Ausgabe 
13.6.1938
 
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Nr. 155 Erstes Matt

188. Zahrgang

Montag, 15. Zum 1958

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Nur des Führers Friedensliebe Hai die Welt vor einer Katastrophe bewahrt.

Rudolf Heß brandmarkt das Spiel der Kriegshetzer. Völker und Frontsoldaten wollen

daß ein yeuer leichtserlig vom Zaune gebrochen wird. Vor allem, es leben noch zu viel Front­soldaten in den Völkern, und die Frontsoldaten in aller Welt wollen den Frieden. (Begeisterter Beifall.) Ich kann mir jedenfalls nicht denken, daß die wahrhaften Frontsoldaten anderer Völker es billigen, daß ihre Tapferkeit und die Tapferkeit ihrer Kinder mißbraucht wird, Kriegshetzern ihr Handwerk zu ermöglichen.

den Frieden. Eine ernste Warnung an Prag.

Wie aber auch die andere Welt sich zu den Kriegshetzern stellen mag, unsere - Antwort

Der Stellvertreter des Führers aus Pommerns Gautag.

Stettin, 12. Juni. (DNB.) Annähernd 500 000 Menschen hatten sich am Sonntag aus allen Kreisen Pommerns zum Gautrefsen in Stettin versammelt. Mittags sprach auf einer machtvollen Kundgebung auf der Quistorp-Aue der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß. Er betonte ein­leitend, es fei besonders für diejenigen Deutschen, die noch die furchtbare Erinnerung an die Zeiten mit sich tragen, da der haß in deutschen Grenzen herrschte und es keine Brücke zu geben schien zwi­schen den Menschen, die gleicher Boden geboren hat und durch deren Adern das gleiche Blut fließt, immer von neuem ein gewaltiges Erlebnis d i e Gemeinschaft zu sehen und zu empfinden, in der Adolf Hitler das deutsche Volk geeint hat.Immer, wenn wir vor dem Führer stehen, wollen wir ihm zuerst zeigen: Sieh, d t e große Volksgemeinschaft, die du einst in der Zeit der Not und des Kampfes aller geaen alle gepredigt hast fieh diese große Volks­gemeinschaft ist auch hier Wirklichkeit geworden!

F,ü hrer wir stehen zu dir, wie du zu uns gestanden und immer wieder zu uns stehst. Deine Treue zu deinem Volk erwidern wir in Treue zu dir! (Stürmischer Beifall.) Wer in der übrigen Welt, daran zweifle, möge sich zwischen uns stellen; er wird es genug gesehen und gehört haben, wenn der Führer kommt. Bei uns blitzen keine Bajonette, wenn Tausende beiein- anderstehen. Bei uns toben keine wildgewor­denen Gendarmen mit Säbeln und Pistolen, wir brauchen nicht Pulver und Blei, um ein Volk zu regieren. (Begeisterte Zustimmung der Massen.) Wir stehen zum Führer, jawohl, um ihn zu schützen; aber um ihn zu schützen, daß er von Zehntausenden nicht erdrückt wird Wir stehen Hand in Hand um ihn als lebende Mauer der Liebe. Der Führer ist der erste Volksgenosse unter seinen Volksgenossen, und noch nie wurde ein Deutscher von seinen Deutschen so geliebt wie dieser Führer.

Wie armselig, meine Parteigenossen, so viel Menschen draußen in der übrigen Welt, die glauben, daß dieser Mann, dessen Sinnen und handeln so stark eingestellt ist auf Großtaten der Kultur seines Volkes, daß dieser Mann im Innern trachten könnte aus Krieg und Zer­störung. (Tosende Zustimmung.) Er kennt den Krieg; er weih, daß er das Ende all seiner friedlichen Pläne bedeuten würde. Er weiß noch mehr, daß ein euro­päischer Ktieg das Ende der Kultur Europas bedeutete.Ich wünschte, alle, die auf verantwortlichen Posten anderer Völker stehen, würden den Krieg ebenso gut, wie er kennen und wären sich ebenso sehr bewußt, was ein Krieg für das Schicksal Europas be­deutet. Adolf Hitler hat nicht den letzten Einsatz seines Volkes im Kriege von außen her mit an­gesehen, er hat nicht fernab vom Schuß, von Tod und Verderben, von der Hölle der Mate- rialfchlachlen über Gestalt und Zukunft feines Volkes nachgedacht. Er hat nicht an den Rock­schößen anderer über neue Grenzen für sein Volk gegrübelt; er hat stets das Schicksal seines Volkes dort miterlebt, wo es am Härte st en geschmiedet wurde, und er hat sich stets dort für das Schicksal feines Deutschtums eingesetzt, wo der Einsatz am gefährlich st en war. Er war und ist Soldat, Marschierer, Kämpfer, hätte jeder maßgebende Mann der anderen europäischen Völker den gleichen Weg des letzten männlichen Einsatzes zurückgelegt, wüßten sie es alle aus eigener Erfahrung, was das WortKrieg" und das WortTod" bedeutet, dann könnten sich nicht Lreigniffe abgespielt haben an unserer Grenze, wie wir sie in den letzten Wochen erlebten."

