Ausgabe 
13.12.1938
 
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lich dem von litauischen Rowdies geschaffenen Rechtsbruch.

Seitdem sind die Memeldeutschen durch die Nacht der Unterdrückung gegangen. Immerhin: die Way- len zum memelländischen Landtag ergaben in den Jahren 1925, 1927, 1930 und 1935 trotz des lasten­den Druckes des Kriegszustandes eine überwie­gende deutsche Mehrheit, aber wenn auch von 29 Abgeordneten 23 bis 27 deutsch waren und ein deutsches Bekenntnis ablegten, so fuhr Kowno doch fort, eine Verfolgungspolitik zu treiben, gegen die alle Proteste bei der Genfer Liga natürlich ver­geblich blieben, da es sichnur" um Deutsche han­delte. Erst der Durchbruch des Jahres 1938, die Be­freiung der Oesterreicher und Sudetendeutschen, die großdeutsche Entwicklung, zwang Kowno, am 1. No­vember den Kriegszustand aufzuheben. In vollster Freiheit konnte nun das Memeldeutschtum abermals seinen Willen bekunden.

W a h l f i e b e r" sei im Memelland ausgebrochen, behauptete vor einigen Tagen der litauische Mi­nisterpräsident Mironas. Er hat setzt eine dop­pelte Antwort erhalten, wie er es selbst wohl kaum erwartet hat. Das Memelland hat mit einer noch größeren Disziplin und Geschlossenheit als 1935 seine Wahlschlacht, und zwar unter einem rein deutschen Direktorium, geschlagen und das Wahl­ergebnis wird gerade in der westeuropäischen, vor allem in der französischen Presse rückhaltlos als das gekennzeichnet, was es für die Memelländer be­deutetD o l k s a b st i m m u n g" undVolks­entscheid". Eine Wohlbeteiligung van 97 v. H., obwohl die eisige Temperatur und der schneidende Wind am Wahlsonntag wenig einladend waren. 6000 Juden, die sich noch 1935 einheitlich der Stimmabgabe enthielten, um es weder mit den Memeldeutschen noch mit den Litauern zu verder­ben, haben diesmal geschlossen gewählt, natürlich zugunsten der Fremdherrschaft. Die Anhänger des früherenDiktators" Woldemaras, die wegen ferner angeblichen Rückberufung aus dem Ausland Mor- geilluft wittern, hatten ihre Gefolgsleute mobil ge­macht. Dies alles hindert nicht, daß diese Memel­wahlen eine noch schwerere Niederlage der Memel­politik Kownos und eine noch schärfere Verurteilung des üblen Manövers wurden, mit dem die west­europäischen Mächte vor 15 Jahren das Memel­land an Litauen verrieten. Das zahlenmäßige Er­gebnis ist erst Anfang der kommenden Woche zu erwarten, wenn die 240 Zähler, von denen die Hälfte Litauer sind, die durch das komplizierte Wahlsystem erschwerte Zählung durchgeführt haben. Bis dahin erübrigen sich zahlenmäßige Vermvtun- gen, die angesichts der enormen Wahlbeteiligung naheliegen mögen.

Noch am gestrigen Montag hat der wiederge­wählte litauische Staatspräsident Smetana ange­kündigt, Litauen werde das Memel st atut er­füllen. Wenn dieses Versprechen, das ja auch der kürzlich zurückgetretene Außenminister Lozo- raitis bei seinen Genfer Vernehmungen durch die Westmächte vor einigen Jahren wiederholt aogab, verwirklicht werden soll, dann müßte allerdings im Memelland noch sehr viel anders werden. Das Memeldeutschtum hat seinen Willen klar zum Aus­druck gebracht. Nun erst wird sich rein gesetzmäßig, wie Dr. Neumann, der Führer der Memeldeutschen, es gesagt hat,ein genaues Bild über die Mittel zur Befriedigung des Willens der Bevölkerung er­geben". E. S.

