Ausgabe 
13.7.1938
 
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dem

Formation, die im Wuppertal

wurde. Ueber diesen Fund, der ein Novum dar­

stellt, da man in dieser Formation

bisher keine

Bildhauer Ruggeri geschaffen.

Kunst und Wissenschaft.

Tagung der Paläonkologischen Gesellschaft.

Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, stattete dem Parteisekretär Mi­nister S t a r a c e einen Besuch ab und wurde von Außenminister Graf C i a n o empfangen. Am Abend war Baldur von Schirach Gast des deutschen Botschafters von Mackensen.

Aus Anlaß der deutsch-französischen Wirtschaftsoerhandlungen gab der fran­zösische Handelsminister G e n t i n ein Frühstück, bei dem der deutsche Botschafter Graf Welczeck die deutsch-französischen Unterhändler, der französische Arbeitsminister R a m a d i e r und eine Reihe her­vorragender Persönlichkeiten des französischen poli­tischen Lebens Gäste des Handelsministers waren.

.. türkische Flottenabordnung wird ßch nach England begeben und hier, wie im

Wie derParis-Soir" meldet, wird König Leopold III. von Belgien im Oktober nach Paris kommen, um der Einweihung eines Denk­mals für seinen Vater, König Albert I., beizuwoh­nen. Das Standbild König Alberts soll auf dem be­rühmten Concordeplatz aufgestellt werden.

englisch-türkischen Kreditabkommen vorgesehen, über den Ankauf von mehreren Zerstörern verhandeln. Die Abordnung steht unter Führung des Unterstaatssekretärs im türkischen Derteidigungs- Ministerium Oberst Said Alman.

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Drei amerikanische Schlachtschiffe werden zu einem Besuch in P l y m o u t h erwartet. Es handelt sich um die beiden 27 000-Tonnen- SchlachtschiffeNew York" undTexas" so­wie um das 26 000-Tonnen-SchlachtschiffWyo - m i n g".

Der französische Ministerrat genehmigte verschie­dene Auszeichnungen anläßlich des Nationalfeier­tages am 14. Juli. Der französische Botschafter in Berlin, Francois Poncet, wurde zum Groß- ofsizier der Ehrenlegion ernannt.

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Zur Erinnerung an den Besuch Mussolinis in Libyen und an seine große Rede an die Mo­hammedaner wird in Tripolis ein großes Reiter­standbild des Duce von über drei Meter Höhe zur Aufstellung kommen. Das Denkmal wurde von

Die Deutsche Paläontologische Gesellschaft, die in Bayreuth tagt, beschäftigte sich mit einer Reihe urzeitlicher Organismen, die man in der letzten Zeit entdeckt hat. Besondere Beachtung verdient eine Jn- sektenfährte im Devon, der ältesten geologischen 1 " ausgefunden

Musterbetrieb Deutschland!

Das Ziel des jährlichen Leistungskampfes.

Frankreich teilt die Besitzergreifung der Paracel-Inseln in Tokio mit.

Japan fordert Zurückziehung der Besatzung und Klärung der Besitzrechte.

Jnsektenversteinerungen gefunden hat, berichtete Dr. [ Schmidt von der Universität Göttingen. Aus­führlich schilderte Dr. Voigt (Halle) die Funde : im Geisel-Tal zwischen Merseburg und Halle. ' | In die Kohle eingebettet fand man hier ein crgie- i biges Lager von Knochenüberresten einer tropischen - Tierwelt, deren Erforschung unsere Kenntnis von : der Fauna der Urzeit sehr erweitert hat. Zum 1 ersten Male wurden auch Insekten entdeckt, deren 1 Weichteile noch erhalten waren. Man rechnet damit, bei dem Abbau dieses Vorkommens für die Ur- : geschichte unserer Pflanzenkrankheiten neues Mate- rial zu finden.

Tagung der Goethe-Gesellschaft und der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft.