Kaum je ist so leichtfertig mit dem Schicksal der Völker gespielt worden wie in diesen letzten Wochen, in deren ereignisreichem Mittelpunkt ein Staat stand, der als solcher nur dank der Lüge von Versailles besteht und der dank dieser Lüge die Welt in Aufregung zu versetzen vermag, ein Staat, in den Versailles willkürlich' eine Reihe starker und gesunder Minderheiten hineingezwungen hat. Allein fast 3,5 Millionen unserer deutschen Volksgenossen mußten dort leben!Diesen Minder­heiten" werden ihre Rechte immer weiter genommen werden ihre Lebensmöglichkeiten immer mehr zerstört. Einst erhielten sie feierliche Ver­sprechungen wie Selbstbestimmungsrecht und Selbstverwaltung. Diese feierlichen Versprechungen wurden gebrochen. (Zehntausende brechen in Pfui­rufe aus.) Der gegenwärtige Zustand des Daseins

der Minderheiten ist ein hohn auf die ein» ft i gen Versprechungen. Immer furchtbarer werden die Minderheiten entrechtet, terrorisiert und mißhandelt. Immer wieder werden Angehörige nichttschechischen Volkstumes niedergeschlagen, nieder- aeknüppelt und niedergeschossen, nur deshalb, weil sie eben nicht Tschechen sind. Klar und deut­lich zeigt sich vor aller Augen:

1. Dieser Staat ist offensichtlich nicht in der Lage, Ruhe und Ordnung inner­halb feiner Grenzen zu halten, ist nicht in der Lage, das Leben feiner Bürger zu schützen. (Minutenlange leidenschaftliche Zu­stimmung.)

2. Dieser Staat ist zum Gefahrenherd für den Frieden Europas geworden! Es heißt, denn Frieden Europas bedrohen, wenn man plötzlich mobil macht mobil macht ohne den geringsten Grund!"

Aber dieser Staat mobilisiert nicht nur; schlag­artig habe an der Grenze dieses Staates zu seinem Nachbarn ein Zustand eingesetzt, der praktisch eine Art Kriegszustand sei. Eine Provokation des Nachbarn sei der anderen gefolgt. Als dieser trotz allem nicht reagierte, wurden, Krie gs'flug- zeuge über seine Grenzen geschickt: Ein unverantwortliches Spiel, wie es in der Geschichte der Kulturnationen nicht seinesgleichen kennt. Als Begründung für dieses ganze furchtbare, gefährliche Tun fei schließlich der erstaunten Umwelt bekannt­gegeben worden:Gerüchtweise" habe ver­lautet, deutsche Truppen bewegten sich in Richtung auf die Grenze. Ein nicht nachgeprüftes, völlig unwahres Gerücht genüge also, mit einem grauenhaften Krieg zu spieleir.

Niemandem als dem Führer, feinen guten Verven und feiner grenzenlosen Frie­densliebe Hal es Europa und die Wett zu ver­danken, daß dieses Spiel nicht zur Katastrophe führte. Dieses Spiel ist freilich der Beweis, daß andere nicht fo gute Verven haben? Und das ist auch kein Wunder! Denn zu guten Verven gehört ein gutes Gewis­sen. Ein schlechtes Gewissen ruiniert aber auf die Dauer die Verven.-Und woher soll bei der Fülle gebrochener Versprechungen, nichterfüll­ter Verträge und nichteingelösler Worte ein gutes Gewissen kommen?"

Zu verwundern sei nur, daß in ihrer Angst wahrscheinlich wahnsinnig Gewordene nicht schleunigst zur Raison gebracht werden durch Staaten, die Einfluß auf sie haben. Statt­dessen hätten wir erlebt, daß eine Flut von Verleumdungen und Verdrehungen der Tatsachen sich ergossen hat gegen denjenigen, der die Verven behielt und dem es allein zu danken ist, daß Europa nicht in Flammen steht. (Anhaltende Zustimmung.)