Gailius Gouverneur des Memelgebiets

Kowno, 12. Dez. (DNB.) Die Ernennung des Memel-Litauers Viktor G a i l l u s zum neuen Gouverneur des Memellandes wurde durch einen Akt des Staatspräsidenten Smetana vollzogen. Der bisherige Gouverneur Kubilius ist zum Mit­glied des Staatsrates ernannt worden.- Gailius, der zwölfte Gouverneur des Memellandes, ist 45 Jahre alt, gehört politisch zu dengemäßigten Me­mel-Litauern". Er ist der Spitzenkandidat der ver­einigten litauischen Listen und Vertreter der Litauer im Hauptwahlausschuß. Unter verschiedenen Gou­verneuren war er lange Jahre hindurch Gouoer- vementsrat. Zur Zeit ist er Direktor des litauischen Verlages Rytas.

Das Direktorium des Memelgebietes hat an die memelländischen Behörden eine Dienstanweisung er­lassen, in der unter Hinweis auf den Artikel 20 des Memelstatuts festgestellt wird:Angehörige der litauischen S t a a t s s i ch e r h e i t s Po­lizei im Memelgebiet sind als Privatper­sonen zu betrachten und gegebenenfalls entspre­chend zu behandeln." Der Artikel 20 des Memel- statuts bestimmt ausdrücklich, daß die Aufrechterhal­tung der öffentlichen Ordnung im Memelgebiet durch eine örtliche Polizei gesichert wird, die den Behörden des MemelgebiStes untersteht. Es ist also eine krasse Verletzung des Statuts, wenn die litauische Staatssicherheit sich gestützt auf den ebenfalls statutwidrigen Kriegszustand viele Jahre lang amtliche Befugnisse im Memelland anmaßte. Das Memel-Direktorium hat jetzt nach Aufhebung des Kriegszustandes die ihm unterstell- ten Behörden auf die erwähnte Bestimmung des Statuts aufmerksam gemacht.

Oie Gümmenzählung in Memel.

Memel, 12. Dez. (Europapreß.) Die Auszäh­lung der Stimmen der Wahl zum memelländischen Landtag begann am Montag in der Auguste-Vik- toria-Schule in Memel. Die Stimmzettelpakete wur- den tn der Nacht zum Montag im memelländischen Direktorium in einem versiegelten Raum aufbe­wahrt und von Polizisten und Vertrauensleuten be­wacht. Dann wurden die plombierten Säcke ins Zahllokal gebracht und geöffnet. Die Zählung wird voraussichtlich bis 22 Uhr, alle zwei Tage bis zum Abend fortgesetzt werden. Insgesamt sind über 240 Zahler beteiligt, meist Lehrer und Beamte, die für acht Tage Urlaub erhalten haben. Die Schulen find aus diesem Grunde während dieser Zeit ge- schlosien. Nach nichtamtlichen Schätzungen liegt die Wahlbeteiligung zwischen 96 und 97 v. H. Das Er- gebnis der Wahl hofft man am Freitag verkünden zu können.

lleberfail ungarischer Terroristen auf eine deutsche Versammlung.

Preß bürg, 12. Dez, (DNB., Eine öffentliche Kundgebung der Deutschen Partei in Unter- Metzenseisen, unmittelbar an der unga­rischen Grenze, wurde am Sonntag durch me Gruppe schwerbewaffneter u n - 9 o r1 J d) e r JE e r r o r i ft e n gestört, die gegen Schluß der Kundgebung über die ungarische Grenze eingedrungen war, die vom Kund- gedungsplatz nur etwa 1200 Meter entfernt liegt Die Terroristen versuchten weiter, als die Kund- gebung beendet war, Staatssekretär Karmasin, der bei der Kundgebung gesprochen hatte, und den Angehörigen der Deutschen Partei den Rückweg

Das Ergebnis der jugoslawischen >

!«!

58,9 v. H. Stimmen für die Regierungsliste.

ahlen

Ze ein deutscher und ein ungarischer Abgeordneter gewählt.

