Ausgabe 
13.6.1938
 
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Für ihn zu sorgen, ihn vollkommen herauszu­lösen aus der verderblichen Ideologie, die ihn z. T. noch vor wenigen Iahren beherrschte, dar­in sehen wir unsere schön sie Aufgabe! So werden wir immer mehr dem sozialen Deulschland nachstreben und es zu verwirk­lichen suchen. And ich weih. Herr Gauleiter, dah gerade Sie auf diesem Gebiet ein hervorragen­der Meister sind.

Ich gehe heute mit einem Gefühl stolzer Be­friedigung in die einzelnen deutschen Gaue. Es ist überall dasselbe Bild eines großen, gewaltigen Empor st redens. Immer mehr bin ich dabei von der Erkenntnis durchdrungen.

Brüssel. 11. Iuni. (DHB.) Veite Teile Bel­giens wurden am Samslägmillag durch ein Erd­beben erschüttert, das etwa eine halbe Minute andauerte. In mehreren Stadtteilen Brüssels stürz­ten die Schornsteine von den Häusern auf die Strahe. In vielen Häusern bildeten sich Risse in den Wänden. Ein Haus in der Brüsseler Dorstadt Eher- beck stürzte völlig ein. Auch mehrere Fabrik- fcharnsteine brachen zusammen. Zahlreiche Telephon­verbindungen und Gasleitungen wurden zerstört. Der Einwohner Brüssels bemächtigte sich eine P a - n i k, und sie eilten bei den ersten Erdstößen zu Tausenden auf die Straßen. Bisher hat das Erd­beben mindestens drei Todesopfer und zahl­reiche Verletzte gefordert. In Gent wurden zwei Arbeiter von herabfallenden Steinen schwer verletzt. Einer von ihnen st a r b kurz darauf. In Eruxshautem wurde ein Mann durch eine einstür­zende Mauer erschlagen. In Monl-St.-Amand warf sich ein durch das Erdbeben seelisch erschütter­ter Mann unter einen Kraftwagen und wurde auf der Stelle getötet. In Kortryk wurde ein Mann, der aus dem Jenffer schaute, auf die Straße geschleudert und schwer verletzt, hier wurden ganze Dächer abgedeckt. In dem berühmten Be­ginenhof wurden beinahe alle Häuser stark beschä­digt. In Gent stürzte ein fast drei Zentner schweres Steinkreuz der Iosephskirche auf die Strahe, aller-

wie notwendig es ist, zwei Säulen im Staat unerschütterlich festzumachen: Auf der einen Seite die ewige, politisch tragende nationalsozia­listische Partei und auf der anderen Seite die deutsche Wehrmacht. In eben dem Maße, in dem diese beiden Säulen sich vereinen und die Träger des ganzen deutschen Schicksals werden, kann die deutsche Nation beruhigt in die Zukunft blicken."

Nachdem der Führer gegen 18 Uhr die Gau­hauptstadt mit seinem Stellvertreter im Sonder­zuge wieder verlassen hatte, fand das große Gau­treffen Pommern am Abend mit einem Zapfen­streich der Wehrmacht seinen festlichen Ausklang.

dings ohne jemanden zu verletzen. Durch das Erd­beben entstanden auch mehrere Grohfeuer, die schweren Schaden anrichteten. In Gent wurde ein großer Teil einer Fabrik, in der durch die Erdstöße ein Kurzschluß ausgelöst worden war, völlig e i n - geäschert. In den Bergwerksgebieten verur­sachte das Beben keinerlei Unfälle. Die Bergleute betonten, dah sie selbst in den tiefsten Schächten keine Stöhe verspürten.

SchwereSchädeninganzVelgien und Aordsrankreich.

