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Mittwoch,12.MobeN9Z8
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Krisenfestigkeit.
Die Berliner Börsenberichte Ende der vorigen M Anfang dieser Woche verzeichnen Angaben der flonken, daß Zeichnungen auf die neue A-ichsanleihe flott emgehen, und daß auch p-se Ausgabe, die unter allen bisherigen mit 1500 Millionen Mark die größte ist, vollen Erfolg haben w rde. Die Bedingungen, zu denen das Reich die fr- Aufbauzwecke, für die Durchführung des Dier- jttresplanes und für die Ausrüstung des Bolks- hr-res oufgewandten Mittel in feste Anleihen um- frmt, sind seit vier Jahren — also seit Beginn der Meihetätigkeit im nationalsozialistischen Deutsch- Icib überhaupt —, unverändert. Die Anleihe hat |irj in breitesten Kreisen des deutschen Volkes als Eoar- und Anlagemöglichkeit große Beliebtheit er- virben. Die Gründe der Beliebtheit werden klar, v nn man verfolgt, wie sich die Kurse für diese An- lche in jenen kritischen August- und September- ic^n entwickelt haben, als sich die Prager Regie- rng gegen eine gründliche Neuordnung der Der-- Ktnijfe in den sudetend'eutschen Gebietsteilen »hrte.
In der ausländischen Presse wurde die Tatsache, 63 sich der Kurswert der deutschen Aktien in der Kit von Juli bis August 1938 um fast 7V- v. S). er- iriißigt hatte, dahin ausgelegt, daß Deutschland sich ir einer ernsten finanziellen Krise befinde. Man ver- fcrnieg, daß die Aktien an ausländischen Börsen »chr viel stärkere Kursverluste erlitten heben als an deutschen Börsen. Betrachtet man nun er den Kurs der 4V-prozentigen Reichsanleihe, 6ren Ausgabekurs 983/» v. $). beträgt, so ist so gut vr gar keine Kurssenkung eingetreten. Im Larchschnitt des Monats Juli ergab sich für die -dsprozentige Reichsanleihe ein Kurs von 99,5, für ftn August ein Durchschnitt von 99,2 o. $). Dieser g-ingfügige Kursverlust ist in der letzten Zeit fast vllig wieder wettgemacht worden. ZVie anders war t Entwicklung dagegen in E.n gland ! Als hs wichtigste Staatspapier gilt dort die Kriegs- vlleihe, die normalerweise 101 bis 102 v. H. notiert.
einem der kritischsten Septembertage sank der fl::rs dieses Papiers um fast 10 v. H. auf wenig üser 91 v. S). und mußte von Staats wegen auf eiien Minüestkurs von 93 v. H. festgesetzt werden, um die Sparer und Vermögensbesitzer vor schweren Wahrungen und Verlusten zu schützen.
Reichswirtschaftsminister F u n k hat in seiner Ab- 1d edsansprache an die Vertreter der türkischen und vr auswärtigen Presse in Ankara nach Beendigung semes dortigen Staatsbesuches von jenen Aufbau- aileihen gesprochen, die grundsätzlich anders be- Eeilt werden müßten als Finanzanleihen. D« Türkei hat soeben von Deutschland einen Kredit nm 150 Millionen Mark erhalten und wird dafür in der Hauptsache Fabriks- und Bergwerkseinrich- fnqen, daneben aber auch einigen Heeresbedarf biziehen. Die Verwendung des deutschen Kredits ist alw die gleiche wie die Verwendung der Gelder, di das Reich aus der innerdeutschen Anleihe fhinimmt Die kapitalstarken Westmächte haben süivächeren Gemeinwesen, die fie in ein Abhängig- kkttsverhältnis bringen wollten, Anleihen angeboten liD sogar aufgedrunqen, die keinen anderen Zweck ix-folgten als der Regierung dringend notwendige 3t formen zu ersparen. Das Ausstopfen von Löchern in öffentlichen Haushalt durch Anleihen hat meist rrhängnisvolle Folgen. Die Regierungen solcher sktwächeren Gemeinwesen nehmen die Anleihe- lsmebote an, da ihnen dadurch peinliche oder gar gefährliche parlamentarische Auseinandersetzungen NDart bleiben. Die Folge ist jedoch, daß sich im nächsten Jahr der Fehlbetrag mindestens in aleicher i>. he wiederholt und daß dann noch der Zinsen- >inst für die Anleihe hinzutritt. Eine Anleihe, wie s« die Türkei bei Deutschland aufnimmt, hat mit ochen schwächlichen Finanzmanövern nichts zu tun. Sie brinat dem Lande neue Produktions- und Ver- i nstmöglichkeiten und gestattet meist, die Zins- und TIgunasraten zu verdienen und nach einiger Zeit iicen leistungsfähigen, unbelasteten Prodnktions- ixvarat hinzustellen. Noch schlimmer als die Finanz- vnkeihen, die einem Land anneboten ober aufae- hrungen werden, um ernste Reformen entbehrlich ju machen, sind Tribute, wie sie dem Deutschen Reich hrch den Versailler Vertrag in Form der Repara- timen aufe^legt worden sind. Sie sind Belastungen rkne jede Gegenleistung und führen zu einer Auszehrung des Volksvermögens.
