Ausgabe 
15.2.1938
 
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Als weißer Lunge unter den Gioux-Lndianern.

Arizona Bill" erzählt aus seiner Kindheit.

Seitdem Fennimore Cooper durch feinenLe­derstrumpf" den Wilden Westen europäischen Jun­gen nahebrachte, ist alles Jndianertum und Trapper­leben aus den Tagen der weißen Pioniere mit dem Schimmer unsterblicher Romantik umwoben. Aber irgendeine uns zeitlich gar nicht so ferne Wirklich­keit liegt ja all den unzähligen Wildwest-Geschichten Zugrunde.Arizona Bill" zum Beispiel, ein heute dijähriger Greis, mit seinem wirklichen Rumen Raymond Hatfield Gardner, ist ein Mann, der feit seinem ersten Lebensjahr unter Rothäuten als einer der Ähren aufgewachsen ist, fast sein ganzes späteres Leben aber dem Kampf gegen sie gewid­met hat. Er erzählt inPearsons weekly die auf­regende Geschichte seiner Kindheit.

Das Schicksal wollte es, daß man eigener Skalp für mich mehr» wert war als meine Augen. Ich bin vor 91 Jahren geboren, aber wäre ich nicht rot» haarig zur Welt gekommen, so hätte ich mein erstes Jahr nicht überlebt. Und das kam so: meine Eltern brachen kurz nach meiner Geburt mit einem Trupp Auswanderer von Logansport in Louisiana nach bcm Westen auf. Bei meiner Geburt war meine Mutter 14 Jahre alt und mein Vater nur ein paar Jahre älter. Niemand fand darin etwas Be­sonderes, denn es war üblich, daß Mädchen in dem Alter heirateten und Kinder bekamen, und wenn em Junge mit 18 Jahren nicht feinen Mann im Leben stehen konnte, schämte seine Familie sich seiner.

Mein Vater war ein so geschickter Jäger und Pfadfinder, daß er meistens vorausgeschickt wurde, um den Weg zu suchen oder Nahrung zu schaffen, wodurch er jchließlich von dem Haupttrupp ganz abgetrennt wurde. Dies stürzte meine Eltern und mich in eigene Abenteuer und machte aus mir ein Jndmnerkind. Eines Tages ritten meine Eltern von unserem Wagen fort, um Büffel zu jagen. Sie blieben nicht lange aus, aber bei üjrct Rückkehr cnb

lerstühl werden sollen. Weiter sei beachtlich, daß Des inneren Schutzes hat die Einfuhr Stalin diesmal auf die Aufteilung der nichtbolfche- ° « * n un£ Zeitschriften aus Sowjet-

-,s..sch- Slaalen ,r. s°sch.ft.,ch. und d-m°kr°N,che.

roie das auf dem 1. fiongteß der ftomintern ge-1 Estland besteht schon seit dem Jahre 1924.

Reval, 14. Febr. (DNB.) Die Untersuchung des blutigen Grenzzwischenfalls auf dem Eise des Pei- p u s - S e e s hat Anhaltspunkte für die Vermutung gegeben, daß es sich um einen Racheakt foro« jetrufsifcher Grenzwächter handelt. Der estländische Gesandte in Moskau ist beauftragt wor­den, bei den Sowjets Protest zu erheben. Der Chef des inneren Schutzes" hat die Einfuhr

fchehen war, verzichtet habe. Die Worte Stalins seien ein Zeugnis dafür, daß die fowjelruffi- scheu Rüstungen ein deutliches Ziel haben, nämlich die hervorrufung oder die Beschleu­nigung der bolschewistischen Weltrevo- l u l i o n. Darum seien die nicht sowjetrussischen Rüstungen gegen alle nichlbolschewistl- schen Staaten ohne Rücksicht aus ihre Verfas­sung gerichtet.

Estland protestiert in Moskau gegen die Gren-sübergriffe.