Paris, 12. Juni. (EP.) Der erste und heftige Stoß hat sich 14 Uhr 57 Minuten WEZ. ereignet, dem kurz daraus ein zweiter, leichterer Stoß folgte. Es wird angenommen, der Herd des Bebens habe in der Nähe des Aermelkanals auf englischem oder belgischem Boden gelegen. Das Beben hat in Nord­frankreich und Belgien größeren Schaden angerich­tet, als man zuerst annahm. In einer Reihe nord­französischer Industriestädte und belgischer Ortschaf­ten wurden durch herabfallende Gesteinsmassen zahl­reiche Personen verletzt. In vielen Orten stürzte die Bevölkerung in wilder Panik ins Freie. In einer Reihe von Ortschaften mußten Häuser.we­gen Einsturzgefahr geräumt werden. Die Polizei in Brüssel traf sofort Sicherheitsmaßnahmen und ent­fernte das Publikum von allen Gebäuden, die ein­

zustürzen drohten. Auch in Lüttich wurde das Be­ben sehr stark verspürt. Auch in der Passage des Justizpalastes von Gent bildete sich ein großer Riß.

Das Erdbeben ist auch in Paris, Lille, Com- piögne, Dünkirchen und anderen nordfranzöstschen Städten registriert worden. Besonders stark wurde das Erdbeben in Roubaix verspürt. In verschiede­nen Stadtteilen stürzten die Schornsteine ein. In Tourcoing bemächtigte sich der Bevölkerung eine Panik. Die Kirche, in der gerade eine Hochzeit stattfand, war im Augenblick leer, ebenso wie die Kaffeehäuser, die um die Mittagszeit gewöhnlich stark besucht sind. In den Wohnhäusern wurden die Einwohner zum Teil zu Boden geschleudert. Zahl­reiche Personen sollen leichter verletzt worden sein. In Lille auch in Brüssel und zahlreichen anderen französischen und belgischen Orten wurde am Sonntag um 14 Uhr 25 Minuten ein neuer leichter Erdstoß verspürt. Sachschaden scheint nicht angerichtet worden zu fern.

Erdstöße auch in England, Holland und Westdeutschland.

Die Erdstöße am Samstag haben sich auch in England bemerkbar gemacht. Wie aus den aus dem aanzen Lande eingelaufenen Nachrichten her- vorgeht, wurden in zahlreichen Orten Erschütterun­gen, die 30 Sekunden bis sechs Minuten anhielten, verspürt. Im Woolwich-Arsenal wurde ein Arbeiter zu Boden geworfen. Im Büro einer Oelgesellschaft in London blieben Punkt 12 Uhr sämtliche Uhren stehen, und in zahlreichen Gebäuden fingen Tische und Stühle an zu wackeln.

Das Erdbeben wurde auch in, Holland ver­spürt. Vor allem der Süden und Westen des Lan­des wurde in den Mittagsstunden durch einen Erd­stoß beunruhiat. In Amsterdam zitterten die Häuser. In verschiedenen Orten flüchtete die Be­völkerung auf die Straße. Längs der Küste haben in mehreren Orten die Häuser durch Mauerrisse ge­litten. Der Sachschaden ist jedoch nicht groß. Per­sönlich ist niemand zu Schaden gekommen.

Am Samstag um 12.01 Uhr stellte die Erdbeben­warte in Aachen zwei Erdstöße fest, die beson­ders im Aschener Gebiet und im anprenjenben holländischen Grenzbezirk verhältnismäßig stark auftraten. Soweit bisher feststeht, sind größere Schäden nicht ausgetreten. Ebenso wurden in K ö l n diese zwei Erdstöße wahrgenommen, die 'jeweils etwa eine Sekunde dauerten. Gleiche Meldungen liegen aus Wuppertal, Krefeld und Düsseldorf so­wie aus dem ganzen westdeutschen Gebiet vor.

Heftiges Erdbeben in Belgien.

Bisher drei Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Panik in der Bevölkerung.

91,44 Prozent aller deutschen Stimmen für Konrad Henlein.

Der dritte Wahlgang krönt den Wahlsieg der Gudetendeutschen Partei.

