Nr. 241 Erstes Blatt
188. Jahrgang
Zreitag, 14. Moder 1958
Keine Volksabstimmung im Gubeienlanb
Einstimmiger Beschluß des Internationalen Ausschusses
Endgültige Grenzfestsetzung
in deutsch-tschechischen Verhandlungen
spat
innahmtn
38
Be
nschl. Sonntag
V
adser
ien Bäueli
Hoden hinweggegangen würde. Gerade dies Deutsch- 1 : die
Der tschecho-slowakische Gesandte in Berlin, Mastny, begrüßt Außenminister Chvalkowski nach der Ankunft in der Reichshauptstadt. — (Scherl-M.)
sonen in Berlin, Rom und Tokio, heute eine gute Empfehlung seien. „Der Besuch des tschecho-slowa- kischen Außenministers kann als Grenzstein in der Außenpolitik des tschecho-slowakischen Staates bezeichnet werden." Die geplanten Reisen nach Warschau und Budapest seien der Ausdruck des Wunsches der Tschecho-Slowakei, die Linie der bisherigen tschechischen Außenminister einer Korrektur zu unterziehen.
Der lschecho-slowakische Außenminister in Berlin.
rlin, 13. Oft (DRB.) Am Donnerstag um
Die Verhandlungen in Komm abgebrochen.
Ungarn lehnt die tschecho-slowakischen Gegenvorschläge als ungenügend ab. Appell an die Münchener Signatarmächte.
haw
läge bezogen werden müsse und alle übrigen Gesichtspunkte in den Hintergrund treten müßten.
*
Wenn die ungarische Regierung in den Verhandlungen von Komorn keine Grundlage für die Erfüllung ihrer Ansprüche gesehen hat und nun einen Beschluß der vier Großmächte im Sinne des Münchener Abkommens herbeiführen will, so wird dabei der Grundsatz des Selbstbestimmungsrechts allen in der Tschecho-Slowakei lebenden Volksgruppen zuteil werden müssen, gleichgültig, ob es sich um Ungarn oder Slowaken handelt. Von diesem Gesichtspunkt aus werden gewiß auch die Großmächte an die Ungarn appellieren, die für die neue Grenzziehung gemachten Vorschläge der ungarischen sowohl wie der slowakischen Regierung beurteilen.
Oer Führer in der Wefimark.
Begeisterte Kundgebungen in Mainz, Koblenz, Godesberg und Essen.
Essen, 13.Oft (DRB.) Der Führer stattete am Donnerstag der Firma Krupp in Essen einen Besuch ab und besichtigte eingehend mehrere Werkanlagen. Auf seiner Fahrt durch die Westmark unternahm der Führer auf dem neuen Verkehrsboot der Stadt Köln „hansastadt Köln" von Mainz nachGodesbergeineRheinfahrt.ander die Gauleiter Florian, Grohe, Simon, Sprenger und Terboven teilnahmen. Die Bevölkerung an beiden liefern des Rheins bereitete dem Führer auf feiner Fahrt überall begeisterte Kundgebungen, besonders bei der Abfahrt in Mainz, beim Passieren von K o b l en z und bei der Ankunft in Godesberg, wo der Führer im Rheinhotel Dreesen Wohnung nahm. Mit Böllerschüssen und Sirenen feierte das Rheinland den Besuch des Führers. Auch in Essen wurde der Führer überall, wo die Bevölkerung seiner bei der Durchfahrt gewahr wurde, begeistert begrüßt.
Das Expeditionskorps der British Legion wird entlassen.
London, 14. Oft (Europapreß.) Rach dem Beschluß in den tschecho-slowakischen Grenzgebieten keine Volksabstimmung abzuhalten, ist auch die Entsendung eines Expeditionskorps der British Legion in die Abstimmungsgebiete hinfällig geworden. Am Donnerstagabend wurde bekanntgegeben, daß die 1200 Mann der englischen Frontkämpfervereinigung noch am Samstag entlassen werden.
Frankreich und derneueTatbestand.
Von unserem E. ^.-Korrespondenten
Paris, Oktober 1938.
