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Bürgermeister-Tagun g in Gießen

Or. Frankfurt a. M.

Gegenwartsfragen". Zunächst

di- Ä;i w, 'sie haben

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irte er

5. Fortsetzung.

(NmPrruck verboten!)

her Nachbarschaft.

dem das

einen Vortrag überWichtige kommunal» volitische Of-"*--«*«'''

Sie stehen aus. Rechts sicht man den Turm von Losnitz. Vor ihnen senkt sich der Hang mit Wiesen und Weiden zum Schweriner See. Baum- cmivpen stchen hie und da, und eine dicke, dunkle Lindenallee läuft auf den Hof zu, der sich mit seinen Ställen und Scheunen zu einem großen Viereck öffnet Die grüne Landschaft wirkt wie ein Park vor dem blitzenden Silber des spiegelnden! Wassers. Der Dengelschlag läutet durch den Abend. Elisabech sagt: ,Zch bin glücklich, Vater, daß ich wieder daheim bin", und

Drüben, wo die Bäume zu Ende gehen, werden eben hn Giüshaus die Lichter angezündet

liorttof^en

Tageskalender für Mittwoch.

20.30 Uhr: Caft Leib, Uebergabe der von Frauenamt der Deutschen Arbeitsfront für

Oie älteste Feuerwehr Gießens aufgelost

83 Jahre Freiwillige Gailsche Feuerwehr.

fSrsMusikvonChallier

Gegr. 18 57* GI* 655611 NeuenwegW

In der Bürgermeister.Versammlung der Kreis-' berucksichttgen haben wird. Schon jetzt kann gesagt abtellung Gießen der Landesdienststelle Hessen- werden, daß die Kreisausschutzmitglieder, wie auch Hessen-lltaffau des Deutschen Gemeindetages unter die Gemeinderatsmitglieder, neue beratende Auf. dem Vorsitz von Bürgermeister Euler (Wieseck). gaben erhalten und auch die ehrenamtliche Tätigkeit am gestrigen Dienstag im Kreisamtsgebaude in x"" «"***»*** -».x.---s

Gießen hielt der Direktor der Landesdienststelle,

Oie Aussprache.

Bürgermeister Prof. Dr. Hamm als Vertreter der Stadt Gießen schnitt einige Fragen an, u. a., daß die vielfachen Ausfertigungen einer Statistik, die noch dazu mit der Hand ausgeführt werden muffen, schr viel Arbeit verursachen.

Der Vorsitzende der Kreisabteilung, Bürgermeister Euler (Wieseck) wies darauf hin, daß die Vor­schriften für die Bekämpfung der Maul- und Klauen- seuche, die Anweisungen für die Leimklebegürtel und die Verfügungen über das Suchen nach dem Kar­toffelkäfer strikte beamtet werden müssen.

Kreisdirektor Dr. Lotz sprach über die Auswir­kungen des Finanzausgleichgesetzes und ermahnte die Bürgermeister zu größter Sparsamkeit, wie bis- her bei der Aufstellung der Haushaltsvoranschläge. Er führte die Auskreisung der Stadt Gießen an, die sich für den Kreis bemerkbar machen wird. Schließ­lich sprach er noch über die Jugenderziehung auf dem Lande.

Kreisleiter Backhaus

gab den Bürgermeistern wichtige Richtlinien für die Erledigung einiger vordringlicher Fragen. Er ging bann u. a. auf den Plan eines Neubaues eines Kreisdienfthaufes der Partei und chrer Gliederungen in Gießen ein und machte die Bürgermeister mit den Plänen und Absichten bekannt. Bisher sind für den geplanten Bau beträchtliche Summen zusammen­gekommen, aber es wird notwendig sein, daß die Aufbringung der Beträge auf breite Schichten ver­teilt wird. Es würden Spenden für alle möglichen, der Partei nicht immer genehmen Dinge aufgebracht, so daß die Volksgenoffen des Kreises auch einmal für einen Bau opfern- konnten, der der Bedeutung der Partei als Hoheitsträger des Staates würdig fein werde.

