahnverkehr zeit­weise eingestellt werden. Auch der Autobusoerkehr konnte dort sowie in der benachbarten Woiwodschaft Kielce nicht aufrechterhalten werden.

*

In Oberitalien bei Aosta tobte in der Nacht zum Dienstag ein heftiger S ch n e e st u r m , wie man ihn seit Menschengedenken nicht mehr erlebt hat. Zahlreiche Häuser wurden abgedeckt.

General der Infanterie von Plettenberg f.

Im 86. Lebensjahr starb in Bückeburg der Ge­neral der Infanterie a. D. Karl Freiherr von Plettenberg, der vor kurzem sein 65. Militär-Dienstjubiläum hatte begehen können. Er war 1852 in Neuhaus in Westfalen als Sohn eines preußischen Majors geboren, trat nach Besuch des Kadettenkorps 1870 in das Jnf.-Regt. Nr. 55 in Köln ein und erwarb sich im Kriege das Eiserne Kreuz und das Leutnantspatent. Später stand er an der Spitze des Garde-Jäger-Bataillons und des 1. Garde-Regiments zu Fuß. Von 1899 bis 1906 war er Inspekteur der Jäger und Schützen, sowie Kommandeur des Reitenden Feldjägerkorps. Von 1906 bis 1910 war er Kommandeur der 22. Divi­sion in Kassel", dann kommandierender General des XI. Armeekorps in Kassel und seit 1913 des Garde- Korps, 1915 erwarb er sich im Osten in der Schlacht von Gorlice - Tarnow den Pour le merite. 1917 wurde er zur Disposition gestellt.

Die Ursache der Typhus-Epidemie in Croydon.

Die Londoner Morgenblätter veröffentlichen in größter Aufmachung den Bericht des Ausschusses, der die Ursachen der Typhus-Epidemie in dem Vorort Croydon erforscht hat. Die Epidemie war im Oktober v. I. ausgebrochen. Sie hat nach den amtlichen Mitteilungen 43 Todesopfer ge­fordert und ist bis heute noch nicht überwunden. Wie es in dem Bericht heißt, habenüberraschende und bedauerliche Umstände" zum Ausbruch der Seuche geführt. Ein typhuskranker Arbeiter hatte in den Grundwasseranlagen des städtischen Wasser­werkes gearbeitet, und Ms Nachlässigkeit ist das durch ihn verseuchte Grundwasser ohne hygienische Reinigung in die Wasserleitung der Stadt Croydon eingedrungen. Die Blätter bringen ihre Empörung über diese Nachlässigkeit der Wasserwerksverwaltung zum Ausdruck.

Hinrichtung des Mörders von Waldesch.

In Berlin ist der 1897 geborene Johann Mi­chels aus Waldesch hingerichtet worden, der von dem Schwurgericht in Koblenz wegen Mordesin fünf Fällen zum Tode verurteilt worden ist. Michels hat am 8. Juli 1937 seine schlafende Ehe­srau und seine vier Kinder in grauenvoller Weise ermordet.

Gasexplosion in Danzig-Oliva.

Im Danziger Vorort Oliva ereignete sich in einer leerstehenden Wohnung eine Gasexplosion. Die Wohnungsinhaberin hatte mit dem Einräumen von Möbeln begonnen und anscheinend den Gas- hahn offengelassen. Der Hausmeister bemerkte bei

seinem Kontrollgang Gasgeruch und zündete ver­mutlich ein Feuerzeug an, ym nach der Ursache zu forschen, wobei die Explosion erfolgte. Er wurde schwer verletzt. Die Fenster wurden mit den Rahmen herausgerissen. Eine Wand, die einstürzte, fiel über einer in der Nebenwohnung schlafenden Frau zusammen, so daß sie von den herabfallenden Steinen getötet wurde. Der schwerverletzte Haus­meister wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.