Belgrad, 12. Dez. (Europapreß.) Am Montag­mittag veröffentlichte das Innenministerium eine amtliche Mitteilung über das Endergebnis der Wah­len in Jugoslawien. Danach hat die Liste des Ministerpräsidenten Dr. Stojadino- witsch insgesamt 1 636 519 Stimmen erhalten, das sind 58,9 o. H. aller abgegebenen Stim­men. Die Liste Dr. M a t s ch e k s erhielt 1 336 823 Stimmen, also 40,21 v. H. Die Liste Li o t i t s ch s konnte nur 30 310 Stimmen auf sich vereinigen; das entspricht einem Hundertsatz von 0,89. Die Kroa­te n haben gegenüber den letzten Wahlen eine Zu­nahme um 250 000 Stimmen zu verzeichnen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob ihre so gewonnenen Mandate sämtlich anerkannt werden, da in Regie­rungskreisen auf den starken Wahlterror hingewiesen wird, dem die Wähler in den kroatischen Gebieten ausgesetzt waren. Da die Regierung die absolute Mehrheit erhalten hat, stehen ihr drei Fünftel aller Mandate, also etwa 300 Sitze, zu. Die Liste Matschet wird nach diesem Ergebnis mit 70 Abgeordneten in der Skupschtina vertreten sein. Als charakteristisch für die Wahlen kann angeführt wer­den, daß während die Regierungsstimmen i n d e n serbischen Wahlkreisen sich gegenüber den Wahlen im Jahre 1935 erhöht zu haben scheinen, die Kroaten diesmal in noch größerer Anzahl für Matschet gestimmt haben, yn dem Donau- Banat, der sogenannten Vojvodina, hat die Re­

gierung ebenfalls mehr Stimmen erhalten als das letzte Mal, und zwar dank der Tatsache, daß bei dieser Wahl sowohl die deutsche, als auch die ungarische Minderheit geschlossen für die Regierungsliste stimmten. Don den beiden Kandidaten der .deutschen Volksgruppe konnte sich nur der Schriftleiter desDeutschen Dolksblattes" in Neusatz, Franz Hamm, ein Mandat sichern. Er wurde im Wahlkreis Kula mit 6895 Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat, der ebenfalls auf der Regierungsliste kandidierte, erhielt rund 3000 Stim­men, während die Opposition kaum 800 Stimmen zusammenbrachte.7 Dagegen hat der andere oft'i- zielle Kandidat der deutschen Volksgruppe, der Rechtsanwalt Ludwig Keks, im Wahlkreis Apatin nur 1717 Stimmen erhalten, während die Mehrheit einem serbischen Abgeordneten zufiel. Der einzige ungarische Wahlbewerder, Gellert Fodor, wurde mit großer Mehrheit im Wahlkreis Popola zum Abgeordneten gewählt.

Das RegierungsblattVreme" führt heftige Klage über den Terror der Matfchek-Anhänger in den kroattschen Gebieten und schließt seinen Arttkel mit den Worten:Abstimmen für Matschet unter solchem Terror bedeutet nichts! Heute bereits beginnt in Jugoslawien eine neue Periode der Ord­nung und der Arbeit, welche sowohl Dr. Matschet, als auch diejenigen, die sich der Ordnung widersetzen, vernichten wird."

Eden auf Reisen.

Don unserer berliner Schriffleiiung.

vom Kundgebungsplatz abzuschneiden. Sie schossen mit Schnellfeuerwaffen und sogar mit Maschinenaewehren gegen die völlig unbewaffneten Deutschen. Ein auf Staatssekretär Karmasin abgegebener Schuß traf ein Mäd­chen in den Hals und verletzte es schwer. Karmasin sowie mehrere Kundgebungsteilnehmer wurden durch Steinwürfe verletzt. Die slowakische Gendarmerie versuchte, die über die Grenze gedrungenen ungarischen Terroristen abzu- wehren. Außerdem wurde eine mit Maschinen­gewehren ausgerüstete slowakische Militärabteilung eingesetzt, der es gelang durch Schüsse und Tränen­gasbomben die ungarischen Terroristen in die Flucht zu sagen.

Syriens Zukunst.

Um die Ratifizierung des Unabhangigkeitsvertrags.

Paris, 12. Dez. (Europapreß.) Außenminister Bonnet hat am Montagvormittag erneut den seit Ende August dieses Jahres in Paris weilenden syrischen Ministerpräsidenten Djemil Mardam B e i empfangen. Bei den Verhandlungen zwischen dem französischen Außenministerium und dem syri­schen Ministerpräsidenten handelt es sich um das Schicksal des im September 1936 zwischen Frank- reich und dem syrischen Mandatsgebiet abgeschlos­senen Vertrages, durch den Syrien seine Un- abhängigkeit erhalten sollte, ähnlich wie es seinerzeit durch den Vertag zwischen England und dem Mandatsgebiet Irak geschehen ist.