Nach dem Hinweis auf besondere Maßnahmen zur Freimachung von Arbeitskräften für aroßere Auf­gaben ermunterte der Kreisleiter die Büraermeister, durch die Zufammenarbeit mit den Parteistellen an der Verwirklichung des Parteiprogramms mitzu­helfen.

Verhandlungen traten, um aus den beiden Wehren möglichst eine größere Feuerlöschhilfspolizeitruppe zu schaffen. Mancherlei Umstände verhinderten die­sen Plan, z. B. daß die Finanzierung der Freiwil­ligen Gallschen Feuerwehr bis vor drei Jahren ganz allein von dem Hause Georg Philipp Gail erfolgte, obgleich seit 1855 sehr viele Gießener Bür- der, die in der 3igarrenfabrif oder in den Ton­werken Gail gar nicht beschäftigt waren, bis zum heutigen Tage in dieser Freiwilligen Wehr jahr­zehntelang Feuerwehrdienst verrichteten.

Zwischen dem Hause Gail und den Mitgliedern dieser Wehr bestand in den 83 Jahren mehr als eine kameradschaftliche Verbindung. Zu allen Zei­ten nahmen die Chefs dieser Firma regsten Anteil an allen Geschehniffen innerhalb der Wehr und an den Familien ihrer Mitglieder. Es gab Gießener Bürger, die es sich zur Ehre anrechneten, aktiver Feuerwehrmann bei derGailschen" zu fein.

Dort sehen sich also die Hellfahrs und die Beerens alle Sonntage beim Gottesdienst Meistens spricht man hinterher auch zu einem JohanniSbeerschnaps bei den jungen Pfarrers vor ober plaudert mit der wortgewaltigen Frau Dekan, die als Witwe noch im Dorfe Iebf Sie ist, wenn der umsitz"nde

VWMUWW?

Roman von Hubert Rauffe.

Copyright by Albert Langen/Georg Müller, München.

Sie nickte.

Fritz war chre erste Liebe. Wie lang ist das nun her? Elisabech kam an meinem 31. Geburts­tag, jetzt bin ich fünfundfünfzig, und Elisabech fft oierundzwcmzig. Zehn Jcchre ist es her. Sie war vierzehn und ein schönes Kind. Gott ja, so eine Tanzstundenliebe...

Sie versank in Erinnerungen.

Karl ging in Gedanken auf und ab. Er hatte Sorgen. Trebbin hatte früher von der Kartoffel- und Rübenernte gelebt, recht uno schlecht, aber doch gelebt Nun hatte er vor einigen Jahren den Be­trieb auf Viehzucht umgestellt, auf Weidewirtschaft und Milchlieferung. Das brachte bessere Einnahmen und laufend bares Geld. Die Milch ging nach Schwerin und Wismar, die beide fast gleich weit entfernt waren. Es war alles ein zweifelloser Fort­schritt Mer da fam nun diese verfluchte Inflation, und gerade das tägliche Geld zerrann einem unter den Fingern.

Er rechnete und murmelte so laut vor sich hin, daß die Mutter aufmerksam wurde.

Sorg dich nicht. Junge, deine Rechnung war richtig. Für diese Geldentwertung kannst du nichts. Der Herrgott wird uns und Trebbin auch durch diese Zeit bringen!"

Der Herrgott schon!

Aber, ob die Bank auch? Banken sind vom Teufel. Bei der Umstellung hat Karl Hellfahr Geld gebraucht und geliehen. Und als ob der Jude die Zetten hätte vorausahnen können, hatte er im Ver­trag die Dollarklausel eingesetzt Und Karl Hsllfcchr hat sie ahnungslos unterschrieben. Und jetzt hat er den Strick um den Hals. Die Ellern wissen nichts von diesen Sorgen.

Wenn Fritz von Beeren auf dem Nachbargut Losnitz sein Schwager wird, so hat auf einmal alles ein anderes Gesicht. Er wischt sich den Schweiß von der Stirn. Seine Schwester ^rfabefh rft für ihn eine große Hoffnung.

Die beiden Güter Losnitz und Trebbin gehören zur Kirche nach Darim, einem Pfarrdorf, das in einer gewaltigen Mulde gelegen, wieder feinen kleinen See für sich hat

Hellfahr nimmt Elisabeths Arm.

