Ausgabe 
14.10.1938
 
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Der japanische Vormarsch in Güdchina

leben

werben.

Demobilisierte Matratzen

von Leeb.

International'' Aito-Ausstellung n

In

taq früh vier Uhr bis sechs Uhr abends stand

Der Wunsch des Ministers sei, die landwirtschaft- taq früh vier Uhr bis sechs liche Produktion Bulgariens bis zu den Grenzen Sofia unter Belagerungszuita des Verbrauches auszudehnen und damit gleich-l vormittags riegelten starke Mi

Y Um vier Uhr

vormittags riegelten starke Militär- und Gend-ar-

ab. Die in den

in London und Paris.

Deutsche Firmen gut vertreten.

Anwesenheit des Derkehrsministers Leslie

Negierung im äußersten Fall sein sollte, sondern daß für diesen Zweck eine mittelfranrösische Stadt ans- ersehen war, die durch ihre berühmte gotische Ka­thedrale bekannt ist. Zur Demobilmachung der Ma­tratzen kommt noch die Demobilmachung der Pa­riser Näherinnen. Denn di" Amerikanerin­nen, die sich frais über Kopf auf die Rückreise rüsteten, vergaßen doch nicht, noch schleunigst ihre

Am 11. Oktober war die Demobilmachung des französischen freeres, das während der tschechischen Krise wesentlich verstärkt worden war, im großen und ganzen beendet; aber inzwischen ist noch eine Demobilmachung im Gange: Die Demobilmachung der Matratzen. Damit hat es folgende Bewandtnis, die, bei allem Ernst des Hintergrundes, doch humorig genug ist, um erzählt zu werden. Als die tschechische Krise auf dem Höhepunkt war, wurden die Bewoh­ner von Paris, Lyon und des nordfranzösischen In­dustriegebietes sacht, aber bestimmt dahin beraten, daß es besser sei, die großen Städte zu verlassen und zu Verwandten auf das Land zu ziehen. Die Wirkung dieses Stichwortes, insbeson­dere auf die französischen Rentner, ist unschwer auszumalen. Wenn ein sorgsamer Hausvater in Paris oder Lyon keinen aufnahmefreudigen Ver­wandten oder Bekannten auf dem Lande hatte, so mietete er in Mittelfrankreich eine Landwoh­nung. Bald ging der Preis für solche Landwoh­nungen, die sonst nur im Sommer an Gäste ver­mietet werden, scharf in die Höhe und der drän­genden Nachfrage stand nur ein durchaus unge­nügendes Angebot gegenüber. Es wurden auch zahlreiche Svmmerhäuschen an der mittelfranzö­sischen Küste vermietet und nicht zuletzt auch die vielenSchlößchen", die auf der Höhe der Wein­berge liegen und die wir auf den Etiketten der Flaschen bewundern können, wenn uns unser Geld­beutel erlaubt, einer Flasche Burgunder oder Bor­deaux den, Hals umzudrehen. Die Pariser und Lyoneser zogen also mit Kind und Kegel, Hausge­schirr und Matratzen in die zum Teil recht unwohn­lichen Landwohnungen, von denen ein großer Teil,

wie gesagt, für ihre neue Zweckbestimmung erst in­folge der lockenden Mietsummen frei gemacht wurden.

Als dann am 30. September die Friedensnachricht aus München kam, begann die Rückwande­rung. Wiederum mit Kind und Kegel, Hausgeschirr und Matratzem Sie war nicht gerade glorreich und deshalb sind jene sorgsamen französischen Hausväter bemüht, die Heimkunft der Matratzen in aller Stille und möglichst im gnädigen Dunkel der Nacht zu be­werkstelligen. Interessant ist übrigens, daß die fran­zösische Riviera und auch die Atlai.Usche Küste süd­lich von Bordeaux von den Auswanderern aus Paris und Lyon wenig aufgesucht wurde, weil die Nähe der italienischen und nationalspanischen Gren­zen nicht gerade einladend schien. Bei der Gelegen­heit erfährt man auch, daß Bordeaux nicht mehr, rote 1870 und 1914. Zufluchtsort der französischen

Schnellautträae der ameri*mtf'fpn Kundinnen zu ihrer Vorbereitung keine Zeit ließen.

