Ausgabe 
13.10.1938
 
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wende noch weil über die Grenzen hinaus, die 1938 gezogen worden sind. Auf dem abgetrennten sude- tendeulfchen Gebiet leben jetzt in Wirklichkeit etwa 250 000 Tschechen.

Ist es schon verwerflich, mit falschen Angaben und Ziffern die nicht nur objektiv, sondern zum klaren Vorteil der Tschechen gezogene Grenzlinie zu verdächtigen, so ist es die Niederträcktigkeit selbst, wenn einige englischen Zeitungen dumm­dreist von dem Elend der tschechischen Flüchtlinge schwindeln, nicht etwa um Stimmung für diese tschechischen Flüchtlinge zu machen, sondern um gegen Deutschland zu Hetzen. Die tschechischen Flüchtlinge konnten sich überall rechtzeitig ent­fernen, soweit sie dazu Veranlassung hatten, denn der Einmarsch in das sudetenüeutsche Gebiet war wochenlang vorher anyekündigt. Geflüchtet sind auch nur solche Leute, die dazu Grund hatten. Wo aber bleibt die Entrüstung dieser englischen Blätter über das namenlose Leid, das die sudetendeutsche Bevölkerung tragen mußte? Warum veröffentlichen diese englischen Blätter in ihrem Bilderteil nicht Aufnahmen über das, was in tschechischen Gefäng­nissen und in tschechischen Polizeiämtern an Suüeten- deutschen geschehen ist? Warum berichtet die bri­tische Presse nicht über das Leben der tschechischen Minderheiten in Wien und in der Ostmark, die dort aus ihrem Wohlbefinden und ihrer Zufrieden­heit mit dem nationalsozialistischen Regime keinen Hehl machen? Warum berichtet sie nicht über die weitgehenden Zusicherungen, die den Tschechen im 'Sudetenland von der deutschen Reichsführung hin­sichtlich der Anerkennung und des Schutzes ihres Volkstums gemacht worden sind? Wenn die öffent­liche Meinung in England durch diese Presse über den wirklichen Sachverhalt wahrheitsgemäß unter­richtet wäre, könnte man an die Echtheit chrer Ge­fühle glauben, die jetzt über Juden und Emigranten jammert. So aber glauben wir weder an das eine noch an das andere, sondern nur an eine kleine, armselige Hetze gegen Deutschland... D. S.

Schaffende sammeln Schaffende geben!"

Dr. Leh zum Einsatz der Deutschen Arbeitsfront für das WHW.

Berlin, 12. Oft (DNB.) Reichsorganisations­leiter Dr. Ley hat anläßlich der Sammlung für das WHW. am kommenden Sonn­tag nachfolgenden Aufruf erlassen:

,4)03 Winterhilfswerk ist der Ausdruck der natio­nalen Solidarität aller Deutschen. Während sich die internationale Solidarität, die dem Arbeiter jahrzehntelang als die allein seligmachende Lehre gepredigt wurde, als Phantom erwiesen hat und vor den harten Tatsachen der Wirklichkeit wie Dunst und Rebel verwehte, hat sich die national- sozialistische Solidarität des national- sozialistischen Deutschlands in den vergangenen sechs Jahren als höchste Wirklichkeit oewahr- h e i t e L Die kühnsten Hoffnungen sind durch die Tat- und Opferbereitschaft unseres Volkes weit übertroffen worden. In den vergangenen Wintern ist die Deutsche Arbeitsfront mit ihren Ergebnissen der Straßensammlungen weitaus an der Spitze marschiert. Ich erwarte, daß auch in diesem Winter alle schaffenden Menschen, die sich zur größten Selb st Hilfeorganisation aller Zeiten und aller Völker bekennen, beweisen werden, daß sie den Sinn des National­sozialismus erfaßt haben und ihren Eifer in der Verwirklichung der nationalsozialistischen Solidari­tät gegenüber den vergangenen Jahren noch verdoppeln werden."

Oie Partei fördert die Motor,fierunq.

München, 13. Okt. (DRB.) Der Stellver- tr e t e r des Führers hat eine Anordnung erlassen, durch die die deutsche Kraftfahrt zu noch vermehrter Einsatzbereitschaft in nächster Zeit geführt wird. Die Anordnung be­sagt:

Die deutsche Kraftfahrt bedarf nach den bis­herigen Erfahrungen zur Erreichung höchster Lei­stungsfähigkeit verstärkter Förderung durch die Partei. Ich beauftrage deshalb den Führer des nationalsozialistischen Kraftfahrkorps, Korpsführer Hühnlein, und den Leiter des Hauptamtes für Technik, Hauptamtsleiter Dr. Todt, sich dieser Aufgabe zu widmen und mich den Behörden ge­genüber zu vertreten.

