Ausgabe 
12.10.1938
 
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35000 hessen-nassauische Kinder in Erholung geschickt.

Fußball der heimischen Alannschasten.

Oer Kampf in Naunheim.

Naunheim 1900 Gießen 2:3 (0:2).

Man war im eigenen Lager überrascht, nach so­viel Schwierigkeiten in der Mannschaftsaufstellung, einen Sieg aus dem Wetzlarer Vorort als Ergebnis zu hören. Der Sieg war dabei verdient. Im Gegen­satz zu den früheren Begegnungen zwischen den bei­den Vereinen war das Treffen außerordentlich hart. 1900 verlor in Löbsack und in Erhard zwei der Besten, von denen Löbsack nach einiger Zeit als Statist bis zum Schluß noch mitwirkte. 1900 kam mit Fischer: Schneider, Pankok; Erhard, Kirchner, Hain: Günther, Jäger, Löbsack, Kociok und Heuser, hatte also nur drei Spieler der zur diesjährigen Saison beabsichtigten 1. Elf zur Stelle. Bei Naun­heim fehlten vier Spieler.

Die Gießener Mannschaft fand sich schnell. Dor allem waren alle Spieler mit Feuereifer bet der Sache. Die Flügel zeigten ein ideenreiches Spiel, dem der Gegner auf die Dauer nicht gewachsen war. Die Verteidigung stand eisern, wirksam unterstützt von der Läuferreihe. Fischer im Tor war in bester

Schon nach etwa 10 Minuten Spieldauer stand plötzlich Löbsack allein vor des Gegners Tor. Durch den Morast behindert, ging aber sein Schuß dar- über.'Auch Günther lenkte kurz darauf eine Flanke von links, statt in das leere, verlassene Tor, dem Naunheimer Torwart in die Hände. Das waren zwei Torchancen, wie sie sich im Spiel fast kaum wiederholten. Dann endlich wurde der Bann ge­brochen. Güntbers ausgezeichnete Hereingabe konnte Hattert, von Löbsack bedrängt, nicht mehr mit dem Kopf erreichen. Der hinzuspurtende Kociok schoß flach und wuchtig direkt, unter dem sich vergebens werfenden Torhüter, zum 1:0 ein. Eine prachtvolle Kombination von Erhard über Kociok zu Löbsack brachte letzteren erneut in freie Schußstellung. Dies­mal ließ er sich die Gelegenheit nicht entgehen. Hort bedrängt schoß Löbsack den zweiten Treffer. Als es einen Strafstoß auf das Gießener Tor gab, ließ Fischer den an sich haltbaren Ball ins Netz, der Spielleiter hatte aber bereits vorher abgepfiffen. Mit 2:0 für die Gießener wurden die Seiten ge­wechselt.

Auch nach dem Wechsel lief das Spiel wieder ver­teilt. Erst als Löbsack infolge einer erlittenen Ver­letzung zur Statistenrolle verurteilt wurde und kurz darauf Erhard ganz ausscheiden mußte, kam 1900 in Bedrängnis. Die Verteidigung wurde überlastet und brachte die Bälle nicht mehr weit genug weg, aber auch der dezimierte Sturm nahm nicht mehr die Bälle auf. In dieser Lage verschuldete Kirchner einen Eckball, der zum ersten Gegentor der Platz- besttzer führte. Brenzlich wurde die Lage als Keusch (Naunheim) in klarer Abseitsstellung den Ball über­nahm. Schneider und Pankok griffen aber im letzten Moment ein. Als der Naunheimer das Aussichtslose seines Unternehmens einsah, ließ er sich zwischen die beiden Gießener fallen. Der zu Unrecht gegebene Elfmeterball führte zum Gleichstand 2:2. Als bann aber auch die Gastgeber durch Ausscheiden des Tor­hüters zahlenmäßig geschwächt wurden, rafften sich die drei Gießener Stürmer zu neuen Aktionen auf. Günther, der den sympathischen Erhard auf dem

Wirtschaft

NSG. Zwei Hilfswerke sind so fest im Leben des deutschen Volkes verankert, daß sie nicht mehr fortzudenken sind: das Winterhilfswerk und das HilfswerkMutter und Kind". Während das Win­terhilfswerk vom Oktober bis März vordringliche soziale Tagesaufgaben lösen muß, arbeitet das HilfswerkMutter und Kind" ohne Unterbrechung Sommer und Winter an der Lösung von Aufgaben, die die Zukunft stellt.

