Ausgabe 
13.7.1938
 
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Buntes

Freundliche Mahnungen an weisende.

Wer jetzt auf Reisen geht und die Augen offen hält, wird oft genug Gelegenheit haben, auf den Merktafeln und Wegweisern, die an seiner Straße stehen, allerhand Merkwürdiges zu lesen. So auf­fallende Kundmachungen wird er freilich nur selten einmal finden, wie sie in einer Blutenlese von Reclams Universum" zusammengestellt sind:

An der Zufahrtstraße zu einer größeren ameri­kanischen Stadt befindet sich ein Transparent, das verkündet:Fahre lanasam, und du lernst unsere schöne Stadt kennen; fahre schnell, und du lernst unser Gefängnis kennen."

An einer Autostraße im Sudan steht eine große Tafel:Weg nach Nairobi. Hütet euch vor Nas­hörnern, sie sind tödlich."

An einer Abzweigung derselben Straße befindet sich eine Tafel mit folgender Inschrift:Wer diesen Weg geht, kommt an den Viktoriasee. Baden Sie aber nicht im Queerzfluß oder im Ropesee, sonst kommen Sie niemals an den Viktoria: in beiden Fällen werden Sie von Krokodilen gefressen!"

Ein Schweizer Gastwirt hat mit der Gepflogen­heit, die Wände von Gaststuben mit Trinksprüchen zu zieren, gebrochen und in seinem Lokal eine Tafel angebracht mit folgender Mahnung:Hände weg vom Fahrzeug, wenn man vom Wirtshaustisch kommt."

Auf den Eintrittskarten zu den Aussichtspunkten am Prebifchtor in der Sächsischen Schweiz stand zu lesen:Die Besucher werden ersucht, die Schön­heiten der Natur nicht durch unnützes Lärmen zu stören."

Außerhalb der Mauern von Samakand steht noch von früheren Zeiten her eine Wegtafel, auf der es heißt:Weg nach Indien. Entfernung unbekannt."

An der großen Seidenstraße, die von Peiping

Allerlei.

nach Kaschmir führt, steht mitten in der Einöde eine Tafel:Gehe mit Gott, und kehre nicht mehr zu­rück." Worauf diese Unfreundlichkeit zurückzuführen ist, ist nicht bekannt.

Vögel im Sturm.

Obwohl die Vögel den plötzlichen Windstoß fast augenblicklich abwehren, wagen sie sich doch fast nie während eines Sturmes in die Lüfte. Auch sie haben, wenngleich sie für den Flug vollkommener gebaut sind als die beste Flugmaschine, in dem Chaos der Luftwirbel oft einen schweren Stand. Mehrfach sind Flugunfälle von Vögeln verursacht worden. Ein Volk Hühner, das in einen Windwirbel geraten war, hatte so heftige Zusammenstöße aus­zustehen, daß einzelne Tiere tot zur Erde fielen. Manche Vögel, so besonders die Möwen, scheinen stürmisches Wetter bereits einige Zeit vorher zu ahnen und bringen sich in Sicherheit, ehe der Wind mit vollen Backen losbläst.

Ein interessantes Beispiel beobachtete ein eng­lischer Ornithologe. Auf den Hebriden-Inseln wütete ein Sturm von solcher Stärke, daß die Gischt der Brandung Hunderte von Metern landeinwärts ge­trieben wurde. Die unzähligen Seemöwen, die sich vorher über den Wogen getummelt hatten, die schnellen Meerschwalben und anderen Vögel, alle waren verschwunden. Der Forscher suchte nun die Schlupfwinkel der Tiere auf und fand, daß sich die Seemöwen sorgfältig in den Klippen versteckt, die Meerschwalben sich hinter Kieselsteinen in Sicherheit gebracht hatten. Das überraschendste Bild bot sich ihm, als er in ziemlicher Höhe in einer Klippen­höhle auf etwa ein halb hundert Felsentauben stieß. Unter ihnen saß ihr gefürchtetster Feind, ein Wan­derfalke, den die gleiche Not zu friedlicher Gemein­schaft mit der sonst fo grausam verfolgten Beute

gezwungen hatte. Als der Forscher tn die Höhle trat, in der Tauben und Falken in traulichem Ver­ein sicher zusammensaßen, schoß der Falke wie ein Pfeil davon, die Tauben aber fürchteten den Men­schen weniger als den Sturm und blieben ruhig in der Höhle.