Paris hat am Mittwoch wieder eine Stunde rasch aufflam^nenden Elans durchlebt, als der König d.er Belgier zusammen mit dem Prä« sjdenten der französischen Republik das Reiter- st a n d b i l d des Königs Albert I., des „Roicheoalier", an der Einmündung des Cours- la-Reine auf die Place de la Concorde enthüllte. Jedem, der über diesen repräsentativen, so oft beschriebenen Platz, den „Platz der Eintracht", in der Richtung nach dem anderen Seineufer, vor allem nach der Abgeordnetenkammer und dem Außenministerium zu, schreitet, wird künftig das kühn geformte und edel wirkende, von dem Rompreis- träger Martial geschaffene Reiterstandbild zwischen den hohen Baumreihen auffallen. Der Blick nach rückwärts, auf die jetzt schon zwanzig Jahre zurückliegende französisch-belgische Waffenbrüderschaft im Weltkrieg, der hier im Geist des Franzosen ausgelöst wird, dringt durch eine Zone stiller Wehmut, die den Rausch der siegreichen Stunde der nüchternen Wirklichkeit des Heute gegenüberstellt. Hier, wie immer, wenn seine Armee an ihm vorübermarschiert, wird der Wunsch nach Einheit, nach Stärke und Größe im Franzosen übermächtig. Aber er muß ihn mit den Gegebenheiten des Tages in Einklang bringen, die oft in eine andere Richtung weisen.
Der ■ Blick auf die nüchterne Wirklichkeit hat seit den ereignisreichen Stunden des Münchener Friedens an Tiefe und Schärfe gewonnen. Frankreich hat nach dem Taumel des Friedensrausches rasch begonnen, sich in eine selb st gewählte Isolierung zurückzuzjehen, von der im Grunde nur England ausgenommen wird. Und nun tritt, wie schon die Abgeordneten der Rechten es vor einer Woche in der Kammer gefordert hatten, immer mehr die eine Frage in den Vordergrund: Wie können wir uns wieder stark machen? Aber auch andererseits: Wie können wir unsere Außenpolitik von unvernünftigen, uferlosen Zielsetzungen fernhalten, denen wir nicht gewachsen sind? Annäherung an Italien, an Nationalspanien sind Forderungen, die in die letztere Richtung weisen und durch die bevorstehende Ernennung eines Botschafters in Rom nach zweijährigem Interregnum bereits eine teilweise Erfüllung gefunden haben.
Ministerpräsident Daladier ist emsig bei der Arbeit, die dem Parlament in einer zermürbenden Nachtsitzung abgerungene und mit Vollmachten ausgestattete Frist bis zum 15. November auszunutzen, um in Form von Dekreten das Notwendigste an gesetzgeberischen Maßnahmen unter Dach und Fach zu bringen, das der Stärkung der Finanzen und dem Ausbau der Rüstung dienen soll. 2,2 Milliarden Franken hat Daladier sofort im Verordnungsweg dem Kriegsund dem Marineministerium für den letzteren Zweck zugebilligt. Aber wird die Frist bis zum 15. November ausreichen? Vor allem, um die auf dem Gebiet der Wirtschaft von den meisten Franzosen als so dringend notwendig empfundenen, kühnen Maßnahmen zu treffen, die die industrielle Erzeugung Frankreichs endlich über den Stand von 1913 hinausführen? Solange das nicht geschehen ist, wird sich die Regierung immer wieder den Vorwurf der „beschämenden Unterproduktion" gefallen lassen müssen, und solange werden auch die Rüstungsbetriebe, vor allem die Lieferwerke für die Flugwaffe, unter dieser Unterproduktion zu leiden haben.