Obwohl in einem Mitte November dieses Jahres abgeschlossenen Zusatzabkommen die Rechte militärischer, Verkehrs- und wirtschaftspolitischer Art, die sich Frankreich auch in Zukunft in Syrien ootbehält, ausgedehnt worden sind, hat es nicht den Anschein, als ob die Widerstände im fran­zösischen Parlament, vor allem auf der französischen Rechten, gegen die Rattfizierung dieses Vertrages überwunden seien. Die französischen Parteien rea­gieren zur Zeit sehr lebhaft auf alle Mittelmeer­fragen und wollen die syrische Machtposition im östlichen Mittelmeer nicht aufgeben. In dem ziemlich weit links stchenden BlattOrdre" wurde am Montagmorgen ausgeführt, die Anwesenheit des syrischen Ministerpräsidenten feit nunmehr bald vier Monaten in Paris erscheine zum mindesten seltsam. Es werde behauptet, daß es Djemil Mardam Bei unmöglich fei, nach Syrien zurückzukehren, fo lange er nicht die Ratifizierung des Unabhängigkeitsver- ttages in der Tasche habe. Dagegen biete jedoch die Persönlichkeit Djemil Mardam Beis, der sich vor seinem Eintreffen in Paris in Italien auf- gehalten habe, keine Bürgschaft für die Sicherung der französischen Interessen.

Das Elend der arbeitenden Masten in Indien.

Neu-Delhi, 10. Dez. (Europapreß.) Grauen­erregende Einzecheiten über die unerträglichen Le­bensbedingungen, denen die arbeitenden Einge­borenen in Indien.ausgesetzt sind, enthüllt ein amt- sicher Bericht, der auf Grund genauer Stastiken während der letzten beiden Jahre anfertigt wurde. Zn der Zigarettenindustrie und in der Textilindustrie müssen beispielsweise Kin­der unter sieben Jahren täglich elf Stunden pausenlos arbeiten und erhalten da­für einen täglichen Lohn von 1 bis 2 Annas (unge- fäfjr 12 Pfennig). Das Durchschnittseinkommen einer ganzen Familie beträgt monatlich in der Zigarettenindustrie 18 Mark, bei Hafenarbeiterti 20 Mark und in der Textilindustrie etwas mehr. An den meisten anderen Berufen beträgt das Durchschnittseinkommen einer ganzen Familie mo­natlich noch nicht einmal zehn Mark. Mehr als d i e Hälfte des Einkommens muß für die E r - nährung, d. h. zum Einkauf von Reis ver­wendet werden, da andere Lebensmittel zu teuer* fint> Der Bericht stellt fest, daß infolge dieser Zu­stande etwa zwei Drittel der Bevölkerung vollkom­men unter ernährt sind. Die Wohnungsmiete r ^fprudjt etroa 11 v. H. des Eiankommens. Dabei sind die Wohnungsbedingungen denkbar schlecht, weil in den letzten 25 Jahren keine neuen Woh­nungen gebaut wurden. Das Wohnungselend führt öaju, daß ein großer Teil der Arbeiter, selbst wenn sie verheiratet sind, auf dem Straße-npfla- |t e r n a d) 11 g e n muß. Die unerträglichen Lebens- ^ben zu einer Verdoppelung der Sterblichkeit unter der Bevölkerung in den letzten 2o Jahren geführt. Ein besonderes Kapitel ist die Verschuldung. Die Bevölkerung wird von einem hemmungslosen Wuchersystem bedrückt. Einen Schutz für die Schuldner gibt es nicht, sie müssen nn Durchschnitt einen Zinssatz von 75 v.H pro Jahr bezahlen. Nach der Statistik sind 90 v. H. der Bevölkerung verschuldet.

Neue Enthüllungen im Skoblin-Prozeß.

