Ausgabe 
14.4.1938
 
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munistischen Machenschaften, die die Arbeitsniederlegung in den verschiedenen Fabriken zur Folge haben, zu protestieren und die nö­tigen Gegenmaßnahme n zu treffen. Die Ver­sammlung wurde unter dem Vorsitz eines bisher dem marxistischen Gewerkschaftsverband angehören­den Werkmeisters abgehalten, der nachdrücklich für die Bildung eines Blockes gegen den Kom­munismus eintrat. Der Redner betonte, daß es den Kommunisten in Wirklichkeit gar nicht um eine Besserstellung der Arbeiter zu tun sei, sie woll­ten vielmehr auf Befehl Stalins die franzö­sische Regierung zur Oeffnung der Grenzen nach Sowjetspanien zwingen. Den Streik bezeichnete er als ein zweischneidiges Schwert, da die Arbeiter keinen Gewinn davon hätten. Am Schluß der Versammlung wurde eine Entschließung ange­nommen, in der sich die Arbeiter gegen den von den Kommunisten heraufbeschworenen Streik wen­den und eine neue und geheime Abstimmung über die Fortsetzung der Arbeit fordern.

Englische Flugzeugkäuse in Amerika und Kanada?

London, 14. April (DNB. Funkspruch.) Ein Teil der Londoner Morgenpresse befaßt sich mit

Die internationale

Melancholische Betrachtung

London, 14. April. (DRB.) Das Oberhaus behandelte am Mittwoch auf Grund eines Antrages des Labour-Lords Maley die Frage der inter­nationalen Rohstoffverteilung. Für die Regierung sprach der Unterstaatssekretär im Außenamt Lord Plymouth. Die Regierung versuche keinen Augenblick die Wichtigkeit dieser Frage herabzusetzen. Die Schwierigkeiten zu einer praktischen Lösung des Problems seien aber recht erheblich, da das Problem sehr verwickelt sei. Die Zusammenarbeit aller Nationen an einer Frage dieser Art sei unbedingt nötig, wenn man zu einem Erfolg gelangen wolle. Daß die Frage des Zuganges zu den Rohstoffen in erster Linie eine koloniale Frage sei, so sagte Lord Plymouth, könne man nicht behaupten. Besonders wichtig sei an dieser Frage die Arbeit der Ver­einigten Staaten. Vor irgendwelchen inter­nationalen Verhandlungen müsse man die Einstel­lungen der verschiedenen Negierungen prüfen. Die englische Regierung habe die Hoffnung auf eine Lösung der vielen internationalen Wirtschaftsschwie-

einer Erklärung, die der stellv. Luftfahrtminister Lord Winterton am Mittwoch im Unterhaus abgab, wonach die Regierung jetzt endgültig über­prüfe, wie weit die britische Luftwaffe mit Lieferungen aus den Vereinigten Staaten und Kanada versorgt werden könne.

Nach Ansicht der Zeitungen ist die Prüfung dieser Frage darauf zurückzuführen, daß die britische Industrie nicht in der Lage ist, das er­weiterte Rüstungsprogramm beschleu­nigt durchzuführen. Ferner wolle die Regierung durch Anlage von Fabriken in Kanada die Ver­sorgung der Luftwaffe unabhängig vop An­griffen machen.

News Chornicle" schreibt, eine Abordnung von Luftfahrtsachoerständigen werde sich am 20. April nach Amerika begeben. Der Neuyorker Korrespon­dent des Blattes will sogar wissen, daß England beabsichtigt, 500 Bombenflugzeuge in USA. z u kaufen. Nach Ansicht desDaily Ex­preß" würden aber zunächst nur Einzelteile nach England geliefert werden.Daily Mail" meint, daß sich wahrscheinlich aus dem Ankauf technische und politische Schwierigkeiten ergeben wür­den. Die Antworten der Vereinigten Staaten und Kanadas auf die britische Anfrage würden in den nächsten Tagen erwartet.