____,t v. Brauchitsch Karlsbad in Richtung Passau zu einem Besuch der Heeresgruppe Generaloberst

Der Reichsleiter besichtigte weiter den Petroleum­betrieb der Creditul Minier und stattete dem rumä­nischen Arbeitsminister R a l e a und dem Außen­minister Petrescu-Comnen Besuche ab. Beide Minister gaben ein Essen.

Ausweitung

des deutsch-bulganscben Handels.

zeitig der deutschen Industrie den bulga­rischen Markt weiter zu öffnen. Der Reichswirt­schaftsminister erwiderte, die besondere Bewunde­rung Deutschlands gelte dem bulgarischen Bauern, der es in hervorragendem Maße verstanden habe, seine Arbeit den Bedürfnissen des Land-es anzu­passen. Das Ziel werde eine Erweiterung des Han­delsumfanges der beiden Länder, die Erhöhung der Produktion, die Verbesserung des Verkehrs und der allgemeinen Methoden des deutsch-bulgarischen Güteraustausches sein. Die beiden Länder wollten die Verträge über mehrere Jahre erstrecken, um vor all"m dem bulgarischen Bauern eine Stabi­lität der Produktion und der Preise sichern zu können.

vierzehnsiündiger Belagerungszustand in Sofia.

Sofia, 13. Okt. (Europapreß.) Von Donners-

Englische Krisengewinnler

Das Geschäft mit Gandsäcken blühte.

Sofia, 14. Oktober. (DNB.) Handelsminister Nikiforoff gab zu Ehren des Reichswirtschafts­ministers Funk ein Abendessen. Der Minister wies auf den ersten Wirtschaftszweig Bulgariens, auf die Landwirtschaft hin, den Bulgarien auch in Zukunft weiter zu entwickeln und zu rationalisieren bestrebt sei. Besonders groß sei die Freude des bub aarischen Produzenten, daß die landwirtschaftliche Produktion den besten Absatz in Deutsch­land finde, eine Tatsache, die auf die ausgezeich­neten politischen Beziehungen zurückzuführen sei.

Sturm der Entrüstung ausgelöst haben. In der Grafschaft Essex stieg der Preis für Sandsäcke innerhalb von zwölf Stunden von 2,5 Pence (0,13 Reichsmark) auf 10 Pence (0,52 RM), stellen­weise wurden im letzten Augenblick sogar 11,25 Pence (0,59 RM.) gefordert. In der Grafschaft Yorkshire sahen sich manche Stadtverwaltungen ge­zwungen, von der Bestellung von Sandsäcken ab­zusehen und durch Arbeiter Holztisten mit Sand füllen zu lassen. Ein Beispiel: eine größere Lon­doner Firma kaufte vor etwa 14 Tagen 500 000 Sandsäcke zu einem Preis von 3 Pence (0,16 Reichsmark) und verkaufte sie wenige Stunden später mit einem lOOprozentigen Preisaufschlag pro Stück. Doch nicht nur an Sandsäcken sondern auch an Eisen wurden Riesensummen verdient. Der Preis für eine Tonne Eisen be­trug zu normalen Zeiten 18 Pfund (221 RM.), als die Aufträge getätigt wurden, stieg er auf 23 Pfund (283,50 RM.), auf 25 (308,50 RM.), und als die Bestellungen abgeliefert wurden, forderte man 27 Pfund (333,50 RM.). Das Innenministe­rium hat sich bereit erklärt, den Fall einer ge­nauen Untersuchung zu unterziehen, verschiedene Unterhausabgeordnete haben bereits angekündigt, daß sie nach Wiederzusammentritt des Parlaments die Angelegenheit zur Sprache bringen werden. Zahlreiche Stadtverwaltungen haben sich gewei­gert, die eingelaufenen Rechnungen vor. der Klä­rung dieses Preisaufschlages zu bezahlen.