Vom 27. bis 30. August findet in Frankfurt am Main aus Anlaß der Uebernahme des Goetheh>auses als Dichterstätte durch das Freie Deutsche Hochstift vor 75 Jahren eine Tagung der Goethe-Gesellschaft und der Deutschen Shakespeare- Gesellschaft statt. Die Veranstaltungen sehen einen Vortrag von Professor Beutler:Johann Hein­rich Füßli als Maler des Sturm und Drang", eine Festansprache durch Professor Franz Koch (Ber­lin):Vergangenheit und Gegenwart in Eins" und einen Vortrag von Professor Hans G l u n z : Shakespeares Staat" vor. Ferner wird die Ver­leihung des Goethepreises der Stadt Frankfurt mit Ansprachen des Oberbürgermeisters und des Preis­trägers erfolgen. Das Städelsche Kunstinstitut zeigt eine AusstellungDie Kunst der Goethezeit."

Aus aller Wett.

Sechs Todesopfer eines Autobus­unglücks bei Aachen.

3n der Orkseinfahrt der Gemeinde haaren vor den Toren der Stadt Aachen fuhr ein Omni­bus aus Hannover auf der abschüssigen Straße eine Radfahrerin an, geriet über den Bord­stein hinaus und streifte ein Haus. Bei dem Anprall wurde die rechte Seite des Wagens aufgerissen. Fünf Fahrgäste waren sofort tot, auch die 18jährige Radfahrerin büßte ihr Leben ein. Die übrigen 20 Fahrgäste wurden sämt­lich verletzt, teilweise schwer. Der Fahrer, der be­hauptet, daß die Bremse versagt habe, kam mit einer Kopfverletzung verhältnismäßig glimpflich da­von. Unter den Token befindet sich auch der Bürger­meister der Stadt Peine. Bei den Teilnehmern an der Fahrt handelt es sich um ehemalige Kriegsteilnehmer und Angehörige von Kriegsteilnehmern, die eine Fahrt nach den Schlachtfeldern in Belgien unternehmen wollten. Sie stammen sämtlich aus der Gegend von Hannover, Peine und Hildesheim. Der Anprall an das Haus war so stark, daß das Haus sofort abgesküht werden mußte.

Oie Zips von schwerem Unwetter heimgesucht.

Die 3tps. die vorwiegend von Deutschen be­wohnte Landschaft an der Hohen Tatra in der nörd- lichen Slowakei, wurde von einem schweren Unwet­ter mit Hagelschlag heimgesucht. In Leutschau und der Umgebung sind die Felder schwer beschädigt worden. Im Zipser Neudorf und in dem Ort Kirch- drauf sind wohl die Verwüstungen am schwersten. Der Fluß trat aus den Ufern und hat den Erd­boden samt der Ernte weggeschwemmt. Große Schä­den richteten auch mehrere Blitzschläge an. Ein junges Ehepaar aus Prag wurde auf einem Aus­flug von dem Unwetter überrascht. An einer steilen Stelle erschrak die Frau vor einem in der Nähe einschlagenden Blitz und stürzte in die Tiefe, wo sie tot liegen blieb. In der Siedlung Rotenberg wurden drei Häuser vom Blitz getroffen, acht Häuser sind niedergebrannt. In Kirch- drauf wurde ein achtjähriges Mädchen von den Fluten weggeschwemmt. Die Eisenbahnbrücke über den Poprad wurde derart unterwaschen, daß der Verkehr durch Umsteigen aufrechterhalten'wer­den muß. Der Hagelschlag war so stark, daß an einigen Stellen die Straßen mit einer Eisschicht bis zu 20 Zentimeter bedeckt waren. Etwa 600 Stück Vieh und Geflügel sind erschlagen worden. Auf der Landstraße, die nach Rauschenbach führt, wurden große Bäume entwurzelt.

In voller Kriegsausrüstung auf den Alante Rosa.