Aber steht nicht immer wieder die Sozialistische Partei und der Gewerkschaftsbund bereit, das Recht auf die Vierzigstundenwoche und die sonstigen Errungenschaften der Sozial-Gesetzgebung aufs äußerste zu verteidigen? Es scheint nur eine langsame Evolution, ein langsames Abgleiten von der' Volksfront zu geben, bei dem Daladier von Fall zu Fall immer wieder auf die Hilfe der Parteien der Rechten zurückgreifen kann. Die Idee einer Gewaltlösung, eine Auflösung der Kammer und des direkten Appells an das Land, scheint Daladier nicht zu liegen. Manche Politiker der Rechten haben diese Forderung in bestimmter Form aufgestellt, und es ist kein Zweifel, daß vor allem die Kommunisten, die heute in der Kammer 73 Abgeordnete haben, nach einer Kammerauflösung bei einer Neuwahl schwere Verluste erleiden würden. Besonders gewisse Vorgänge bei der Teilmobilmachung, die ' Frankreich ' vom 24. September bis in die ersten Oktobertage durchlebte, haben bewiesen, wie wenig der Kommunismus bei den französischen Soldaten Wurzel geschla- gen hat. Es wird uns von Mannschaits-Transport- zügen zur Maginot-Linie berichtet, die in riesigen Kreidebuchstaben auf allen Waggons die Inschrift trugen: „Es lebe Frankreich, nieder mit Moskau!" Die Offiziere hatten es kaum nötig, gegen einzelne verführte Elemente, die die „Internationale" singen wollten, einzuschreiten. Das besorgten die national denkenden Kameraden dieser Soldaten, die bei solchen Gelegenheiten den Jüngern Moskaus eine sehr handgreifliche Belehrung zuteil werden ließen.
Diese Stimmung hätte man zur Brechung des Einflußes der Moskauer Partei, vielleicht zu einer Eindämmung der Sozialistischen Partei benutzen können, aber man entscheidet sich in Frankreich nicht so leicht zu der Maßnahme der Kammerauf- lösung, der nun einmal etwas „Autoritäres" anhaftet. Der Führer der Frontkämpfer, Ptchot, hat Vorschläge für die Bildung einer Regierung der „Nationalen Wohlfahrt" gemacht, mit dem prompten Ergebnis, daß die Sozialdemokraten so etwas
Berlin. 13. Oft (DRB.) Der Internationale Ausschuß für die Regelung der sudeten- deulschen Frage trat am 13. Oktober nachmittags zusammen. Er stellte fest, daß die en d g ü t 1 i g e Abgrenzung des an Deutschland fallenden fu- detendeutfchen Gebietes auf der Grundlage der am 5. Oktober vom Ausschuß fest- ge st eilten Linie erfolgen kann, und zwar mit den etwaigen Abänderungen, die der Ausschuß nach dem Wortlaut des Artikels 6 des Münchener Abkommens Vorschlägen könnte. Unter diesen Umständen hat der Internationale Ausschuß einstimmig beschlossen, daß von Volks- abstimmungen abzusehen sei. Er nahm Kenntnis von dem zwischen der deutschen und der tschecho-slowakischen Regierung erzielten Einvernehmen darüber, die Arbeiten zur Berichtigung und endgültigen Festsetzung der Grenze auf der Grundlage der vorerwähnten Linie sofort aufzunehmen. Außerdem hat er von der Bildung des in Artikel 7 des Münchener Abkommens vorgesehenen deutsch-tschecho-slowa- kischen Ausschusses Kenntnis genommen, der die Ausübung des Optionsrechtes regeln soll. Schließlich hat der Internationale Ausschuß den Bericht des wirtschaftlichen Unterausschusses entgegengenommen und mit Befriedigung' die beachtenswerten Fortschritte vermerkt, die bei der Lösung der schwebenden Fragen bis seht erzielt worden sind.
Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittag»
Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm
Breite 7 Rpf.. für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg. 25°/e mehr.
Ermäßigte Grundpreise: • Stellen-., Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei« gen 5 Rpf., Familienanzei« gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B
6.30 Uhr traf der tschecho-slowakische Außenminister Chvalkovsky in Begleitung seines Kabinettschefs, Legationsrat M a s a r y k, mit dem fahrplanmäßigen Zug auf dem Anhalter Bahnhof ein Zu seiner Begrüßung hatten sich der tschecho-slowakische Gesandte in Berlin, Mastny, mit Mitgliedern der Gesandtschaft und der Vertreter des Chefs des Protokolls, Legationsrat v. Halm, eingefunden. Der tschecho-slowakische Außenminister nahm im Hotel Adlon Wohnung. Der Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop empfing um elf Uhr den tschecho-slowakischen Außenminister zu einer Aussprache über die schwebenden deutsch-tsche- cho-slowakischen Fragen. Die Unterredung mar um 13 Uhr beendet.