Die Grjmwahlen in polen.

Die Kandidatenliste aufgestellt.

W a r s ch a u , 14. Okt. (DNB.) Für die am 6. No- oernber stattfindenden Sejmwahlen wurden in den 104 Wahlbezirken des Landes die Kandidaten gewählt, unter denen die Wahlberechtigten am Wahltag die Abgeordneten auswählen müssen. Aus den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen geht hervor, daß die überwiegende Mehrheit aller Sejmabaeord- neten im neuen Sejm Mitglieder und Anhängch: des Lagers der nationalen Einigung sein werden, das im aufgelösten alten Parlament in der Minderheit war. Die Vertreter des von der Tschecho-Slowakei an Polen abgetretenen Olsa­ge b i e t e s werden durch persönliche Ernennung des Staatspräsidenten Mitglieder des Parlaments wer­den. Die eigentlichen Oppositionsparteien haben beschlossen, sich nicht an den Wahlen zu beteiligen. Don den nichtpolnischen Volks­gruppen in Polen werden auch in dem neuen Sejm nur Ukrainer und Juden vertreten sein.

E n Denkmal für

König Konstantin von Griechenland.

A t h e n, 13. Okt. (Europapreß.) In einer glanz­vollen Feier, an der die Regierung, 'die auslündi- schen Diplomaten, die Spitzen der Behörden und eine mehrtausendköpfige Menschenmenge teilnahm, enthüllte König Georg auf dem Marsfelde in Athen ein Reiterdenkmal für Öen Befreierkönig K o n st a n t i n, den Vater. König Georgs, der von Veniselos und der Entente während des Weltkrieges vertrieben wurde, und, nach dem Tode König Alexanders 1920 durch Volks­abstimmung zurückgerufen, 1922 nach dem Feldzug gegen die Türken auf den Thron verzichtete. Nach der Denkmalsweihe überreichte Ministerpräsident Metaxas als Kriegsminister König Georg den Marschallstab der griechischen Armee. Darauf legte der König einen Kranz am Grabmal des Unbekannten Soldaten nieder. Zum Andenken König Konstantins hat die griechische Postoerwal- tung eine neue Briefmarkenserie mit dem Reiterdenkmal des Befreierkönigs herausgegeben.

Grenzen geraten könne, aufmerksam gemacht. Der englische Botschafter habe auch auf große Ernäh­rungsschwierigkeiten, die für die Zivilbevölkerung der Kronkolonie entstehen können, hingewiesen, da Hongkong den größten Teil feiner Nahrungsmittel aus dem benachbarten chinesischen Gebiet erhalte. Amtliche Warnungen von englischer Seite .lägen ckicht vor.

Maßnahmen in Honkong.

Die Chinesen wollen den KanLon-Flutz sperren. Eine Schlacht im Gange.

Hongkong, 13. Okt. (Europapreß.) Die gesam­ten englischen Polizeireserven im Gebiet von Hong­kong sind am Donnerstag mobilisiert und dem Ober­befehl des Gouverneurs Sir Geoffrey A. S. North- c o t e unterstellt worden. Sie sollen mit dazu die­nen, die Grenzen der englischen Besitzung beim ja­panischen Vormarsch in Südchina zu sichern. Die ausländischen Konsularoertretungen in Kanton, mit Ausnahme der deutschen, haben ihre in diesem Gebiet wohnhaften Staats­angehörigen zum sofortigen Verlassen der Stadt aufgefordert. Sämtliche Engländer werden Donnerstag von Kanton nach Hongkong ge­bracht werden.