Eine beachtliche Leistung vollbrachten 500 Al. pinis der Militärschule für Alpinis­mus in Aosta (Oberitalien), die gemeinsam sämtliche Gipfel des Monte - Rosa - Stocks vom Anzasca bis zum Sesia-Tal in voller Kriegsausrüstung mit Gewehren, Maschinengewehren, Bombenwerfern und Lebens­mittelvorräten erkletterten. Im Zeittaum von weni» gen Stunden gelang es ihnen, den 10 Kilometer langen Kamm, dessen höchste Spitze 4600 Meter über dem Meeresspiegel liegt, zu besetzen. Der Aus-

fahrt in Südchina gesperrt habe und die französische Regierung am 30. Juni durch die japa­nische Marineleitung hierüber unterrichten ließ. In diesem Memorandum seien gleichzeitig Maßnah­men für den Fall an gekündigt worden, daß die Lage eine Verschärfung der See- oerkehrssperre notwendig mache. Frankreich weiche Japans wiederholt gemachten Darstellungen aus. ,Llsahi Schimbun" fragt, ob dies der Weg zur Förderung der Freundschaft zwischen beiden Län­dern sei, die Frankreich so oft beteuert habe.

Der japanische Vormarsch aus Hankau.

Schanghai, 13. Juli. (Europapreß.) Die japa­nische Luftwaffe hat am Dienstag einen Luft­angriff auf Wutschang (gegenüber von Han kau gelegen) durch geführt. Etwa 65 Maschinen sollen an dem Angriff beteiligt gewesen sein. Ob­wohl die Chinesen mit ihren Flugabwehrgeschützen eingegriffen hätten, soll doch der durch die Japaner angerichtete Schaden beträchtlich fein. Viele mili­tärische Anlagen sollen zerstört worden und etwa 200 Tote und Verwundete zu verzeichnen sein.

Den japanischen Truppen ist es gelungen, das Westufer des Pojangsees zu erreichen. Sie

Tokio, 12.Juli. (DNB.) In einer Note, die der französische Botschafter in Tokio am Dienstag dem japanischen Außenminister überreichte, teilt die französische Regierung offiziell ihre Besitzer­greifung der Paracel-Inseln mit. In Ausübung ihres Hoheitsrechtes hätten die franzö­sischen Behörden in Jndochina vor kurzem Derwal- tungsbeamte und Polizisten dorchin entsandt. Frank­reich werde die wirtschaftlichen Interessen Japans an den Paracel-Inseln, wie z. B. die Fischerei und den Abbau phosphathaltiger Düngemittel, nicht antasten. Wie Domei aus Hongkong meldet, sind in den letzten Tagen größere französische Flotteneinheiten in der Nähe der Paracel- Inseln zusammengezogen worden, die jede Bewe­gung der japanischen Flotte aufmerksam verfolgen. Ferner sollen bedeutende Mengen von Waffen, Mu­nition und Lebensmitteln auf den Inseln aus- geschifft worden sein.

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte zu der französischen Note, daß der wichtigste Punkt, nämlich die Frage der staatsrechtlichen Zugehörigkeit der Paracel-Inseln nach wie vor ungeklärt bleibe. Japan halte es für wün­schenswert, daß Frankreich die Besatzung zuruck- ziehe. Japan sei hinsichtlich der Sicherstellung der Rechte und Interessen japanischer Staatsangehöriger auf den Paracel-Inseln befriedigt.

Asahi Schimbun" meint, Frankreich habe an­scheinend den Kernpunkt des japanischen Protestes gegen die Besetzung nicht verstanden ober nicht ver stehen wollen. Frankreichs Haltung sei unaufrichtig. Wenn Japan den Schutz der japani­schen Unternehmungen auf den Paracel-Inseln ver­langt habe, so sei bas eine Selbstverständlichkeit und von untergeordneter Bedeutung. Wichtig sei Japans Forderung auf Zurückziehung der Be­ tz u n g s t r u p p e n , die Frankreich anscheinend einfach übergehen wolle. Tatsache sei, daß Frank­reich eineendgültige und vollkommene Besetzung" widerrechtlich durchgeführt habe. Die Besetzung widerspreche der Notifizierung des französischen Botschafters in Tokio vom 18. September 1937, wo­nach Frankreich die Paracel-Inseln weder be­setzen noch anektieren wolle, bevor die Frage der Z u g e h ö r i gk e it zwischen Frankreich und China endgültig geregelt sei. Deshalb bedeute Frankreichs Vorgehen einen Vertrauensbruch. Außerdem ignoriere Frankreich die Tatsache, daß Japan feit dem letzten August die st e n f ch i f f -

