Ausgabe 
13.6.1938
 
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Oer Grundstein für 578 Heime der Hitlerjugend.

Der Reichsjugendführer fordert Treue dem Lande und dem Landdienst.

Schlochau, 12. Juni. (DNB.) In der Grenz­stadt im Osten, in S ch l o ch a u, fand Sonntag die feierliche Grund st ein legung für 5 7 8 HI. - Heime im ganzen Reiche statt. Lu­gleich wurde mit diesem feierlichen Akt eine groß­zügige Heimbeschaffungsaktion in den Grenzgebieten des deutschen Ostins eingeleitet. In Gegenwart führender Männer von Partei und Staat wurde am Fuße der Ruinen der alten Ordensritterbura die Grundsteinlegung voll­zogen. Reichsjugendführer von Schirach führte dann aus: Es wäre nicht möglich gewesen- diese gewaltige Anzahl von Bauten zu errichten, wenn nicht der- Führer selbst nicht nur unsere Arbeit aus eigenen Mitteln materiell unterstützt, sondern sich mit solcher Anteilnahme mit den Plä­nen und Modellen beschäftigt hätte, daß wir mit Stolz heute aussprechen können: Auch die Heime der Hitler-Jugend sind Bauten Adolf Hit­lers. Gerade die von kleinen Gemeinden geplanten Heime, die in Gemeinschaftsarbeit und mit einem ganz geringen Aufwand von Bargeld errichtet wur­den, interessierten ihn besonders. In vielen Hun­derten deutscher Dörfer und kleiner Städte stehen heute solche Heime, die von Adolf Hitler persönlich begutachtet wurden.

Baldur von Schirach belonke, wie notwendig das Jugendgelände, das zum heim gehöre, für die körperliche Ertüchtigung fei, und wie fehr gerade auf dem Lande die Errichtung von Schwimmbädern nötig fei. um der ganzen Jugend das Schwimmen zu lehren.

Wir haben für unsere heutige Feier eine Stadt ansgewählt weitab von den Großstädten und hart a n der Grenze des Reiches. Die HI. hat viele ihrer Feierstunden veranstaltet in Dörfern, deren Namen der Masse unseres Volkes bis dahin unbekannt waren. Eine schlechte, nun versunkene Zeit hat einmal die Redensart von demgott­verlassenen Dorf" und vom Land,wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen", geprägt. Heute fühlen wir, daß nur Menschen von Gott verlassen sein können, das Land niemals; denn hier offen­bart sich in Wäldern und Fluren, in Wölken und Winden das ewige Gesetz vom Werden, Welken und Vergehen, das die großen Städte nur allzu­leicht vergesset lassen und doch unser Dasein be­stimmt.

wer von euch auf dem Lande arbeitet, der tut harte Arbeit; das weih ich. Vielleicht überkommt ihn hier und da die falsche und ver­führerische Sehnsucht, diesen Dienst am Land aufzugeben und dem trügerischen Bild eines vermeintlichen Glücks in der Stadt zuzustreben, weil diese Stadt ein leichteres Leben und höhere Kulturgüter zu versprechen scheint. Jugend Adolf Hitlers! Das Leben ist gleich schwer oder gleich leicht, wenn man es mit einem tapferen Herzen bejaht. Kultur aber ist nur dort, wo der Pflug den Boden

bricht. Sie lebt auch in der Stadt nur so lange, als der Mensch sich demütig und sehn­süchtig seiner Landschaft erinnert. Landdienst ist Ehrendienst! Der ist kein Soldat des Führers, der seinen Posten verläßt. Ein Deutscher desertiert nicht, sondern er tut dort seine Pflicht, wo das allmächtige Schicksal hin­befohlen hat.

Reichsmmister Dr. Frick

sprach 'bann zur Jugend.Mit dem Gesetz über die Hitler-Jugend"; so sagte er,hat der Führer dem Iugendführer des' Deutschen Reiches die Aufgabe der körperlichen, geistigen und sittlichen Erziehung der gesamten deutschen Jugend, soweit sie. außer­halb der deutschen Schule und des Elternhauses er­folgt, übertragen. Dieses große Werk, durch das die Zukunft Deutschlands maßgeblich beeinflußt wird, kann aber nur dann in vollem Umfange er­füllt werdeft, wenn der deutschen Jugend in allen Gemeinden gesunde und würdige Heime zur Verfügung stehen, in denen der Geist des Dritten Reiches gepflegt wird, und die zugleich diesen Geist der Gemeinschaft, der Wehrhaftigkeit und der Pflichterfüllung innerlich und äußerlich verkörpern.