Die Gegenwart hat wieder den Blick für die Be­deutung der Baukunst geschärft und uns gelehrt, in den Bauten den Geist einer Epoche zu erkennen. Als S ch l ü t e r und Schinkel mit ihren Werken Berlin schmückten, schufen sie denpreußischen Stil", der im Brandenburger Tor des Meisters Lang­hans seine bekannteste Form gefunden hat. Adolf Hitler als Baumeister des Reiches gab Männern wie dem verstorbenen Professor Tro ost und dem Generalbauinspektor für Berlin, Speer, die Mög­lichkeit, unserer Zeit Denkmale aus Stein zu setzen, die in hundertfältiger Wiederkehr die Gesinnung dieser Epoche des Aufbaues und Neubaues ver­körpern.

Das 20. Jahrhundert hat es mit den Mitteln der Technik und des Verkehrs leichter, große Bauten zu errichten als unsere Vorfahren. Die reichen Hansestädte hatten es nicht allzu schwer, große Bau­künstler zu werben, Sandstein und Marmor heran-1 zuholen, um ihre Dome und Türme zu erachten. Um so anerkennenswerter ist die Leistung der preußischen Könige, die mit sehr bescheideneren Mitteln bleibende Werte aufrichteten, nicht nur in ihren Residenzen, sondern auch auf dem flachen Lande, in der Siedlung und industriellen Entwick­lung der Ostprovinzen. Mit Unterstützung des preu­ßischen Finanzministers Dr. Popitz ist in Berlin «ine Ausstellung von Plänen und Entwürfenaus dem Schaffen altpreußischer Landbaumeister im deutschen Osten unter vier preußischen Königen" er­öffnet worden, die bis zum 1. April in den Räumen des Verkehrs- und Baumuseums stattfindet. Diese Ausstellung ist eine Ehrentafel vom Können und Planen unserer Vorfahren aus einem Jahrhundert, etwa die Jahre von 1720 bis 1820 umfassend. Die Fürsorge preußischer Könige, besonders Friedrich Wilhelms I. und Friedrichs des Großen, ist es ge­wesen, die das weite Land zwischen Elbe und Memel aus der Zeit der Kriegsnöte und des Zer­falls zu wirtschaftlicher Blüte geführt und damit zu einer Hochburg des Deutschtums gemacht zu haben.

Es hat naturgemäß verschiedene Abschnitte dieses Kulturwerkes gegeben. Ihre Höhepunkte sind in der Wiederherstellung Ostpreußens unter Friedrich Wil­helm I. um 1720 zu suchen, dann in der Koloni­sierung der Niederungen von Oder, Warthe, Netze usw., die Friedrich der-Große ebenso einleitete wie die Schaffung der oberschlesischen Industrie, ferner in der Kulturarbeit in den gewonnenen Provinzen West- und Neu-Ostpreußens, die heute teilweise nicht mehr in unseren Grenzen liegen. Nebenher ging das ständige Bestreben der Könige, ihren Staat möglichst von fremder Einfuhr unabhängig zu

3n der Dahn einem Herzschlag erlegen.

Der ordentliche Professor der Technischen Hoch­schule Danzig, Henry Behrens, ist gestorben Behrens hatte vor kurzem eine Berufung nach Han­nover erhalten. Er befand sich zu Besprechungen dorthin unterwegs, als er in der Eisenbahn einem Herzschlag erlag. Professor Behrens war auch Di­rektor der Betriebsabteilung Eisenbahnwerkstätten Troyl bei Danzig.

machen, so daß sich eine eigene Wirtschaft in Hütten und Fabriken entwickeln konnte.

Ueber seinen leitenden Beamten und Künstlern stand natürlich der König selbst, der es an Mah­nungen und Ratschlägen wenig fehlen ließ, ebenso an scharfer Kritik. Da sieht man Skizzen, die der' Soldatenkönig selbst korrigierte, weil er ein Stock­werk für ausreichend hielt, das andere also weg­strich. Oder man lieft die bissigen Randbemerkungen des alten Fritz:Die Esels werden was Rechtes untersuchen", oberDas Direktorium soll sich was schämen, daß solchene Sachen acht Jahre trainiert hot", oderDas muß mit Ernst nachgesehen wer­den und wenn die Räthe des Direktoriums nicht Blei im Hintern haben, muß der Treibsamste hin- geschickt werden, umb die Arbeit zu accelieren (be­schleunigen)".

