Ausgabe 
13.12.1938
 
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derte. Das Feuer konnte zwar oechältnismäßig rasch gelöscht werden, aber von den im Schiffs- - innern mit Reparaturarbeiten beschäftigten franzö­sischen Dockarbeitern konnten drei, die durch die Explosion überrascht worden waren, nur noch als verkohlte Leichen geborgen werden. Zwei andere Arbeiter erlitten schwere Brandwunden. Der englische Dampfer versah den Dienst mit sowjet- panischen Häfen. Bereits Mitte November hatte ich im Schiffsinnern, als der Dampfer vor dem üdfranzösischen Hafen Sete lag, eine geheimnisvolle Explosion ereignet.

Bis jetzt 330 Todesopfer der Taifunkatastrophe auf den Philippinen.

Wie aus Manila berichtet wird, ist nunmehr die Telephonverbindung mit den von der letzten Tal­funkatastrophe heimgesuchten Gebieten und Inseln wieder hergestellt worden. Es zeigte sich, daß die Zahl der Todesopfer beträchtlich höher war, als ursprünglich angenommen wurde. Sie betragt jetzt 330, wobei aber noch zahlreiche Personen als vermißt gemeldet werden.

Wirbelsturm in Südindien fordert sechs Todesopfer.

Bei einem schweren Wirbel st urm über der Stadt Masulipatam in Südindien wurden sechs Personen getötet. Drei Segelschiffe gingen in­folge des Sturmes unter. In einzelnen Teilen der Stadt stand das Wasser mannshoch in den Straßen.

Line Internationale Verkehrsausslellung 1940 in Köln.

Der Präsident der Internationalen Verkehrsaus­stellung 1940 in Köln, Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller, trug dem Führer im Beisein des Kölner Oberbürgermeisters Dr. Schmidt an Hand von Modellen den endgültigen Plan der Aus­stellung vor. Der Führer gab den Plänen feine Zustimmung.

Neues Verkehrsbüro der Reichsbahnzentrale in Mailand;

In Mailand wurde ein neues Auskunftsbüro der Reichsbahnzenttale eröffnet. Mit der fortschreitenden Entwicklung des Reiseverkehrs von Italien nach Deutschland hatte es sich als notwendig erwiesen, das Mailänder Büro der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr in größere Amtsräume zu' verlegen. Das neue Büro befindet sich im Marmor­gebäude des soeben fertiggestellten Fiat-Palastes, im Mittelpunkt der Stadt. .

Jüdischer Schmuggelskandal in USA.

Die amerikanische Oeffentlichkeit beschäfttgt sich zur Zeit stark mit einem Schmuggelskandal, der Alljudas dunkle Machenschaften vor allem hin­sichtlich der Filmkolonie Hollywood aufdeckt. Nach­dem erst kürzlich die Frau des jüdischen Richters Lauer vom Neuyorker Staatsgericht, die die neuesten Pariser Modelle kofferweise eingeschmug­gelt und an jüdische Helfer und gewisse Mitglieder der Filmkolonie weiterverkauft hat, unter Anklage gestellt worden ist, erfolgten nunmehr Anklagen wegen Schmuggels gegen drei weitere Personen. Vor Gericht kommen 'eine gewisse Paula Ghey- s k e n 5 , ein gewisser Albert Chaperau, der gleichfalls Beziehungen zur Filmkolonie haben soll, und der jüdische Radiokomiker und Filmdarsteller George Burns. Der letztere, dessen eigentlicher Name Birnbaum ist, gestand den Behörden, daß er drei Schmuckstücke im Gesamtwert von nahezu 5000 Dollar eingeschmuggelt hat. Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft geht weiter. Es wurden bereits

mehrere bekannte Mitglieder der Filmwelt ver­nommen.

Ein Affe Überfällt ein Zirkuspferd.

Im Zirkus Benneweis, der in dem Seebadeort ©iüeleje auf der dänischen Insel Seeland überwin- tert, hat sich ein nächtliches Tierdrama abgespielt. Ein achtjähriger Affe riß sich plötzlich von seinem Halfter im Pserdestall los und stürzte sich auf zwei Schimmel Der eine konnte sich in Sicherheit brin? gen, während der andere in der Box hängen blieb unb von dem wütenden Affen durch Bisse in Hals und Seiten fürchterlich zugerichtet wurde Das her- beieilenbe Stallperfonal konnte ben Schimmel be­freien. Der behandelnde Tierarzt mußte 36 Nadeln legen, um die Wunden des Schimmels zu ver­nähen.