Paris, 12. Dez. (Europapreß.) In der Ver­handlung über die Verschleppung des weißrussischen Generals von Miller durch'die GPU. las der Anwalt der Familie von Miller einen Brief vor, in dem die in Jugoslawien lebende Frau des weiß­russischen Generals K u t i e p o f f, der ebenfalls durch die GPU. ermordet und von französischem Boden verschleppt wurde, mitteilte, sie habe kein Einreisevisum erhalten und könne des­halb nicht an der Verhandlung teilnehmen. Frau Kutiepoff bestätigt das Bild, das das Gericht bereits von der Ehe Skoblin gewonnen hat, nämlich, daß die Frau es war,die die Hosen anhatte". Ferner erklärt Frau Kutiepoff, die Skoblin habe in Riga Beziehungen zu Sowjetagenten unter­halten.

Dann wurde der Uebersetzer Blumenfeld über die von der Kriminalpolizei mit Beschlag belegten Schriftstücke vernommen, vor allem über das Johannis - Evangelium, das einen Geheim- schlüssel barg. Ein Teil der Papiere, so gab der Uebersetzer an, interessiere den französischen Spionage-Abwehrdienst mehr als den Gerichtshof, in diesen Papieren hätten sich Listen vonAgents Provokateurs" befunden und solche von sowjetrussischen Agenten, die auf französischem Boden arbeiteten.

Der Zeuge Tverskoy, früher kaiserlich-russischer Generalstaatsanwalt, erklärte, Frau Skoblin habe bereits im Kriege einen schädlichen Einfluß auf General Gregorieff, den Kommandanten von Kowno, ausgeübt. Der Zeuge Baranoff erklärte, er habe als ehemaliger Leiter des Geheimdienstes der weißrussischen Truppen erfahren, daß Frau Skoblin in Odessa gute Beziehungen zu den roten Kommissaren Choulga und Dombrowsky unterhalten habe, die sich dort in der unmenschlichsten Weise benommen hätten.

Deutsch-rumänische

Wirtschastsvereinbarungen.

Bukarest, 12. Dez. (DNB.) In deutsch-rumä­nischen Wirtschaftsverhandlungen ist eine Reihe von Vereinbarungen getroffen worden, die die gelten­den Verträge über den Waren- und Zahlungsver­kehr ergänzen und verbessern. Der Warenaustausch- plan berücksichtigt die durch den Anschluß der Ost­mark und des Sudetenlandes eingetretene Vergrö­ßerung des Umfanges des deutsch-rumänischen Warenverkehrs. Darüber hinaus wurde noch eine weitere Ausdehnung vorgenommen. Die rumänische Nationalbank wird eine Reichmark in Bukarest nicht wie bisher mit 38 bis 39 Lei, sondern mit 40,50 an- und 41,40 verkaufen. Deutschland wird von der sehr reichlichen diesjährigen rumänischen Ernte 400 000 Tonnen Weizen und 500 000 Tonnen Futter- getreide, 12 000 Rinder, 200000 Schweine und erhebliche H o l z m e n g e n übernehmen. Die Rumänen, die ihre erheblichen Lager von Erzen und Bauxit den Rohstoff der Aluminium-Jn- dustrie erschließen wollen, finden in der deut­schen Maschinenindustrie einen leistungsfähigen und für die Bedürfnisse des Südostens eingestellten Lie­feranten. Diese Verhandlungen haben also er­neut bestätigt, daß die deutsche und die rumänische Volkswirtschaft sich gegenseitig vorteil­haft e r g ä n z e n , so daß die Möglichkeit gegeben ist, den Handel zwischen den beiden Ländern weiter­hin zum Vorteil beider Völker auszubauen.

Deutsche Verkehrsflugzeuge für Japan.

Schanghai, 12. Dez. (Europapreß.) Wie der Präsident der Japanese Aviation Company, Takao Saito, bei einem Besuch in Schanghai der Zeitung Shanghai Mainichi" erklärte, soll die Luft- Verbindung zwischen Japan und dem chinesischen Festland im kommenden Jahr erheblich verstärkt werden. Es sind dafür fünf deutsche F o ck e - W u l f - E o n d o r - M a s ch i - nen a n ge s ch a f f t worden, die je 2 6 Flug, gästen Raum bieten. Es handelt sich um den gleichen Typ wie bei der Condor DACON, die den Rekord flug von Berlin nach Tokio ausgeführt hat. Die deutschen Flugzeuge sollen auf der Strecke Tokio HsinkingSchanghaiTaihoko (Formosa) eingesetzt werden. Das Kapital der Japanese Avia­tion Company, die am 1. Dezember 1938 dittch den Zusammenschluß zweier Fluggesellschaften gegründet wurde, soll von jetzt 25,5 Millionen Pen auf 100 Millionen erhöht werden, um vom kommenden Sommer an ein dichteres Verbindungsnetz zwischen Japan und China aufbauen zu können.