D-r Führer empfing gelegentlich feines Mün- chener Aufenthaltes den Generalsekretär im türki­schen Außenministerium, Exzellenz Numan M e- C V 9 ra1- Am Abschluß an den Empfang u M9 m b(;r. ®eneralfetretar das Braune Haus und die Parteibauten am Königlichen Platz. In sei- ner Begleitung befand sich der türkische Botschafter in Berlin, Exzellenz Hamdi Arpag. J

stehen nur noch sieben Kilometer vor Kiukiang. Trotz hartnäckigen chinesischen Widerstandes dauert der japanische Vormarsch an.

Die japanische Kriegsmarine hat bereits die Be­festigungen innerhalb der Stadt Kiukiang unter Feuer genommen. In der Stadt sind Schützengräben ausgehoben, Stacheldrahtverhaue gelegt, Spanische Reiter aufgestellt und an Straßenkreuzungen Sand- sackbarrikaden errichtet, hinter denen Maschinenge­wehre in Stellung gebracht sind. Man muß also damit rechnen, daß es noch innerhalb der Stadt zu Kämpfen kommen wird. Der größte Teil der Be­völkerung hat die in Dunkel gefüllte Stadt bereits verlassen. Die Elektrizitätsversorgung ist unterbun­den. Die vermögenderen Chinesen sind in das nahe­gelegene Luschan-Gebirge geflüchtet. In K u l i n g, dem Sommeraufenthalt der Europäer, wurden Flüchtlingszonen errichtet, die unter der Aufsicht der Ausländer stehen. Mehrere zehntausend Chinesen haben hier Schutz gesucht.

suchungsgerichtes reiche. Der Sprecher des Hau­ses stellte sich auf den Standpunkt des Ministerprä- jidenten und machte damit die Einbringung von Anträgen gegen den Kriegsminister unmöglich. Winston Churchill erklärte, er verstehe es nicht, daß man den Militärgerichtshof allein verantwort­lich mache und nichts gegen den Kriegsminister sage. Er sei erstaunt, daß sich der Kriegsmmister nicht vor seine Untergebenen stelle. Churchill gratulierte dem Premierminister zu feiner Haltung, mit der er die parlamentarische Tradition aufrechterhatten habe. Schließlich feierte Churchill die Tatsache, daß das Parlament sich in dieser Angelegenheit gegenüber der Exekutive durchgesetzt habe.

Der Sonderausschuß des Unterhauses zur Untersuchung des Falles Sandys vernahm den Ministerpräsidenten, den Kommandanten der 51. Lufttvehrbivision, Generalmajor Sir Frederic Pile, und den Generalstaatsanwalt Sir Sonald Somer- vell. Ueber das Ergebnis dieser Vernehmungen wurde bisher noch nichts bekannt. Heute wird Kriegsminister oHre Belisha noch einmal vernommen werden.

jeder einzelne Betrieb doch bestimmte sozialpolitt- sche und wirtschaftliche Aufgaben zu lösen, die viel­fach nur einmalig gegeben, also nur für den be­treffenden Betrieb zugeschnitten sind. Die Betriebe müssen darum gewissermaßen individuell ge- wertet werden. Es ist z. B. ganz klar, daß in kapitalkräftigen Riesenbetrieben folgende Punkte leicht zu erfüllen sind: Gerechte Anpassung der Preise an die allgemeine Wirtschaftslage, Erhöhung -der Güte und des Gebrauchswertes der hergestellten Waren, besondere soziale Leistungen, Lohnverbesse- rungen, ausreichender Kündigungsschutz, Altersver­sorgung über die öffentlichen Leistungen hinaus, gute Arbeitsstätten, Ausgestaltung der Freizeit, Ge­winnbeteiligung, Fürsorge für die Gefolgschafts- Mitglieder und deren Angehörige, Förderung des Wohnungsbaues.