Am Anfang unseres Einsatzes muß die Sorge für die deutsche Mutter und ihre Kinder stehen. Die Mütterfürsorge konnte im vergangenen Jahre in ihrem Umfang und in ihren Leistungen beträchtlich erweitert werden. Rund 23 000 HilfsstellenMutter und Kind" betreuten im Jahre 1937 -- 3 274 049 Menschen, gegenüber 2 824 932 im Jahre 1936. Be­sondere Fürsorge gilt den werdenden Müttern und Wöchnerinnen. Hier stieg die Zahl von 185 000 auf 219 000 im Jahre 1937. Große Bedeutung kommt auch der Müttererholungsfürsorge zu. Seit Beginn dieser Aktion konnten bis zum Ende des Jahres 1937 insgesamt 253 000 Mütter mit 6 764 000 Erholungs­tagen verschickt werden. Die stärkere Einbeziehung junger erholungsbedürftiger Mütter erforderte den Ausbau der Verschickungsmöglichkeiten für Mütter mit Säuglingen und Kleinkindern. Auf diese Weise konnten über 6000 Säuglinge und Kleinkinder mit ihren Müttern gleichzeitig in Erholungsheimen un­tergebracht werden. Es bestehen Zur Zeit 193 Heime, davon 19 für Mutter und Kind.

Im Interesse der gesundheitlichen Ertüchtigung des Kleinkindes wurde die Errichtung von Kinder­tagesstätten stark gefördert und nach der gesund­heitlichen Seite hin ausgebaut. Auch die Kinder­speisung erfuhr eine Ausweitung. Die Durchschnitts­zahl der Speisungen betrug jährlich 42 859 in Kinder­gärten' und 48 706 Speisungen in Verbindung mit Schulen und Horten. Im Jahre 1937 konnten die Dauerkindertagesstätten auf 3461 mit 153 000 Plätzen erhöht werden, gegenüber 1915 Einrichtung gen mit 86 269 Plätzen im Jahre 1936. Zahlreiche Neubauten sind im vergangenen Jahre ausgeführt worden. Zur Entlastung der Landfrau wurden wei­ter 4111 Erntekrippen und Erntekindergärten ein­gerichtet.

Zu den umfassenden Maßnahmen für die Jugend

gehört im Rahmen des HilfswerkesMutter und Kind" die Jugenderholungspflege, die sich auf das Kleinkind, das Schulkind und auf schul­entlassene Jugendliche erstreckt. 7215 Kleinkinder konnten in Heime verschickt werden. Die Gesamtzahl aller im Jahre 1937 verschickten Kinder betrug 632 155.

Unser Gau h e s s e n - N a s s a u hat in den ersten vier Jahren feit Bestehen der kiuder- tandoerschickung, also der im Jahre 1937 durch­geführten Transporte, 56 924 Kinder aus frem­den Gauen aufgenommen. Aus dem Gau hef- fen-Jlaffdu wurden wahrend der gleichen Zeit

35 000 Kinder in andere Gaue verschickt.

Der Sinn der Jugendhilfe als vorbeugender Er­ziehungsfaktor zeigte sich besonders in dem verstärk­ten Aufbau der Erziehungsberatungsstellen. 3345 Dienststellen der NSV. sind als Erziehungsbera­tungsstellen ausgebaut. Die Reichsadoptionsstelle verfügt heute schon über neun Hilfsquellen in den einzelnen Gauen.

Die Einzelmaßnahmen des HilfswerkesMutter und Kind" finden außerdem ihre Ergänzung durch Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung eines gesunden Familienlebens. Der Einsatz der N S.-S ch w e ft e r n in der Gemeindepflege ist stetig gewachsen. Am 31. Dezember 1937 gab es im Reichsgebiet 2401 Gemeindepflegestationen. Die Gesamtzahl der Betreuten einschließlich der Fami­lienangehörigen ist im Vergleich zum Vorjahr ge­sunken. Im Monatsdurchschnitt betrug sie 971782. Die Gesamtleistungen des HilfswerkesMutter und Kind" im Jahre 1937 repräsentieren einen Wert von 99 298 457 RM.