Maske fallen und beabsichtigt jetzt offenbar nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis mit neuen Mitteln und Methoden das alte, in Wirk­lichkeit niemals aus dem Auge gelassene Programm der bol sch ewi st i schen Weltrevolution wieder aufzugreifen. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß das Vorgehen Stalins als erneute Legitimation des Kreml für die Komintern und deren revolutionäre Tätigkeit im Ausland aus­zufassen ist.

Englischer Besuch in Gtolp

Der Beruf eines Journalisten verpflichtet. Hört der Zeitungsmann, daß in seinem Arbeitsbereich wichtige Ereignisse im Werden oder Abrollen sind, so kann es für ihn nichts anderes geben, als sich für diese Angelegenheit zu interessieren. Nun haben die an Zahl nicht geringen Vertreter der Auslandspresse in Berlin während der ganzen letzten Woche in ihren Blättern die merk­würdigsten Berichte aus Deutschland gelesen, die wie bekannt, in irgendeiner Lügenschmiede fabriziert und als Berliner Berichte auffrisiert worden sind. Kaum einer dieser Herren hat es jedoch für nötig gehalten, sich einmal selber in der Reichshauptstadt und draußen im Lande umzusehen. Sie hätten als ehrliche Berichterstatter diese blutrünstigen Greuelmärchen dementieren und die Wahrheit mel­den können, daß eben in Deutschland tiefster Frie­den herrscht und ein jeder seiner gewohnten Arbeit nachgeht. Nur einer, der Sonderberichterstatter von News Chronicle", hat sich doch aufgerafft und die Fahrt nach Stolp angetreten, wo es bekanntlich auch heiß hergegangen fein soll. Er ist, wie wir in seinem Bericht lesen, dort angekommen, hat überall in der Stadt herumgehorcht und schließ­lich, als er bei der Bevölkerung nur negative Aus­künfte erhielt, direkt den Weg zum Kasino des in Stolp liegenden Kavallerie-Regiments eingeschla­gen. Man hat ihn freundlich empfangen, aber als er die endlosen Geschichten über die Vorgänge in Stolp erzählte, mußte er sich von den unmittelbar Beteiligten sagen lassen, daß ihnen nichts von ir­gendwelchen Zwischenfällen bekannt wäre. Sonntag wurde er von der SA. zum Erbsenfest in das Schützenhaus eingeladen. Mit dem Regimentskom­mandeur, dem Kreisleiter, dem Bürgermeister, dem Brigadeführer der SA. und vielen anderen nahm er hier in harmonischer Gesellschaft einen Schlag Speckerbsen zu sich. (Sorgfältige und eingehende Un­tersuchungen, so berichtete dieser Korrespondent, die er in Stolp durchgeführt habe, hätten ihn endgül- tig zu der Ueberzeugung gebracht, daß es über­haupt keineZwischensälle dort ge­geben habe, die irgendwie die geheimnisvollen Gerüchte der Weltpresse bestätigen könnten. Offiziere des in Stolp stationierten 5. Kavallerie-Regiments hätten ihm die Versicherung abgegeben, daß auch uichts sich in der kleinen Stadt ereignet habe. Im Gegenteil, alle Offiziere im Kgsino seien ehrlich er­staunt gewesen, afe er an sie derartige Fragen ge­richtet habe. Er habe weder bei den militärischen Stellen, noch bei den Partei- und staatlichen Be­hörden in Stolp irgendwelche Spannungen festge­stellt. Die gleichen Feststellungen hätten' auch alle anderen Auslandsberichterstatter treffen können, als die Warschauer Greuelmärchen auftauchten.