Die Welt habe allen ©runi), auch der vorbild­lichen Disziplin der Deutschen in Böhmen selbst und der besonnenen Haltung ihrer Führung An­erkennung zu zollen, um so mehr Anerkennung zu zollen, je'mehr sie provoziert wurden, j? mtzhr sie schikaniert werden, je mehr sie gemorderß wird! Wen sollte es wundern, daß unsere Herzen mit denen der Sudetendeutschen schlagen^" Wir wissen heute alle um den Kampf des Deutschtums rn den sudetendeutschen Ländern, der fast so lange schon währt, wie Deutsche dort wohnen. Immer sind aus diesem Kampf harte und entschlossene Männer als vorbildliche Deutsche heroorgegangech und je härter die Schläge gewesen sind, die fremdes Volkstum auf diese Deutschen niedersausen ließ, um so härter wur­den die Schädel. Ja, unter diesen Schlägen entstand die eherne Geschlossenheit der deut­schen Volksgruppen im Staat der Tschechen, einig, hart und der gerechten Sache bewußt. Niemals wird dieses deutsche Volkstum durch-Schikanen zerstört, durch Terror zermürbt werden. Allein auf sich gestellt, unter eigener Füh­rung kämpft es um die Rechte der Selbstbestim­mung! Um die Rechte, die ihm selbst von den Ur­hebern des Versailler Vertrages zugebilligt wurden. Im Bewußtsein eigenen Rechts,. im Bewußtsein, damit aber auch für die Rechte der anderen Minder­heiten zu streiten, geht das Sudetendeutschtum seinen Weg! Und es ist unser heißer Wunsch, daß endlich, endlich für das Volkstum die Tage der Opfer vorbei feien, daß die Zeiten anbrechen wer­den, wert dieser Opfer. (Stürmische Zustimmungs­kundgebungen.)

Meine Volksgenossen! Wir können es getrost einer späteren Geschichtsschreibung überlassen, das end­gültige Urteil zu fällen, wer in diesen Tagen das Verdienst um die Rettung des Friedens hatte und wer sich bemüht hat, den Frieden zu brechen. Selten noch ist in der Weltöffentlichkeit so grundlos ge­logen worden, zugleich aber auch so lendenlahm dementiert worden, selten noch hat man sich so be­müht, die wahren Tatsachen zu verwischen, wie in den vergangenen Wochen.

Als sich herausstellte, daß Deutschland auf die Provokationen wirklich nicht reagiert, da wollten plötzlich draußen alle die Friedens­engel gewesen sein, ja, es begann sogar Fin großes Geräusche unter den Friedensengeln, wetz denn der größte Friedensengel gewesen sei. (Stür­mische Heiterkeit.)

Dieses dreiste Lügen wäre die einzige Möglich­keit gewesen, einen schließlich doch ausbrechen­den Krieg vor den eigenen Völkern zu recht­fertigen. Denn die Völker wollen so wenig wie je den Krieg. (Lebhafte Zu­stimmung.) Und die Verantwortlichen wissen sehr wohl, daß die Völker ihn nur dann auf sich nehmen, wenn der Gegner als der Schul­dige und der Krieg als unvermeidbar hingeftellt wird. Der vergangene Krieg ist allzusehr in aller Erinnerung, als daß die Völker zugeben.

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lautet: Deutschlands Wehrmacht ist stärker denn je! Und weniger denn je ist der Versuch eines Angriffes auf Deutschland ein militärischer Spaziergang. Einiger denn je steht das deutsche Volk hinter seiner Wehr­macht und hinter seinem Führer, noch nie war das Bewußtsein des deutschen Volkes so stark, das Recht auf seiner Seite zu haben. Es weih zugleich, daß in dieser Welt Recht nur Geltung hat, wenn es geschützt wird durch die Wacht.

Wir w a r n e t* die übrige Wett davor, Deutschlands Friedensliebe für Schwäche zu hatten. Wer.glaubt, auf diese Friedensliebe hin auf die Dauer fündigen- zu können, der kennt das deutsche Volk nicht. Er würde ^ines Tages ein furchtbares Erwachen erleben, wenn feine Provokation zum Erfolge geführt hätte.

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Rudolf Heß auf der Quistorpaue. Rechts der Kommandierende General des II. Armeekorps, General Blaskowitz, links Gauleiter Schwede-Coburg. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Der Führer spricht im Stettiner Landeshaus.

Das soziale Deutschland wollen wir immer mehr verwirklichen.