Die kinderverschickung allein erforderte den Betrag von rund 42 Millionen UHL, während für wirtschaftliche Hilfe im Rahmen der Mütter- und Kindererholungsfürsorge 19 860 000 RM., für die Mütteroerschickung 11877 000 RM. und für die Kindertagesstätten 10 406 000 RM. auf­gewendet wurden.

Das HilfswerkMutter und Kind" wird auch weiterhin unermüdlich an feinem Ziele arbeiten, dem Reich ein gesundes Volk zu schaffen.

Die rhein-mainische Wirtschaft vom Juni bis September.

Fwd. Die industrielle Produktion hat sich nach dem Bericht der Wirtschaftskammer Hessen weiter auf dem hohen Stand gehalten. Einer größeren Aus­nutzung der Leistungsfähigkeit ist in vielen Zweigen nur durch Knappheit an Arbeitskräften eine Grenze gesetzt: nicht zuletzt eine Folge des jahrelangen Rach- ' sinkens des rhein-mainischen Bezirkes gegenüber anderen Gebieten, was bekanntlich eine nicht unbe­trächtliche Abwanderung auslöste.

Ein sehr günstiges Bild zeigte die Beschäftigungs­lage im Handwerk. Die Lage des Handels ist, von einigen Ausnahmen abgesehen, befriedigend. Durch­weg sind die Umsätze auch in diesem Berichts ab - chnitt gestiegen. Die Möglichkeiten der Lagerhal­tung haben sich weiter gebessert.

Die günstige Entwicklung spiegelt sich gleichfalls in den Berichten der Bankinstitute. Besonders her» vorgehoben werden die Geldflüssigkeit der Firmen und das stetige Anwachsen des Sparkapitals.

Das Verkehrsgewerbe ist in den meisten Sparten voll beansprucht. Das gilt besonders von den am Gütertransport beteiligten Unternehmen. Steigende Leistungen meldet auch die Reichspost.

In der Außenwirtschaft dagegen haben sich die Schwierigkeiten weiter vermehrt. Der Auftragsein­gang ist merklich zurückgegangen. Absinkende Kon­junktur in fast allen fremden Staaten und demzu­folge verstärkte Exportoffensiven der fremden Kon­kurrenz, dazu schlechte Ernten in einigen Agrar- und Rohstoffländern, kriegerische Konflikte und politische Spannungen, wie auch die Aenderung des Einfuhr­systems bei einzelnen Ländern haben diesen Rück­gang verursacht.

Gießener Gchlachtviehniarkt.

Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Diehversteige- rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 8 Och­sen 4 Bullen, 21 Kühe, 21 Färsen, 130 Kälber, 53 Schweine, 16 Schafe und Hämmel aufgetrieben.

Preise: Ochsen 37 bis 45,5, Bullen 38,5 bis 43,5, Kühe 18 dis 43,5, Färsen 40,5 bis 44,5, Kälber 35 bis 65, Schafe und Hämmel 36 bis 44 Pf. je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 116, bl (135 bis 149,5 kg) 114, b2) (120 bis 134,5 kg) 112, c (100 bis 119,5 kg) 104, df (unter 100 kg) 98, gl) (fette Specksauen) und i (Altschneider) 114, g2 (andere Sauen) und h (Eber) 102 Pf.

Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber und Schafe lebhaft.

Mein-Mimische NSrse.

Mittagsbörse: wenig Geschäft.