»Hch kann dir dasselbe sagen, Wort für Wort: Ich. bin glücklich, Kind, daß du wieder daheim bist! Weißt du, bas Leben fft doch schon, wunderschön sogar. Glaub es deinem allen Vater. In der Jugend weiß man das noch nicht Die höchsten Gipfel und die wettesten Sterne scheinen dir SelbstverstälMich- ketten, wenn du noch mtt tausend Segeln ins Leben ftöjjt; aber, weiht du, später wenn dir erst jede Blume ein Wunder und jeder Stein ein Geheimnis ist, da ist's am besten auf dem Land. Oh, es ist schon, das Leben, und man muß es lieben."

Du sollst es noch lange genießen, Vater, und ich will dir dabei helfen!"

,La, Kind, tu das! Jugend tut uns Alten wohl!"

Elisabeths weißes Äleib leuchtet in der Dämme­rung. Die Männer vor den Scheunen taffen ihre Hämmer ruhen und rücken ein wenig an ihren Mützen. Sie wiffen mtt dem Fräulein nichts Rech­tes anzufangen. Das Wort Theater hat einen schlechten Klang. Aber die Kinder mit den weiß­blonden Zöpfen springen herzu und reichen ihre schmutzigen Händchen. Und des Lehrer Töchterlein erzählt am Abend chrer Mutter, sie habe in der dunklen Allee eine richtige Fee gesehen! Ganz richtig, wunderschön und leuchtend weiß!

Zu den Verhältniffen in den Gemeinden über­gehend, schilderte Dr. Göb, wie durch die Tat des Führers die Gemeinden nicht nur vor den schlimmsten Folgen der Mißwirtschaft in der Systemzeit bewahrt, sondern wieder zu stabilen Verhältniffen geführt wurden. Nun wird auf dem Wege der Staoilisieruna der Derhällniffe ein weite­rer Schritt durch das oritte Finanzausgleichsgesetz unternommen. Dadurch wird zugleich die Neuord- nung der Zuständigkeit einiger Steuerarten durch­geführt. Die Gemeinden sollen ihre Mtttel nur für Zwecke der Gemeinden verwenden und wie bisher größte Sparsamkeit wallen lassen. Der Redner hob hervor, daß die Gemeinden dem Reich bei seinen gewaltigen Aufgaben nicht nur durch das Finanz- ausgleichgesetz, sondern auch durch die Ueberzeich- mtng der 500 Millionen Reichsanleihe tatkräftig geholfen und ihren guten Willen zur Mitarbeit bewiesen haben.

Hinfichtlich der neuen 2£irfgaben erläuterte Dr. Göb die Auswirkungen des Finanzausgleichs auf die Voranschläge der Gemeinden. In erster Linie wer­den die auf die Gemeinden übertragenen Schullasten sich stärker auswirken, jedoch sind hierfür Ausgleichs­möglichkeiten vorhanden. Der hessische Finanzaus­gleich ist noch nicht zu erwarten, er wird jeden­falls erst nach dem Reichsfinanzausgleich einsetzen können. Der Redner stellte fest, daß an eine Be­seitigung der Bürgersteuer tticht zu denken ist, weil das Reich auf diese Erträgnisse nicht verzichten kann. Sehr eingehend besprach er die Reichskaffen- ordnung für Gemeinden mit mehr als 3000 Ein­wohnern und die zu erwartende Reichskreisord­nung, die die Fragen der Landflucht, der Stellung der Vertreter der Partei, die Vereinheitlichung der Verwaltung, die Form der ehrenamttichen 23er- waltung, die Aufgaben der Gemeinderäte u. a. zu

der Bürgermeister befbet) alten werden wird.

Abschließend machte Dr. Göb die Bürgermeister auf die erforderliche Vorsicht im Rechnungswesen aufmerksam und hielt ihnen ihre Verpflichtung gegenüber allen Ereignissen in der Gemeinde vor Augen. Die Bürgermeister müssen das Fundament bilden, auf dem die Aufbauarbeit festgegründet

7. 7 7 i aber auch die Verpflichtung, dem Gedanken der Volksgemeinschaft in ihren Gemein­den zur Verwirklichung zu verhelfen.