schen Bundesarmee finden in der Neuyorker Bresse ein ekstaunlich geringes Echo, obwohl die Maßnahmen des englischen Kriegsministers Zur Verjüngung der britischen Armeeleitung wie auch die Reorganisation im Oberkommando der deutschen Armetz die amerikanische Presse tagelang beschäftigte und vielfach als eine gewal­tige Sensation aufgebauscht wurde. Als bisher ein­ziges Blatt nimmt dieNeuyorker Staats- 3 e i t u n g" zu dem im Einvernehmen mit dem amerikanischen Kriegsminister Woodring getrof­fenen Anordnungen des Generalstabschefs Cra » gh Stellung. Nicht persönliche Unzufriedenheit mit den verabschiedeten Offizieren und ihren Leistungen sei der ausschlaggebende Faktor dafür gewesen, sondern vielmehr die Erkenntnis, daß eine moderne Armee ihre Schlagkraft nur bewahren könne, wenn die Armeeleitung zeitweilig frisches Blut erhalte. Auch die Heranbildung eines tüchti­gen Nachwuchses spiele hierbei eine große Rolle. Die Anforderungen, die im Zeitalter der mechanisierten Kriegsführung an die Offiziere gestellt würden, seien größer als je zuvor. Gerade in einer Armee und die ameri­kanische mache dabei keine Ausnahme bestehe oft eine Neigung zur Vergreisung und Vernöcherung. Daher müsse der oberste Befehlshaber, in diesem Falle also Roosevelt» von Zeit zu Zeit jene Aenderungen vornehmen, die im Landesin­teresse notwendig erschienen.

Der Soldat des Friedens." Professor Grimm sprach vor französischen

Frontkämpfern in Besan^on.

Kein amerikanisches Zugeständnis in der Kloitenfrage.

Technik und Vogelleben.

Die Frage, in welcher Beziehung die fortschrei- tende menschliche Zivilisation und das Leben der Vögel zueinander stehen, erfuhr durch einen Vor- trag des bekannten englischen Ornithologen Professor James Ritchie von der Universität Edinburgh, eine neue Beleuchtung. Den Wert, den die Vögel für die Landwirtschaft haben können, erläuterte er durch einige Zahlen. In Kalifornien zum Beispiel werden von den Lerchen während der Nistzeit täg­lich 3340 Doppelzentner Insekten als Futter für ihre Jungen vertilgt, und in dem Staat Iowa fres- sen die Spatzen während eines Winters 8750 Dop­pelzentner Unkrautsamen auf. Anderseits hat der Mensch schon seit der neueren Steinzeit die Früchte seines Feldes und feine Herden von den Räubereien der Vögel zu schützen gehabt, und der Kampf hat Zur Verminderung und manchmal zur Ausrottung früher bei uns heimischer Vogelarten geführt. So ist der Adler aus unseren Breitengraden so gut wie verschwunden, der Rabe, der die Straßen mittel­alterlicher Städte als willkommener Straßenreiniger durchwanderte, ist eine Seltenheit geworden. Dazu kommt die Nachstellung, die manche Vogelarten, die als seltene Jagdtrophäen oder als Leckerbissen' gel­ten, erdulden müssen. Wenn auch hier das Gesetz wie die öffentliche Meinung in den letzten Jahren manchen Wandel geschaffen hat, so wurden doch noch in den Jahren 1932 bis 1934 aus Aegypten 1 170 364 Wachteln nach Italien und England ein- geführt, von denen 500 000 für den englischen Markt bestimmt waren. Erst vor wenigen Wochen hat das englische Oberhaus ein Gesetz angenommen, das die Einfuhr von Wachteln verbietet. Dazu kommen die Gefahren, die die moderne Technik für das Leben der Vögel bietet. An den hellen Scheiben der Leucht­türme finden alljährlich Hunderttausende von Zug­vögeln ihren Tod, ebenso vielen wird das Oel ver­hängnisvoll, das die neuzeitlichen Schiffe auf der Meeresoberfläche verbreiten. Dennoch kann man nicht sagen, daß die moderne Zivilisation sich aus­schließlich schädlich für das Vogelleben auswirkt. Der Getreidebau deckt auch den Vögeln einen reichen Tstch. f° daß in Agrarländern die heutige Dogelbe- völkerung ihre ursprüngliche Zahl bei weitem über« freiten W,W.