Frankfurt a. M., 11. Okt. Da sich die Kund­schaft in der Auftragserteilung weiter sehr abwar­tend verhielt und auch sonstige Anregungen nicht Vorlagen, war die Börse wieder sehr still und lust­los. Wenn auch ein freundlicher Grundton verblieb, so bröckelten die Kurse am Aktienmarkt infolge der Geschäftsstille überwiegend um Bruchteile eines Prozentes ab. Eine Ausnahme bildeten Reichsbank­anteile, die 2 v. H. anzogen auf 187,50. Auf den übrigen Gebieten vollzog sich die Kursfeststellung sehr schleppend. So tarnen am Montanmarkt zu-

rechten Läuferposten ausgezeichnet vertrat, führte den Ball nach vorne und gab hoch zur Mitte, wo er von Kociok übernommen wurde. An der aufge­rückten Naunheimer Verteidigung vorbei legte Ko­ciok dem schnell startenden Heuse vor die Füße, der dem Felde enteilte und unter dem sich werfenden Ersatztorhüter hindurch den vielbejubelten Sieges­treffer erzielte. Es war aber auch höchste Zeit, denn kurz nach Wiederanstoß gab der Spielleiter das Schlußzeichen.

Das Spiel Naunheim II. 1900 Gießen II. kam nicht zum Austrag.

Ergebnisse der Kreisklasse.

1. Kreisklasse: Klein-Linden Lollar 4:6; Großen-Vuseck Rüddingshausen 3:2; Rodheim gegen Heuchelheim 4:1; Wißmar Wieseck, letztere nicht angetreten; Steinbach Leihgestern 1:3; Gro» ßen-Linden Lich 5:0.

2. Kreisklasse: Nieder-Ohmen Harbach 0:1; Ettingshausen Flensungen 6:1; Saasen gegen Queckborn 3:3; Gröningen Londorf 2:3; Großen- Linden II Staufenberg 2:1.

Erfreulich ist die Tatsache, daß sich der Spielbe­trieb wieder belebt hat und die Mehrzahl der Spiele durchgeführt wurde. Dabei gab es eine Menge Überraschungen. Von Lollar hatte man erwartet, daß sie sich in Klein-Linden durchsetzen würden, aber der Gegner machte den Gästen das Leben schwer, denn sie mußten vier Gegentore einstecken.

Eine feine Leistung vollbrachten die Rüddings- hausener, die sich vor dem Favoriten nicht fürchteten und munter darauf losspielten. Durch ihren unge­heuren Edfer konnten sie das Spiel offenhalten und verloren nur knapp.

Hut ab vor den Spielern aus Rodheim, die m dem Lokalkampf gegen Heuchelheim bereits in der ersten Halbzeit einen Sieg sicherstellten. Die Gäste, die sich nie zurechtfanden, spielten zwar in der zwei­ten Halbzeit besser, jedoch reichte es nur zum Ehren­treffer.

Leihgestern hatte Mühe, gegen die eifrige, junge Mannschaft von Steinbach einen knappen Sieg herauszuspielen, Steinbach verschoß sogar einen Elf­meter. Unter die Räder kam Lich, das gegen Gro- ßen-Linden nichts zu bestellen hatte. Die Gastgeber, die ihre Mannschaft verjüngt hatten, spielten wie nie zuvor und sicherten sich die Punkte.

Wohl niemand hätte es geglaubt, daß Harbach in Nieder-Ohmen gewinnen würde. Die Gäste über­rumpelten die Platzherren. Ettingshausen feierte einen hohen Sieg über die geschwächten Gäste aus Flensungen. Saasen brachte es nicht fertig, die Queckbörner, die eifrig spielten, zu besiegen und mußte sich mit einem Unentschieden begnügen. Lon­dorf weilte in Grüninqen und hatte dort einen, schweren Stand über die sich tapfer zur Wehr setzenden Platzhexren, jedoch reicht es zu einem knappen Siege. Staufenberg mußte sich in Großen« Linden knapp geschlagen bekennen, nachdem die Gäste noch bis kurz vor Schluß geführt hatten.

Sprechstunden der Redaktion.

11 30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach­mittag geschloßen.

nächst nur Mannesmann mit 110,25 bis 110 (111) zum Kurs. Maschinenaktien ließen zumeist 0,50 bis 0,75 v. H. nach, Eßlinger behauptet mit 107. Don Chemiewerten gingen IG.-Farben mit 152, Scheide­anstalt mit 215,50 und Goldschmidt mit 134,50 um je 0,50 v. H. zurück. Am Elektromarkt setzten Gesfü- rel mit 139,50 (140), Felten mit 136,25 (136,50), AEG. mit 119,75 (120), aber RWE. 0,40 v. H. höher mit 122,50 ein. Von sonstigen Werten stellten sich Westdeutsche Kaufhof 0,75 v. H. niedriger mit 100,50.