Schön, wenn einem die Kinder so aus der weiten Welt wieder ins Haus kommen, Heimkommen."

3a, ich bin recht ftoh, daß meine Elisabeth wieder'da ist!"

Ein schönes Mädchen, Frau Hellfahr, mehr, eine stolze Frau. Etwas Königliches! Gott, ich habe ja früher in Schwerin das Ho sieben gut kennen ge­lernt. Die tonnte sich auf dem glattesten Parkett sehen taffen, Ihre Äffabech!"

Gott ja", sagte Frau Hellfahr,aber das glatte Parketts hat doch heute sehr an Vnfluß verloren. Mir wäre eine gute Stube fieber!" Die bürgerliche Tradition war in ihr schr gut entwickelt.

Auch für Ihre Elisabeth?" Die Frau Dekan hatte Zweifel.

Besttrnmt, Frau Dekan, es braucht ja keine kleine zu sein."

Das Mädchen brachte zwei Gläser Samos» was darauf schließen ließ, daß eine Unterhaltung von längerer Dauer beabsichtigt war. Die beiden Damen stießen nach Männersitte die Gläser aneinander.

Wie es Herrn Hellfahr gehe?

Gut!"

Das fei erfreulich, denn er sei noch ein wenig aller als die Frau Dekan. Zweiundsiebzig. So, so aber immer noch rüstig, sogar auf Spazier­gängen mit der Elisabeth unterwegs, seinem Lieb­ling und Verzug.

Und die Elisabeth?"

Bleibt bei uns! Sie hat genug vom Theater!"

So, so! Also die Elisabeth bleibt hier!"

,Ha! Fünf Jahre am Theater. Das genügt! Und jetzt fft sie vierundzwanzig!"

Die Frau Dekan schlürfte langsam ihren Samos und tauschte dabei andächtig dem Hänsele, ihrem Kanarienvogel, der in die sonntägliche Mittagsstille seine Triller schlug. Dann sagte sie:

Jst es Ihnen eigentlich schon auf gefallen, meine liebe Frau Hellfahr, daß Fritz von Beeren jetzt jeden Sonntag treu in seinem Stuhl sitzt?"

Frau Hellfahr bekam ganz blanke Augen.

Er war nickst der eifrigste Kirchengänger. Ich weiß genau Bescheid. Aber seit Elisabeth zur Kirche kommt, hat der Fritz keinen Sonntag gefehlt." Sre lachte mtt ihrem breiten, großen Gesicht, über das bie Runzeln keine Herrschaft gewonnen haben.

Äst ja meistens so, daß die Männer das Fromm- sein von uns Frauen absehen muffen. Und das wäre schon eine wunderliche Fügung, wenn der Fritz von einer so großen Dame den Kirchgang lernte!"

Wie heißt es doch", sagte Frau Hellfahr,alte Liebe rostet nicht!"

(Fortsetzung folgt!)

WHW. und für Sudetendeutschland gearbeiteten Sac'en an die Kreisanttslettung der NSV. Stadttheater: 15 bis 17.30 UhrFrau Holle"; 19.30 bis 21.30 UhrSpanische Nacht". Glo­ria-Palast, Settersweg: .Kautschuk". Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße: .Lugend". Konzertgemein- fdiaft deutscher blinder Künstler: 20 Uhr, Neue Aula, Wieder- und Rezitationsabend". Ober­hessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Weihnachts- ausstelluna im Turmhaus am Brand. Weih- nachtsrnarrt auf Dsnxribsgarten.

Stadttheater Gießen.

Heute abend gelangt dis heitere OverSpanische Nackt" von Eugen Bodart zur Ausführung. Musi­kalische Leitung Paul Walter, Spielleitung Hans Geißler. Die Vorstellung findet gleichzeitta als 12. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Die nächste Vorstellung der Mittwoch-Miete findet erst wieder am 28. De­zember statt.

Konzert blinder LÜnstler.

