Samstag,lZ-/5onntag,l4.Augustl9Z8
Ur. 188 Erstes Blatt
188. Jahrgang
<y
mittelte der deutschen „Condor"-Besatzung telegra-
Flug die
t—Neuyork durchführten. Von links nach
N e u y o r k, 12. Aug. sDNB.) Der überraschende Ohne-Halt-Flug Berli n—N euyork des deutschen „Condor"-Flugzeugs bildet als Flug- ereignis er st en Ranges hierzulande das Tagesgespräch und löst rückhaltlose Bewunderung aus. In den Presseberichten wird insbesondere die Bedeutung der Flugleistung hervorgehoben, und es wird auch darauf hingewiesen, daß die Flugzeit der „Condor" um etwa 30 Minuten geringer war als >die Flugzeit, die der verstorbene amerikanische Flieger Wiley P o st über den gleichen Kurs in umgekehrter Richtung auf seinem Ohne-Halt-Flug Rewyork—Berlin 1933 benötigte. Al Williams, einer der amerikanischen Flugpioniere, bezeichnet die deutsche Flugleistung als eine der bedeutsamsten in der Entwicklung des Flugwesens. Er betont, daß der Flug in einem Landflugzeug und nicht in
5 «P
5 12 o
0-0 £3 3 *1
5
k
Ohne-Halt-Flug Deutschland—Amerika sei ein weiteres Beispiel für die gewaltigen Fortschritte auf dem Gebiet der Verkehrsluftfahrt.
„Eine schöne Schlacht gewonnen".
■§1®
nun an Paris angeschlossen ist und Paris an Prag, würde ein Kurzschluß der Linie Prag—Berlin sofort die Sicherung im Westen durchschlagen."
Diese Kriegsspekulanten merken gar nicht, daß sie über die T s ch e ch o - S l o w a k e i moralisch das Todesurteil fällen, wenn sie den Bestand dieses Staates nur noch aus dem Bündnismechanismus rechtfertigen können! Jeder Halbwegs sachlich denkende Mensch aber faßt sich an den Kopf und fragt: Was steht denn eigentlich zur Debatte, der Terror der Tschechen, die Rechtstitel der Volksgruppen, ein immer unerträglicher werdender Skandal im Herzen Europas oder die Bündnisse der Westmächte! Gewiß, die Ost-West-Derbindung dieser Mechanismen ist. durch den „eisernen Vorhang am Rhein" und die Rückkehr Oesterreichs zum Großdeutschen Reich gestört. Daran wird man sich eben gewöhnen müssen, und das sollte man ‘um so eher, als die Einkreisung einer Großmacht im Herzen Europas keine Basis für eine europäische Befriedung, sondern ein ständiger Stein des Anstoßes und der Beunruhigung, mit entsprechenden Reaktionen des Betroffenen, war. Auf jeden Fall aber wäre es kurzsichtig und verhängnisvoll, das heute schon viel zu lange währende Unrecht in derTschecho-
3 ty 8 5
? tf -
Slowakei, und damit eine schwere Bedrohung des gesamten europäischen Lebens, aus gewissen bündnispolitischen Erwägungen recht- fertigen und gewaltsam aufrechterhalten zu wollen. Aus ihrer Eigenschaft als letztem noch verbliebenen Verbindungsstück für den französischsowjetrussischen Pakt kann die Tschecho-Slowakei sowjetrussischen Pakt kann für die Tschecho-Slowakei den.
Inzwischen ist Lord Runciman am Werk. Auch wenn in seiner Hand nicht die letzte Entscheidung über fremdes Volkstum liegt, kann er doch des Guten und Nützlichen genug wirken. Er kann vor allem durch feine Erkundungen an Ort und Stelle und durch entsprechende Berichte mithelfen, den wahren Charakter und die eigentlichen Quellen der Spannungen in jenem Staat bloßzulegen und dem europäischen Gewissen nahezubringen. Je kräftiger die englische Politik ihr ungewöhnlich starkes Engagement in Mitteleuropa nach dieser Seite entwickelt, desto besser für die friedliche Zukunft Europas. Und noch möchten wir den Glauben nicht aufgeben, daß Weitblick und Verantwortungs- bewußtfein den britischen Premierminister auf diesen Weg, als den einzig möglichen, weisen.
Dr.Hans von MalottkL
° L
Z 8
S e
tS • s
phisch „begeisterte Glückwünsche". Der
' 5 -2- ägs s I « S, -«* 1»* <5 * tP3
£
neuen Beweis für Deutschlands gro- ßes Können auf dem Gebiet der Luftfahrt erbringe. Besonders die hervorragende Genauigkeit, mit der die neue Maschine den schwierigen Transatlantikflug in westlicher Richtung durchgefuhrt habe, sei geradezu bewundernswert.