Das Gesamtergebnis der Gememdewahlen.

Prag, 13. Iuni. (DRB.) Rach dem vorläufigen Ergebnis des drillen Abschnittes der Gemeinde­wahlen in der Tschechoslowakei wurden am 12. Iuni insgesamt 824282 deutsche Stimmen abgegeben. Davon erhielt die Sudetendeutsche Partei 749820 Stimmen; das sind 90,9 v. h. oller deutschen Stimmen. Das Gesamt­ergebnis aller drei Abschnitte der Gemeinde­wahlen am 22. 2Uai, 29. 2Nai und 12. Juni ergibt für die Sudetendeutsche Partei einenhundert- fah von 91,44 aller deutschen Stim­men.

Für den 12. Iuni waren in 8291 Gemeinden Wahlen ausgeschrieben. Davon hatten 3365 eine tschechische, 1948 eine deutsche, 5 eine polnische und 535 eine ungarische Bevölkerungs­mehrheit. In 4398 Fällen entfiel der Wahlgang, da Einheitslisten ausgestellt worden waren. In 1003 Gemeinden tag nur die Liste der Sudetendeutschen Partei vor. In 64 Gemeinden fiel der Wahlgang aus, wie es in dem amtlichen Bericht heißt,aus besonderen Gründen". Insgesamt wurde daher in 3829 Ge­meinden tatsächlich gewählt, davon in 945 Gemein­den mit deutscher Mehrheit.

Die Wahlergebnisse zeigen im ganzen sudeten­deutschen Gebiet dasselbe erfreuliche Bild. Trotz vielfachen Terrors, den die Marxisten, Kommunisten und Tschechen gegen die SPD. auszuüben versuch­ten, trotz niedergeschlagener und mißhandelter su­detendeutscher Ordner, herabgerissener Plakate und allen möglichem Wahlschwindels, der sich besonders in Jglau auswirkte, hat die SPD. ihren siegrei­chen Vormarsch seit 1935 fortgesetzt. Die deutschen Sozialdemokraten wurden durchschnittlich halbiert, wo sie sich überhaupt zu kandidieren getrauten. Erfreulich ist es, daß überall im deutschen Sprachgebiet auch die Kommuni st en Ver­tu st e erlitten und nirgends jene Wählerzahl errei­chen konnten, die ihnen 1935 anheimgefallen war. Daß die Tschechen auch in den meisten jener Ge­meinden, die am 12. Juni zur Wahl schritten, z u - genommen haben, beweist aufs neue, daß die Regierungsversprechungen vom 18. Februar 1937 nur Papier geblieben sind: denn sonst hätte dem künstlichen Zuzug neuer tschechischer Staatsbeamter und Arbeiter m staut- lichen Unternehmungen, soweit es bas deutsche Ge­biet betrifft, Einhalt geboten werden müssen. Daß die Zunahme der tschechischen Stimmen allein auf künstliche Einwirkung zurückzuführen ist, beweisen die veröffentlichten tschechischen Kandidatenlisten, denn auf ihnen sind durchweg nur solche Tschechen verzeichnet, die vielfach erst se i t 1 9 2 8 i n s s u - betendeutsche Gebiet eingewandert sind.

Am Vorabend des Wahltages befand sich das gesamte sudetendeutsche Gebiet in einer ne» radezu festlichen Stimmung. In den Städ­ten und Dörfern waren die Häuser geschmückt: an den Fenstern befanden sich Bilder'Konrad Hen- leins.Dielfach veranstaltete die Bevölkerung spontan eine Illuminierung ihres Ortes. Von bedeutsamen Orten im sudetendeutschen Gebiet wählten die Tex­tilstadt Reichenberg, die Kurstadt Teplitz- Schönau, Warnsdorf, die Stabt der Leinen­weberei, ferner Bodenbach, Traute na u und Ir oppau, Orte mit einer bedeutenden deutschen Minderheit, in denen zur Wahlurne geschritten wurde, sind O l m ü tz und Jglau. In der Slowa­kei fanden vor allem in der Hauptstadt Preß- bürg, Wahlen statt. Auch in Tetschen, hem Ort, an dem drei Volksgruppen, nämlich Deutsche,

Polen und Tschechen Zusammentreffen, wurde um die neue Zusammensetzung der Gemeindevertretung gekämpft.