Die Konzertgemeinschaft deutscher blinder Künstler veranstallet am heutigen Mittwochabend, 20 Uhr, in der Neuen Aula einen Konzert-Abend. Aus- führende find: Gustel Schon (Mezzosopran), Hans Güncher (Rezitation), Stephanie Pellisier (Klavier- begleitung).

** Verkehrssünder. Die Polizei schritt m der Zett vorn 2. bis 8. Dezember ein gegen Kraft­fahrzeugführer mtt 9 Anzeigen und 12 gebührenpflich- Ligen Verwarnungen-, gegen sonstige Fahrzeugführer mit 4 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Radfahrer mtt 13 gebührenpflichtigen Verwarnungen.

Rundfunkprogramm

Donnerstag. 15. Dezember.

Tag der Stadt Worms.

6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Glockenläuten und Gruß der Stadt Worms. Frühkonzert 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Aus dem Gefolgschaftshaus der Fa. Pfeiffer & Diller: Froher Klang zur Werkpause. Schönheit der Arbeit. Soziale und kulturelle Ar- Detterbetreuung in Worms. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. Wormser Raritäten und Spe- atitäten. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. 11: Worm­ser Künstler musizieren. 11.40: Volk und Wirtschaft: Ein Gang durch die Wormser Lederindustrie. 12: In den Domen der Arbeit: Großes Konzert. 13: Nach­richten. 13.15: Militärkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Aus dem Wintergarten des Festhauses in Worms: Musik nach Tisch.15: Kleines Konzert: Wormser Komponillen.15.30: Wormser Jungen und Mädel fingen und spielen. 16: Aus dem Festhaus in Worms: Bunter Nachmittag. 18: Zeitgeschehen. 19:Worms, die Burg des Reiches". 20: Nachrichten. 20.15:Sin­gendes, klingendes Worms". 22: Nachrichten. 22.15: Der Sport in der Stadt Worms. 22.30:Und jetzt ßum Abschluß Freude und Rhythmus". 24 bis 2: Nachtkonzert.

Dabei gab es nach der Annal;me einen Toten und mehrere Verletzte. Es war erstaunlich, zu sehen, wie rasch die Hilfsarbeit aufgenommen wurde. Starke Lampen beleuchteten den Schauplatz taghell, Sani­täter und Helferinnen waren im Nu zur Stelle und bargen auf Tragbahren die Verletzten. Bewährte Arbeiter brachten die entgleisten" Wagen in weni­gen Minuten wieder auf dis Schienen. Aus dem Tender einer Lokomotive wurde ein im Packwagen ausgebrochenes Feuer gelöscht, und kaum eine Stunde war vergangen, da war die allgemeine Ordnung im Bahnbof wieder hergestellt, konnte der Hllsszug wie­der aofahren.

Angeregt von dem eindrucksvollen Schauspiel und überzeugt von der verantwortungsbewußten Arbeit her Deutschen Reichsbahn verließ man den Schau­platz dieses nicht alltäglichen Geschehens. Wenig später traf man im Ausgangsbahnhof der Besich­tigungsfahrt, in Frankfurt a. M., ein und verao- schiedete sich dankbar von den Leitern dieses Aus­fluges, der einen tiefen Einblick in die Arbeit der Reichsbahn gestattete.

Um dieselbe Zeit saß Karl Hellfahr mit seiner Mutter auf der Terrasse zum See hin. Eine rote Wendwolke spiegette sich im Wasser.

Frag sie doch mal!" sagte Kari.

Ich weiß nicht recht, Junae! Die Elisabeth hat so eine Art... In meiner Milchkammer rühre ich die Topfe nicht an, da muß ich auch ruhig warten, bis die Sahne absteht. Ich halte es für besser, öie Dinge nicht durch Fragen schwieriger zu , machen.

Es wäre für uns alle viel wert, wenn aus der ^ache was würde!"

Die Mutter seufzte.

Der Fritz Beeren hat gern eine hochmütige Art.

tragt die Nase immer um einige Zentimeter U..^tt in der Luft. Wer gerade deshalb würde Misabeth gut zu chm passen. Und oft hatten alte Jugendireundschaften und Backfischschwärmereien Eger als hie heftigsten Lieben mit Blitz und

Im Birkenwäldchen, Vater, aber Wäldchen kann man ja schon gar nicht mehr sagen."