Mit einem sehr starken Wind im Rücken fliegt kein Vogel gern, da er ihm die Federn zerzaust. Dagegen fliegen Vögel, insbesondere solche, die kurze Schwingen haben, fast immer nur gegen den Wind auf, der ihnen das Hochkommen erleichtert.

Lehrpfad um eine Lheruskerburg.

Auf dem Gehrdener Burgberg unweit von Hannover haben Ausgrabungen des Lan­desmuseums Hannover eine 2000 Jahre alte ger­manische Verteidigungsstätte, also aus der Zeit der Germanen- und Römerkriege, festgestellt. Es handelt sich um die einzige sicher nachzuweisende Burganlage der Cherusker. Trotz ihres Alters und starker Wit­terungseinflüsse konnte die Anlage noch genau nach­gewiesen werden, weil Graben und Wall fast im ursprünglichen Zustand erhalten waren. Bei den Ausgrabungen ist es zum ersten Male sicher ge­lungen, einen Spitzgraben, der rings um die Burg geht, als eine typisch germanische Befestigungs­methode nachzumeisen. Bisher galt diese Art Gräben als eine römische Bauart. Außerdem kannte man bisher diese Spitzgräben nur im weichen Erdreich, während er am Gehrdener Burgberge in den Felsen gemeißelt worden ist. Um die Anlage der Oeffent- lichkeit und vor allem den Schulen zugängig zu machen, hat das Landesmuseum um die gesamte Burganlage einenLehrpfad" anlegen lassen, der es ermöglicht, die Burg in ihrem vollständigen Grundriß kenenzulernen, ohne daß große Erklä­rungen notwendig sind. Eine Steintafel trägt den Plan der Anlage und einen volkstümlich gehaltenen Text. Längs des Lehrpfades sind ebenfalls Rich­tungssteine beschriftet, die die einzelnen Teile der Befestigung erklären.

Wetterbericht

Bei schwacher Luftbewegung folgte das ausge. dehnte Niederschlagsgebiet, das bereits am Diens­tagmorgen Westdeutschland erreicht hatte, nur sehr langsam nach Südosten und liefert so teilweise außerordentlich starke Wassermengen. Besonders stark waren die Niederschläge im Rhem-Main-Ge- biet, wo bis zu 50 Liter pro Quadratmeter gemes­sen wurden. Nach dem Durchzug dieses Schlecht­wettergebietes stellt sich jetzt wieder zeitweilige Auf­heiterung ein, wobei es jedoch zu gewittrigen Schauern kommen wird.

Vorhersage für Donnerstag: Zeit­weise aufheiternd und etwas höher ansteigende Tagestemperaturen. Zum Teil gewittrige Schauer. Etwas schwül, westliche Winde.

Vorhersage für Freitag: Noch kein be­ständiges Wetter mit mäßig hohen Temperaturen.

Lufttemperaturen am 12. Juli: mittags 21,5 Grad Celsius, abends 15,1 Grad; am 13. Juli: morgens 13,9 Grad. Maximum 21,5 Grad, Minimum 12,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Juli: abends 18,5 Grad; am 13. Juli: morgens 16,2 Grad. Niederschläge 5,9 mm. Sonnen­scheindauer 2,4 Stunden. ________________

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (in Urlaub, i. V.: Dr. Fr. W. Lange); für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 38: 9035. Druck und Verlag: Brühlfche Unioerfitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Sams­tags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

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