1. Dem Korpsführer Hühnlein fällt hierbei die Aufgabe zu, die Entwicklung auf dem Ge­biet der Verkehrsordnung und der Kraftfahrzeugwirts ch a f t zu beobachten, Anregungen zu geben und Vorschläge zu machen. Unter der Derkehrsordnung sind das Verhalten im Straßenverkehr, die Verkehrserziehung und die Prüfung der Verkehrsunsälle zu verstehen. In den Rahmen der Kraftfahrzeugwirtschaft fallen alle Fragen der Entwicklung der Kraftfahrzeuge, der Zulassung von Fahrzeugen und Fahrzeugsührern zum Straßenverkehr, die Fahrschulen, der Fahr­lehrer, der Krastfahrzeugsachverständigen, des Krafffahrsports und auch der Ordnung des zwi­schenstaatlichen Kraftfahrzeugverkehrs.

2. Dem Hauptamtsleiter Dr. To d t fällt die Aufgabe zu, die Derkehrspolitik im weite­sten Sinne zu beobachten, Anregungen zu geben und Vorschläge zu machen. Unter Derkehrspolitik sind alle Fragen zu verstehen, die sich auf den Straßenbau, die Straßenunterchaltung, die Be­triebsanlagen für den Straßenverkehr, den ge­filmten Güter- und Personenverkehr mit Kraft­fahrzeugen, die Treibstoffversorgung, die Anpas­sung von Kraftfahrzeugen an die Autobahn usw. beziehen. In Grenzfällen sichert die Zusam­menarbeit von Korpsffihrer Hühnlein und Hauptamtsleiter Dr. Todt die einheitliche Auffas­sung. Die Anordnung vom 22. Januar 1937 bleibt unberührt. Korpsführer Hühnlein und Haupt­amtsleiter Dr. Todt sind in der einschlägigen Ge­setzesarbeit die maßgeblichen Berater des Stellvertreters des Führers.

Groß-Wien.

Flächeumätzig die größte Stadt des Reiches.

Wien, 12. Ott. (DRB.) Der Führer und Reichs- kanzler hat am 1. Oktober ein Reichsgesetz über ©ebietsDeränberungen im Lande Oesterreich unter­zeichnet. Danach werden nunmehr auch die Teile des Gaues W i e n, die bisher noch nicht verwal­tungsmäßig mit der Stadt Wien vereinigt waren, zu einer Verwaltung seinheit zusam­men ge f a ß t. Der alte Plan der Schaffung von Groß-Wien ist damit verwirklicht. Die Vereinigung von 97 Ortsgemeinden mit Wien, das nunmehr in 26 statt bisher 21 Bezirke eingeteilt wird, bedeutet eine Vergrößerung der Fläche des Stadt-

Wiffenschafi im Dienst der Luftfahrt.

Oie Lahrestagung der Lilienthal-Gefettschast.

Berlin, 12. Okt. (DRB.) Im Usa-Palast am Zoo wurde die Hauptversammlung der Lilien- thal-Gesellschaf t für Luftfahrtfor­schung in Gemeinschaft mit der Deutschen Akademie für Luftfahrtforschung er­öffnet. Reben den Luftattaches und neben den be­kannten deutschen Forschern, Konstrukteuren und Fliegern sah man zahlreiche auf dem Gebiet der Luftfahrt weltbekannt gewordene Männer des Aus­landes, unter ihnen eine große Anzahl hoher Offi­ziere der italienischen Luftwaffe, den amerikanischen Ozeanflieger Lindbergh und die obersten Chefs der Luftwaffe zahlreicher Länder. Der Präsident der Ge­sellschaft, Ministerialdirektor Säumt er, gab fol-

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Vor Beginn fand im Reuen Palais in Potsdam ein Herrenabend statt, bei dem diese Ausnahme gemacht wurde. Man sieht den französischen Kunstflieger D 6 t r o n a t, Oberst Lindbergh und General­major U d e t. (Scherl-Bilderdienst-M.)