Warschau, 5. Febr. (DRB. Funkspruch.) Das Schreiben Stalins wird in der polnischen Presse als Ankündigung einer neuen Offensive der Komintern auf die benachbarten Staaken auf- gefaßt.Gazeta Polska" schreibt, die Ankündigung der Verstärkung der Fäden, die die Sowjetunion mit den marxistischen Truppen derbürgerlichen Staaten" verbinden und gleichzeitig die Ankündi­gung sowsetxussischer st ungen zu Land, zur See und in der Luft, alles das entspreche den Tra- dationen der sowjetrussischen Politik aus den Jah­ren des kriegerischen Kommunismus. Das offene Bekenntnis Stalins zum Krieg des Bolschewismus in anderen Landern, mit anderen Dorten zur Weltrevolution, lasse eine starke Akti­vierung der Tätigkeit der Komintern er­warten. Ls sei nicht ausgeschlossen, daß die bis­herigen Moskauer Agitationsmethoden jetzt durch Drohungen militärischer Ratur un-

der Weltrevolution als deren eigenste Zweckbestimmung festlegen will. Man er­innert sich, daß Stalin noch vor kaum zwei Jahren in einem Interview gegenüber dem amerikanischen Journalisten Roy Howard die weltrevolutionären Absichten des Sowjetstaates alstragikomisches Mißverständnis" bezeichnet hatte. Im Gegen­satz zu einer solchen Verdunkelungstaktik (die freilich mit der Praxis z. B. in Spanien in krassestem Widerspruch stand), läßt Stalin nunmehr wieder die

Größte Beachtung in Polen.

Oie neue Akt vierung der bolschewistischen Agitation bedroht alle Völker.

deckten sie, daß der Wagen ausgeplündert und alles, was irgendwie von Wert war, gestohlen war, ein­schließlich meiner Person. Ich war keine Kostbar­keit. Weiße Babies bekamen von den Rothäuten gewöhnlich einen Hieb über den Kopf, der ver­hinderte, daß sie zu weißen Männern und Frauen aufwuchsen. Als der Komanche an jenem Tage in unseren Wagen schaute und mich sah, war sicher seine erste Absicht, seinen Tomahawk auf meinen Schädel sausen zu lassen. Aber dieser Schädel war mit einem Schopf goldroten Haares bedeckt, und das hielt den Hieb auf. Reinblütige Indianer, zum mindesten die Komanchen, find niemals rothaarig, aber einige ihrer Götter waren es. Ich war eine Rarität, stand vielleicht in Beziehung zu den Göt­tern. So kam ich, in dem nackten Arm eines Wil­den in Kriegsbemalung, in das Komanchenlager. Dort wuchs ich auf und wurde ein richtiger In­dianer bis auf Haut und Haar. Ich war klein für mein Alter, aber stämmig und kräftig, und mit neun Jahren war ich ein so guter Reiter, daß die Komanchen daran dachten, mich zu einem Krieger ZU machen. Aber da geschah etwas, was mich statt einem Komanchen zu einem Sioux werden ließ. Eines Tages nach einer Beratung zwischen Koman­chen und Sioux sahen einige der Sioux mich zu Pferde und wünschten meinen roten Kopf in ihrem Stamm zu haben. Sie machten den Komanchen ein Angebot, das sie stufenweise erhöhten, bis es bei neun Ponies, neun Pferdecken und zwei Mädchen, darunter ein weißes, stand. Das war ein hohes An­gebot, zu hoch, um zurückgewiesen zu werden. Ich glaube, sie hätten mich billiger haben können, aber die Sioux find nun einmal dieKönige der Prä­rie", die nobelsten und tapfersten der Prärie-In­dianer, etwas weniger grausam als die Komanchen und keine Teufel wie die Apachen.