Die Prager Blätter schenken dem Besuch größte Aufmerksamkeit. Der Besuch sei, so erklärt der „Telegraph", der e r st e offizielle Besuch eines tschecho-slowakischen Ministers in der Reichshauptstadt seit Bestehen der Republik. Eine persönliche Fühlungnahme in Warschau und Budapest soll folgen. Der „Prazsky List" betont, daß Chval- kovskys frühere Tätigkeit, insbesondere seine Mis-
SW
25, MM I hch, - Ä i
oqn
,b «4 bmatfi
.K L S b« 46,5 ^el'32*' "SA«' äugeteilt^
Kaufen
»Men!
65
nielteufd yer-!
Kampf eines , 1 Glück gege» ' r verkommen«!
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: vrühlsche UntverfitätsSrurkeret «.Lange in Siegen. Schriftleitvng und Seschästsftelle: Schulstrohe 7
Komorn, 13. Okt. (DNB.) Die tschecho-slowa- kisch-ungarischen Verhandlungen wurden abgebrochen, nachdem Außenminister v. K a n y a folgende Erklärung abgegeben hatte: Wie bereits wiederholt erklärt, sind wir mit den besten und aufrichtigsten Absichten und mit der sicheren Zuversicht hierhergekommen, daß es binnen kurzer Zeit gelingen werde, eine Abmachung zu treffen, die das Verhältnis zwischen unseren beiden Ländern auf eine sichere Grundlage basiert. Leider ist diese unsere Hoffnung nicht in Erfüllung gegangen. Ich will mich hier nicht von neuem auf gewisse ungünstige Erscheinungen berufen, denn mir haben dies im Laufe der Verhandlungen rniederholt getan. Ich muß jedoch nachdrücklich hervorheben, daß der auf die neuen Grenzen bezügliche und heute früh überreichte Gegenvorschlag von unserer Auffassung, bergest alt abrneicht und hinsichtlich des Grundsatzes der Neuregelung ein solcher Abgrund zwischen den von den beiden Delegationen vertretenen Standpunkten vorhanden ist, daß dessen Ueberbrückung unserer Ueberzeugung nach von diesen Verhandlungen nicht erwartet werden kann. Aus diesem Grunde hat die Königlich Ungarische Regierung beschlossen, diese Verhandlungen ihrerseits als abgeschlossen zu betrachten und die ehebaldige Regelung der der Tschecho-Slowakei gegenüber erhobenen Gebietsforderungen Ungarns von den vier Signatarmächten des Münchener Protokolls zu verlangen.
Die in ungarischer Sprache verlesene Note wurde dem Führer der tschecho-slowakischen Abordnung Ministerpräsidenten Dr. T i s o überreicht, der die Note zur Kenntnis nahm. Während der Verhandlungen haben die Tschecho-Slowaken die große Schütt-JnselsamtKomorn und noch einige andere Grenzstreifen angeboten, insgesamt sieben Verwaltungsbezirke mit einer Einwohnerschaft — wie sie von tschecho-slowakischer Seite angegeben wurde — von rund 480 000 Ungarn, 50 000 Slowaken, 30 000 Karpatho-Ukrainern, 10 000 Deutschen und 50 000 Juden. Die Abtretung acht weiterer strittiger Verwaltungsbezirke wirb von ben Tschecho-Slowaken abgelehnt. Die größeren Städte im Grenzgebiet sollten auch weiterhin ber Slowakei verbleiben. Der Führer der ungarischen Abordnung, Kultusminister Graf Te° leki, bezeichnete diese Vorschläge als unannehmbar und wies darauf hin, daß die vorgelegte tschecho-slowakische Landkarte nicht auf volkskundlicher Grunblage fertiggestellt würbe, fonbern vor allem wirtschaftliche, verkehrspolitische u n b strategische Gesichtspunkte in Betracht ziehen. Der ungarische Standpunkt sei demgegenüber der, daß die neue Grenze ausschließlich auf volkskundlicher Grund-
Auf der Münchener Konferenz der vier Großmächte war eine Internationale Kommission mit der Durchführung der Münchener Beschlüsse beauftragt worden. Sie bestand aus dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts Freiherrn von Weizsäcker als Vorsitzenden, den Berliner Botschaftern Frankreichs, Italiens und Englands und dem tschecho-slowakischen Gesandten in Berlin. Diese Kommission hat nun bei Nachprüfung der von ihr als provisorische Grenze festgelegten Besetzungslinie festgestellt, daß diese Linie jenes Gebiet umfaßt, das als geschlossener deutscher Sprachboden in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Reiche steht, diese Linie also die Grundlage für eine klare ethnographisch bedingteGrenz- ziehung bildet, da außerhalb dieser Linie keine geschlossenen, von Deutschen bewohnten und unmittelbar an das Reichsgebiet grenzenden Landstriche mehr bestehen, in denen eine Abstimmung über ihre Zugehörigkeit zum Deutschen Reich oder zur tschecho-slowakischen Republik als unerläßlich ungesehen werden könnte. So hat die Internationale Kommission Volksabstimmungen für überflüssig erachtet.