Auf verkehrsmäßiger Grundlage.
Basel, 12. Aug. (DNB.) Der von Berlin nach USA. durchgeführte Ohne-Halt-Flug wird auch in der Schweiz stark beachtet. Die Schweizer Presse gibt Meldungen und Kommentare aus Neuyork, Berlin, Paris und London wider, aus denen Anerkennung und stärkste Beachtung spricht. Hervorgehoben werden auch die Ausführungen über die Bedeutung dieses Fluges auf absolut verkehrsmäßiger Grundlage.
heilen. Bald heißt es, ~
feiner „europäischen Pläne" willen, Japan zu e Abenteuer, bald wieder soll es gerade umgekeyrr sein, Japan werde beschwichtigt, damit es sich Kv für den Kampf des Antikominterndrelecks gegen Moskau. Das find zwar groteske Widerspruche, ab was tut's! Die Hauptsache ist, daß man das Re"y m jedem Fall verdächtigt und ihm böse Absichten nachsagt.
Und das ist ja der Nenner, auf den die internationale Kriegspartei alle Krisenzu stände — sie mögen sein, wo sie. wollen — 3U br,n’ Ößn pflegt, um dann entsprechende Rezepte zu emp-
fehlen Dieses Treiben ist überaus gefährlich Wie gefährlich es ist, das sieht man an dem Stand der internationalen Diskussion über die t s ch e ch i s ch e Frage. Sie wird nach wie vor zu einem erheblichen Teil von Gedankengängen und Gesichtspunkten beherrscht, die eine ganz bewußte und i b ö s ° r t i g - D e rfalsch U ng u nb B°rdr°.
,,Condor"-Flug ein Ereignis ersten Ranges
Alle Ohne-Halt-Langstreckenrekorde gebrochen.
Zwischenakt. I
Offiziell sind zwar Ferien in der Politik, aber I auch das politische Leben kennt keinen Stillstand,! und die Entwicklungen nehmen ihren Fortgang. Man merkt das an der offensichtlichen Trübung der gesamten weltpolitischen Lage, an' der Zunahme des allgemeinen Spannungszustandes und nicht zuletzt an der Hergusbidung neuer Ge-
Annahme oon Anzeigen für die Mittagsnummer
vis8'/.Uhr des Vormittags
Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen oon 22 mm
Breite 7 Rps., für Text, anzelgen von 70mm Breite b0Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/<» mehr.
Ermäßigte Grundpreise:
Stellen-, Vereins-, gemein, nutzige Anzeigen sowie ein. spaltige Gelegenhettsanzei. gen 5 Rps., Familienanzei. gen, Bäder-,Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüffe Staffel 8
krschetnt tLglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle
Monalr-Bezugspreis:
Ml 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte 9 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
Zernsprechanschlüffe
unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen
Postscheckkonto:
granffurt am Main 11686
3 @5
5 3 3-
2.&a£cs
»<j: -
3 ■ 3 _^^3
“ 3
o
*3 i
-Z §88”
3?
' S 3 3
> 3 61 =
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei «.Lange in Sietzen. Schcistleitung und Seschästsstelle: Schulstratze 7
c T 1 r?«
9*5.3
(Ö‘ 3 9, n
Fortschritte der deutschen Handelsluftfahrt unter Beweis stelle und Frankreich zum Nachdenken veranlassen müsse. Zur Zelt verfuge Frankreich nur über den „Fliegerleutnant Pans als das einzige Flugzeug, das geeignet fei, die ersten Flüge über den Nordatlantik zu wagen. Diese Maschine gehöre jedoch einer zehn Jahre alten Technik an ünd sei nicht schnell genug.
Die „Liberte" stellt fest, daß der Flug der FW -200 die Überlegenheit der deutschen Luftfahrt beweise.
Der links gerichtete „C o S oi r" erklärt, daß Die deutsche Handelsluftfahrt eine schöne S-chlacht gewonnen habe.
„Geradezu bewundernswert".
Amsterdam, 12. Aug. (DNB.) Die holländischen Blätter schenken dem deutschen Ozeanflug Berlin—Neuyork größte Beachtung und betonen, daß diese hervorragende fliegerische Leistung einen
—" 3 Z's
j ® 5 ” 'i J <2 ?cp cfä*.
o p K « 3 pp?