Der Führer und Reichskanzler hat in feiner Rede tu- Eröffnung des Winterhilfswerks dem deutschen Volk das Zeugnis ausgestellt, daß es in dilzipli- ni rter Weise von Angstkäufen und auch von Angst- ve-käufen abgesehen habe. Während beispielsweise in der Tschecho-Slowakei an Nahrungsmitteln und Kibrauchsaegenständen überstürzte Vorratskäule ge- tciiat wurd"n. hat sich in Deutschland im Einzel- tondel das B'ld so aut wie gar nicht geändert. In ten großen Westländern ist in den letzten Monaten tite umsangreiche Kapitalwanderung nach lmerika festzustellen gewesen. In der Zeit von lrfang A>»"ust bis Anfang Oktober sind von Lon- 'Ci nach R"',nork Geldmengen im Betrage von ll-Tb 1*5 M'llionen Psiind Sterlina = etwa IV" NJHnrbpn M^>rk verschifft ward»n. Rur etwa 30 k- H. dieses Betraaes sind durch Goldüberweisungen lautinentaleuronäischer Länder nach England aus- enüchen worden. Der reine Goldnerlust Enaland^ ' i dem erwähnten neunmnfhiäen Zeitraum beläuft id allo auf 8R hie 90 M'lljonen Pfund Sterling - bis 1.2 Milligrden Mark. In Deutschland ist eien, die n?*f bereit sind, das wirtschaftli'he il ihres Volkes und Vaterlandes mihuhmaen, irrh die straffe Denisen- und Ealdbewirtschastung tu Möglichkeit ru lascher Kanitasssucht ahaeschnitten. B' nn auch die deutsche Denisenaess'tzaehuna aus tn>eren Frmnnunnr»_n pinael"itot murd". so hat sie hf) die erzieherische Nebenwirkung gehabt, daß sich
Der Vierjahresplan Grundlage des Wirischastsaufbaus imGudetenland
Berlin, 11. Oft. (DNB.) Eine Verordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring bestimmt, daß die Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes vom 18. Oktober 1936 in den f u beten» deutschen Gebieten sinngemäß anzuwenden ist. Der Wirtschaftsa-ufbau in den sude- tendeutschen Gebieten soll nach denselben Grundsätzen und Methoden und mit der gleichen Tatkraft wie alle bisherigen Aufgaben der Wirtschaftspolitik und Wirtschastslenkung im nationalsozialistischen' Deutschland in Angriff genommen werden. Das alles andere beherrschende Problem der Wirtschaftslenkung ist im Altteich der Vierjahresplan; durch die neue Bestimmung wird die rechtliche Grundlage für eine entsprechende Ordnung im Sudetenland geschaffen. Eine entscheidende wirtschaftliche Maßnahme wurde bereits getroffen, der beschleunigte Einsatz arbeitsloser Sudetendeutscher, vor allem bei volkswirtschaftlich und staatspolittsch wichtigen Arbeiten des Vierjahresplans. Die neue Verordnung ist ein Zeichen dafür, daß planmäßig sofort alles getan wird, um der Not der Sudetendeutschen ein Ende zu bereiten. Sie schafft die Grundlage für eine wirtschaftliche Entwicklung des Sudetenlandes nach nationalsozialistischen wirtschafts- und sozialpolitischen Grundsätzen für eine Erschließung der natürlichen Reichtümer des Landes und für eine Ausnutzung aller Produktionsanlagen und Arbeitsmöglichkeiten zum Wohle der gesamten sudetendeutschen Bevölkerung.
Reichsmarkwöhrung.
Eine Tschechenkrone -----12 Reichspfennig.