Gerüchtweise verlautet, daß die Chinesen beab­sichtigen sollen, die Zufahrt zum Kanton-Fluß durch Sperren unpassierbar zu machen. Hierdurch würde Hongkong vom Festland und be­sonders von der Lebensmittelzufuhr a b g e s ch n i t-- t e n werden. Die chinesische Fluß-Sperre müßte mit Rücksicht auf den Flüchtlingsstrom der Europäer und Chinesen nach Hongkong schwere Folgen nach sich ziehen. Fünf englische und je ein amerikanisches und französisches Flußkanonenboot, die sich zur Zeit auf dem Konton-Fluß befinden, würden durch die chinesische Fluß-Sperre von der See a b ge­knittert werden/

London, 13. Okt. (Europapreß.) Die engli­schen Krisengewinnler haben in diesen Tagen ihre Rechnungen für dieMillionen vonSand- s ä ck e n hinausgeschickt, die vor etwa 14 Tagen von Stadtverwaltungen und privater Seite bestellt worden waren. Die lokalen Behörden rechneten mit Durchschnittspreisen und müssen nunmehr feststel- len, daß diese Preise nicht selten bis zu 500 v. H. überschritten worden sind. Diese Stei­gerung ist zum Teil in einer Zeitspanne von we­nigen Stunden vor sich gegangen und konnte nicht aufgehalten werden, da die Lieferanten die Auf­traggeber vor die Alternative stellten: kaufe und zahle den hohen Preis, oder kaufe nicht und bleibe ungeschützt. Die Stadtverwaltungen haben sich nun an das Innenministerium gewandt und verlangt, daß die Regierung einen größeren Hundertsatz dieser Ausgaben decke.

In manchen Städten hatte man bereits vor Monaten im Zuge der Luftschutz-Werbekampagne größere Mengen Schutzmaterials bestellt, diese Mengen belaufen sich jedoch nicht annähernd auf die Vorräte, die man später zu benötigen glaubte. Während der Zuspitzung der Krise erteilte bann das Innenministerium den Rat, größere Mengen auf Stapel zu legen, bis dann plötzlich die An­ordnung zum sofortigen Abschluß der Kaufver­träge kam. Diesen Äugenblick machten sich die Krisengewinnler zunutze und forderten Preise, die nunmehr in weiten Kreisen Englands einen

Tokio, 14. Okt. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst.) Das japanische Hauptquartier in Südchina gibt bekannt, daß die japanischen Landungstruppen, die von der Biasbucht aus ihre Operationen be­gannen, nunmehr die Linie Tamshui er­reicht haben. Der Vorstoß werde weiter nach Westen auf K o w 1 o o n an der Kanton-Bahn ge­führt. Die Japaner erreichten bei Tamshui die Ber- kehrsstraße, die vom Südteil der Hongkong-Kanton- Bahn nach Huitschou (auch Hweitschau, Waiyeung und Waichow genannt) führt.

Von Kanton her sind chinesische Truppen im Anmarsch auf Huitschou. Nordöstlich und nördlich von Hongkong werden Verteidigungs­linien vor bereitet. Chinesische Flieger war­fen über der Biasbucht mehrmals Bomben ab. In Hankau wurden zwischen führenden chinesischen Militärs Beratungen über die Lage in Südchina geführt. Die Vorbereitungen für den Fall einer Abschnürung Hankaus von der Außenwelt neh­men ein beschleunigtes Tempo an. Auf Befehl des Kommandanten von Hankau müssen alle brauch­baren Personen- und Lastkraftwagen sowie die aus mehreren tausend Fahrzeugen bestehende Dschunken­flotte bis Mitte des Monats Hankau verlassen.

VisherkeindiplomattscherSchntt Englands.

Tokio, 14. Okt. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst.) Zu den zahlreichen Gerüchten über diploma­tische Schritte Englands anläßlich der japanischen Aktionen in Südchina erklärte der Sprecher im ja­panischen Außenamt, Englands Stellungnahme habe sich bisher ausschließlich auf persönlich geäußerte Bedenken des englischen Botschafters C r a i g i e be­schränkt. Einen Tag vor Bekanntwerden der japani­schen Landung in Südchina habe Botschafter Craigie auf die großen Schwierigkeiten, in die Hongkong durch militärische Maßnahmen in der Nähe seiner

Oer Oberbefehlshaber des Heeres im Egerla d.