Die Sioux lehrten mich den Gebrauch von Pfeil und Bogen, Speer, Büchse, Tomahawk und Skal- piermesfer. Ich wurde von dem Häuptling, John Gall, adoptiert, der mich mit freundlicher Strenge erzog und in allen Künsten des Jagens und Tö­tens unterrichtete. Meine Pflegemutter liebte mich chohl, aber nach indianischer Sitte zeigte sie es mir niemals in der Oefentlichkeit, weil mir das zur Un- ebre gereicht hätte, und niemals privat, weil mich das. oerweichluht hatte. Mit zchu Jahren war ich

begründet werde. Amerika habe kein Recht, so sagte er zum Schluß, Japan zum Verlassen Chinas auf­zufordern, solange es nicht seine eigenen imperia­listischen Bestrebungen aufgebe.

Ein bequemer Vorwand."

Rom, 14. Febr. (DNB.) Japans Ablehnung, das Schiffsbauprogramm bekanntzugeben, wird von den römischen Blättern mit vollem Verständ­nis gewürdigt.Giomale d'Jtalia" erklärt, Japan betrachte sich an die Londoner Abkommen von 1936 gebunden und befinde sich der feindseligen Politik einer Koalition der Vereinigten Staaten, Englands und Frankreichs gegenüber. Diese Politik sei in den Drohungen Roosevelts in Chikago klar zum Aus­druck gekommen. Roosevelts Behauptung einer an­geblichen Bedrohung der amerikanischen Küsten sei nichts anderes als ein bequemer Vor­wand für das gewaltige amerikanische Rüstungs­programm. Auch dieTribuna" befaßt sich mit den riesigen Seerüstungen dergroßen Demokra­tien" und betont, daß dieses Wettrüsten nichts ande­res sei als eine neue Offensive der über­reichen gegen die weniger reichen und bie armen Mächte.

Die Verjüngung der amerikanischen Armee.

Die große Presse schweigt

über die umfassendenPersonaländernngen

ein Siouxkrieger, stolz und glücklich, und hätte von mir aus mein ganzes Leben lang einer bleiben können.

Aber es sollte anders kommen. Damals kämpfte mein Stgmm und andere Indianer erbittert gegen die Goldsucher, die sich in die Black Hills ergossen. Jeder Wagenzug wurde angegriffen, aber viele waren von Soldaten begleitet, und die meisten Auswanderer waren erstklassige Schützen und lie­ßen viele Rothäute ins Gras beißen. Die Indianer entwickelten den Trick, im Galopp an den Wagen vorbeizureiten, an der entgegengesetzten Seite des Pferde^ hängend und unter dem Pferdehals hin-, durchfeüernd. Natürlich benutzten sie keine Sättel, sie ritten auf blankem Pierd oder auf Decken.

Mit 14 Jahren kam ich in Kontakt mit weißen Männern in Fort Sill und anderen (Soldaten- ftationen. Von ihnen schnappte ich ein paar eng­lische Worte auf und begriff, daß ich ein Weißer war. Aber dies gab mir anfangs keine Veranlas­sung, meine Siouxfreunde zu verlassen. Eines Tages jedoch sprach Major Elliot, ein überall oielbewun- derter Offizier, ein paar Worte zu mir.Mein Junge", sagte er,du bist ein Weißer, du solltest mit uns leben. Was würden deine Siouxfreude von einem Sioux denken, der mit Weißen anstatt mit seiner eigenen Rasse lebte? Du weißt, sie würden ihn verachten. Sollen deine eigenen Leute dich als eine Art Deserteur betrachten?" Meine Antwort war wahrscheinlich ein Knurren, und ich bin gewiß, daß mein Ausdruck nicht wechselte, aber seine Worte trafen hart. Das Ergebnis war schließlich, daß ich die Sioux verließ und ein Pfadfinder in der ame­rikanischen Armee wurde, mit 15 Dollar die Woche. Meine Pflegeeltern und Freunde sagten mir Lebe­wohl, ohne irgendwelche Gefühle zu zeigen, aber ich weiß nicht, wgs hinter ihren ernsten Gesich­tern vorging. Ob sie je begriffen haben, was sie angerichtet hatten? Durch ihre Erziehung hatten sie sich einen viel gefährlicheren Feind geschaffen, als die Armee selbst je heroorgebracht haben könnte. Ich konnte auf dem Bauch kriechen lautlos wie eine Schlange, ich wußte, welche Fallen sie dem weißen Manne stellen, und ich konnte denken wie sie. Ich konnte mich auch, wenn es sein mußte, als In. dianer verkleidet unter sie mischen, und ich habe §2 gelegentlich getan."