Berlin, 11. Oft (DNB.) Der Beauftragte für den Bierjahresplän, Generalfeldmarschall Göring, hak zur Einführung der Reichsmarkwährung in den sudetendeutschen Gebieten verordnet: Gesetzliches Zahlungsmittel in den sudetendeutschen Gebieten ist neben der tschecho-slowakischen Krone die Reichsmark. (Eine tschechoslowakische Krone ist gleich 12 Reichspfennig. Der Umrechnungskurs ist abweichend vom Devisenkurs, der rund 8,7 Pf. für die Krone beträgt, festgesetzt worden. Die Festsetzung ist nach eingehender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse in der Absicht erfolgt, die sudetendeutsche Wirtschaft auf einer gesunden Grundlage in das Reich einzugliedern. Durch das gewählte Umtauschverhältnis sollen Preissteigerungen in den sudetendeutschen Gebieten vermieden werden. Die Kaufkraft der Lohn- und Gehaltsempfänger soll damit gewahrt und der Sparer vor einer
Entwertung fernes Sparkapitals geschützt werden. Die rasche und reibungslose Durchführung des Anschlusses der sudetendeutschen Wirtschaft an die Wirtschaft Grohdeutschlands wird dadurch erleichtert.
Sie neue Hauptstadt des Sudetengaues.
Reichenber^, 11. Oft. (DNB.) Die Verkündung des Relchskornrnisfars Konrad Henlein, daß Reichenberg zur Hauptstadt des Sudetengaues ausersehen wurde, hat hier große Freude für die weitere Entwicklung der Stadt ausgelöst. Schon vor Jahren war geplant, die Vororte Reichenbergs, Ruppersdorf, Neupaulsdorf, Altharxdorf,
Prz. Kreibitz, den 10. Oktober.
Wir stehen in der viel besprochenen Schöber- Linie. Herrlich der hochragende Wald rundum, herrlich die Aussicht auf die Kette der blauen Berge, in die tiefe Waldeinsamkeit hinein. Feierliche Ruhe liegt über der Landschaft, die von den Tschechen ausersehen war, mit Kriegslärm angefüllt zu werden. Hier hatten sie einen Teil ihrer Befestigungen errichtet, hier ist die Schöber-Linie, die aus einem Gewirr von Betonklötzen besteht. Rasch ausgehobene Laufgräben führen an diese mit Schießscharten versehenen Bunker heran. Dor jeder Schießscharte liegt eine in den Wald hineingehauene Gasse, um freies Schußfeld zu geben. Leichte Stacheldrahtverhaue ziehen sich von Betonklotz zu Betonklotz, hineingelegt in das dichte Unterholz. Material liegt herum, als wäre man mitten in der Arbeit aufgescheucht.
Waldarbeiter, die zu uns treten, zeigen uns halb- fertige Betonunterstände, die etwas höher am Abhang liegen. Sie machen auf die Bäume und Sträucher aufmerksam, die ein malkundiger Tscheche auf die Betonklötze gemalt hat, um diese besser zu tarnen. Gegen Fliegersicht hat man über jeden Klotz frisches Grün gelegt. Nur Tschechen und ausgewiesene Marxisten, so erzählen sie uns, durften an dieser Befestigungslinie arbeiten. Zwei Jahre hat man Zement und Eisen in den WaÄ geschleppt. Wer in die Nähe einer Baustelle kam, mußte damit rechnen, abgeführt zu werden. Abgeführt wurde aber nach der. Mobilmachung jeder Mann, der die durch den Wald führenden Straßen passierte und wehrpflichttg erschien.
Auch diese Zeiten sind vorüber. Einwohner aus den nahegelegenen Ortschaften bewegen sich zwischen
Dörfel, Röchlitz, Hänichen, Oberrosenthal, Rosen- chal I, gegebenenfalls auch Maffersdorf, einzugemeinden. Durch diese Eingemeindungen erhöht sich die Einwohnerzahl der Stadt von 40 000 auf mehr als 80 000. Die Hauptleitung der Sudetendeutschen Partei ist bereits nach Reichen- berg übergesiedelt. Vermutlich wird auch ein großer Teil der kulturellen Zentralstellen des Sudetendeutschtums nach Reichenberg verlegt werden, so die Deutsche Musikakademie. Die industrielle Entwicklung der Stadt wird durchaus günstig beurteilt. Sollte die eine ober die andere nord- böhmische Textilindustrie Exportplätze verlieren, so wird dieser Ausfall durch den starken Vorteil aufgehoben, den der Anschluß an das Wirtschaftsgebiet Großdeutschlands mit sich bringt. Die Zerschlagung der altösterreichischen Monarchie war ja eine Hauptursache des Siechtums der nordböhmischen Industrie.