? 3 5 3 5 o J
* V -j r- P P.p <-y
E'-9 2 O(Jf
2 1 — 3 o
Fröhlicher Umtrunk nach dem Delierfolg. (Dildtelegrarnm aus Neuyork.)
Auf drahtlosem Wege kam über den Ozean dieses Bild, das wenige Mmu^n nach der Landung der deutschen Ozeanflieger auf dem Floyd-Bennett-Flugfeld bet Neuyork ausgenommen wurde In der Halle, in der die Zollkontrolle vorgenommen wurde bot em Mitglied der Luftpolizei den erfolgreichen deutschen Fliegern einen Willkommenstrunk. Der --weste von rechts ist Flugkapitän Henke. Der obere Bildstreifen zeigt die Nekor^ondor- Maschine D-ACON nach ihrer Landung in Neuyork. — (Scherl-Bilderdienst-M )
>3?$^ CZQ —31
**- A&2
■3 q E c -
®2_2G)3
• E <? S> 2 7?
1 3an= -
sahrenherde.
Alle Anzeichen kritischer Zuspitzung trägt von Tag zu Tag mehr das tschechische Problem, das nun schon seit Monaten in voller Schwere auf I Europa lastet. Es sei zwar mit der Entsendung Runcimans in eine neue Phase getreten, so versicherten die Blätter der Westmächte, und sie bemühen sich, alle Anzeichen einer Besserung zusammenzutragen. Ein wenig aussichtsreiches Beginnen. Sowie man den Bereich der nun in Gang gebrachten Besprechungen und Fühlungnahmen verläßt, tut sich eine Wirklichkeit auf, die mit jedem Tag bedrohlicher erscheint. Herr Runciman mag mit den besten Absichten in das mitteleuropäische Sturmzen- irum gekommen sein. Vorläufig ist nur eins erreicht worden: die Absicht der Tschechen, ihr natto- nalitätenpolitisches „Befriedungswerk", das allen begründeten Ansprüchen und Forderungen der ^"itsch^eiu^Dsefem"V"er^ch^mll^ilfe de^Parlammts-1 einem Wasserflugzeug ober Flugboot unternommen Demokratie die tschechische Diktatur aufs wurde.
neue zu sichern, wurde durch die Einschaltung des „Ne w Port Times" unterstreicht, daß englischen Lords der Boden entzogen. Nun soll we- . cshnesfialt-S^Iua Berlin—
-mästens mit den Volksgruppen verhandelt werden ^s nicht, nur der: erste vyne-yatr tfiugi «seriin — in einer Atmosphäre des Terrors und angesichts Neuyork m westlicher Richtung war, sondern daß Der Drohungen des tschechischen Chauvinismus, durch ihn alle Ohne-Halt-Langstrecken- Hodza zu stürzen, wenn er auch nur zu sei-1 r e f 0 r b e für die schwierige Atlantiküberquerung ^n.. unzureichenden Zugeständnissen stehen sollte. I ft ftridRichtung gebrochen wurden. Flug- Voräuf g ist also bestenfalls nur eine Aenderung in “ u' " 1 > > ? y ’ . , . . w-
Der Prozedur sichtbar. kapstan -Henke und seine Begleiter, so betont die
Wie wenig damit getan ist, wenn man den Kern- Zeitung weiter, könnten für ihre ausgezeichnete fragen nicht ernsthaft 3U Leibe rückt, zeigt die Ent- Flugleistung und Navigation, sowie für die Sorg- avicklung des spanischen Pröble ms. Auch ^lt und Genauigkeit der Vorbereitungen nicht hier hatte man eine neue Prozedur gefunden. Der aelobt werden Sie hätten gleich be-
britische Plan über Freiwilligenzuruckziehung, Kon- genug geiovr roeroen. aie guiien h > | Irollverschärfung usw. sollte das Schema abgeben, fanntgegeben, daß sie von Berlin nach dem Floyd- I diesen Gefahrenherd zu liquidieren. Weit- Bennett-Feld fliegen würden, und genau das hätten | reichende Hoffnungen hinsichtlich der englisch-italie- U^ ja au$ getan. Die Flieger nennen das „genaue b°7"n°u-n s7°r?'solgto eine Eintreffen", ber gewöhnliche Mensch aber bezeichnet neue Versteifung, die im englisch-itaienischen Ver- es als „wunderbar .
hästnis genau so sichtbar ist, wie in den gereizten Oberst Edward Noble, der Leiter der amerika- französisch-italienischen Diskuss io- „^fon Bundesbehörde für Verkehrsfliegerei, über» nen. Solange England sich — aus welchen Grün- \ . ... - < ——
den auch Immer — hier das Gesetz des Handelns oon Frankreich aufzwingen laßt, solange die französische Politik nicht den Mut zu einer tlarei. von europäischem Verantwortungsbewußtsein getragenen Entscheidung aufbringt, solange sie sich den sakobini chen Drohungen und Pressionen der Volksfront aussetzt, solange muß hier notwendigerweise -alles höchst ungewiß und unsicher bleiben. Noch vor I kurzem mag Chamberlain gehofft haben, über Spa-
3 5 r-v-tz.