Neber all jubelnde Begrüßung durch die sudetendeutsche Bevölkerung. Karlsbad, 14. Okt. (DNB.) Nach einem Be- such in Karlsbad begab sich der Oberbefehls­haber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, im Kraftwagen über Petschau nach Marien- bad, das ihm ebenfalls einen herzlichen Empfang bereitete. Hier geleitete der Kommandierende Ge­neral des XIII. Armeekorps den Oberbefehlshaber des Heeres zur Paradeaufstellung der Truppen am Kurgarten. lieber Michelsberg führte dann öie Fahrt nach Plan und weiter nach Mies. Ueberall an den Straßen hatten die Truppen Auf- fteUung genommen, und überall wurde der General­oberst von den Sudetendeutschen mit Heilrufen ge­grüßt. Ostwärts Mies wurden tschechische Befesti­gungsanlagen besichtigt. Dann ging es weiter bis zum vordersten Posten der Grenzlinie an der Straße TuschkauBärenklau. Nach einem kurzen Feldküchenfrühstück inmitten der Truppen und der Bevölkerung setzte sich die Wagenkolonne wieder in Bewegung über LubenzKriegern vor­über an den tschechischen Befestigungsanlagen in der Richtung Saaz. Geleitet von dem Komman­dierenden General des XVI Armeekorps schritt der

liche Kundgebungen.

Italien ernennt einen Botschafter in Paris.

Paris, 14. Okt. (Europapreß.) Italien wird wieder einen Botschafter in Paris ernennen. Am Donnerstagabend hat die italienische Regierung beim Quai d'Orsay um die Erteilung des Agrements für den bisherigen italienischen Botschafter /n Buenos Aires, ©uarriglia, nachgesucht.

Or. Ley in Rumänien.

B u t a r e ft, 13. Okt. (DNB.) Reichsorganisa­tionsleiter Dr. Ley wurde im Schloß Sinaia von König Carol in mehr als einstündiger Audienz empfangen. Es ergab sich dabei Gelegenheit zu einer Unterhaltung über Aufbau und Zielsetzung der in Sofia stattfindenden Südo st-Wander- ausftellungFreude und Arbei t", die im Frühjahr 1939 auch in Bukarest eröffnet wer­den wird. Äuf dem Wege nach Sinaia besuchte Dr. Ley die Führerschule der Staatsjugend Wacht des Landes" in Breaza, die ihn besonders dadurch erfreute, daß sie das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied in deutscher Sprache sang.

ähnliches wie eine Wiederholung der blutigen Vor­fälle bei den Demonstrationen vom 6. Februar 1934 an die Wand malen. Man sieht also, wie riesen­groß die Widerstände sind, auf die jeder Vorschlag stoßen muß, durch den die Parlamentarier 3um Verzicht auf einen Teil ihrer Vorrechte auch im Fall äußersten Notstandes bewogen' werden sollen. Um solche und ähnliche Vorschläge zur Loslösung der Regierung von dem Hemmschuh der parlamentari­schen Bevormundung wird sich aber, solange das Parlament seine jetzige Zusammensetzung hat, jede künftige Auseinandersetzung bewegen, die die Wie- deraufrichtung Frankreichs zum Gegenstand hat.

Frankreichs Verhältnis zu Deutschland? Ueber die Möglichkeit neuer persönlicher deutsch- französischer Kontakte seit München war vielleicht etwas zuviel gemeldet worden; man hatte demen­tieren müssen. Die Dinge bleiben bei ihrem gegen­wärtigen Stand. Frankreich sieht aus der Entfer­nung und zugleich ein wenig staunend und erstaunt zu, wie Deutschland seine Beziehungen zur Tschecho- Slowakei rasch ordnet, nachdem einmal die Sudeten- frage geregelt und Herr Benesch verschwunden ist.

Belgiens Unabhängigkeit.