Aber die absolute Größe und wirtschaftliche Lei­stungsfähigkeit eines Betriebes sind gar nicht ent­scheidend, sondern der nationalsozialistische Wert­maßstab stellt die G e s a m t l e i st u n g eines Be­triebes im Verhältnis zu den einmal gegebenen Bedingtheiten unter das Urteil. Dabei wird darauf gesehen, ob Betriebsführung und Gefolg­schaft sich in der Betriebsgesamtheit durch freudiges Mitschaffen auszeichnen und so beweisen, daß der Betrieb im Sinne des Nationalsozialismus sich ein- gliedert in die Wirtschaftsführung unter dem Vier­jahresplan. Gerade die Verleihung der Auszeich­nungNationalsozialistischer Musterbetrieb" an Be­triebe, die sehr unterschiedlicher Struktur sind, zeigt, daß die Wertung des Leistungskampses nach gerech­tem Maß erfolgt.

Im letzten Jahr haben die am Leistungskampf beteiligten Betriebe insgesamt 785,8 Millionen RM. über das gesetzlich vorgeschriebene Maß für So- zialleistungen aller Art aufgewandt. Dieser gewal­tige Betrag ist Nicht, wie liberalistische Wirtschaftler vielleicht urteilen mögen, derWirtschaft" entzogen worden, sondern er ist d i e beste Kapital­anlage, denn er förderte die Kraft und Wohl­fahrt dessen, der die Arbeit leistet, des Schaffenden. Die Erfolge der nationalsozialistischen Arbeitsver­fassung, die auf der sozialen Selbstoerantwortung und der ihr entsprechenden Arbeitsleistung beruhen, zeigen deutlich, daß der Leistungskampf der Be­triebe in seiner jährlichen Wiederkehr in immer stärkerem Ausmaß dem Ziele nahekommen wird, das uns der Führer gesteckt hat: Ganz Deutsch­land ein Musterbetrieb! D.S.

Weiter steigender Bedarf an Arbeitskräften.

Besonders starker Facharbeitermangel im Metall- und Baugewerbe.

Berlin, 12. Juli. (DNB.) Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung teilt mit:

Der Bedarf der deutschen Wirtschaft an Arbeitskräften ist im Juni weiter stark gestiegen. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten betrug Ende Juni über 20 Millionen und weist damit einen bisher noch nicht erreichten Höchststand auf. Gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres (18 941 000) ist ein Zuwachs von 1 064 000 Beschäf­tigten zu verzeichnen. Charakteristisch für den zu­nehmenden Mangel hauptsächlich an männlichen Arbeitskräften ist die Tatsache, daß die B e s ch ä f - tigung von Frauen gegenüber dem Vorjahr verhältnismäßig stärker (plus 6,4 v. H.) als bei den Männern (plus 5,3 v. H.) zugenommen hat, ob­wohl der vermehrte Bedarf an Arbeitskräften gerade in den typisch männlichen Berufen (Metall- und Maschinenindustrie, Baugewerbe) auf­tritt.