Rohstoffverteilung,

en im englischen Oberhaus.

rigkeiten auf der Grundlage des van-Zeeland-Be- richtes nicht aufgegeben.

Als nun ein anderer Labour-Lord die Ausfüh­rungen von Lord Plymouth melancholisch ge­nannt und von der englischen Regierung gefordert hatte, in der Rohstofffrage die Führung zu über­nehmen, nahm Außenminister Lord Halifax das Wort, um, wie er sagte, einer falschen Auslegung der Plymouth-Rede entgegenzutreten. Lord Ply­mouth habe, so unterstrich Lord Halifax, besonderes Gewicht darauf gelegt, daß es ganz unmöglich sei, in dieser Frage die Initiative zu ergreifen, ober zu irgend einem wirklichen Fortschritt zu gelangen, wenn nicht alle Nationen oder ein wesentlicher Teil von ihnen eine gemeinsame Anstrengung machten. Völlig zwecklos sei es, eine Regierung für etwas verantwortlich zu machen, was vielleicht ein Fehler einer großen Anzahl von Regierungen oder der ganzen Welt sei. Man müsse auch Gewicht dar­auf legen, daß viele Regierungen innere Schwierig­keiten hätten. Die englische Regierung sei in dieser Frage weder gleichgültig, noch untätig gewesen.

Handelsverträge als Friedensinstrument

Eine Hede des neuen amerikanischen Botschasters in Berlin.

Berlin, 14. April. (DNB.) Zu Ehren des neuen amerikanischen Botschafters Wilson und von Frau Wilson gab die Amerikanische Han­delskammer in Deutschland am Mittwoch im Hotel Kaiserhof eine Abendveranstaltung. Als deutsche Gäste waren u. a. Ministerialdirektor Wiehl, Ge­heimrat Dr. Davidsen, General v. Massow, Staats­rat v. Stauß und Dr. Jllgner, der Präsident der Carl-Schurz-Gesellschaft, erschienen. Ferner sah man Mitglieder des amerikanischen Generalkonsulats so­wie Vertreter von Handel und Wirtschaft.

In seiner Begrüßung des neuen Botschafters und feiner Gattin führte Louis P. Loch n er, der Vorsitzende der Amerikanischen Handelskammer, aus, daß sich Botschafter Wilson während seiner ganzen amtlichen Tätigkeit als Diplomat an das Vermächtnis desVaters der Nation", George Washington, gehalten habe, indem er jene Worte der berühmten Abschiedsbotschaft Washing­tons stets beherzigt habe:Haltet Euer Wort und seid gerecht gegenüber ollen Nationen, fördert den Frieden und die Eintracht mit allen... Um dies zu verwirklichen, ist nichts unerläßlicher, als daß dauernde, hartnäckige Antipathien gegen bestimmte Nationen und leidenschaftliche Zuneigungen zu an­deren aus dem Spiele ^gelassen werden und daß statt dieser gerechte und freundschaftliche Beziehun­gen zu allen gepflegt werden."

Botschafter Wilson

erklärte in einer längeren Ansprache, daß er setzt zum dritten Mal der amerikanischen Botschaft in Berlin zugeteilt sei. Das erste Mal war er in Deutschland vor Amerikas Eintritt in den Weltkrieg und dann unmittelbar nach dem Kriege. Bei beiden Gelegenheiten habe er an Deutschland und den deutschen Dingen starken Anteil genommen, und er werde auch dem heutigen Deutschland dasselbe Interesse entgegenbringen.

Als Ministerialdirektor der politischen Abteilung habe er sein besonderes Interesse der Politik der

Handelsvereinbarungen zugewandt. Denn schon im­mer seien die internationalen Handels­beziehungen ein wichtiger Faktor zur Förde­rung des Wohlergehens der Völker gewesen. Es gebe daher keinen größeren Fehler, als zu glauben, daß Außenhandel weder nötig noch wünschenswert sei und daß eine Nation ihrer Wirtschaft am besten diene durch Herstellung alles Nötigen im eigenen Lande.