den Betonklötzen, die aber keineswegs als unüberwindlich angesprochen werden können. Sie hätten durck ihre sich gegenseitig unterstützenden Feuer im Ernstfall eine an greifende Truppe einige Zeit aufhalten können, aber ooch nur bis zum Zusammenschießen der Bunker durch Zielfeuer der Artillerie. Ob ein Soldat des tschechischen Vielvölkerstaates aber große Neigung besessen hätte, in diesen licht- losen, engen und unter den Geschoßeinschlägen wankenden und berstenden Bunkern zu bleiben, erscheint recht fraglich, genügte doch schon der Griff nach dem deutschen Schwert, diese und andere Befestigungslinien kampflos aufzugeben.
Man scheint ■ also auch höheren Ortes die Befestigungslinie nicht für unüberwindlich gehalten zu haben, schon gar nicht mit einer Truppe, die es nicht einmal wagte, sich in die Wälder hineinzubegeben und aus die sich verborgen haltenden sudetendeutschen Wehrpflichtigen Jagd zu machen. Ganz unbewaffnet waren die Flüchtlinge nicht, dem tschechischen Militär indessen klar unterlegen. Dennoch, man hielt sich lieber auf den übersichtlicheren Straßen. Wie wollte diese Truppe erst einen Kampf bestehen, bei dem es hart auf hart ging, ohne daß für die Bunkerbesatzungen die Möglichkeit bestand, sich nachts in einem warmen Unterstand zu verkriechen: Denn dafür hatten die tschechischen Befestigungsbehörden nicht gesorgt. Ueberall sieht man kleine Dächer aus Tannenreisig, die der Besatzung der Schöber-Linie als Wind- und Wetterschutz diente. Jetzt ist der Spuk verflogen, das Land ist frei. Man wird den Wald wieder aufräumen, und dann wird es an der Schöber-Linie wieder genau so friedlich aussehen wie im übrigen befreiten Sudetenland.
Zwischen Bunkern und Drahtverhauen.
Don unserem G.-Sonderkorrespondenten.
niemand bemühen kann, vom Schicksal seiner Volksgenossen eine Ausnqhme zu bilden. Dieser Geist der Verantwortlichkeit und der Eingliederung, wie der Nationalsozialismus ihn fordert, ist die eigentliche Ursache für die Krisenfestigkeit, durch die sich Deutschland in der Staatenfamilie der Welt auszeichnet. Diese Krisenfestigkeit macht Deutschland zu einem begehrten Wirtschaftspartner für andere Länder, die wie die Türkei planmäßig und kraftvoll geführt werden. Cr.
Des Gudeienlandes Dank.
Konrad Henlein an den Führer.
Berlin. 11. Off. (DNB.) Konrad Henlein hat aus Reichenberg im Sudelengau an den Führer und Reichskanzler das nachstehende Telegramm gerichtet:
„Wein Führer!
Wit dem heutigen Tage haben die deutschen Truppen die Besetzung des sudetendeutschen Gebietes beendet. Von den Bergen des Sudetenlandes brennen die Freudenfeuer. Das Land, das Schwert und Pflug unserer Väter zu unserer Heimat gemacht haben, steht nun unter dem Schuh der Waffen der 80 Millionen des großen Deutschen Reiches. So wie wir immer deutsch waren, so waren wir immer entschlosien, eher zu sterben, als unser Deutschtum zu verlieren. Ihrem herrlichen Werke, mein Führer, danken wir heute die Gewißheit, daß wir nicht untergehen werden, sondern weiter berufen sind, als deutsche Wacht im Osten gemeinsam mit dem ganzen deutschen Volke den Siegesweg in die Zukunft anzutreten. Für das gesamte Sudetendeutschtum sprechen in diesen Stunden die Tausende, die an der heutigen Kundgebung in Gablonz teilnehmen. 3n tiefster Dankbarkeit grüßen sie ihren Führer, heil mein Führer!
Konrad Henlein."
Verhandlungspause in Römern.