Um 13.30 Uhr traf auf dem prächtig geschmück­ten Hauptbahnhof der F ü h r er ein. Vom Stellver­treter des Führers und Gauleiter Schwede-Coburg empfangen, schritt der Führer die Front der Ehren­formationen der Wehrmacht, Polizei, ff und SA. ab. Eine Welle der Begeisterung brandete empor, als der Führer den weiten Bahnhofsvorplatz betrat. Helle Fanfarenklänge der Hitler-Jugend kündeten die Ankunft des Führers vor dem Landes­haus an. Gauleiter Schwede-Coburg erstattete dem Führer Meldung. Nach einem umfassenden Rechenschaftsbericht des Gauleiters über den Auf­stieg Pommerns übereichte Oberbürgermeister F a - b e r dem Führer den künstlerisch ausgestalteten Ehrenbürgerbrief, ein Meisterwerk pom- werscher Handwerksarbeit, den der Führer mit herz­lichen Worten des Dankes entgegennahm.

Weit öffnet sich der Blick von der hochragenden H a f e n t e r r a f f e mit dem mächtigen, im Schmuck riesiger Hakenkreuzbanner prangenden Museums­bau auf die Oder bis hinüber zum Freihafen. An den Grünhängen stehen biß an die Uferstraßen hin­unter dicht die Henschenmäsfen in freudiger Erwar­tung des Führers. An der Mole hat der Torpe - dobootszerstörerFriedrich Ihm" fest­gemacht. Auf Deck steht die Mannschaft in Parade­aufstellung. Das schmucke Schiff hat wie alle an­deren über die Toppen geflaggt. Von dieser Terrasse aus nimmt der Führer den Vorbeimarsch der 60 000 politischen Soldaten des Gaues Pommern ab. Eine beispiellose Triumphfahrt durch die Stadt hat ihn zunächst gemeinsam mit Rudolf Heß und Reichsführer ff Himmler in das Museum ge­führt. Nach der Besichtigung begibt er sich unter den stürmischen Heilrufen der Menge zu der auf dem Bollwerk errichteten Tribüne, wo die Führer­standarte hochgeht. Der Gauleiter erstattet Meldung. Der Vorbeimarsch beginnt. Block auf Block mar­schiert vorüber, die braunen Bataillone der SA., die Marschtrupps des NSKK. im Sturzhelm, die Ko­lonnen der Politischen Leiter, die schwarzen Stürme der ff, der Arbeitsdienst mst blinkendem Spaten. Fast eine Stunde dauerte der Vorbeimarsch. Dann trat der Führer auf einem Motorschiff eine H a - fenrundfahrt an, die ihm einen Ueberblicf

über die vielen neuentstandenen Anlagen vermit« telte. Anschließend fuhr er begleitet von den Freudenkundgebungen der Bevölkerung noch ein­mal zum Landeshaus, wo er noch kurze Zeit im engen Kreis mit den führenden Männern des Gaues verweilte.

Der Führer

antwortete auf die Begrüßung durch den Gauleiter und den Oberbürgermeister mit einer kurzen An­sprache, in der er seiner Freude über die im Gau Pommern während der letzten Jahre geleistete Auf- bauarbeit Ausdruck gab. Der Führer bezeichnete es als das große Ziel der nationalsozialistischen Bewegung, die ganze Kraft des Volkes zusammenzufassen und nacheinander in die einzelnen großen Aufgaben einzusetzen. Jedes deutsche Land und jeder deutsche Gau seien in ihrem Blühen und Gedeihen gebunden an die Sorgen und Nöte des Reiches. Noch seien nicht alle Aufgaben gelöst, die wir uns einst stellten. Je mehr Deutschland in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht aufzublühen beginne, um so klarer erkenne es erst all das, was'noch zu tun übrig bleibe.Und wir sind darüber glücklich!" so rief der Führer aus. "W i r sind nun einmal Tatmenschen und werden es ewig bleiben! Wir wer­den deshalb glücklich sein über jede sich uns stellende neue Aufgabe!"

Der Führer gab in eindrucksvollen Worten seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß wir auch alle die Arbeiten, die wir heute im Großen im Reich und im einzelnen in den Gauen bereits in Umrissen vor uns sehen, in der Zukunft lösen würden:Wir werden in derselben Richtung weiter fortfahren wie bisher. In der Stärkung des ganzen Landes, in der Festigung unserer nationalen Wirtschaft und im weiteren Ausbau unserer sozialen Gemeinschaft! Denn alle unsere sozialen Leistungen sind nur denk­bar gewesen durch das Vertrauen der breiten Waffen unseres Volkes, in erster Linie des deutschen Arbeiters.