Straßenwetterdienst der Generalinfpektion.

Berlin, 12. Dez. (DNB.) Der Straßenwetter­dienst vom 12. Dezember meldet: Reichsaumbahnen: Auf den Strecken MünchenNürnberg, München Salzburg und MünchenStuttgartUlm teilweise Glatteis. Die Straßen sind gestreut. Allgemeines Straßennetz: Die Groß-GlocknerHochalpenstraße ist bei Verleiten für Hochtouren unpassierbar. In den Höhenlagen von Kärnten, Steiermark, Salz­burg, Tirol, Vorarlberg, im südlichen Schwarzwald unb teilweise in den Sudeten tauender Schnee und Glatteis; Straßen sind ober werben gestreut.

Getreidedrusch noch einschränken.

Fwb. Die wieberholte Mahnung, daß der ein­zelne Erzeuger ' in diesem Jahre ben Ausdrusch feiner Getreideernte auf ein möglichst geringes M. beschränken möge, ist nicht in allen Fällen befolgt worden. Wie schwierig die Lage am Ge­treidemarkt wird, wenn auf die bereits vorhan­denen großen Mengen gedroschener Getreideernten neue Angebote drücken, ist ohne weiteres klar, da man weiß, daß die Mühlen ihren Lagerraum rest­los gefüllt haben. Die Notwendigkeit, zunächst das Getreide im Stroh im eigenen Betrieb aufzubewah­ren, ist für den Erzeuger nur mit ganz geringen Unannehmlichkeiten verbunden, da durch eine für das ganze Reich gültige Verordnung die Bevor­schussung der vorhandenen Getreideernte auch vor Ausdrusch erfolgen kann. Der Ausdrufcy soll bis Januar 1939 aussetzen. Dreschen soll man Zur Zeit nur bas (Betreibe, bas im betriebseigenen Lagerraum des Erzeugers untergebracht werden kann. Der Bedarf an Barmitteln, der zu dieser Jahreszeit selbstverständlich ist, kann bis zu 70 v. H. druch Bevorschussung erlangt werden. An alle Land­wirte bzw. Erzeuger ergebt daher nochmals der Aufruf: Wartet mit dem Ausdrusch von Getteide so lange es irgend möglich ist.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

B. R. Bei dem gänzlichen Fehlen jeglicher An­gaben über Einkommen und Vermögenslage kann die Frage nur in groben Umrissen behandelt wer­den. Für die Erhebung der Bürgersteuer im allge­meinen ist das höhere Lebensalter ohne Bedeutung. Bei der Bemessung der Bürgersteuer allerdings kann das Lebensalter mitbestimmend sein insofern, als bei Volksgenossen, die am Stichtage, das ist immer der 10.10. des dem Erhebungsjahre voraus-

gehenden Bemeffunasjahres, das 50. Lebensjahr voll­endet haben, sich sowohl der Steuermeßbetrag in Höhe von 3 Mark, als auch der Steuermeßbetrag von 6 Mark um ein Drittel ermäßigt, vorausgesetzt daß das Einkommen im Bemessungsjahr nicht mehr als 2100 Mark betragen hat. Ob die monatlichen Einkünfte in Form von Gehalt, Pension oder Renten dem Steuerpflichtigen zufließen, ist für die Erhebung der Bürgersteuer bedeutungslos. Abgesehen wird von der Erhebung der Bürgersteuer, wenn die Frei- arenze nicht übrschritten wird. Diese beträgt bei Steuerpflichtigen, die verheiratet sind ober als ver­heiratet steuerlich gelten, 150 v. H. des Bettages, den der Steuerpflichtige im Falle der l'ilfsbebür;iigFeit von dem Fürsvrgeverband, der am Stichtag für ihn zuständig ist, nach den Richtsätzen der allgemeinen Fürsorge als Wohlfahrtsunterftützung im Er­hebungsjahr erhalten würde, mindestens jedoch 400