Spaak von den Erklärungen der Großmächte befriedigt.

Brüssel, 13. Okt. (Europapreß.) Vor dem Außenpolitischen Kammerausschuß erklärte Mini­sterpräsident S p a a k, Belgien sei in die tschecho­slowakische Frage nicht verwickelt gewesen. Wenn sich die Lage verschlimmert haben würde, so wäre das internationale Statut Bel­giens dadurch nicht geändert worden. Wenn ein Krieg ausgebrochen wäre, würde Belgien alles ge­tan haben, um außerhalb des Konfliktes zu bleiben. Belgiens Nachbarn hätten die bereits früher abgegebenen Versicherungen über die Achtung der belgischen Neutralität wiederholt. Immerhin sei die belgische Regierung gezwungen gewesen, Maßnahmen zu ergreifen, um allen Eventualitäten vorzubeugen.

Auf die Frage, ob Belgien von der französischen Regierung während der letzten Krise die Versiche­rung erhalten habe, die französischen Trup­pen würden nicht durch belgisches Gebiet mar­schieren, antwortete Ministerpräsident Spaak, er habe von der französischen Regierung diese Ver­sicherung erhalten. Er habe volles Vertrauen zu den Versicherungen der Großmächte und zu der Garantie, die Deutschland der belgischen Neutralität gegeben habe. Die neuen deutschen Grenz- befeftigungen bei Aachen hätten einen rein defensiven Charakter und dürften Belgien

Bürgin eröffnete der Bruder des Königs, der Herzog von Kent, die 3 2. I n t e r n a t i 0 n a I ,e Kraftfahrzeug-Ausstellung in den Aus­stellungshallen des Londoner Vororts Earlscourt. Der Herzog wies in feiner Rede auf die Fortschritte hin, die seit der vorjährigen Ausstellung auf dem Gebiete des Kraftfahrzeugbaues festzustellen seien. Nach dem Urteil englischer Fachleute ist die Aus­stellung die größte und beste, die seit fünf Jahren in England abgehalten worden ist Vertreten sind 66 verschiedene Kraftfahrzeugwerke, darunter vier deutsche, und zwar Mercedes-Benz mit fünf Wagentypen und einem bisher auf einer Aus­stellung noch nicht gezeigten Chassis für ein acht­zylindriges Fahrzeug; Auto-Union mit sechs Wagentypen, darunter ein großer Horch V 8; BMW. mit fünf Wagentypen und Opel mit Öret Typen, und zwar den Kleinfahrzeugen. Neben Kraftfahrzeugen werden auch Zubehörteile für Kraftfahrzeuge, Ausfluaswagen, Motorboote und dergleichen gezeigt. Die Ausstellung steht unter dem

nicht beunruhigen.

Die Rede König L e 0 p 0 l d s bei der Einweihung des Denkmals seines Vaters in Paris war Gegen­stand verschiedener Anfragen. Der Sozialist Van- dervelde erklärte, er schließe sich der neuen belgischen Unabhängigkeitspolitik, wie sie der König in Paris gekennzeichnet habe, an. Er habe sie be­reits als Minister im Oktober 1936 gebilligt. In den Wandelgängen der Kammer erklärt man, diese Richtigstellung" der belgischen Außenpolitik durch den König sei eine Folge der Erfahrungen ge­wesen, die die belgische Regierung aus den jüngsten politischen Ereignissen gesammelt habe.

Führt England die allgemeine Dienstpflicht ein?

London, 14. Okt. (Europapreß.) Einen deut­lichen Fingerzeig in Richtung einer sofortigen Ein­führung der allgemeinen Dienstpflicht in England machte Schatzkanzler Sir John Simon in einer Rede in Sheffield. Wenngleich er auch nur von der Notwendigkeit der Einführung einesorgani­sierten Pflichtdienstes im Staat" sprach, welche Form er auch immer annehmen möge.