Auch in Renten war das Geschäft minimal. Die Anleihezeichnung steht weiterhin im Vorder­grund. Reichsaltbesitz und Reichsbahn-VA. gaben je 0,13 v. H. her auf 130,90 bzw. 125,75, ferner gingen die im Freiverkehr gehandelten Werte, wie 4proz. Rentenbank-Ablösung auf 91,75 (91,90), späte Schuldbuchforderungen auf 98,13 (98,25) und Städte- Altbesitzanleihen auf 135,50 (136) zurück, ebenso Kommunal-Umschuldung auf 94,13 (94,15). Der Pfandbriefmarkt lag still und gut behauptet. Stadt- anleihen waren z. T. 0,25 o. H. höher, Heidelberger plus 0,50 v. H. auf 97. Industrie-Obligationen wichen nach beiden Seiten um etwa 0,13 bis 0,25 v. H. ab. Staatspapiere lagen ruhig.

Im Verlaufe herrschte am Aktienmarkt wei­terhin Geschäftsstelle und zweite Abschlüsse erfolgten nur ganz vereinzelt, wobei die Kurse sich weiter leicht nach unten bewegten. Bei den erst später no­tierten Werten hielten sich die Rückgänge ebenfalls in engen Grenzen, während Erhöhungen kaum Vor­lagen. Der Einheitsmarkt lag still und uneinheitlich.

Im Freiverkehr nannte man meist die letz­ten Bewertungen. Nach Pause höher lagen Elsäss. Bad. Wolle mit 85 bis 87 (81 bis 83). Tagesgeld unv. 2,25 v. H.

Mbenbbörfe still.

Auch abends bewegte sich das Geschäft in engsten Grenzen, und die Kurse hatten wiederum nur pro- zentbruchteilige Veränderungen, wobei nominelle Notierungen überwogen. Während Montanwerte, wie Buderus mit 111,25 (111), Rheinstahl mit 139,50 (139,25), Mannesmann mit 110,50 (110) und Verein. Stahl mit 104,40 (104,25) etwas höher lagen, gingen IG.-Farben auf 151,65 (152), Metallgesellschaft auf 127 (128), Adlerwerke auf 110,50 (111), Erdöl auf 130,25 (130,50) und Daimler auf 136 (136,25) zu­rück. Sonst kamen noch u. a. Gesfürel mit 140 (139,50), BMW. mit 145,50 (145), Moenus mit 126, Demag mit 148.25, Bemberg mit 138, Rheinmetall mit 129, MAN mit 134, Junghans mit 105,25 (104,50) und am Einheitsmarkt Andreae-Noris Zahn mit 165,50 (164,75) zur Notiz. Bankaktien lagen un­verändert. Von Renten stellten sich Farben-Bonds auf unv. 122,90, Reichsbahn-VA. auf unv. 125,75. Im Freiverkehr bröckelten Kommunal-Umschuldung auf 94,10 (94,13) ab.

Frankfurter Sdiladifoiebmorft

Frankfurt a. M, 11. Oft. Auftrieb: 380 Kälber (gegen 390 am 4. 10.), 966 (711) Hämmel und Schafe, 1310 (1142) Schweine. Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 63 bis 65 (63 bis 65), o) 56 bis 59 (56 bis 59), c) 45 bis 50 (46 bis 50), d) 36 bis 40 (35 bis 40), Hämmel b2) 46 bis 52 (48 bis 52), c) 39 bis 45 (40 bis 45), d) 38 (32 bis 38), Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 33 bis 39 (33 bis 38), c) 18 bis 32 (20 bis 32), Schweine a) 59 (57), bl) 58 (56), b2) 57 (55), c) 53 (53), d) 50 (50), Saucn gl) 58 (54). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteitt, Hammel und Schafe lebhaft.

Italien sorgt vor.