Mark Sollten Sie für Ihre Rente lohn- oder ein­kommensteuerfrei fein, so dürfte, wenn kein weiteres Vermögen vorhanden ist, nur der halbe Steuermeß­betrag (3 Mark), vervielfältigt mit dem Hebesatz der Gemeinde, in Frage kommen. Ihre volljährige Toch­ter, die den Haushalt mit Ihnen teilt, wird mit Ihnen gemeinsam zur Bürgersteuer herangezogen, wenn die Voraussetzungen des 8 6 Absatz 3 des Bür- gersteueraesetzes erfüllt sind. Leider ist es hier <n Anbetracht des begrenzten Raumes nicht möglich, näher auf diesen Paragraphen einzugehen. Wir empfehlen Ihnen, sich dieserhalb mit dem zuständi­gen Finanzamt in Verbindung zu setzen. Allgemein sei gesagt, daß die Freigrenze an Stelle von 150 v. H., für Ledige 130 v. H. der in Frage kommenden Unterstützungssätze der Gemeinde beträgt, mindestens jedoch ebenfalls 400 Mark.

Hundert Ähre Geschichte der Photographie.

Eine Buchbesprechung

Pros. Dr. Erich Stenger:Die Photo­graphie in Kultur und Technik". Verlag E. A. Seemann, Leipzig. 220 Seiten, 65 Bild­tafeln, 1 Kunstdruckbeilage. Preis geb. 9,50 Mark. (451) In der Gegenwart, in der die Photo­graphie in einer kaum mehr umfassend darzuftel- lenben Form der Menschheit zur bereitwilligen Die­nerin geworden ist, in einer Zeit, in der fast in einem jeden Hause eine Kamera zu finden ist, und in dieser Gegenwart, in der sich fast jedermann photographische Abbildungen und Erinnerungen verschaffen kann, ohne Schwierigkeiten zu be­gegnen denkt wohl kaum jemand daran, wie weit und dornenvoll der Weg war, bis es so weit kommen konnte. Die Amateure wissen wenig von der Geschichte der Photographie, derKnipser" weiß nichts! Mancher ist dabei gar der Meinung, daß dieses geschichtliche Wissen eine Belastung sein konnte und weist es deshalb von sich. Der ernste Lichtbildner aber, jener, der heute noch und nach jahrzehntelanger photographischer Betätigung jede Platte und jeden Film mit gleicher Spannung aus dem Fixierbad hebt, wie in feinerFrühzeit", der wird der Geschichte der Photographie wohl kaum die kalte Schulter zeigen. Nur mangelte es bisher an einer großzügigen und doch lückenlosen Zusammen­fassung.

Diese Lücke füllt nun das vorliegende Buch eines berufenen Mannes aus. Prof. Dr. Stenger von der Technischen Hochschule in Berlin führt den Leser seines Buches so weit hinein in die geschichtliche und kulturelle Erscheinung der Photographie, daß das Studium des Werkes nicht nur eine Wissensbereiche­rung, sondern auch eine feine Vertiefung in die Materie der Lichtbildnerei und in ihre naturgegebe­nen Gesetzmäßigkeiten darstellt. Wer sich für dieses Gebiet, das in eigenartiger Mischung ein kulturelles, wissenschaftliches und technisches Arbeitsfeld ist, interessiert, wird erstaunt sein über die Fülle der Gesichte, die ihm hier begegnet. In überraschend klaren, straff zufammengefaßten, ganz auf das We­sentliche gerichteten Darstellungen lernt man die Unsumme der Bemühungen kennen, die zwischen frühesten tastenden Versuchen des Halleschen Arztes Johann Heinrich Schulze (1727), den frühesten greif­baren Ergebnissen eines Daguerre und eines Niöpce