Italienischer Besuch im Volke wagenwerk.

Braunschweig, 12. Dez. (DNB.) Auf seiner Deutschlandreife stattete der italienische Korpora- tionsminister L a n t i ni gemeinsam mit Dr. L c y dem Dolkswogenwerk bei Fallersleben einen Besuch

Mr. Eden hat sich wieder einmal auf Reisen beaeben. Diesmal hat er den westlichen Kurs ein- geschlagen, wird also nicht mit neuen,unvergeß­lichen Eindrücken" aus der Hauptstadt der Fachleute des Todes, aus Moskau, zurückkehren, für das er seitdem eine merkwürdige Schwäche hat, sondern hat den Weg über den Großen Teich eingeschlagen und die Amerikaner mit seiner Gegenwart beehrt. Selbstverständlich nurprivat". Etwas anderes hatten wir auch gar nicht erwartet. Darum über­rascht es uns nicht, ihn plötzlich als Wanderredner der Weltdemokratte in einer Versammlung der vier­tausend reichsten nordamerikanischen Geschäftsleute auftauchen zu sehen, denen er einiges über Volks- führung verzapfte. Natürlich ganzprivat", wes- wegen auch dreihundert amerikanische Sender die Rede verbreiteten. Vor dieser hochkapitalistischen Gesellschaft, die sich den Teufel um soziale Pflichten schert, hat der dauergewellte Herr Eden, kurz gesagt, wieder einmal das System der autoritären Staaten in Grund und Boden gedonnert und bei seinen Fabrikherren rauschenden Beifall geerntet. Sind doch dieseMoneymakers" ebenfalls geschworene Feinde des von dem demokratischen Wanderredner mit der haarscharfen Bügelfalte über Nacht ent­decktenarroganten Militarismus". Hauptsache, die Demokratien sorgen dafür, daß bald wieder Panzer­platten bestellt werden und in den Munitions­fabriken mit Ueberschichten gearbeitet wird. Herr Eden ist so etwas wie ein Wegbereiter des nächsten Krieges, den er sich in der Form eines demokra­ttschen Kreuzzuges gegen den Nationalsozialismus vorstellt. Es gibt ja auch nichts, was er als positive Leistung der von ihm gehaßten und mit Stumpf und Stil auszurottendenanderen Weltanschauung" anerkennen könnte. Die Erde dreht sich trotzdem weiter, und das deutsche Volk wird fortfahren, die seit fünf Jahren rüstig vorangehende Aufbauarbeit auf allen Gebieten seines Lebens fortzusetzen. Und zwar unter nationalsozialistischer Führung, die demokratischer ist als die von Eden vertretene, und die alle Merkmale einer Volksführung aufmeift, während man nicht finden kann, daß Eden und der von ihm ausgesuchte erlauchte Kreis durch eine auf. bauende Tätigkeit auf dem Gebiete der Volksfüh­rung irgendwann und irgendwie ausgefallen wären. Herr Eden ist natürlich nicht nach Amerika gekom­men, um nur einmalprivat" aufzutreten, er wird sich durch die ganzen Staaten hindurchreden. Und je größer der Beifall namentlich der amerikanischen Judenpresse ist, desto stärker wird die Gewißheit, daß wir uns auf dem richtigen Wege befinden, Herr Eden aber nur eine gut frisierte Puppe ist, die Alljuda tanzen läßt und die auswendig Gelerntes über Volksführung und Dolksführer so herplappert, wie ihm das von seinen Auftraggebern eingeimpft worden ist. Denn diese Leute verteidigen ja gar nicht die Demokratie, sondern ihren Geldsack und damit auch die Möglichkeit, das Blut der Menschheit in Gold umwandeln zu können. D. S.