In landwirtschaftlichen Siedlungen wurde der Amtshof, der Sitz des Pächters, der zu­gleich die staatliche Autorität vertrat, die Grund­form des Ortes. Eine streng symmetrische Fassade, Ställe, Scheunen, Wirtschaftsgebäude und Arbeiter­wohnungen fanden ihre Eingliederung in den Hof nach klar gegliedertem Maß. Gebäude für Gestüte ober Schafhaltungen, Häuser für Gerichte unfr Jnkulpanten" (Verhaftete), Ober- unb Unterförste- reien entstehen nach klug unb zweckmäßig gewählten Bauformen. Es hat sich also schon bamals ein be­sonderer Typenbau d e r Ostsiedlung aus­gebildet. Lehmpatzen- oder Füllhausbau waren in Ostpreußen die erprobten Methoden. Daneben war der Bau aus Feldsteinen die vielgebrauchte Form. Die Bauten mußten sich eben den Bedingungen der Landschaft anpassen und waren dem Gesetz eiser­ner Sparsamkeit unterworfen. EinSchul­häuslein" auf dem Lande soll 1736 einen Staats­zuschuß an die Gemeinde von höchstens 15 Talern erfordern!

Einfachheit bei aller Zweckmäßigkeit der Verhält­nisse zeichnet auch das industrielle Siedlungswesen aus (so würde man es heute nennen). In der Mark und in Schlesien erstehen Fabriken und Berg­werke. Daher ist der Wohnungsbau für Arbeiter notwendig. Noch heute ist trotz mancher Trübung des Bildes die schöne ursprüngliche Ortsanlage klar zu erkennen. In Oberschlesien schuf Preußen seine eigene Montanindustrie um 1800. Dieses Gebiet sollte einmal die Waffenschmiede der Freiheitskriege werden. In den großen Waldungen des Landes er­standen dazu die großzügig und planmäßig ange­legten Mrbeiterfieblungen, jebes Haus mit einer Felbzalage.

Eine Sehenswürdigkeit für sich wenigstens für den Liebhaber der Geschichte sind die beiden

Reisehandbücher, die sich Friedrich der Große für die Reisen in die Kurmark anfertigen ließ. Siefe- enthalten genaue Lagepläne der Sied­lungen, öi£ der König gerade besichtigen wollte, mit allen dazugehörigen wirtschaftlichen Angaben.

Aus dieser reichhaltigen Sammlung spricht die Vergangenheit zur Gegenwart. Auch heute müssen wir siedeln und das Kulturgut des Landes hüten und vermehren. Wiederum ist die Aufgabe gestellt, möglichst viel aus dem eigenen Boden herauszu- holen, heimische Werkstoffe zu verarbeiten und den­noch die Gebote der Schönheit und der Zweckmäßig­keit zu beachten. Diese Ausstellung zeigt, daß die Vergangenheit der deutschen Ostsiedlung große und bleibende Werte erschaffen hat. Viele der dort ge­zeichneten Häuser und Höfe haben den Wechsel der Zeit überdauert und ^zeugen heute noch von ihren Baumeistern. Li.

Wetterbericht

Die Großwetterlage hat sich wenig geändert. Deutschland liegt noch immer im Zufuhrbereich mehr oder weniger kalter arktischer Luftmassen, wobei seit Montag die Fröste allgemein angezogen haben. Da zwischendurch immer wieder mit der Zufuhr feucht­milder Luftmassen gerechnet werden muß, bleibt das Wetter unbeständig unb zu leichten bis mäßigen Schneefällen geneigt.

Aussichten für Mittwoch: Meist bewölkt unb zeitweise leichter bis mäßiger Schneefall, bei lebhaften Winden aus Nord bis Ost Frost.