Einer Zunahme der Beschäftigten um etwa 150 000 im Juni steht eine Abnahme der Arbeitslosen um 46 000 gegenüber. Don den Ende Juni bei den Arbeitsämtern noch gezählten 292 000 Arbeitslosen waren nur mehr 2 8 0 0 0 voll einsatz - und zwischenbezirklich ausgleichsfähig. Ein Teil davon war am Stichtag im Wechsel der bisherigen uni) der neuen Arbeitsstelle begriffen. Die Zahl-der nicht voll ein­satzfähigen Arbeitslosen (126 000) ist im Juni wieder erheblich zurückgegangen. Besonders stark ist der Facharbeitermangel im Metall- und Baugewerbe. Die Arbeitsämter sind besttebt, die geringen noch vorhandenen Kräftereserven zu erfassen sowie im Benehmen mit den Bettiebs- führern die vorhandenen Arbeitskräfte möglichst wirtschaftlich einzusetzen.

Im Land Oe st erreich konnten im Juni 76 000 Arbeitslose, das sind 22 v. H. der Arbeits­losen, wieder in Arbeit gebracht wer­den. Damit verringert sich der Stand an Arbeits­losen Ende Juni auf 275 000 (161000 männlich, 114 000 weiblich). Seit dem Umbruch konnte also die Arbeitslosigkeit bereits um mehr als die Hälfte vermindert werden. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen belief sich Ende Juni auf 190 000.

Deutschland einstweilen nicht mehr Käufer auf dem brasilianischen Markt.

Berlin, 12. Juli. (DNB.) Die Santo d o Brasil hat Ende Juni den Ankauf von Ber­re ch n u n g s m a r k, die aus den deutschen Käufen anfallen, vollkommen e i n g e st e l l t. Dadurch ist es Deutschland einstweilen unmöglich gemacht worden, noch weiter als Käufer von Kaf­fee, Tabak, Kautschuk, Holz, Fleisch, Drangen, Ba­nanen usw. auf dem brasilianischen Markt aufzu­treten. Deutschland ist infolgedessen gezwungen, diese Erzeugnisse, sowest es nicht überhaupt aus sie ver­zichtet, aus anderen Ländern zu beziehen, wo bereits größere zusätzliche Käufe von Waren dieser Art getätigt werden.

KomwunistischerBürgermeisterinprag

Prag, 12. Juli. (Europapreß.) Zum Stellver­treter des Oberbürgermeisters von Prag wurde das Mitglied der Nationalen Vereinigung, Dr. Stu la, wiedergewählt, zum zweiten der Sozialdemokrat I e r s ch a b e k und zum dritten derKommunist Dr. Drbensky. Damit bekleidet ein Kommunist zum erstenmal das Amt eines Prager Bürger- Meisters. Bei den Wahlen in den Stadttat behielten die Prager Deutschen ihre Vertretung, doch erhielt das Mandat entsprechend dem Wahlergebnis Universitätsprofessor P fitz n er von der Sudeten­deutschen Partei, während es bisher in den Händen der Deutschen Demokraten war, die bei den letzten Wahlen nicht mehr selbständig auftreten konnten und trotz ihres Wahlbündnisses mit den deutschen Marxisten nicht einmal einen Sitz in der Gemeinde­vertretung erhielten.

Neue tschechische Provokationen in Prag

Prag, 12. Juli. (Europapreß.) Am Dienstag­nachmittag wurden zwei Junglehrer und eine Jung- lehrerm auf dem Wenzelsplatz in Prag von der Menae angegriffen, die ihnen ihre Wanderjoppen und weißen Strümpfe herunterzureißen versuchten. Der zu ällia vorübergehende Kreisamtswalter der Sudetendeut- schen Partei, Walter Ludwig aus Benisch, forderte einen in der Nähe untätig stehenden Verkehrs- poli3iften auf, gegen die Menge einzuschreiten. Mit der Erklärung, daß er n i ch t D e u t s ch v er­st e h e , lehnte dieser anfänglich jedes Eingreifen ab. Die Menge wandte sich dann gegen Ludwig dem sie das Parteiabzeichen herunter- riß. Erst hierauf machte der Wachmann den Ver­such, Ordnung zu schaffen, zumal sich unterdessen eine mehrhundertköpfige Menge angesammelt batte Mittlerweile vermochten sich die Angegriffenen in ein Geschäft in Sicherheit zu bringen, wo ein Pro­tokoll ausgenommen wurde.