Der Italienische Leichtathletik-Verband beschäftigt sich eingehend mit den Vorbereitungen für die Olym­pischen Spiele 1940. Eine der Hauptsorgen der Ita­liener ist das unterschiedliche Klima, das sie in Helsinki vorfinden> werden. Um die Athleten recht­zeitig an die ganz anders gelagerten Verhältnisse des Nordens zu gewöhnen, ist beabsichtigt, im Som­mer des nächsten Jahres eine starke Mannschaft, die sich aus Olympiakämpfern zusammensetzen wird, nach Finnland zu schicken. Die italienischen Leicht­athleten sollen an verschiedenen Sportfesten teilneh­men und dabei nicht nur wertvolle Erfahrungen sammeln, sondern in der Hauptsache sich schon früh­zeitig an das Klima gewöhnen.

Hockenheim-Nennen auf neuer Strecke.

Dehler Lauf zur Molorrad-Meisierschaft.

Die in den letzten Monaten vom Lande Baden umgebaute und verbesserte Hockenheimer-Rennstrecke wird am kommenden Sonntag, 16. Oktober, unter deni NamenKurpfalz-Rennen bei Hockenheim" den vierten und letzten Lauf zur Deutschen Meisterschaft für Motorräder durchführen. Mit diesem Lauf wird das ausgefallene Marienberger Dreiecksrennen er­setzt. Die Meldeliste ist wieder ausgezeichnet ausge­fallen. Alles, was Rang und Namen im deutschen Motorradsport besitzt, wird am Sonntag auf der auf 7,725 Kilometer verkürzten Strecke am Start erscheinen, so daß mit harten Kämpfen zu rechnen ist.

In zwei von den drei Klassen ist die Entscheidung über den Titel bereits gefallen; nur Verschiebungen der Plätze sind hier noch zu erwarten. In der 250-ccm-Klasse ist der DKW.-Fahrer Ewald Kluge bereits Meister, der die drei ersten Läufe gewann und mit 15 Punkten überlegen an der Spitze seiner Klasse steht. DKW. wird übrigens in Hockenheim ganz unter sich fein, da unter 21 Ma­schinen, die gemeldet wurden, eine einzige Puch den 20 DKW.-Fahrem gegenübersteht. Bernhard P e« t r u f d) f e dürfte der schärfste Gegner Kluges sein. Bei den 350 e rn hat Walfried Winkler auf seiner DKW. die besten Aussichten auf den Titel. Er steht mit 8 Punkten an der Spitze vor dem NSU.-Fahrer Karl Bodmer (5). Nur wenn Bodmer siegt und Winkler über den dritten Platz nicht hin- auskommt, könnte NSU. die Meisterschaft erringen. Unter den 31 Maschinen dieser Klasse wird es also zu einem spannenden Duell DKW. NSU. kom- 4nen.

In der Halbliterklasse steht der Titelträ­ger in Feldwebel Georg Meier (BMW.) schon fest, der mit zwei Siegen und einem zweiten Platz 13 Punkte erhielt. Sein Markengefährte Karl Gall, der mit 8 Punkten an zweiter Stelle steht, sollte in

dem 27 Fahrer umfassenden Felde Georg Meier am meisten zu schaffen machen.

Uebrigens wird zum erstenmal auf dem »Hocken­heim-Ring auch ein Sportwagen-Rennen ausgefahren, zu dem 24 Meldungen vorliegen. In den drei Klassen bis 1100, bis 1500 und bis 2000 ccm sind die Marken BMW., NSU.-Fiat, MG., Neander und Fiat vertteten. Der Nachwuchstehrer Hugo Hartmann wird mit einem Mercedes-Benz- Rennwagen die Strecke auf ihre Schnelligkeit hin überprüfen.

Europas Leichtathleten nach USV.

Nach einem Beschluß der amerikanischen Ama- teur-Athletik-Union werden im nächsten Jahre keine Leichtathleten nach Europa entsandt. Diese Maß­nahme bezweckt eine reibungslose Durchführung der Olympia-Vorbereitungen; zum andern soll jedoch 1939 zum ersten Male eine Europa-Mannschaft in USA. zu dem vom Reichsfachamtsleiter Dr. von Halt angeregten Erdteilkampf antreten. Weiterhin wird im kommenden Sommer auf amerikanischem Boden der Rückkampf zwischen USA. und Deutsch­land stattfinden.

Handball-Länderkampf in Budapest.