Washington, 14. Febr. (DNB.) Im Staats­departement wurde erklärt, daß die japanische Ant­wortnote Gegenstand von Beratungen mit England und Frankreich sein werde. Man verspreche' sich nichts von der Einberufung einer Abrüstungskonfe­renz, wie Senator King sie, gestützt auf das in der japanischen Not enthaltene Angebot einer allgemei­nen Flottenbegrenzung, verlange. Man fei darüber unterrichtet, daß Japan heute genau wie 1936 in London ein Abkommen nur unterzeichnen mürbe, wenn ihm darin völlige Gleichheit der Ge­samt-Tonnage zugestanden wird, anstelle des frühe­ren Verhältnisses von fünf amerikanischen und fünf britischen zu drei japanischen Kriegsschiffen. In Washington ist man entschlossen, ein derartiges Zu­geständnis nicht zu geben, man behauptet, daß Flot­tengleichheit Japan den Angriff gegen Amerika er­möglichen würde.

Im Marineausschuß des Abgeordnetenhauses be­fürwortete der republikanische Abgeordnete Hamil­ton Fish die Gewährung der Flottenparität an Japan. Das geplante Flottenbauprogramm sei u n - vereinbar mit Amerikas überliefer­ter Politik der Neutralität und Nicht­einmischung in die Angelegenheiten anderer Länder. Die Marinesachverständigen hätten erklärt, Japan könne selbst im Falle der Flottenparität kei­nen Angriff auf Amerika unternehmen. Warum gebe man Japan nicht die G l e i ch b e r e ch t i g u n g zur See, wenn Amerika nicht die Absicht habe, den W e l t p o l i z i st e n" zu spielen? Die USA.» Flotte sei heute bereits stärker als zur Verteidigung notwendig sei und führe im Rennen um die Flottenüberlegenheit. Fish bekannte sich zu der Notwendigkeit, den Kommunismus zu be­kämpfen und widerlegte das Agitationsgerede von einer drohenden Gefahr, mit dem die Aufrüstung

Neuyork, 14. Febr. (DNB.) Die für Friedens­zeiten außerordentlich umfassenden P L s o n a l -1 Frontkämpferaufgabe der d e ränd er ungen in der amen kani -1 innerte daran, daß Hitler

Paris, 15. Febr. (DNB.) Der Vizepräsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft, Professor Dr. Grimm (Essen), sprach vor den ehemaligen fran­zösischen Frontkämpfern in Besan^on über Adolf Hitlers Friedensbestrebunaen und bie Frontkämpferaufgabe ber Völkeraussöhnung. Er er« : vom Soldaten des

Die Weltrevolution bleibt bas Ziel des Volfchewismus

Komintern und Rote Armee die Offensivkräste Gtalins.

Moskaus Ziel bleibt das gleiche.

Moskau, 14. Febr. (DNB.) Die parteiamtliche Prawba" veröffentlicht ein Schreiben Sta­lins an einen unbekannten Provinzfunktionär des kommunistischen Jugenbverbandes als eine Art offe­ner Brief des Parteidiktators an die gesamte Sow­jetöffentlichkeit zum Zwecke der erneuten Bestäti­gung der weltrevolutionären Doktrin des Bolsche­wismus.