Der Botschafter schilderte dann ausführlich die Gründe für die amerikanische Wirtschafts­depression und erklärte, daß die Regierung be­strebt sei, die Irrtümer der Vergangenheit gutzu­machen und das Land von den Wirkungen der Wirtschaftsdepression zu befreien. Sie schlage zu diesem Zweck einen Mittelweg ein zwi­schen den Experimenten eines sentimentalen Inter­nationalismus und einer Isolierungspolitik. Das Hauptinstrument dieser Politik seien die Han­delsverträge. Da diese Politik eine gerechte Basis für den internationalen Handel darstelle, sei sie gleichzeitig ein wirkungsvolles Frie­densinstrument.

Der Botschafter erklärte u. a. ropiter, daß die amerikanische Regierung bereit sei, mit allen Na­tionen Handelsverträge auf der Basis der Meist­begünstigung abzuschließen. Er wandte sich dann gegen den Vorwurf, daß die Vereinigten Staaten keine Außenpolitik, oder nur eine negative hätten. Sei die Politik der Handelsvereinba­rungen etwa wertlos? Zu den positiven Arbeiten der amerikanischen Außenpolitik gehöre auch die Politik der Interessengemeinschaft der amerikani­schen Nationen. Das amerikanische Volk wolle den Frieden, und die amerikanische Regierung sei bestrebt, eine solche Politik durchzu­führen.

Nach Schluß der Rede des Botschafters Wilson überreichte Präsident Louis P. L o ch n e r dem Botschafter die Urkunde seiner Ehrenmitgliedschaft in der Handelskammer.

Brandstifter Gowjetrußland.

<?ine deutliche Anklage aus Paris.

P a r i s, 14. April. (DNB. Funkspruch.) Der Rück­zug der sowjetrussischenBerater" aus Barcelona angesichts der vernichtenden Niederlage der Roten und des unaufhaltsamen Vormarsches der nationalen Truppen wird im M a t i n" schonungslos berichtet, Das französische Blatt verbindet damit eine laute Anklage gegen das verbrecherische Treiben der Mos­kauer Emissäre in Spanien. Es schreibt: Dieses Verschwinden der GPU., ihresGeneral­stabes" und ihrer Agenten sei typisch sowjetrussische Art. Man selbst schlage sich niemals, sondern lasse die anderen ihre Haut zu Markte tra- gen. Man zünde nicht selbst Brände an, sondern begnüge sich damit, die Brandfackel zu lie­fern. Wenn sich die Dinge zum Schlechten wen­den, wenn Hungersnot droht und das unglückliche Land, das man in den Bürgerkrieg hineinhetzte, eine einzige schwärende Wunde bildet und innerlich zer­mürbt ist, dann ziehe man sich mit feinen Flug- zetteln und seinem Geldin schöner Ordnung" zu­rück. Man werde dann eben in einem anderen Ge- biet operieren oder sich nach Gens oder nach Hause begeben, um dort vonR echt",Verträgen" undSicherheit" zu sprechen. Niemals habe man in der Weltgeschichte der letzten Jahrzehnte eine schändlichere und zynischere Zeit ge- sehen. Aber der Verworfenheit seien Grenzen ge­steckt, und Sowjetrußland mit seiner GPU. sei dort angelangt. Der Tag sei nicht mehr fern, da das zivilisierte Europa mit diesem blutigen Pack nichts mehr werde zu tun haben wolle.

Neue Erfolge Francos.

Salamanca, 14. April. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht meldet: Die Na­varra-Brigaden besetzten am Mittwoch im Abschnitt Bielsa in den Pyrenäen 12 Ortschaften und drei feindliche Stellungen. Auch im Eseratal drängten die Truppen Francos die Bol­schewisten im Abschnitt Venasque nach der fran­zösischen Grenze hin zurück und eroberten fünf Ort- schäften. Bei S e i r a fielen dr e i Elektrizitäts­werke in die Hände der nationalspanischen Trup­pen, so daß Barcelona von weiteren Elektrizi­tätsquellen abgeschlossen wurde.