Bemerkenswerte Smzelergebniffe.

Aus einer Reche größerer Orte liegen Wahlergeb­nisse vor, die überall bas gleiche Bild des Sieges ber Sudetendeutschen Partei zeigen. Für die SDP. wurden abgegeben in: Saatz 9040 Stimmen (27 Mandate), d. s. über 90 v. H. aller abgegebenen deutschen Stimmen; Leitmeritz 7394 Stimmen (24 Mandate), d. s. 96,6 v. H. aller deutschen Sttm- men; Slum bürg 5806 Stimmen (31 Mandate), d. s. rund 95 v. H. aller deutschen Stimmen; Warnsdorf 11 545 Stimmen (32 Mandate), d. s. zwar nur 88,5 v. H. aller deutschen Stimmen, jedoch ist dies ein bedeutender Erfolg, da mit diesem Er­gebnis die marxistische Vorherrschaft in dieser einst roten Hochburg gebrochen ist. In ber Stabt T rau­te n a u wurden für die Sudetendeutsche Partei 7263 Stimmen (26 Mandate) abgegeben, für die Tschechen 2065 Stimmen (7 Mandate). 91,2 v. H. aller deutschen Stimmen entfielen auf die SDP.

In R e i ch e n b e r g, der größten fudetendeut- fchen Stadt; wurde das Wahlergebnis mit beson­derer Spannung erwartet. Von den 25 544 abge­gebenen gültigen Stimmen entfielen auf die SDP. 19 766 Stimmen (33 Mandate), Sozialdemokraten 1026 (2 Mandate). Kommunisten 499 Stimmen (1 Mandat), die tschechische Liste 3773 Stimmen (6 Mandate). Damit stellt die SDP. in Reichen­

berg alle drei Bürgermeister. Von den abgegebenen gültigen deutschen Stimmen vereinigte die SDP. nicht weniger als 94,7 v. H. auf ihre Lifte. Das glänzende Wahlergebnis ist deshalb besonders be­merkenswert, weil feit der Auflösung der nationalen Parteien im Jahre 1933 an der Spitze der Ge­meinde der Freimaurer und demokratische Senator Dr. Kostka stand, dessen Partei diesmal nicht einmal eine eigene Wahlliste einbringen konnte.

In dem Wallfahrtsort Haindorf im Jferge» birge erhielt die SDP. 10 0 v. H. aller deutschen Stimmen. In dem nordböhmischen Glasindustrie- städtchen Steinschönau wurden für die SDP. 2364 Stimmen (24 Mandate) und über 90 v. H. aller deutschen Stimmen abgegeben. Gegenüber den Parlamentswahlen von 1935 hat sie mehr als 500 Stimmen gewonnen. In der Stadt Troppau erzielte die SDP. mit 13 835 Stimmen (29 Man­date) 95 v. H. aller deutschen Stimmen, die tsche­chischen Parteien 4791 Stimmen (10 Mandate). Das Ergebnis von Troppau muß gegenüber ben An­strengungen der Tschechen, diese alte deutsche Stadt mit allen Mitteln zu erobern, besonders hervorge- hoben werden. In T e p l i tz vereinigte die SDP. 13 932 Stimmen (29 Mandate) und 91 v H. aller deutschen Stimmen auf sich, die tschechische Liste 3161 Stimmen (6 Mandate). Im Bezirk T rau­te n a u gewann die SDP. gegenüber 1935 4000 Stimmen. Sie erhielt 13 824 Stimmen (190 Man­date) und 90 v. H. aller deutschen Stimmen.