(1838/39, Paris) und den erreichten Ergebnisien der Farbenphotoaraphie des Jahres 1938 liegen. Unschwer ist aus dem aufschlußreichen Werk heraus- zulesen, wie jene Menschen, die leidenschaftlich be­müht waren, der Photographie vorwärtszuhelfen, in Hunderten von Versuchen im Kampfe lagen mit den scheinbar widerwillig dienenden Chemikalien und ihren in dieser Frühzeit der Photographie oft genug geheimnisvoll anmutenden Eigenschaften. Man erfährt, wie die Gesetze der Optik in lieber- einftimmung gebracht wurden mit den Erforder­nissen der Photographie und klar läßt sich verfolgen, wie die Entwicklungskurven von der ersten Kamera Daguerrotyp", über viele begeistert konstruierte und wieder verworfene Kameratypen bis zur Drä- zisions-Kleinbildkamera und zur modernen Film­kamera unserer Zeit verliefen. Und nicht weniger aufschlußreich ist es, zu verfolgen, bei welchen Zeit­punkten die markantesten Fortschritte der Lichtbild- nerel lagen und welchen Männern sie zu verdan­ken sind. Reich ist der deutsche Anteil der For­schungsarbeit und hervorragender Ergebnisse. Da­bei ist vom Derfasier aber nicht vergessen worden, zu verzeichnen, welche Mißerfolge, Enttäuschungen und Verirrungen am weiten Wege lagen.

3n großer Ueberschau sind die Anwendungsge­biete der Photographie Umrissen, die in dieser Zu­sammenstellung auch jenen Lichtbildner durch ihre Vielfalt überraschen, der tief in der Sache zu stehen glaubt. In vielen Abschnitten wird bewiesen, daß die Photographie zum wertvollsten Helfer vieler Wissenschaften geworden ist, und dabei man denke nur an die Medizin in den unmittelbaren Dienst am Wohle des Menschen getreten ist.

Mit besonderem Vergnügen lieft man aus den Perspektiven unserer Zeit heraus die mancherlei Betrachtungen und Bemerkungen über die Photo­graphie aus dem Munde oder der Feder mehr ober weniger bedeutender Männer, die im Laufe der 100jährigen Geschichte sich mit der Photographie in kulturkritifcher und kulturhistorischer Weise befaßten, sie entweder in den Himmel hoben, sie als göttliche Idee verherrlichten ober .aber in Sack und Asche oerbammten.

Für den Lichtbildner, der seiner Sache ernsthaft zugetan ist, ist dieses Buch ein unvergänglicher Wert und eine Offenbarung zugleich.

Heinrich Ludwig Neuner.

Der zweite Ring deutscher Großbauten.

Eindrücke von der Architektur- und Kunsthandwerker-Ausstellung in München.

Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.

Die am 10. Dezember im Haufe der Deutschen Kunst zu München eröffnete Ausstellung ist die vierte, die das Haus sieht, von diesen vieren, wie der Name sagt, die Zweite Deutsche Archi­tektur- und K u n st h a n d w e r k a u s st e l - l u n g. Noch ist in der Erinnerung der erstaunliche Eindruck nicht erloschen, den die erste Schau der Großbauten des Führers in jedem Besucher hinter­ließ. Und schon soll eine zweite Ausstellung der gleichen Art Neues zeigen? Wer sich's ehrlich ge­steht, muß sagen, daß er mit einigen Zweifeln her­gekommen ist: ob und wie denn das möglich sein sollte.

Schon der erste Rundgang aber läßt im Besucher das Gefühl erstehen: hier liegt die frühere Schau weit hinter uns; jetzt erst geben sich die Hohen zu erkennen, beginnt der Anstieg zu den Gipfeln. Dir erste Schau war erstaunlich;'diese ist überwältigend. Jene rief zur Sammlung; diese ist die Sammlung selber.

Während man die zahllosen Säle mit imposanten Großphotos an den Wänden und mit meister­lich ausgeführten Holzmodellen, teils von Außenaufnahmen, teils von Jnnenräumen, wieder und wieder durchwandert es dauert mehrere Stunden, bis nur die allgemeinste Ueberschau im Gedächtnis feststeht gewahrt man bald einen Unterschied im verborgensten Energiehaushalt, der hinter der ersten und dieser zweiten Ausstellung liegt; in jener ging es überwiegend um Einzel­vorhaben (wenngleich die großen Raumbewältigun­gen, denken mir nur an das Nürnberger Reichs­parteitaggelände, nicht fehlten); hier dagegen schließt sich her Wille mehr und mehr um gewaltige Riesen­räume zusammen; die ©efamtgeftaltung ganzer Stadtteile und die Anlage so weit­läufiger Gebäudearuppen, daß ihre Erschaffung ge­trost ben, städ..vaulichen Aufgaben zugerechnet werden darf, sie treten diesmal mit entschiedenem Uebergewicht hervor (obwohl nun anderseits hiermit nicht gesagt sein soll, daß die Einzelvorhaben weni­ger geworden wären, eher das Gegenteil).