Der F ü h r e r s e l b st hat als der oberste Schirm­herr der deutschen Jugend einen Aufruf erlassen, die Errichtung von Hitler-Jugend-Heimen unver­züglich in Angriff zu nehmen. Die deutschen Ge­meinden haben diesen Ruf freudig ausgenommen. Ich habe mich als der füt die Führung der deut­schen Gemeinden-, für die Gesundheit und für das innerstaatliche Gedeihen des deutschen Volkes dem Führer verantwortliche Reichsminister des Innern der Förderung der deutschen Jugend, die das, wert­vollste Gut ist, das wir haben, und die mir daher besonders am Herzen liegt, gerne angenommen.

Das hiller-Jugend-Gefeh wird erst dann jene große Bedeutung erlangen können, die es für unser Volk erlangen muß, wenn in Stadt und Land Heime der Hitler- Jugend entstehen, die Erziehungsstät- tenjenerdeutschen Generation sind, die dazu bestimmt ist, die Zukunft D e u t s ch l a nd s zu gestalten und zu sichern. Die Heime der Hitler-Jugend werden die Stät­ten sein, in denen die nationalsozialistische Welt­anschauung als die Lebensart des deutschen Volkes für alle Zeiten gehegt und dem nächsten Geschlecht als das Unter­pfand der Einheit, Größe und Macht unseres Volkes vererbt wird.

Unsere Gemeinschaft umschließt das einsamste Ge­höft des Deutschen Reiches. Und es werden nur noch wenige Jahre vergehen, dann werden über­all die Bauten dieser Gemeinschaft, die Heime unserer HI., stehen. Heute legen wir ihren Grund­stein, aber übers Jahr schon werden in diesen Häu­sern die frohen Lieder der Jugend erklingen. So bauen wir die Heime für die Heimat!

Nahezu 1400 Heime sind im Entstehen, weitere tausende werden im ganzen Reiche folgen. Das Werk wird nur im einmütigen Zusammenwirken von Gemeinden, Partei und Staat gelingen. So wie sie für Errichtung und Unterhaltung der Schul­bauten sorgen, in denen der deutschen schulpflich­tigen Jugend das Wissen für das Leben vermittelt wird, so ist es eine der vornehmsten Pflichten der Gemeinden, für Hitler-Jugend-Heime zu sorgen, in denen nach dem Willen des Führers neben und nach der Schule die gesundheitliche, geistige, charak­terliche und weltanschauliche Formung der deut­schen Jugend durch die HI. erfolgt.

Ich rufe alle Gemeinden Großdeutschlands auf, mit echt nationalsozialistischer Tatkraft daranzu­gehen, sobald sie dazu finanziell in derkLage sind, Hitler-Jugend-Heime zu errichten. Um diese wichtige Aufgabe lösen zu können, habe, ich in den Haus­haltserlassen an die deutschen Gemeinden sowohl im vorigen Jahr, wie auch in diesem Jahre be­sonders auf die Arbeit der Hitler-Jugend und die Förderung ihrer Heimbauten hingewiesen, die dem­nächst gesetzlich geregelt werden wird. Die Bauten der Hitler-Jugend sollen schöne Bauten in der deut­schen Landschaft, Bauten ehrlicher Gesinnung, von jedem Prunk und unnützer Zutat frei fein. Sollen diese HI.-Heime ihre Aufgabe erfüllen und soll die deutsche Jugend diese Heime als ihre eigenen Schöp­fungen lieben, dann müssen sie auch mit einem Jugendgelände verbunden sein, das der Jugend alle Möglichkeiten zur Entfaltung ihrer körperlichen und geistigen Eigenschaften bietet. Hier im deutschen Osten werden die Bauten der deutschen Jugend Vorbilder des deutschen Wesens sein und Zeugnis dafür ablegen, wie f e st ver­wurzelt in diesem Boden die deutsche Jugend steht und toie sehr sie bereit ist, in Treue zu Volk und Führer, zu Heimat und Vaterland ihre Er­ziehung in ihre eigenen Hände zu nehmen, um dereinst ihre Pflicht der Gemeinschaft gegenüber erfüllen zu können.

Im Anschluß an die Feier überreichte der Jugend­führer des Deutschen Reiches von Schirach dem Reichsinnenminister Dr. Frick das Goldene Ehrenzeichen der HI. als Zeichen feines und der deutschen Jugend Dank für die immerwährende großzügige Unterstützung der nationalsozialistischen Jugendarbeit.

Die Bauten der HZ. Vorbilder deutschen Wesens

Oie Aufgaben der Gemeinden bei der Heimbeschaffung der HZ.