Irn Frontabschnitt B a l a g u e r griffen die Bol- schewisten mit starken Kräften an, wurden aber jedesmal abgewiesen. Die galicischen Truppen­teile setzten nach Ueberwindung des feindlichen Widerstandes ihren Vormarsch fort. Sie ließen in der Provinz Castellon bereits die Ortschaft Chert hinter sich und besetzten die bolschewistischen Stellungen bei Fumeral, ferner die Coll- und Tozal- Höhen, von denen aus der Ort San Mateo be- herrscht wird.

An der Front im Abschnitt von Estremadura wurden die vorderen Linien ausaerichtet. Der Front­berichterstatter des nationalspanischen Hauptquartiers berichtet, daß hier ein schriftlicher Befehl an die rote gemischte Brigade von dem politischen Generalkom- missar Arroyo bekanntgeworden ist, in dem den > politischen Unterkommissaren sowie den Häuptlingen

Mit KdF. nach England.

Deutsche Volksgemeinschaft auf der Themse.

Bon unterem ZZ.-Sonderderichiersiaiier

Um Mitternacht verließ das neue KdF. - Schiff W ilhelm G u st l o s f" den Hamburger Hafen. Noch stand drüben das rote Licht auf Sturmwar­nung. Aber die Schiffsführung brauchte den Sturm nicht zu fürchten hatte doch derWilhelm Guft- loff" schon auf seiner zweiten Fahrt bei Wind­stärke 10 bis 12 seine ganze Seetüchtigkeit er­wiesen.

Jetzt ging es nach England. Zum ersten Mal wollte ein KdF.-Schisf in der Themse anlegen, um deutschen Volksgenossen Gelegenheit' zu geben, an der Abstimmung und Wahl teilzunehmen. Die 1400 Urlauber aus Deutschland, die gleichzeitig an Bord einige Tage der Erholung verbrachten, sahen gespannt der Begegnung mit den England- Deutschen und der englischen Küste entgegen. Es war bekannt geworden, daß die bevorstehende An­kunft desWilhelm Gustloff" in Londoner Zeitun­gen mehrspaltig aufgemacht und nicht überall freundlich kommentiert worden sei. Gerüchte von geplanten Demonstrationen englischer Linksparteiler am Anlegeplatz, von Schutzmaßnahmen der Regie­rung und großen Polizeiaufgeboten schwirrten durch Kabinen und Decks.

Als wir das zweite Mal erwachten, legte das Schiff gerade an der Tilbury Bridge in Graves­end an. Die erste Enttäuschung war da, allerdings eine angenehme Enttäuschung: Von dem berüchtig­ten Londoner Nebel war nichts zu sehen. Die Sonne strahlte über dem breiten Bett der Themse. Hier beginnt der Londoner Hafen. In den großen Docks von Tilbury heben sich die hellen Auf­bauten mächtiger Dampfer von den rußgeschwärz­ten Arbeitshallen und Hafenanlagen wirkungsvoll ab: das Knipsen kann beginnen. Von Menschen­ansammlungen und Polizeiabsperrungen ist keine Spur zu'sehen. Wartend stehen einige Polizisten am Kai. Englische Photographen wärmen sich die Hände in den Taschen, und die Filmleute schaffen sich mit kurzen Trippelschritten auf den Verdecks ihrer Autos Bewegung: denn für die Londoner ist heute ein kalter Tag. Unter dem wärmenden Anhauch des Golfstroms ist dort die Obstblüte schon beendet, und die Fliederbüsche stehen in vollem Schmuck.