Lufttemperaturen am 14. Februar: mittags 1 Grad Celsius, abends0,9 Grad; am 15. Februar: mor­gens 2,9 Grad. Maximum 1,1 Grad, Minimum heute nacht 3,3 Grad. (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Februar: abenbs 0,6 Grab; am 15. Fe­bruar: morgens 0,5 Grab. Nieberfchläge 0,2 mm. Sonnenscheindauer 1,6 Stunden.

Vintersporl-Wellerberichl.

- Vogelsberg. Herchenhainer Höhe: Bewölkt, 7 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, verweht, Ski unb Nobel sehr gut. Hoherods- fopf: Bewölkt,9 Grab, 80 cm Gesamtschneehöhe, 9 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

-S a u e r l a nd. Winterberg: Bewölkt,9 Grad, 58 cm Gesamtschneehöhe, 5 cm Neuschnee, Pulver­schnee, Ski und Rodel sehr gut.

Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, 12 Grad, 282 cm Gesamtschneehöhe, 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Schneefall,8 Grad, 66 cm Gesamtschneehöhe, 8 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. Z8: 11 000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, Mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der

Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

Aus dem Schaffen alchreußischerLandbaumeister.

Eine zeitgemäße Ausstellung in Berlin.

Heute morgen 4%Uhr entschlief sanft unsre liebe treusorgende Mutter

Schmitz,

Frau Marie Listmann Wwe.

SonnenstratzelZ

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im 83. Lebensjahre.

In tiefer Trauer:

6. Ziehungstag

14. Februar 1938

Dipl -Ing Karl Listmann

ön der heutigen Dormittagsziehung wurden

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und Frau, geb. Kölsch

Oberreg.-Baurat Heinrich Listmann

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und Frau, geb. Wiske

Marie Listmann.

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Hungen. Höchst a. M , Berlin, den 14. Februar 1938.

Kräftige

Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. Februar, nachmittags 3 Uhr

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statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen.

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Unser lieber Vater

Hans Krauß

Asthma

Kunstmaler

ist am Abend des 13. Februar entschlafen.

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In tiefer Trauer:

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München (Georgenstraße 59 IV), den 14. Febr. 1938.

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Betr.: Bereinigung der Neubesitzanleihen der Länder und Gemeinden (Gemeindeverbände).

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Durch die Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen Landesregieruna zur Durchführung des Reichsgesetzes über die Ablösung öffentlicher An­leihen vom 16. Juli 1925 (Reichsgesetzbl. I S. 137) oom 15. Februar 1938 ist bestimmt worden, daß die von Gemeinden und Gemeindeverbänden des Lan­des Hessen begebenen Anleiheablösungsschulden ohne Auslosungsrechte sog. Neubesitzanleihen von den Schuldnern am 2. Januar 1970 in einer Summe zum Nennwert einzulösen ist. 9920

Ich mache hiermit den Gläubigern der Anleihe­ablösungsschuld ohne Auslosungsrechte der SWdt Gießen das bis zum 30. Juni 1938 befristete Angebot, die in ihrem Besitz befindlichen Schuldverschreibungen zum Kurse von 28,25 v. H. in bar anzukaufen.

Gläubiger, die von dem Angebot Gebrauch machen, haben unter Angabe einer entsprechenden Erklärung die Schuldverschreibungen bis zum 30. Juni 1938 bei dem Oberbürgermeister in Gießen einzureichen.

Gläubiger, die von dem Angebot keinen Gebrauch machen, können Befriedigung nur nach Maßgabe der Verordnung oom 15. Februar 1938 verlangen.

Gießen, den 15. Februar 1938.

_________Der Oberbürgermeister: R i 11 e r.

Bekanntmachung.

Betr.: Zulassung von Elektro-Installateuren.

Wir haben Veranlassung. bekanntzugeben, daß der Elektro-Jnstallateur Hermann Röhl, Wieseck, Alicestrahe 46, bei uns nicht konzessioniert ist. Von ihm ausgeführte Anlagen und Aenderungen werden nicht abgenommen und nicht in Betrieb gesetzt.

Gießen, den 12. Februar 1938.

MvlWe Beiriede ©leßen. M.MklrW.'sMrk

Direktion. 931a