aendes Telegramm an den Reichsminister der Luft­fahrt, Generalfeldmarschall Göring, bekannt: Die Lllienthal-'Gesellschast entbietet dem Gründer und Lenker der neuen deutschen Luftfahrt aus An­laß der Hauptversammlung 1938 ehrfurchtsvollen Gruß. Die Gesellschaft versichert chrem Schirm- Herrn, daß sie auch in Zukunft ihre ganze Kraft für die Schaffung einer in der ganzen Well hochange­sehenen Luftfahrttechnik einsetzen wird." General- feldmarschall Göring hat auf dieses Telegramm wie folgt geantwortet:

MU Dank habe ich von Ihren Vegrützungs- rooden Kenntnis genommen. Die deutsche Luft­fahrttechnik ist ein entscheidend wichtiger Faktor für die deutsche Luftgeltung In der IBelL Ihre Erfolge mach«, unsere Luftwaffe zu einem scharfen Schwert zum Schuhe der

deutschen Heimat. Dem deutschen Luft­verkehr erwerben sie Achtung und An- sehen bei allen handeltreibenden Staaten. Die aufopfernde und unermüdliche Arbeit in Fabri­ken und Forfchungsanslalten in den vergange­nen Jahren hat zu den großen techni­schen Erfolgen geführt, die unserer Luft­fahrt in der letzten 3eit beschieden waren. 3ch wünsche der Hauptversammlung 1938 als einem wissenschaftlich bedeutsamen Ereignis besten (Er­folg. Es ist mein Wunsch, daß Luftfahrtwissen- schäft und -technik auch in Zukunft mit äußer­ster Kraft im Dienste der großen nationalen Aufgaben unseres Führers erfolgreich arbeiten mögen. Hermann ©Öring.

Der Präsident gab dann die in diesem Jahre erst­mals zur Verteilung gelangenden Gewinner der ersten wissenschaftlichen Preisausschreiben der Ge­sellschaft aus dem Oktober 1937 bekannt. Es sind: Dr. Karl Bärner (München), Dipl.-Jng. Kurt D z i e w io r (Berlin), Ingenieur Theodor H o o ck (Köln), Dr.-Jng. Sighard ferner (Kassel), Pe­ter Jorda n (Göttingen), Hans Knobloch (Ber­lin), Dipl.-Jng. Max Kohler (Friedrichshafen), Dipl.-Jng. Fritz Schmidt (Berlin), Ernst Schunck (Essen), Ullrich T h e i l e (Sömmerda), Dr. Johannes W e i s s i n g e r (Berlin).

Außerdem hat die Lilienthal-Gesellschaft erstmalig mll Unterstützund der deutschen Lustfcchrtindustrie Prämien für besondere Lei st ungen auf technischem Gebiet an besonders ver- dienke Männer der Luftfahrttechnik überwiesen, um den Dank der Luftfahrttechnik für die Initiative die­ser ihrer Mitarbeiter auch dadurch zum Ausdruck zu bringen. Es gelangen in verschiedener Höhe Prä­mien von insgesamt 10 000 Mark zur Verteilung. Es wurden ausgezeichnet: Ingenieur Boris von Schlippe und Dtpl.-2ng. Oskar Rissen (Dessau), Dr.-Jng. Ernst Kramer und Dr.-Jng. Hans R o ch o w (Berlin), Dr.-Jng. Waller S o 11 o r f und Mor Dr.-Jng. Hans Ebner (Hamburg), Dipl.- udolf R i tz (Göttingen), Chefingenieur H o r neuer und Dr. Arthur Pfeifer (Berlin), Dr.- Jng. Rudolf Schmidt und Ingenieur Walter Stieff (Friedrichshafen), sowie Dipl.-Jna. Rein­hard P r e u s ch e n und Dr. Werner Hofmann (Dessau). Die Lilienchal-Gesellschaft beabsichtigt, im kommenden Jahre Die Heranziehung des Nachwuchses zu den wissenschafllichen Veranstal­tungen mit besonderem Nachdruck zu pflegen.