Kornorn , 11. Okt. (DNB.) Die Sachverständigen der ungarischen und der tschecho-slowakischen Abordnungen haben ihre Beratungen beendet. Die ungarischen Minister K a n y a und Graf T e l e k i sind
nach Budapest gefahren,, um das Ergebnis der Regierung vorzulegen. Ungarn verlangt die sofortige und bedingungslose Rückgliederung aller tschecho-slowakischen Gebiete, in denen eine ungarische Mehrheit lebt, ohne Verminderung der darauf vorhandenen wirtschaftlichen Werte. Nach ungarischer Ueberzeugung kann eine Lösung nur dann von Dauer sein, wenn der Grundsatz des Selbstbestimmungsrechts mit einer Volksabstimmung unter Beteiligung aller Volksgruppen in der Tschecho-Slowakei Verwirklichung findet?
Ungarn besetzt
die beiden ersten Grenzstädte.
Budapest, 11. Okt. (Europapreß.) Schon in den frühen Morgenstunden des Dienstags war eine freudig erregte Menschenmenge im ungarischen Teile der Stadt Satoralja-Ujkely zusammengeströmt, um der Uebernahme der Stadt in ungarische Hände beiwohnen zu können. Um 10 Uhr überschritt der Kommandant der ungarischen
Kairo, 11. Okt. (DNB.) Der panislamitische Palästinakongreß in Kairo nahm folgende Entschließungen an: 1. Sofortiger Verzicht auf die Balfour- Erklärung; 2. sofortige endgültige Abstoppung der Judeneinwanderung nach Palästina; 3. jede Teilung ist unzulässig, Palästina muß unbedingt ungeteiltes Araberland bleiben; 4. sofortige Bildung einer Araber-Regierung und Ausschreibung von Parlamentswahlen, ferner Abschluß eines Vertrages mit England nach dem Vorbild des Ira k; 5. politische Amnestie; 6. die Erfüllung der erwähnten Forderungen ist Voraussetzung für die Freundschaft zwischen England und den islamischen arabischen Staaten, eine Nichterfüllung wäre ein Akt der Feindschaft und würde mit entsprechenden wirtschaftlichen und politischen Gegenmaßnahmen beantwortet werden; 7. bei allen
Truppen die Brücke und unterzeichnete mit dem tschechischen Kommandanten das Protokoll über die militärische Heb ergäbe. Dann marschierten die ersten ungarischen Truppen, ein Zug Pioniere, unter dem Jubel der Bevölkerung ein und hißten auf dem bisher tschechischen Zollgebäude und auf der Kaserne die ungarischen Fahnen. Punkt 12 Uhr durchschnitt der ungarische Kommandant die symbolisch quer über die Brücke gespannte Schnur in den ungarischen Farben und nahm damit die Besetzung des inzwischen von den tschechischen Truppen und Zollbeamten geräumten, einen Quadratkilometer großen Gebietes zwischen dem Royvabach und der Eisenbahnlinie vor.
In I p o l y s a g war das tschechische Zollamt bereits um 6 Uhr der ungarischen Zollbehörde übergeben worden. Um 8 Uhr erfolgte dann die lieber« gäbe der Vollzugsgewalt an den Präsidenten des ungarischen Nationalrates, den bisherigen ungarischen Abgeordneten im Prager Parlament, Dr. S al- ko w s k y. Unmittelbar darauf verließen die tschechischen Truppen Jpolysag. Der Einmarsch der ungarischen Truppen erfolgte hier ebenfalls unter dem unbeschreiblichen Jubel der Bevölkerung.
arabischen Fürsten und Regierungen wird die gemeinsame Durchsetzung her vorliegenden Entschließungen befürwortet, die Entschließungen werden England, Frankreich und dem Völkerbund mitgeteilt; 8. die Kongreßarbeiten werden durch einen ftänbigen Araberausschuß, dem die Parlamentsvorsitzenden Syriens, Libanons und des Irak angehören, weitergeführt.
Trotz der strengen Zensur, der alle Nachrichten aus Palästina unterliegen, wird hier behauptet, daß in der vorigen Woche in Paläfttna eine arabische Nationalregierung ausgerufen worden sei. Die arabischen Freischärler sollen bereits drei Vie rtel des Landes beherrschen, so daß sich nur ein Viertel des Landes unter englischer Kontrolle befindet. Die arabische Nationalregierung verfüge über ein eigenes, militärisch organisiertes und wohlbewaffnetes Freikorps von
Oer palästinakongreß in Kairo fordert ein ungeteiltes arabisches Palästina.