Festlicher Ausklang der Hamburger ReichstagungKrast durch Freude".

Hamburg, 12. Juni. (DNB.) Die vierte Reichs­tagung der NS.-GemeinichaftKraft durch Freude" erreichte am Sonntagnachmittag mit dem Festzug Schönheit und Freude" ihren Höhepunkt. Der Adolf-Hitler-Platz mit dem festlich geschmück­ten Rathaus bot eine einzige Symphonie der Le­bensfreude. Auf den riesigen Tribünen hatten die Ehrengäste, unter ihnen zahlreiche diplomatische Vertreter sowie die Delegationsführer der auslän­dischen Vertretungen Platz genommen. Jubelrufe grüßten Dr. Ley bei seinem Eintreffen.

Zunächst zogen, in der alphabetischen Reihenfolge ihrer Länder, die Volkstums- und Trach­tengruppen vorüber. Standartenträger mit den Symbolen des Reiches und Kinder- und Frauen­gruppen in würdigen Festgewändern, in blau-sil­bernen Trachten ein Spielmannszug mit Musik­kapelle, Männer und Frauen mit Lauten und an­deren Dolksinstrumenten, Bannerschwinger, Sän­ger und Sängerinnen in rot-goldenen Gewändern und Reiter mit Harfensymbolen zogen dem W a - ?[ e n der Musik voraus, der in kunstvoller Sti- ifierung Musikinstrumente zeigte. Maskenträger führten den Wagen des Theaters an, der einen riesigen Athenekopf über großen Schauspieler­masken trug. Die Gruppen der Oper, des musika­lischen Schauspiels, der Operette und des Märchen­spiels symbolisierten bekannte Werke. Dem Kunst­tanz war eine besondere.Gruppe vorbehalten. Die Abteilung Sport zeigte eindrucksvoll, daß das große deutscheKraft-dürch-Freude"-Werk auf dem Gebiete der Leibeserziehung eine feiner Hauptauf­gaben sieht.Der Rhein" undZ u g der Ernte" waren die Parolen der beiden nächsten Abschnitte des Festzuges. Man sah unter den vielen Wagen und Gruppen prachtvolle Modelldarstellun­gen des Kölner Dames und der Burgen om Rhein. Größe und Wehrhaftigkeit, Reichtum und Vielge­staltigkeit völkischen Lebens kündete der letzte Teil. In langen Reihen zogen die Banner aller deutschen Gaue vorüber, voran die der Gaue Oesterreichs. Solletf, Jtiefenfeuertocrf und Bordfest.

Ungezählte Tausende umsäumten das große Viereck der Binnenalster bei anbrechender Dämme­rung. Inmitten des Alsterbeckens war eine Insel erbaut. Während die Uferbeleuchtung erlosch, strahl­ten riesige Scheinwerfer auf der Jnselfläche eine Gruppe weißgewandeter Tänzerinnen an, die nach den Klängen von WebersAufforderung zum Tanz" sich über der Alster wiegten. 21 Kanonenschläge gaben dann das Zeichen für den Beginn des Feuerwerks. Inmitten feuriger Gemälde; die etagenartig übereinander in ihrem Spiel die Far­ben wechselten, standen unzählige Flaggen ' aller Nationen, die von den am hell leuchtenden Him- mel schwebenden Lichtaggregaten beleuchtet wurden. Unter prasselndem Donner stiegen Tausende von Flaggen mit den Symbolen des Dritten Reiches empor, leuchtende Sterne erstrahlten über dem Wasser und übergossen silbern die am Himmel leuch­tenden Fahnen

Die 4. Reichstagung der NS. GemeinschaftKraft durch Freude" sand bann mit ei ein Fest an Bord des Flaggschiffes dex KdF.-

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Unter den zahlreichen deutschen und ausländischen Volkstumsgruppen passieren hier Fahnen­schwinger die Haupttribünen vor dem Hamburger Rachaus. (Presse-Bild-Zentrale-M.)

F l o t-t eW ilhelm Gustloff" ihren Abschluß. Noch einmal hatten sich die Träger des KdF.-Wer­kes, an der Spitze Reichsleiter Dr. Ley, mit füh­renden Persönlichkeiten der Partei, des Staates und der Stadt und mit den Gästen aus dem Aus­land zusammengefunden. Eine große fröhliche Fest­gemeinschaft füllte die herrlichen Räume des deut­schen Arbeiterschiffes.

Sportappell der Betriebe.