Während der wellblechumkleidete Landungssteg auf Laufschienen an eine geöffnete Tür des Hinter­schiffs heranrollt, sehen wir vom obersten Deck in die Bahnhofsanlagen von Tilbury ein. Ein langer Zug windet sich durch die grüne Wiesen- lcmdschaft des Hintergrundes, lieber die Lautspre­cheranlage unseres Schiffs wird bekanntgegeben, daß ss der erste Sonderzug der englanb» deutschen G ä st e ist. Kaum haben sich die Tü­ren geöffnet, da beginnt ein Rufen und Winken. Die Ankömmlinge grüßen schon vom Bahnsteig das Schiff, und über die Hafenanlagen brausen die Heil-Rufe der deutschen Urlauber. Das Musikkorps einer Abteilung der deutschen Kriegsmarine, das die Fahrt desWilhelm Gustloff" begleitet, spielt die englische Königshymne. Während die Deutschen den Arm zum Gruß erheben, nehmen auch unten auf dem Kai die Tommies stramme Haltung an und salutieren. Die deutschen Nationallieder folgen, und unter den Klängen flotter Weisen ziehen die Gäste aus England auf dem stolzen KdF.-Schiff ein. Das erhebende Schauspiel wiederholt sich bei der Ankunft des zweiten Sonderzuges.

Jetzt sind die Decks und das Innere des Schiffs mit Menschen dicht gefüllt. Rund 2000 Aus­ländsdeutsche durchstöbern es von oben bis unten. Im Hochgefühl des Tages sind Bekannt­schaften schnell geschlossen. Die jungen Männer stel­len fest, daß unter den Gästen das weibliche Ele­ment erfreulich zahlreich vertreten ist. Die Deutschen aus London und vielen englischen Provinzstädten werden von hilfsbereiten Arbeitskameraden aus dem Reich in die prachtvollen Gesellschaftsräume, in die Speisesäle und Kabinen bis hinunter in das wunderbare Schwimmbad geführt. Auch die Mann­schaften lassen es sich nicht nehmen trotz ihrer überaus starken Beanspruchung an diesem Tage, den England-Deutschen einen Blick in die aus wahrhaft sozialistischem Geist geschaffenen Wohn- und Aufenthaltsräume der Besatzung zu gewähren.

Inzwischen ist das Schiff von Schleppern ein Stück die Themse hinuntergezogen worden. Mit eigener Kraft setzt es nun seinen Weg in dem brei­ter und breiter werdenden Strom fort. Die letzten Wolken verschwinden, und in sommerlicher Wärme gleitet das Schiff wie ein schwimmendes Hotel hinaus in die See, um jenseits der Dreimeilenzone den Wahl­gang zu eröffnen.

Blieben im Hafen alle Demonstrationen und Un­freundlichkeiten aus, so ist das Interesse Englands an dieser Fahrt doch nicht zu verkennen. Ob die Aufmerksamkeit der Militärflieger, die über unser Schiff hinwegziehen und dann immer hinter einem Berghang auf geheimnisvolle Weife ver­schwinden, demWilhelm Gustloff" gilt, ist nicht ohne weiteres festzustellen. Aber die drei kleinen Sportflugzeuge umkreisen mit sichtlichem Interesse das Schiff. Was mögen sie wollen? Be­drohlich nahe kommen sie heran, bis zum unteren Promenadendeck gehen sie nieder, und manchmal scheint es, als wollten sie auf demWilhelm Gust­loff" landen. Mit dem Fernglas erkennt man deut­lich die Absicht: Hinter dem Piloten sietzt ein Pho­tograph mit einer großen Kamera und knipst das Schiff von allen Seiten. Nach einer halben Stunde sind auch dieseFliegen" verschwunden, und wir passieren vom ofsiziellen England nur noch Zwei vor Anker liegende Kriegsschiffe.