Ein ilebungsflug Mussolinis.

Rom, 12. Juli. (Europapreß.) Am Dienstag­vormittag unternahm Mussolini von dem Flug­platz Guidonia aus einen längeren Uebungs-

Alljährlich am 1. Mai, am Nationalfeiertag des deutschen Volkes, zeichnet der Führer die betriebe aus, die alsnationalsozialistische Musterbetriebe" den Gedanken der Betriebsgemeinschaft im Sinne des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit und im Geiste der Deutschen Arbeitsfront auf das vollkommenste verwirklichen. Diesen Zweck des jähr­lichen Leistungskamvfes verkündete der Führer in einer Verfügung vom 29. August 1936. Ein na­tionalsozialistischer Musterbetrieb ist berechtigt, die Flagge der Deutschen Arbeitsfront mit goldenem Rad und goldenen Fransen zu führen. Außerdem werden anderen Betrieben Gaudiplome Überreicht. Schon im ersten Jahr traten 84 000 Betriebe in Wettbewerb, von denen 103 als Musterbetrieb aus­gezeichnet wurden und 16 000 das Gaudiplom für gute Leistungen erhielten. In diesem Jahr wird er­strebt, daß die ganze Wirtschaft an dem Leistungskampf teilnehme. Vor allem sollen auch die kleinen und klein st en Betriebe mit­machen. Für die Kleinbettiebe hat Dr. Ley ein be­sonderes Leistungsabzeichen geschaffen.

Mit diesen Leistungskämpfen wird der Begriff der Arbeit ethisiert. Nicht das Kapital, son­dern die Arbeit schafft die Wohlfahrt einer Nation, und selbst der als Vorkämpfer der liberale stischen Weltanschauung zu Unrecht verschriene Volkswirt Adam Smith schrieb in seinenUn­tersuchungen über die Natur und die Ursachen des Reichtums der Nationen", die 1776 erschienen und noch heute von den Engländern als klassisch ange­sehen werden, die Sätze (I. Buch, 5. Kapitel):Die Arbeit ist, weil sie sich nie in ihrem Werte ver­ändert, allein der endgültige und wirk­lich e Maßstab, nach dem der Wert aller Waren zu jeder Zeit und an jedem Ort geschätzt und ver­glichen werden kann. Sie ist der wahre Preis dieser Waren; das Geld ist nur ihr Nominalpreis."

9m Gegensatz zum liberalistischen und marxisti­schen System gilt es, das neue Arbeitsdenken in die Tat umzusetzen, d. h. die Produktions- und Werk­stätten immer mehr im nationalsozialistischen Geist aufwärts zu entwickeln. Es ist offenkundig, daß die sehr unterschiedlichen deutschen Betriebe nicht über einen Kamm geschoren werden können. Abgesehen von der Verästelung der verschiedenen Wirtschafts­zweige denen die einzelnen Betriebe dienen, der KapitMsumme, mit der sie arbeiten, den geographi- üven Berhättnissen, unter denen sie sich entwickelten, dem Unterschied in den Größen und in der Techni­sierung Handwerksbetriebe, Fabriken usw., hat

flug mit einem dreirnotorigen Born-I x'JU93£u$- überflog die tyrrhenische Küste und das Gebiet der ehemaligen Pontinischen! bumpse. Auf dem Ruckweg überflog er Terracia unö Vittona und landete nach etwa zwei Flug- unden wieder in Ouibonia. Hier ließ er sich einige Uebungssluge mit einem neuen Typ eines Jaao- rlug3euges oorführen und kehrte dann in den Palazzo Venezia zurück.

Meine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler hat den Oberst der Gendarmerie R o e 11 i g , Generalinspektor der Gen- darmerie und Gemeindevollzugspolizei, mit Wirkung Dom 20. April d. I. zum Generalmajor der Ordnungspolizei ernannt.