Die Einführung dieser Dienstpflicht, so sagte Sir John Simon, müsse sofort geschehen. England könne es sich nicht leisten, zu warten, bis eine neue Krise eintrete. Dies sei eine Lehre, die England aus der Krise der letzten Wochen gezogen habe. Er betonte weiter, daß sich bereits große Kreise der Bevölkerung mit diesem Gedanken vertraut ge­macht hätten, was aus den Tausenden von Brie­fen, die in den verschiedenen Ministerien aus allen Teilen des Landes einliefen, bewiesen werde. Die Rede Simons war die erste eines Kabinettsmit­glieds, in der in so eindeutiger Weise auf die Mög­lichkeit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht hinaewiesen wird. Obgleich der Ministerpräsident in Der letzten Woche noch im Unterhaus erklärt hatte, daß ihm der sehnliche Wunsch der Bevölke­rung, ihre Dienste dem Staat anzubieten, bekannt sei, gab er am darauffolgenden Tage auf die Frage eines Abgeordneten eindeutig zu verstehen, daß die Regierung eine solche Maßnahme in Friedenszeiten als für nicht erforderlich halte.

Wiederaufnahme der englisch-italienischen Besprechungen. London, 13. Okt. (DNB.) Nach mehrtägiger Unterbrechung sind die Besprechungen zwischen dem italienischen Außenminister und dem englischen Bot­schafter wiederaufgenommen worden.Daily Ex­preß" stellt fest, daßdas Hindernis" für eine eng­lisch-italienische Einigung in der spanischen Frage jetzt beseitigt sei. In Cadiz treffen ständig weitere Transporte der italienischen Freiwilligen ein, die von den verschiedenen Standorten National- [paniens zurückkehren, um am 18. Oktober zur Heimreise nach Italien eingeschifft zu werden. Die Bevölkerung bereitete den Scheidenden überall Herz-

Generaloberst die Front der hier aufgestellten Truppenteile ab. Auch in Saaz waren Straßen und Marktplatz reich geschmückt und dicht umsäumt von einer frohbewegten Menge. Auch die Stadt

---d-u........ . Kaaden, die nun durchfahren wurde, zeigte das

Toilette zu vervollständigen. Es setzte eine Auf- gliche Bild eines festlichen Empfanges. Gegen traqsschwemme bei den berühmtesten Pariser; ig zo Uhr verließ der Sonderzug des General- Schneidern ein, die ihr Personal bis lange in die oberst 1 ~ ..... " ' ' " ' *' *** " '

Nacht arbeiten lassen muhten. Aus demselben ... Grunde sind auch die Vorführungen der Winter- modelle wesentlich verschoben worden, da die

merieabteilungen sämtliche Straßen der Hauptstadt Bevölkerung mußte den ganzen Tag über Wohnungen bleiben; das G e sch ä f t s * xvwv. ruhte völlig. Nur die Bäckerläden durften am Morgen eine Stunde lang geöffnet ___..... Auch der Telephon- und Telegraphenoer- kehr nach dem Ausland und mit dem Innern des Landes war die ganze Zeit über eingestellt. Wäh­rend der Absperrung wurden in zahlreichen Häu- fern Haussuchungen vorgenommen. Um echs Uhr abends wurde der Belagerungszustand wieder aufgehoben. Amtlich wurde be­kanntgegeben, daß bei den Haussuchungen eine große Anzahl von Verhaftungen vorgenom­men worden sei im Zusammenhang mit dem Attentat auf den Generalstabschef P e j e f f. Unter den Festgenommenen befinden sich Persön­lichkeiten mehrerer oppositioneller Richtungen, dar­unter solche, die der mazedonischen revolu- tionären Organisation angehört hatten, ferner An­hänger des ehemaligen Ministerpräsidenten Kimon Ge orgieff und des ehemaligen Obersten Wo li­sch e f f, der seinerzeit wegen eines Militärput­sches zu lebenslänglichem Kerker verurteilt wor­den war. Auch Anhänger des linken Flügels der Agrarpartei befinden sich unter Öen Verhafteten.