Bekanntmachungen in englischer Sprache über die Lautsprecher belehren uns, daß engllscheIour» nalisten an Bord des KdF-'Schiffs ge­kommen sind. Bald haben wir einige von ihnen festgestellt. Die Bekanntschaft ist schnell geschlossen. Von ihnen hören wir, daß die Flugzeugauf­nahmen für die Presse bestimmt sind und wahrscheinlich schon in den Sonntag-Abendblättern Londons erscheinen, bevor wir wieder in Tilbury angelegt haben. Auch auf die englischen Pressemän- ner an Bord, zwanzig an der Zahl, verfehlt das Schiff seinen Eindruck nicht. Scherzworte über die Berufstätigkeit der Pressevertreter in beiden Län­dern lassen politische Meinungsverschiedenheiten gar nicht erst aufkommen. Schließlich rückt einer damit heraus, daß er Hitler verehrt und als An­denken ein Geldstück haben mochte, das im Dritten Reich geprägt worden ist. Wir suchen in unseren Börsen nach Fünf- und Zehn­pfennigstücken, die das Hakenkreuz aufweisen, und tauschen ein paar der erstaunlich großen englischen Penny-Stücke dagegen ein die Devisenstelle wird uns diese Andenkenjägerei wohl verzeihen. Nach der Abschiedsflasche Whisky können wir gewiß sein, - die Meinung der englischen Presseleute über ihre deutschen Berufskameraden ein bißchen verwandelt zu haben.

Doch nicht alle gehen sie von Bord. Einer ist unter ihnen sogar ein sehr einflußreicher auf den das Leben an Bord und die Wahlhandlung einen so starken Eindruck gemacht hat, daß er sich entschließt, die Fahrt desW i l h e l m Gust» lofs" noch bis Hamburg zu begleiten. Er hatte mit einem anderen englischen Pressever­treter zusammen auch der Auszählung der Wahl­stimmen beigewohnt und sich überzeugt, daß das fast hundertprozentige Ja-Ergebnis ohne Druck und Fälschung en zustande gekommen ist.

Nur wenige Stunden hatte die Wahlhandlung in Anspruch genommen. Deckspiele, Tanzvorführun- gen einer Gau-Mustergruppe des Sportamtes der NSG.Kraft durch Freude" in Hamburg, akroba­tische Darbietungen und musikalische Vorträge lie­ßen die Zeit im Fluge verstreichen. Die festliche Er­regung des wundervollen Tages zitterte nach in einem Abschied zwischen den reichsdeutschen uni) den england-deutschen Kameraden, der fast den Cha­rakter einer Kundgebung annahm. Die Heil-Rufe, die Sprechchöre, die Lieder wollten kein Ende neh­men, und noch aus den Fenstern der davonbrausen­den Sonderzüge winkten die Volksgenossen aus England unserem stolzen Schiffe zu, bas ihnen für einen Tag Heimat und Volksgemeinschaft zurückge­geben hatte.

zur Pflicht gemacht wird, denFreiwilligen" und Milizen anzudrohen, daß Ueberläufer erschossen würden.

Der Terror steigt.

Bilbao, 13.April. (DNB.) Ueber die von Tag zu Tag stärker werdende Terrorisierung der Bevölkerung in den noch von den Bol- schewisten drangsalierten spanischen Prvvitzzen liegen neue Berichte vor.

So wird aus Barcelona bekannt, daß allein am heutigen Vormittag in Madrid 50, in Barce­lona 85, in Valencia 48 und in Castellon 32 Per­sonen wegen angeblicherstaatsgefährlicher Betäti­gung" eingeferFert wurden. Der neue berüchtigte Tscheka-Kommissar Paolino Gomez hatRicht­linien" zur verschärften Durchführung der bolsche­wistischen Unterdrückungsmaßnahmen herausgegeben.

Weiter wird bekannt, daß Barcelona wegen des mageren Ergebnisses der von den Gewerk­schaften durchgeführten freiwilligen Werbungen die Mobilmachung von drei weiteren Jahrgängen inner­halb der nächsten fünf Tage angeordnet habe.