, Der Chef des Technischen Amtes tm RLM., Generalmajor Übet, überreichte dann die Lilien- chal-Gedenkmünze Dr. Claudius Dornier, Friedrichshafen, Prof. Dr. Heinrich Focke, Bre­men, Prof. Dr. phil Albert Beetz, Göttingen, Dr.-Jng. Heinrich Ebert, Frankfurt a. M., Albert Patin, Berlin, Direktor Adolf Beck, Bitterfeld. Den von Generalfeldmarschall Göring für Ver­dienste ausländischer Luftfahrtforscher gestif­teten Lilienthal-Ring überreichte General­major Übet dem Präsidenten der Royal Aero- nautic Society und Chefingenieur der Bristol Flugzeugwerke, Mister F e d d e n. Staatssekretär Z schintz sch gab die Verleihung des vom Reichs- erziehungsminister gestifteten Otto-Lilienthal-Preises

an den Ingenieur Rainer Horten aus Bonn bekannt. Der Ludwig-Prandl-Breis zur Forderung des Flugzeugmodellbaues an Deutschen Schulen ist geteilt worden. 1500 Mark erhält die Oberschule für Knaben in Rheinhausen-Emmerich, 750 Mark die Städtische Oberschule für Knaben in Zwickau und 750 Mark das Staatliche Gymna­sium in A l l e n st e i n.

Es folgte eine Reihe von Fachvorlrägen.

3. Sikorsky (Amerika) sprach Über bas Grohflugbool. Er hielt es für durchaus möglich daß mit den heutigen technischen Mit­teln und verfügbaren Werkstoffen Flugboote von 100 Tonnen Fluggewicht für die Beförde­rung von 100 Fluggästen bei einer Ge­schwindigkeit von rund 320 km/st und einem Flugbereich von etwa 8000 km gebaut werden können. Er ist der Uederzeugung, daß im Laufe des nächsten 3ahrzehntes ein regelmäßi­ger Luftverkehr mit Flugbooten von 100 Tonnen über den Nord- atlantit eingerichtet werde und daß auf diese Weise eine Verbindung zwischen Europa und Amerika innerhalb von 15 bis 18 Stunden möglich sein werde.

Prof. Dr. Heinkel hielt einen Vortrag über die Erhöhung der Geschwindigkeit der Flugzeuge in den letzten Jahren. Er zeigte an Schaubildern, in welchem Maße die Verfeinerung des Flugzeuges, die Verstärkung der Motoren und andere Maßnahmen zu den letzten Hochleistungen beigetragen haben, die in der Weltbestleistung des Heinkel-Flugzeug-Motors unter Generalmajor Übet mll einer Stundengeschwindigkell von 634 km über eine Strecke von 100 lern einen sichtbaren Ausdruck gefunden hat.

Eine englische Auszeichnung für Or. Eckener.

Potsdam, 12.Okt. (DNB) Als Auftakt der Hauptversammlung der Lilienthal-Gesellschaft sand im Neuen Palais zu Potsdam ein Empfang statt. Staatssekretär General der Flieger Milch begrüßte die Gäste. Anschließend teilte der Altpräsident der Bri- tish Royal Aeronautical Society, S e m p i l l, mit, daß die englische Wissenschaftliche Gesellschaft für Luft­fahrt dem Vorkämpfer und Pionier der Luftfahrt Dr. Eckener die vor einiger Zell verliehene Gol­dene Medaille der englischen Royal Aeronautical Society überreichen wolle, die zum ersten Male einem Ausländer verliehen wurde. Der britische Botschafter Sir Nev'llle Henderson übergab hier­auf die Medaille Dr. Eckener, indem er betonte, daß Dr. Eckener das Vermächtnis des Grasen Zeppelin nicht nur für fein eigenes Vaterland, sondern für die ganze Well weitergesührt habe. Dr. Eckener dankte für die hohe Auszeichnung und gab zum Ausdruck, daß er die Ehrung im Namen feiner sämtlichen Mitarbeiter mit Dank annehme und weiterhin dafür arbeiten wolle, daß der Luftverkehr nicht nur mit Luftschiffen, sondern auch mit Flugzeugen dazu bei­tragen werde, die Völker einander näher zu bringen und bas gegenseitige Verstänbnis zu fördern.

gebietes von 27 800 Hektar auf 121 800 Hektar. Die Bevölkerung Wiens wird durch diese Einver­leibung um etwa 213 000. Personen größer, so daß der Gesamtbestand der Bevölkerung 2 087 000 Per­sonen betragen wird. Wien ist nun f l ä ch e n - mäßig bte größte Stadt b es R ei ch e s: bevölkerungsmätzig bleibt es weiter die zweitgrößte Stadt des Reiches. Flächenmäßig steht Wien an sechster Stelle der Großstädte der Welt überhaupt.