Neben dem in diesem Jahre ins Reich heimge- kehrten Oesterreich und der Schweiz waren die Ma­gyaren immer die stärksten Gegner der deutschen Spieler im Handballsport. Und beim Weltmeister­schaftsturnier leisteten gerade die Ungarn unserer Mannschaft überraschepd harten Widerstand. Wenn wir auch in den sieben bisher ausgetragenen Län- derkämpfen stets siegreich blieben, wurden vom Reichsfachamt Handball immer gern neue Begeg­nungen mit diesem ritterlichen Gegner abgeschlossen.

Der kommende Sonntag bringt nun in Budapest die achte Begegnung Deutschland Ungarn. Da die Magyaren diesmal zu Hause spielen, werden es unsere Vertreter nicht gerade leicht haben. Sie wer­den ihr Bestes bieten müssen, um zu einem neuen Siege zu kommen. Die deutsche Mannschaft ist aus erfahrenen Nationalspielern und vielversprechendem Nachwuchs zusammengestellt und lautet wie folgt:

Tor: Herbolzheimer (Stuttgart); Verteidi­gung: Socher (München), Sdpvunck (Düsseldorf); Läuferreihe: (Streng (München), Hommerich (Weißenfels), Wohlrab (Wien); Sturm: Hübner (Weißenfels), Perrey (Königsberg), Kitzokat (Han­nover), Ortmann (Breslau), Brüntgens (Lintfort).

Werner Mellmann, der bekannte Motor­rad-Rennfahrer aus dem NSU.-Stall, ist nach lan­gem Krankenlager an den Folgen eines Sturzes ge­storben.

Wer 300 Anmeldungen zur 4. Heffenschrt.

NSG. Die letzten Vorarbeiten für die4. Hessen­fahrt 1938" find von dem Veranstalter, der Motor­gruppe Hessen des Nationalsozialistischen Kraftsahr- korps beendet worden. Mit Spannung sehen nun alle interessierten Kraftfahrsportler dem 15. und 16. Oktober entgegen, die in und um Bad Salzschlirf, im schönen oberhessischen Berglande hochwertigsten Kraftfahrsport und hervorragende Leistungen auf seinem Gebiete bringen werden.

Alle Teilnehmer, unter denen sich infolge der be­sonderen Umstände erstmalig die Wehrmächte nicht befinden kann, werden am ersten Tage bei einer schwierigen Orientierungsfahrt und am zweiten Tage bei einer Geländefahrt, die an sie die denkbar höchsten Anforderungen stellen wird, um dieGoldene" ringen. Eine am zweiten Tage stattfindende Fahrzeugzustandsprüfung wird nicht zuletzt von ausschlaggebender Bedeutung sein.

Die Zahl der Meldungen zur 4. Hessenfahrt be­trägt diesmal 306, wobei zu bemerken ist, daß neben den altbekannten und bewährtenGelände- sahrern", die natürlich wieder dabei sind, auch eine

besonders große Anzahl von jungen Nachwuchs- fahrern starten wird, womit ein Hauptzweck, den Die Motorgruppe Hessen bei diesen Veranstaltungen von jeher im Auge hatte, nämlich die Nachwuchs­förderung und Erziehung zur überdurchschnittlichen Leistung, erreicht worden ist. Insbesondere zeugen hiervon die zahlreichen Meldungen der Motor-HI., die sowohl mit Einzelfahrern wie auch mit Mann­schaften vertreten ist, um ihr heute schon hervor­ragendes Können auf dem Gebiete der Gelände­fahrt unter Beweis zu stellen.

Der sportliche Wert und die Popularität der Hessenfahrt aber werden dadurch besonders betont, daß die Meldungen nicht etwa nur aus Frankfurt am Main, dem Gruppengebiet ober Gaugebiet, son­dern auch weit darüber hinaus aus allen Tei - len Deutschlands, so aus Magdeburg, Bar- |men, Wernigerode, Lüdenscheid, Leipzig, Hannover usw., eingegangen sind.

In diesem Jahr ist also wieder damit zu rechnen, daß die Hessenfahrt der Mvtvrgruppe Hessen am 15. und 16. Oktober sich zu einem großen Erfolg gestalten wird.