Hamburg, 11. Juni. (DNB.) AmTage des Sportes" der Reichstagung der NS.-Gemeinfchaft Kraft durch Freude" rief Reichsorganisationsleiter Dr. Ley die deutschen Betriebe zu einem sich all­jährlich wiederholenden Sportappell auf. Die Gesunderhaltung und die körperliche Ertüchtigung des schaffenden deutschen Menschen zähle zu den vordringlichsten Aufgaben der Deutschen Arbeits­front. Als eines der wirksamsten Mittel zur Lösung dieser Aufgabe haben bie Selbes Übungen leb­hafte Förderung erfahren. Darum begrüße ich freudig den Vorschlag des Reichssportführers zu einem Sportappel ber Betriebe. Ich er­warte, daß sich die deutschen Betriebe restlos be­teiligen.

Als erfolgrelche Gruppen beim-Reichswettbewerb der KdF.-Sportgruppen wurden nachstehende Gau- fportgruppen uiib Sportgemeinschaften dem Reichs­

organisationsleiter Dr. Ley für ihre hervorragen­den Leistungen vorgestellt (die Reihenfolge bedeutet keine Rangordnung). Gausportgruppen: Hessen-Nassau, Hamburg, Kurmark, Baye­rische Ostmark, Main Franken, Berlin, Koblenz- Trier, Thüringen, Sachsen, München, Oberbayern, Württemberg-Hohenzollern, Düsseldorf und Osthan­nover. Sportgemeinschaften: Sportgruppe Kreiswaltung Frankfurt am Main; Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, Augsburg; Kaufhaus Kortüm, Dortmund-Bochum, Büssing- NAG., Leipzig; Allianz, Berlin; Cottbuser Weller; Arado Flugzeugwerke, Wittenberg; Schmalbach, Gau Braunschweig-Südhannover; Kaufhaus Hansa, Mannheim; Bayerische Flugzeugwerke, Regensburg und Gebr. Horst, (Stettin.

9er Führer bei der Grundsteinlegung zum Haus des Fremdenverkehr«.

Berlin, 11. Juni. (DNB.) Die Grundstein­legung ;um haus des Fremdenverkehrs findet am Dienstag, 14. Juni in Anwesenheit des Füh­rers und Reichskanzlers in festlichem Rahmen statt. Der Führer wird vom Runden Platz an der Nord- Süd-Achse das Zeichen zum Beginn der gewaltigen Bauvorhaben geben, die mit dem 14. Juni an 16 Stetten gleichzeitig ihren Anfang nehmen.

Zunehmende Verknappung der Arbeiiskräste.

Rückgang der Arbeitslosigkeit auch in Oesterreich.

Berlin, 11. Juni, (DNB.) Dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeits­losenversicherung zufolge hat die Zahl der be­schäftigten Arbeiter undA njie {teilten Ende Mai einen Stand von 19,85 Millionen er­reicht. Die Zunahme der Beschäftigten um 450 000 ist überwiegend auf die Eingliederung des Schulentlaßjahrganges 1938 zurückzufüh­ren. Eine Rolle spielt auch die saisonmäßige Ar­beitsaufnahme von Personen, die im Winter nicht als Arbeiter tätig au fein pflegen, der zunehmende Andrang von Ehefrauen, Rentenempfängern, klei­nen Selbständigen und Handwerkern. Seit dem saisonmäßigen Tiefstand im Januar 1938 hat die Beschäftigung eine Zunahme von etwa 1,8 Millionen erfahren.

Im Mai ging die Arbeitslosigkeit nochmals, wie im April, umrunb 84 000 zurück, so daß jetzt ein Stand von 338 000 erreicht ist. Davon waren nur 37 00 0 voll einsatzfähig und für den Ausgleich geeignet. Auf nicht voll einsatzfähige Ar­beitslose entfallen jetzt 41,4 v. H. aller Arbeitslosen, bei den ungelernten sogar 61,0 v. H. Die Anforde-

Morgens und abends

Chlorodont

verhütet Zahnstein-Ansatz

rungen an Arbeitskräften lagen daher noch immer weit über den Deckungsmöglichkeiten. Der not­wendigste Facharbeiterbedarf wird jetzt überwiegend dadurch bereit gestellt, daß die Betriebe ungelernte oder berufsfremde Arbeiter a n l e r n e n.

Auch im Lande Oesterreich konnte die Zahl der Arbeitslosen bereits um 65 000 vermindert wer­den, obwohl sich auch im Mai noch zahlreiche Ar­beitslose bei den Arbeitsämtern neu meldeten Ins­gesamt wurden bisher 114 700 ausgesteuerte Ar- beitslofe wieder in die Unterstützung und Arbeits­vermittlung aufgenommen. Die Zahl der Arbeits­losen beträgt in Oesterreich jetzt noch 351000, liegt also noch etwas höher als im Altreich.