Vier Gesichtspunkte erscheinen für die Schaffung des Raumes von Groß-Wien vor allem ausschlag­gebend: Die Bedürfnisse der Wehrmacht, die Anlegung großer Hafengelände, weshalb man Wien 20 Kilometer ostwärts entlang des Donau­stromes ausdehnte, die Beseitigung der schlechten Wohnverhältnisse in den Arbeiterbezirken sowie die Ersetzung der Elendsviertel durch groß­räumige Siedlungen im Westen und Süden der Stadt und schließlich die weitere Ausdehnung des Wald - und Wiesengürtels der Stadt, der nunmehr den größten Teil des berühmten Wie­ner Waldes umfassen wird. Am meisten Schwierig­keiten macht bas Berkehrsproblem. Es gilt, die Ring- und Vorortlinien der Reichsbahn auszu­bauen, Stichstraßen zu dem im Werden befindlichen Reichsautobahnring um Wien herzustel- len und schließlich auch an bas Problem einer Untergrundbahn heranzutreten.

Günstiger Stand der Feidfrüchle

ZdR. Berlin, 13. Okt. Etwa bis zum 10 Sep­tember setzte sich bas vorwiegend kühle und feuchte Wetter der zweiten Ausgusthälfte fort. Danach trat aber endlich in allen Gebieten des Reichs ein g fin­diger Witterungsumschwung ein. In der zweiten Septemberhälfte herrschte sommerlich war­mes und trockenes Wetter, das die Entwicklung sämtlicher Hackfrüchte und Futterpflanzen begün­stigte. Rach den Meldunaen der amtlichen Bericht- erftatter haben sich im Reichsdurchschnitt die Bo- denfeuchtigkeitsverhältnisie im September wesentlich verbessert. Wie bas Statistische^ Reichsamt mitteill, wiesen zu Anfang Oktober sämtliche Hack­früchte. außer Kohlrüben, einen gün­stigeren Stand als mittel auf. Die Begutachtungs- Ziffern bewegen sich im allen Reichsgebiet zwischen 2,6 bei Futterrüben und 3,1 bei Kohlrüben. Das warme Wetter in der zweiten Septemberhälfte kam der Entwicklung der Rüben und der Futterpflanzen besonders zugute. Bei den Kartoffeln hatte es aber keinen großen Einfluß mehr auf die Entwicklung und Ausbildung der Knollen, da infolge des anhaltenden Regens und des kühlen Wetters das Kartoffelkraut vielfach be­reits abgestorben war. Klee, Luzerne und Viehweiden haben sich unter dem Einfluß gün­stiger Witterungsverhällmsie von den Folgen der Schlechtwetterperiode besonders gut erholt. Die Grummeternte ist verzögert worden: im gan­zen ist mit einem guten Ertrag zu rechnen. Im Deutschen Reich einschließlich Oesterreich liegen die Saatenstandsnoten allgemein über de m mitt­leren Stand. Auch die Stoppelsaaten und die Untersaaten haben sich unter dem Einfluß ausreichender Feuchtigkeit und der som­merlich warmen Witterung in der zweiten Sep- temberhälfte gut erholt.

Wer will den Präventivkrieg?

Eine italienische Klarstellung.

Rom, 12. 10. (DNB.) Die offiziöseInfor- m a z i o n e Diplomatien" schreibt zurFüh­re r r e d e in Saarbrücken:In den Der- antwortlichen Kreisen Roms findet die Rede des Führers eine unbedingte Zustimmung, sowohl was Uiren Inhalt als auch was chre Form betrifft Der Führer hat erneut ausdrücklich und feierlich betont, daß Deutschland den Frieden mit allen Böllern, folglich auch mit dem französifchen und dem englischen Volk wolle. Aber der Führer konnte nicht mit Stillschweigen über die unbestreit­bare Tatsache hinweggehen, daß t** Frankreich und in England starke Gruppen und Parteien bestehen, die den Krieg gegen Die totalitären Mächte wollen und die offen chrem Unmut Ausdruck verleihen, daß die als günstig angese­hene Gelegenheit anläßlich der sudetendeutschen Frage nicht ergriffen wurde. Außerdem ist be- fannt, daß die Führung dieser kriegshetzerischen Strömungen überall t n den Händen der Juden liegt. Nun hat der Führer^ im sichtigen Augenblick die Aufmerksamkeit der Völker und der Well auf die Tätigkeit dieser Gruppen imD Par­teien gelenkt, die sfireinen Präventivkrieg gegen Italien und Deutschland sind, und in ebenso opportuner Weise hat er zu verstechen gegeben, daß sich Deutschland nicht chlorofor- mieten läßt. Und, so stellt man in Rom fest, ebensowenig wird dies .Italien tun. Die verantwortlichen Kreise Roms unterstteichen, daß die Anhänger des Präventtokrieges nunmehr mit Verspätung kommen. Sie können in ihrem Haß noch von einem Präventivkrieg träu­men, aber ihn unternehmen wollen, würde für sie heißen, ein ungeheueres Risiko auf sich zu nehmen. Gegen den italienisch-deutschen Block von 125 Millionen Menschen, einem Block, der jedes Jahr um eine Million Menschen zunimmt und heute über gewaltige Kräfte und günstige geo» strategische Positionen zu Land, zu Wasser und in der Luft verfügt, gegen einen solchen Block ge­meinsamer Mittel und geschlossener geistiger Ein- stellung ist nichts mehr zu machen. Was einzig und allein gemacht werden kann, ist end- llch Der Friede, d. h der wahre Friede nach Dem Beispiel von München."