ab. In der Cianetti-Halle waren die italienischen und die deutschen Arbeiter, die seit Monaten ge­meinsam am Bau des Dolkswagenwerkes schaffen, zusammengekommen, um Dr. Ley und feinem Gast ihre Treue zum Werk erneut zu bekunden. Von Fallersleben aus setzten Dr. Ley und ßantini ihre Besichtigungsfahrt nach Braunschweig fort. Hier machten sie einen Besuch in der Mustersiedlung Mascherode und besichtigten die Braunschweiger Altstadt-Sanierung. Die Fahrt wurde bann nach Watenstedt fortgesetzt, wo die Reichswerke Hermann Göring" ausgesucht wurden. Nach einer Fahrt durch das Salzgittergebiet begaben sich die Gäste nach Hamburg.

Kunst und Wissenschaft.

Verleihung des kurhesfischen Kulturpreises.

Im Rahmen eines Festaktes verlieh Gauleiter und Staatsrat W e i n r i ch erstmalig den von ihm ausgesetzten Kurhessischen Kulturpreis, der alle zwei Jahre in Höhe von 5000 Mark ver­liehen werden soll. Der Sonderpreis fiel dem be­kannten Hessenmaler Geheimrat Bantzer (Mar­burg) in Anerkennung seiner reichen und erfolg­gekrönten Lebensarbeit zu, an der man beim Auf­bauwerk der deutschen Kunst nicht vorübergehen kann. Preisgekrönt wurde ferner der Kunstmaler Karl Lenz (Erdhausen), dessen Arbeiten weit über die Grenzen der Heimat hinausgedrungen sind und mit dazu beitragen, daß die farbenfreudigen Trach­ten um Marburg und aus der Schwalm lebendig erhalten bleiben. Ein weiterer Preis fiel dem Gauwirtschastsberater Dr. Rudolf Braun (Kassel) zu, dessen unermüdliche Arbeit der letzten Jahre er- folgreich im Dienste der wirtschaftlichen Gesundung des Hessenlandes stand, wobei er alles vermied, was das Bild der Heimat verunstalten konnte. Den Kulturpreis für Musik erhielt der Kapellmeister des Kurhessischen Landes-Orchesters, Paul Dörrte. Er trug dazu bei, daß das auch durch fein Auftreten im Reichssender Frankfurt bekannt gewordene Orchester heute in Deutschland mit an erster Stelle steht. Den Preis für Schrifttum erhielt der junge Dra­maturg Walter B e ft für feine wertvollen Arbeiten, die er aus der Fülle geschichtlichen deutschen Er­lebens heraus wirkungsvoll zu gestalten wußte.

Aus aller Wett.

Wichtige Erziehungsaufgabeu des Reichstreubundes.

Der Reichstreubund ehemaliger Berufs­soldaten hielt in Berlin seine diesjährige Arbeits- tagung ab. Bundesführer, Gauleiter und Oberpräsi­dent Schwede (Coburg) konnte das Ergebnis der Tagung in folgende Feststellung zusammenfassen: Dem Reichstreubund sind vom Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht bedeutungsvolle Auf- gaben gestellt worden; Erziehung der ehemaligen Berufssoldaten zu soldatischen Beamten national­sozialistischer Prägung, Betreuung der aus dar Wehrmacht ausscheidenden aktiven Unteroffiziere bei ihrem Uebertritt in den Zivildienst sind die wichttg- sten dieser Aufgaben. Diese volks- und wehrpolitisch hochbedeutsamen Aufgaben müssen besonders des­halb vollkommen erfüllt werden, weil davon die Ge­winnung eines guten Unteroffiziernachwuchsts und baD°n nrieber die Schlagkraft der Wehrmacht ab­hängig ist. Aus diesem Grunde hat der Führer die Mitgliedschaft der aktiven Unteroffiziere im Reichs- treubunb mit Beginn des 11. Dienstjahres befohlen und die Erwartung ausgesprochen, daß insbesondere auch die als Beamte angestellten ehemaligen Be­rufssoldaten sich zur Mitarbeit im Reichstreubund Zur Verfügung stellen.

Schiffsbrand fordert drei Todesopfer.

Im Hafen von Marseille brach auf dem englischen TankdampferMaryda" als Folge einer Explosion em Brand aus, der drei Todesopfer for-