Oie Haupttagung derRaiffeisen-Genoffenschasten

Koblenz, 11. Juni. (DNB.) Rund 4000 Ge- nossenschafller aus allen Reichsstellen hatten sich in Koblenz zur Haupttagung versammelt. Nach kurzer Eröffnung durch den Präsidenten erstattete der Ge­schäftsführer des Reichsoerbandes Dr. Strub (Berlin) den Jahresbericht. Die Gesamtumsätze der Bezugs- und Abfatzgenossenschaften stiegen von 686 Millionen RM. in 1935 auf 739 Mill. RM. in 1936. Der Warenumschlag zusammen mit den Hauptgenossenschaften und den Spar-Darlehnskassen erreichte 2,2 Milliarden RM. Wesentlich mar auch die Umsatzsteigerung an Maschinen und Geräten der Landwirtschaft. Die Investitionen für Neuanschaf­fungen von Maschinen sind von 135 Mill. RM. in 1932/33 auf 395 Mill. RM. in 1936/37 angestiegen. 1937 wurden allein über 1000 neue Kar­toffeldämpfkolonnen durch die Genossen­schaftliche Mafchinenvermittlung eingestellt. Außer- dem wurden 2000 Saatgut -.Reinigungs» anlagen mit Beizapparaten erstellt. Er- höhte Bedeutung gewannen die Kartoffelverarbei- tungsbetriebe sowie die Flachsaufbereitung durch Genossenschaften. Die Ortskassen, das Rückgrat des ländlichen Genossenschaftswesens, konnten die Ge­samtumsätze von 1934/36 um 29,5 Milliarden, auf 34,9 Milliarden steigern. Die Kreditgenossenschaften vermochten damit den vermehrten Kreditbedarf aus eigenen Mitteln zu decken und die Bankkredite weiter abzubauen.

Gauleiter Staatsrat Simon zog dann eine Par­allele zwischen zwei Männern, die im vorigen Jahr­hundert im Gau Kodlenz-Trier tätig gewesen wa­ren, beide mit dem Ziel, die deutschen Menschen einzelner Berufsstände zusammenzufassen. R a i f f - eisen, der Mann der bäuerlichen Genossenschaften und Karl Marx, der Begründer des Klassen­kampfgedankens. Der eine kam vom Westerwald, der andere wurde in Trier geboren. Beide wollten die Berufsstände zusammenfassen; und doch, weit verschieden war das Wirken der beiden. Der eine, ein Jude, besaß nicht die Liebe zur Heimat und zum deuffchen Volk. Er war der raumlose und eben­so ruhelose Jude; der andere aber, Raiffeisen, ein Sohn unserer Heimat, blieb seinem Volke treu, und sein ganzes Wirken war gestellt auf die Liebe zu seiner Heimat, zu seinen Landsleuten und feinen bäuerlichen Berufsgsnossen. Raiffeisen hat zu einem erheblichen Teil das deutsche Bauerntum vorn jüdischen Wucherturn erlöst, so daß späterhin unsere Bewegung den deutschen Bau- ern auf dem Lande erheblich eher gewinnen konnte, wo der jüdische Geist der Zersetzung nicht Fuß 'ge­faxt hatte. Dann sprach der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Reichsbauernführer Darr6, über dessen Rede wir schon berichtet haben.

Eröffnung der Reichsiheaterfestwoche in Wien.

Die erste Reichstheaterfe st woche im Großdeutschen Reich hat begonnen. Vor der Oper hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden, um Reichsminister Dr. Goebbels zu begrüßen. Dr. Goebbels nahm in der Festloge Platz, neben ihm Reichskommissar Gauleiter B Ü r ck e l und Reichsstatthalter Dr. S e y ß - I n q u a r t. Vertreter des gesamten deutschen Theaterlebens nahmen in großer Zahl teil.Der Rosenkavalier" von Richard Strauß war als erste Vorstellung gewählt. Die musikalische Leitung hatte Generalmusikdirektor Dr. Karl Böhm. Nachdem die letzten Klänge ver­rauscht waren, setzte ein Beifallssturm ein, wie ihn bas Haus noch selten erlebt hat. Reichsminister Dr. Goebbels ließ den Hauptdarstellerinnen für ihre hervorragenden Leistungen Blumengebinde über­reichen. Nach der Vorstellung folgten Reichsminister Dr. Goebbels, die in Dien weilenden Bühnen­schaffenden sowie die Vertreter von Staat, Partei und Wehrmacht einer Einladung des Wiener Bür- jjermeifters zu einem Emvfang im Festsaal h»«