Drei Gipfel heben sich aus dem Gesamtgelände der weitläufigen Schau heraus. Der Neubau Berlins. Der Neubau Münchens. Und wenn denkbar, noch erstaunlicher als jene die Hohe Schule am Chiemsee.

lieber den Neubau Berlins ist schon viel geschrie­ben worden; er ist im ganzen wie in Einzelheiten bekannt. Was sich aber hier an Hand maßstäblich genauer Modelle anschaulich und schon wie halbe Wirklichkeit vorstellt, gewährt neue Einblicke in die Weite und Tiefe. Hier steht das, was sich im Bau eben erst anbahnt, sozusagen als Plastik der Zu­kunft da, und erleuchtete Innenräume lassen den Beschauer ins Innere des Kommenden blicken. Der Runde Platz, der Große Stern mit der Siegessäule, der Platz vor dem Flughafen Tempel­hof ziehen immer wieder neue Beschauer an. Wel­ches Modell ist dort von Gruppen umlagert, die nicht weichen, sich mit den Händen dies und jenes zeigen, einander fragen und belehren? Es ist der Erweiterungsbau der Reichskanzlei. In zahlreichen Modellen werden Einzelheiten groß­formatig erläutert. So das Monumentalportal mit

den edlen Säulenpaaren. Ein Kapitel von diesen Säulen in Originalgröße leuchtet reichvergoldet. Vor einigen Modellen stehen die Betrachter Schlange: man blickt in bas Arbeitszimmer des Füh­rers, in den großzügigen Innenhof, in den re­präsentativen Rundraum, der besonders kostbar ausgestattet ist mit Reliefs und Plastiken, Decken­malereien und Fußbodenmosaik. Der gigantische Turmbau, um ben sich das Oberkommando Heer zusammenschließt, ragt auf. Und über allem hin leuchten die Riesenplastiken von Arno dre­ier, die hier einen hohen Sinn verkünden:Die Wehrmacht" undDie Partei".

Von Berlin nach München der Weg ist hier nicht weit. Diele Pläne, die jahrelang vom Rätseln und Fragen der Tausende umsponnen waren, tre­ten setzt zum erstenmal ans Licht. An der Pracht­straße, die sich auf dem jetzigen Gleisgelände der Reichsbahn hinziehen wird, kommt die Große Oper zu stehen, ziemlich nahe dem Stadtkern, un­fern dem Haus des Rundfunks. Der Odeons- p l a tz bekommt ein völlig verändertes Gesicht. Die Mauer, die jetzt den Blick von der Briennerstraße nach dem.Hofgarten versperrt, wird fallen; nur das große Tor bleibt stehen. An Stelle der Arkaden an der Ludwigstraße kommt das neue Odeon, flankiert von Obelisken, zu stehen; bas Gebäude bringt ziemlich tief, fast bis zum Dianatempel, in ben Garten ein;,dafür wird der Hofgarten nach der Seite des ehemaligenFinanzgartens" über die Galeriestraße hinweg erweitert. Von hier überbrückt die Idee der Neugestaltung großgespannt den gan­zen Raum bis zur Alten Pinakothek, deren jetziger Bau durch die Erweiterung verwandelt wird zum

Mittelbalken eines großen H, und bis zum König­lichen Platz, wo ein neuerKanzleibau des Braunen Hauses" die letzte Lücke schließt. Das Braune Haus gibt sich mehr und mehr als Kern bes neuen Stadtteils zu erkennen.

Diesen Neugestaltungen der beiden Hauptstädte folgen solche einer Anzahl deutscher Großstädte, un­ter denen besonders die Pläne Dresdens einen breiten Raum einnehmen; auch das werdende Berchtesgaden tritt kraftvoll hervor. Dann aber springen die Linien der schöpferischen Kräfte nach allen Himmelsrichtungen ins offene Land vor, und hier ist es vor allem jenes eine Modell, wo­von wir schon sprachen und das wie eine Vision der heraufdämmernden Zukunft selber dasteht: die Hohe Schule am Chiemsee. Sie wird eine gesonderte Betrachtung erfahren müssen. Nur an einem kann auch bei eiliger Betrachtung der Blick nicht vorübergehen. Daß auch hier ein monumenta­ler Turmbau das Ganze übersteigt und zusammen­hält, die Bauwelt ringsum und die Landschaft be­herrschend: das ist mehr als ein bloßer Baugedanke; das ist offensichtlich ein Symbol; es ist ein Sinn­bild der Kraft, der Führung und der Sammlung.