Wüste Ausschreitungen der Tschechen.

Oie Polizei sieht dem Treiben des tschechischen Pöbels tatenlos zu.

Gablonz, 12. Juni. (DNÄ.) In Grünwald bei Gablonz ist es in ben späten Abendstunden des Samstags zu wüsten Ausschreitungen tschechischer ,Elemente gekommen. Tschechische Horden durchzogen den Ort und rissen den Schmuck der Häuser wie Girlanden, Bilder Konrad Henleins und ebenfalls die ordnungsgemäß angebrachten Wahlaufrufe und Plakate der SDP. herunter. Als Angehörige der SDP. zu verhindern suchten, daß ihre Fahnen durch den Straßenschmutz gezogen wurden, wur­den .sie von den tschechisch-kommunistischen Strauch­rittern tätlich angegriffen. Bezeichnender­weise sah die Polizei diesen Vorgängen, ohne sich zu rühren, zu. Später verhaftete die Polizei einen Angehörigen der SDP., verhinderte jedoch nicht, daß er von dem Straßenpöbel zufam- mengeschlagen und erheblich verletzt wurde. Die Tschechen und Kommunisten, die in einer Front vorgingen, waren mit Stahlruten, Ochsenziemern und Schlagringen ausgerüstet. Die Mitglieder der SDP. dagegen waren völlig u n - bewaffnet. Daß es zu keinen weiteren Zusam­menstößen gekommen ist, ist einzig und allein der sudetendeutschen Bevölkerung zu verdanken, die trotz der Terrorisierung die allergrößte Disziplin bewahrte.

In Bodenbach wurde wie in den anderen sudetendeutschen Städten und Dörfern der Vorabend zur Gemeindewahl von der deutschen Bevölkerung durch eine eindrucksvolle Beleuchtung der mit Bil­dern Konrad Henleins, Fahnen und Tanengrün ge­schmückten Häuser begangen. In voller Ruhe und Ordnung zogen die Massen der deutschen Bevölke­rung während der festlichen Beleuchtung durch die Straßen der Stadt und ließen sich auch von klei­neren Ansammlungen der Tschechen nicht provo­zieren. Ohne jeden Anlaß wurde der Arzt Dr. Tangl um 11 Uhr nachts von Tschechen an- gefallen und durch Faustschläge sowie mit einer Stahlrute verletzt. An dem rohen Uebersall betei­ligte sich auch ein uniformierter tschechischer Finanz­beamter. Mit Blendlaternen und Gummiknüppeln ausgerüstete Gruppen derRoten Wehr" der So­

zialdemokraten, die sich als Staatspolizei ausgaben, überfielen um 24 Uhr eine Gruppe von s u - detendeutschen Ordnern, bewarfen sie mit Steinen und schlugen auf fie mit Gummi­knüppeln ein. Vier Ordner wurden verletzt.

Tschechischer Wahlbetrug in Jglau.

Die Sudetendeutsche Partei erkennt die Wahl nicht an.

Jglau, 12. Juni. (DNB.) In Jglau ist es schon in den erst n Wahlstunden am Sonntag zu Vor­fällen gekommen, auf Grund deren die zuständigen Stellen der SDP. erklären müssen, daß sie den Ausgang dieser Gemeindewahl unter keinen U m st ä n d e n anerkennen werden. Ja, zahl­reichen Autobussen wurden schon am Samstag Tschechen in starker Anzahl aus der Um­gebung nach Jglau transportiert. Am Sonntagvormittag konnte in zahlreichen Wallokalen festgestellt werden, daß an Ortsfremde sogenannte Wahllegitimationen ausgegeben worden waren, mit denen sie abftimmen konnten. Als es zur Gewißheit wurde, daß außerordentlich viele Tschechen Stimmen abgaben, ohne in Jglau wahl­berechtigt zu sein, wurden auf Betreiben der Orts- leitung der SDP. von der Staatspolizei Haus­suchungen durch geführt, die jedoch in­folge des überaus lässigen Vorgehens ber Sicher­heitsorgane ergebnislos blieben. Der Bezirksleiter Dr. Brunner hat an ben Innenminister folgendes Telegramm gerichtet:Die Bezirksleitung Jglau ber Sudetendeutschen Partei erhebt Protest gegen die mangelhafte Vorbereitung der Wahlen und die dabei erfolgten Ungesetzlichkeiten. Die Wahlen sind ein europäischer Skandal. Dor Bekannt­gabe des Wahlergebnisses erklären wir, daß wir das Ergebnis nicht anerkennen. Wir ver­langen Neuausschreibungen ber Wahlen unter internationaler Kontrolle."