-Z.^2 > ,3^2 L V, B "q*
: 2^3-3
E; 2 3
n 3 ®
Cr 1 1 n 22! S'2 6 =
I vs-. W
-•3.0,0 C“
...............Rekordzeit von 25 Stunden den ersten Transatlantikflug Berlin-Neuyork durchführten. Von links nach
Paris, 12. Aug. (DNB.) Auch die Pariser Frei-
Und nun hat sich zu der tschechischen Dauerkns^ B e^r a c?)1 $ .e t}; rf[ärt dieser
dem wieder entfachten Streit über Spanien nod) a
ein neuer K 0 n f l i k t s st 0 f f i n F e r n o ft gefeilt Wie beim japanisch-chinesischen Konflikt, so hat es auch hier wenig Sinn, die Dinge vom unmittelbaren Anlaß ober von der Rechtslage her zu betrachten. Man muß sie von dem h lstorischen japanisch - russischen Gegensatz her sehen, den das Sowjetregime ganz beroufct übernommen hat. Ein Waffenstillstand ist vereinbart worden. Japan strebt' zweifellos eine Lokalisierung und diplomatische Beilegung des Streitfalles am Von Moskau kann man dasfebe sicher
lagen- es taucht vielmehr die Frage auf, ob der Volschewismus nicht schließlich doch, gestutzt auf die ..Rechtstitel", zu kriegerischen Aktionen groß n Stiles schreitet. Vor allem dannwenn m Moskau von der Idee beherrscht sem sollte daß es früher oder später doch zu einer Auselnandersetzung I mit Japan kommen müsse. Dann konnte die Bin bung Japans in China als Anreiz wirken; um fo mehr, als Moskau ja noch immer von Wen Jje die Bolschewisierung der Welt als am ehe.sten d)-
fetzbar betrachtet. Für eine solche Entwicklung der Moskauer Politik spricht auch eme Rede Kal ni ns, in ber er unverhüllt Englan b a n g ff. das die treibende Kraft hinter ?°pan stl und stch auch sonst den Sowjets überall m den Weg zu stet '°DiK anti-nglifch- Au-,all ist bemerkenswert; sachlich stimmt er natürlich nicht Anglan wünscht keine Austragung des sowietrusiisch'^^/ver- schen Gegensatzes, bei der es " ledern Fall zu d« Heren meint. Es wünscht, vorerst ^denfall .
Haltung des labilen G l e 1 ch g e w 1 ch t s z u u * m fe c
ft an b es. __ ... .. „««« I h n n n des Vroblems barstellen. Volksfront-
Dabei sprechen nicht zuletzt die befurch u g sse^unb eine bestimmte Sorte tschechischer Publi- hinsichtlich ber europäischen Nu ckwlr 1^ v ^^ei gegenseitig bie Balle zu. Der
gen eines sowjetrussisch-japamschenZusamme p s 3.' .^che Kern bes tschechischen Problems mter- mit. Mit einem Seitenblick auf uns wirb J ,2 Leute gar nicht. Sie unterstellen einfach nun tagtäglich in der westlichen Presse betont. putsche Angriffsabsichten, ohne nach dem Grund bei kommt es bann zu offensichtlichen Ungere Spannung Mit Deutschland zu fragen, und ent-
' ' " - Deutschlands ermutige.^um oer vp^^^ neuß Bilder oon ber stra-
teaischen Bedeutung der Tschecho-Slowakei für die Westmächte. Es ist ein ebenso plumpes wie dreistes Ablenkungsmanöver, wenn man in die Welt binausschreit, „der deutsche Expansionswille bestimmt heute die gesamteuropäische Lage , — aber man hofft, gewisse b r i t i s ch e u nd fr a n z 0 l s ch e Ressentiments zu wecken. Sehr deutlich hat kürzlich das „Prager Tagblatt" diese Spekulation entwickelt- „Englands Sicherheit hängt von lener Ämkre chs ab Frankreich deckt sich durch Berbm- dung n Mit Oft- und Zentraleuropa. Da Landon