An diese Offenbarungen eines monumentalen, in großen Räumen denkenden Bauwillens schließt sich der Kreis der einzelnen Bauvorhaben an, fast noch reicher bestellt als im Vorjahr. Da sind die Or­densburgen, die Jugendherbergen, die Reichssportschulen, die HI. - Heime, die Adols-Hitler-Schulen und die Bauten der Deutschen Arbeitsfront, hier vor allem die KdF.-SchifseWilhelm Gustloff" und Robert Ley". Der Fernsehsender auf dem Brocken ragt auf. Die Reichsautobahnen mit ihren Brücken, Rasthäusern, Straßenmeistereien und Tank­stellen ziehen am Blick vorüber. An der Stelle, wo die Reichsautobahn München Salzburg auf die frühere Grenze trifft, wird einDenkmal der Ar­beit" von T h o r a k errichtet werden, vier Männer, die einen Felsblock einen Abhang hinanstemmen. Ein Modell davon, die Gestalten fast in natürlicher

Menschengröße, steht da; dann aber belehrt uns ein Großbild an der Wand, daß dies Denkmal in gi­gantischen Ausmaßen gedacht ist; riesig steigt es vor der Kulisie des fernen Hochgebirges auf; die Turm­leitern und Lastenkräne, die zu seinen Füßen stehen, wirken wie winziges Pygmäenwerk. Und weiter führt uns der Schritt, immer tiefer in das schaf­fende, dienende, arbeitende Deutschland hinein. Lehrlingswerkstätten, Seemannsheime, Kasernen, Werften, Flugzeughallen... Die Volksgemeinschaft aller Schaffenden tritt in den Kreis ...

Aus ihren Händen sind denn auch die kostbaren Dinge heroorgegangen, die die Kunsthand­werkausstellung in den oberen Räumen des Hauses der Deutschen Kunst in überreicher Fülle birgt. Wieviel gediegenes Können, wieviel handwerk­liche Kunstferttgkeit wäre zum Absterben verurteilt gewesen, wenn die neue Zeit nicht eine neue Auf­nahmebereitschaft für solche Dinge geschaffen hätte! Und da fällt uns jenes bescheidene Huldigungswerk ein, das ein österreichischer Keramiker während der Zeit der Bedrückung in jahrelanger stiller Arbeit vollendet: das Städtchen Braunau, in Ton geformt, handbemalt und gebrannt. Im Treppenhaus steht es unter einem Glassturz. Und wird es nicht, je länger wir es betrachten, in unfern Gedanken zur Mitte der ganzen Ausstellung?

Ein Ring von neuen Großbauten run­det sich, der, aus einem Schaffensjahr des Führers und feiner Mitarbeiter hervorgegangen, eine fange Reihe von Arbeitsjahren im Leben vieler Tausende und aber Tausende von Werkleuten füllen wird. Es ist der zweite Ring, der aus dem drängenden Quell der Zeit hervorgegangen ist. Auch er, wie der erste und wie die kommenden, Ausdruck eines deut­schen Werdefrühlings, den vor fünf Jahren noch niemand ahnen konnte. Auch er ein Zeichen in Stein, ein unvergängliches Mal, das künftigen Jahr­hunderten erzählen wird von dieser unsrer Zeit und dem, der sie über Deutschland herauf führte, Adolf Hitler. Dr. Hans Arthur Thies.

Ä

Modell der ©efamtanlage fürdenNeubaudesOberkommandosdesHeeres nach dem Entwurf von Architekt Professor Wllhelm Kreis. Der Bau entsteht auf dem Gelände zwischen Nord-Süd-Achse, Tiergarten, Bendlersttaße und Landwehrkanal. Das Hauptgebäude ist eineSoldaten. Halle" (links), eine 70 Meter hohe, 250 Meter lange mächtige, granitgewölbte Halle, die den großen Soldaten unseres Volkes gewidmet fein wird. (Scherl-Bilderdienst-M.)