Sie legt den Arm um seine Schottern und setzt sich an seine Seite. Ihre Größe, ihren wachen Ver­stand, chre blauen Auaen die hat sie vorn Vater. Alles, was Schauspielerin an ihr ist, kommt von der Mutter.

Weißt du noch, damals im Birkenwäldchen...?" Der Alle nickt.

Und ob ich das noch weiß! Du hattest schon recht, man soll keine Hirsche schießen!"

Aber nein, du hattest recht. Ich war nur zu jung damals und zu kindlich unerfahren. Ich sehe uns Drei noch durch die Felder streifen du und Fritz von Beeren und ich. Du immer auf der Spur, und dann plötzlich das kranke, mächtige Tier m seinem Wundbett. Damals waren die Birken jung urtb weiß und schlank und standen dicht bei olcht wie die Kinder in einer Schule."

Und dann ging der Hirsch in feinem Wundbett

^*0 schoß, und meine zwölfjährige Tochter schrie wie am Spieß, und der Hirsch brach hn Feuer zusammen."

'Zch mar ein Kind", lächelte Elisabeth.

Du weintest und hattest ein unendliches Milleid mtt der armen Kreatur!"

-Zch war dumm!"

Nein, Kind, du warst gut Ich selbst schieße schon lanae keine Husche mehr. Wenn man älter mirü, fichtt man in vielem roieber wie die Kinder."

Auf Grund des Gesetzes über das Feuerlösch­wesen vom 20. März 1934 erfolgte die Anerken­nung der Freiwilligen Feuerwehren als Feuerlosch- Hilfspolizeitruppe, die dem Chef der Deuffchen Polizei, Reichsführer ff Himmler, unterstellt wurde. Vor Jahren wurde aewünfcht, daß nunmehr in den­jenigen Orten, in denen bisher zwei Freiwillige Feuerwehren bestanden, diese zu einer Wehr sich zu vereinigen haben.

Das am 23. November 1938 veröffentlichte neue Feuerioschgesetz, das am 23. Dezember 1938 in Kraft tritt, war Veranlassung, daß die seit 83 Jah­ren in Gießen bestehenden Freiwilligen Feuer­wehren, die Freiwillige Gailsche Feuer» wehr (gegründet am 6. Oktober 1855 von dem Inhaber der Firma Georg Phllipp Gail, dem Ur­großvater des heutigen Inhabers der Firma) und die Gießener Freiwillige Feuerwehr (die ein halbes Jahr später gegründet wurde), in

Das Haus Gail hat seit 1855 bis zum heutigen Tage für die Finanzierung dieser Freiwilligen Feuerwehr (man bedenke, es war keine Werksfeuer, wehr, sondern im wahrsten Sinne des Wortes eine Gießener Bürger- Feuerwehr!) schägungsweife nahezu 200 000 Mark für Gerätebeschaffung, Aus­rüstung, Bekleidung und Jnstandhattung des In­ventars, Verwaltung ujw. ausaegeben und daneben noch häufig eine offene Hand für chre unverschuldet in Not geratenen Feuerwehrmänner gehabt.

Bei arten Bränden in Gießen und in der näheren Umgebung hat die Freiwillige Gailsche Feuerwehr alle Zett tatkräftig und erfolgreich mit einbegriffen, wenn man sie gerufen hat. Manche Not und manche Gefahren hat sie mit abwenden helfen. Durch 83 Jahre hindurch war diese Wehr ein Institut der Hilfe, der Ausbildung, Ordnung, Erziehung, Diszi­plin und Kameradschaft.

Nach reiflicher Ueberlegung innerhalb des Fuh- rerrates und nach Aussprache mit dem derzeitigen Chef des Hauses Gail, Dr. jur. Georg Gail, so­wie mit dem Dezernenten für das Städtische Feuer­

löschwesen, Bürgermeister Prof. Dr. Hamm, am 10. Dezember hatte man in Anbetracht dessen, daß die Motorisierung der Freiwilligen Feuerwehren eine neuzeilliche Bedingung ist, daß alle Freiwil­ligen Feuerwehren als Hilfspolizeitruppe dem Chef der Deutschen Polizei unterstellt sind und die volle Finanzierung der Freiwilligen Feuerwehren den Gemeinden obliegt, eine außerordentliche Mitglie­derversammlung für Montag, 12. Dezember, nach dem Kameradschaftsheim ,Lum Schipkapaß" ein­berufen.