Glänzender deutscher Wahlsieg in der Slowakei.

Die Karpathendcutsche Partei überall an der Spitze.

Preßburg, 13.Juni. (DNB.) Soweit bereits aus ber Slowakei Berichte vorliegen, bat bie Kar­pathendeutsche Partei Konrad Henleins ihre Stimmenzahl gegenüber den Parlaments­wahlen von 1935 in der überwiegenden Zahl ber ©emeinben verdoppelt und verdrei­facht. Die drei wählenden deutschen Sprachinseln haben die letzten Reste noch vorhandener Gegner abgeschlagen, ob es die Reste der Zipfer Deutschen Partei oder die der deutschen Sozialdemokraten sind. Aber auch, in den anderen Orten ist der deut­sche Charakter gewahrt worden, ja in Theben, dem Grenzort gegen das frühere Oesterreich, wo nach der amtlichen Volkszählung die Deutschen nur 37 v. H. ausmachen, entfielen auf die Karpathendeutsche Partei 56 v. H. aller abgegebenen Stimmen. Die Elsässer Deutschen von Kleindieseg konnten von 71 auf 102 Stimmen ansteigen und drei Mandate er­reichen. In der Kremnitz-Deutsch-Protener Sprach­insel konnten in einem Orte zum ersten Male Deutsche in die Gemeindestube einziehen. In der Zips ist die Karpathendeutsche Partei die weitaus führende Partei geworden.

In'Preßburg erhielten die Karpathendeutsche Partei 13 383, die vereinigten magyarischen Par­teien 10 838 und die Slowakische Dolkspartei Pater Hlinkas 8132 Stimmen. Magyaren und Slowaken kamen in Mafien in die Hauptstelle der Karpathen- deutschen Partei, um ihre Glückwünsche zu über­mitteln. Die Front ber Volksgruppen ist noch nie so stark in Erscheinung getreten.

Die pariser Sensation.

Das Verschwinden der Kommunisten im sudetendeutschen Gebiet.

Paris, 13. Juni (DNB. Funkspruch.) Die Blätter unterstreichen ben Erfolg der Sudetendeut­schen Partei, selbst die Marxfiten sind gezwungen, die starken Verluste zuzugeben, die die Sozialdemo­kraten und vor allem die Kommunisten erlitten haben. Der Prager Sonderberichterstatter der Agentur Havas stellt fest, daß die Sozialdemo­kraten rund 80 v. H. verloren haben. Das eigentliche Phänomen der drei Wahlsonntage seien, die Massenüberttitte ber Kommunisten zur Sudeten­deutschen Partei. In einigen Ortschaften hätten 90 v. H. der Kommunisten für Henlein gestimmt. Der Havas-Berichterstatter führt als Grund dafür an, die Wirtschaftskrise, die durch tschechi- ; scheu Druck ausgelöft wurde, sei für die Sudeten­deutsche Partei die beste Propaganda ge- refen.