Ein vor zwei Tagen aus Barcelona entkommener Spanier berichtete, wie aus Salamanca gemeldet wird, daß in Katalonien zahlreiche Tschekaabteilungen wüten. Mehrere hun­dert Personen seien spurlos verschwunden.

Die nationalen Behörden erhielten ferner die Meldung, daß die von N e g r i n ausgegebene Mobilmachungsorder in den katalanischen Orten neue Protestkundgebungen der geknech­teten Bevölkerung hervorgerufen habe. Die Folge sei eine neue Terrorwelle durch die GPU.-Agenten.

Kleine politische Nachrichten.

Der neuernannte Königlich-Bulgarische Gesandte Parvan D r a g a n o f f traf gestern auf dem An­halter Bahnhof in Berlin ein.

*

Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat den Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall G ö ring als Ausdruck der Verehrung und Verbunden­heit zum Ehrenmeister des deutschen Handwerks ernannt. Der kunstvoll ausgeführte Ehrenmeisterbrief, der insbesondere auf die Förde- rung hinweist, die der Generalfeldmarschall auch dem Handwerk angedeihen ließ, ist am 9. April vom Reichshandwerksmeister und von Vertretern der Reichsinnungen überreicht worden.

Oer Aufbau in Oesterreich.

Wien, 13. April. (DNB.) Unter Vorsitz des Reichsstatthalters fand Mittwoch ein Minister- rat der österreichischen Landesregie­rung statt. Die Sitzung wurde eröffnet mit einem Treuebekenntnis zu Führer und Reich. Die Landes­regierung dankte dem Beauftragten des Führers für die Volksabstimmung, Gauleiter Bürckel, und dem Landesleiter Klausner für ihre un­ermüdliche und aufopfernde Tätigkeit. Ferner sprach sie allen Partei- und Amtsstellen, die durch ihre zielbewußte Arbeit zu dem einzigartigen Erfolg der Volksabstimmung beigetragen haben, ihren Dank aus. Sodann besprach der Ministerrat verschiedene laufende Anträge und nahm die Verfügung des Reichsstatthalters zur Kenntnis. Insbesondere wurde die Aushebung des Eheverbots für die Mitglieder der Exekutive beschlossen und grundsätzlich einem Gesetz zugestimmt, das für die Hinterbliebenen der Opfer der nationalen Erhebung Vorsorge trifft.

Mit der Verkündung des Aufbaupro­gramms für Deutsch Österreich hat Mini­sterpräsident Goring als Beauftragter für den Vierjahresplan die schnellste Beseitigung der Arbeitslosigkeit in der deutschen Ost­mark gefordert. Zur raschen Erreichung dieses Zie­les muß die Wiedereingliederung der Arbeitslosen einheitlich gelenkt und planmäßig durchgeführt wer­den. Ebenso wie im Altteichsqebiet, gelten auch im Lande Oesterreich die Arbeitsämter, sowie die Landesarbeitsämter als jene Stellen, die für die Unterbringung der Arbeitslosen in Lohn und Brot und die damit zusammenhängenden Fragen allein in Bettacht kommen. Zur Erleichterung der Arbeit dieser Dienststellen und, um ihnen mit den während der Arbeitsschlacht im Altreich gesammelten Erfah­rungen zur Seite zu stehen, wurde im Einverneh­men mit Gauleiter Bürckel die Errichtung einer Zweigstelle Oesterreich der Reichsan- ft a 11 verfügt. Zu ihrem Leiter wurde der Präsi­dent des Landesarbeitsamtes Westfalen, Gärt­ner, berufen.

Der Reichsbauerirführer R. Walter Darr hat anläßlich feiner Anwesenheit in Oesterreich die füh­renden Männer des agrarpolitischen Apparates der Landesleitung der NSDAP, in Oesterreich mit Wir­kung vorn 10. April 1938 zu Mitgliedern des deutschen Reichsbauernrates ernannt.

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