Mit nachdrücklicher Entschiedenheit bezeichnet Sta­lin darin bie Ansicht als völlig falsch, baß bie Aus­rottung aller antibolschewistis ch e n Elemente an sich schon dieendgültige" Ver­wirklichung des kommunistischen Programms be­deute. Die Aufrechterhaltung des bolschewistischen Regimes in ber Sowjetunion sei vielmehr lediglich als b i e eine Hülste, als ein Teilstück einer Ge­samtausgabe zu verstehen, die auf die Aufrichtung eines von Stalin mit Vorsicht alsSozialismus" bezeichneten Regimes auf der ganzen Welt hinauslaufe. Lenin herbe als Lebensgesetz des bol­schewistischen Staates verkündet, daß dessen Existenz neben denimperialistischen" Staats­wesen in der sogenanntenkapitalistischen Einkrei­sung" auf die Dauer unmöglich sei. Dar­aus ergebe sich notgedrungen dieZusammenarbeit" und wechselseitige Unterstützung zwischen dem bol­schewistischen Staat einerseits und den revolu­tionären Bewegungen aller übrigen Länder anderseits. Deshalb gelte es, die ,Ä n - ternationalen proletarischen Verbin­dungen" zwischen ber Sowjetunion und den re­volutionären Bewegungen berbourgeoisen Län­der" zu verstärken und zu befestigen. Ferner müßten die rote Armee, bie rote Flotte und die rote Luftwaffe auf jede Weise a u s g e - baut werden. Es müssedie ganze Sowjet- beoölferung im Zustanb ber Mobili­sierung gehalten werben".

Es kann kein Zweifel barüber bestehen, baß Sta­lin bie bolschewistische Partei und deren ausländische Trabanten wieder nachdrücklich auf bie Grundsätze

freundschaftliche Beziehungen zu Japan aufge­nommen, bie auch bem Austausch geistiger Güter mit dem rasseverwanbten Jnselvolk Asiens bienen sollen.

Die Englänber haben von jeher bie Malaien« Halbinsel als ihre eigene Lcmbbriicke, bie von London, Indien, Birma über Singapore nach Australien führt, betrachtet und find daher von ber Einflußnahme Japans in Siam wenig angenehm berührt. Sie haben es beshalb nicht unterlassen, im Bunbe mit Holland. bie Öffentlichkeit auf bie Ge- fobr hinzuweisen, bie burch einen Durchstich ber in Siam liegenden ßanbenge von K r a erwach­sen könnte. Ein Kanal an biefer Stelle war bereits Don Lesfeps geplant. Sein Bau würbe Japan viel­leicht Vorteil bringen unb bie Stellung Englanbs in Singapore schwächen. Noch aber existiert er nicht, darum bleibt abzuwarten, wie sich bie ^Zukunft gestaltet.

Japan bemüht sich nach bem Beispiel Mandschukuos in Siam wirtschaftliche Inter­essen zu erwerben, u. a. Baumwollplantagen cmzu- legen, um von ber amerikanischen Baumwolleinfuhr unabhängig zu sein. Diese wirtschaftliche Durch­dringung wirb burch. Entsenbung militärischer Mis­sionen unterstützt. Die luftpolitischen Beziehungen Japans zu Siam sollen bas eigene Flugnetz von Tokio über Taiwan weiter nach Sübo'sten aus- behnen. 30 Prozent bes siamesischen Staatshaushal­tes bienen ber Lanbesverteibigung unb Aufrüstung Siams. Eine große Zahl siamesischer Kriegsschiffe erbauen japanische Werften in Verbinbung mit ber Ausbilbung siamesischer Marineoffiziere unb Mann­schaften burch Japan. Der fteigenbe Einfluß' Japans in diesem Wetterwinkel flößt namentlich England große Besorgnis ein und zeigt gleichzeitig an, daß stch die abendländischen Kolonialmächte hier in einer Verteidigungsstellung befinden. C. O.