Vor Eintritt in die Tagesordnung beförderte der Wehrleiter Münch den Oberfeuerwehrmann Friedrich Bender zum Löschmeister und den Feuerwehrmann Kari Enders zum Oberfeuer­wehrmann und gedachte mit ehrenden Worten der beiden verstorbenen Kameraden Karl Reuter und Michael Schuh. Herr Dr. G e o r g G a i l gab an­schließend einen Rückblick auf die Gründung der Wehr, ihre Hauptereignifse und wie das Haus Gall in traditioneller Weise die Finanzierung der Wehr auch in den Jahren der Inflation und des wirt- schaftticben Niederganges (von 1928 bis 1932) durchgehalten hat. Er dankte allen Mitgliedern der Wehr für die erfüllten Pflichten, für ihre Treue und chre Einsatzbereitschaft in schweren Stunden. Gleichzeitig richtete er an alle aktiven Kameraden, soweit sie an Jahren noch nicht zu alt sind, die Bitte, vollzählig sich der Gießener Freiwilligen Feuerwehr (die bekanntlich von der Stadt Gießen verwattet und finanziert wird) anzuschließen. Diese Bitte wurde auch von dem Oberbrandmeister Münch, deffen Stellvertreter Schmück und von dem Kreisfeuerwehrführer Bouffier (dieser war über 20 Jahre Schriftführer und später 2. Kom­mandant der Freiwilligen Gailfchen Feuerwehr) unterstützt. Es war für die fast vollzählig erschiene­nen Kameraden, unter denen solche finb, die ein Menschenatter lang aktiv waren, der danach ein- ftimmig gefaßte Äuflösungsbeschluß eine schwere Ueberminbuna. Zum letztenmal ertönte das Signal Wasser marsch", und unter dem Kommando des letzten Steigerführers Goß stieg der letzte Feuer­wehr-Salamander. Das Schluß- bzw. Auflosungs- % Protokoll kam durch den letzten Schrifttvart Wahl zur Verlesung.

Kreisfeuerwehrführer Bouffier richtete herz- fiche Worte der Anerkennung für die große Pflicht- er,üllung an'die ihm liebgewordene Gailsche Wehr und stellte fest, daß sie nun dem Kreisfeuerwehr- verband Gießen nicht mehr angehöre. Sei jeder noch fähige Feuerwehrkamerad an anderer Stelle aktiv und einsatzbereit! Mit diesem Appell und mit dem Treugelöbnis für den Führer und Reichs­kanzler Adolf Hitler wurde der Auflösungsakt der Freiwilligen Gailfchen Feuerwehr geschloffen.

In der Gießener Bevölkerung, im Kreis Gießen unö im ganzen Heffentande wird man der Frei­willigen Gailfchen Feuerwehr stets gedenken als einer allezeit gut geschulten und einsatzbereiten Wehr. A. K.

lichen Ereignisse und ihre Auswirkungen nach der kommunalpolitischen Sette hin. Der Führer hat in genialer Weise frie deutsche Einheit geschaffen und damit die Grundlage für die Verwirllichung Groß- deutschtands und durch die ftiedliche Heimholung der Sudetendeutschen sein überragendes Werk ge­frönt Das Volk muß es au schätzen wiffen, daß all die Maßnahmen des Führers im Frieden durch­geführt werden und dem Volke Opfer erspart blei­ben konnten, so daß es in Dankbarkeit sich voll und ganz für das Aufbauwerk Wolf Hitlers ein­zusetzen hat

sft'iI "Tüe Beerens haben allen Grund daru die Nale «taf ld) trra0en- Sie haben Glück. Sog^ der Maler

ihr Blick sucht bte Turme htt letzt seine Villa und verdient mit seinen Bildern

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