Die Konflikts quellen muffen bcfcitlgt werden.

Der Bischof von Chichester über die Sicherung des Friedens.

London, 12. Okt. (DNB.) Der Bischof von C h i ch e st e r erklärte vor feiner Diözese in Brighton, er glaube, daß Das englische Volk bereit sei, die deutsch-englischen Beziehungen mit demselben Mut anzufassen, den Chamberlain an den Tag gelegt habe, als er mit Dem Führer von Angesicht zu An­gesicht verhandelt habe. Ein neues Kapitel könne damit vielleicht für ganz Europa beginnen.

Aber um ein solches neues Kapitel anzufangen, müsse man auch bereit sein, sich mit Den Gründen Der bestehenden Gegensätze auseinanderzusetzen. Man müsse die Konfliktsqueklen suchen, müsse über Beschwerden, einschließlich Der Kolonien, verhandeln, und England müsse bereit sein, Die für eine solche Regelung notwendigen Opfer zu bringen. Der Friede könne nur Dadurch wiederhergestell werden, daß man Die BeschwerDen anDerer Nationen beseitige, was immer das England auch kosten möge. Es würde ein Fehler und geradezu ein Verbrechen fein, wenn England nicht das äußerste aus Den allgemeinen Fried sns- hoffnungen des einfachen Volkes machen würde. Das würden wir aber nicht tun, wenn wir eine Politik annehmen, derzufolge wir alle unsere Kräfte anspannen, um uns weiter für Den Krieg vorzubereiten."

Das größte Geschenk für eine erschütterte Wett.

Der englische Verteidigungsminister für eine Politik des Friedens.

L o n D o n , 13. Oft (DNB. Funkspruch.) Eine klare Verurteilung fanD Das Verhallen Des bisherigen Ma­rineministers Duff Cooper aus dem Munde Des VerteiDigungsminifters Inskip in einer Rede in GraoesenD. Jnskip stellte fest, daß seine Kollegen f i ch sehrgewundert hätten über den Kurs Coopers, zumal nicht allein Die Regierung, sondern Das ganze englische Volk Der Polllik Chamberlains zustimmten. Die Zeit sei gekommen. Da man sich fragen müsse, ob man mit einer Nachbarnation inFrieDenleben wolle, ober ob man einen Krieg beabsich­tige. Es gebe einige Leute, Die Deutschland etn- kreisen, demütigen und mit einer Kombination von Staaten umgeben wollten, durch die es an seiner Ent­faltung gehindert werde. Mit anderen Worten: Man wolle eine Politik führen, die Deutschland ebenso behandele wie 1919! Es gehe um die Frage: Soll Frieden auf Dem VerhanDlungswege geschaffen roerDen, oDer solle es Krieg durch eigene Wahl Der großen Demokratien geben. Der Premierminister habe klargemacht, für welche Seite er stimme. Frie­den zwischen uns und Deutschland würde das größte Geschenk fein, bas wir als Nation einer erschütterten Well geben könnten. Wenn wir aber einenftrieg beginnen würben, so hieße bas, baß wir einen Brand entflammten, wie ihn Die Welt nie gesehen hat.

Zypern fordertGelbstbeffimmnngsreckt

Athen, 12. Okt. (DNB.) Vertreter der zyprioti­schen Organisationen in Athen haben der eng' lischen Gesandtschaft in Achen ein Schreiben an M- nifterpräfiDent Chamberlain übergeben, in dem sie für bas zypriotische Volk dieAnwendungdes Selbstbestimmungsrechtes verlangen. Die