Dadurch bleiben natürlich einige Hunderttausend eingesessene Deutsche in einer Reihe von Städten uni) Sprachinseln innerhalb des tschechi-
Brjdjetnt täglich, außer Sonntage und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat,m Bild Die Scholle Monatsvezugspretr:
Mit 4 'Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach' richten Anzeiger Gießen
Postscheckkonto:
granff urt am Main 11686
Kommission zeige, daß eine in Godesberg von Hitler gezogene Linie im großen und ganzen sich ziemlich an die Volksgrenze anlehne. Zwar komme das Reich durch die neuen Grenzen an einer (Stelle auf eine Entfernung von nur 20 Meilen an die tschechische Hauptstadt heran. Aber dieser Bezirk sei von Deutschen bewohnt. Dieselbe Beobachtung könne man im größten Teil der jetzt östlich von Zwickau dem Reich zugestandenen Gebiete machen. Die schmale Stelle b e i Brünn, die jetzt nur noch etwa 40 Meilen breit sei, sei schließlich nicht einmal so schrecklich schmal, wie man es in Praa schon einmal befürchtet zu haben scheine. Schließlich bleibe Brünn, obwohl es eine beträchtliche Anzahl deutscher Einwohner habe, bei der Tschecho-Slowakei.
ckum hat seit 700 Jahren Außerordentliches für Hebung von Wirtschaft und Kultur Böhmens geleistet. Wenn das Reich im Sinne feiner nationalsozialistischen Außenpolitik darauf verzichtet, Chancen, die sich hier vielleicht bieten könnten, auf Kosten des tschechischen Volkes auszunützen, so setzt dabei das deutsche Volk doch voraus, daß seinen , innerhalb des tschechischen Staatsverbandes verbleibenden Volksgenossen die kulturelle und ^wirtschaftliche E x i st e n z gesichert wird. Niemals wird das Großdeutsche Reich sich an dem Schicksal dieser deutschen Volksgenossen desinteressieren.
tyodiensd^ rtund 8.80 Uy ihr und 8.30
iDieLondonerpreffezurEimgung im Internationalen Ausschuß.
London, 14. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die endgültige Abgrenzung des an Deutschland fallenden sudetendeutschen Gebietes durch die internatio- liale Kommission und das Absehen von A b - ftimmungen finden in der Londoner Morgenpresse günstige Aufnahme. Der Zusammen- druch der tschechisch-unaarischen B e - Iprechungen und die Ankündigung des ungarischen Außenministers, daß er die ungarische Minderheitenfrage vor die vier Mächte bringen werde, werden daneben in den Londoner Morgenblättern sehr beachtet. „Times" schreibt, die reue Grenze zwischen der Tschecho-Slowakei und fDeutschland sei, soweit vernünftigerweise möglich, Nit der völkischen Grenze in Einklang stbracht worden. Zwar bringe die neue Linie schwere Nachteile für das Wirtschaftsgebäude der Tschecho-Slowakei mit sich, aber solche Nachteile 'nen so lange von der praktischen Operation einer lSrenzänderung untrennbar, als eine Trenyuna Jon Völkern gleichzeitig eine Spannung innerhalb oes wirtschaftlichen Systems bedeutet, wie es unglücklicherweise in Europa größtenteils der Fall sei. Tas Ergebnis der Beratungen der Internationalen
.verKuiuu.v-. Ichen Hoheitsgebietes, da sie durch tsche- =====^==^l chisches Siedlungsgebiet vom Reich getrennt sind
I und auch durch Abstimmung nicht zu diesem ge
langen könnten, ohne daß über tschechischen Volks-
N
I m 73