AuchPetit Parisien" bezeichnet als die markan­teste Tatsache der drei Wahlsonntage die fast voll­ständige Aufsaugung des Kommunismus.Die Mehrzahl der deutschen Kommunisten in der Tsche- choslowakei habe sich in Nationalsozialisten ver­wandelt." Er verweist auf die analoge Erscheinung in Deutschland und fährt fort: Nachdem d i e B e° oölkerungsich ausgesprochen habe, werde wohl die Entwicklung des tschechoslowakischen 1 Staates zu einemweniger zentralisier- ten Verwaltungssystem" unter Berücksich­tigung der verschiedenen örtlichen Wünsche vor sich gehen können. Das MarxistenblattPopulaire" sucht die Niederlage der Sozialdemokraten und Kommunisten als weniger groß hinzustellen, als sie wirklich ist, bequemt sich dann aber zu dem schmerz­lichen Bekenntnis, daß die Entwicklung nunmehr beschleunigt und das Schicksal der Tschechoslowakei sich in den nächsten Wochen entscheiden werde.

Englands Verantwortung für den Frieden.

Garvin warnt vor Intervention.

London, 12. Juni. (Europapreß.) ImOb- server" schreibt Garvin: -An Stelle einer Ent­spannung sei in Spanien, in China und der Tsche­choslowakei eine Verschärfung festzuftellen. Garvin w a r nt England, mit Sowjetrußland uixd Frankreich in Spanien zu intervenieren. , England könne Nationalspanien nicht daran hindern, rot­spanische Häsen anzugreifen unter dem Vorwand, seine Handelsinteressen würden dadurch in Mit­leidenschaft gezogen. England versehe den Handel mit Spanien, weil es Nutzen daraus ziehe und müsse demnach auch die Gefahren dafür tra» aen. Bei den meisten Schiffen handele es sich um solche, die ausschließlich den Interessen Rotspa- ni ens dienten und für ihre Konterbandefahrten von Barcelona reichlich subventioniert würden.

Garvin umreißt schließlich in scharfen Worten noch einmal die Haltung der tschechischen Re­gierung und schreibt:Europa und die Welt ist bedroht, da die tschechische Regierung bereit ist, die Welt ineinChaoszu verwandeln, anstatt nach- augeben und den künstlichen im Vertrag von Ver­sailles feftgelegten Staat i n ein Staatenge- bilde nach Schweizer Mu st er zu verwan­deln, um so eine Gleichberechtigung der Rassen und Sprachen herzustellen. Statt­dessen befindet sich die Tschechoslowakei in einem Kriegszustand. Die Ankündigung der Ein­führung der dreijährigen Dienstzeit hat nur den einen Zweck, einen noch größeren Teil der deut­schen Jugend unter tschechische Aufsicht zu zwingen.

Schuschniggs Spezialwagen.

Wien, 11. Juni. (DNB.) Der nationalsozialistische Gaudienst Wien meldet: Bei einer Besichtigungsfahrt des Gauleiters fiel in einer Wiener Autowerkstätte eine seltsam gebaute Wagenkarosserie auf. Die Arbei­ter erklärten, daß dieser Wagen fürdenehema- l i g e n Bundeskanzler gebaut werden sollte. Schon geraume Zeit vor feinem Sturz ließ Schusch­nigg einen sogenannten kugelsicheren Wagen bauen, Motorleistung 120 PS mit völlig glatter Außenhaut. Die Türgriffe sollten versenkt und die Reservereifen unter der Motorhaube gelagert wer­den. Schuschnigg ordnete ferner an, daß Verkleidung und Glas kugelsicher zu sein hätten. Daher wurden im Keller der Marokkaner-Kaserne Schußproben mit Panzerplatten und Glas angestellt, die aber nicht völlig zur Zufriedenheit verlaufen sein sollen. Jeden- falls wurden die Wände für 2 Millimeter Dicke pro- lektiert, Fenster und Windschutzscheiben wurden von 30 Millimeter Dicke vorgesehen. Für diese Fenster von 16 bzw. 32 Kilogramm Gewicht wurden eigene Spezialkurbeln armefertü*